Kunden em pfehlungen
Rezensionen von SAW:
Sind wir alle chronisch krank?
Der verlorene Patient von Umes Arunagirinathan; Doris Mendlewitsch
Jemand, der es als 13-Jähiger als Flüchtling mit Schleppern, etc, nach Deutschland schafft, sich sein Medizinstudium mit ständiger Arbeit in der Freizeit verdient und bis zur Erschöpfung an seinem Traum arbeitet, muss von einem starken Wusch beseelt sein, Arzt zu werden und den Menschen zu helfen.
Für den Autor, einen Tamilen, der vor dem Bürgerkrieg in Ceylon floh, gilt das ganz sicher. Er sieht daher das Medizin-System von innen und von außen, mit seinen naturwissenschaftlichen Stärken und menschlichen Schwächen. Er kritisiert, dass das Gesundheitssystem ein Wirtschaftsbetrieb geworden ist und mehr die Gewinne im Auge hat als die Menschen, für die die überlasteten Ärzte gar keine Zeit mehr haben. Dabei werden die falschen Prioritäten gesetzt. Für die immens teure Herz- und Transplantations-Medizin wird alles Geld ausgegeben, während das Gespräch mit dem Patienten keinen Pfifferling wert ist. Das kann nicht gut gehen und es geht auch nicht gut. Die Medizin wird ein Moloch, der immer mehr Menschen in sich hinein und 10 % des BIP verschlingt, ohne sie aber wirklich gesünder zu machen. Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel für eine ganzheitliche Sichtweise, wie sie in der indischen und ceylonesischen Heimat des Autors noch vorhanden ist.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Medizin ohne Seele. Wie man Chronisch Kranke züchtet“
Es ist die schönste Zeit im Jahr
Mein Weihnachten von Johanna Maier
Es ist die schönste Zeit im Jahr und Johanna Maier weiß gut davon zu erzählen. Sie ist nicht nur eine ausgezeichnete Köchin, sondern auch ein wunderbarer Mensch. Das spürt man zwischen den Zeilen, wie sie über ihre Kindheit und ihre Kinder und Enkel redet. Die Rezepte zum Nachkochen schmecken wunderbar.
Die Bräuche ihrer Kindheit entführen uns in eine andere Zeit. Die richtige Einstimmung auf den Advent
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "der Tag hat 48 Stunden. Wie Sie entschleunigen und dennoch alles schaffen
Viele Träume von vielen Bergen
Es gibt einen Berg für jedes Alter von Bergwelten
Mit interessanten Zeichnungen von Wolfgang Schüssel untermauert, schreiben viele Autoren ihre Träume vom Bergsteigen auf. Bis man einen Berg erklimmt gehen viele Fragen voraus: Ist man mit 40 zu alt für das Matterhorn? Wie geht man rund um Österreich? Wer schafft die Ortler-Nordwand? Haben Steine eine Philosophie und sprechen Berge zu einem? Wer besteigt die Berge der Antarktis als erster?
Jedes Abenteuer ist mit dem persönlichen ERleben eines Autor verzahnt und so liest sich das Buch ganz amüsant.
Man bekommt jedenfalls mit, dass derselbe Berg für jeden einzelnen ganz Verschiedenes bedeuten kann.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "Wasser und Eis. Das Klima spielt verrückt"
2 Seelen wohnen ach...
Der innere Gegenspieler von Uwe Böschemeyer
Wer kennt das nicht? Im Hirn sitzt ein kleines Teufelchen, dass einem immer das Negative einredet, sodass das Engelchen mit seinem positiven, liebevollen Denken nicht zu Wort kommt. Man macht sich mit Selbstkritik und Befürchtungen fertig. Selbst wann man positives Denken übt, taucht wie das Amen im Gebet gleichzeitig das Negativum auf.
Böschemeyer nennt diese beiden Kräfte den Lebensbejaher und den Lebensverneiner, Freud nannte sie Libido und Todestrieb. Man kann noch so viel üben, der Verneiner taucht immer wieder auf.
Das hat damit zu tun, dass wir in die Polarität zwischen Positiv und Negativ geworfen sind, es ist ja immer auch beides möglich. Ohne diese Spannung kann kein Strom fließen, gibt es kein Leben. Böschemeyer zeigt aber auch die Lösung auf: Wenn wir Licht und Schatten als zwei Teile des Selbst betrachten, können wir beides integrieren und damit zu einer entspannten Lösung kommen. Dann können wir uns entscheiden, durch beides hindurch zur Lösung zu schreiten. Diese hebt meist das Negativum in der Ganzheit auf, wenn wir dies bewusst so wollen. Der Gang durch den Schatten wird zum bestandenen Abenteuer, das notwendig war, um das Ziel zu erreichen.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Zaubere dein Leben. Erfüll dir deine Träume und erreiche jedes Ziel“
Die Medizin ist zur mächtigen Religion geworden...
