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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Miro:

Die Jäger

Die Schlucht von Linus Geschke

Ich war sehr gespannt auf das Finale der Donkerbloem-Trilogie und wurde nicht enttäuscht. Dass es um die Jagt auf die Jäger gehen wird, war aus dem 2. Teil klar und ich hatte etwas Sorge, dass es mir zu brutal werden könnte. Aber Linus Geschke versteht es gut Bedrohung aufzubauen, ohne dabei zu viel in Detail zu gehen.

Der Thriller startet brutal mit der Entführung einer jungen Frau und dieser Fall wirft neues Licht auf die Gruppe. So gelingt es Wout und Kathinka die Gruppe zu identifizieren und Wout verfolgt den Plan, sie in Camp Donkerbloem in eine Falle zu locken. Doch natürlich läuft nicht alles so, wie sie es sich vorstellen und am Ende wird sich zeigen, wer das größere Raubtier ist.

Wout hat auch noch andere Sorgen. Frieda ist ihm auf den Fersen wegen dem Mord an Behrend und seine Drogengeschäfte führen ihn ebenfalls nahe an den Abgrund. Milana hat er in seiner Wut und Trauer ebenfalls verloren und nur sein Versprechen an Kathinka hält ihn aufrecht. Denn Wout ist loyal, kümmert sich um seine Freunde und ein gegebenes Versprechen ist für ihn unumstösslich.

Kathinka entwickelt sich ebenfalls zur Kämpferin und je mehr sie sich dem Ziel nähern, umso mehr überwindet sie ihr Trauma vom Verlust ihrer Schwester.

Nur Frieda verbeißt sich in ihrem Hass auf Wout und entwickelt sich von der taffen Kommissarin aus Band 1 zu einer unberechenbaren Furie. Der Autor spielt hier sehr gekonnt mit den Sympathien. Der Kleinkriminelle Wout, den wir im ersten Band als zwielichtigen Barmann kennengelernt haben, zeigt uns immer mehr von seinem Ehrenkodex und seiner Loyalität gegenüber Menschen, die ihm Nahe stehen. Seine besondere Beziehung zu Kathinka macht ihn liebenswert und lässt uns eine Beziehung zu ihm aufbauen. Gleichzeitig entfernt sich Frieda immer mehr. Die Figuren sind komplex und befinden sich alle in den Grauzonen zwischen Gut und Böse.

Das große Finale kommt anders als erwartet und lässt ein Fensterchen für einen weiteren Band offen, obwohl hier alles seinen Abschluss findet. Mir hat diese Reihe sehr gut gefallen. Ich mochte die düstere Atmosphäre des Campingplatzes in den Ardennen und die unterschwellige Bedrohung die ständig davon ausging. Die kurzen Kapitel und Perspektivenwechsel sorgen für Spannung und ein hohes Erzähltempo und machen diesen finalen Band zu einem echten Pagturner!

Ich kann die Reihe allen empfehlen, die psychologisch ausgefeilte Thriller mit komplexen Figuren mögen und auch mal in die dunkelsten Abgründe der menschlichen Seelen blicken können.

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Komplizierte Beziehungen

Red von Louise Kennedy

Roisin ist eine Außenseiterin. In ihrer Klasse wird sie gemobbt und außerhalb der Schule hat sie auch keine Freundinnen, denn sie lebt erst seit kurzem mit ihrer Mutter in der irischen Kleinstadt. Als sie Postbotin spielt für ihre schlimmste Feindin der Schule, lernt sie Red kennen und ihr Leben verändert sich nachhaltig.

Red ist ein intelligenter, scharfzüngiger Junge, dem Roisin in nichts nachsteht. Sie werden Freunde und entwickeln eine komplizierte emotionale Bindung. Auch Roisins Mutter ist von Red angetan und lässt ihn immer auf dem Sofa übernachten, wenn er nicht nach Hause kann. Seine Familie ist angesehen im Ort, aber irgendwas stimmt nicht mit ihnen.

