Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nil_liest:
Wunderbares Buch für das Vorleseritual am Abend!
Wenn kleine Kinder müde sind von Reider Katja
Die beiden Katjas haben hier ein sehr niedliches Buch für die Allerkleinsten gereimt und illustriert: Zum einen Katja Reider als Autorin der gereimten Texte und Katja Senner, die Illustratorin. Das kleine feine Buch „Wenn kleine Kinder müde sind“, dass in der Ravensburger Reihe ministeps erschien, ist ein hervorragendes Büchlein um das Vorleseritual am Abend einzuführen.
Selbst bei den Kleinen kann es ein schönes Abendabschlussritual sein, wenn man aus solch einem Buch vorliest, natürlich sehr langsam und immer wieder mit Betrachtung der schönen Bilder auf denen es unzähliges zu entdecken gibt, aber nichts aufwühlendes!
Auch wenn auf dem Cover 12m+ steht, eignet sich die Anschaffung schon vorher! Denn auch ein Buch will mal haptisch erkundet werden und das geht hiermit auch, denn die Seiten sind aus dickerer Pappe.
Eine Insiderin schreibt einen Roman!
Die Galerie am Potsdamer Platz von Alexandra Cedrino
Alexandra Cedrino ist Teil der bekannten Kunsthändlerfamilie Gurlitt und hat nun ihr Wissen um die Kunstszene gekonnt in eine fiktive Geschichte umgesetzt. Beim Lesen des Romans bekommt man das Gefühl; hier weiß die Autorin sehr wohl wovon sie schreibt.
Aber nun zum Inhalt! Um was geht es in diesem Roman? Es ist ein historisches Setting.
Die junge Kunststudentin Alice Waldmann zieht nach dem Tod ihrer Mutter nach Berlin, wir befinden uns im Jahr 1930. Sie wählt Berlin, da sie an ihre Familie anknüpfen will, die sie noch nicht kannte, eine Kunsthändlerfamilie und spürt ihre eigene Großmutter auf. Hinzu kommt eine aufkeimende Liebe mit einem Deutsch-Iren und macht große Pläne einer Wiedereröffnung der Galerie. Dann kommt ein zweiter Mann zum Gesehen dazu: Erik, leider ein fanatischer Nazi mit großer Kunstsammlung. Die Zeiten stehen auf Rechts und Alice muss sich in den Wirren der Zeit zurecht finden.
Sprachlich gut umgesetzt und leicht zu lesen, machte der Roman viel Freude bei der Lektüre. Nur war die Tiefe der Charaktere manchmal etwas dürftig, da hätte noch mehr Modellierung statt finden können. Aber sonst ein solides Stück Unterhaltung.
Der Drang nach Freiheit trübt das Glück
Das Licht vergangener Tage von Kiss Nikoletta
Kann das Streben nach Freiheit dem eigenen Glück im Wege stehen? Für mich ist diese Frage das übergeordnete Thema des Debütromans von Nikoletta Kiss „Das Licht vergangener Tage“. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, zum einen in der Gegenwart und wir begleiten die Enkeltochter Anna, die durch ein Bild mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird.
Die zweite Zeiteben beginnt im Jahr 1949 in Budapest und wir erleben wie eine junge frische Liebe entsteht. Diese wird gefordert und geformt von den historischen Umwälzungen im damaligen Ungarn. Obwohl der Leser durch den gegenwärtigen Erzählstrang recht genau weiß wie es ausgeht, bleibt der Roman spannend und interessant. Denn die Autorin schafft es gekonnt die Charakter, alle mit ihren inneren Zerrissenheit auszuleuchten und uns näher zu bringen.
Die Protagonistin ist ganz eindeutig Rebeka, die Großmutter von Anna, die vor dem 2. Weltkrieg der Oberschicht Ungarns angehört und durch die sozialistischen Umwälzungen ihr Leben neu ordnen musste. Diese Erzählstrang ist der Dominate und alle anderen Facetten umkreisen ihr Leben.
Mir hat der Schreibstill von Nikoletta Kiss außerordentlich gut gefallen. Leicht zu lesen und doch sehr tiefgründig. Auch die Einarbeitung der Nachkriegsgeschichte Ungarns gelang ihr hervorragend, fast en Passante lernt man noch dazu!
