Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Lieselotte Fieber:
Liebesgeschichte: ja Psychologischer Thriller: nein
Der Abgrund in dir von Dennis Lehane
D
er erste Teil beginnt spannend und der Aufbau der Geschichte macht zum Teil atemlos. Aber was ist mit dem zweiten Teil passiert? Unwillkürlich hatte ich das Gefühl, das hat jemand anderer geschrieben, denn die Geschichte wirkt an den Haaren herbeigezogen und weit entfernt von einem Thriller oder ist es schon ein Thriller, wenn es viel Blut und einige Tote gibt?
Wann beginnt die Schuld?
Die Frau, die liebte von Lewis Janet
Sehr nüchtern erzählt Janet Lewis die Geschichte einer großen Liebe, die mit einem Todesurteil endet. Dazwischen stellt man sich die Frage, ob es mehrere Wahrheiten gibt und es fällt schwer, die Motive zu durchblicken und den Grund für Bertrands Handeln zu verstehen. Die patriarchalische Welt des 16.
Jahrhunderts und die Moral der katholischen Kirche wird in diesem Roman, dem einer der spektakulärsten Kriminalfälle Frankreichs zugrunde liegt, überzeugend dargestellt.
Ein faszinierendes Buch und sehr zu empfehlen.
Freud lässt grüßen
Jud von Georg Thiel
Ein zufällig entdecktes Foto regt zur Vergangenheitsbewältigung an und die österreichische Seele wird mit all ihren dunklen Seiten freigelegt.
Das Erzählte klingt für mich zu konstruiert und klischeehaft, daher konnte mich das Buch nicht besonders fesseln.
Zurück bleibt eine Leiche und offene Fragen…
Alles über Heather von Weiner Matthew
Zwei Welten treffen aufeinander und bald stellt sich heraus, dass das Gewaltpotential in beiden vorhanden ist. Die Figuren werden, teilweise etwas zu klischeehaft, buchstäblich in groben Zügen, erzählt.
Es ist eine verstörende Kälte, die diesem Roman, der eine Novelle ist, entströmt.
Ein Kind als wissenschaftliches Experiment
Das Genie von Zehrer Klaus Cäsar
Kann man ein Genie planen? Offenbar! Wie Boris Sidis seinen Sohn wenige Tage nach seiner Geburt systematisch und strukturiert zu prägen beginnt, ist für einige ambitionierte Eltern in der Jetztzeit sicher nicht uninteressant.
Der Blick, den uns der Autor in das Innenleben des Versuchsobjektes eröffnet, legt große emotionale und soziale Defizite offen.
Ein Buch, das durch die Fülle fasziniert, unterhält, bildet, aber auch fordert und zum Nachdenken über viele Themen anregt
Von den zwölf Leben in den Bann gezogen
Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Tinti Hannah
Mit seiner Tochter Loo zieht Samuel in ein kleines Küstenstädtchen. Die Jahre des Herumziehens und des ständigen Schulwechsels sind für das Mädchen vorbei. Beiden fällt es jedoch schwer, Anschluss zu finden. Loo wird immer eigenständiger und zugleich ihrem Vater immer ähnlicher, ob sie es will oder nicht.
Ein hervorragender Roman, den man erst am Ende zur Seite legt.
Ein leises Buch, das berührt
Acht Berge von Paolo Cognetti
Schon das Berühren und Betrachten des Covers ist ein Erlebnis. Das Glitzern des Sternenhimmels, die schneebedeckten Berge, die Hütte und dann: ist es ein See oder Nebel?
Die Schilderung einer Freundschaft, die Suche nach dem Glück und die Frage: bleiben oder gehen? berührt durch die eindringliche und ruhige Sprache.
Ein großartiges Buch!
Spannend - emotional - stark
Underground Railroad von Colson Whitehead
Die Sklaverei in den USA mag lange her sein, vorbei ist sie nicht.
Underground Railroad ist das rechte Buch im rechten Augenblick. Zu einem Zeitpunkt, wo in Amerika die alten weißen Männer wieder obenauf sind und die emanzipatorischen Anstrengungen von Jahrzehnten zunichte machen.
Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.
Sogwirkung
Geständnisse von Minato Kanae
Eine Lawine aus Geständnissen, unvorstellbaren Tragödien, Gewalt und purem Wahnsinn stürzt einem aus diesem Roman entgegen. Geständnisse ist ein äußerst düsterer Roman, der wenig Optimistisches aufweist und auch mit keinem versöhnlichen Ende aufwarten kann. Auf die melancholisch-deprimierende Grundstimmung muss man sich einlassen können, was mir absolut nicht gelungen ist und es kam bei mir zu einer Sogwirkung, die mich total verstört hat.
Ein Festtag der Liebe
Ein Festtag von Swift Graham
Ein Tag im März, der sich anfühlt, wie ein Tag im Mai. Jane, ein Dienstmädchen, trifft sich mit ihrer großen Liebe, einem Sohn aus gutem Hause. Eine Liebe, die nicht sein darf, schildert Graham Swift mit Worten, bei denen man das ganze Spektrum der Gefühle, Emotionen, Gerüche, Bilder, Sonnenstrahlen förmlich spürt und die auch noch nachklingen, wenn man das Buch schon lange aus der Hand gelegt hat.











