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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde, Irmgard Gstettner:

Experiment Totale Überwachung

Going Zero von Anthony McCarten

Cy Baxters Firma FUSION hält einen enormen Aufwand an Überwachungsinstrumenten und -personal bereit, die nicht nur für Auslandsspionage, sondern auch zur Überwachung der amerikanischen Bürger durch den amerikanischenGeheimdienst von Interesse sind.
Um deren Wirksamkeit zu demonstrieren, wählt FUSION 10 Personen aus, denen 3 Millionen Dollar winken, wenn sie es schaffen, 30 Tage unauffindbar zu sein.

Eine junge Bibliothekarin erkennt in diesem Projekt die Chance, ihre eigenen Ziele zu verfolgen und entpuppt sich als umsichtige und kluge Teilnehmerin, die FUSION immer wieder täuschen kann.
Aber schafft sie es wirklich bis zum Ende der Frist und was sind ihre persönlichen Ziele?
Neben der spannenden Handlung bewegen die Leserin viele Fragen zum "gläsernen Menschen", Gesichtserkennung, Abschaffung des Bargeldverkehrs, Smart Homes, elektrische Geräte und ihre Verbindung mit dem Internet und so weiter.
Sind die Überwachungsmöglichkeiten auch bei uns schon so umfassend bzw. wann werden sie es sein?
Welche Möglichkeiten gibt es, ihnen zu entkommen?
Going Zero ist auch in diesem SInn ein empfehlenswertes und interessantes Buch.

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Das Anwesen und die Frauen

Männer sterben bei uns nicht von Annika Reich

In kunstvoller Weise flicht Annika Reich aus den assoziativen Erinnerungen der Ich-Erzählerin Luise die Geschichte von Frauen aus 3 Generationen, die auf einem prächtigen Anwesen zu Hause sind.
Männer spielen hier vordergründig keine Rolle bzw. sind nicht vorhanden.
Großmutter schaltet und waltet, verteilt ihre Zu- oder Abneigungen und bevorzugt Luise, die den glanzvollen Lebensstil und die Ansichten ihrer Großmutter zu teilen scheint.

Doch wer ist diese Großmutter wirklich und welchen Einfluss hatte sie auf Luises Leben und Beziehungen?
Welche Bilder wurden geschönt, aufrecht erhalten und vieviel wurde verschwiegen?
Wieviel Manipulation, Neid und Zurücksetzung stecken im Zusammenleben von Frauen und wie können sie sich wirklich davon befreien?
Das Buch ließ mich mit vielen Eindrücken und Selbstverweisen zurück.

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Wovon die Geschichte lebt

Wovon wir leben von Birgit Birnbacher

Anfangs las sich das Buch wie eine Fortsetzung von schon bekannten Aufarbeitungen der tragischen Geschichten ländlicher Existenzen.
Doch Birgit Birnbacher verknüpft diese durch die Rückkehr der erkrankten, ausgepowerten Krankenschwester in ihr Elternhaus in Innergebirg mit der Thematik der Arbeitslosigkeit, der Orientierungslosigkeit, der Familiengeschichte und der Geschlechterrollenproblematik.

Alles sehr bedrückend und es tut sich auch am Ende keine wirkliche Lösungsmöglichkeit auf.
Sensibel beobachtet und gut geschrieben lebt diese Geschichte von den feinen Beobachtungen der Natur und der Seelenlandschaften der Menschen.

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Mehr als eIne besondere Liebesgeschichte

Jahre mit Martha von Kordic Martin

Die besondere Liebesgeschichte vom 15jährigen Zèljko, der sich Jimmy nennt und aus einer kroatisch bosnischen Gastfamilie stammt und der 40jährigen Professorin Martha ist wunderbar zart erzählt, daneben erfährt man aber auch viel über die Unterschiede und die Kluft zwischen den Kulturen und sozialen Schichten.

Die Leichtigkeit und Zärtlichkeit , mit der Martin Kordić die handelnden Figuren und die Welten, in denen sie leben, beschreibt, hat mich tief berührt und ich kann dieses Buch wirklich sehr empfehlen.

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Leider noch nicht zu Ende gelesen

Utopia Avenue von David Mitchell

David Mitchell’s Erzählung des Aufstiegs einer Band im Großbritannien der Sixties hat mich anfangs etwas überfordert mit der Dichte der Darstellung der Charaktere, ihrer Lebensumstände und der prallen Szenerie der Musikwelt und ihres Aufbruchs in neue Dimensionen.
Als E-Musik Anhängerin fasziniert mich der Blick in die Weit des Rock ‘n’ Roll der 60er, die ich , außer den Beatles, nicht sehr intensiv wahrgenommen habe.

Da das Buch zu schwer zum Mitnehmen war, werde ich es gerne nach dem Urlaub zu Ende lesen.

