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Rezensionen von Peter Burk:

BERG 2022 – der Allrounder unter den Bergbüchern

BERG 2022 - Alpenvereinsjahrbuch von Deutscher Alpenverein; Österreichischer Alpenverein; Alpenverein Südtirol; Axel Klemmer

Das diesjährige Jahrbuch der drei deutschsprachigen Alpenvereine ist bereits das 146 in der Reihe und auch in diesem Jahr wieder eine Bereicherung für die alpine Literatur. Nicht zuletzt dank des starken Auftaktes im Kapitel BergWelten, das sich dem Ortler-Gebiet in seiner ganzen Schönheit widmet.

Da kommen Jochen Hemmleb, mittlerweile „Wahl-Südtiroler“, Kurt Ortler (ja, er heißt wirklich so, und hat seinen Namensvetter schon über 1.500 Mal bestiegen) oder Wolfgang Platter, pensionierter Direktor des Nationalparks Stilfserjoch, zu Wort. Die Region um den ehemals höchsten Berg der k. u. k. Monarchie hat viel zu bieten und die Autoren und Protagonisten kennen sich hier bestens aus, sei es in Sachen Fauna und Flora, den sichersten Anstieg auf den „König Ortler“ oder die schönsten Runden im benachbarten Ultental. Schön auch das Zitat des Hüttenwirts der Zufallhütte, der im ersten Lockdown 2020 „die schönste Zeit, die ich je hatte“ auf seiner für Besucher geschlossenen Hütte verbrachte.

Das Kapitel BergFokus widmet sich der Freiheit und der Frage, weshalb wir uns in den Bergen freier als anderswo fühlen. Zahlreiche alpine Pioniere haben uns ihr Gefühl der Freiheit vorgelebt und hinterlassen den Eindruck, dass man früher freier sein konnte als heute. Wobei der Schein sicherlich trügt, sofern man den zwölf Bergmenschen Glauben schenkt, die erklären, weshalb sie meinen, dass wir in den Bergen frei sind. Und auch in der DDR gab es Orte, an denen man sich frei fühlen konnte – zumindest auf den Gipfeln des Elbsandsteingebirges.

BergSteigen geht in die Retrospektive und beleuchtet traditionell die alpin-sportlichen Highlights der letzten beiden Jahre, aber punktet u. a. auch mit beeindruckenden Bildern von den weißen Riesen der Antarktis, die es mit dem Mount Vinson auf beachtliche 4.897 m bringen. Der Name der Rubrik BergMenschen ist Programm und stellt den, wohl vielen Leser:innen eher weniger bekannten Bergsteiger Reinhold Duschka, die Bergsteigerlegende Peter Habeler und die ballonfahrenden Geschwister Große aus dem sächsischen Meißen (immerhin ist dort eine kleine Straße nach ihnen benannt) vor, um hier nur einige Namen zu nennen.

Es würde zu weit führen, hier alle der 32 Berichte, Erzählungen oder Reportagen des Jahrbuches zu nennen. In den weiteren Kapiteln BergWissen und BergKultur warten auf alle Fälle noch viele spannende Themen auf des Lesers Augen. Wobei, die müssen noch recht gut sein, um die Auflistung der aufgelassenen Skigebiete in den Ostalpen lesen zu können. Aber das tut der Sache keinen Abbruch, BERG 2022 gehört auf alle Fälle in jede gut sortierte, alpine Heimbibliothek.

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50 Wege zur Besinnlichkeit, im schönen Tirol

Pilgern in Tirol von Susanne Elsner; Walter Elsner

Pilgerwege und die dazugehörigen Pilgerbücher sind in Mode. Erfrischende Abwechslung kommt in Form des Buches von Susanne und Walter Elsner (keine Unbekannten in der „Pilger-Fachliteratur“) die darin 50 Wallfahrtsziele und Besinnungswege in Nord- und Osttirol vorstellen. Zusammen mit ihren Kindern, die für viele der tollen Bilder verantwortlich zeigen, haben sie sich bekannte und weniger bekannte Ziele vorgenommen und für die Leser:innen erkundet.

