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Rezensionen von Furbaby_Mom:

Gelebter DDR-Alltag aus Sicht dreier junger Frauen

Die Freundinnen vom Strandbad von Julie Heiland

"»Es ist die Liebe, egal ob romantisch, familiär, freundschaftlich oder auch religiös, die dem Leben einen Sinn gibt.«"
Da es noch gar nicht lange her ist, dass ich ein anderes, ebenfalls bei Ullstein erschienenes Werk der Autorin begeistert verschlungen habe (ihre mitreißende Romanbiografie "Diana - Königin der Herzen"), freute ich mich riesig, als ich den Auftakt der Müggelsee-Saga entdeckte - zumal die Geschichte in meiner alten Heimat spielt und daher ohnehin ein Must-Read für mich gewesen wäre.

Dass nun solch eine wunderbare Erzählerin wie Julie Heiland mit ihrem feinsinnig-emotionalen, fesselnden Schreibstil die Story um die drei Freundinnen Martha, Betty und Clara zum Leben erweckt, war sozusagen die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.
Meine Oma pflegte immer zu sagen "Drei sind einer zu viel", allerdings könnte dieser Spruch im Hinblick auf die sympathischen Hauptfiguren kaum weiter von der Wahrheit entfernt sein: So unterschiedlich die Mädchen in puncto Charaktereigenschaften und Gesellschaftsschichten sind, so sehr brauchen sie einander und geben einander Halt.
"Eine Blonde, eine Rothaarige, eine Brünette - ihre Leben waren in unterschiedlichen Bahnen verlaufen, doch von einer Sekunde auf die andere hatte das Schicksal sie zusammengeworfen."
Ob Schulalltag, erste Liebe, Familienprobleme und -geheimnisse, Verlust geliebter Menschen oder Karriereträume, alles erleben sie zusammen. Ihre aufrichtige Freundschaft und Loyalität - in einem Land, das linientreue Ergebenheit einfordert, Andersdenkende ausgrenzt und seine Bürger:innen gegeneinander aufstachelt - empfand ich als sehr rührend.
Es sind die letzten Jahre vor dem Mauerbau. Die hübsche Betty träumt von einer Zukunft als berühmte Hollywood-Schauspielerin; die hochbegabte Clara greift ebenfalls nach den Sternen: sie möchte ins Weltall fliegen. Allerdings werden ihr bewusst Steine in den Weg gelegt, da ihre Familie nicht Mitglied in der Partei ist und es wagt, eine eigene Meinung zu vertreten. Und FDJ-Anhängerin Martha weiß exakt, was von ihr erwartet wird, würde jedoch am liebsten einen gänzlich anderen Weg einschlagen.
Viele Entwicklungen und Verstrickungen habe ich recht früh erahnen können, dennoch verblüffte mich auch der ein oder andere Twist (Stichwort: Marthas Bruder Ronny - ein übrigens tatsächlich weit verbreiteter Name im Osten) und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.
Obwohl ich selbst in der DDR aufgewachsen bin, befällt mich die sogenannte Ostalgie eher selten, maximal wenn es um Figuren aus der Ost-Version der TV-Kindersendung "Das Sandmännchen" geht. Wenn im Zusammenhang mit der DDR in den Medien oder in Gesprächen mit Bekannten dann der Satz "Es war nicht alles schlecht." fällt, schüttelt es mich. - Familien wurden grausam auseinandergerissen, Träume zerstört. Menschen mussten Angst haben, dass jedes in den eigenen vier Wänden gesprochene Wort vom Staat belauscht und gegen einen verwendet werden könnte. Niemand traute niemandem mehr, nicht mal Familienmitgliedern oder dem (Ehe-)Partner. Personen 'verschwanden', einfach so - flüchteten, wurden weggesperrt oder ermordet. Müsste ich die DDR in einem Wort beschreiben, wäre es 'unmenschlich'. In ihrem Roman zeichnet die Autorin mehrere Extremfälle. Natürlich ereigneten sich solche Dinge nicht in jeder Familie - aber es gab zahlreiche solcher Fälle. Viel zu viele. Insbesondere Marthas Backgroundstory bewegte mich enorm … und machte mich furchtbar wütend auf das gnadenlose DDR-Regime, ebenso die Ungerechtigkeit, die Clara wieder und wieder erdulden muss.
Die Hauptfiguren, aus deren Perspektive abwechselnd erzählt wird, sind facettenreich gestaltet worden. Dank zeitgemäßer Wortwahl und nachvollziehbarem Verhalten wirken sie vollkommen glaubwürdig, und obgleich ich alle drei Freundinnen gerne mochte, war es die zielstrebige Clara, mit der ich besonders mitfieberte. Die Dialoge zwischen ihr und ihren Eltern bewiesen stets, dass in der ärmlichen kleinen Wohnung der Vogels viel mehr Liebe herrschte als z.B. in der noblen Villa von Bettys Familie, deren vermeintliches Glück nur Fassade ist.
"»Weißte, det Leben ist ein Chaos und furchtbar schnell vorbei. […] Det, was uns den Kopf oben halten lässt, det is nich unsere Arbeit oder Erfolg, det is unser Glaube und die Liebe.«"
Zu Beginn der Handlung herrscht Sommer-Feeling pur, genau wie es auf dem passend gestalteten Cover suggeriert wird. Ich wähnte mich aufgrund der bildreichen, atmosphärischen Beschreibung des Settings selbst im Strandbad, lauschte dem ausgelassen Kreischen der im Wasser tobenden Kinder, dem herrlichen Berliner Dialekt, dem Radio, das irgendwo leise dudelt … roch die Sonnencreme auf meiner Haut und spürte die heiße Sonne im Gesicht. Mit gleicher Intensität widmete sich die Autorin den Lebensumständen der Protagonisten und ließ mich mühelos in die damalige Zeit eintauchen. Die unzähligen feinen Details, die in die Geschichte eingeflochten worden sind - von gängigen Modetrends, Musikhits und beliebten Gerichten der ostdeutschen Küche bis hin zur Inneneinrichtung der Wohnung - machen deutlich, dass hier gründliche Recherchearbeit geleistet worden ist.
Sehr erfreulich fand ich, dass die Autorin bewusst darauf verzichtet hat, Intrigen zwischen den Mädchen zu spannen, (wie es leider oft in Romanen über Freundesgrüppchen der Fall ist). Dieses Fehlen von Konkurrenzdenken und Missgunst war erfrischend, zumal es durchaus Situationen gab, in denen es naheliegend gewesen wäre.
Nach und nach wurde der Ton ernster, die Ereignisse dramatischer, ohne dass es in Hektik ausartete. Es ist ein insgesamt ruhiger, aber dennoch spannender Roman, der mich von Anfang bis Ende überzeugt hat. Apropos Ende: Die Autorin ließ die Story zum Teil offen enden, sodass man gespannt sein darf, was das Schicksal für Martha, Betty und Clara noch bereithalten wird.
Abschließend noch ein paar Worte zur Aufmachung. Die drei DDR-Rezepte im Anhang waren eine tolle Überraschung; Soljanka gab es tatsächlich hin und wieder in meiner Familie. Dass bereits eine Leseprobe aus dem Folgeband inkludiert war, gefiel mir sehr, ebenso die geriffelte Oberflächenstruktur des Einbandes.
Fazit: 5 Sterne!
Mich hat das Werk prächtig unterhalten und ich freue mich schon auf die Fortsetzung, die im Juli 2022 erscheinen soll.

