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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Nil_liest:

So stellt man sich keine gelungene Kindheit vor!

Der Junge, der das Universum verschlang von Trent Dalton

Eli Bell wächst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts in einem Vorort von Brisbane, Australien auf unter den schwierigsten Bedingungen, die man sich vorstellen kann. Die Mutter und sein Stiefvater handeln mit Drogen, sein Babysitter ist ein Ex-Häftling und Mörder. Sein Vater ist zunächst nicht im Bilde, erst als die Mutter im Knast landet, muss Eli mit seinem nicht mehr sprechenden Bruder beim Vater einziehen, der auch mehr als genug Macken hat.

In all dem Elend erkennt Eli trotz allem Loyalität, Zuneigung und Zugewandtheit auf seine eigenen Art und Weise, nicht nur Gewalt und Verwahrlosung. Sein großer Traum ist es Journalist zu werden!
Der Autor des Romans, Trent Dalton, schreibt hier aus eigenen Erfahrungen, denn der Roman ist autofiktional. Vieles ist echt Erlebtes des Autors und manch anderes von Bekannten hinzugemengt, damit eine spannende Melange entstand. Das erklärt auch die sehr gut getroffene Ich-Perspektive von Eli. Er hat seine ganz persönliche Sichtweise auf die Dinge und dadurch bekommen alle Charaktere, die seinen Weg kreuzen auch eine Tiefe. Kein Schwarz-Weiß-Denken herrscht hier vor, auch ein Mörder kann Kindern etwas mitgeben auf ihrem Weg.
„Der Junge, der das Universum verschlang“ ist kein Buch das in eine Schublade passt, denn dieses Debüt ist ein gelungener Roman mit vielen Aspekten. Spannungsgelanden, aufreibend, aber auch humorvoll und literarisch ansprechend geschrieben.
Ach, man merkt dem Roman übrigens auch an, dass er Down under spielt. Wer hier große Lust auf einen Tapetenwechsel im Geiste hat, kann auch diesen Roman nutzen. Merklich ein Aussie-Roman!

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Interkultureller Brückenbauer in Buchform!

Mein Sternzeichen ist der Regenbogen von Rafik Schami

„Lachen ist der beste Schmuggler von Gedanken“ – Zitat von Rafik Schami im Vorwort zu seinem „Mein Sternzeichen ist der Regenbogen“, das neuste Buch des großartigen Geschichtenerzählers und genau das tut er hier in diesem Band: Geschichten erzählen! Ich muss mich als großer Rafik Schami Fan outen, denn ich habe ihn einst vor Jahren auf der Buchmesse zum ersten Mal live erlebt und war fortan von seiner Erzählkunst angetan und las bisher alle seine Werke.

Auch vor 2 Jahren konnte ich ihn bei einer Veranstaltung zu „Die geheime Mission des Kardinals“ live erleben. Großartig. Ich schweife ab.
Nun zu seinem neuen Werk, dass streng genommen ein Erzählband ist und Geschichten zu den Themen Geburtstag, Lachen, Reisen, Geheimnis, Tiere und Sehnsucht enthält und als über allem liegende Klammer bitte nicht die Liebe vergessen! Wunderbar wie er wieder einmal seine Kunst der Detailanalyse verknüpft mit der Liebe zur guten Prosa und seiner emotionalen Annäherung an die Themen. Rührende Texte, die auch unsere interkulturelle Wahrnehmung schärft! Liegt doch meist der Teufel im Detail. Rafi Schami trägt aus meiner Sicht einen erheblichen Teil dazu bei uns Mitteleuropäern die syrische Kultur mit all ihren Facetten nahe zu bringen.
Mein liebster Abschnitt im Buch war der des „Lachens“. Herrlich erfrischend und tiefsinnig zugleich.
Ach, die Umschlaggestaltung gefällt mir gar nicht, aber wir halten es klassisch und stürzen uns auf den Inhalt!

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Aus was wird meine Gegenwart zusammengebaut?