Spiritualität ist bekanntlich ein Gefühl, dass jeder für sich selbst empfindet und so kommt dieses Buch gut ohne spirituelle Worte aus. Die Orte und Ziele auf den Wegen geben genug Kraft, um sich seine eigenen Gedanken zu machen.

Ausserfern, Oberland, Unterland und Osttirol – egal wo man sich in Tirol befindet, es gibt Ziele in Hülle und Fülle, Kapellen, Kirchen und Kreuze. Hat man sich einmal für einen Ausgangspunkt oder eine Tour entschieden, gibt das Buch Tipps zur Anreise (auch mit den Öffis!), Weglänge, Dauer, Einkehrmöglichkeiten und Höhenmeter und wartet mit genauen Wegbeschreibungen auf. Die werden immer wieder unterbrochen, sobald ein religiöser Andachtsort erreicht wird und dann erfährt man die Geschichten zur Entstehung und zu den religiösen Hintergründen dieser besonderen Orte.

Fazit: man muss kein gläubiger Mensch oder Pilger sein, um Spaß an einer der im Buch beschriebenen Touren zu haben.

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Kompakter Wegbegleiter für das nächste Abenteuer auf zwei Rädern

Abenteuer Mountainbiken von Barbara Pirringer

Fahrradfahren erlebt derzeit einen noch nie da gewesenen Boom – ob Tourenrad, Rennrad, Gravelbike oder MTB. Ganz zu schweigen von den Varianten mit elektrischer Unterstützung. Glücklich kann sich jeder schätzen, der ein gutes Fahrrad im Keller stehen hat und nicht Monate lang auf seinen bereits bestellten neuen Wegbegleiter warten muss, weil die Hersteller nicht mit der Produktion nachkommen.

Da kommt das Buch „Abenteuer Mountainbike“ von Barbara Pirringer, aka Bike Babsi, für das ausklingende Frühjahr und den bevorstehenden Sommer gerade Recht. Klar, wer bereits Jahre lang erfahrener Radler ist, wird hier zum größten Teil nicht viel Neues erfahren, aber den einen oder anderen Tipp, z. B. wie man richtig schiebt oder sein Bike trägt (auch das will gelernt sein!) kann man doch mitnehmen. Ob Fragen zur Ausrüstung, Tourenplanung, Motivation oder auch zur Ersten Hilfe unterwegs, die Bike Babsi bleibt keine Antwort schuldig.

Das Buch ist kompakt geschrieben, reich mit eigenen Bildern versehen und hält auch etliche Checklisten parat (die gibt’s dann auch zum Download auf www.bike-babsi.at/checklisten). Und was Barbara auf ihren vielzähligen Touren, sei es in den Alpen, auf Fuerteventura oder im Mühlviertel bereits erlebt hat, schildert sie kurzweilig, in Ihrer äußerst charmanten Art.

Fazit: Wer das erste Mal auf (kleine oder große) Tour geht ist mit der Anschaffung dieses Buches gut beraten und vorbereitet.

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Ein neuer Klassiker für Osttirol und Oberkärnten

Skitouren in Osttirol und Oberkärnten von Thomas Mariacher

Der Trend geht nach Osttirol und Oberkärnten – zumindest hat sich das der Winter in den letzten Jahren und auch in dieser Saison so gedacht und die Region mit reichlich Schnee versorgt. Beste Voraussetzungen für kleine oder auch ausgedehnte Skitouren in dieser herrlichen Region, die vom großen Skitourismus bisher zum Glück weitestgehend verschont geblieben ist.

Auch wenn leider in diesem Jahr wohl nur die Einheimischen von der Schönheit dieser Region profitieren können – es sei ihnen vergönnt.

Diesen Skitourenführer von Thomas Mariacher, einem absoluten Profi was Hohe Tauern, Villgrater Berge, Lienzer Dolomiten und Karnischen Kamm betrifft, kann man nicht so schnell aus den Händen legen. Das machen einem die 200 Touren und die 6 Etappen der Skiroute Hoch Tirol (inklusive Großglockner und Großvenediger), die zur Auswahl stehen, einfach zu schwer. Und wenn man im Bildnachweis auf der letzten Seite nachlesen kann, dass der Autor fast alle Bilder selbst zum Buch beigetragen hat, kann man schon erahnen, wie oft der staatlich geprüfte Berg- und Skiführer unterwegs gewesen sein muss, um all diese Informationen aus erster Hand zusammenzustellen. In einem normalen Skitourengeherleben ist dies wohl eher nicht zu schaffen.

