Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nil_liest:
Ein Mutmachbuch für alle die sich trauen einen Schritt weiterzugehen
Kennt ihr das: Immer der gleiche Trott? Immer die gleichen Abläufe und ein Tag gleicht dem anderen? Seufzt – tja, und dann gibt es da die Wenigen mit viel Mut und Wille etwas zu ändern und wagen ein Abenteuer. Reich belohnt mit einer komplett anderen Weltsicht und der inneren Stärke etwas aus eigenem Antrieb anders gemacht zu haben und vor allem: Das eigene Glück gefunden ohne auf Konventionen Rücksicht zu nehmen.
Und so jemand ist: Sarah Kringe! Sie schrieb über ihr lebensverändernden Roadtrip ein Buch: „Happy Road“ mit dem sehr passenden Untertitel „Dem Weg ist das Ziel egal“.
Dieses Buch ist ein Einblick die das Leben von Sarah und Mathias. Die beiden kennen sich noch nicht lang und ihre Lebensrealitäten könnten nicht weiter von einander entfernt sein als sie sich trafen. Die hippe Frau aus Berlin und der naturliebende Skilehrer aus Österreich. Und dann diese Entscheidung: VW Bus packen und gemeinsam los – ohne Netz und doppeltem Boden. Es geht durch Osteuropa, den Balkan bis hoch hinauf nach Skandinavien.
Natürlich läuft nicht alles glatt und es gibt Höhen und Tiefen! Dieses ganze Sammelsurium an intensiven Gefühlen und Erlebnissen ist zwischen diesen Buchdeckeln zu finden gepaart mit stimmungsvollen Bildern.
Ich habe beim Lesen viel Respekt vor Sarah entwickelt, zum einen, weil sie so brutal ehrlich ist und uns auch auf ihre eigene innere Reise mitnimmt und weil es ECHT eine Veränderung war. Aber hier bewahrheitet sich auch der Grundsatz: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Und Sarah hat hier massiv an Lebensqualität gewonnen.
Daa Buch ist übrigens in einem sehr sehr jungen Verlag erschienen: Wenn nicht Jetzt-Verlag! Spannend wie auch hier zwei dynamische Personen den Mut hatten einen eigenen Verlag zu gründen und großartigerweise klimapositiv produzieren!
Fazit: Amüsant, bereichernd - großer Respekt vor dem Mut! Unbedingt lesen und mit den beiden die Reise gedanklich mitmachen!
Wie „chicken soup for the soul“ auf japanische Art.
Kleine Wunder um Mitternacht von Keigo Higashino
Immer wieder zieht mich die leise und feine Erzählkunst der Japaner:innen an und ich freue mich auch dieses Mal wieder eine wunderbare Entdeckung gemacht zu haben mit Keigo Higashino. Der Autor, der wohl für seine Krimis vielfach ausgezeichnet und weltweit bekannt geworden ist, legt mit „Kleine Wunder um Mitternacht“ eher eine märchenhafte schöne Erzählung vor als ein spannungsgeladenes Buch! Aber es lohnt sich, ist man gewillt in diese Geschichte einzutauchen.
Da sind sie nun die drei Gauner, die nach ihrem gedrehten Ding in dem verlassenen Gemischtwarenladen sitzen und eigentlich nur darauf warten wieder aus der Versenkung auftauchen zu dürfen. Aber was ist das? Plötzlich flattert ein Brief durch den Schlitz, den die 3 öffnen um dann ein handfestes Problem zu lösen, denn ignorieren lässt es sich nicht – so düster sind die Kleinkriminellen nun auch wieder nicht. Eine Frau sucht eigentlich Rat bei dem verstorbenen Besitzer des Ladens. Die Geschichte kommt ins Rollen.
Durch Zeitsprünge, durch perspektivische Wechsel und allerlei anderer Kniffe erfahren wir auch was es mit dem Laden auf sich hatte, um was es der Frau genau geht und wie die drei Halunken damit umgehen.
Eine in der Tat märchenhafte, leise nette Geschichte, die ans Herz geht. Und sehr ruhig und mit viel Bedacht erzählt wird. Mich hat sie überzeugt und ich erhoffe dem Buch noch so einige Leser:innen.
Fazit: Wie „chicken soup for the soul“ auf japanische Art.
Auch auf Madeira wird gestorben!
Tod auf Madeira von Tomás Bento
Bei hohen Temperaturen im heimischen Garte oder am See, im Freibad könnte man mit diesem Krimi fast denke, dass man selbst im Urlaub verweilt! Laura Flemming, eine Krimi-Autorin macht sich mit ihrer Freundin Britta auf nach Madeira. Sie will einfach nur raus und weg vom untreuen Ehemann. Sie wollen in ein Retreat mit weiteren Ehepaaren.