Sehnsucht Unsterblichkeit von Günther Loewit
Dieses Buch habe ich mit Genuss und Genugtuung gelesen. Denn nicht nur, dass der Autor als Arzt 1982 begonnen hat, im selben Jahr wie ich als Spitalspsychologe, er kommt auch zu denselben Schlüssen wie ich in meinem Buch „Medizin ohne Seele“, nachdem er fast 40 Jahre lang die Entwicklung mitbekommen hat.
In diesen Jahrzehnten wurde die Medizin zu einem Monster-System ausgebaut, das den Hausarzt zum Erfüllungsgehilfen der Pharma-Industrie degradiert, der für das heilende ärztliche Gespräch keine Zeit mehr hat, weil er dutzende Vorschriften erfüllen muss, statt sich auf sein Gespür für die Patienten zu verlassen. Dadurch hat sich die alte Leugnung der Psychosomatik in desaströsem Ausmaß ausgewirkt, weil psychische Faktoren von den evidence-based Studien ausgeklammert werden. Es gibt aber den Durchschnitts-Patienten der Studien nicht, jeder Patient ist ein Individuum mit einer eigenen Persönlichkeit und Lebensgeschichte, viele Krankheiten gehen auf psychosoziale Belastungen zurück und werden durch Operationen nicht besser, ganz im Gegenteil. Das Buch besticht durch die vielen Beispiele, wo der Arzt erst durch ausführliches Zuhören entdeckt, was der Patient wirklich braucht, wodurch viele invasive Eingriffe vermieden werden können. Es zeigt auch auf, dass manchmal Hochrisiko-Patienten bei guter psychischer Motivation oft allen Prognosen Hohn sprechen, während pedantische Adepten der Vorsorgemedizin früh an Herzinfarkten u.ä. sterben, obwohl sie alle Empfehlungen penibel befolgen. Radikal ist Loewit in seinem Vergleich des Medizinsystems mit der katholischen Religion. Er weist nach, dass die Naturwissenschaft zwar alle psychisch-magischen Effekte leugnet, unbewusst aber alle religiösen Rituale der Kirche übernommen hat, um damit dieselbe Macht auszuüben, die bis 1945 die Kirche hatte. Diese Rituale können salutogen wirken, wenn der Arzt wohlwollend ist, oder aber nosogen, wenn der Arzt belastet und schlecht drauf ist, was bei dem Druck, unter dem Ärzte heute stehen, gar nicht so selten der Fall ist. So zeigt Loewit dutzende Fehlentwicklungen auf in der Geburtshilfe, der Chirurgie, der Psychiatrie und in vielen anderen Disziplinen. Da deckt sich sein Befund vollkommen mit meinem. Das heißt, sowohl in seinem und als auch in meinem Buch wird das Offensichtliche sichtbar, gleich ob man von der Medizin oder von der Psychologie kommt. Man darf drauf wetten, dass auch der Hausverstand der Patienten längst erkannt hat, was den Mächtigen der Pharma- und der Kammer-Lobbys so gar nicht angenehm ist und eben deshalb sich so destruktiv auswirkt.
Pflichtlektüre für jeden Arzt und Psychologen!
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Medizin ohne Seele. Wie man Chronisch Kranke züchtet“
Falsche Politik!
Die Welt teilen von Amartya Sen
Sen zeigt anhand von Indien auf, wie falsche politische Konzepte die Armut und Ungleichheit verschärfen, selbst wenn sie gut gemeint sind. So hat Indien immer noch Ernährungsdefizite, die Unterernährten sind kränker, erfolgloser und arm. Dies hat eine lange Geschichte: 1943 gab es die letzte große Hungersnot, weil die Engländer Nahrungsmittel nach Europa nach Europa verschifften, um ihre Truppen zu versorgen.
