Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Gelungene Fortsetzung einer tollen Reihe!
Catching up with the Carters - In your words von Fam Schaper
Hach, es ist schon ein reizvoller Gedanke - da schreibt man einen Tweet (gut, in meinem Falle müsste es heißen: man postet etwas auf Bookstagram; Twitter ist nicht mein Ding) und erhält prompt genau von jener (prominenten) Person, die darin erwähnt wird, eine Antwort. So ergeht es der weiblichen Hauptfigur in "Catching up with the Carters - In your words", dem zweiten Band von Fam Schapers Buchreihe um die fiktive und doch erschreckend realistisch wirkende Reality TV-Familie Carter, deren mittlerweile erwachsene Kids (nach einer verstörenden Kindheit im Rampenlicht) nacheinander fluchtartig das Nest verlassen.
Es wundert mich nicht, dass nach Aphrodites geglücktem Neuanfang (= einem eigenständigen Leben außerhalb des Familienimperiums) nun der nächste Spross den Absprung wagt - Hadrian sehnt sich nach ungeskripteten Tagesabläufen, ungespielten Emotionen, einem Alltag, in dem nicht jede seiner Handlungen von der Presse mikroskopisch analysiert wird. Vielmehr überrascht hat mich der Gedanke, dass er überhaupt so lange durchgehalten hat. Das manipulative Verhalten von Momager Evelyn hätte ich keine Sekunde länger als nötig über mich ergehen lassen. Sie zwingt ihren eigenen Kindern ein Scheinleben auf - von bestimmten Charaktereigenschaften (die gut in der Öffentlichkeit ankommen) über angeblich romantische Beziehungen bis hin zur Stimmlage (Hadrian soll z.B. tiefer sprechen, um attraktiver zu wirken). Das muss man sich mal vorstellen: Du lebst also in einem Zimmer, dessen Einrichtung nicht deinem Geschmack entspricht, sich aber schick in Promimagazinen macht, in einer Villa, die mehr einem Gefängnis oder bestenfalls einem wuselig-lauten Arbeitsplatz als einem wahren Zuhause gleicht, musst dich anders verhalten, als du eigentlich möchtest, jedes Wort auf die Goldwaage legen, darfst nicht den Hobbys nachgehen, die dich interessieren (keine Comics für Hadrian - das wäre schließlich zu nerdy!) und sollst obendrein jemanden anhimmeln, in den du definitiv nicht verliebt bist. Oh, und all das vor laufender Kamera. Ganz ehrlich, wer würde da nicht durchdrehen? Dass Hadrian trotz prall gefülltem Bankkonto nur von Freiheit träumt, leuchtete mir also ein.
Weniger Verständnis hatte ich für die Reporterin Alice, die ebenfalls eine schwere Kindheit in einer toxischen Familie hinter sich hat - ihre Begründung, mit der sie ihr Verhalten vor sich selbst rechtfertigt, erschien mir zu dünn; damit machte sie es sich - trotz allerlei Drama - in meinen Augen sehr leicht. Für die Aussicht auf ihren Traumjob soll sie über Leichen gehen bzw. entgegen ihren Vorstellungen von Integrität handeln und redet sich ein, sie habe keine andere Wahl. Liebste Alice, erzähle das mal jemandem, der NICHT kerngesund ist und KEINEN Eliteuni-Abschluss hat. Kurzum: Es wäre vielleicht ein unbequemer Umweg mit diversen Aushilfsjobs und einer noch winzigeren Wohnung gewesen, doch sie hätte ganz klar auch anders ihr Ziel erreichen können. Jemand mit ihrer Intelligenz hätte sich da eigentlich nicht so verfranzen bzw. dem Chef gegenüber nicht so devot agieren sollen.
Riesig gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit vertrauten Figuren aus "Catching up with the Carters - In your eyes"! Und erwähnte ich schon das zauberhafte Cover? (Glitzerliebe!!)
Fam Schapers Schreibstil ist eins a, insbesondere im Hinblick auf authentische Dialoge, gut gesetzte Szenenübergänge und gefühlvolle Passagen. Auch wenn ich beim vorliegenden Werk keinen 100%igen Zugang zu den Figuren fand (im Gegensatz zum durchwegs sensationellen Reihenauftakt), ist dies keinesfalls ihrem schriftstellerischen Können zuzuschreiben, sondern liegt wahrscheinlich eher daran, dass mich der Fortgang der Handlung an sich nicht so mitgerissen hat, wie ich es aufgrund des Klappentextes erwartet hätte. Es ist nun mal unmöglich, dass man von jedem Roman 1:1 gleichermaßen angetan ist, und viele begeisterte Rezensionen zu diesem Werk beweisen, dass Geschmäcker eben verschieden sind.
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Für zahlreiche Leser:innen war Hadrians Geschichte ein absolutes Highlight - für mich blieb dieses Mal der ultimative Wow-Faktor zwar aus, aber unterm Strich ist es ein grundsolider, richtig toll geschriebener NA-Roman, den ich guten Gewissens allen Fans des Genres weiterempfehlen kann. Band 3, "Catching up with the Carters - In your arms", erscheint zum Glück bereits am 25.10.2022, sodass ich nicht mehr allzu lange hibbeln muss, denn meine Neugier auf Athenas Story ist gren-zen-los!! (Alice würde sagen: "Ich schwöre es auf das Grab von Dr. Paxton.")
