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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

Ergreifend!

Rote Kreuze von Sasha Filipenko

Wie erzählt man einem jungen Nachbarn sein Leben wenn man neunzig Jahre alt ist und an Alzheimer leidet? Tatjana Alexejewna versucht es und erzählt von London, wo sie geboren ist, von ihrem Vater, der immer unterwegs war und sie auch nach Moskau zurückgebracht hat, von Schule und Studium und von ihrer Arbeit beim Volkskommisariat für Auswertige Angelegenheiten in Minsk.

Sie erzählt auch von den Ängsten um ihren Mann, der in rumänische Gefangenschaft geraten war und von der Angst verhaftet zu werden und von dem Tag, als sie verhaftet wurde und ihr ihre sechsjährige Tochter weggenommen wurde. Von Verhören, Schlägen, brutalen Vergewaltigungen bis zum Zusammenbruch nach einem Versuch sich zu erhängen. Verurteilt zu fünfzehn Jahren. Das Ergreifendste an dem Buch ist die Aussage von Filipenko: jeden Morgen habe er beim Kaffeekochen Dokumente gelesen, die ihm das Blut in den Adern frieren ließen.

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Ein wunderbares Buch!

Der Sprung von Simone Lappert

Manu, eine eigenwillige junge Frau, von der man nur weiß dass Blumen ihre Leidenschaft sind, steht eines Tages auf dem Dach. Manu, die anders als alle anderen ist, die Blumenstöcke vor einem Gewitter rettete, die fünfmal den Rauswurf aus der Schule provozierte, die als sechsjährige auf das Dach gestiegen war, um mit einem Obstpflücker den Mond zu pflücken weil er schon reif war.

Bald drängt sich eine Menschenmenge vor dem Haus und wartet darauf dass sie herunterspringt.
Simone Lappert erzählt auf sehr subtile Weise Geschichten von Menschen aus dem Umfeld der Frau auf dem Dach. Geschichten, die Gefühle und Gedanken so verschmelzen dass man sich mitten im Geschehen glaubt. Ein wunderbares Buch.

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Faszinierend!

Der Riss von Hye-young Pyun

Wie kann sich ein Leben von einer Sekunde auf die nächste so dramatisch verändern? Wie es auseinanderfällt, einen Riss bekommt, wie es einfach schrumpft bis es sich in Nichts auflöst, erzählt Hye-Ýyoung Pyun auf unnachahmliche Weise.
Ogi, an den Folgen eines Autounfalls, erwacht völlig bewegungslos und zerschlagen aus seiner Bewusstlosigkeit.

Auf der Suche nach dem Geschehen versucht er sein ganzes Leben aufzuarbeiten, und hier zeigt sich das besondere Geschick der Autorin. Ihre manchmal sehr schlichten Formulierungen sind Auslöser ungeahnter Emotionen und man wird unweigerlich in einen Sog von Gefühlen von Schuld, Liebe, Hoffnung und viel mehr hineingezogen und das letale Ende war voraussehbar. Ich habe das Buch zweimal gelesen, es hat mich fasziniert und tief erschüttert.

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Manipulativ.

Der Stotterer von Charles Lewinsky

Mit erfundenen Geschichten versucht der Stotterer, der die Gefängnisbibliothek betreut, auf sich aufmerksam zu machen. Ob als Kapitän einer Fußballmanschaft, als Pilot, der nach Afrika flog um Elefanten zu retten, der auf einem Nashorn ritt und als göttliches Wesen verehrt wurde, der als Arzt Heilmittel erfand oder als Politiker mitreisende Reden hielt.

Er fand, in seinem Kopf sei immer Premiere. Er zeigt, wie man sein Leben durch Schreiben manipulieren kann.

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Wundervolle Geschichte!

Großmutters Haus von Thomas Sautner

Eine wundervolle Geschichte, die sich Thomas Sautner ausgedacht hat. Voll Humor, Spannung, ein bisschen Sinnlichkeit, manchmal mehr als ein bisschen Gras, oder was immer in diesem Märchenwald geraucht wurde. Eine hinreißende Großmutter und eine Enkelin, für die das Leben in Zukunft lebenswert sein wird.