Das Buch, neben einem kurzen Vorwort, Hinweisen zum Gebrauch und den üblichen Sicherheitsratschlägen, geht schnell „in medias res“ und so kann man sich, je nachdem in welchem Tal man sich befindet (die Touren sind nach Tälern geordnet), seine Tour nach Können, Zeit, Kondition und Witterungsverhältnissen aussuchen. Eine praktische Kurzübersicht zu den einzelnen Kriterien ist mittels Piktogrammen in der Fußzeile jeder Tour abgebildet. Auch wenn zu jeder Unternehmung eine Karte vorhanden ist, so muss man manchmal etwa suchen, da diese auf Übersichtskarten, die entweder vor oder nach der Beschreibung kommen, zu finden sind. Das tut der Praktikabilität aber wenig Abbruch, da man sich ja auch immer mit eigenem Kartenmaterial vorbereiten sollte und diesen über 500 Seiten starken Wälzer sicherlich nicht mit in den Rucksack packen wird.

Leider kennt der Autor dieser Zeilen das Gebiet zu wenig, um zu beurteilen, ob manche der Ausgangspunkte auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind – wenn ja, dann wäre ein Hinweis bei der jeweiligen Tour praktisch (und Verbesserungspotential für die nächste Auflage).

Wer nach Osttirol oder Oberkärnten aufbricht, kommt wohl an diesem Skitourenführer in Zukunft nicht mehr vorbei.

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Die 145. Auflage des Jahrbuches

BERG 2021 - Alpenvereinsjahrbuch von Deutscher Alpenverein; Österreichischer Alpenverein; Alpenverein Südtirol; Redaktion: Axel Klemmer

Wenn man auf das Jahr 2020 zurückblickt, dann kommt einem zuerst ein Thema in den Sinn: die Pandemie. Und wie sehr das Virus unser tägliches Leben beeinflusst (hat) und selbstverständliche Dinge, wie eine Wanderung oder eine Skitour in den Bergen plötzlich in manchen Regionen nicht mehr erlaubt, unerwünscht oder faktisch unmöglich waren.

Zwischenzeitlich, im Sommer 2020, dann hingegen der totale Ansturm auf die Hausberge in der Nähe von Ballungsräumen und überfüllte Hütten, weil die Menschen plötzlich wieder ihre Heimat entdeckten.

Auch das Jahrbuch „Berg 2021“ nimmt, an der einen oder anderen Stelle, Bezug auf diese pandemiebedingten Erscheinungen, und beleuchtet zudem andere kritische Entwicklungen in den Bergen, wie z. B. die fortschreitende Verdrängung des Wanderers durch Mountain- und E-Bikes, die zunehmend „All inclusive“-Mentalität auch unter Bergsteigern oder die Tatsache, dass in den Alpen durch die fortschreitende Erosion etliche klassische Routen nicht mehr begehbar sind. Daneben bzw. hauptsächlich sind es aber die schönen Momente in den Bergen (oder auch Mittelgebirgen, ganz im Sinne von Manuel Andrack), die spannenden Persönlichkeiten (sei es Herrmann Huber, Andrea Eisenhut oder Joseph Kyselak), die sportlichen Highlights der Alpinszene, der Fokus auf einzelne Regionen (in diesem Jahr der Karnische Kamm) oder naturwissenschaftliche Phänomene (Eiskristalle), die ihren Platz in diesem Buch finden.

Für Kenner des Jahrbuches sind die sechs Oberthemen BergWelten, BergFokus, BergSteigen, BergMenschen, BergWissen und BergKultur nichts Neues, für Neueinsteiger ein guter Wegweiser sich das herauszusuchen, was einen mehr oder eben weniger interessiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr beim Wandern: ob vorübergehender Boom aufgrund der Pandemie oder ein bewusstes Zurück zu den Wurzeln mag jeder für sich selbst entscheiden. Zumindest gibt es kaum eine natürlichere Form der Fortbewegung und des bewussten Genießens der Natur als diese. Und das hier das Gute so nah liegt, wie z. B. die deutschen Mittelgebirgslandschaften, war uns ja eigentlich schon immer klar.

