Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peppi:
Soldat Johann Meinert
Und später für immer von Volker Jarck
Der Autor Volker Jarck hat beim Ausräumen des Hauses seiner Großmutter einen Taschenkalender aus dem Jahr 1944, der als Tagebuch genutzt wurde, gefunden. Dieser Kalender seines Großvaters war der Ausgangspunkt für seinen Roman.
Es ist Frühjahr 1945, als sich der Soldat Johann Meinert mit einigen Kameraden unerlaubt von der Truppe entfernt, um in einem Versteck das Kriegsende abzuwarten.
Er findet eine Unterschlupf bei seiner Tante und seinem Onkel. Es sind nur wenige Kilometer von seinem Zuhause, wo seine Frau und der Sohn, den er noch nie gesehen hat, auf ihn warten.
Die Angst entdeckt zu werden ist groß. Als plötzlich das Nachbarmädchen Frieda in der Scheune auftaucht ist er entsetzt. Aber beide nähern sich an, wobei Frieda immer mit ihrer Macht spielt ihn verraten zu können.
Diese Buch hat mich so gefesselt, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte bis ich auf de letzten Seite war.
Leseempfehlung!
Familie
Ein anderes Leben von Caroline Peters
In ihrem Debütroman" Ein anderes Leben" erzählt die großartige Schauspielerin Caroline Peters die Geschichte einer nicht ganz normalen Familie.
Das Buch ist aus der Perspektive der jüngsten Tochter der Familie geschrieben. Bei der Beerdigung ihres Vaters steht sie mit ihren beiden Halbschwestern Laura und Lotta und deren Väter am Grab.
Ihre Mutter Hanna war mit allen drei Männern verheiratet und hat mit jedem Mann ein Kind.
Ihre Gedanken gehen in die Vergangenheit zurück zum Leben mit der, bereits vor einigen Jahren verstorbenen, Mutter Hanna. Es geht um das gemeinsame Familienleben mit ihrem Vater, der exzentrischen Mutter und der beiden Schwestern. Es gibt viele Fragen die die Tochter hat an ihre Mutter hat, die sie aber nie gestellt hat. Es gibt auch viel Situationen, die sie erst jetzt versteht und richtig einordnen kann.
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, aber dessen Protagonisten mir fremd blieben.
Honora, eine bemerkenswerte Frau
Sing, wilder Vogel, sing von Jacqueline O’Mahony
In ihrem historischen Roman "Sing , wilder Vogel, sing" erzählt die Autorin die Geschichte von Honora, einer irischen Frau. Das Buch ist inspiriert von dem historischen Ereignis , das sich im Jahr 1849 in der Landschaft von Doolough ereignete. Irland war von der Großen Hungersnot betroffen.
Zur Einschätzung ihrer Lage und um Unterstützung zu erhalten, zogen Hunderte von hungrigen Iren bei Kälte und Regen los. Ein Marsch , den viele von ihnen nicht überlebten. Auch Honora und ihr Mann waren unter den Leuten. Nur Honora überlebt und beschließt nach Amerika auszuwandern. Dort erwartet sie weiteres Unrecht und große Entbehrungen. Ihr Weg führt sie weiter , immer auf der Suche nach Freiheit. Sie gibt nicht auf, bis sie jemanden begegnet, der sie sieht, wie sie ist und bei dem sie sich frei fühlt.
Ein wirklich lesenswerter Roman.
Geschichten erzählen
Der Salon der kühnen Frauen von Clare Pollard
In ihrem historischen Roman "Der Salon der kühnen Frauen" entführt uns die Autorin Clare Pollard nach Versailles zur Zeiten Ludwig des XIV., der auch als Sonnenkönig bekannt ist. Das Symbol seines Wappens ist die Sonne, daher der Name . Während das Volk hungert und friert, lebt man bei Hofe in Pracht und Prunk.
Das Buch erzählt von einer Gruppe von Damen, die sich im Salon von Madame Marie-Catherine D’Aulnoy treffen, um sich Geschichten zu erzählen. Allerdings sind diese Märchen nicht ungefährlich, da sie brisante Informationen über den König und die Menschen, die ihn umgeben enthalten. Die Fliegen, wie der Polizeichef La Reynie seine Spitzel nennt, sind überall.