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Wunderbarer Feel-Good-Roman für Irland-Fans

Das kleine Cottage in Irland von Julie Caplin

Seit ihrem Roman "Der kleine Teeladen in Tokio", einem meiner Jahreshighlights von 2021, bin ich ein Fan der Autorin - und habe mir fest vorgenommen, nach und nach all ihre Werke (wenn auch nicht in chronologischer Reihenfolge) zu lesen! Das kleine Cottage in Irland ist bereits der 7. Band ihrer international gefeierten Romantic-Escapes-Reihe, und erneut gelingt es Julie Caplin, so selbstverständlich und kenntnisreich über den Handlungsort zu schreiben, als würde sie selbst dort leben.

Beeindruckend!

Neben leckeren Gerichten (- gutes Essen spielt in Julies Romanen immer eine Rolle -) könnt ihr euch auf eine interessante Familiendynamik freuen (- Conor entstammt einer Koch-Dynastie -), angereichert mit humorvollen Dialogen und einer Prise Drama, die für die richtige Würze nicht fehlen darf!

Der Klappentext erschien mir im Nachhinein etwas unglücklich gewählt. Hannah reist nicht aufgrund ihrer Unzufriedenheit im Hinblick auf ihr (Single-)Leben in Manchester nach Irland, sondern wegen ihrer Selbstzweifel (und einem angekratzten Ego) - weil "es ihr einfach nicht behagte, etwas so Grundlegendes wie Kochen nicht zu können". Eine neue Kollegin hatte ihr vor Augen geführt, dass sie zwar eine begnadete Anwältin sein mag, in der Küche jedoch jämmerlich versagt. Gepaart mit der Tatsache, dass Hannah sich neben ihrer im Zaubern kulinarischer Köstlichkeiten begnadeten Schwester Mina irgendwie in der Rolle der 'Nicht-Köchin' eingefunden hat, ergibt dies den Wunsch, endlich selbst kochen und backen zu können.

"»Ich bin hergekommen, weil ich richtig kochen lernen wollte. […] Du weißt schon, wenn die in diesen Kochsendungen Ausdrücke benutzen wie schmoren, braten, sautieren, Wasserbad … oder sie reden von einer Fleischschulter oder einer Haxe, und ich will einfach wissen, was das alles ist.«"

Mit der weiblichen Hauptfigur wurde ich nicht direkt warm; an Mitte der Handlung wurde es besser, doch zwischen ihr und mir blieb immer eine gewisse Distanz bestehen. Vielleicht lag es daran, dass mir Hannahs Beweggründe, den exklusiven und sündhaft teuren Kochkurs zu besuchen, nicht überzeugend erschienen. Als würdet ihr euch von Celine Dion die Tonleiter erklären lassen, bei Serena Williams die erste Tennisstunde eures Lebens buchen, … you get the picture. Prinzipiell bin ich voll dafür, wenn man eine neue Fertigkeit direkt vom Profi lernen möchte, aber bei Hannah wirkte es eher wie ein seichter Grund, um sie nach Irland schicken zu können. Zudem fand ich ihr Verhalten bei der ersten Begegnung mit Conor etwas sonderbar. Kess, schlagfertig und definitiv unterhaltsam, aber eben einen Hauch zu unrealistisch sowie - im Hinblick auf den 'Morgen danach' - unreif und respektlos … was, das muss man ihr zugutehalten, ihr auch selbst schnell bewusst wird. Ich weiß ehrlich nicht, warum ich mich mit ihr so schwergetan habe, denn im Grunde ist Hannah echt eine Nette (und ihre Unbeholfenheit in der Küche konnte ich so gut nachvollziehen - story of my life, wie mein kochbegabter Ehemann euch bestätigen würde).

Conor hingegen kaufte ich die ihm zugeschriebene Rolle als charismatischer Hottie sofort ab und fand sein Verhalten manchmal zwar etwas vorschnell, aber durchaus glaubwürdig.

Die atmosphärischen, bildreichen Beschreibungen der traumhaft schönen Landschaft befeuerten meinen Wunsch, endlich selbst einmal die Grüne Insel, die seit jeher mein Sehnsuchtsort ist, zu bereisen. Über die niedliche Karte im Innencover habe ich mich total gefreut, ich liebe solche Details!

Ein weiteres Highlight für mich waren die sympathischen, facettenreich ausgearbeiteten Nebenfiguren, die herrlich viel Unterhaltungswert hatten und einen Großteil des Charmes der Geschichte ausmachten. Ob die knuddelige Merry, die vermeintlich arrogante Fliss (deren Kabbeleien mit dem nie um einen frechen Spruch verlegenen Jason zum Piepen waren), die liebenswerte Izzy oder die berühmte Starköchin Adrienne, die bei jedem in ihrer Küche ausgestoßenen Fluchwort streng einen Euro Schimpfgebühr einfordert - sie alle bereicherten die Story ungemein.

Clever verknüpft die Autorin die Figuren ihrer Reihe untereinander; im vorliegenden Werk erfährt man z.B. viel über die Handlung des Vorgängerbandes, in welchem Hannahs Schwester Mina die Hauptrolle spielt. Wer also "Das kleine Chalet in der Schweiz" noch nicht kennt und nicht gespoilert werden möchte, dem empfehle ich, zunächst Band 6 zu lesen.

Fazit: 4 Sterne.
Ein wunderbarer Feel-Good-Roman, den ich allen Irland-Fans wärmstens empfehlen kann!

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Große Golden-Hill-Liebe!

Golden Hill Kisses von Nicole Böhm

Freunde! Ich habe ein neues Jahreshighlight - und krieg mich gerade kaum ein vor Begeisterung. (Auf dem Level von Schnappatmung und Kreisch-Alarm, weil … es ist einfach so, sooooooo gut!!)

Hatte der Auftakt der Golden-Hill-Reihe mir schon super gefallen, war ich von Band 2 nun dermaßen überwältigt-geflasht-hingerissen, dass ich am liebsten nach Boulder Creek ziehen möchte.

Heute noch. Jetzt denkt ihr vielleicht 'okay, wow, dann muss das Setting in diesem Roman ja wirklich toll gewesen sein'. (For the record: Ja! War es. Untertreibung des Jahrtausends! Es ist das mit Abstand schönste, einladendste Setting, das mir je unter die Augen gekommen ist!) Aber lasst euch gesagt sein: Das war keine nette Rezi-Ausschmückung meinerseits, ich meine das ernst - ich will da hin. Die Autorin wird hoffentlich nachvollziehen können, dass ich nach solch einem mitreißendem Werk nun von ihr erwarte, dass sie uns mitteilt, der Handlungsort sei durchaus real und würde im wahren Leben XY heißen. Damit ich unsere Koffer packen kann. (Könnte es sich z.B. um Boulder, Montana handeln?)

Arizona und Ajden, aus deren Perspektiven abwechselnd erzählt wird, sind wundervolle, mega liebenswerte, durch und durch nachvollziehbare Charaktere, die nicht nur unheimlich echt und greifbar wirken, sondern auch eine bemerkenswerte Entwicklung durchleben. Ich konnte mich zu 100% in sie hineinversetzen, ging in ihren Gefühlen und Gedanken auf, und war hin und weg davon, mit wie viel Feingefühl die Autorin ihre Annäherung gestaltet hat.