Fazit: das Jahrbuch „Berg 2021“ ist ein treuer und spannender Begleiter für ein Jahr, in dem (hoffentlich) wieder alles anders wird.

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Was Sie schon immer über das „K“ in Tirol wissen wollten

Tirol. Eine Landesvermessung in 111 Begriffen von Dominik Prantl

Tirol ist seit Anfang März dieses Jahres ganz schön in die Schlagzeilen geraten, da reicht es, wenn man das Wort „Ischgl“ erwähnt und jeder weiß, wovon die Rede ist. Dabei hat das Bundesland in Österreich natürlich weit mehr zu bieten als ein ehemaliges Bergbauerndorf, das dank ausgefuchster und geschäftstüchtiger Hoteliers und Seilbahnbetreiber zum Inbegriff des alpinen Ausverkaufs geworden ist.

Und gelobt Besserung, seitdem es wieder bergauf geht und Tiroler wieder ihr Haus verlassen dürfen und selbst die Bayern wieder gern gesehene Gäste sind.

Die Hass-Liebe zu den Bayern, ein durchaus verständliches Phänomen, nachdem die bayerischen Truppen sich von Napoleon beschwatzen ließen und Tirol besetzten, schwingt immer mal wieder „ein bisserl“ durch in diesem kleinen Büchlein. Autor Dominik Prantl (bei der Süddeutschen Zeitung zuständig für die Berg- und Skithemen des Reiseteils) bringt das schön auf den Punkt, wenn er von der verräterischen Isar spricht, die sich schon wenige Kilometer nach ihrem Ursprung in Richtung Bayern davonmacht. Charmante Beiträge zu 111 Dingen, Menschen, Bergen (und ja die Nordkette müsste eigentlich Südkette heißen, zumindest aus bayerischer Sicht!), Tatsachen, Tälern, Flüssen, Tieren, Sagen, Bäumen, Buchstaben – die Liste ist zum Glück endlich – und witzige Illustrationen von Christian Opperer machen diese „Landesvermessung“ zu einem schönen Mitbringsel für Menschen mit tiefgründigem Humor (egal ob Tiroler, Bayer oder sogar „Preißn“).

Gfierig!

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Sieben Jahre in Tibet, zwanzig Jahre in Nepal

Er ging voraus nach Lhasa von Nicholas Mailänder

Ein altes Sprichwort sagt, „dass niemand aus seiner Haut herauskann“. Für Peter Aufschnaiter wäre das Leben vielleicht anders verlaufen, wenn er so wie sein berühmter Weggefährte Heinrich Harrer, Kapital aus den unglaublichen Erlebnissen in Tibet, aber auch in Nepal und Indien geschlagen hätte, sei es durch Bücher, Lesungen oder Vorträge.

Nach dem Studium dieser Biographie gewinnt man allerdings den Eindruck, dass er hierzu vielleicht zu introvertiert oder zu bescheiden war. Oder auch im Grunde genommen nicht daran interessiert? Eine echte Freundschaft mit Harrer ist im Laufe ihrer gemeinsamen „Reise“ nicht entstanden, so viel ist klar – der oft erwähnte Paul Bauer war vielleicht sein einziger, wahrer Freund.

Nicholas Mailänder hat mit Hilfe der Tagebuchaufzeichnungen von Peter Aufschnaiter ein äußerst umfangreiches (über 400 Seiten starkes) und sehr gut recherchiertes Buch geschaffen, das gekonnt die Original-Texte mit den Ausführungen des Autors verknüpft. So werden die Zusammenhänge deutlicher und man erfährt viel über die Geschichte Tibets und Nepals aber auch über die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, die viele Veränderungen für diesen Teil der Erde mit sich brachten. Wobei auch die Kinder- und Jugendzeit des Himalaya-Pioniers und UN-Entwicklungshelfers in den Schilderungen nicht zu kurz kommt. Wer das Kitzbühel von heute kennt, kann sich gar nicht mehr vorstellen, wie es dort aussah, als vor gut 120 Jahren die Hauptfigur dieses Buches dort auf die Welt kam. Erste bittere Lebenserfahrungen musste er als junger Soldat an der Dolomitenfront machen. Durchaus kritisch betrachtet wird die NS-Zeit, die Aufschnaiter dank seiner politischen Gesinnung gut überstand. Am 2. Weltkrieg nahm er nie teil, da er bei Kriegsausbruch, so wie Harrer, in Indien in Gefangenschaft geriet, der die anderthalb Jahre der gemeinsamen Flucht nach Lhasa in Tibet folgten.