Denn diese Gruppe fährt seit Jahren gemeinsam weg. Tja, und dann geschieht es einer wird ermordet – bloß wer war es?
In diesem ersten Fall vom attraktiven Comissário Torres begibt er sich auf die Spuren des Mordes und Laura hilft ihm dabei den Fall zu lösen nachdem er ihre Qualitäten erkannt hat. Der neue Krimiautor aus dem Ullstein-Verlag Tomás Bento ist neben seiner Schreibtätigkeit auch Germanist, Pädagoge und diplomierter Psychologe Kein Wunder also, dass er die Charaktere, deren Motivation und die einhergehenden Gefühle besonders gut abbilden kann. Da ‚Tod auf Madeira‘ natürlich auf Madeira spielt, wird auch Flora & Fauna sowie Land und Leute entsprechend in Szene gesetzt. Ich kann die Authentizität nicht beurteilen, aber es erscheint recht stimmig, denn ich kenne die Insel (noch) nicht. Auf jeden Fall so einladend, dass ich nun irgendwann selbst mal auf die Insel muss! Oder den nächsten Fall vor Ort lese.
Fazit: Gute Unterhaltung im kompakten Taschenbuch! Sommerlese mit Spannung.
Atemberaubende Welt unter Wasser
Das Museum des Meeres von Loveday Trinick; Teagan White
Hereinspaziert hereinspaziert, hier im „Museum des Meeres“ gibt es viel zu entdecken, dass ihr so sicherlich noch nicht entdeckt habt!
Loveday Trinick hat wundervolle Texte zu den atemberaubenden großformatigen Illustrationen von Teagan White geschrieben. Loveday Trinick arbeitet im National Marine Aquarium und ist eine britische Meeresbiologin.
Ihren Beschreibungen und ihrer Texte merkt man die Leidenschaft für das Thema Lebensraum Meer an.
Dieses großformatige Bilderbuch ist zwar im klassischen Sinn ein Bilderbuch, aber es ist mit Nichten nur für Kinder oder gar kleine Kinder. Eher ein Bilderbuch für große Kinder und begeisterungsfähige Erwachsene! Denn dieses Buch strotzt vor Wissen und lädt und ein die verschiedensten Tiergruppen zu erkunden. Es beginnt bei den kleinsten, dem Plankton, wird größer bei den Nesseltieren, dann in Saal 3 erkunden wir die Weichtiere und Stachelhäuter. Gefolgt von Gliederfüßlern und dann endlich die offensichtlichste Gruppe: Fische. Abgerundet mit den Säugetieren, Vögeln und Reptilien. Hinzu kommt, dass in jeder Tierart-Sektion auch ein jeweiliger Lebensraum unter die Lupe genommen wird, wie beispielsweise die Mangroven oder der Tangwald.
Das Buch hat knapp unter 100 Seiten und lädt immer wieder zum Aufschlagen und Entdecken ein.
Besonders macht das Buch die schon erwähnten großartigen Illustrationen von Teagan White mit einer Liebe zum Detail gezeichnet! Die Fülle an Abbildungen ist man einfach nach dem Blättern Sattgeguckt! Genial.
Mich persönlich hat die Doppelseite zu den Kopffüßlern am meisten fasziniert!
Fazit: Hier lassen sich die vielen Meeresbewohner ohne Luftanhalten erkunden!
Packender Nachkriegspolit-Thriller
Die Akte Adenauer von Ralf Langroth
1953, Bonn, in der gerade sehr jungen Bundesrepublik Deutschland. Adenauer ist Kanzler und steht kurz vor der Wiederwahl. Und genau in dieser Zeit wird Philipp Gerber Kriminalhauptkommissar beim BKA und sein erster Auftrag ist die Aufklärung des Mordes seines Vorgängers! Eigentlich wollte er in die USA zurückkehren und dort als Juradozent tätig werden.
Die Situation drehte sich rasant, den als ehemaliger US Special Agent eines Spionageabwehrkorps mit deutschen Wurzeln war er prädestiniert im BKA. Heikle Lage, spannend und strapaziös! Philipp Gerber findet mehr raus als nur einem Mörder auf die Schliche zu kommen. Neben ihm gibt es dann noch Eva Herden als zweite Protagonistin, die als Journalistin für die damalige Zeit emanzipiert und forsch den Dingen auf den Grund geht. Die Spannungslage zwischen ihren Ansichten macht die Geschichte umso spanneder.
