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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sago:

Auch Zombies sind nur Menschen

Relight My Fire von C. K. McDonnell

Die Stranger Times und ihre skurrilen Nicht-Nachrichten gehen in die vierte Runde und der Spaß hört glücklicherweise nicht auf. Das unglaublich originelle Redaktionsteam ist wohl jedem ans Herz gewachsen. Ich hoffe, ich verrate nicht zu viel, wenn ich schreibe, das McDonnell nun auch noch den ungewöhnlichsten und gleichzeitig liebenswertesten Ghul der Literaturgeschichte einführt.

Die vielen Handlungstränge um Stella als Studentin, verschwundene Leichen, grabende Gnome und Geheimnisse um tote Prominente (um nur einige zu nennen) sollte man selbst gelesen haben. Wortwitz- und dialogtechnisch läuft der Autor ein weiteres Mal zu überwätigender Form auf.

Und nach dem grandiosen Finale kann man sicher sein: Auch wenn der Fall gelöst wurde, bleiben genügend Steilvorlagen für künftige Bände übrig. Und darauf freue ich mich jetzt schon!

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Klein und Groß

Mein Sachen suchen Wimmelbuch: Tiere und ihre Kinder von Susanne Gernhäuser

Es macht Kindern ab zwei Jahren immer wieder Spaß, in den beliebten Wimmelbüchern dem Auftrag "Sachen suchen" nachzukommen. Diesmal geht es um Tiere und ihre Nachkommen. Diese sind zum einen wunderbar vielfältig gestaltet. Neben den klassischen Bauernhof-Tieren auf dem Cover lernt man beispielsweise auch Tiere vom Nordpol, aus der Steppe, aus dem Dschungel und Wasserbewohner kennen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass es auch eher unbekannte Tiere zu entdecken gibt. Außerdem weiß die Gestaltung wieder mal zu punkten. Die Darstellung der Tiere ist gleichzeitig realistisch, aber auch, vor allem was die Tierkinder angeht, absolut süß. Ein Merkmal der Reihe sind ja die Klappen, hinter denen man Zusätzliches entdecken kann. Diese finden sich natürlich auch hier. Die robuste Gestaltung ist auch für die ganz Kleinen bestens geeignet.

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Kaltes schwarzes Herz

When The Moon Hatched von Sarah A. Parker

Wieder mal ein Buch, das ich so unbedingt mögen wollte. Weil es so hübsch aussieht, Drachen beherbergt und ich dicke Wälzer einfach liebe. Und zunächst fand ich auch die Idee mit den Drachen, die zu Monden versteinern, zwar etwas unausgereift, aber trotzdem originell, ebenso wie ein paar andere Ansätze des Worldbuildings.

Die Protagonistin Raeve, die von sich selbst sagt, sie habe ein kaltes schwarzes Herz und das Töten als Assassinin genießt, konnte nicht gerade viele Sympathiepunkte sammeln, aber das Geheimnis ihrer Vergangenheit, das sich in eingestreuten Tagebucheintragungen erschließt, nachdem sie auf König Kaan getroffen ist, faszinierte mich doch. Leider zerfaserte die Geschichte der beiden nach der Hälfte immer mehr zugunsten muskulöser Oberschenkel, die sich bei jedem Schritt straffen, expliziten Sexszenen, die zumindest meinen Geschmack nicht trafen, Sätzen aus ein bis drei Worten ähnlichen Inhalts und Wendungen wie "ganz die schattendurchdrungene Bestie im besten Mannesalter", "Ich öffne den Mund. Schließe ihn. Öffne ihn wieder... Mein Mund klappt auf und ich falle auf die Knie."..."wie der schimmernde Hieb einer Klinge, die ins Herz trifft und das Herz bluten lässt, das so begierig für sie pumpt."
Der Roman ist aus Raeves und Kaans Sicht erzählt. Daneben treten die Perspektiven von Kaans Schwester Veya und einer weiteren Nebenfigur, die eigentlich wenig beitragen. Veyas Erzählstimme ist so austauschbar mit Raeves, dass man sie ohne die Kennzeichnung am Kapitelbeginn nicht bemerkt hätte.
Hier haben die Drachen auf ihren Flügen wirklich ganz viel Luft nach oben gelassen!