Raumfahrer von Lukas Rietzschel

Lukas Rietzschel hat mich bereits mit seinem sehr gelungenen Debüt 2018 „Mit der Faust in die Welt schlagen“ überzeugen können und somit haben ich mich sehr auf seine neuste Schreibübung gefreut. Wieder taucht er in Familie ab und was sie zu dem macht was sie ist, individuell und als kollektive Ansammlung einer gemeinsamen Vergangenheit.

‚Raumfahrer‘ ist dieser zweite Roman den Lukas Rietzschel uns glücklicherweise zum Lesen überlässt und nimmt sich dem Thema der Wende an und was sie mit den Einzelnen gemacht hat und wie es uns alle geprägte. Gespickt mit ein wenig Kunstszene und Kultur um den sächsischen Künstlers Georg Baselitz.
Lukas Rietzschel hat einen durchdringlich guten Schreibstil, der komplexeste Wahrheiten zu kondensieren weiß. Wir schauen durch die Augen des jungen Jans auf sein Leben an einem Stadtrand, der bald keiner mehr sein wird, denn die Ortschaft beginnt sich aufzulösen. Die DDR baut sich ab und die BRD installiert sich. In dieser Gemengelage lernt Jan einen Herrn Kern bei der Arbeit im Krankenhaus kennen und sie kommen ins Gespräch über das was war und wie die Fallstricke zusammengehören. Nonchalant erzählt über mehrere Zeitebenen hinweg.
Fazit: Mich hat der Roman überzeugt, lässt er doch eine Innenansicht zu über ein noch nicht ganz verdautes innerdeutsches Thema, der Wende. Sehr gelungen und lesenswert!

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Tränen im Blumenbeet

Flora Salmanteri und die Mini-Piraten Band 1 von Noora Kunnas

Die Ferien haben begonnen und Lilli und ihr Bruder Mikko sollen ein paar Tage zu ihrem furchtbaren kinder- und herzlosen Onkel, da die Eltern eine Dienstreise nach Afrika antreten müssen. Leider lässt sich das Unglück nicht verhindern und sie müssen bei Onkel Jim bleiben. Zum Glück hat der eine neue skurrile Nachbarin: Flora Salmanteri! Zu der schlüpfen die beiden schlauerweise in den Garten und ihr Ferienabenteuer beginnt.

Es kommen in der Tat Mini-Piraten vor, die aus einem 3D-Drucker geschlüpft sind, ein sprechender Hahn und ein Dieb darf natürlich auch nicht fehlen wie das Highlight des Jahres der Blumenschmuckwettbewerb von Vaamala! Eine gelungene Kombination die mit Überzeichnung und Witz überzeugt.
‚Flora Salmanteri und die Mini-Piraten‘ ist im Original auf Finnisch bereits 2019 erschienen, wo es auch schon die Fortsetzung gibt, die für uns gerade übersetzt wird. Mir persönlich gefällt ja schon, dass die Charaktere sehr finnische Namen haben und daraus schon ein nordisches Flair ergibt.
Noora Kunnas schreibt nett in kurzen Kapiteln ohne langatmige Sätze. Eine einfache, aber ansprechende Sprache machen dieses Buch für jeden Grundschulleser zum Lesevergnügen. Allerding schon mit ein wenig Übung, denn die Illustrationen sind witzig, aber nicht üppig. Auch zum Vorlesen schon ab der Vorschule zu empfehlen! Teemu Juhanis Illustrationen unterstreichen das außergewöhnliche in dem Text mit seinen etwas verschrammelten Zeichnungen in Schwarzweiß.
Ihr merkt, auf den knappen 150 Seiten ist eine geballte Ladung charmante Spannung, abstruser Ereignisse und viel Spaß zu finden. Und was es mit den „Tränen im Blumenbeet“ auf sich hat, dass findet mal selbst heraus!

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Den Blick nach Innen richten

Bewusstheit von Christian Bischoff

Wir alle haben unsere Macken und Wehwechen und würden uns gerne optimieren, achtsamer sein, besser führen, erfolgreich werden und und und….nicht ohne Grund boomt dadurch die Coachingszene und es gibt gefühlt immer neue Lebensmotivatoren, die prophezeien das Beste aus uns rauszuholen.
Und so ein Lebensumkrempler ist Christian Bischoff, er füllt Hallen mit Menschen, die von ihm fasziniert sind und die auf ihn vertrauen etwas an sich zu verändern besonders durch sein Signatur-Workshop „Die Kunst dein Ding zu machen“.