Netter tierischer Wohlfühlroman
Stormy Skye - Frühling auf der kleinen Alpakafarm in Schottland von K. Elly de Wulf
Zu einer süßen Feel-Good-Story mit tierischen Protagonisten kann ich einfach nicht Nein sagen, erst recht nicht, wenn sie an einem meiner Sehnsuchtsorte - Schottland, Charlotte McGregor und ihrer Kirkby-Reihe sei Dank - spielt und es sich bei den Vierbeinern um drollige Hunde oder flauschige Alpakas handelt! Folglich zog mich dieses Buch, bei dem es sich um den 2.
Band einer Reihe aus der Feder von K. Elly de Wulf handelt, einfach magisch an - nicht zuletzt aufgrund des entzückenden, in frühlingshaften Farben gehalten Covers.
Die wildromantische Isle of Skye ist ein traumhaftes Setting, und tatsächlich war das einladend beschriebene Schottland-Flair, das sich auch in der Wortwahl widerspiegelte ("Aye!") eines meiner Highlights. Lokalkolorit pur!
Erzählt wird die insgesamt eher ruhige, aber nicht langweilige Story abwechselnd aus der Ich-Perspektive der zwei Hauptfiguren, Rosalind (quirlig und direkt) und Niall (sanftmütig-charismatischer Tierarzt).
Für meinen Geschmack hätte der Einstieg in die Handlung ruhig etwas zackiger verlaufen können, so zog es sich jedoch, ehe etwas Schwung aufkam. Gerade der Beginn einer Geschichte sollte so mitreißend sein, dass man unbedingt weiterlesen möchte, hier war dies anfangs lediglich meiner Neugier auf die Alpakas geschuldet. Bereut habe ich es nicht, denn schon bald gibt es neben den ersten amourösen Verwicklungen einige unterhaltsame Missverständnisse, schrullige Dorfbewohner, eine nette Freundesgruppe und jede Menge Tiere.
Niall muss man einfach ins Herz schließen. Seit 3 Jahren ist er hoffnungslos in Rosalind verknallt. Er ist ein loyaler, hilfsbereiter Typ, der ganz und gar in seinem Beruf aufgeht, Tieren zu helfen. Wann immer es einen seiner Patienten schlechtgeht, leidet er regelrecht mit. Solch einen passionierten Tierarzt kann man sich nur wünschen! Bei der toughen Rosalind hingegen fiel es mir aufgrund ihres teilweise aufbrausenden Temperaments (und ihres in meinen Augen oftmals übertriebenen Verhaltens gegenüber Lachlan) deutlich schwerer, mich für sie zu erwärmen. Sie bildet sich ein Urteil, ohne Fakten zu kennen und ihr ganzes Benehmen gegenüber dem Sohn des Clan-Chiefs erschien mir wie das einer unreifen, sich unnötig aufplusternden Teenie-Göre, was ich total schade fand. Es passt nicht zu ihrem restlichen, freundlich-lebenslustigsten Charakter.
Generell muss ich zugeben, dass mich die Hintergründe zu den Nebenfiguren Lachlan und Cait, von denen hoffentlich der nächste Band handeln wird, beinahe noch mehr interessiert haben als Rosalind und Niall, obwohl mir diese nicht per SE unsympathisch waren.
Der Schreibstil ist recht locker, leicht verständlich, umgangssprachlich, humorvoll und beinhaltet zahlreiche schottische Begriffe. Was den Inhalt betrifft, dachte ich mir hin und wieder, dass ich wohl besser erst Band 1 hätte lesen sollen (in welchem es um Melina und Rory geht); so gibt es ein paar Anspielungen bzw. Erwähnungen, die sich mit Kenntnis des Vorgängerwerkes sicher besser in das vorliegende Buch einordnen ließen.
Fazit: 4 Sterne
Ein angenehmer, tierischer Wohlfühlroman vor malerischer Kulisse, mit (- bis auf die gelegentlichen verhaltenstechnischen Aussetzer der weiblichen Hauptfigur -) netten Charakteren. Ideal für alle Alpaka-Liebhaber, Schottland-Fans und Leser:innen von gemütlichen Unterhaltungsromanen.
Wichtige Botschaft
Nebelschimmer von Anya Omah
Zunächst mal ein großes Lob für die Aufmachung der gesamten Reihe - sowohl die klangvollen Buchtitel als auch die traumhaft schönen Buchcover der einzelnen Sturm-Bände sind einfach nur WOW, absolute Coverliebe!! Wer schnell ist, kann sich noch schnell ein Exemplar der Erstauflage von "Nebelschimmer" sichern - mit rotem Buchschnitt!
Hinsichtlich der Handlung verweise ich auf den Klappentext, möchte euch nun aber gerne - natürlich spoilerfrei - erzählen, wie mir die einzelnen Elemente der Story gefallen haben.
Pluspunkte:
Der lockere, unverkrampfte Schreibstil der Autorin las sich sehr angenehm.
Ich fand schnell in die Handlung hinein und hatte, obwohl ich den Vorgängerband noch nicht gelesen habe, nie das Gefühl, dass mir zum Verständnis von Band 2 wichtige Informationen fehlen würden. Selbstverständlich macht es immer Sinn, eine Reihe chronologisch zu lesen, aber manchmal ergibt es sich eben anders. "Nebelschimmer" eignet sich für Quereinsteiger:innen jedenfalls prima zum Kennenlernen der Reihe.
Leser:innen, die Second-Chance-Geschichten und tolle Mädelsfreundschaften feiern, werden hier voll auf ihre Kosten kommen.
