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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von la_stellina:

Kein Krimi - eine spannende Lebensgeschichte

Der große Fehler von Jonathan Lee

Den Klappentext habe ich wohl etwas missinterpretiert, denn der klang für mich nach einem Krimi, wobei es sich beim Buch dann eher um eine Lebensgeschichte handelt. Die Story beginnt mit dem Mord an Andrew Green, woraufhin Inspector McClusty seine Ermittlungen aufnimmt und man nach und nach mehr über das Leben des Ermordeten erfährt.

Von seiner Kindheit in ärmlichen, bäuerlichen Verhältnissen bis über seine Zeit in Trinidad bis hin zu seiner Zeit in seiner Wahlheimat New York für die er im Laufe seines Lebens viel geleistet hat. So entspringt zB der Central Park oder die Öffentliche Bibliothek seinem Schaffen. Ziel seines Lebens war für Andrew Green den Sprung vom Bauernsohn zu einer gebildeten, angesehenen Persönlichkeit zu werden.
Der Schreibstil ist Anfangs aufgrund vieler Schachtelsätze etwas gewöhnungsbedürftig, nach ein paar Kapiteln kommt man aber dann in einen Lesefluss. Zu Beginn des Buches war mir nicht klar, dass es sich bei Andrew Green um eine reale Persönlichkeit handelte, über deren Leben der Autor nun dieses Werk verfasst hat, um ihn aus der Vergessenheit zu holen. Nachdem ich einen Krimi erwartet hatte, wurde die Story dann spannend für mich, als ich feststellte, dass historische Fakten rund um Andrew Green im Buch verarbeitet wurden. Und ich es sehr bemerkenswert fand, was er in seinem Leben für New York geleistet hat. Sollte ich je nach NY reisen, werde ich auf alle Fälle in der Stadt Ausschau nach seinen Spuren halten.

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Etwas (N)ostalgie und viel Spannung

Im Schatten der Wende von Frank Goldammer

Frank Goldammer lässt seine Geschichte "Im Schatten der Wende" in Dresden, in der DDR spielen.
Das Buch gliedert sich in zwei Teile, einen vor und einen nach der Wende. Der Leser lernt zuerst Tobias Falck, einen jungen Polizisten kennen, der zunächst sehr regimetreu agiert und versucht nicht aufzufallen und seine Befehle bestmöglich auszuführen.

Als er mit verdeckten Ermittlungen bezüglich der Belästigung von Frauen betraut wird, steckt er schneller als er sich versieht, in einem Mordfall und kommt auch mit regimekritischen Personen in Kontakt.
Eine wirklich gelungene und vor allem auch sehr spannende Story, in der man die (n)ostalgische Stimmung auch beim Lesen verspürt. Man bekommt als Leser auch mit, wie sich der Charakter Tobias Falck mit den Geschehnissen in der DDR auseinandersetzt und er dem Ganzen zum Schluss auch kritischer gegenübersteht und mehr hinterfragt und sich auch seine eigene Meinung gegenüber seinem Chef zu vertreten traut, ohne Angst vor Repressalien zu haben.
Definitiv eine sehr lesenswerte Story mit geschichtlichen Bezügen zur DDR. Ich würde mir wünschen, dass Frank Goldammer bald eine Fortsetzung zum Ermittler-Team rund um Falck veröffentlicht.

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Leben oder sterben?

Ende in Sicht von Ronja von Rönne

Hella und Juli, über 50 und noch keine 20 Jahre alt, haben beide mit ihren Leben abgeschlossen. Als Juli von einer Brücke vor Hellas Auto springt, als diese auf dem Weg in die Schweiz ist, um ihrem Leben ein selbst bestimmtes Ende zu bereiten, kreuzen sich ihre beiden Wege.
Hella eine ehemalige Schlagersängerin, die sich nicht mehr gewollt und gebraucht fühlt und Juli, die von zu Hause ausgebüxt ist und ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Alleinerziehenden Vater hat, begeben sich auf eine Art Road-Trip, auf dem sie sich immer besser kennenlernen und sich gegenseitig Mut zusprechen.