Nach der Unabhängigkeit legte der Indische Staat große Vorräte an, um den Hunger ein für alle Mal zu bannen. Es förderte die Großbauern, damit diese mehr produzierten. Durch die staatlich gestützten Preise ging es den Bauern gut, aber die Lebensmittel wurden für die Armen zu teuer. Die konnten sich zu wenig kaufen, so musste der Staat immer größere Mengen einlagern und gleichzeitig stieg die Mangelernährung. Der Staat traut sich aber nicht, das System zu ändern, weil man sich immer noch vor Hungersnöten fürchtet, die es aber seit 1943 nicht mehr gab.
Ebenso verschärfte das Kastenwesen die Armut, da nur die Reichen sich gute Schulen leisten können, arme Kinder meist gar keine Schulbildung erhalten und daher arm bleiben. Auch die Rechtlosigkeit der Frauen führt dazu, dass arme Frauen ungebildet und damit von den Männern abhängig bleiben. Obwohl Indien ein veritables Wirtschaftswachstum aufweist, bleiben Armut, Unterernährung und fehlende Bildung bestehen.
Ein interessantes Buch!
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Die Diktatur des Geldes. Die Lügen der Finanzindustrie“
Ehret die Mütter...
Stop MomShaming. Miteinander statt gegeneinander. Wie Mütter sich gegen Besserwisserei, ungebetene Ratschläge und ungerechtfertigte Kritik zur Wehr setzen - für mehr Gelassenheit und Selbstbewusstsein von Katharina Pommer
Seit hundert Jahren geistert das Bild der "bösen Mutter" durch die Literatur, die hauptsächlich von Männern geschrieben ist, denen ihre Misogynie oft gar nicht bewusst ist. Frauen sind zwar emanzipiert aber damit in einer neuen Falle, denn egal, was sie tun, es ist immer falsch: Wenn sie bei den Kindern bleiben sind sie "Heimchen am Herd", wenn sie arbeiten, sind sie "Rabenmütter".
Dabei haben die meisten gar keine Wahl, denn ohne Einkommen können sie ihre Kinder nicht ernähren. Zeit, mit diesem Unsinn aufzuhören und all den starken Müttern, die alles für ihre Kinder tun, wieder die Wertschätzung zukommen zu lassen, die sie verdienen. Das gelingt diesem Buch, es macht allen Frauen und Müttern Mut.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "Die Unterdrückung der Frauen. Genozid, Vertuschung, Angst und Wut"
Kreativität ist Ergebnis einer hochkomplexen Ressourcennutzung...
Die Lösungsbegabung von Markus Hengstschläger
Der Autor, Österreichs versiertester Genetiker, untersucht in diesem Buch die Voraussetzungen, die ein lösungsorientierter Mensch braucht. Dies ist nicht allein Sache der Genetik, sondern braucht Gene, Epigenetik und erlernte Strategien. Somit begibt sich der Autor auf das Gebiet der Begabungspsychologie und beschreibt die Lösungs-orientierte Persönlichkeit.
Diese lernt, mit Ängsten umzugehen und sie zu kontrollieren, entwickelt Mut, um unbekannte Probleme anzugehen und ist in der gegenwärtigen Realität verankert, d.h. sie setzt sich mit dem auseinander, was ist und was vor einem liegt. Darin ist der Mensch auch immer noch der KI überlegen, denn die lernt zwar, Details zu analysieren, hat jedoch nicht die ungerichtete Kreativität des Menschen, quer über alle Disziplinen hinweg Analogien zu ziehen. Darin liegt ein weiteres Merkmal der Lösungsbegabung: der rhythmische Wechsel zwischen gerichteter und ungerichteter Lösungssuche. Diese Kombination führte zu den meisten Entdeckungen der Vergangenheit. Alexander Fleming z.B beschäftigte sich intensiv mit der Suche nach Antibiotika und kannte alle Details, die 1928 darüber bekannt war. So war er offen für den Zufall, dass eine Verunreinigung seiner Proben mit Pilzsporen ihm deren antiseptischen Eigenschaften offenbarten. Jemand anderem wäre das gar nicht aufgefallen, jeder andere hätte die Probe weggeworfen. So entdeckte Fleming aber das Penicillin und revolutionierte damit die Medizin. So ist es oft. In einer intensiven Suche findet man oft, was man nicht gesucht hat, aber ohne die intensive Konzentration auf ein Thema wäre man für so einen Zufall gar nicht offen.
Die Kombination von Angst, Mut und Gegenwartsbezug schaffen eine Kreativität, die die eigentliche Begabung des Menschen ist. Das hat revolutionäre Implikationen für das Bildungssystem, denn allein die kreative Originalität jedes Menschen entsprechend seinem Begabungs- und Motivationsprofil macht ihn fit für die rasanten Veränderungen, die uns alle in der Zukunft erwarten, nicht ein erlerntes Wissen, darin sind Computer längst besser.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Das Glück der Kinder. Wie Erziehung gelingt“
Alle archäologischen Funde der Germanenzeit...