Ralph Langroth ist der Autor dieses Kriminalromans, allerdings ist es ein Pseudonym unter dem ein bekannter Hannoveraner Krimiautor seinen neusten Coup gelandet hat: Die Akte Adenauer.
Der Krimi ist außerordentlich gut recherchiert und liest sich nur so weg. Ein wahrer Pageturner, wenn man an deutscher Geschichte Interesse hat. Wie anders doch die Sachlage damals war, wie frisch die mentalen Kriegswunden und die Situationen im Einzelnen sowie das große Ganze. So viel im Umbruch und zugleich im Finden. Der Spannungsbogen ist unterhaltsam und rundet die Geschichte gut ab.
Fazit: Wer gerne historisch mit Gereon Rath durch das Berlin der 20iger Jahre oder auch mit Max Heller durch das Nachkriegs-Dresden eilt, ist hier genau richtig. Philipp Gerber gesellt sich dazu!
Eine dystopische Utopie
Die Kandidatin von Constantin Schreiber
Dieses Buch nimmt einem die Illusion an dem Guten in der Politik. Irgendwie schlummert tief in mir noch immer die naive Hoffnung, dass unsere Politiker uns in Würde vertreten und nur das Beste für uns, die gesamte Gesellschaft, im Auge behalten. Natürlich mit Abwägen, mit gewissen Konflikten, aber in der Summe vom Diskurs zu einem Zielzustand der viele Interessen im Blick hat.
Und dann kam dieser Roman „Die Kandidatin“ vom neusten Tagesschausprecher und Experte über den Nahen Osten Constantin Schreiber. Der Roman spielt in der zukünftigen politischen Landschaft in 30 Jahren, also ca. 2050. Deutschland ist den Weg des Wandels angetreten und nun steht eine muslimische Frau kurz vor der Kanzlerschaft. Der Roman ist reine Fiktion, aber so treffend und gut ausdekliniert, dass man es für bare Münze halten könnte. Mit voller Absicht enthält er einen Dynamit-Cocktail an Annahmen der Veränderung, den viele heute sicher absurd und zum Teil beängstigend fänden. Muslimische Quoten in Gesetzen verankert, die Rechten wieder auf dem Vormarsch. Dieser Roman ist eine Fortführung der Spaltung der Gesellschaft, eine Entwicklung die wir heute schon beobachten können. Es führt zur Radikalisierung auf allen Ebenen, zu intoleranten Toleranten und wenig offene Begegnungen. Und inmitten von diesem Szenario begleiten wir die Protagonistin Sabah Hussein, die sich als Feministin sogleich als Muslima und Karrieristin präsentiert. Gänzlich unsympathisch aus meiner Sicht, aber rund ausgestaltet und faszinierend angetrieben von ihrem Ziel den mächtigsten Posten des Landes zu erreichen: Sie will Bundeskanzlerin werden.
Das gelungene an dem Roman ist das augenöffnende Element wie schon heute nur um die Gunst der Wähler gebuhlt wird um selbst den Machtanspruch zu sichern, nur das es nicht mehr um die kleinen Themen geht wie Steuern rauf oder runter sondern um wesentliche Elemente der Demokratie wie Trennung von Religion und Staat. Politiker getrieben von Machtgelüsten egal welcher Colour, aber definitiv nicht mehr der Sache verschrieben, sondern einzig sich selbst.
Das Erscheinungs-Timing ist natürlich grandios gewählt, so kurz vor der Bundestagswahl 2021. Und mit knapp 200 Seiten eine gute Ergänzung zum tagespolitischen Geschehen.
Fazit: Mich hat der Roman fasziniert und vor allem schwirrt er mit weiterhin im Kopf herum, auch wenn die Lektüre bereits einige Tage zurückliegt. Er regt zur Diskussion und zur Auseinandersetzung außerhalb der eigenen Bubble ein. Lesen, diskutieren, einbringen!
Wie ‚Mord mit Aussicht‘ bloß im Schwabeländle
Schwarzwälder Morde von Linda Graze
Willkommen im Schwarzwald, im beschaulichen Bad Wildbad! Hier wo die Welt noch in Ordnung ist passiert eigentlich nichts, außer dass sich mal der ein oder andere Rentner verirrt. Hierhin hat es Justin Schmäzle verschlagen als Kommissar aus der Großstadt und nun hockt er mit seinem Postenchef Scholz in seiner Wache.