Fazit: Manchmal hat man keine Wahl und das Schicksal ist gnadenlos und manches Mal ist die Auswahl an Möglichkeiten zu groß und man verrennt sich und verpasst das große Glück.
Eine tolle Entdeckung! Ich behalte die Autorin im Auge und freue mich auf ihr nächstes Werk.
Preis-Leistungs-Knaller!
Mein schönstes Sachen suchen von Susanne Gernhäuser
Wir hatten einige der Bücher aus der „Sachen suchen“-Reihe als unsere Kinder klein waren, denn sie waren immer beliebt und oft einsetzbar. Nun gibt es diesen Jubiläumsband mit den besten aller Suchbildern aus der Reihe, daher sind die Zeichnungen auch von verschiedenen Illustratorinnen.
Die Bilder sind Alltagsituationen, wie ein Schwimmbadbesuch oder Verkehrsszenen auf einer Kreuzung oder Interessensgebiete wie ein klassischer Bauernhof.
Jede Seite hat ein paar einleitende Worte zum Bild damit das Kind in der Szenerie ankommen kann. Dazu sind am linken Rand vereinzelte Gegenstände, Personen oder Tiere mit Bezeichnung abgebildet -die Suchleiste, diese Gegenstände sollen dann vom Kind im Bild gesucht werden.
Das Buch ist für Kinder ab 2 Jahre wunderbar geeignet. Wir haben sie immer gern unterwegs eingesetzt, sei es in der Bahn, im Wartezimmer oder Restaurant, immer ein praktischer Begleiter!
Mir gefallen die Bilder allesamt sehr gut, denn sie sind unaufgeregt, wenig grell und sehr harmonisch.
Ein Wunder der Natur erklärt für die Kleinsten
Wie kleine Tiere groß werden von Grimm Sandra
Sandra Grimm hat wieder ein wunderbares Kleinstkindbuch erschaffen mit „Wie kleine Tiere groß werden: Die kleine Raupe“. An dieser Stelle möchte ich die talentierte und kreative Sandra Grimm ausgiebig loben, denn für die kleinsten sind ihre Bücher immer ein Treffer. Sie hat schon unzählige nette und schöne Bücher erschaffen und wir haben sie alle geliebt.
In diesem steht die Natur im Mittelpunkt und wir begleiten mit wenig Text altersgerecht eine Raupe die zum Schmetterling wird. Ein wahres Wunder der Natur.
Einfach in Szene gesetzt begleiten wir die Raupe beim Großwerden und können aber auch andere schöne Details auf den Seiten entdecken – seien es Pflanzen oder andere Tiere. Ein Buch das man immer wieder mit den Kleinsten anschauen und erforschen kann, denn es gibt auch allerlei Löcher in denen die Finger sind hineinbohren können!
Fazit: Schön, handlich, immer wieder was zu entdecken – Ab 1 Jahr gut anschaffbar und dann gut und gerne 2 Jahre im Einsatz.
Was für eine simple Frage, die so viel verändern kann!
Umarmst du mich mal? von Eoin McLaughlin
Es gibt viele niedliche Bücher schon für die Allerkleinsten, aber dies hier trifft einen ins Herz durch die Schlichtheit und die Herzlichkeit der Botschaft, die es transportiert. Es mag nicht immer sofort jemanden geben, der einem die Zärtlichkeit entgegenbringt, die man sich in dem Moment erhofft, aber irgendwann trifft man die Person und es ist umso schöner.
Vor allem schätze ich an diesem Wendebuch, dass hier offen kommuniziert wird über die emotionalen Bedürfnisse. Vielleicht löst es etwas in den Kindern aus und sie werden offener mit ihren Emotionen umgehen und, wenn schon möglich, auch klar einfordern können was sie möchten.
Das Buch kann übrigens entweder aus der Perspektive der Schildkröte angeschaut werden oder aus der Perspektive des Igels – beide treffen sich und umarmen sich natürlich in der Mitte!
Sehr schlicht illustriert, aber mit viel Liebe. Es macht das Buch auch so intensiv, dass nichts von der so wichtigen Umarmung ablenkt!