Als Red mit dem Gesetz in Konflikt gerät, zieht er nach London und Roisin folgt ihm kurze Zeit später. Doch Red konnte nicht richtig Fuss fassen. Sie leben in einem besetzen Haus und Red lebt vom Dealen. Der Absturz scheint vorprogrammiert. Roisin schafft den Absprung, verliert Red aus den Augen und kommt doch immer wieder in Kontakt mit ihrer alten Gang aus dem besetzten Haus.

Roisin lebt das beste für sie mögliche Leben und fällt doch immer wieder in die Vergangenheit zurück, die sie nie ganz loslassen konnte. Geheimnisse kommen ans Licht, Verhaltensweisen werden verständlich und Muster erkennbar.

Louise Kennedy zeigt mit dieser Geschichte auf, wie begrenzt die Möglichkeiten sind, auf das Leben eines anderen Einfluss zu nehmen und das auch die besten Absichten keine Lösung bringen können. Red ist eine Geschichte über Freundschaft, komplexe Liebesbeziehungen, unerfüllte Erwartungen und begrenzte Möglichkeiten. Die Autorin schreibt mit viel Feingefühl. Ihre Figuren erstrahlen mit psychologischer Tiefe und überraschen immer wieder mit einem Spektrum an Handlungsmustern. Es ist ein melancholischer Roman; eine tieftraurige und eine wunderschöne Geschichte zugleich. Ich habe dieses Buch und vor allem Roisin von der ersten Seite an geliebt!

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Familienidyll

Aprikosenkind von Judith Merchant

Gabriel, Nathalie und Ruby sind die perfekte Kleinfamilie. Sie leben seit Kurzem am Land und Nathalie kümmert sich um Haus, Garten und Familie. Gabriel ist der klassische Versorger, der hauptsächlich im Homeoffice arbeitet und morgens in seinem Arbeitszimmer verschwindet. Die Eltern wirken sehr innig, pflegen romantische Rituale und tauschen sich ständig über den Tag per SMS aus.

Nur Ruby ist nicht ganz perfekt. Sie ist entwicklungsverzögert, spricht kaum und interagiert nicht mit den anderen Kindern.

Gabriel nimmt das extrem gelassen, möchte ihr Zeit geben, sich in ihrem Tempo zu entwickeln. Aber bei Nathalie beginnen sich Zweifel zu regen. Und diese Zweifel beginnen sich auch bei den Leser*innen relativ rasch bemerkbar zu machen. Man spürt schnell, dass zwischen den beiden irgendwas nicht ganz stimmt. Ihre Kommunikation wirkt bisweilen sehr aufgesetzt, fast geschauspielert und rasch finden sich auch im Text erste Hinweise darauf.

Und dann baut sich eine ganz andere Geschichte auf als erwartet. Seite für Seite werden neue Geheimnisse gelüftet und die Bedrohungslage verrutscht in eine völlig andere Richtung. Es regen sich leise Zweifel an den Figuren und phasenweise weiß man nicht, wem man vertrauen darf und wer hier lügt. Die heile Familie bekommt immer mehr Risse und schlußendlich klafft ein ordentlicher Abgrund darin.

Es ist eine eigenwillige Geschichte mit langsam ansteigendem Spannungsbogen und einem großen Finale. Nur leider konnte mich die Idee dahinter nicht ganz begeistern. Der Bösewicht ist kein unbekannter und die Thematik findet man in der Literatur in ähnlicher Form häufig, aber die Ausprägungen, wie sie ausgeübt werden finde ich hier nicht ganz glaubwürdig. Leider kann ich hier nicht näher in Detail gehen ohne zu viel zu verraten. Die Spannung muss schon erhalten bleiben. Für Leute, die gerne einen psychologischen Thriller mit vielschichtigen Charakteren lesen, ist es bestimmt ein lesenswertes Buch. Stilistisch gibt es nichts auszusetzen. Die Autorin beherrscht ihr Handwerk. Mir hat nur ganz einfach der Plot nicht so gefallen.