Langeweile stellt sich ein, aber dann geschieht doch etwas! Es wird eine Moorleiche gefunden und eine alte Fehde kocht hoch im Ort! Schnaps ist auch involviert, den die örtliche berühmte Schnapsbrennerei wird auch unter die Lupe genommen. Linda Graze hat mit dem zweiten Fall des Kommissars Justin Schmäzle einen herrlich amüsanten Mitrate-Krimi geschrieben. Wenig Blut und viel zu lachen ohne dass es zu arg Komödie wird. Mir haben die Passagen der hochschwäbischen wörtlichen Rede sehr gut gefallen. Gut getroffen, amüsant, auch wenn es natürlich klischeehaft ist. Meine schwäbische Verwandtschaft möge es mir nachsehen, dass ich hier doch die ein oder andere Parallele gesehen und vor allem gehört habe! Es war bereits der 2. Fall und ich kannte den ersten nicht. Kam aber auch so gut in den Fall und in das Leben des Kommissars und des Dorfes, pardon, des Ortes hinein. Was bemerkenswert gut ist um die Diversität der deutschen Kommissarenlandschaft zu erweitern: Der Kommissar is POC (Person of Color) und somit, soweit ich mich erinnere, der einzige farbige Kommissar! Großartig aus meiner Sicht, dass es nicht wieder ein mittelalter, mittelweißer und problembeladener Mann ist. Hier ein sportlicher Schwarzer mit schlagfertiger Ärztin als Frau. Weiter so! Ich würde ich auch mal eine POC KomissarIN wünschen, aber gemach gemach, oins nach ‘em andere! Der Fall an sich ist auch knifflig genug, natürlich hatte ich so meine Vermutungen, aber so recht kam ich bis zum Schluss nicht auf die Lösung. Fazit: Des kann man fei scho lese! A bissl arg viel Schwobe, aber es muss ma mäge.
Das Zwischenweltliche
Wir Gotteskinder von Nana Oforiatta Ayim
Afrikanische Literatur spielt leider noch keine allzu große Rolle hierzulande. Wenn dann doch kommen einem die wenigen in den Sinn, die man bisher doch stärker auch in den Medien wahrgenommen hat, wie die Klassiker von Chinua Achebe oder neueren Literatur von Chimamanda Ngozi Adichie, Taiye Selasi oder Ayesha Harruna Attah.
Aber es kommen einige Romane dazu in diesem Bücherfrühling und einer davon ist „Wir Gotteskinder“ von der großartigen Nana Oforiatta Ayim!
Die Presse hat sich global förmlich überschlagen vor positiven Stimmen und da werde ich eher skeptisch, aber hier war auch ich euphorisch dieses Buch zu lesen, hat doch die Autorin bereits einen spannenden Lebenslauf, der sich auch stark in der Geschichte des Romans wiederfindet.
Der Roman erzählt die Geschichte von Maya Mensah, die in Deutschland aufwuchs. Ihre Eltern fanden Exil, da es in Ghana nicht mehr Sicher für die Familie war. Im Heimatland Teil einer angesehenen Familie, die zu einer Königsfamilie gehört, in Deutschland die belächelten Flüchtlinge.
Maya ergründet ihre Wurzeln und lernt die Welt kennen mit ihren Kategorisierungen, mit ihren Vorurteilen und ihren Ausgrenzungen. Sie lebt, wie viele zwischen den Welten, es ist eine Suche der eigenen (inneren) Heimat. Eine Bereicherung der Perspektiven. Es passiert aber auch noch eine Menge mehr, denn es folgen die Jahre der Entzweiung in der Familie, eine Rückkehr nach Accra. Aber immer bleibt Maya im Fokus mit ihrer Reflektion und Suche nach Halt und Verortung.
Und es bleibt auch die Frage im Raum ob Maya ein „Gotteskind“ ist oder eben nicht. Ein Gotteskind ist ein Kind das mit einem Fuß in der materiellen Welt steht und mit einem anderen in der spirituellen Welt. Ein Kind das scheinbar das große Ganze zu greifen vermag.
Selbst der Schreibstil wird zum Statement, wenn die junge Autorin sich wunderbarerweise an den lokalen Arten der Geschichtenerzählung orientiert. Die schriftliche Form ist Literatur, nun hat sie eine Fusion kreiert in dem sie den Rhythmus der mündlichen Übertragung von Geschichten begleitet von Trommeln einbaute. Es entsteht geschriebene Oratur. Diesem Rhythmus sollte man sich hingeben und der Roman kann seine volle Wirkung erzielen.
Fazit: Ein handlungsstarker Roman mit Tiefe von einer Person, die weiß was sie schreibt.
