Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Lieselotte Fieber:
Wie aus dem Nebeneinander, ein Miteinander werden kann
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
„Bis wohin reicht mein Leben und wo beginnt die Nacht“ (Rilke).
Reicht das Leben immer so weit, wie man gerade schauen kann?
1.584 Menschen leben Wand an Wand, doch die emotionale Distanz ist groß. Die Bedrohung, durch das Auffinden einer Weltkriegsbombe, bricht die Schutzmauer der Bewohner auf.
Der Roman von Tanja Kokoska besticht durch seine warmherzige Beschreibung der Protagonisten. Leseempfehlung!
Persönlichkeit oder Projektion
Die Namen von Florence Knapp
In dem Roman wird mit der Frage gespielt, wieviel macht die Persönlichkeit einen Menschen aus und wieviel die Projektion der Eltern auf einen bestimmten Namen. Was macht es mit einem Kind, das einen s.g. Generationennamen trägt?
Gleichzeitig wurde ich als Leserin angeregt, über die verschiedenen Wendepunkte in meinem Leben nachzudenken und ob ich vielleicht nicht doch falsch abgebogen bin……
Eine absolute Leseempfehlung, aber nur, wenn man bereit ist, sich auch auf die Abgründe menschlichen Verhaltens einzustellen und auszuhalten.
Was wäre wenn...
Die Passantin von Nina George
Die Protagonistin steigt aus ihrem Leben aus, in dem sie nicht ins Flugzeug steigt und somit für ihre Familie und die gesamte Welt, nach dem Flugzeugabsturz, fälschlicherweise für tot gehalten wird. Sie beginnt ein Leben in der Anonymität, in einem Haus, das nur von Frauen, mit unterschiedlichen Schicksalen, bewohnt wird.
Hier muss sie sich den Folgen ihres Verschwindens, ihrer Persönlichkeit, ihrer Rache stellen. Das Ende ist raffiniert erzählt und die gesamte Geschichte manchmal etwas zu dick aufgetragen, aber sehr rasant erzählt.
Die Frage hat sich mir am Ende gestellt: was wäre, wenn ich alles zurücklassen würde, irgendwo neu beginnen, immer auf der Flucht sein… geht das überhaupt?
Der Himmel so blau……
Himmel ohne Ende von Julia Engelmann
…..und dann wieder so grau. Die Autorin schafft es meisterlich, die manchmal sehr chaotische Gedanken- und Gefühlswelt einer 15jährigen darzustellen. Ein Roman, der Menschen aller Altersgruppen ansprechen kann, wenn man bereit ist, in die Welt einer 15jährigen einzutauchen!
im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Lieselotte FieberEin unwiderstehliches Buch……?!
Botanik des Wahnsinns von Leon Engler
Ja und Nein – wie auch das Leben, einer in diesem Debütroman von Leon Engler beschriebenen Familie.
Wie der Autor, der unter anderem auch Psychologie studiert hat, gekonnt Fachausdrücke, Beschreibungen verschiedener psychischer Krankheiten mit einer Familiengeschichte kombiniert hat, fand ich äußerst interessant und kommen diese mitunter meinen beruflichen Erfahrungen sehr nahe.
Leichtfüßig? Nein
Ernst? Ja
Zärtlich? Nein
Brutal? Ja
Ironisch? Ja
Ehrlich? Ja
Eine uneingeschränkte Leseempfehlung will ich nicht abgeben. Für Personen, die sich für Psychiatrie bzw. Psychologie interessieren, sehr wohl.
Sommersonnenbuch
Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall
Die große Erwartung an das Buch wurde leider nur teilweise erfüllt. Am Ende wurde für mich ein nettes Buch für einen Sommertag daraus. Leicht zu lesen, da vieles vorhersehbar war, aber die Beschreibung der Landschaft war schön……
im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Lieselotte FieberWuchern. Wild. Normal. Anders.
Wild wuchern von Katharina Köller
„So schön, einfach vom Berg zu fallen, federleicht und vom Aufwind aufgehoben, irgendwie ganz frei“…
Ich befand mich beim Lesen dieses Romans mitten im Sturm. Und dieser Sturm ließ mich bis zum Ende nicht mehr los.
Die Flucht von Marie aus Wien in die Berge von Tirol zur ihrer Cousine Johanna, wird in kurzen Sätzen, mitunter sehr grob dargestellt.
Die Stärke des Romans liegt in der dichten Zeichnung der Charaktere der beiden Cousinen. Die Sprachlosigkeit der beiden Protagonistinnen erzeugt eine subtile Spannung. Und wenn die beiden sprechen, sind die Dialoge ohne Rührseligkeit, durchdrungen von viel Skepsis und das Herantasten an das gegenseitige Vertrauen.
Ein Roman der nachhallt, wie ein Echo in den Bergen.
Ruhig und berührend
Für Polina von Takis Würger
Schon auf der ersten Seite wurde ich wie durch einen lauen Sog in die berührendste Liebesgeschichte hineingezogen.
Eine Geschichte über Freundschaft, über den Mut, ein musikalisches Talent trotz widrigster Umstände doch zu nutzen und den Mut zur Liebe!
Eine 82jährige Protagonistin – sensationell!
Honey von Victor Lodato
Honey hat genug von ihrem Leben und will dieses beenden. Vorher versucht sie sich aber ihrer Vergangenheit zu stellen, was sie bisher mit Tabletten und Alkohol verhindern konnte.
Im Laufe dieses Prozesses muss Honey jedoch erkennen, dass sie die Verhaltensmuster ihrer Familie in sich trägt und nicht das Opfer ist, sondern auch Täterin.
Die Geschichte wird mit sehr viel Einfühlungsvermögen, Witz, Leichtigkeit und auch mit viel Tiefgang erzählt.
Zusätzlich werden künstlerische Betrachtungen in die Handlungen eingeflochten, die erst gegen Ende des Romans an Bedeutung gewinnen.
Eine absolute Leseempfehlung!
Unbändige Sehnsucht nach Freiheit
Sing, wilder Vogel, sing von Jacqueline O’Mahony
D
ie Sprache des Buches ist poetisch und einfühlsam, wodurch die inneren Konflikte der Charaktere umso lebendiger werden.
Besonders die Metapher des „wilden Vogels“ symbolisiert den Drang nach Unabhängigkeit.
Kein leichtes Buch, aber wer sich für die Geschichte Irlands zur Zeit der Hungersnot und der Auswanderungswelle nach Amerika interessiert, ist es absolut empfehlenswert!