Beide Hauptfiguren müssen traumatische Erlebnisse verarbeiten. Wer mich kennt, weiß: Bei solch einem Plot besteht bei mir immer die Gefahr, dass mich das Gelesene arg mitnimmt, beim Lesen runterzieht und über die Lektüre hinaus deprimiert, sodass ich das Werk im Anschluss hauptsächlich mit dem tragischen Element in Verbindung bringe - alles schon erlebt. Hier ist dies NICHT der Fall, denn Nicole Böhm ist eine grandiose Erzählerin! Ich spürte keine graue Wolke über mir, keinerlei drückende Schwere, sondern vielmehr ein stetig wachsendes Gefühl der Leichtigkeit und Befreiung. Dieser Prozess des langsamen Loslassens ist meisterhaft auf Arizona und Ajden übertragen worden, entfaltet sich nach und nach im Laufe der Handlung - inklusive aller Fortschritte und emotionaler Hindernisse. Nix da mit zwei, drei Sätzchen à la 'Er/Sie fährt zur Ranch, streichelt ein Pferd, und schon geht es ihm/ihr besser'! Und das bringt mich gleich zu meinem nächsten Punkt: die Arbeit mit den Pferden.

Prinzipiell bin ich davon überzeugt, dass Tiere uns Menschen immer guttun; für mich gehören sie zum Lebensglück dazu. Ich muss jedoch gestehen, dass ich vor diesem Werk nur eine vage Vorstellung davon hatte, wie eine Pferdetherapie eventuell aussehen könnte. Es war wahnsinnig interessant, mehr über diese besondere Gabe der Pferde und ihr Verhalten zu erfahren, über ihr Training und ihre Wirkung auf die betreffende Person. Für Sadie, Parkers Schwester, ist die Ausbildung zur Pferdetherapeutin eine Herzensangelegenheit. Sie hat nach einem schweren Autounfall einst selbst von solch einer Therapie profitiert und möchte nun anderen Menschen helfen. Ich habe ihre muntere, lebensfrohe Art, ihren Enthusiasmus, ihre quirlige Energie geliebt! Wie ein Wirbelwind fegt sie über die Ranch und letztlich ist es ihr zu verdanken, dass … ach, lest selbst! Ihr werdet es nicht bereuen.

Das Wiedersehen mit den mir aus Band 1 vertrauten Figuren habe ich soooo genossen, mochte vor allem die geschwisterliche Dynamik zwischen Parker und Sadie, vergöttere Granny, und musste so schmunzeln darüber, wie süß Clay und Parker miteinander sind! An alle Golden-Hill-Neulinge: Keine Sorge, die Bände lassen sich unabhängig voneinander lesen, ihr werdet hier von Anfang an den vollen Durchblick haben. Apropos Buchreihe(n) und vertraute Figuren: Aus dem Nachwort der Autorin habe ich herausgelesen, dass es gewisse Charaktere aus ihrer One-Last-Serie sind, die hier einen Gastauftritt feiern (im wahrsten Sinne des Wortes, hehe). Diese Reihe steht schon seit Längerem auf meiner Wunschliste und nun freue ich mich umso mehr darauf!

Der Schreibstil der Autorin hat mich umgehauen! An diesem Roman hat einfach ALLES gepasst, bis hin zur Widmung ("Für alle, die Seesterne zurück ins Meer werfen."), hinter der eine bezaubernde Geschichte steckt.

Unbedingt lobend erwähnen möchte ich noch, wie angenehm das Thema Nachhaltigkeit in die Geschichte eingeflochten worden ist, nämlich ohne Moralpredigten, sondern vielmehr als selbstverständlicher Way of Life; Ajden isst kein Fleisch (urteilt aber nicht über Leute, die es tun), vermeidet unnötige Flugreisen, und hat sein Leben jenen Menschen gewidmet, die ohne fremde Hilfe nicht überleben würden. Seinen selbstlosen Einsatz in Krisengebieten fand ich unsagbar inspirierend und einfach nur bewundernswert. Davor habe ich den allergrößten Respekt. Kein Wunder, dass Arizona fasziniert von ihm ist. Von ihm geht eine unheimlich beruhigende Alles-wird-gut-Aura aus, die sich auf andere überträgt. Obendrein kann der Mann gut kochen und hat eine Engelsgeduld (Stichwort: Fotomodell)!

Nicht nur für Ajden und Arizona (deren Leidenschaft für Fotografie ich teile), sondern auch für mich war der Aufenthalt auf der Golden Hill Ranch eine Offenbarung. Die (leider nur literarische) Zeit dort ließ mich durchatmen, zur Ruhe kommen, erdete mich. Es war Balsam für meine Seele. Ein Zufluchtsort. Paradiesisch schön. Das mag jetzt alles sehr hochtrabend klingen, doch glaubt mir, in einer Zeit, in der die Welt verrückt geworden zu sein scheint (- Kriege, Pandemien und tragische Ereignisse, die die Schlagzeilen dominieren und mir das Herz zerreißen -) braucht jeder von uns einen solchen Ort und solch himmlische Bücher.

????????????????????: 5 ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

Jede Zeile dieses Romans habe ich geliebt. Ich musste mich zwingen, gaaaanz langsam zu lesen, weil ich so lange wie möglich auf der Golden Hill Ranch bleiben wollte. Riesengroße Liebe für dieses Buch und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!!

Und nun entschuldigt mich bitte, ich muss meinen Mann über unseren Umzug nach Montana informieren.

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Eine klangvolle Zeitreise

Die Radioschwestern von Eva Wagendorfer

Ich habe schon als Kind regelmäßig Radio gehört und schalte noch heute gerne meine Lieblingssender ein, daher waren es beim vorliegenden Werk speziell das Setting und der geschichtliche Rahmen, die mich besonders gereizt haben.

Vorab: Eva Wagendorfers historischer Roman, der den Auftakt zur Radioschwestern-Saga bildet, hat mich in vielerlei Hinsicht begeistert! Es war total interessant, mehr über die damalige (ziemlich arbeitsaufwendige) Produktion von Hörspielen sowie generell über die Anfänge des Rundfunks zu erfahren!

Nach einem gemütlichen, eher ruhigen Einstieg in die Handlung, fesselte mich die Geschichte zunehmend, entwickelte eine regelrechte Sogwirkung und ließ mich tief in die damalige Zeit eintauchen – zum einen lag dies gewiss an den lebensnah angelegten Figuren (- überaus sympathische Hauptprotagonisten und interessante Nebencharaktere -) und den authentischen Dialogen, zum anderen habe ich, obwohl ich recht häufig historische Romane lese, selten eine dermaßen intensive, in beinahe jeder Szene deutlich werdende Recherche erlebt, mit der die Autorin den Alltag der späten Zwanziger Jahre lebendig werden lässt und uns auf eine Zeitreise in die Vergangenheit schickt.

Von den Goldenen Zwanzigern liest man regelmäßig, aber im Gegensatz zu anderen Büchern dreht sich hier nicht alles um schillernde Partys und verruchte Nachtlokale. Ob Lebensumstände (Wohnen, Arbeiten, Hobbys … ), gesellschaftliche Ansichten, Konsumgüter, Ausflugsziele, historische Ereignisse, technische Entwicklungen … alles ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet worden und fügt sich wie selbstverständlich in die Story ein.