Meine Hoffnung ist, dass die Zärtlichkeit im Text auf die Vorleser und die Situation „übergreift“ und das schnelllebige Miteinander wenigstens für einige Minuten beruhigt.
Die Hoffnungsträgerin im Bilderbuch
Greta und die Großen von Zoë Tucker
Der Jungstar und die Hoffnungsträgerin unserer Zeit nun auch die Inspirationsquelle für ein Bilderbuch: Greta Thunberg.
„Greta und die Großen“ von Zoe Tucker ist ein wunderbares Bilderbuch, dass unseren Zeitgeist einfängt und schon den Kleinsten vermittelt was es mit dem Klimaschutz auf sich hat & wer Greta Thunberg ist.
Es ist aber in der Tat eher ein Bilderbuch über ein Mädchen, dass im Wald lebt und die Bedrohung der Abholzung direkt erfährt. Anhand dieser Geschichte wird der Sinn des Klimaschutzes für Kinder greifbarer.
Sehr vereinfacht und daher schon sehr gut ab 3 Jahren vorlesbar. Am Ende des Buches gibt es dann für die etwas Größeren einen Text wer Greta Thunberg ist und was sie antreibt und gemacht hat sowie ein paar erste Handlungsideen.
Wir finden die Illustrationen sehr gelungen und schön. Sprich trotz großem Bildungsauftrag, auch ein einfach schönes Bilderbuch.
Ach und wem es Ernst ist: Das Buch ist aus 100% recyceltem Papier gedruckt und für jedes gekaufte Exemplar geht eine 20 Cent-Spende an Greenpeace!
Zum 9. Mal unterwegs und wieder gut wie eh und je!
Hotel Cartagena - Kriminalroman (Chastity-Riley-Serie 9) von Simone Buchholz
Wenn man eine Rezension zu einem Band aus einer Reihe schreibt, ist es mir immer ein Anliegen die alten Fans abzuholen und die neuen Entdecker, die vielleicht mit den Protagonisten noch nicht vertraut sind und das ohne zu viel zu verraten! Oh ha!
Das Schöne an den Krimis rund um Chastity Riley ist ihre sehr eigene Art, sie ist eine Staatsanwältin mit Hirn und Füßen auf dem Boden der Tatsachen! Ja, ich finde auch, dass der Name für Hamburger Verhältnisse einfacher hätte ausfallen können… aber sonst ist ja alles perfekt!
Simone Buchholz ist eine Klasse für sich.
Sie schreibt einfach gut – schnodderig und zugleich mit Niveau! Wie geht das? Ganz einfach, die Fälle sind gut und es ist kein Hamburger CSI, nein, eher verwegene und interessante Gespräche mit Zigaretten und Alkohol, die ans Ziel führen.
Und hier ein Einschub für die alten Hasen: Nicht wundern, denn dieser Fall ist etwas anders gestaltet als die Vorgänger! Macht aber nichts, der Lesespaß ist trotzdem gegeben.
Nun zu diesem 9. Fall, sofort ist man mitten im Geschehen drin. Zu Beginn trifft der Leser auf eine Horde wilder Männer, die böses im Sinn haben, mitten am Hamburger Hafen! Gepaart mit einer anfänglichen Geburtstagsparty (von Faller) auf der Chastity sich zunächst unwohl fühlt, da in einer zu schicken Hotelbar. Und dann passiert es – Maskiere stürmen die Bar und es gibt eine Geiselnahme! Rückblenden in die 80er Jahre bringen Dunkel in dieses Geschehen und auch in Chastitys Vergangenheit.Was hat das alles mit Cartagena zu tun? Lesen! Sonst verrate ich zu viel.
Muss man alle anderen 8 Fälle kennen? Es ist natürlich immer einfacher, aber ich bin überzeugt und ich finde auch, dass man nicht alle vorherigen Chastity Riley-Fälle kennen muss um hier im Text anzukommen. Die Spannung packt auch ohne Vorkenntnisse!
Fazit: Ein Krimi der aus meiner Sicht alles hat was er braucht: Niveau, Charm, Verwegenheit, Action und Spannung. Und natürlich für alle deren Herz für Hamburg brennt!