Ronja von Rönne die ihr eigenes Buch auch liest, tut dies mit ruhiger und angenehmer Stimme.
Gehört habe ich das Hörbuch, im Auto, auf meinem Arbeitsweg und es hat mich sehr gut unterhalten, wobei ich sagen muss, dass es durchaus die eine oder andere Länge hatte. Kurz vor Ende wird es nochmal so richtig spannend.

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Ein Manifest für alle

Misfits von Michaela Coel

Bei "Misfits" handelt es sich um eine Rede, die von der britischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Michaela Coel im Rahmen des Edinburgh TV Festivals bei der MacTaggart Lectures gehalten und im nachhinein noch ergänzt, wurde.

Der Leser erfährt Einiges über die Tochter ghanaischer Einwanderer, die seit jeher in sämtlichen Bereichen wie Schule, Freizeit, während der Schauspielausbildung etc.

Außenseiterin ist. Auch erlebt sie immer wieder rassistische Äußerungen ihrer Mitmenschen, da sie aufgrund ihrer Hautfarbe aus sämtlichen Gruppen in denen sie sich bewegt heraussticht. Diese Äußerungen werden zwar immer wieder zurückgenommen doch Michaela beginnt sich zu wehren und dreht den Spieß um und spricht die Missstände in ihrem Umfeld offen an, ohne Rücksicht darauf, ob dies für sie künftig mit Nachteilen verbunden ist.

Genau dazu versucht sie auch den Lesenden zu ermutigen. Einzustehen für die Werte die man vertritt, ohne an mögliche damit verbundene nachteilige Konsequenzen zu denken, denn nur so könne das System aufgebrochen und auch neue Herangehens- und Sichtweisen berücksichtigt werden.

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Eine Familiengeschichte zwischen Ost- und Westdeutschland

Die Enkelin von Schlink Bernhard

Wie kann es sein, dass zwei Menschen ihr ganzes Leben miteinander verbringen und einer der beiden die ganze Zeit über ein Geheimnis mit sich trägt, das ihn zerfrisst? Dass es genauso gewesen sein muss, zwischen ihm und seiner Frau Birgit muss Kaspar auf schmerzhafte Weise, nach Birgits Tod feststellen, als er aus ihren Unterlagen und Aufzeichnungen erfährt, dass sie im Osten, kurz vor ihrer Flucht zu ihm in den Westen, eine Tochter zur Welt gebracht hatte.

Nach Birgits Tod beschließt Kaspar nun das zu Ende zu bringen, was Birgit sich zwar gewünscht, aber nie fertig gebracht hatte: er sucht die Tochter und findet diese in einer völkischen Gemeinschaft im Osten. Und nicht nur das, er versucht zu deren Tochter Sigrun ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und sie mittels Musik und Kultur etwas weltoffener zu machen. Wahrlich keine leichte Aufgabe für Kaspar.
Bernhard Schlink schildert in dieser Familiengeschichte, die sich in Ost- und Westdeutschland abspielt, auf sehr eindringliche Weise warum sich Menschen völkischen oder rechten Gruppierungen anschließen und welche Weltbilder sie haben bzw. wie die Kinder in diesen Gruppen aufwachsen und die Welt sehen. Und dass es zwar nicht einfach ist, gegen die "Argumente" des Elternhauses anzukommen, aber dennoch wichtig ist, es zumindest zu versuchen. Definitiv eine Thematik mit der man sich sonst nicht beschäftigt und über die man sich eher wenig Gedanken macht. Somit also eine klare Leseempfehlung für alle die an dem Thema Ost-/West bzw. dem Lebensalltag in rechten Gruppierungen und völkischen Gemeinschaften interessiert sind.