Eine Frau sollte sich hauptsächlich um den Haushalt und ihre Kinder kümmern, anstatt in einem beruflichen Umfeld zu arbeiten, das bisher den Männern vorbehalten war - mit diesem veralteten Denken sehen sich Gesa, Margot und Inge regelmäßig konfrontiert. "Sie versuchten ihren eigenen Weg zu gehen, stolperten aber ständig über Personen, die sich einmischten und ihnen ihren Willen aufdrücken wollten. Als ob der mehr zählte als der ihre." Margot hat es als Cellistin in der "von männlichem Ego durchtränkten Rundfunkkapelle" nicht leicht, Gesa muss sich mit einer biestigen alternden Schauspiel-Diva und deren unerträglichen Starallüren herumschlagen, und die lebenslustige, nie um einen Spruch verlegene Inge droht daran zu verzweifeln, dass sie trotz ihres immensen gesanglichen Talents keinen lukrativen (und vor allem seriösen) Plattenvertrag ergattern kann. Doch die drei Freundinnen halten an ihren Träumen fest. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, wobei Gesas Sichtweise stets mein Anker in der vielschichtigen Story war.

Frankfurt/Main, 1926: Radioempfang ist ein Luxus; er bietet bequem ein Fenster zur Welt, ohne dass man dafür das eigene Wohnzimmer verlassen muss. Für Gesa, die intuitiv spürt, dass dem neuen Medium die Zukunft gehört, geht ein Traum in Erfüllung, als sie bei der SÜWRAG, der Südwestdeutschen Rundfunkdienst AG, eine Rolle in einem großen Hörspiel ergattert. Sie hat – aus gutem Grund – alle Zelte hinter sich abgebrochen und ahnt nicht, dass in Frankfurt neben ihrem Traumjob auch neue Freundschaften und die Liebe auf sie warten. Ich staunte, wie nach und nach aus der zaghaften jungen Frau eine selbstbewusste, schlagfertige Person wurde, die sich nicht unterkriegen lässt. "Bravo", wollte ich ihr zurufen, als sie sich in Dialogen mit anderen Charakteren wortgewandt behauptete und mit ihren klugen Aussagen genau ins Schwarze traf. Nicht nur im beruflichen Umfeld, auch gegenüber ihren Freundinnen setzt sie auf Ehrlichkeit. Margot und Inge mochte ich ebenfalls, wobei Margots sanftes Wesen mir einen Tick besser gefallen hat als Inges Lebenswandel. Meine Lieblingsfigur des Romans war allerdings der männliche Hauptprotagonist und Intendant der SÜWRAG, Albert Bronnen: attraktiv, nahbar, voller innovativer Ideen und sehr engagiert. Dank ihm weht ein frischer Wind durch den Sender! Insbesondere sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn stieß bei mir auf Gegenliebe und sein Humor ließ mich oft schmunzeln. So bodenständig und solide er ist, so schelmenhaft wirkt Albert teilweise. "Die zahlreichen unterschiedlichen Mitarbeiter im Sender, einschließlich der Herren Aufsichtsräte, kamen ihm manchmal vor wie ein Haufen Hühner. […] Ein jeder plusterte sich auf, buhlte um Aufmerksamkeit und hielt sein Ei für das allerwichtigste."

Der Schreibstil der Autorin ist herrlich bildreich, mal emotional, mal informativ, aber immer äußerst angenehm; gelegentlich fließt sogar etwas Dialekt mit ein. Jedem Kapitel sind Radionachrichten in Form einer Kurzmeldung vorangestellt, eine kreative, sehr zum Gesamtwerk passende Idee!

Fazit: 5 Sterne

Dieser Roman sprüht vor Lebenslust. Trotz einiger ernster Momente wirkte die Geschichte nie bedrückend, hinterließ vielmehr einen beschwingten Nachklang bei mir. Der Auftakt der Radioschwestern-Saga hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon jetzt auf Band 2, der im März 2023 erscheinen soll!

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Der Buchtitel ist Programm!

A Place to Love von Lilly Lucas

Nach dem Wahnsinns-Erfolg ihrer Green-Valley-Love-Romane, die mir größtenteils super gefallen hatten, war ich enorm gespannt auf Lilly Lucas' neue, ebenfalls im U.S. Bundesstaat Colorado spielende New-Adult-Buchreihe mit dem klangvollen Namen "Cherry Hill", deren Auftaktband "A Place to Love" im Mai 2022 bei Knaur Taschenbuch erschienen ist.

Man nehme:

… drei Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten, in harten Zeiten aber letztlich doch zusammenhalten,

… ein Familienunternehmen, das in den roten Zahlen steckt und dringend ein kleines Wunder gebrauchen könnte,

… eine große Liebe, die trotz abruptem Beziehungsende vor einigen Jahren auch in der Zwischenzeit nie ganz erloschen ist –

und schon hat man die idealen Voraussetzungen für eine interessante, bestenfalls romantische Feel-Good-Story vor familiärem Hintergrund. Ebenfalls nicht fehlen darf natürlich das malerische Setting!

Was Palisade, die idyllische, typisch amerikanische Kleinstadt samt heimeligem Flair und Community Events wie dem Peach Festival, betrifft: Yes, ich komme den McCarthy-Mädels liebend gerne bei der Pfirsichernte helfen, solange ich hin und wieder durch die traumhafte Umgebung streifen und von Lilacs gebackenen Köstlichkeiten naschen darf! Ehe ich nun zum Flughafen düse und mein Ticket nach Colorado löse, hier noch schnell ein paar Gedanken zum vorliegenden Roman.

Juniper, Poppy, Lilac – welch wunderschöne Namen! Findet ihr nicht auch, dass sie wie Musik in den Ohren klingen? Wow! Ich entdecke oft ausgefallene Namen in Büchern; meistens wirken diese irgendwie unauthentisch, nicht in ihr Umfeld passend oder zu bemüht (im Sinne von 'Huhu, schaut mal, was für einen besonderen Namen Figur XY hat!') – doch die Autorin beweist bei der Namensgebung, dass es auch anders geht: einzigartig, hübsch UND glaubwürdig.

Apropos hübsch: Bei der Aufmachung des Werkes ist nicht gegeizt worden mit liebevollen Details – Glanzprägung auf dem Cover, eine bezaubernde Illustration auf dem Innencover und bebilderte Kapitelanfänge! Volle Punktzahl für die Optik.