Emmy – ein tiefgreifendes Portrait einer Frau
Sturmvögel von Manuela Golz
Manuela Golz ist im ersten Leben Psychotherapeutin und kennt die Untiefen der Seele. Dieses Wissen und ihre Beobachtungsgabe hat sie genutzt und schrieb diesen unfassbar guten Roman: Sturmvogel. Es ist zwar schon ihr zweiter Roman, aber ein besonderer, denn sie hat sich vom Leben ihrer Großmutter Emmy inspirieren lassen und so auch ihre Protagonistin genannt.
Emmy wird 1907 auf einer kleinen Nordseeinsel geboren hinein in eine nicht nur kühle Landschaft die mit Ebbe und Flut kämpft, auch den Gemütern sind die Naturgewalten anzumerken. Es folgt ein durch Zufälle markiertes und ein mit erschütternden Ereignissen gepflastertes Leben. Nicht nur landet sie als Dienstmädchen im mondänen Berlin der 20er Jahre, sie überlebt auch 2 Weltkriege, heiratet, bekommt Kinder. Ein durchgeschütteltes und gerütteltes Leben. Wir blicken dank Manuela Golz in ihre Seele ohne Aufdringlich zu werden. Wir begleiten Sie durch die Stürme ihres Lebens und schließen sie ins Herz ohne das es je kitschig wird.
Großartig ist nicht nur die psychologisch sehr abgerundete Darstellung Emmys und anderer auftauchender Figuren. Auch die kulturhistorische Verortung der Personen, ihrer Gedanken und ihrer Handlungen sind sehr gelungen.
Ich habe das Buch äußerst gerne gelesen und kann es wärmstens empfehlen!
Fazit: Würde meine Großmutter noch leben würd‘ ich mich gerne mit ihr an ihren Kachelofen setzen und sie fragen wie es ihr wirklich erging. Einen Rat den ich meinen Kindern mitgeben werde, mal schauen ob er fruchtet.
Werde selbst zum Kreaturenschöpfer!
Kreaturenkritzelbuch von Thomas Hussung
Dies ist wahrlich eine Zeichenschule für Kinder und Erwachsene die gerne grusselige, angsteinflößende, anstoßende oder sonstige Kreaturen malen. Es lässt sich alles finden vom Gnom, über das Einhorn, aber auch Oger, dreiköpfige Hunde, Nixen und Klabautermänner sowie Dracula. Dies alles gilt es zu zeichnen.
Aber auch Kreaturen die mir bisher unbekannt waren wie Sylphe (Luftgeist) oder Rottkapp (kleines fieses Wesen) sind enthalten und viele viele mehr. Aus meiner Sicht eine sehr umfangreiche Sammlung an Anschauungsobjekten die zum kreativen Zeichnen einladen.
Es ist ein recht dickes Buch mit 160 Seiten prall gefüllt mit Zeichenanleitungen. Es erinnert mich bei der Ansprache an den Leser an das „Kleines böses Buch“. Direkte interaktive Ansprache an den/die Zeichenschüler:in! Vor allem wird nicht nur erklärt WIE die einzelnen Kreaturen zu zeichnen sind, es gibt auch gleich jeweils ein Kasten in dem man sich ausprobieren kann. Ich empfehle allerdings die ersten Versuche auf einem Block zu machen und dann den 2 oder 3 Anlauf ins Buch zu „kritzeln“.
Das Buch richtet sich aus meiner Sicht frühstens an Grundschüler, da es zum einen zum Lesen animieren kann mit Pausen zum Zeichnen und weil die zeichnerische Leistung die hier trotz detaillierter Vorgaben erwartet werden, doch recht hoch sind, möchte man ein Ergebnis erzielen, dass dem des abgedruckten Vorbilds ansatzweise entspricht.
Es sind auch Zeichenübungen dabei wie blind nachzeichnen oder von Punkt zu Punkt oder bestimmte Flächen auszumalen. Wenn Frust auskommt, kann man auch beliebig weiterblättern. Ohnehin ist es kein Buch das von vorne nach hinten stringent durchzuarbeiten ist. Kreuz und quer nach Lust und Laune geht auch! Wobei es vorne tendenziell einfacher ist.
Thomas Hussung hat ein tolles Buch erschaffen bei dem nun auch Zeichenschüler:innen auf ihre Kosten kommen, die keine Waldtiere oder ähnlich kuscheliges malen wollen. Hier wird es schaurig!
Fazit: Eine super Sache für Lesemuffel in der Grundschule, die sich lieber kreativ grusselige Kreaturen zu Papier bringen wollen!