Es geht um die Optik
Hotel Cartagena - Kriminalroman (Chastity-Riley-Serie 9) von Simone Buchholz
Dieses Buch zog mich zunächst durch das sehr schöne Cover in den Bann. Es wirkte antiquiert und retro und doch so modern. Wunderbar wie sich im Buchcover schon ein entscheidender Aspekt des Romans von Whitney Scharer wiederspiegelt: die Optik. Auch der Titel hält dem ästhetischen Thema stand: „Zeit des Lichts“.
Es geht nämlich um das bewegte Leben der Fotografin Lee Miller.
Ein Roman der mit einem Prolog im Jahr 1966 startet aus der Retroperspektive aus der Sicht von Lee Miller erzählt und somit das Ziel vorzeichnet wo der Roman als Weg hinführt. Mag für den ein oder anderen zunächst Langweilig erscheinen, ist es aber ganz und gar nicht. Der Roman ist mit diesem vorgezeichneten alten Ego von Lee Miller eine Voraussage. Aber wie wird sie zu dem was sie am Ende ihrer Lebzeit war?
Natürlich eine fiktionale Annäherung, aber eine interessante! Die eigentliche Geschichte wird dann chronologisch erzählt und der Leser startet im Jahr 1929 in Paris mit einer jungen lebenshungrigen Lee Miller, die bereit ist die Welt zu entdecken, aber für damalige Verhältnisse als Frau sehr unfrei war.
Mir gefällt der Roman sprachlich sehr gut, eine fein erzählte Geschichte. Eine Frau die sich durchgeboxt hat und ihren eigenen Weg ging.
Fazit: Eine Hommage an eine moderne Frau in unmodernen Zeiten!
Grand Dame einer vergangenen Zeit
Die Dame hinter dem Vorhang von Peters Veronika
Wenn ein/e Autor/in sich einem Thema angenommen hat und es mit viel Freude durchdenkt und eine Roman basierend auf ihrer Recherche zu Papier bringt, merkt man schnell ob mit Präzision gearbeitet wurde und das kann man in diesem Fall!
Veronika Peters hat mit „Die Dame hinter dem Vorhang“ ein wunderbares Buch geschrieben über die Exzentrikerin Edith Sitwell.
Ende des 19. Jahrhunderts war es in adeligen Kreisen notwendig als Frau eine Schönheit zu sein um auf dem Heiratsmarkt eine gute Partie abzubekommen. Und nun kommt Edith 1887 als hässliches Entlein zur Welt, zwar schlau wie ein Fuchs und mit einem ungebändigten Wissensdurst, aber leider zählte das Nichts zur damaligen Zeit, die Rolle der Frauen war klar beschränkt: Zum Glück hat Edith eine Freundin, Emma Banister, die ihr zur Seite steht so gut sie kann, denn sie ist im Rang nicht ebenbürtig, die Tochter des obersten Gärtners. Später bekommt sie eine Anstellung im Haus und kann ihr näher sein. Erzählt wird es allerdings aus Jane Banisters Sicht, die später einmal auch für Edith arbeitet. Eine sehr enge Vertraute, aber sie bleibt ihr Leben lang eine Angestellte.
Durch die beiden Banister Frauen lernen wir Edith Sitwell kennen durch alle Perioden ihres Lebens, sei es die tragische Liebe, der Krieg oder auch ihre zum Teil dürftige finanzielle Situation bis hin zu ihren schriftstellerischen Erfolge.
Edith Sitwell provoziert gerne, lockt ihren Gegenüber gern aus der Deckung und ist gnadenlos mit ihrem Umfeld. Trotz all ihrer Unzulänglichkeiten weicht Jane ihr nicht von der Seite.
Der Schreibstil ist angenehm und der Roman ist wohl bemerkt auf Deutsch verfasst, obwohl er britischer nicht sein könnte. Details, die auch viele Informationen zwischen den Zeilen durchblicken lassen. Well done!
Mich hat der Roman in seinen Bann gezogen und von Edith Sitwell überzeugt, genauso wie Veronika Peters mit ihrem Können.
Fazit: Wer sich der Grand Dame Edith Sitwell auf fiktive Weise nähern will, sollte unbedingt zu diesem sehr guten Portrait greifen.