Juniper lebt nicht den klassischen Alltag einer Mittzwanzigerin. Nach der MS-Diagnose ihrer Mutter und dem Tod ihres Vaters trägt sie die alleinige Verantwortung für die Familienfarm. Für die Liebe wäre ohnehin keine Zeit geblieben, sagt sie sich wahrscheinlich in den wenigen stillen Momenten – vielleicht schmerzt es dann etwas weniger, dass sie und Henry kein Paar mehr sind. Vor allem aber hatte sie ihn vor drei Jahren verlassen, um seinem Lebenstraum, seiner erfolgreichen Zukunft in der Destillerie seiner Familie nicht im Wege zu stehen. Nie hätte sie damit gerechnet, ihn ausgerechnet in ihrer Heimat, auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans, wiederzusehen - aber hier ist er: attraktiver denn je platzt er unerwartet in einen ohnehin schon eng getakteten Erntetag auf der Obstfarm und verlangt die Scheidung. Scheidung?? Ach ja, da war ja was …

So sympathisch ich Junipers bodenständige Art fand und so sehr ich ihren Tatendrang bewunderte, ihren selbstlosen Einsatz für Cherry Hill, wo sie sich aufopferungsvoll um ihre Familie kümmert, so wenig angetan war ich von ihrer Einstellung in Sachen Beziehung bzw. von der Art und Weise, wie sie ihre Beziehung zu Henry beendet hat. Ich mag es generell nicht, wenn Menschen sich anmaßen, für andere Personen, geschweige denn für den eigenen (Ehe-)Partner, mal eben so und völlig ungefragt lebensverändernde Entscheidungen zu treffen. Im Schwabenland würde man sagen: Das hat für mich einfach ein Geschmäckle. Kein Wunder, dass es dann im Anschluss – wenn hier auch mit mehreren Jahren Verspätung – ein gewaltiges Hin und Her, unnötig gebrochene Herzen und die späte Einsicht, dass man verpasste Zeit nie zurückbekommt, gibt. Über Henrys grenzenloses Verständnis konnte ich nur staunen.

Diese Second-Chances-Romance, die durchgehend aus Junipers Perspektive (in der Ich-Form) erzählt wird und hin und wieder Rückblicke in die Vergangenheit bietet, besticht vor allem durch den Gesamtrahmen, in welchen die an sich eher ruhige, unspektakuläre Handlung eingebettet worden ist. Für den Reihenauftakt mag das praktisch sein (- wir lernen den Ort, die Farm, die Familie McCarthy und weitere Nebenfiguren kennen -), stellt er doch die Basis für die Folgebände dar. Für die eigentliche Liebesgeschichte hingegen ist es eher suboptimal, wenn alles drum herum (Farmalltag/Location, Familiendynamik) mehr zum Träumen einlädt als die Hauptstory.

Unabhängig davon hat der Schreibstil mir prima gefallen - atmosphärische Beschreibungen, überzeugend ausgearbeitete Figuren und lebensnahe Dialoge. Für mich war es nicht das beste Buch, das ich bisher von der Autorin gelesen habe, aber der Grundstein für die neue Erfolgsreihe ist hiermit mal gelegt. Jetzt freue ich mich auf die Geschichte von Lilac, die Anfang August erscheinen soll und bestimmt ereignisreicher verlaufen wird.

Fazit: 3 Sterne

Ideal für alle Fans von entspannten Liebesromanen und Small-Town-Romances, die ohne allzu viel Drama auskommen. Der Buchtitel ist Programm, Cherry Hill ist wahrlich a place to love!

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Durch und durch wundervoll – ein absolutes MUSS für alle Austen-Fans

Mit Herz und Verstand von Susanne Degenhardt

Als bekennende Janeite lese ich generell gerne alles über ihre Romane, ihr Leben und die Zeit, in der sie gelebt hat, und ich bin ganz einer Meinung mit der Autorin des vorliegenden Andachtswerkes: Wieso lesen wir so wenig über Jane Austens Beziehung zu Gott? Welch scharfsinnige Erkenntnis, dass Janes Glaube in sämtlichen Biografien und Dokumentationen bisher kaum Beachtung gefunden hat (… und das trotz der Tatsache, dass die Tätigkeit ihres Vaters als Pfarrer sehr wohl fast überall angeführt wird.

Der Rückschluss, dass Religion in Janes Leben folglich eine bedeutende Rolle gespielt haben müsste, erscheint also nur logisch).

Ich liebe alles an diesem äußerlich wie inhaltlich wunderschönen Werk, ob Themenauswahl, den gelungenen Bogen von Janes Romaninhalten zum Christentum oder Susanne Degenhardts ehrliche, selbstreflektierte Einschätzung in ihren persönlichen Anekdoten, alles!! (Apropos persönlich: Ich war enorm beeindruckt davon, wie offen sie uns an privaten Ereignissen und Herausforderungen, mit denen sie zu kämpfen hatte, teilhaben lässt. Hut ab vor so viel Mut!)

Die zauberhafte optische Gestaltung würde ihre ganz eigene Rezension verdienen - WOW kann ich nur sagen! Dieses hochwertige Buch steht den legendären Coppenrath-Schmuckausgaben in nichts nach - ein absoluter Eyecatcher, der dazu einlädt, voller Ehrfurcht Seite um Seite umzublättern und sich darin zu verlieren.

Ich habe so viel Inspiration, Hoffnung, mentale Stärke und Erholung aus den 31 mit viel Feingefühl zusammengestellten Andachten gewonnen, die durch und durch mit klugen Gedanken, sympathischem Humor, anregenden Bibelstellen und stimmungsvollen Zitaten gefüllt sind! Mit Sicherheit werde ich das Werk noch ganz oft zur Hand nehmen. Nach der Lektüre hatte ich prompt Lust, alle meine Austen-Werke erneut zu lesen und nach den von der Autorin erwähnten Passagen zu suchen.

Zwar ist Religion das thematische Fundament, doch all die zahlreichen interessanten Interpretationen von clever ausgewählten Passagen aus Janes Romanen, die zum Nachdenken anregenden rhetorischen Fragen sowie der warmherzige, empathische Erzählton werden auch jene Austen-Liebhaber begeistern, die selbst vielleicht (noch) gar keinen Bezug zum christlichen Glauben haben.

Beim Lesen hatte ich den Eindruck, mit der Autorin plaudernd im Garten zu sitzen - die Sonne strahlt vom Himmel, wir sitzen mit Tee und Kuchen im Schatten, erfreuen uns an der Blumenpracht und tauschen uns (im wahrsten Sinne des Wortes) über Gott und die Welt aus. "Wie klein fühlen sich unsere Sorgen beim Anblick [der Schönheit der Natur] an und Dankbarkeit erfüllt das Herz" - treffender hätte man es nicht ausdrücken können.

Fazit: Der Buchtitel ist Programm! Mit viel Herz und Verstand beleuchtet Susanne Degenhardt die Werke meiner Lieblingsautorin im Hinblick auf ihren christlichen Glauben und lässt uns Leser:innen dabei auch einen Blick in ihre eigene Seele erhaschen. Eine unbedingte Empfehlung!! Kein Austen-Fan kommt an diesem Buchschatz vorbei!

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Tolles Natur-Sachbuch für Kinder

Der kleine Maulwurf: Über und unter der Erde von ZS-Team

Wisst ihr, was "Baumkronenschüchternheit" ist? Oder dass es in Australien Riesenregenwürmer gibt, die eine Länge von bis zu 3 Metern erreichen? Dass Kirschbäume "Herzwurzler" sind und dass Igel bis zu 8000 Stacheln haben?

Bei diesem hochwertig gestalteten, clever strukturierten und mit liebevollen Details ausgestatteten Hardcover-Sachbuch für Kinder bin ich aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen und habe zahlreiche interessante Fakten rund um das Thema Gartentiere und -pflanzen dazugelernt.

