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Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

'Astrid Rosenfeld hat ein besonderes Talent, ihre zum Teil exzentrischen Figuren wunderbar zu zeichnen.'

Elsa ungeheuer von Rosenfeld Astrid

Karl ist neun, als sich seine Mutter umbringt. Er lebt mit seinem Bruder Lorenz eine ungewöhnliche Kindheit auf dem Lande in einem Haus, in dem die Haushälterin Frau Kratzler, der Dauergast Herr Murmelstein und ein Esel wohnen. Die Liebe zum wilden Mädchen Elsa verbindet die beiden Brüder. Beide verschlägt es in die Untiefen der Kunstwelt, wo sich Lorenz verliert und Karl nach einem Besuch bei Elsa sein Gleichgewicht wiederfindet.

Astrid Rosenfeld hat ein besonderes Talent, ihre zum Teil exzentrischen Figuren wunderbar zu zeichnen.

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Eine beunruhigende Geschichte über die scheinbar so gut funktionierenden Spielregeln des Zusammenlebens.

Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan

Ein schönes Anwesen am Strand von Maine ist Mittelpunkt der Familie Kelleher, die schon immer von ihren irischen Wurzeln besessen und mit dem Land und seiner Geschichte verbunden war. Alice, die 83-jährige Besitzerin hat drei Kinder. Kathleen, die Älteste, betreibt mit dem Gammler Arlo eine Wurmfarm in Kalifornien.

Maggie, ihre Tochter, hatte einen guten Job und war sehr vernünftig, aber wenn es um Männer ging, drehte sie durch. Über Chris, ihren Sohn, wurde nicht gesprochen. Clare ist mit Joe verheiratet und verkauft Devotionalien über das Internet. Sohn Ryan möchte gerne Sänger werden und hat alle Chancen. Patrick, sehr erfolgreich an der Börse, ist mit Ann Marie verheiratet. Beide sind versessen auf Status, Geld und ihre Wirkung auf andere. Ihre Kinder Patty, Fiona und Daniel sind schon erwachsen. Patty lebt in der Vorstadt, ist verheiratet und hat drei Kinder. Fiona ist in sozialen Hilfsprojekten in Afrika unterwegs und Daniel ist im Finanz- und Immobilienwesen.
Alice, immer noch attraktiv, herrschsüchtig und boshaft, bestimmt, wer den Sommer am Strand verbringen darf. Doch diesmal herrscht helle Aufregung, Alice hat den gesamten Besitz nach ihrem Tod der Kirche vermacht und denkt nicht daran, das Testament zu ändern, ist es doch für sie eine Art von Sühne, weil sie sich am Tod ihrer Schwester schuldig fühlt.
Eine beunruhigende Geschichte über die scheinbar so gut funktionierenden Spielregeln des Zusammenlebens.

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Ivana Bodrozic erzählt einfühlsam

Hotel Nirgendwo. von Bodrozic Ivana

Ein langersehnter Urlaub am Meer wird für ein neunjähriges Mädchen eine Reise ohne Wiederkehr. Ihre Heimatstadt Vukovar wird besetzt, ihre Familie vertrieben. Die Suche nach einer neuen Bleibe wird zu einer wahren Odyssee über 6 Jahre. Ist es kurzfristig die Verwandtschaft in Zadar, die sie aufnimmt, sind es später staatliche Unterkünfte, Wohnheime, leerstehende Wohnungen, die einfach besetzt werden und Hotels, die sich über Jahre als Bleibe anbieten, die sie mit Mutter und Bruder teilt, während der Vater verschollen ist.

Ivana Bodrozic erzählt einfühlsam die Geschichte aus der Perspektive eines pubertierenden Mädchens mit allen Facetten eines Teenagers, mit Leichtigkeit und ohne Sentimentalität. Und immer spürbar die Sorge um den verschollenen Vater und die Sehnsucht nach Vukovar.

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Gut komponiert und zumindest drei Viertel packend geschrieben

Der Sohn. von Durlacher Jessica

Die Tragödie einer jüdischen Familie, die ihren Ursprung schon zu NS-Zeiten hat. Die heile Welt einer gutbürgerlichen Familie gerät aus den Fugen, als ein Unbekannter sein Zerstörungswerk beginnt. Jessica Durlacher erzählt gekonnt die Geschichte einer Heimsuchung, die mit dem Tod des Vaters beginnt; Vergewaltigung, Einbruch, Zerstörung, Plünderung und rohe Gewalt folgen.

Von Anfang an ist klar, dass alles, was geschieht, nur aus der Vergangenheit resultiert und da niemand die Hintergründe kennt, Angst und Schrecken verbreitet. Der Sohn, ein Marine aus Amerika, macht schließlich dem Horror auf seine Weise ein Ende. Ein Brief aus dem Jahre 1942 macht die Geschehnisse erklärbar. Gut komponiert und zumindest drei Viertel packend geschrieben.

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Seine Monologe lesen sich durchaus amüsant, aber manchmal bleibt einem doch das Lachen im Hals stecken...

Er ist wieder da von Vermes Timur

In einer skurrilen Satire lässt Timur Vermes Adolf Hitler 2011 auf einem unbebauten Grundstück in Berlin wiederauferstehen, unversehrt und 56 Jahre alt. Auch wenn er nicht weiß, wie ihm geschieht, macht er als Hitler-Parodist Fernseh-Karriere, bekommt eine eigene Talkshow aus dem ?Führerquartier?.

Trotz aller Widerstände sehr erfolgreich. Seine Monologe lesen sich durchaus amüsant, aber manchmal bleibt einem doch das Lachen im Hals stecken.

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Die Stärke des Buches liegt für mich in seiner Leichtigkeit!

Polarrot von Patrick Tschan

Die Geschichte eines schlitzohrigen Toggenburger Bauernsohns auf dem Weg nach oben, unnachahmlich erzählt von Patrick Tschan. Seinen Arbeitsplatz in einem Luxushotel in St. Moritz verliert Jack Breiter nach dem ungeschickten Versuch, sich eine russische Millionärin zu angeln. Den Job als Vertreter für Senf und Kaffeeersatz gibt er auf, als ihm eine lukrative Stelle in einer Fabrik für textile Farbstoffe angeboten wird.

Sein Ehrgeiz macht ihn schließlich so erfolgreich, dass es ihm gelingt, den Nazis das Rot für Ihre Hakenkreuzfahnen zu verkaufen. Sein einträgliches Geschäft mit dem Schmuggel von Goldbarren fliegt auf, er wird verhaftet.
Nach zwei Jahren Gefängnis schafft er sich mit einem kleinen Bauernhaus im Jura sein eigenes Refugium, prädestiniert für seine nächsten Aktivitäten. Nun ist es nicht nur Wein, den er auf gefährlichen Schleichpfaden aus Frankreich über die Schweizer Grenze bringt, es sind vor allem Menschen.
Die Stärke des Buches liegt für mich in seiner Leichtigkeit, einfach die Beschreibung des Lebens als Folge von Unabwägbarkeiten.

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