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Facetten einer Frau

Was wir von ihr wissen von Rebecca Fallon

Susan Bliss war ein Fernsehstar und ist leider viel zu früh verstorben. Sie war Mutter von Zwillingen und die Frau eines Universitätsprofessors. Nach ihrem Tod vernichtet der Vater alles, was an die Karriere seiner Frau erinnerte. Die Kinder sollen ohne diese Seite ihrer Mutter aufwachsen.

Doch als die Kinder älter werden, beginnen sie selbst in der Vergangenheit zu suchen und die Kluft zwischen ihnen und ihrem Vater wird fast unüberwindbar.

Die Zwillingen distanzieren sich auch voneinander. Beide versuchen auf ihre Weise Erinnerungen zu finden, die sie selbst nicht mehr haben. Sie waren noch so jung, als ihre Mutter gestorben ist und sie bleiben als Suchende zurück.

In dem Buch befasst sich die Autorin mit der Lücke, die die Mutter hinterlassen hat und die der Vater unbewusst vergrößert hat. Durch seinen Versuch die Erinnerungen umzugestalten, hat er das Bild der Mutter verändert. Susan hat zu Lebzeiten sehr um ihre Karriere gekämpft. Sie wollte unabhängig sein und nicht auf ein Dasein als Hausfrau und Mutter reduziert werden. Sie wollte auch ihren Kinder ein freies und kreatives Heranwachsen ermöglichen und stand damit in ständigem Konflikt mit ihrem Mann.

Erst als Erwachsene schaffen sie es wieder zusammenzufinden und sich mit der Vergangenheit auszusöhnen. Und auch Al schafft es, sich einige Fehler einzugestehen.

Stilistisch ist das Buch interessant aufgebaut. Wir lesen das Aufwachsen der Zwillinge in der Gegenwart und dazwischen Susans Geschichte aus der Vergangenheit. Dadurch baut sich langsam ein Bild dieser facettenreichen Frau und ihren Kämpfen im Leben auf. Wir erleben sie als Mutter und als Schauspielerin und wir beobachten sie mit den Augen ihres Mannes und ihrer Kinder. Die Sprache ist ruhig und unspektakulär. Die Spannung ergibt sich aus den Auslassungen, bis sich zum Schluss ein Bild ergibt.

Mir hat der Roman gut gefallen und ich mochte es, wie sich die einzelnen Familienmitglieder mit ihrer Trauer auseinandersetzen und ihren Weg finden mit dem Verlust umzugehen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen ruhigen Roman.

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Ein Blick von unten

Die Auster von Yael Inokai

Die 73-jährige Leonora arbeitet noch immer als Reinigungskraft bei Dr. Bronstett, den sie eines Tages tot in seinem Wohnzimmer auffindet. Verstörenderweise reinigt sie erst mal den Tatort, bevor sie die Polizei verständigt. War es der Schock, oder hat sie was zu verbergen?

Durch diese Tat bringt sie sich selbst ins Zentrum der Ermittlungen und weil sie schon immer eine neugierige Person war, fängt sie auch gleich selbst zu ermitteln an.

Das kann man mögen, aber ich war leider noch nie ein Fan von ermittelnden Putzfrauen, Frisörinnen etc.

Zum Glück ist der Roman kein klassischer Krimi und der Mordfall tritt immer wieder in den Hintergrund. Wir erfahren viel über Leonoras Vergangenheit und ihr Umfeld. Leonora ist keine zugängliche Person. Sie ist wortkarg, mürrisch und oft sehr einsam. Wir werfen einen Blick in das Leben von unsichtbaren Menschen. Die Reiningskräft, Verkäuferinnen und Aushilfen im Mikrokosmos Kaufhaus bekommen hier eine Stimme. Aber wir lernen auch ein paar Menschen aus anderen gesellschaftlichen Schichten kennen. Dr. Bronstett war der Geschäftsführer des Kaufhauses und Leonora war schon bei ihm beschäftigt, bevor er eine Familie gründete und wieder verlor. Leonora sah ganz einige Frauen kommen und gehen in seine schmucken Villa. Zu seiner Tochter hatte er schon lange keinen Kontakt mehr, weshalb er verfügt hatte, dass Leonora sich um die Begräbnisangelegenheiten kümmern sollte.