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Meisterin des Abschieds

Die unendliche Reise der Aubry Tourvel von Douglas Westerbeke

"Manche Dinge überlebt man am besten, dachte Aubry, indem man nicht versucht, sie zu verstehen."

Mit zehn Jahren wird die Französin Aubry plötzlich von einer rätselhaften Krankheit heimgesucht, die es ihr unmöglich macht, länger als ein paar Tage am gleichen Ort zu bleiben.

Alles was sie kennt, muss sie zurücklassen. Und so beginnt eine rastlose Reise mehrfach um die Welt, in der Aubry nur in einer rätselhaften, aus der Zeit gefallenen Bibliothek voller Bildergeschichten und bei zwangsläufig flüchtig bleibenden Begegnung mit verschiedenen Männern Momente der Ruhe findet. Denn diese "umgekehrte Seekrankheit", bei der nicht die Bewegung, sondern der Stillstand Übles bringt, treibt sie immer weiter.

Die Geschichte hat mich stark an den Ahasverus-Mythos erinnert, auch wenn Aubry anders als Ahasverus sterblich bleibt. Die ungewöhnliche Grundidee hat in ihrer gekonnten Umsetzung eine starke Faszination auf mich ausgeübt. Dennoch fehlte mir das letzte Funkeln, eigentlich das Warum und Wie. Hier blieb einfach zu viel im Ungewissen und auch Aubry selbst immer etwas fern wie ein vorbeiziehender Komet, an den man sich allerdings dennoch lange erinnern wird.

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Imitiere die Natur

Zimmerpflanzenliebe von Antonia Hartwich

"Zimmerpflanzenliebe" ist ein informativer Ratgeber über die erfolgreiche Kultivierung von Zimmerpflanzen. Der Schwerpunkt wird dabei ganz eindeutig auf die Darstellung einzelner Zimmerpflanzen in einem Portrait gelegt, wobei der Fokus auf Blattschmuckpflanzen liegt. Einem weitaus kleineren Teil nehmen blühende Zimmerpflanzen, fleischfressende Pflanzen, Kakteen und Sukkulenten ein.

Zu Beginn gibt es eine Einführung zu den Basics der Zimmerpflanzenpflege. Es gilt, die Bedingungen unter denen die Pflanzen in der Natur leben, möglichst optimal zu Hause nachzuahmen. Das leuchtet unmittelbar ein.

Das Buch legt Wert auf eine moderne Gestaltung. Die Autorin verwendet dabei auch einige überraschende Anglizismen (z.B. plant babies für Jungpflanzen) die für mich den Lesefluss eher etwas gestört haben. Als Landschaftsgärtnerin versteht sie ihr Handwerker, dennoch hätte es mir gefallen, wenn sie auf einigen Fotos zugunsten der Pflanzen eher in den Hintergrund getreten wäre.

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Wenn der Himmel aufreißt

To Gaze Upon Wicked Gods – Falsche Götter (Collector’s Edition) von Molly X. Chang

"Man musste nicht sterben, um zu leiden. Manchmal war zu leben ein weitaus schlimmeres Schicksal."

Ruying lebt in einer Welt, die dem Alten China nachempfunden ist und in der es Magiebegabte wie Ruying gibt. Als aber der Himmel aufreißt und aus einer Welt der Wissenschaft die Römer Ruyings Volk mit Hilfe einer Droge unterjochen, wird Ruying entführt.

Um ihre Familie zu schützen, lässt sich Ruying vom römischen Prinzen Antonius zwingen, ihre magische Gabe für dessen Zwecke einzusetzen . Doch damit wird sie zur Attentäterin, denn ihre Gabe bringt den Tod. Trotz der Umstände wächst zwischen Ruying und Antonius schon bald die gegenseitige Anziehung...