Er hat natürlich auch schon drei andere Bücher veröffentlicht, die allesamt eher auf Willenskraft, Unbesiegbarkeit und Sebstbewußtsein abzielen und nun kommt: Bewusstheit. Ein anderer Tenor, ein neuer Wind, auch gut, denn Christian Bischoff ist ein Karrieremensch und beseelt davon seine Anhänger zu bestärken.
Dieses Buch richten den Blick nach Innen. Zu erfassen was da ist, wer man sein möchte, wo man hinwill. Ganz bei sich selbst sein und horchen was tut mir gut und wie wirke ich in dieser Welt. Das Wertvolle an sich selbst schätzen lernen und mit reflektierter Bewusstheit seine Ziele verfolgen.
In der Tat spielt in diesem Buch die Selbstannahme eine große Rolle, der Teppich über den man schreiten muss um ehrlich mit sich sein zu können. Die Basis um seine Intuition zu spüren und achtsam zu handeln.
Kein Buch für nette Stunden, ein Denkanstoß, eine Anschubhilfe, aber dafür kompakt und intensiv. Sehr auf den Punkt. Ich musste mich eher beim Lesen bremsen um das zu überdenken und zu reflektieren was ich las und ins Tun kommen.
Fazit: Spannender Anstoß zur Selbstreflektion und Aufzeigen von der eigenen Beziehung zu sich selbst, die Grundlage für alles andere Wirken ist. Viel Spaß beim Selfempowerment im eigenen Leben!

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Einblick in den Kulturbetrieb unseres Landes

Ciao von Johanna Adorján

‚CIAO‘ ist wohl ein Roman aus dem laufenden Kulturbetrieb für den laufenden Kulturbetrieb. Ich bin nicht Teil dieser Welt und blicke also in dieses Buch mit Unkenntnis über die handelnden Personen und kann keinerlei Übereinstimmungen mit Redakteur:innen feststellen, weil ich diese Berufsgruppe nur als Leserin der Feuilletons kenne.

Sprich, ich lese dieses Buch sicherlich anders als diese besagt Berufsgruppen, die natürlich durch ihre Bubble-Brille auch den Roman wiederum rezensieren.
Daher war es für mich eher der Blickwinkel des unsichtbaren Neugierigen, der sich hier einschleicht und das Ganze mit Amüsement liest. Johanna Adorján schreibt wie immer gekonnt und sehr nett. Mich hat ‚CIAO‘ trotz Outsiderdasein unterhalten oder vielleicht auch gerade deshalb?
Es geht um Hans Benedek, ein Redakteur einer Zeitung, der seine besten Tage hinter sich hat und nun nicht mehr im „flow“ ist und Sorge hat abgehängt zu werden und mit aller Macht versucht es zu vertuschen.
Aus meiner Sicht keine Abrechnung des alten weißen Mannes wie es so ab und an anklingt. Ganz im Gegenteil, ich verspüre eine Art Mitleid mit den älterwerdenden Kollegen, die sich in ihrer einstigen Domäne nicht mehr auskennen und selbst um Rat fragen müssen. Satire ist es auch, da das überzeichnete komische Element dieses Kosmos überwiegt.
Fazit: Ein gut geschriebenes Buch über den gegenwärtigen Mikrokosmos der Kulturschaffenden!

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Wiener Powerfrau mit arg viel Pech!

Kung-Fu Mama von Liebkind Petra

Alleinerziehend, keine Kohle, verkracht mit den Eltern und auf den Vater des Kindes ist kein Verlass. Da würden ziemlich viele den Kopf in den Sand stecken. Aber nicht Marlene Stern! Eine junge Frau in Wien, 26 Jahre jung mit einem 7jährigen Sohn, Verkäuferin in einer Boutique, obwohl sie Designerin werden wollte, schlägt sich durch und sorgt gut für ihren Sohn.