So werden die Tochter aus reichem Hause und Leonora ein ungleiches Gespann und Leonora gelingt es mit ihrer Beobachtungsgabe ganz einige Geheimnisse aufzudecken.

Der Schreibstil ist klar, aber zurückhaltend. Hier gibt es keine Ausschmückungen und Verniedlichungen. Die Sprache ist einfach und präzise und passt dadurch perfekt zur Figur Leonora Bloch. Dadurch wirkt der Roman etwas sperrig. Es entsteht keine Nähe zur Protagonistin und diese Distanziertheit ist auch der Grund, warum ich hier wenig neugierig auf den Ausgang war. Es entsteht kaum Spannung und Nähe. Das Buch konnte mich definitiv nicht fesseln. Es ist nicht schlecht, aber es entstand auch kein Sog.

Deshalb vergebe ich wohlgeleinte drei Sterne für einen Roman, der sich mit den gesellschaftlich schlechter Gestellen Schichten befasst, in dem auch ein Mordfall vorkommt.

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Am grünen Mond

Tage am Fluss von Jochen Mariss

Sara Harmsen lebt zurückgezogen mit ihren Hühnern und ihrem Hund am grünen Mond und betreibt die Fähre über den Fluss. Von morgens früh bis spät am Abend bringt sie Radfahrer und Fussgänger auf die andere Seite, damit sie nicht den Umweg ins nächste Dorf und zur nächsten Brücke machen müssen.

Das Dorf ist ein bisschen aus der Zeit gefallen und viele Bewohner wünschen sich eine Brücke, die sie unabhängiger macht.

Doch Sara will ihr Grundstück nicht verkaufen und damit auch ihre Ruhe und ihr Einkommen.

Eines Tages strandet ein verletzter Junge auf ihrer Fähre und sie nimmt ihn kurzerhand bei sich auf. Der junge Leon möchte bleiben und bietet ihr seine Hilfe für Reparaturen am Haus an. Widerwillig lässt sich Sara, die den Umgang mit anderen Menschen wenig gewohnt ist, darauf ein.

Langsam bahnt sich eine Freundschaft an, zwischen den beiden so verschiedenen Menschen an, die doch mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick vermuten möchte. Beide haben eine schwierige Familiengeschichte, tragen alte Wunden und kämpfen mit ihren Ängsten.

Der Autor baut diese Verbindung sehr behutsam auf. Mit einfühlsamen Worten beschreibt er, wie sich Vertrauen aufbauen lässt, aber auch, wie es sich zerstören lässt, wenn Geheimnisse ans Licht kommen.

Diese geruhsamen Tage am Fluss plätschern so dahin, doch die Leichtigkeit, die sich zwischen Sara und Leon einstellt ist immer wieder beschwert mit den Themen, die beide beschäftigen. Da ist einerseits das Klimathema, das beide betrifft, denn der Fluss führt so wenig Wasser wie nie und andererseits eine alte Schuld und das Thema der Selbstvergebung.

Dem Autor ist hier ein atmosphärisch dichtes Debüt gelungen, welches einerseits ein lockeres Sommerbuch ist und gleichzeitig auf wichtige Themen unserer Zeit aufmerksam macht. Das gibt der Geschichte Gewicht und macht sie nachhaltig. Für meinen Geschmack eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und Anregung. Als Sommerbuch kann ich es empfehlen.

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Die letzte Hexe von Valen

The Flamebearer Trilogy 1: The Witch in the Dead of Night von Charlotte Buckley

Finn Erramun lebt unter dem Radar. Sie ist eine der letzten Hexen von Valen, aber sie arbeitet als Dienstmädchen am Hof, nachdem sie aus ihrem Dorf vertrieben wurde. Ihre Magie setzt sie nur heimlich ein, um sich die Arbeit zu erleichtern.

Als König Mordric sie bei zaubern erwischt, macht er ihr ein interessantes Angebot.