Die Wahl des Settings fand ich sehr cool! Lübeck wirkte schon bei Callas Ankunft dort total einladend auf mich; diese Stadt wandert auf meine Liste von Orten, die ich in Zukunft gern mal besuchen möchte.
Die Botschaft dieser gefühlvollen New-Adult-Romance ist unheimlich wichtig. Zum einen fand ich es sehr berührend, auf welch feinfühlige Weise die sympathische Autorin gleich mehrere für sie persönlich schwierige, emotional herausfordernde Themen anspricht und uns dazu bringt, uns mit unbequemen Gedankengängen auseinanderzusetzen. Zum anderen war ich traurig, dass sie solche Erfahrungen überhaupt erleben musste. Wir zeigen im Hinblick auf gewisse gesellschaftliche Probleme mit dem Finger immer gerne auf die USA, nach dem Motto 'schlimm, was dort alles passiert - aber HIER, also nein, bei UNS gibt es so etwas ja nicht'. Weit gefehlt. Ich bin immer wieder fassungslos und beschämt, dass man heutzutage überhaupt noch Aufklärungsarbeit dieser Art leisten muss. Sollte es nicht in unser ALLER Interesse sein, respektvoll miteinander umzugehen?
Kleine Kritikpunkte:
Die Auflösung um Callas Geheimnis kam für mich einen Tick zu spät und erschien mir (angesichts der Tiefe der Thematik) etwas kurz abgehandelt. Ich fand es inhaltlich schrecklich tragisch, emotional erreichte es mich allerdings nicht so richtig.
Manche Passagen, speziell in der Mitte, zogen sich unnötig in die Länge; hier hätte wiederum eine kurze, knackig Szenen-Abhandlung super gepasst.
Zwar mochte ich die einzelnen Figuren (- wobei Jasper mir sympathischer war als Calla -), doch der Funke in puncto Romantik wollte partout nicht überspringen. Vielleicht lag es am ewigen Hin und Her zwischen ihnen…? Ich kann es wirklich schwer benennen, irgendetwas fehlte mir einfach.
Fazit: solide 3.5 Sterne
Trotz ein, zwei Kritikpünktchen hat das Werk mich insgesamt überzeugt und mich definitiv neugierig gemacht auf "Regenglanz" und "Gewitterleuchten"!
Tolle Regency Romance!
Sommer in Edenbrooke von Julianne Donaldson
Dieser herrliche Regencyroman hat mich (positiv) überrascht. Ich liebe ja generell Werke, die in dieser Epoche spielen, und lese sehr gerne Geschichten, in denen es zunächst einige Irrungen und Wirrungen gibt, ehe die Liebenden (und ich) sich über ihr Happy End freuen dürfen. Folglich kam ich an der Story um die erfrischend bodenständige, lebensfrohe Marianne und den charismatischen Sir Philip nicht vorbei.
Ich war begeistert vom schwungvoll-charmanten, bildreichen Schreibstil der Autorin, mit dem sie uns in das Jahr 1816 entführt. Sowohl die der damaligen Zeit entsprechende Wortwahl in den Dialogen als auch die atmosphärischen Beschreibungen des herrschaftlichen Anwesens waren rundum überzeugend und ließen direkt Bilder in meinem Kopf entstehen.
Die Grundidee zur Handlung fand ich ungemein kreativ! Stellt euch das nur mal vor: Ihr trefft eine attraktive Person (A), erkennt allerdings im Anschluss, dass deren Charakter (und Verhalten) eher abstoßend ist. Quasi außen hui, innen pfui. Nein, danke, das ist nichts für euch. Nun lauft ihr jedoch Gefahr, genau ebendieser Person erneut zu begegnen - schlimmer noch, eure Mutter will euch offensichtlich mit ihr/ihm verkuppeln, lädt sie/ihn zu euch nach Hause ein. Der Horror! Also nichts wie weg, oder? Auf eurer Flucht begegnet ihr dann unverhofft einer absolut faszinierenden Person (B) … nur um festzustellen, dass sie die Zwillingsschwester/der Zwillingsbruder von Person (A) und ebenfalls gerade auf dem Weg zu eurem Familienanwesen ist. Setzt ihr eure Flucht trotzdem fort oder kehrt ihr um?!
Mariannes naives Denken blitzt hin und wieder durch, was mir - angesichts ihrer gerade mal 17 Jahre - durchaus authentisch erschien. Ihre Schwester Cecily (bildhübsch, aber oberflächlich und durchtrieben) ist das komplette Gegenteil von ihr; kein Wunder, dass Sir Philip zunächst der Angstschweiß ausbricht, als er annimmt, er müsse nun mit 2 Damen dieser Sorte fertigwerden. Den neckenden Schlagabtausch zwischen ihm und Marianne habe ich sehr genossen.
Für das Cover ziehe ich einen halben Stern ab. Trotz pinkfarbener Blüten wirkt es insgesamt kalt und vermittelt einen distanzierten Eindruck. Zudem wirkt die sittsam-ruhig zur Seite blickende Dame eher traurig und deprimiert, hat also rein gar nichts mit der fröhlichen, gerne herumwirbelnden Marianne gemeinsam. Wenn schon Fotos von Menschen auf einem Cover abgebildet werden, sollten sie zum Hauptcharakter oder zumindest zur Gesamtstimmung des Werkes passen - wir sprechen hier schließlich von einer beschwingten Regency Romance, nicht von einer tragischen, nachdenklich machenden Geschichte.
