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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Ewa Wiercinska:

Kurzzeitpsychotherapie auf 346 Seiten

Der Kolibri von Sandro Veronesi

In dem Buch „Der Kolibri“ beschäftigen wir uns mit den Höhen und Tiefen des einzigen Lebens von Dottore Marco Carrera. Für Sandro Veronesi ist die Psychoanalyse wie ein faszinierendes intellektuelles Abenteuer als  menschlicher Versuch, das Leben zu verstehen. Die Geschichte wird in Form von Sitzungen (Kapiteln) mit dem Einfallsreichtum der Psychoanalyse (Liebesbriefe, Tagebücher, Erinnerungen, Dialogen, sogar Bestandslisten) erzählt.

Vieles an diesem Roman wirkt für mein Geschmack zu sehr konstruiert und gewollt. So konnte mich diese Geschichte, und vor allem der Marco Carrera mit seiner Heulerei, nicht überzeugen.

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Französische me too

Rose Royal von Nicolas Mathieu

Wir steigen in eine Geschichte einer emotional abhängigen 50 jährigen Französin ein. Sie sucht nach ihrer Unabhängigkeit, die sie auch sicher stellen will. So wie berühmte Gabrielle Chanel gesagt hat „Frauen brauchen keine Gleichheit, sondern Unabhängigkeit“.
Die Story ist kurz, bündig.

High Ende hat klares Ziel.

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Das Andere ist ein Geschenk

Kalmann von Schmidt Joachim B.

Die wunderschöne, interessante, humorvolle Geschichte, die uns nach Nordisland führt. Unser Protagonist Kalmann hat ein unbeschwertes Leben, geprägt durch den Großvater und die Natur. Seine spezielle oder grundsätzliche andere „Art“ und Weise kann Besonderes sein.
Kalmann weiß, dass er Andersartig ist.

Das deutet auf besondere Befähigungen hin. Diese gilt für ihm es zu entdecken und situationsbedingt sinnvoll einzusetzen. Das macht das Buch spannend!
Joachim Schmid weckt tiefe Empathie für Kalmann´s Andersartigkeit und beschwört die Sehnsucht nach der Wildnis.
Einfach Genial!!

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Zu wenig für die Ewigkeit

Für die Ewigkeit von Helmut Krausser

Helmut Krausser erzählt die kurze Liebesgeschichte des deutschen Studenten Jörg Jäger in Südamerika 1902. Der junge Deutsche fällt dabei zu tief und bricht sich den Hals, nicht nur das Herz. Krausser will zu viel. Zu viel Ambition, zu viel Ehrgeiz und für mich zu wenig für die Ewigkeit......

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Warum verursacht der Mensch so viel Leid?

Ich bleibe hier von Marco Balzano

E

ine eindrucksvoll erzählte, sehr bewegende Familiengeschichte 1939-1950 in Graun im Vinschgau in Südtirol. Diese Zeiten waren turbulent für ganz Europa. Die Sprachen waren zu Rassenmerkmalen geworden. Die Diktatoren hatten sie in Waffen und Kriegserklärungen verwandelt.
Sehr gut recherchierte Erinnerungsliteratur

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soweit können die Zeit und das Tal gar nicht entfernt sein

Vom Land von Dominik Barta

Vom Land. Eine Mutter mit ihren Kindern. Theresia wolle ihre Kinder ja lieben – doch irgendwie schaffe sie es einfach nicht.

So sparsam geht Dominik Barta mit Wörtern auf rund 164 Seiten um. Eine Essenz. Er erzählt uns über die vielfältigen psychischen Folgen von der Erziehungsphilosophie (1934) der Ärztin Johanna Haarers.

Sie forderte die Mütter dazu auf, die Bedürfnisse ihrer Kleinkinder gezielt zu ignorieren. Sie sollten emotions- und bindungsarm werden. Übermäßige Zärtlichkeiten und Körperkontakte seien in jedem Fall zu vermeiden. Diese Erziehung wirkt bis heute nach. Auch in der Nachkriegszeit fanden sich Haarers Erziehungsratgeber noch in fast jedem Haushalt.

Wenn ganze Generationen systematisch dazu erzogen worden sind, keine Bindungen zu Anderen aufzubauen, wie kann eine Mutter es dann ihren Kindern oder Enkelkindern beibringen? ...

Prädikat: besonders wertvoll, mit pädagogischen Hintergrund, man ist beim Lesen sehr berührt

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Geschenk an die Nachgeborenen

Rote Kreuze von Sasha Filipenko

Sasha Filipenko erzählt die Geschichte einer schicksalshaften Begegnung, zwischen dem jungen Alexander und der alten Dame Tatjana, und der Annäherung zweier Generationen. Das Buch überzeugt nicht nur durch das grausamen Schicksal der gezeichneten Figuren. Es macht das Erzählen von Erinnerung und Vergangenheit transparent als einen dialogischen Prozess, in dem die Erinnerung in ihrer ganzen Vielstimmigkeit Platz hat.

Weil sich beide einander in ihrem Anderssein akzeptieren, entsteht eine große Nähe und enge Bindung.

„Rote Kreuze“ als Biographie der Angst aus der grausamen Stalin-Zeit und unserer Gegenwart. Angst von den Tieren-Menschen, die das Vergnügen an Folter haben, Angst von der Entmenschlichung, die sich von eine Sekunde auf die andere vollzieht, Angst wenn von dem Unglück nicht übrig bleibt, Angst die Menschlichkeit aufzugeben, Angst vor der Zukunft.......
Prädikat: sehr wertvoll, vorgeschlagen als Schulpflichtlektüre

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6 Sterne über den Ursprung des Bösen

Der Riss von Hye-young Pyun

Diese Geschichte entwickelt einen unglaublichen Sog, der einen selbst dann nicht loslässt, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Starke Sprache, starke Figuren, Spannung ... sehr Empfehlenswert

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Bücher sind eine Chance

Großmutters Haus von Thomas Sautner

Herr Sautner, danke für die großartige Romanfigur „Kristyna-Oma“.
Eine Oma, die man wie ein Gleichnis liest. Nie moralisiert. Die Enkelin begegnet in der Großmutter sich selbst und entdeckt die eigene innere Lebendigkeit, die zurück zu sich selbst führt. In „Großmutters Haus“ erzählt Sautner davon wie man aus dem geschützten Raum der Literatur ausbricht und sich gestattet, zu erleben, wovon Literatur erzählt.

Beim Lesen hat man Lust selber zu fabulieren.

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Autobiographisches Schreiben als Bildungsroman

Am Beispiel des Affen von Kumar Amitava

Eine literarische Geschichte des Einwanderers Kailash. Er stellt dem Leser sein Leben vor, aus zwei oft wechselnden Blickwinkeln: als junger, intellektueller Mann aus Indien, der neu in New York ankam um zu studieren und dann mit einem 20 jährigen Rückblick. Wir erfahren über sein Leben in einer US-Grad-Schule in NYC, in einem akademischen Umfeld, mit intelligenten belesenen Frauen, geprägt durch Einsamkeit, Liebe, Verliebtheit und Sex, die Sehnsucht nach Heimat, die Suche nach der eigenen Identität und die ständige Anstrengung sich einzufügen, während man zwei Kulturen überspannt.

Vieles liest sich gar nicht wie ein Roman. Seine intelektuelle Reise mit dem Anflug von Humor, Bildern, Fotos, Zeichnungen, Fußnoten, die akademisch oder persönlich sind, verleiht dem Buch eine neue Erzählform.

Sehr empfehlenswert.

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