Sie soll bis zur Sommersonnenwende ausgebildet werden und dann ihre Rolle als Beraterin in den arkanen Künsten im Rat einnehmen. Für Finn, die ihre Kräfte eher aus dem Bauch heraus nutzt, ist das eine großartige Chance. Doch das Leben am Hof bietet viele Fallen, für ein einfaches Mädchen. Sie muss erst lernen, die Intrigen der Adeligen zu durchschauen.

Finn ist vorsichtig und misstrauisch und vertraut schlussendlich doch dem Falschen. Für ihre Freiheit muss sie ein großes Opfer bringen. Ob sich das auszahlt, wird sich im zweiten Band zeigen. Es bleibt spannend.

Charlotte Buckley hat eine interessante Welt kreiert mit fabelhaften Wesen und wo Menschen und Vampire halbwegs friedlich zusammenleben. Nur die Hexen finden ihren Platz nicht wirklich. Finn wird dabei wohl eine tragende Rolle spielen.

Gut gefallen hat mir an der Geschichte, dass Finn sich erst zur Heldin entwickeln muss. Sie ist ein einfaches Mädchen, dass immer mehr Kraft und Selbstvertrauen gewinnt. Auch ihr Love-Interest ist eine spannende Figur, die ihre wahre Motivation wohl erst noch zeigen wird. Die Atmosphäre ist ständig aufgeladen, durch die Liebesgeschichte, die Geheimnisse und die Hofintrigen. Obwohl auf vielen Seiten das Magietraining beschrieben wird, bleibt die Geschichte spannend und im Fluss.

Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung!

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Eine sehr spezielle Person

Die Wahrheit über Ruby Cooper von Liz Nugent

Familie Cooper gibt nach außen das perfekte Bild ab. Der Vater ist Priester und führt seine eigene christliche Kirche, die Mutter kümmert sich um die Töchter und den Haushalt und die Töchter sind natürlich brav und anständig. Doch die Ältere sieht besser aus, lernt leichter und hat einen Freund, um den sie alle beneiden.

Ruby nutzt die Gunst der Stunde und macht sich an den Freund ihrer Schwester ran, als niemand zuhause ist. Dann entgleitet sie Szene und als die Eltern am Abend nach Hause kommen finden sie eine zerstörte und vergewaltigte Tochter.

Doch was ist da wirklich passiert und warum? Wem kann man glauben?

Ruby ist keine einfache Protagonistin. Sie ist nicht liebenswert und sie nimmt sich ganz schön viel heraus. Mehr als einmal musste ich bei der Lektüre innehalten, weil mir Ruby zu viel wurde. Ihre Geschichte kommt nur ganz langsam ans Licht. Sie wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und wenn die Wahrheit oft genug gedreht und gewendet wird, steht sie doch irgendwann in ihrer ganzen Pracht vor uns.

Liz Nugent zeigt hier ihr ganzes Können. Es ist nicht einfach, so eine polarisierende Protagonistin zum Leben zu erwecken und sie so unterschiedliche Emotionen hervorrufen zu lassen. Manche werden sie hassen, andere haben Verständnis für sie oder sogar Mitleid. Für mich war sie schwer zu ertragen. Sie ist einfach zu fordernd in ihrer Rolle als Opfer. Sie ist eine großartige Schauspielerin und man kann ihr nie zur Gänze trauen.

Aber das Buch ist spannend vom Anfang bis zum bitteren Ende. Schön langsam werde ich zum Fan der Autorin, denn sie begeistert mich ein ums andere Mal!

Ich empfehle das Buch allen, die gerne einen Spannungsroman oder das Psychogramm einer scheinbar perfekten Familie lesen und wünsche allen viel Freude, die Wahrheit über Ruby Cooper zu entdecken!

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Verliebt in einen Star

Paris Hollywood von Cécile Mury

Marianne Corvo ist Filmjournalistin und muss für einen Kollegen einspringen und einen weltberühmten Hollywoodstar zu interviewen. Und das ist ausgerechnet Ben Whyte, für den sie schon als Jugendliche geschwärmt hatte.