Um auf meine anfänglich erwähnte Überraschung zurückzukommen: Diese war der unerwarteten Ergänzung am Ende der Handlung geschuldet - der Perspektive von Sir Philip. Hatte ich das Buch aus Sicht von Marianne schon sehr gemocht, war ich nun, als ich SEINE Gedanken während gewisser Szenen erfuhr, rundum glücklich.
Fazit: 4.5 Sterne
Ein schönes Leseerlebnis! Sehr empfehlenswert für alle Fans von Regencyromanen!
Die Zitronenlady und der Erfinder
Secret Royal von Avery Flynn
Soooo lange hatte ich auf den Auftakt der Instantly-Royal-Reihe aus der Feder von Bestsellerautorin Avery Flynn gewartet! … denn hallo, Royal Love Story! - Genau mein Ding! Hinzu kam, dass mein Leseexemplar von der Post verbummelt worden war (- an dieser Stelle vielen lieben Dank an die Bloggerjury für den prompten Ersatz -), sodass meine Neugier schon ihren Zenit erreicht hatte, als ich das langersehnte Werk endlich in den Händen halten durfte.
Brooke hat sich nach einer demütigenden Trennung in ihr Heimatdorf Bowhaven geflüchtet, wo sie als Sekretärin für einen Earl arbeitet. Dieser hält sich selbst für äußerst wichtig und ist der Meinung, dass Adel verpflichtet - in seinem Falle zu snobistisch-herablassendem Verhalten. Gesundheitliche Gründe zwingen ihn, über seine Nachfolge nachzudenken, deshalb soll sein in Amerika lebender Enkel Nick (dessen Eltern er kurz nach Nicks Geburt bewusst entzweit hatte) nun das Familienerbe antreten. Der Erfinder ignoriert zunächst die flehentlichen Nachrichten von Brooke, bitte zeitnah nach England zu kommen; sein Hass auf die Familie seines Vaters sitzt zu tief. Doch Brookes Beharrlichkeit weckt seine Neugier, und bald sitzt er tatsächlich im Flieger, um die "Zitronenlady" mit dem britischen Akzent in Augenschein nehmen zu können und bei der Gelegenheit gleich mal seinem Großvater die Meinung zu sagen, ehe er direkt den Rückflug antritt. Ein guter Plan - in der Theorie. Denn natürlich läuft im Leben nichts nach Plan. Nicht nur, dass das Dörfchen wirklich charmant und Brooke verboten sexy ist, auch der alte Earl hütet ein Geheimnis.
Seufz, die Story hätte echt Potential gehabt. Mir fehlte leider der Tiefgang. Die Figuren waren flach ausgearbeitet, sie blieben mir durchgehend fremd. Dabei fing alles so vielversprechend an - insbesondere die Beschreibung von Brookes Wesen fand ich sympathisch: Sie ist jemand, "für den das Glas immer halb voll ist - nicht auf diese fröhliche, unerträglich dämliche Art, sondern eher nach dem Motto: Lieber Gott, lass das noch nicht alles gewesen sein." Tatsächlich würde ich mich sogar selbst so einschätzen, auch ich bin "eine Realistin mit Hoffnung". Warum ich also im Fortgang der Handlung nicht so recht eine Beziehung zu ihr und Nick aufbauen konnte, lag mehr am insgesamt oberflächlichen Schreibstil, nicht an den Charaktereigenschaften der Figuren. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum genau sie sich ineinander verlieben - ja, man fand sich gegenseitig attraktiv, aber ansonsten … Ich fühlte das Prickeln einfach nicht.
Witzigerweise gefielen mir die heißen Szenen zwischen Brooke und Nick noch am besten - diese Intensität hätte ich mir auch für ihre Gespräche gewünscht. Wenn die Charaktere mich allerdings nicht erreichen, fällt es mir schwer, mit ihnen mitzufiebern.
Deutlich besser gefallen hat mir die Ausarbeitung von Brookes quirlig-frecher Schwester Daisy, die vor einiger Zeit ihr Gehör verloren hat, sich aber dennoch nicht in Selbstmitleid suhlt, sondern aktiv und fröhlich durchs Leben geht. Nicht umsonst werden die unterschiedlichen Schwestern von den Dorfbewohnern 'Yin und Yang' genannt. Ich hätte es begrüßt, wenn die Geschwisterliebe zwischen ihnen deutlicher, spürbarer gewesen wäre.
Die Perspektivwechsel innerhalb der Kapitel (erzählt wird in der dritten Person - aus Sicht von Brooke und Nick, aber es ist auch mal die Perspektive des Earls dabei) waren in meinen Augen nicht optimal. Man wusste immer, um wessen Sichtweise es sich gerade handelt, doch ich bevorzuge generell die Einteilung von einer einzelnen Perspektive pro Kapitel, das ist einfach Geschmacksache.
Das Setting war wirklich nett und würde sich prima als Urlaubsort eignen. Der Zusammenhalt der Gemeinde ist rührend. Abgesehen davon plätschert die Story gemächlich vor sich hin, nur gelegentlich unterbrochen durch stimmungsvolle Erotikszenen und ein, zwei humorvolle Momente (Stichwort: Zahnbürste).
Fazit: solide 3 Sterne.
Es war ganz okay - nicht sonderlich deep, aber für einen kurzweiligen Read zwischendurch absolut passabel. Ich könnte mir vorstellen, dass der Folgeband mich mehr überzeugen wird - den Auftritt der liebenswerten Buchhändlerin Megan (- ihr Hund heißt Mr. Darcy! -) mochte ich nämlich bereits im vorliegenden Werk unheimlich gerne!
Wer war Blanche Monet?