Der Autorin ist eine gute Mischung von wahren historischen Ereignissen und märchenhaften Fantasien gelungen.
Ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt und empfehle das Buch gern weiter.
verlassen in New York
Ex-Wife von Ursula Parrott
Der Roman "Ex-Wife" von Ursula Parrott wurde zum ersten Mal 1929 veröffentlicht. Gut 100 Jahre später gibt es nun eine eine erneute Veröffentlichung vom Fischer Verlag.
Erzählt wird die Geschichte von Patricia, die 24 Jahre alt ist und nach vierjähriger Ehe von ihrem Mann Peter verlassen wird.
Sie wird von ihrem Ehemann betrogen und ihr Baby stirbt . Als sie ihm einen One-Night-Stand gesteht, verlässt er sie, weil sie für ihn nicht mehr rein ist. Anfangs hadert sie mit der Situation und will um ihn kämpfen. Doch sie entscheidet sich anders . Sie findet einen gut bezahlten Job und eine unternehmungslustige Freundin. Gemeinsam stürzen sie sich in die Partyszene von New York. Viele Nächte später, die mit viel Alkohol, unendlich vielen Zigaretten und immer neuen Affären gefüllt waren., ist Patricia zu einer Scheidung bereit. Sie hat sich auf ihrer Suche zum Glück von einer unsicheren zu einer selbstbewussten Frau entwickelt.
An manchen Stellen fand ich es etwas langatmig, aber ein Buch das auch heute noch relevant ist.
Sechs Tage auf der Hallig Südfall
Die Gräfin von Irma Nelles
Dieses kleine, aber wundervolle Buch habe ich mit sehr viel Freude gelesen.
Die Autorin Irma Nelles erzählt uns auf 169 Seiten was innerhalb von sechs Tagen auf der Hallig Südfall, die von Diana Henriette Adelaïde Charlotte Gräfin von Reventlow-Crimini , ihrem Kutscher Maschmann und der Haustochter Meta bewohnt wird, geschehen ist.
Das Interessante an der Geschichte ist, dass es diese Gräfin wirklich gab.
Im Sommer 1944 stürzt der britische Pilot John Philip Gunter im Wattenmeer ab. Er wird von der Gräfin und ihren Angestellten gerettet und versorgt.
Die Autorin zeichnet die einzelnen Charaktere so gut, dass man sich jeden von ihnen genau vorstellen kann. Die junge , aber durchaus pfiffige Haustochter, die sich in den Piloten verguckt. Den gutmütigen Kutscher, den sie Plattdeutsch reden lässt. Die Zweifel von John, ob er der Gräfin vertrauen kann. Die Gräfin, die längst mit den gesellschaftlichen Konventionen gebrochen hat und durch die Anwesenheit des jungen Briten längst verdrängte Erinnerungen und Gefühle zulassen muss.
Meine Leseempfehlung!
Lebensgeschichte
Nur nachts ist es hell von Judith W. Taschler
Mit diesem Roman von Judith W. Taschler habe ich mich sehr schwer getan. Das lag aber nicht daran, dass ich den ersten Roman mit dem Titel " Über Carl reden wir morgen" , der sich bereits um die Familie Brugger dreht, nicht gelesen habe.
In ihrem Buch lässt die Autorin ihre Hauptfigur ihr Leben erzählen.
Anfangs dachte ich , sie spricht mich als Leser an. Das war ein Irrtum. Sie erzählt ihre Lebensgeschichte ihrer Großnichte Christina Brugger. Vielleicht hatte die Autorin auch im Sinn, dass die Großtante einen langen Brief oder ein Tagebuch schreibt.
Es hat mich auch gestört, dass es ein hin und her in den den Zeiten gab. Obwohl ich immer wieder lange Abschnitte durchaus interessant fand, konnte sich dennoch kein richtiger Lesefluss bei mir einstellen.