Eigentlich ist es Marianne Corvo wichtig solche Schwärmereien aufrecht zu erhalten und das Bild durch die echte Person nicht zu zerstören.

Aber in diesem Fall geht es nicht anders. Sie muss sich Ben Whyte stellen.

Leider ist Marianne nicht die geschickteste, wenn sie im Rampenlicht steht oder nervös ist und so springt sie bei diesem Treffen von einem Fettnäpfchen ins andere und blamiert sie bis auf die Knochen. Das bringt den Star zum Lachen und er wird aufmerksam auf diese junge, hübsche Journalistin, die ziemlich unübliche Fragen stellt.

Aus dieser Begegnung entwickelt sich ein unerwartete Liebesgeschichte, die nur so strotzt vor Pannen und Missverständnissen und schlussendlich an Marianne's Öffentlichkeitspanik scheitert. Können sie Freunde bleiben und mit jemand anderem glücklich werden? Dafür muss man die Geschichte lesen oder hören.

Da die Autorin Cécile Mury selbst aus dem Filmjournalismus kommt, hat man manchmal das Gefühl, sie plaudert aus dem Nähkästchen. Ihr Stil ist ausgesprochen humorvoll und wirkt intelligent und elegant. Das Buch ist kein klassischer Liebesroman sondern ganz klar eine Komödie und ich fand es wirklich sehr, sehr lustig.
Mich hat das Buch rundherum begeistert und ich bin immer dankbar, wenn man mich zum Lachen bringt. Das ist der Autorin mit diesem Roman wunderbar gelungen!

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Durch dick und dünn

Dabei waren wir uns immer so nah von Jette Kötschau

Merle, Henri und Katharina haben sich am Studienanfang kennengelernt und schnell angefreundet. Kaum ein Tag verging damals, an dem sie sich nicht kurz gesehen haben. Doch jetzt, mit Mitte Dreißig, stecken alle drei in verschiedenen Lebensphasen und driften dabei auseinander.

Merle kämpft mit dem ganz normalen Wahnsinn der Mutterschaft.

Das Leben mit Baby hat sich noch nicht eingespielt und sie verbringt die meiste Zeit allein mit ihrem Paul, der ihren Tagesablauf prägt. Glücklich ist sie dabei nicht, obwohl sie ihr Kind über alles liebt, Aber sie ist oft einsam, denn ihr Mann ist ständig in der Arbeit oder auf der Baustelle. Abgemacht war das so nicht.

Henri ist ungebunden und möchte daran auch nichts ändern. Sie genießt ihr Singleleben und versucht ihren Traum von einem eigenen Arthouse-Kino zu verwirklichen.

Und Katharina, die damals schon mit Ole zusammen war, beginnt ihre Beziehung zu hinterfragen. Ihr Kinderwunsch wird übermächtig und Ole fühlt das nicht. Mit ihren Freundinnen meint Katharina nicht darüber reden zu können und über Merles Baby, kann sie sich auch nicht freuen.

Vieles steht nun zwischen den Freundinnen, die mal die ganze Welt füreinander bedeutet haben und jede von ihnen kämpft mit ihrer eigenen Sinnkrise.

Die Probleme sind einfach aus dem Leben gegriffen. Ich erkenne mich in Merle wieder, als ich eine junge Mutter war und definitiv nicht aufs Muttersein reduziert werden wollte. Aber auch Katharina und Henri sind Frauen, die ich in meinem Freundeskreis wiederfinde. Sie alle hinterfragen ihre Identität und versuchen zumindest ihre engen Beziehungen trotz unterschiedlicher Lebensphasen aufrecht zu halten.

Ich habe diesen Roman ausgesprochen gerne gelesen. Es ist empathisch und authentisch und ganz besonders liebe ich den hohen Wiedererkennungswert. Das Buch ist so wunderbar aus dem Leben gegriffen und begeistert mich dadurch sehr. Ich empfehle es uneingeschränkt allen Frauen und Freundinnen, die nicht mehr Fünfundzwanzig sind.

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