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Einblicke in eine zerrissene Familie

Wenn ich wiederkomme von Marco Balzano

Marco Balzano erzählt auf 320 Seiten die Geschichte von Daniela und ihrer rumänischen Familie. Als sie eines Tages beschließt diese zu verlassen um in Italien als Pflegekraft ältere Menschen zu betreuen und ihrer Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, beginnen für die zurückgebliebenen die Probleme und Veränderungen, die mit dem Weggang der Mutter und Ehefrau verbunden sind.

Besonders tragisch und einschneidend ist der Weggang für ihren Sohn.
Marco Balzano erzählt in diesem einfühlsamen Roman insgesamt aus drei Erzählperspektiven: der des Sohnes, der Mutter und zum Schluss aus der der Tochter. Besonders durch diese drei Perspektiven kann man sich als LeserIn besonders gut in die Erzählenden einfühlen und ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Insgesamt eine sehr kurzweilige und interessante Geschichte, die viele Menschen betrifft. Es macht all jene sichtbar, die sonst in unserer Gesellschaft oft unsichtbar sind, nämlich Pflege- und Betreuungspersonen, die ihre Familie verlassen um bei uns bzw. in Europa ältere Menschen rund um die Uhr zu betreuen und an ihre psychischen und physischen Grenzen gehen.

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Wahre Fälle unterhaltsam aufbereitet

In allen Punkten von Helmut Wlasak

Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Buch aufgrund des etwas düster anmutenden Covers. Auf den ersten Blick dachte ich, dass es sich um einen Thriller handelt. Nach Lektüre der Leseprobe war mir klar, dieses Buch muss ich unbedingt lesen. In 30 Kurzgeschichten auf 250 Seiten bringt der Autor Helmut Wlasak, Gendarmeriebeamter und Strafrichter in zahlreichen Mord- und Totschlags, Drogen-, Wirtschafts- und Dschihadistenprozessen, dem Leser die Hintergründe und Beweggründe für die begangenen Delikte näher.

Bei den Schilderungen liegt der Fokus des Autors auf der Tat und dem anschließenden Prozess, nicht auf der Vergangenheit bzw. Vorgeschichte des Täters oder dessen Persönlichkeit.

Vom Gartenzwergdiebstahl über Drogen schmuggelnde Großmütter bis zu Morden, werden auch skurrile Fälle werden geschildert.

Obwohl es sich bei den geschilderten Fällen um wahre Begebenheiten handelt, ist der Schreibstil sehr locker und zum Teil auch amüsant. Weiters ist zu erwähnen, dass keinerlei Grausamkeiten oder Gräueltaten en Detail geschildert werden und man den Eindruck hat, der Autor ist bei seinen Schilderungen voll Verständnis und Empathie für die Angeklagten, die zum Teil doch aus Verblendung, Verwirrtheit oder falschen Hoffnungen gehandelt haben.

Empfehlenswert ist das Buch für Personen, die gerne Krimi-Kurzgeschichten lesen, die auf wahren Fällen beruhen und auf die detailreiche Schilderung von Gräueltaten nicht jedoch auf einen erheblichen Unterhaltungsfaktor verzichten möchten.

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Die Sommerlektüre 2021

Erben wollen sie alle von Tessa Hennig

Das Cover gefällt mir sehr gut, allerdings hätte es aufgrund des Handlungsort es Mallorca durchaus etwas heller und farbenfroher gestaltet sein. Tesssa Henning ist mit "Erben wollen sie alle" ein einfühlsamer und humorvoller Mallorca-Roman gelungen. Er handelt von Bianca, die sich im fortgeschrittenen Alter, nun endlich wieder verliebt hat.