Der Kampf einen wissenschaftlich hoch entwickelten Volkes gegen ein magisch begabtes wirft spannende Fragen auf, die allerdings allzu schnell beantwortet sind. Stattdessen konzentriert sich die Geschichte relativ flott sehr stark auf die Dynamik zwischen Ruying und Antonius. Das ist einerseits faszinierend. Andererseits finde ich es wirklich bedenklich, dass Ruying Gefühle für einen Mann entwickelt, der sie anfangs mit einem Elektroschock diszipliniert und zulässt, dass sein Diener dies lange fortsetzt. Und das ist eigentlich nur die Spitze des Eisberges.

Da dies der erste Band einer Trilogie und noch nicht abzusehen ist, ob mich die weitere Entwicklung zwischen Ruying und Antonius überzeugen wird, fällt mir eine abschließende Beurteilung schwer. Die Science Fantasy Story mit Anklängen an aktuelle Ressourcenprobleme der Erde hat jedenfalls definitiv Potenzial.

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Kaleidoskop der Möglichkeiten

Ehemänner von Holly Gramazio

"Eigentlich war ihr Daten unmöglich erschienen, wie ein Zahnarztbesuch, nachdem man sein Gebiss jahrelang vernachlässigt hatte. Wer wusste, welche Schäden, wie viel Schwund zum Vorschein kamen, welche Kosten das zu Folge hätte, wie ungeeignet sie vielleicht für eine Beziehung war? Ein paarmal hatte sie angefangen, ein Profil auf einer App einzurichten, es dann aber wieder aufgegeben.

Es schreckte sie ab, dass sie entscheiden musste, wer sie sein sollte und wonach sie eigentlich suchte."
Laurens Singledasein scheint ein jähes Ende zu nehmen, als ihr Dachboden plötzlich einen Mann ausspuckt, der behauptet, ihr Ehemann zu sein. Doch damit nicht genug. Geht der Mann zurück auf den Dachboden, erscheint immer wieder ein neuer Ehemann. Und mit jedem neuen Ehemann passt sich auch Lauren und die gesamte Realität entsprechend an. Wie das Mosaikbild auf dem Buchcover, sieht sich Lauren mit einem scheinbar endlosen Kaleidoskop der Möglichkeiten konfrontiert. Aber wird das tatsächlich immer so weiter gehen? Und wann weiß man eigentlich, dass man den Richtigen gefunden hat? Gibt es noch andere Personen, denen es so geht wie Lauren und könnte sie selbst über den Dachboden auch das Leben wechseln?

Ich kann mich gar nicht erinnern, wann mich ein Roman zuletzt in einen derartigen Leserausch versetzt hat. Umso erstaunlicher, da ich sonst keine Beziehungsliteratur lese. Die Autorin spielt auf ebenso unterhaltsame wie scharfsichtige Weise mit den Herausforderungen der heutigen Partnersuche. Trotz der Flut von Ehemännern gibt es immer weitere originelle Einfälle, mit denen die
Handlung voran- und auf die Spitze getrieben wird, bis hin zum absolut geglückten Ende.

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Licht oder Dunkelheit

Dark Heir von C.S. Pacat

"All diese Monate, die er auf Kerzen gestarrt hatte, während sich das Licht geweigert hatte, auf ihn zu reagieren. Dabei hätte er einfach nur in die Dunjelheit treten müssen."

Licht oder Dunkelheit, wofür wird Will Kempen sich entscheiden? Noch wissen seine Gefährten nicht einmal, dass er die Wiedergeburt des gefährlichen Dunklen Königs ist.

Dabei ist es doch das Ziel seiner Vertrauten, dessen Rückkehr zu verhindern. Während zwischen Will und dem mächtigen James St. Clair die gegenseitige Anziehung wächst, soll eine Reise nach Italien helfen, den Dunklen König aufzuhalten. Doch da wird Violet entführt und zudem kehrt ein mächtiger Kämpfer aus der Vergangenheit, der Will Rache geschworen hat, ausgerechnet im Körper einer anderen wohlbekannten Frau zurück....

C.S. Pacat versteht es erneut meisterlich, eine Geschichte zu erzählen, die ebenso originell wie düster ist und sich zum Ende hin derartig zuspitzt, dass man wie bereits nach dem ersten Teil unbedingt weiterlesen möchte. Die Schilderung der Anziehung zwischen Will und James weiß zu überzeugen, ebenso wie Wills Kampf gegen sein dunkles Erbe.