Der kleine Maulwurf, die niedliche Kultfigur, die vielen von uns noch aus dem DDR-Fernsehen bekannt ist, begleitet uns durch das mit allerlei großflächigen, hübschen Farbfotografien versehene Werk. Bereits das in kräftigen, kunterbunten Farben leuchtende Cover hat direkt Kindheitserinnerungen in mir wachgerufen. Unbeschwerte Tage voller spannender Abenteuer und neuer Entdeckungen, das möchte ich auch unserem Spatz ermöglichen. Folglich war ich sehr dankbar für all die kreativen Spiele, Bastelvorschläge und Experimente, die zum Nachahmen einladen. Wir freuen uns schon jetzt darauf, vieles davon in Form von gemeinsamen Projekten in die Tat umzusetzen, z.B. den Bau eines Schmetterling-Hotels und eines Winter-Unterschlupfs für Igel, das Ausprobieren vom Waldbingo sowie das Anpflanzen von eigenem Obst und Gemüse.

Apropos Nahrungsmittel: Die Rezepte, die in diesem Werk enthalten sind, haben mich total positiv überrascht! Nicht nur, dass die Gerichte allesamt mega lecker sind, sie beziehen sich zudem auf die in den Passagen zum Thema Gärtnern erwähnten Lebensmittel. Und das Beste daran: Das Nachkochen wird, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Kinderspiel!

Dass den Kleinen der richtige Umgang mit Müll nähergebracht wird, gefiel mir ebenso gut wie die Tatsache, dass Vergleiche von giftigen und ungiftigen Pflanzen inkludiert worden sind, auch wenn ich mir vor allem im Hinblick auf die giftigen Doppelgänger mehr Beispiele gewünscht hätte. Selbiges gilt für die Passage "Spuren lesen" - hier wäre eine zusätzliche Doppelseite mit Fotos verschiedener Pfoten- oder Hufabdrücke der erwähnten Tiere toll gewesen.

Kindgerecht formulierte Informationen regen den Wissensdurst an; am Rand findet sich stets der betreffende Kategorie-Vermerk: Wissen, Forschen, Basteln, Gärtnern, Kochen. Abschließend gibt es in den Kapiteln "Wissen für kleine Küchenprofis" und "Wissen für kleine Gartenprofis" eine Übersicht der wichtigsten Begriffe und Abkürzungen.

Fazit: 5 Sterne
Unheimlich vielfältig und informativ. Ganz große Empfehlung für alle Erzieher:innen und Eltern, die bei ihren Kindern den Entdeckungsdrang und das Interesse an der Natur fördern möchten.

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Herzensbuch!!

The Reason of Love von Yvy Kazi

Dachte ich beim St.-Clair-Campus-Reihenauftakt, "The Dream Of Us" (- Lest dieses Buch! Lest es unbedingt!! -), noch 'Wie in aller Welt kann ich meine Begeisterung in so geregelte Bahnen lenken, dass meine Rezension nicht ausschließlich aus WOW WOW WOW besteht?!', bin ich beim Folgeband nun endgültig überfordert mit der Aufgabe.

Seriously, ich sitze seit E-wig-keiten an dieser Rezension, korrigiere, lösche, beginne von Neuem, verzweifle. Und mein Mann hat den Nerv, entspannt zu sagen: "Schreib doch einfach, dass du das Buch liebst." Also atme ich tief durch und versuche nun zum x-ten Mal, genau das zu tun, auch wenn mir bewusst ist, dass meine Worte Yvys Schreibkunst unmöglich gerecht werden können.

Normalerweise liegt dem Footballspieler Mateo Ortega, dem sämtliche Herzen am Campus zufliegen, immer ein flotter Spruch auf den Lippen. Man könnte sagen, er ist ein Meister der Flirtkunst. Aber als er der selbsterklärten Einzelgängerin Haley begegnet, legt er eine verbale Bauchlandung hin, die ihn noch jahrelang beschäftigen wird, denn das faszinierende Mädchen mit den blauen Haaren und der einzigartigen Ausstrahlung, das ihn prompt auflaufen lässt, geht ihm nicht mehr aus dem Sinn. Ausgerechnet sie soll ihm nun Nachhilfestunden geben, damit er sein Sportstipendium nicht verliert. Dumm nur, dass ihm bereits im Vorfeld sein Ruf als zwar charmanter, doch flatterhafter Frauenheld alle Chancen bei ihr zunichtezumachen scheint.

Was für eine catchy Figurenzeichnung! Haley, Mateo und Bo und Joshua hatten bereits in Band 1 jede:r für sich Favoritenpotential und endlich, endlich bekommen sie ihre eigene Geschichte! Mateo ist nicht der klassische, düstere Bad Boy, den es zu bekehren gilt, der für 'die Eine' sein ganzes Wesen ändern wird - er ist ein allseits beliebter Spaßvogel, ein loyaler, hilfsbereiter Freund, der trotz seiner Erfolge als College-Football-Star am Boden geblieben ist, wortgewandt, aufrichtig, clever und die Warmherzigkeit in Person. Kein Wunder, dass in seiner Gegenwart alle dahinschmelzen; wie kann man solch einem charismatischen Mann, der obendrein die Statur eines griechischen Gottes hat, auch widerstehen? Und genau das macht ihn so gefährlich - denn verlieben sollte man sich nicht in Mateo, der offen signalisiert: 'One-Night-Stands? Gerne! Aber mit Betonung auf ONE. Keine Wiederholung. Keine emotionale Bindung.' Und wenn die Nacht mit ihm noch so aufregend war, auf ein anschließendes gemeinsames Frühstück (geschweige denn auf eine Beziehung mit ihm) brauchen die Damen nicht zu hoffen. Er möchte dich nicht verletzen, doch wenn du dir mehr als eine lockere Bettgeschichte von ihm wünschst, wird er dir zwangsläufig das Herz brechen. Was steckt hinter seinem Verhalten? Und warum geht er der ansonsten so rationalen, logisch denkenden Haley unter die Haut, obwohl sie all das weiß und auf keinen Fall Gefühle für ihn entwickeln möchte?! „ […] ich frage mich, ob ich tatsächlich so dämlich sein kann, etwas für jemanden zu empfinden, der ganz offensichtlich kein Interesse an der Liebe hat?“

Diese tiefgründige, romantische, rundum perfekte Reihe hat mein Herz. Go, Otters! Ich liebe alles am St.-Clair-Universum, alles!! … und werde ganz wehmütig beim Gedanken daran, dass mit "The Feeling of Forever" im Mai 2022 der finale Band der Trilogie erscheinen wird. Ich bin noch nicht bereit, mich von Fair Haven und all den liebgewonnenen Charakteren zu verabschieden.

Yvys Schreibstil ist hinreißend! Man spürt in jeder Zeile die Liebe, mit der sie ihre Figuren und deren Geschichte geformt hat. Alle Charaktere wirken wie aus dem Leben gegriffen, so nachvollziehbar und authentisch - eben wie echte Menschen, wie du und ich. Nichts deutet darauf hin, dass wir eine ausgedachte Story lesen, vielmehr fühlt es sich so an, als würden wir reale Erlebnisse vor unserem inneren Auge Revue passieren lassen. Ob allgemeine Dialoge oder die Gedankenwelt der Hauptfiguren, die Wortwahl ist so treffsicher, dass jede Emotion direkt auf mich übergesprungen ist. Ich habe mich gemeinsam mit Haley in Mateo verliebt, den ich ab sofort in Gedanken wohl immer »Priya« nennen werde, und mit Joshua, der mir aufgrund der Ereignisse um ihn und Bo seit Band 1 im Kopf herumgespukt ist, mitgefiebert. Wäre diese Buchreihe nicht im NA-Genre angesiedelt, würde ich sagen: Yvy schreibt auf dem Niveau einer Jojo Moyes, einer J. K. Rowling, einer Stephenie Meyer, eines Nicholas Sparks. Solch ein Schreibtalent hat es definitiv verdient, im gleichen Atemzug wie die ganz großen Namen genannt zu werden.