Auch ohne Unterhalt und jegliche Hilfe des Vaters oder der Eltern. Eine echte Powerfrau, die leider viel Pech hat, aber immer wieder die Ärmel hochkrempelt und weiter macht. Klar, irgendwann bekommt auch Marlene ihre Chance beruflich und in der Liebe, aber die muss man zu nutzen wissen.
Ich lese ab und an gerne mal etwas Chick-Lit, aber meistens bin ich von den, pardon, dämlichen unkompetenten Hühnern eher genervt und wie sich in unsägliche Situationen bringen. Aber nicht hier! Petra Liebkind hat mich mit ihrer ‚King-Fu Mama‘ charmant unterhalten und uns deutlich gemacht, dass Chick-Lit auch besser geht mit Witz, Freundschaft und Frauen, die es schaffen ihr Leben zu meistern und GEMEINSAM an Zielen zu arbeiten.
Ach ja, auf das Kung-Fu im Titel sollte ich auch noch eingehen. Eine Kung-Fu Schule ist hier der Dreh und Angelpunkt, der für Mutter wie Sohn zum richtigen Zeitpunkt in ihr Leben tritt. Die Autorin weiß wovon sie schreibt, ist sie doch selbst leidenschaftlich dabei diesen Sport auszuführen! Auch hier wunderbar, dass sich mir eine verschlossene Welt geöffnet hat.
Es passiert wahnsinnig viel in diesem Buch, konzentriert und doch genügend erzählt. Sprich es ist sehr unterhaltsam, kurzweilig ohne zu langweilen oder kitschig zu werden. Eine richtig gute Lektüre zum Abschalten.
Ich freu mich schon auf das nächste Abenteuer von Petra Liebkind, gerne mit Marlene, aber auch gerne mit frischen Charakteren.

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Gehör schenken und echte Wahrnehmung zulassen

Drei Kameradinnen von Shida Bazyar

Der Roman beginnt mit einer Zeitungsmeldung in dem Saya zur Täterin eines Brandanschlags verurteilt wird. Dann tauchen wir ein und es beginnt mit drei Freundinnen, die auf einem Dach sitzen in der Nacht, zeitlich kurz nach dem Anschlag aber noch vor dem Druck der vorangegangenen Meldung. Dort sitzen sie: Hani, die wütende Saya und die Ich-Erzählerin Kasih.

Drei Freundinnen, ja drei Kameradinnen. Wem der Titel geläufig ist und ihn eher ins Jahr 1936 verortet, liegt richtig, denn Erich Maria Remarque hat einen Roman mit exakt diesem Titel geschrieben. Eine Ehrung der Autorin an dieses immer noch sehr starke Buch auch wenn es mehr als 80 Jahre alt ist? Ich weiß es nicht, kann es nur vermuten.
Nun zurück zu den Dreien auf dem Dach: Gemeinsam aufgewachsen sind sie in „der Siedlung“ am Rand einer deutschen Stadt und sie eint die Ungerechtigkeit, sie eint der alltägliche Rassismus. Die Dynamik untereinander ist spannend, denn das verbindende Element des Alltagsrassismus ruft in jedem andere Reaktionen hervor, bezeugt andere Erlebnisse und es werden Wunden und Reibungen mit der Gesellschaft unterschiedlichster Art offengelegt.
Neben dem sehr zentralen Thema des Rassismus, dass die starke politische Komponenten in seiner gesellschaftlichen Dimension aufzeigt, geht es im Kern um diese drei Freundinnen. Der Roman beleuchtet, wie der Umgang untereinander ist, dass die Summe der Einzelnen erst ihre Freundschaft ausmacht.
Spannend ist es wie Shida Bazyar literarisch aufarbeitet was in Deutschland bittere Realität ist. Aber eben nur literarisch und mit Abstand, hier werden Akte des rechten Terrors wiedergegeben, sind Nahe an den echten Geschehnissen dran, aber hat keine Deckung mit der Realität! Das gibt noch einmal einen frischen Blickwinkel auf das Unsägliche auf eine fiktive Art.
Dieser Roman ist ein starker toll geschriebener Text, der viel Wucht hat und sich Gehör verschaffen will. Es will raus und ist wie ein einseitiger Dialog, was zunächst paradox erscheint – eine ungewohnt Perspektive, die bereichert trotz der vielen Wut. Aber es gibt auch aufheiternde Elemente, wenn man sich plötzlich skurriler Weise in Bärbel Schäfers Talk Show-Format aus dem letzten Jahrhundert wiederfindet. Daher keine Sorge, kein schweres Werk!
Ihr seht: mannigfaltig, gut geschrieben, lesenswert!