Das einzige Manko des Buches ist leider, dass Pacat den Protagonistinnen nicht das gleiche Interesse entgegenbringt. Violet, die starke Löwin aus Dark Rise, gerät hier handlungstechnisch ins Abseits, weswegen sie und Cyprian sich kaum näher kömmen. Und dass sich ein Held der alten Welt ausgerechnet in einem Frauenkörper wiederfindet, bietet zwar Stoff für witzige Szenen, nimmt aber gleichzeitig eine Chance für ein wenig Ausgewogenheit.

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Zurück im Land hinter den Winden

Die Seelenpferde von Ventusia, Band 3 - Sturmmädchen von Jennifer Benkau

Noch immer müssen in unserer Welt Mädchen aufgespürt werden, die eigentlich aus Ventusia stammen, um es zu retten. In diesem dritten Teil der Reise geht es nach Frankreich, wo Sophie weder mit ihrer fordernden Adoptivmutter noch mit der wenig pferdefreundlichen Reiterei in ihrer Reitschule klarkommt.

Bald geht es nach Ventusia, wo sich einige Motive wie das kurze Wiedersehen mit den eigentlichen Eltern nun zwangsläufig wiederholen. Von Beginn an gibt es dort Spannungen mit Nikolan und Sophie war mir in ihrer patzigen Art nicht immer sympathisch. Die Entdeckung ihres Seelenpferdes fand ich persönlich sehr schade, weil sie zu Lasten eines anderen liebgewonnenen Figur ging. Ich bin gespannt, ob es im nächsten und wahrscheinlich abschließenden Band eine Erklärung geben wird, warum diese Entwicklung notwendig war.

Sehr gut gefallen haben mir vor allem wieder Fiona und Nikolan, die Pferdekenntnis der Autorin, die überall durchschimmert, ihr Engagement für pferdefreundliches Reiten und die Verbindung von Pferden und Magie. Mit großen Schritten geht es nun auf das große Rennen zu, das Ventusia retten soll und es hat mich überzeugt, wie Jennifer Benkau durch einen Plottwist die Handlung an dieser Stelle vorangebracht hat.

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Tässchen Blut gefällig?

A Tempest of Tea von Hafsah Faizal

"Aber irgendwie hatte es etwas, ein Mädchen, das doch eigentlich alles über jeden wusste, und ein Junge, noch geheimnisvoller als der Mond."

Auch diese Geschichte hat etwas, auch wenn es lange gedauert hat, bis die Stärken ans Licht kamen. Die Autorin nimmt sich zunächst sehr viel Zeit, ihre fünf Hauptprotagonisten einzuführen, jedoch leider ohne dass man ihnen wirklich nahe kommt Das gilt sogar für Arthie, Jin und Flick, deren Perspektiven wir direkt folgen.

Das Land Ettenia und Arthies Teehaus Spindrift, das sich nachts in ein Bluthaus für Vampire verwandelt, sind vielversprechend. Das Spindrift wird bedroht und um es zu retten, muss Arthie gemeinsam mit ihrem Wahlbruder Jin, der Fälscherin Flick, dem Gardisten Laith und Vampir Matteo ausgerechnet ins Hauptquartier der Vampire einbrechen, um ein Kassenbuch zu stehlen. Das fand ich arg konstruiert und auch die Planungen zogen sich ebenso wie das tatsächliche Eindringen, bei dem die angeblichen Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet nicht gerade glänzten. Vor allem mit den Protagonistinnen Arthie und Flick konnte ich kaum warm werden. Jin, Matteo und Laith, der Extrapunke für seine Katze erntete, konnten mich mehr überzeugen.
Im letzten Teil des Buches zündete die Autorin dann ein wahres Feuerwerk an Ideen und Twists, die ich nur teilweise voraussehen konnte. Das lässt für den zweiten Teil der Dilogiie hoffen, denn an interessanten Grundideen wie auch das Rätsel um die entführten Vampire mangelte es nicht.

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