Alles in allem muss ich sagen, dass der Roman "Nur nachts ist es hell" nicht meinen Erwartungen entsprach.
bewegend
Die Unvollkommenheit des Glücks von Clara Maria Bagus
Clara Maria Bugus Roman " Die Unvollkommenheit des Glücks" erzählt die Geschichte von Ana und Lew.
In den kurz gehaltenen Kapiteln wird abwechselnd aus der Sicht von Ana und Lew erzählt.
Ana ist 42 Jahre. Wir lernen sie zu dem Zeitpunkt kennen, an dem sie von ihrem Partner, für den sie sich jahrelang verbogen hat, verlassen wird.
Im Job ist sie erfolglos. Sie beginnt über den Sinn des Lebens nachzudenken und versucht mit einem Neuanfang ihr Glück zu finden.
Lew ist 45 Jahre. Sein bisheriges Leben ist eher eintönig, ohne größere Aufstiege oder Abstürze. Er liebt das Fliegen und zieht deshalb als Kampfpilot in den Krieg. Spät erkennt er , das es das Schlimmste war, was er tun konnte, aber er macht auch das Beste in seinem Leben.
Beide Protagonisten treffen sich zwei mal. Die erste Begegnung ist kurz und beide sind fasziniert voneinander. Bei ihrer zweiten Begegnung ist ihre Welt eine andere und sie finden zueinander.
Die Autorin nennt in ihrem Buch keine Zeit und benennt auch nicht die Orte. Ich glaube das ist auch nicht notwendig, wir kennen Zeit und Ort.
Ein wundervolles Buch, meine unbedingte Leseempfehlung!
Moni und Oscar
Pi mal Daumen von Alina Bronsky
Alina Bronsky erzählt in ihrem Roman "Pi mal Daumen " die Geschichte von Oscar und Moni.
Oscar Maria Wilhelm Graf von Ebersdorff ist 16 Jahre , wurde früh eingeschult und hat eine Klasse übersprungen. Er hat leicht autistische Züge.
Monika Kosinsky ist 53 Jahre, hat 3 Enkel und mehrere Nebenjobs.
Sie kleidet sich gern auffällig , mit knalligen Farben und Leopardenlook.
Sie begegnen sich zum ersten Mal in einer Vorlesung . Beide wollen Mathematik studieren. Hätten sie sich an einem anderen Ort getroffen, wäre Moni von Oscar vermutlich überhaupt nicht wahrgenommen worden, denn er zählt sich zur geistigen Elite und Moni wäre mit Sicherheit unter seinem Niveau.
Moni ist eine Frau, die für alle da ist, aber immer übersehen und unterschätzt wird.
Anfangs schaut Oscar geringschätzig auf Moni. Erst später sieht er in der wesentlich älteren Frau, eine echte Freundin.
Wie die Autorin ,in dem Buch vorangestellten Interview ,selbst sagt, ist diese Geschichte ein wenig märchenhaft. Aber ich kann euch versichern es macht großen Spaß von Oscar und Moni und ihrer ungewöhnlichen Freundschaft zu lesen.
lesenswert
Unser Buch der seltsamen Dinge von Jennie Godfrey
In ihrem Debütroman " Unser Buch der seltsamen Dinge " erzählt die Autorin Jennie Godfrey die Geschichte von Miv und ihrer besten Freundin Sharon. Die beiden zwölfjährigen Mädchen sind, obwohl sie völlig unterschiedlich sind, unzertrennlich. Deshalb ist der Plan von Mivs Vater, mit der Familie wegzuziehen, für die Freundinnen eine Katastrophe .
In Yorkshire treibt ein Massenmörder , der in die Geschichte als Yorkshire Ripper eingehen soll, sein Unwesen. Die beiden Mädchen hoffen das Mivs Vater die Umzugspläne fallen lässt, wenn der Serienmörder gefasst wird. Sie beginnen , in der Hoffnung den Mörder zu finden, ihre Umgebung und die Nachbarn zu beobachten. Dabei entdecken sie so einige Geheimnisse.
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Bemerkenswert finde ich, wie die Autorin die einzelnen Charaktere genau beschrieben hat und welche Entwicklung einige genommen haben.
Einfühlsam, ergreifend und absolut lesenswert.