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Nicht immer verständlich

Am Beispiel des Affen von Kumar Amitava

Mit mehr oder weniger erotischen Erinnerungen beginnt das Buch von Amitava Kumar und in einer nicht immer verständlichen Ausdrucksweise und mit unzähligen, kaum lesbaren Fußnoten werden Geschichten erzählt, die, wie man am Ende erfährt, nicht immer so gewesen sein müssen. Passend am Ende auch sein Wort von David Shields "Dies ist ein fiktives und zugleich nicht-fiktives Werk, ein von einem Dazwischen verfasstes Dazwischen.

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Spannender Thriller

Geisternächte von Mumot André

An einem Abend, einem der schönsten des Sommers, beginnt der Roman Geisternächte. Andre Mumot beschreibt diesen Abend in ungewöhnlich schöner Sprache so, dass man ihn fast fühlen kann, doch unversehens befindet man sich mitten in einem fragwürdigen Geschehen. Der Überfall auf einen jungen Mann aus der Homoszene ist der Auftakt.

Der Mord an einem kleinen Jungen, der tot auf einem Baum gefunden wird, Okkultismus, Exorzismus, Erpressung und Selbstmord folgen. Dem Autor ist es gelungen daraus einen spannenden Thriller zu mixen .

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Unbedingt lesen!

Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa

Agualusa erzählt die etwas bizarre Geschichte von Ludovica, die sich zu Beginn der Revolution in Angola in eine Wohnung einmauert, für dreißig Jahre. Aber nicht nur, er erzählt auch über die manchmal abstrusen Geschehnisse am Rande der Revolution auf eindringliche Weise und in prägnanten, kurzen Sätzen.

Trotzdem scheinen die Figuren, Tiere, Gerüche und Stimmungsbilder beim Lesen lebendig zu werden.
Ein außergewöhnliches Buch, das man unbedingt lesen sollte.

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Wilde Geschichte!

Der Abgrund in dir von Dennis Lehane

Es ist eine wilde Geschichte, die sich Lehane für Rachel Childs ausgedacht hat. Um den Namen ihres Vaters zu erfahren gibt es wilde Auseinandersetzungen mit der seelisch stark beschädigten Mutter. Sebastian, ihren ersten Ehemann, der allerdings sein Boot mehr liebt als sie, lernt sie beim Sender kennen, wo sie als Reporterin sehr gefragt ist.

Eine Panikattacke währen einer Sendung kostet sie ihren Job, und Panikattacken hindern sie mehr als eineinhalb Jahre ihre Wohnung zu verlassen, liebevoll betreut von Brian, Ehemann Nummer zwei, liebevoll und scheinbar reich, leider ein Betrüger, detto Freund Caleb, dessen Frau sich als Ex-Prostituierte herausstellt. Rachels Geschichte endet damit dass sie ihn erschießt, als er doch noch lebt schlägt sie ihn halb tot, holt sich seine ergaunerten Millionen und flieht mit ihm nach Kanada. Angeblich aus Liebe. Vielleicht ist es eher eine irre Geschichte.

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Eindrucksvoll!

Die Frau, die liebte von Lewis Janet

Das Landleben in Frankreich des 16.Jhdts. spiegelt sich in diesem Buch auf eindrucksvolle Weise wieder. Hier werden Kinder zum Erhalt ihres Reichtums vermählt, so wie Bertrande und Martin und sie leben mit ihrem Sohn auf dem Gehöft von Martins Vater, einem autoritären Patriarchen. Aus Angst vor ihm flieht Martin und kehrt erst nach acht Jahren zurück.

Alle scheinen glücklich darüber zu sein. Trotz aller stürmischen Gefühle, die Bertrande ihrem Mann entgegenbringt, zweifelt sie an seiner Identität und sorgt zwischen Hoffen und Bangen, dass sich das Gericht damit beschäftigt. So wird die Geschichte von Bertrande und Martin zu einem der berüchtigsten Rechtsfälle Frankreichs. Zweimal gelesen und noch immer fassungslos.

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