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Das Eis von gestern schmilzt

Schmelzwasser von Patrick Tschan

Sehr vergnüglich und einfallsreich verwandeln drei mutige und selbstbestimmte Frauen unterstützt von einem Mann ein kleines Städtchen am Bodensee und seine Bewohner.
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg hält sich die Nazi-Ideologie noch in den Köpfen der Täter und Mitläufer und dem begegnen die Frauen mit schonungsloser Aufklärung und selbstbestimmtem Handeln, indem sie sich zusammenschließen und dem Frauenbild des 3.

Reiches konsequent eine Absage erteilen. Dabei gelingt ihnen sogar die "Umerziehung" verstockter Bürger.
Man wünscht sich, dass dieses märchenhafte Vorgehen in ganz Deutschland und Österreich Standard gewesen wäre.

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Rasante Story bis zur Buchmitte

Bekenntnisse eines Betrügers von Rahul Raina

Begegnung mit einem Unbekannten

Der große Fehler von Jonathan Lee

Obwohl man schon am Beginn des Buches von der Ermordung Andrew Hasewell Greens erfährt und die Motive des Täters im Dunklen liegen, ist die Aufklärung des Mordes nicht die Hauptintention des Buches von Jonathan Lee. Diesbezüglich muss man sich gedulden.
Dafür gelingt dem Autor eine faszinierende Beschreibung der Lebensgeschichte dieses Mannes, von dem ich noch nie gehört habe, der der Begründer Greater New Yorks ist, den Central Park geplant und angelegt, sowie bedeutende Gebäude der Stadt errichtet hat.

Dabei entsteht ein dichtes buntes Erzählgewebe vom Leben im New York des 19. Jahrhunderts, in das die Geschichten der Menschen, mit denen Green in Verbindung tritt eingeflochten sind.
Die Erzählstränge werden von Rückblicken unterbrochen oder von den Ermittlungen im Mordfall , doch wird immer wieder der Faden aufgenommen, der weitere Facetten der Persönlichkeit Greens und seiner Geschichte vertieft.
Ein Buch so ganz nach meinem Geschmack und ein großes Lesevergnügen, auch wenn ich die Lektüre mehrmals unterbrechen musste.

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Ein verstörendes Kapitel der slowenischen Zeitgeschichte

Du existierst nicht von Miha Mazzini

Im Zuge der Auflösung Jugoslawiens war der Krieg mit all seinen Schrecklichkeiten in meinem Fokus .
Dass es aber auch im jungen selbständigen Slowenien zu Nationalismus und Rassismus dieses Ausmaßes kam, war mir nicht bekannt.
In der Figur der jungen Mutter Zala entrollt sich die Tragik von Menschen, die, nicht informiert, versäumten, rechtzeitig die Staatsbürgerschaft des neuen selbständigen Sloweniens zu erweben.

Sie scheint in den staatlichen Institutionen nicht mehr auf und steht vor dem Nichts und einer drohenden Abschiebung.
Zusätzlich soll sie auch noch einwilligen, das Neugeborene zur Adoption frei zu geben.
An diesem Beispiel erzählt Miha Mazzini vom Schicksal von rund 26.000 Menschen, die in Slowenien leben, aber aus anderen Staaten Jugoslawiens stammen. Erkennbar sind sie an ihren Namen und man fragt sich, ob die mangelnde Information dieser Menschen Absicht war, um sie dann abschieben zu können.
Die geschilderte Brutalität der staatlichen Instituionen und ihrer Vertreter macht sprachlos.
Dieses Kapitel der Öffentlichkeit zugänglich zu machen ist das Verdienst des Autors.
Literarisch hat mich der Text weniger beeindruckt.

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Bedingungsloser Soldaten-Gehorsam

Das Dämmern der Welt von Werner Herzog

Werner Herzog schrieb ein großartiges und fesselndes Buch über den bedingungslos gehorsamen Soldaten Hiiro Onoda, der den Auftrag erhält, die kleine Insel Lapong vor der Bucht von Manila als Guerillakämpfer bis zur Wiederkehr der japanischen Verbände zu halten. Während die schon besiegen japanischen Soldaten fluchtartig Lapong verlassen, versucht Onoda die Befehle auszuführen und zieht sich, da nicht alle gelingen, in den Dschungel zurück.

In der Dämmerung des Urwalds und abgeschlossen von der Außenwelt führt er seinen Krieg 30Jahre lang weiter und wird zum perfekt an seine Umwelt angepassen, unsichtbaren Kämpfer.
In Herzogs drehbuchartigen, auch sehr poetischen und detaillierten Erzählweise rollen die Ereignisse wie in einem FIlm vor den Augen ab und werfen philosophische Fragen auf.
Dieses Buch hat mein Interesse, mehr über Japans Rolle im 2. Weltkrieg zu erfahren geweckt und nicht zuletzt auf weitere Bücher von Werner Herzog.

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