Während Harrer nur sieben Jahre in Tibet blieb, hatte Aufschnaiter seine Bestimmung in Tibet und Nepal gefunden und leistete dort über 2 Jahrzehnte wertvolle Unterstützungsarbeit. Aber auch die Kultur hatte es ihm angetan und so bereiste er immer wieder, von Europäern unentdeckte Regionen – seine nepalesische Staatsbürgerschaft leistete ihm dabei gute Dienste. Ganz nebenbei machte er bis ins hohe Alter noch zahlreiche, hohe Gipfel.

Aufschnaiter war kein Freund der großen Worte, sondern eher ein Mann der Tat – davon zeugt diese Biographie. Das er sich als Mitglied der NSDAP durchaus zum Teil des Systems gemacht hat, mag sein, sollte aber außen vorbleiben, wenn man sein Lebenswerk betrachtet.

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So lange Du noch oben bist gehörst Du dem Boss

Nur der Berg ist mein Boss von Hainz Christoph; Hemmleb Jochen

Auf Anhieb sympathisch - den Eindruck hinterlässt die Hauptfigur dieser Biographie über einen, vielleicht eher Insidern besser bekannten Spitzenkletterer und Bergführer aus Südtirol. Die Liste der schwierigen Erstbegehungen von Christoph Hainz, Jahrgang 1962, ist lang und im Anhang dieses schön aufgemachten Buches zu finden.

Es sind nicht die ganz hohen Ziele, die den gebürtigen Mühlwalder in den gut 3 Jahrzehnten seiner bergsteigerischen Karriere gereizt haben. Wenn man einmal von einer waghalsigen Erstbegehung des Nordpfeilers des „indischen Matterhorns“, den Shivling, absieht. Nein, es sind die Touren in heimischen Gefilden, die ihn reizen – ganz besonders „seine“ Zinnen und deren vielfältige Möglichkeiten, Touren bis zum 8. Schwierigkeitsgrad zu eröffnen.

Bei allen seinen Erzählungen, die er zusammen mit Jochen Hemmleb, einem der renommiertesten alpinen Autoren unserer heutigen Zeit, verfasst hat, schwingt eine gewisse Leichtigkeit mit. Gepaart mit einem Sinn für die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt und dem Gespür dafür, umzudrehen, wenn es an der Zeit ist. Seine Touren scheinen immer ganz zufällig geplant (sind es natürlich nicht): er lässt sich während der Fahrt auf das Jungfraujoch beim Ausstieg Eigergletscher „aussetzen“ und macht eben einmal die Nordwand in 4,5 Stunden. Damals ein Rekord, bis Ueli Steck und Co. kamen. Solobegehung des Fitz Roy in 9 Stunden – weil die vereinbarte Seilschaft vermeintlich bereits ohne ihn losgezogen war.

Kein geringerer als Franz-Walter Steinmeier zählt auf Christophs‘ Expertise, wenn es um anspruchsvolle, begleitete Kletterfahrten in Dolomiten geht. Hans Kammerlander, Seilpartner am Shivling, schätzt seine Unbekümmertheit und ermuntert ihn, vielleicht doch noch einmal einen Achttausender anzugehen.

270 Seiten, die Spaß machen, niemals langweilig sind, schön bebildert und doch geerdet – so wie das Leben des Protagonisten, mit dem der Autor dieser Zeilen nur eine Begehung des Normalweges auf die Große Zinne in seinem Lebenslauf gemeinsam hat. Was Christoph Hainz sicherlich auch auszeichnet ist, dass er scheinbar nie seine außerordentliche Begabung vermarkten wollte.