Die Lösungsbegabung von Markus Hengstschläger
...sind in diesem wunderbaren Prachtband versammelt und großartig erklärt, auf dem Stand der Wissenschaft aber auch gut verständlich. Ich beschäftige mich schon lange mit den Germanen und finde in diesem Buch Neues und Wissenswertes. Z.B. hat die Archäologie das Wissen zu den Gotenwanderungen bestätigt.
Die Führungsschicht der Goten kam tatsächlich aus Skandinavien zur Weichselmündung, traf dort auf eine ältere Gotenbevölkerung. In den Kämpfen mit Vandalen und anderen Stämmen wanderten die Goten immer weiter nach Südosten und gelangten um 200 nZ ans Schwarze Meer.
Interessant auch, dass die Germanen der römischen Zivilisation weitgehend widerstanden. Sie dienten zwar in den Legionen und übernahmen die militärischen Kenntnisse, nicht aber die römische Lebensart. Auch sind viele seit Tacitus gepflegten Mythen als falsch entlarvt. Germanien war schon damals nur zu 30% bewaldet, allerdings gab es noch viele Moore. Die Sippen wohnten in schilfgedeckten Langhäusern, in denen auch die Ställe für das Vieh waren. Mehrere Langhäuser bildeten Weiher, manchmal um alte Grabhügel herum. Häuptlinge hatten größere Versammlungshallen, Schmiede und Priester zählten zur Oberschicht, die Gesellschaft war aber egalitär und wenig stratifiziert. Erst um 200 formten sich in den vielen Kriegen mit den Römern größere Kriegerverbände wie die Alemannen und die Franken, um Überfälle auf römisches Gebiet organisieren zu können. Dies hing aber vom Geschick einzelner Heerführer ab, da es noch keine etablierte Gefolgschaft gab. Ziel der Raubzüge waren vor allem römische Handwerkserzeugnisse, da es in Germanien zu wenig Buntmetall gab. Die geraubten Metallgegenstände formten die germanischen Schmiede in neue Gegenstände um, die eindeutig germanisch waren. Die Eisenverhüttung war bereits hochstehend und weit verbreitet. Aus den Grabstätten und Skeletten lässt sich ein sehr klares Bild der germanischen Gesellschaft rekonstruieren, die Schlachtfelder von Kalkriese und Harzhorn zeigen, wie die Kriege zwischen Römern und Germanen abliefen.
Interessant auch, dass "Germanen" ein Sammelbegriff für die Barbaren nördlich von Rhein und Donau war, keine genetische Abgrenzung von Völkern. In der Kaiserzeit hießen die Barbaren Germanen, in der Zeit der Republik waren es Kelten, in der Zeit der Byzantiner wurden die Slaven entdeckt. Auch wenn die germanischen Sprachen zu Volksgemeinschaften führten, handelte es sich genetisch aber meist um ein Völkergemisch von eingewanderten Germanen und verschiedenen bereits vorher vorhandenen Völkern.
Ein prächtiges Buch für alle Freunde der Antike!
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "Die Legionen des Varus. Wenn die Römer gewonnen hätten"
Zickersüß
Das kleine Buch: Die Geschichte der Original Salzburger Mozartkugel von Jakob M. Berninger
Als Naschkatze aus Salzburg bin ich natürlich voreingenommen: Ich liebe Mozartkugeln und beim Lesen dieses Büchleins läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Hochinteressant, wie diese Köstlichkeiten erfunden wurden und wie sie gemacht werden. Paul Fürst produzierte sie 1890 und stellte sie auf der Weltausstellung 1905 vor, da begann ihr Siegeszug rund um die Welt.
Die Original Salzburger Mozartkugeln werden aber immer noch in der KOnditorei Fürst am Alten Markt in Salzburg von Hand gemacht und schmecken unvergleichlich: Ein Marzipan-Pistazienkern wird mit Nougat ummantelt und dann in dunkle Schokolade getaucht, mit einem Holzstäbchen und am Schluss wird das kleine Loch noch mit Schokolade geschlossen. Wunderbar! Jetzt muss ich mich zurückhalten, dass ich nicht sofort einen Sack Mozartkugeln kaufe und aufesse!
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "Das Glück der KInder"