Im Gegensatz zu anderen Romanen wird der Sport American Football hier nicht verklärt durch eine rosarote Brille betrachtet; die gesundheitlichen Gefahren, denen die Spieler sich regelmäßig aussetzen und die noch viel zu wenig Beachtung in der Öffentlichkeit finden, wurden gekonnt in die Story eingebettet. "»Spieler sterben auf dem Feld. Es gibt Verletzungen, die bleibende Schäden hinterlassen. Wie können die Fans erwarten, dass man das in Kauf nimmt, um sie zu unterhalten […]?«" - Berechtigte Frage! Auch ich schaue gerne regelmäßig American Football an und habe mich dennoch schon so manches Mal ernsthaft erschrocken, wie brutal es teilweise auf dem Spielfeld zugeht. Apropos Sport: An alle, die befürchten, dies hier sei eine reine Sports-Romance, in der man von unromantischen Fakten wie Spielzügen, Trainingsplänen & Co. erschlagen wird - diese Sorge kann ich euch komplett nehmen. Vielmehr erwarten euch liebenswerte Figuren, eine intensive, tiefgründige Love Story, ein offener Umgang mit ernsten Themen wie Homosexualität oder Mobbing (ohne dabei die positive, erhebende Gesamtwirkung des Romans zu beeinflussen), und sogar eine Fake-Beziehung, über die ich an dieser Stelle allerdings kein weiteres Wort verlieren werde – lest selbst! Oh, und hatte ich den spannenden Cliffhanger erwähnt? Und die Playlist, die mir den ersten heftigen Ohrwurm des Jahres beschert hat?

Fazit: 10 Sterne²

(Nun fragt ihr vielleicht: "10 Sterne … zum Quadrat … aber … geht das denn? Müsste die maximale Bestwertung nicht '5 Sterne' heißen?" - JAWOHL, DAS GEHT! Und das MUSS so heißen, weil ein Buch wie dieses nicht gemacht ist für 'nur' 5 Sterne!!)

So emotional und mitreißend wie Brittainy C. Cherry, so dramatisch und schreibtechnisch unfehlbar wie Colleen Hoover, und so wundervoll-kreativ-lebensnah-unvergesslich wie Mona Kasten: Yvy Kazi ist die neue Königin des New-Adult-Genres.

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Netter Read mit Luft nach oben

The Secret Book Club – Ein Liebesroman ist nicht genug von Lyssa Kay Adams

"Das Leben ist ein Kinderspiel, bis jemand die Hosen voll hat."
Es gibt für alles ein erstes Mal. Dieser Roman von Lyssa Kay Adams war nicht nur mein erster Ausflug in die Welt der hiermit bereits 4 Bände umfassenden Secret Book Club-Reihe, von der ich schon viel Positives gehört hatte, sondern auch das erste Buch für mich, dessen Handlung mit einer Durchfall-Szene beginnt - ich hatte noch nie zuvor ein Werk gelesen, in welchem das noch immer als peinliches Tabu gebrandmarkte Thema Reizdarm aufgegriffen wird.

Vlad, der tierliebe, käsesüchtige Profisportler, der Russe mit dem butterweichen Herzen und einem chronischen Darmleiden, kümmert sich rührend und routiniert um Liam (der eigentlich gerade eine Rede auf der Hochzeitsfeier seines Bruders Mack halten sollte, statt auf dem Klo festzusitzen) - weiß er doch selbst aufgrund seiner Glutenallergie und einer "unselige[n] Historie von Verdauungskatastrophen" nur zu gut, wie furchtbar unangenehm solch eine Situation sein kann. Durchfall, wohlgemerkt, nicht Hochzeiten. Wobei seine eigene Ehe durchaus … problematisch … ist. Um beim Themengebiet WC zu bleiben: Ich würde seine Beziehung zu Elena jetzt nicht einen 'Griff ins Klo' nennen, denn Vlad liebt seine bildhübsche Frau und Freundin aus Kindheitstagen durchaus, aber da diese sich direkt nach ihrer Ankunft in den USA nach Chicago verabschiedet hat, wäre seine luxuriöse Villa tatsächlich ein 'Stilles Örtchen', wenn es nicht seine Freunde gäbe: die Jungs vom Buchclub, die 'Loner'-Mädels sowie Katzen und Hunde aus der Nachbarschaft. Vlad ist selten allein, und doch ist er einsam. Folglich hatte dieser feinfühlige Mann, der sich nicht davor scheut, in Tränen auszubrechen, mein vollstes Mitgefühl - und Elena einen schweren Start.
Das Highlight des Romans war für mich die Bromance, die sicherlich nicht ohne Grund auch im Originaltitel Isn’t it Bromantic hervorgehoben worden ist. Zwar fand ich die zwischengeschobenen Passagen, die von Vlads eigenem Roman handelten, nicht soooo amüsant, habe allerdings den allgemeinen Zusammenhalt des Grüppchens sehr gemocht; es war echt süß, wie die Männer gemeinsam am Roman gewerkelt haben.
Was die Aufmachung des Covers betrifft: Love it!! Ehrlich, ich liebe diese edle, schimmernde Oberfläche, die es mir schon bei Tessa Baileys Duty and Desire-Reihe, die zu meinen absoluten Cover-Lieblingen zählt, so angetan hatte! Bitte mehr davon!!
Weiterhin lobenswert: Die kreative Story-Idee. Ich weiß noch, wie ich meinem Mann voller Begeisterung den Klappentext vorgelesen habe und er zustimmend meinte: "Das klingt ja wirklich toll."
Dennoch gab es ein paar Punkte, die mein Lesevergnügen etwas beeinträchtigt haben. Nachfolgend die Gründe, weshalb ich nicht 5 Sterne vergeben konnte:
Trotz des interessanten und definitiv ungewöhnlichen Einstiegs in die Handlung hat es eine Weile gedauert, bis ich emotional halbwegs in der Story angekommen war. Bis es so richtig losging, dauerte es recht lang. Gerade zu Beginn eines Buches ist es eher unvorteilhaft, wenn es langatmige Passagen gibt, die den Lesefluss bremsen. Ich hatte das Gefühl, die Geschichte käme nicht so recht in Schwung, obwohl eigentlich alle Voraussetzungen gegeben waren - unterhaltsamer Plot, sympathische Figuren, lockerer, umgangssprachlicher Schreibstil. Diese Längen hielten beinahe ⅔ des Werks lang an, gegen Ende des Mittelteils ging es dann dafür Knall auf Fall zur Sache, was mich direkt zu meinem nächsten Punkt bringt.
Das Action-/Krimi-Element war nicht so mein Fall, ich hätte mir stattdessen eine andere Wendung gewünscht, die Figuren ermöglicht, sich der Intensität ihrer gegenseitigen Gefühle bewusstwerden, vielleicht eine große romantische Geste.
Ich hatte mich wahnsinnig gefreut, endlich mal einen Liebesroman in den Händen zu halten, der in Nashville spielt! Diese Stadt ist so toll und wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben. Leider spürt man von ihrem einzigartigen Flair absolut nichts und die Handlung hätte sich genauso gut in Hintertupfingen abspielen können. Wahl des Settings: großartig, Umsetzung: mau. Allerdings kenne ich die Bände 1-3 noch nicht und wer weiß, vielleicht geht die Autorin im Reihenauftakt ja intensiver auf den Handlungsort ein, das kann ich nicht beurteilen. Da alle Bände der Reihe unabhängig voneinander lesbar sind, hätte ich mir dennoch auch im vorliegenden Werk etwas Lokalkolorit erhofft.
Fehlende bzw. mangelhafte Kommunikation + Unsicherheit hinsichtlich eigener Unzulänglichkeiten + emotionaler Frust = Elena & Vlad. Bei dem ewigen Hin und Her zwischen den beiden Hauptfiguren kam mir prompt der Song "Should I Stay or Should I Go" von The Clash in den Sinn.
Ich hätte mir etwas mehr Humor gewünscht; es gab ein, zwei Schmunzel-Momente, hauptsächlich dank der liebenswerten Nebenfiguren, das war’s aber auch schon. Laut anderer Rezensionen soll das in den Vorgängerbänden anders sein. - Ich möchte mir auf jeden Fall selbst ein Bild davon machen, und auch der Folgeband, "Kein Weihnachten ohne Liebesroman", der im Oktober diesen Jahres erscheinen soll, steht fix auf meiner Wunschliste (zumal er vom Musiker Colton handeln wird und ich die Hoffnung habe, dass die Music City Nashville darin eine prominentere Rolle spielen wird). Wie ich gehört habe, ist zudem eine Netflix-Verfilmung der Reihe in Vorbereitung, darauf bin ich ebenfalls enorm gespannt!
Fazit: Liebevolle 3½ Sterne. Ein netter Read, insbesondere für RomCom-Fans.