Blanche Monet und das Leuchten der Seerosen von Claire Paulin
Selbst die größten Kunstbanausen unter uns dürften den Namen Claude Monet kennen, welcher oftmals in einem Atemzug mit dem Begriff Impressionismus genannt wird. Von seiner Schwiegertochter (und Stieftochter) Blanche Hoschedé-Monet hingegen, die zwar offiziell nie von dem berühmten französischen Maler unterrichtet worden, jedoch eindeutig in ihrem Schaffen von seinem Kunststil beeinflusst worden ist, hört man - noch - viel zu selten.
Claire Paulin, auch bekannt unter dem Pseudonym Petra Göbel, hat der mir bis dato gänzlich unbekannten Künstlerin nun mit ihrer Romanbiografie ein würdiges Denkmal gesetzt.
Das farbenfrohe Cover ist wunderschön gestaltet und passt perfekt zur Story!
Besonders positiv empfand ich die Darstellung des - im wahrsten Sinne des Wortes - malerischen Settings sowie die intensive und gründliche Recherche der Autorin, die gekonnt Fakten mit Fiktion angereichert hat.
Zu den Figuren blieb bei mir, trotz aller Sympathie, bis zum Schluss eine gewisse Distanz bestehen - einzige Ausnahme: Monets sanftmütige Ehefrau Camille. Zudem fehlte mir ein klein wenig der Fokus auf Blanches Kunst an sich bzw. ihre Kunstwerke, und auch über ihre unerfüllte Liebe zum amerikanischen Maler 'Jack' hätte ich gerne mehr gelesen. Die spannende Familiengeschichte (von welcher Blanches Kindheitsjahre einen bedeutenden, großen Teil des Buches ausmacht) um die vom Vater angehäuften Schulden, das Techtelmechtel der Mutter sowie die interessante und authentisch geschilderte Dynamik zwischen ihr und ihren Geschwistern hat mich dafür gut unterhalten.
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Eine solide Romanbiografie, die eine zu Unrecht unbekannte Künstlerin endlich aus dem Schatten Monets hervorhebt. Gerne spreche ich eine Empfehlung für alle kunstinteressierten Leser:innen und Fans von historischen Romanen aus.
Was für ein Highlight! Ich liebe es!
Was niemand von uns weiß - Burlington University von Sarina Bowen
Dieses Buch - ich liebe es so sehr! "Was niemand von uns weiß" gehört zu den wenigen Werken, die man - sofern man nicht mit ein paar Stunden Lesezeit am Stück gesegnet ist - den ganzen Tag überall mit sich herumschleppt, um so schnell wie möglich wieder in die Geschichte eintauchen zu können.
Bei jeder Lese-Unterbrechung wollte ich verzweifelt "Nicht ausgerechnet jetzt!" ausrufen, weil es einfach durchgehend gut geschrieben ist. Ach, 'gut' ist noch viel zu neutral ausgedrückt. Sarina Bowens Schreibstil ist eine Wucht! - Mitreißend! Sexy! Tiefgründig! Und einfach nur wunderwunderschön! Urig-gemütliche Café-Atmosphäre und Vermont-Flair inklusive.
Band 3 der Reihe "Burlington University" lässt sich unabhängig von den Vorgängerwerken lesen (und das ist keine leere Phrase, wie man sie so oft bei späteren Bänden von Buchreihen sieht, nur um dann festzustellen, dass man während der Lektüre sehr wohl auf Insiderfakten bezüglich der Vorgänger stößt, Charaktere nicht richtig einordnen/einschätzen kann, etc.). Ich hatte hier tatsächlich nie das Gefühl, dass mir Infos fehlen würden oder dass es überhaupt vorherige Bände gibt, denn surprise, surprise - I did it again, ich habe mal wieder eine Reihe mittendrin angefangen, statt brav mit Band 1 zu starten. Dabei stehen "Was wir in uns sehen" und "Was ich dir bedeute" bereits in meinem Regal und subben geduldig vor sich hin. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie riesengroß nun meine Vorfreude darauf ist, da mich Kierans und Roddys Story dermaßen begeistert hat!
Handlungstechnisch passiert gar nicht mal enorm viel und dennoch war ich komplett verzaubert von dieser authentischen Gay Romance! Alle Protagonisten sind wirklich herausragend ausgearbeitet worden und tragen die an sich ruhige Handlung mühelos.
Kieran, dessen grenzenlose Gutmütigkeit, Loyalität und Zuverlässigkeit auf der Shipley'schen Familienfarm als selbstverständlich angesehen (und leider ausgenutzt) werden, steht auf Männer, hat diese Leidenschaft allerdings noch nie ausgelebt. Roderick hingegen ist openly gay und deshalb bei seinen religiösen Eltern in Ungnade gefallen. … auf dem Level, dass sie keinerlei Kontakt miteinander haben. Ich kann euch gar nicht sagen, wie traurig und wütend zugleich mich die Reaktion seiner Eltern machte! Schlimmer war nur noch das Verhalten von Kierans Vater, Stichwort: 'Rexie' - da gab es eine Szene, die mir absolut das Herz gebrochen hat. Am liebsten hätte ich Kieran an den Schultern gepackt, ihm fest in die Augen gesehen und ihm gesagt: "Ich weiß, dass du Streit und Drama vermeiden willst, aber du darfst jetzt auf keinen Fall nachgeben!"