In Wolfgang, der um einige Jahre jünger ist als sie. Als ihre Familie Wind davon bekommt, dass Bianca nun ihre Villa auf Mallorca verkaufen will um mit Wolfgang um die Welt zu segeln, sind selbst Biancas Kinder, die sich sonst eher selten bei ihr melden, sofort zur Stelle. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion reisen sie auf die Insel um den neuen Lebensgefährten ihrer Mutter der Heiratsschwindlerei zu überführen. Auch Luisa die Enkeltochter Biancas erlebt auf der Insel das ein oder andere Abenteuer und zu guter Letzt ist nun doch nicht alles so wie es scheint. Gefallen hat mir der angenehm zu lesende Schreibstil Tessa Hennings. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite von der Geschichte gefangen. Die Charaktere waren mir durchwegs sympathisch und die Handlung schlüssig. Kurz zusammengefasst, eine lockere, leichte Lektüre für heiße Sommertage und die ideale Einstimmung auf den Sommerurlaub.

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Interessanter Erzählstil

Die Beichte einer Nacht von Marianne Philips

Helen erzählt einer Nachtschwester in der Psychiatrie in einer Nachtschicht ihre gesamte Lebensgeschichte. Sie erzählt von ihrer Kindheit und dem Aufwachsen in einer ärmlichen, protestantischen Familie. Sie schildert wie beschwerlich der Alltag ihrer Mutter war, die sich um den bettlägerigen Vater kümmert, arbeiten gehen muss und Helen sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern muss.

Ihre Jugendjahre sind geprägt von der Abhängigkeit von Männern. Zuerst von einer Jugendliebe der sie in die Stadt folgt um dort als Verkäuferin zu arbeiten. Danach in ihrer Ehe, die ebenfalls nicht glücklich verläuft. Danach lernt sie Hannes kennen, einen um einige Jahre jüngeren Lehrer. Sie wohnt mit ihm und ihrer jüngeren Schwester Lientje zusammen. Doch auch dieses Zusammenleben der Drei verläuft nur in den ersten Jahren harmonisch, denn dann nimmt Helens Eifersucht immer schlimmere Züge an.
Im Nachwort erfährt man in welcher Zeit das Buch von Marianne Philips geschrieben wurde, 1930. Es liest sich dennoch wie eine Geschichte, die in der heutigen Zeit genauso passiert sein könnte, denn die Themen die sie behandelt, sind nach wie vor aktuell. Es ist daher wenig überraschend, dass der Roman damals eher wenig Anklang fand, denn Marianne Philips war als Schriftstellerin und Politikerin, ihrer Zeit schlichtweg voraus. Durch die Erzählweise, also Helens Monolog, hat das Buch meiner Meinung einige Längen. Die im Buch angesprochenen Themen, die Informationen über die damaligen Lebensumstände und die Art der Erzählung sind meines Erachtens sehr interessant und im Großen und Ganzen auch unterhaltsam.

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Der Metzger hat leider nicht ganz überzeugt

Die Djurkovic und ihr Metzger von Thomas Raab

Willibald Adrian Metzger wird von seiner Danjela vorm Traualtar im Salettl vom Dornhauer vor versammelter Verwandtschaft stehengelassen. Ganz klar, dass dies den etwas schrulligen und eher zurückgezogenen Restaurator aus der Bahn wirft. Zudem scheint seine Danjela nicht die gewesen zu sein, für die sie sich ausgegeben hat, denn nach und nach werden immer mehr Details zu ihrer Vergangenheit bekannt, die den Metzger zusehends unruhiger machen.

Die Handlung war trotz der an sich ja abwechslungsreichen und rasanten Geschehnisse irgendwie gebremst. Leider habe ich noch nicht herausgefunden woran es lag, aber das Buch hat mich einfach nicht gepackt. Es war mehr ein dahinplätschern der Handlung, ab und an unterbrochen von Funkprotokollen, die man während des Lesens noch nicht zuordnen konnte. Erst zum Ende hin, erfuhr man was es damit auf sich hat und wie sie sich in die Geschichte einfügen. Für mich kam auch der sonst eher eigentümliche Humor des Willibald Adrian in diesem Buch zu kurz. Daher dieser Teil der Reihe für mich leider nur mittelmäßiges Lesevergnügen - schade!

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