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Themenvielfalt garantiert

BERG 2019 von Deutscher Alpenverein; Österreichischer Alpenverein; Alpenverein Südtirol; Axel Klemmer

Neigt sich das Jahr dem Ende zu, ist es wieder soweit: dann kann man sich auf die neue Ausgabe des Alpenvereinsjahrbuches freuen und darin in einer Vielzahl von Berichten, Erzählungen, Interviews und Anekdoten rund um das Thema Bergsteigen und die alpine Welt stöbern.

Die diesjährige Ausgabe macht weiter mit der guten Tradition der letzten Jahre und setzt einen Gebietsschwerpunkt auf die Ankogelgruppe und die Hochalmspitze im Nationalpark Hohe Tauern.

Die mäjestätischen 3000’er stehen immer etwas im Schatten der bekannten, dafür aber auch ausgetretenen Gipfelziele Großglockner und Großvenediger. Den wenigsten wird aber bekannt sein, dass ein schwäbischer Bergsteiger das Gebiet um die Hochalmspitze durch den Kauf der Parzelle vor der skitouristischen Erschließung bewahrte. Ganz selbstlos vermachte er später sein Eigentum an den Alpenverein.

Schillernde, bewunderswerte Menschen gibt es im Bergsport viele und einige kommen auch in diesem Jahr im Buch zu Wort. Und wie immer gibt es kritische Töne, sei es wenn es um das Thema Skiindustrie und ihre Auswirkungen auf den alpinen Raum, die Nutzung von mobilen Geräten und das ständige Verbundensein mit dem Internet und den sozialen Medien („der kommentierende Sofortismus“) oder das Fallen von Tabus im alpinen Gelände – Hauptsache man ist gut ausgerüstet – geht.

Der Alpenverein wird 2019 150 Jahre alt, nicht ganz so lange gibt es das Jahrbuch schon, aber die 143. Auflage ist mal wieder gut gelungen. Abwechslungsreich, gut recherchiert und nie langweilig.

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Tirol zu jeder Jahreszeit

Das Tiroler Vier-Jahreszeiten-Wanderbuch. 102 Wandertipps für Frühling, Sommer, Herbst und Winter von Hubert Gogl

Denkt man an Tirol so kommen einen Berge und Täler in den Sinn. Ebenen gibt es hier kaum, das Land ist geprägt von gewaltigen Höhenunterschieden. Und lädt zu jeder Jahreszeit zum Wandern ein.

Mit dem neu erschienenen Tiroler Wanderbuch hat Hubert Gogl einen treuen Begleiter für das ganze Jahr geschrieben.

Gogl stammt aus St. Jodok und hat alle Touren selbst erkundet – natürlich auch vor seiner Haustür im Schmirntal, einem kleinen Paradies in unmittelbarer Nähe des wohl am meisten befahrenen Alpenübergangs. Das Buch überzeugt von Anfang an, sei es durch die schöne Bebilderung (fast ausschließlich vom Autor), die Kartenausschnitte oder die genauen Zeit- und Höhenangaben (die allerdings persönlich noch nicht in der Praxis erprobt wurden). Aber auch die Auswahl der über 100 Touren ist gelungen, den von allem und für alle ist etwas dabei: altbekannte Familienklassiker wie das Kranzhorn zum Auftakt , das beliebte Gasthaus Rauschbrunnen oberhalb Innsbrucks oder das Wiesle im Ötztal; ernstzunehmende Ganztagestouren wie Thaneller, Tschirgant oder Muttekopf; eine Rodeltour zur Kemater Alm oder eine reine Winterwanderung zu Walderalm oberhalb des Vomper Lochs.

Was hebt das Buch von den unzähligen bereits erschienen Tiroler Wanderführen ab? Nun, die jahreszeitliche Aufteilung ist wohl einzigartig und bietet eine gute Orientierungshilfe zur Frage „Wann eine Tour geht“. Ein praktisches Merkmal sind auch die Hinweise zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (in Kombination mit einer Öffi-App – der Verkehrsverbund Tirol ist Kooperationspartner). Ganz besonders gefällt mir die persönliche Note des Autors bei den Beschreibungen: immer wieder lässt er eine kurze Geschichte zur Herkunft von Namen, geschichtlichen Begebenheiten oder Brauchtümern einfließen. Ein schönes Wanderbuch!

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