Was den Romance-Aspekt betrifft: Innige Momente wechseln sich mit humorvollen Dialogen ab, ich hätte wahrscheinlich sogar noch weitere steamy scenes gefeiert, aber auch so war die Annäherung der beiden gegensätzlichen Hauptfiguren vollkommen perfekt! Kieran und Roderick waren sich bereits zu Schulzeiten - in einer außergewöhnlichen Situation - begegnet. (Puh, ich kann nur sagen: Hot, hot, hot!) Und nun sollen sie gemeinsam unter einem Dach leben, während die gegenseitige Anziehungskraft immer stärker wird …
In meinen Augen ist diese sowohl heiße als auch slowburn Love Story das bisher beste Werk der talentierten Bestsellerautorin Sarina Bowen. Es gab mir all the feels und vor allem: Figuren, in die ich mich 1:1 hineinversetzen konnte, mit denen ich mitgelitten und mitgefiebert habe. Kieran und Roddy haben mein Herz erobert!
Fazit: 5 ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Unbedingte Leseempfehlung für alle NA-Fans!
Tolle Tanzshow
Love it up von Stella Tack
Bei diesem in knalligem Rot leuchtenden Cover und solch einem verlockenden Klappentext konnte ich einfach nicht widerstehen! Ich sage nur:
- Südkorea (- selbst wenn ich noch nicht gänzlich von der K-Pop-Welle erfasst worden war, reizte mich diese Thematik ungemein und ich war voller Neugier -),
- eine Castingshow (- Wie cool ist das denn!! -),
- Tanzen!
… das klang nach einer verheißungsvollen Kombination und viel Lesespaß!
Das außergewöhnliche Setting bzw.
der kreative Handlungsrahmen war dann letztlich auch mein persönliches Highlight dieser New-Adult-Romance. Schon zu Beginn haben mich die atmosphärischen Beschreibungen absolut begeistert, mit denen die Autorin uns zur letzten Etappe von Ethans und Tysons Weltreise entführt. Ich war noch nie in Südkorea, aber genau so stelle ich es mir vor. (Sollte ich jemals dorthin reisen, hoffe ich allerdings, dass nie jemand eine Katze nach mir werfen wird.) Leider mussten wir uns von dieser trendigen Location schon nach wenigen Kapiteln verabschieden, da die Handlung in Las Vegas fortgesetzt wurde - diese Stadt wiederum kenne ich dank einiger Besuche recht gut und war ein klein wenig enttäuscht, dass vom Vegas-Flair nichts spürbar war. To be fair, der Fokus lag auf dem Trainingszentrum, welches Ethan ohnehin kaum verlassen durfte.
Erzählt wird (jeweils in der Ich-Form) aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren. Ich mochte sowohl Payton als auch Ethan gerne, wobei ER mein klarer Favorit war. Ethan ist einer von den Guten, der nette Junge von Nebenan, dem man vertrauen und sein Herz ausschütten kann; ein attraktiver, hilfsbereiter, vernünftiger Mann, quasi der Traum einer jeden Schwiegermutter. Aufgrund eines gebrochenen Herzens (- klassischer Fall von Friendzone -) leidet er unter Selbstzweifeln, möchte nicht als Langweiler gelten. Ich hätte ihn so gerne des Öfteren mal getröstet, ihm ist überhaupt nicht bewusst, was für ein Catch er ist! Über seine Engelsgeduld gegenüber seinem liebenswert-chaotischen besten Freund Tyson, der sich als Nebenfigur zwar ziemlich amüsant las, mich im realen Leben mit seiner über-extrovertierten Art allerdings gewiss in den Wahnsinn treiben würde, konnte ich nur staunen.
Payton hat viele tolle Eigenschaften, ist energiegeladen, schlagfertig, flirty und verdammt gut in ihrem Job als Choreografin; vor allem bewunderte ich die Tatsache, dass sie nicht in Selbstmitleid versunken ist, nachdem bei einem Unfall in der Vergangenheit ihr Bein zertrümmert und ihre eigene Tanzkarriere beendet worden war. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich im Hinblick auf ihr Verhalten Ethan gegenüber mit einigen Szenen nicht so happy war, oder an der Tatsache, dass ihre Figur mir (im Vergleich zu den anderen Charakteren) blass bzw. oberflächlicher ausgearbeitet erschien, aber mit fortschreitender Handlung interessierten mich eigentlich nur noch Ethan, die Jungs aus seinem Team und die Tanzshow. Payton - ja, sie war da, und ich wünschte ihr nichts Schlechtes, aber sie war mir egal. Überhaupt erreichten mich die Emotionen zwischen ihr und Ethan nur direkt am Anfang der Handlung, statt einer Vertiefung blieb ihre Annäherung anschließend jedoch eher flach.
Ich wusste im Vorfeld, dass es sich bei "Love it up" um den 3. Band einer Reihe handelt, deren Bücher 1 und 2 ich noch nicht kannte, hatte diesbezüglich jedoch keine Bedenken, schließlich war es nicht das erste Mal, dass ich quer in eine Buchreihe einsteige (darin bin ich sozusagen ein alter Hase) und die Geschichte verfügt über eine in sich geschlossene Handlung. Nun kommt das ABER: Die Figuren der Vorgängerwerke waren dermaßen dauer-präsent, dass ich hier irgendwie das Gefühl bekam, außen vor zu sein - auf eine Clique zu stoßen, bei der es offensichtlich ist, dass man nicht dazugehört. Ich verstehe den Gedanken dahinter, dass es für Fans der Reihe sicher einen runden Abschluss bildet, all ihre Lieblingscharaktere nochmal zu erleben (- ich selbst freue mich auch immer über wiederkehrende Figuren bei anderen Buchreihen -), doch hier kamen mir die ganzen Verflechtungen mit jeder Enthüllung mehr und mehr wie ein exklusives Protagonistengrüppchen vor und ich fühlte mich nicht so richtig wohl.