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Netter sommerlicher Jugendroman, aber kein Hoover-Highlight

Summer of Hearts and Souls von Colleen Hoover

Für alle, die sich schon im Frühling nach Sommer, Sonne und Strand sehnen, ist "Summer of Hearts and Souls" die perfekte Lektüre. Das Setting ist ein Traum: Beach Vibes pur - und für mich im Grunde DAS Highlight des Romans, neben der (wie immer großartigen) Figurenzeichnung, die eines der Markenzeichen von Bestsellerautorin Colleen Hoover ist.

Ihre Charaktere sind nie eindimensional angelegt, sondern bestechen stets durch Facettenreichtum. Sie haben Ecken und Kanten, sind auf gewisse Weise außergewöhnlich und dennoch so beschrieben, dass jede:r Leser:in Fragmente von sich selbst in ihnen entdecken kann.

Beyahs Argwohn gegenüber anderen Menschen, ihre skeptische Haltung, ihr generell zunächst abweisendes Verhalten habe ich nachvollziehen können. Wer bereits als Kleinkind lernen musste, für sein eigenes Überleben zu sorgen und mit dem Eindruck aufgewachsen ist, dass man sich auf niemanden verlassen kann, niemandem trauen darf und dass es keine glücklichen Zufälle gibt, sondern nur die einzige Chance, sich mit viel harter Arbeit ein besseres Leben zu erkämpfen, der nimmt ganz automatisch eine vorsichtige Haltung ein - gar nicht mal, weil man mit der Zeit eventuell emotional abstumpft, sondern schon allein aus Selbstschutz. Im Fall von Beyah konnte ich also verstehen, dass sie ihrer neuen Familie (die ich übrigens sehr sympathisch fand) nicht sofort glückselig um den Hals gefallen ist.

Etwas widersprüchlich hingegen war für mich ihr Verhalten im späteren Verlauf der Handlung. Zum einen öffnete sie sich Samson gegenüber ziemlich schnell, obwohl sie doch eigentlich zurückhaltend ist und Probleme damit hat, anderen Menschen zu vertrauen (Selbiges gilt für ihn; diese Entwicklung von Fremden zu inniger Nähe ging mir zu flott bzw. ich fand es nicht glaubwürdig), zum anderen wollte ich Beyah zwischenzeitlich an den Schultern packen und fragen, ob ihr die heiße Sommersonne die letzten Hirnzellen weggebrutzelt hat. Da hat sie in der Vergangenheit rund um die Uhr für die Schule gebüffelt und nebenbei gearbeitet, um sich eine bessere Zukunft aufzubauen. (Hallo, Collegepläne …? War da nicht was?!) … und jetzt reichen ein paar Tage Sommerliebelei aus, dass sie bereit ist, ihren Lebenstraum, für den sie sich jahrelang wie irre abgestrampelt hat, mal eben so über Bord zu werfen?!

An dieser Stelle musste ich mir sagen: Ruhe bewahren. Es ist ein JUGENDroman. Es ist die erste Liebe. Da denkt man nicht rational (- wie auch, diese intensiven Gefühle sind schließlich völlig neu). Zum Glück entwickeln sich die Ereignisse letztlich so, dass sie mich gänzlich versöhnt haben mit der Story und mit Beyahs Charakter.

Womit ich mich allerdings auch im Nachhinein nicht anfreunden konnte, war Beyahs und Samsons Verhalten in einer bestimmten Situation, auf die ich aus Gründen der Spoilervermeidung hier nicht näher eingehe. Es war mein persönlicher WTF-Moment des Buches und ich weiß, dass ich - zumindest wenn ich Beyah gewesen wäre - die Polizei informiert hätte, und wenn es nur als anonyme Anruferin gewesen wäre. Ihre und Samsons einzige Reaktion scheint jedoch zu sein: 'Puh, krasse Sache. Na ja, so what. Lass uns rummachen.' Für mich war das Ganze einen Tick zu makaber.

Der Schreibstil der Autorin ist unfassbar gut, da wird mir sicherlich jeder zustimmen, der schon mal etwas von ihr gelesen hat. Da ich direkt zuvor "Für immer ein Teil von dir" beendet hatte (- ein auf emotionaler Ebene rundum überwältigendes Buch, neben dem selbst ein anderer CoHo-Roman nur verblassen kann -), ließ diese Story mich vergleichsweise fast schon kalt. Vielleicht lag es also am direkten Vergleich, dass mich "Summer of Hearts and Souls" rein inhaltlich jetzt nicht soooo geflasht hat. (Ich muss ehrlich zugeben, wäre dies mein allererstes Werk von Colleen Hoover gewesen, würde sich mir der Hype um ihre Bücher nicht erschließen.) Vor allem im Mittelteil plätscherte die Handlung eher unbedeutend vor sich hin; das einzig wirklich spannende Element war in meinen Augen das Geheimnis um Samsons Vergangenheit. Handlungstechnisch ist das Werk - bis auf die eine heftige Szene - ein typischer New Adult bzw. Young Adult/ Coming of Age Roman. Toll geschrieben, keine Frage, aber eben nicht auf dem Level von 'OMG-dieses-Buch-ist-der-absolute-Wahnsinn!' - wobei meine Einschätzung, wie unzählige begeisterte Rezensionen beweisen, ganz klar unter 'Geschmäcker sind eben verschieden' fällt.

Fazit: 3½ ✰ ✰ ✰ Sterne (davon ½✰ für das traumhaft schöne Cover).

Es waren angenehme Lesestunden, doch insgesamt war diese Geschichte nicht so herzergreifend wie erwartet und die Hoover'sche Tiefgründigkeit in puncto Liebesbeziehung blieb aus.

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