Anfangs war ich sooo hin und weg vom humorvollen und mit realistischen Dialogen gespickten Schreibstil der sympathischen Autorin. (Insbesondere die Schilderungen in den Südkorea-Szenen waren echt WOW, ebenso die ersten gemeinsamen Szenen von Ethan, Tyson, Aaron, Payton. Die Behind-the-Scenes-Einblicke ins knallharte Entertainment-Business waren on point; es machte richtig Spaß, die Show zu verfolgen.) Mit zunehmendem Drama verlor sich diese Authentizität jedoch leider immer weiter, und im letzten Drittel erschien mir das Ganze beinahe schon leicht klamaukig-überspitzt, was ich mega schade fand.
Fazit: 4 Sterne
Es war nicht mein bisheriges Stella-Tack-Highlight, aber trotz kleiner Schwächen ein gutes Buch, das mich insgesamt prima unterhalten hat.
Sommerleichte Urlaubslektüre für Katzen-Fans
Ein Sommer mit Hemingways Katzen von Lindsey Hooper
Ich war wild entschlossen, diesen Roman zu lieben. Eine Feel-Good-Story mit tierischen Protagonisten … vor der traumhaft schönen Kulisse Key Wests. Das klingt doch automatisch nach einem herrlichen 5-Sterne-Read, oder?
Setting:
Es gibt viel zu wenige Romane, die hier spielen! Key West, Florida - man muss es einfach selbst mal erlebt haben.
Pastellfarbene Holzhäuschen, majestätische Kolonialbauten, Palmen, türkisfarbenes Wasser, malerische Sunsets, fruchtige Cocktails … dafür muss man aber auch Touristenhorden in Kauf nehmen, eine unerträgliche Luftfeuchtigkeit und Hühner, jede Menge Hühner. Ich kann persönlich bezeugen: In fast jedem (Vor-)Garten, am Straßenrand, auf öffentlichen Plätzen - überall gackert oder kräht ein Federvieh. Auf den ersten Seiten dieser Geschichte begegnet uns ebenfalls direkt ein Hahn, der mit seinem selbstbewussten Kikeriki die Morgensonne begrüßt, daher: volle Punktzahl in Sachen Authentizität.
"Wer braucht da einen Wecker? […] Wenn dieser Hahn kräht, folgt jeder seinem Ruf. Am Ende sogar die Sonne."
Hauptfigur:
Laura war mir sympathisch, blieb insgesamt jedoch (verglichen mit anderen Romanfiguren) ein etwas blasser Charakter - das lag in meinen Augen nicht an ihrer reizenden Person, sondern an der Vielzahl der Nebenfiguren (und deren eigenen Plots) sowie an der Tatsache, dass der spezielle Schreibstil für eine gewisse Distanz sorgte. Vielleicht bin ich mittlerweile lediglich zu sehr an Romane gewöhnt, die in der Ich-Perspektive geschrieben sind, wer weiß.
Handlung:
Die kreative Grundidee zur Rahmenhandlung dieses Werks ist definitiv mal was anderes. Sie ist übrigens von wahren Begebenheiten inspiriert (Stichwort: Hurrikan "Irma"), wurde zu Unterhaltungszwecken aber angereichert mit fiktiven Elementen. Der Trubel im Hemingway-Haus bzw. die Katzenperspektiven hätten mir handlungstechnisch völlig ausgereicht. Doch hinzu kamen diverse Subplots - z.B. um die entzückende Taxifahrerin "Mama Marley" (= meine Lieblingsfigur), die um Laura balzenden Männer, Lauras Chefin Margarita … Für mich waren es unterm Strich zu viele Baustellen, hier wäre weniger mehr gewesen. So herrschte eine gewisse Unruhe, was nicht recht zum eigentlich chillig-entspannten Insel-Vibe passten wollte.
Schreibstil:
"Auf der südlichsten Amsel der Florida Keys passiert jeden Morgen etwas wirklich Lustiges. Die Sonne weigert sich aufzugehen. Wie ein schläfriger Tourist, der am Vorabend ein paar Margaritas zu viel hatte, versteckt sie ihr Gesicht hinter einer Wolkendecke und versucht, den Lärm der Frühaufsteher da unten auszublenden."
Den Einstieg, welcher aus der Sicht eines allwissenden Erzählers einen gemütlichen Morgen auf Key West beschreibt, fand ich großartig. Wenn im Anschluss ein Cut und ein Wechsel zur Ich-Perspektive Lauras erfolgt wäre (- worauf ich gehofft hatte bzw. wovon ich eigentlich ausgegangen war -), hätte es perfekt gepasst. Doch irgendwie erschienen mir die diversen Perspektivwechsel in dieser Story nicht rund, man flipperte hin und her. Dafür fand ich die Dialoge gleichermaßen realistisch wie humorvoll.
Was ich sonst noch gerne mochte:
Die Covergestaltung passt perfekt zur Handlung und zum Genre, ebenso die witzigen Kapitelüberschriften à la "«Sie sind hoffentlich nicht allergisch gegen Katzen?!»".
Die Namen der polydaktylen Fellnasen (sie haben 6 statt den üblichen 5 Zehen an den Pfoten) orientieren sich an ihren jeweiligen Wesenszügen - Chew-Chew, Whiskey, Spinderella … super süß!
Fazit: Starke 3 ½ ✰ ✰ ✰
Hier kommen Katzen-Fans voll auf ihre Kosten; auch als angenehm unterhaltsame, sommerleichte Urlaubslektüre für Zwischendurch eignet sich die Geschichte hervorragend.
Netter Regencyroman für Zwischendurch - mit kleinen Schwächen
Eine Liebe in Blackmoore von Julianne Donaldson
Ich muss zugeben: Beinahe hätte mich das Cover abgeschreckt. Selbst mir (als Fan von Romanzen, in denen es gerne mal übertrieben kitschig zugehen darf) war die Gestaltung einen Hauch too much. Zum Vergleich: Das Cover vom ebenfalls bei Piper erschienenen Regencyroman "Ashington - Verliebt in einen Earl" gefällt mir wesentlich besser.
Letztlich siegte meine Neugier, denn der Klappentext klang vielversprechend … und weckte eine gewisse Erwartungshaltung.
Was ich mir erhoffte: Flirts, Herzklopfen, tiefe Gefühle, Romantik eben - nicht zwingend heiße Szenen à la Bridgerton, aber zumindest humorvolle Leichtigkeit. Das Werk hatte in meinen Augen unheimlich viel Potential: vom Friends-to-Lovers-Trope über herrlich nervige Nebenfiguren, die einen zur Weißglut treiben, bis hin zur großen Frage, wie die Autorin das scheinbar unabwendbare Unglück in ein Happy End verwandeln wird (von dem ich aufgrund des Genres und der Covergestaltung ganz selbstverständlich ausgegangen bin). Doch abgesehen vom wundervoll angenehmen Schreibstil, welcher sich durch einige bezaubernde Gedanken-Formulierungen und eine glaubwürdige Wortwahl in den Dialogen auszeichnet, fällt mir spontan nur ein einziger positiver Fakt zur Story an sich ein: die glaubwürdige Beschreibung der Freundschafts-Dynamik zwischen Kate und Sylvia.
Blackmoore, das Setting dieses klassisch anmutenden, in einer für Frauen ziemlich restriktiven Epoche spielenden Romans, erinnerte mich entfernt an Jane Austens "Northanger Abbey" (wenn auch leider weniger atmosphärisch beschrieben): ein altes englisches Herrenhaus/Landschloss mitten in der Natur, voller Geheimnisse - und Geheimgänge, in denen man sich unbeobachtet näherkommen kann ... Bei solch einer interessanten Location wäre das quasi schon die halbe Miete gewesen.
Ich hätte mir eine andere Fokus-Aufteilung gewünscht: intensivere Beschreibungen des Settings, mehr Flair, und stattdessen einen Hauch weniger Drama und Gemeinheiten. All die Intrigen waren mir schlichtweg zu viel, ich hatte permanent Mitleid mit der weiblichen Hauptfigur, deren Umfeld (bis auf Henry) sich konsequent weigert, sie mit dem Namen "Kate" anzusprechen. (Spoiler: Kitty weist gefühlt auf jeder dritten Seite jemanden darauf hin, dass sie lieber "Kate" genannt werden möchte.)
Eigentlich war Kitty/Kate, so naiv und stur sie manchmal auch war, mir sympathisch; an ihrer Figur lag es also nicht, dass das Werk mich nicht 100%ig packen konnte. Sie träumt davon, mit ihrer Tante nach Indien zu reisen (mutig, vor allem zur damaligen Zeit), ihre Frau Mama (- die zu Kates Blamage regelmäßig mit allem flirtet, was männlich und NICHT Kates Vater ist -) möchte sie lieber vorteilhaft verheiraten - nicht etwa im Sinne von 'mein geliebtes Kind soll finanziell abgesichert sein', sondern 'wenn du dir keinen reichen Kerl schnappst, habe ich all die Jahre umsonst mit dir vergeudet'. Charming, oder?! Glückliche Kindheit: Fehlanzeige. Kates einziger Lichtblick sind ihre Freunde, die Geschwister Sylvia und Henry Delafield. Abgesehen davon, dass das Verhalten von Mama Worthington taktlos und peinlich ist, ruiniert es Kates Aussichten auf eine lohnenswerte Verbindung, zumal auch Kates älterer Schwester Eleanor ein zweifelhafter Ruf nacheilt.
Kennt ihr das Gefühl von hilfloser Wut? Man möchte aus der Haut fahren, weiß aber, dass jede Reaktion dieser Art die Situation noch verschlimmern würde, also beißt man die Zähne zusammen, obwohl man innerlich brodelt. Genauso fühlt die Heldin sich sehr, sehr oft in diesem Roman. An ihrer Stelle hätte ich mindestens in zwei Situationen die Contenance verloren: zu Beginn der Handlung, als ihre Mutter ihr die Reise nach Blackmoore verbieten möchte, sowie im Umgang mit Sylvias neuer BFF. (Stichwort: als Mitgefühl getarntes herablassendes Verhalten - geht gar nicht!) Kein Wunder, dass Kate gerne mal durchs Fenster flüchtet, um in Ruhe durchatmen zu können.
????????????????????: 3 ½ ✰ ✰ ✰
Eine plottechnisch überschaubare Regency-Romanze, die mich aufgrund kleiner Schwächen nicht gänzlich überzeugen konnte, aber dennoch insgesamt gut unterhalten hat. Was Mozart, Faust und stumme Vögel mit der Geschichte zu tun haben, müsst ihr selbst herausfinden!