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Aus der zweiten Reihe mitregiert!

Lady Churchill von Benedict Marie

Es wurde auch Zeit für diese Reihe mit dem passenden Titel „Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte“. Der erste Roman von Marie Benedict hatte „Frau Einstein“ zum Thema und nun in diesem zweiten Buch geht es um „Lady Churchill“. Man möchte meinen, dass sie bei diesem dominanten und weisen Mann so gar keine Rolle spielte, aber genau das Gegenteil ist der Fall.

Ohne diese Dame, wäre er wohl nur halb so weit gekommen und auch seine Ansichten wären antiquierter geblieben! Denn Clementine Churchill hat zwar mit ihrem Ehemann Winston 5 Kinder, empfand sich aber nie als Vorzeigemutter, denn sie legte viel Wert auf ihren Beruf. Auch die Karriere ihres Mannes gestaltete sie aktiv mit, waren es doch turbulente Zeiten von denen wir hier sprechen. Schon der Beginn ihrer Ehe war zum Teil seiner politischen Karriere geschuldet, musste er als frisch avancierter Handelsminister 1908 standesgemäß eine Ehefrau haben. Dort beginnt auch dieser Roman und er endet übrigens mit dem Ende des 2. Weltkrieges.
Clementine Churchill galt zeitlebens als burschikos, unweiblich. Eine Frechheit aus heutiger Sicht! Wie großartig, dass Marie Benedict dieser frühen Feministin, die wirken wollte und ihre Möglichkeiten ausschöpfte nun ein literarisches Denkmal setzt! Ohne sie hätte Winston seine Meinung zum Frauenwahlrecht sicher nicht geändert und ihn sogar zum Befürworter gemacht.
Marie Benedict hat einen wohlrecherchierten Roman geschrieben und detailliebend geschrieben. Mit gekonnten Zeitsprüngen hat sie uns teilhaben lassen Lady Churchills Leben und Episoden herausgegriffen, denn nicht alles kann in dieser Detailtiefe zu Papier gebracht werden. Besonders gelungen sind ihr die Unterhaltungen zwischen den Charakteren!

Fazit: Wer sich Frauen der Vergangenheit widmen will, die vermeintlich in der zweiten Reihe standen, sollte auch Lady Churchill kennenlerne!

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Auf der Flucht verschwunden

Der Tintenfischer von Wolfgang Schorlau; Claudio Caiolo

Wo Donna Leon bisher ein Monopol hatte, nämlich auf einen ermittelnden Commissario in Venedig, kommt nun Morello dazu! Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo nutzen auch die Traumkulisse dieser eindrucksvollen Stadt und gehen auf Verbrecherjagd und das auch schon zum zweiten Mal mit „Der Tintenfischer“, denn es gibt auch einen Vorgängerband „Der freie Hund“, den ich (noch) nicht kenne.

Allerdings muss ich allen Vendigfans schon hier ein wenig Einhalt bieten, zwar beginnt auch dieser Fall in Venedig, aber Morello wird in seine Heimat Sizilien zurückkehren um eine junge Frau zu retten. Seine Kollegin Anna Klotz hilft ihm dabei und beide gerade in einen Strudel der Ereignisse.
Bei diesem Fall steht die Misere der Flüchtlinge im Mittelpunkt und ist mit diesem Thema brandaktuell.
Ganz praktisch an diesem Krimi ist, dass vorne alle Charaktere aufgelistet sind, die auftauchen, also wenn man mal einen vergesslichen Moment hat, kein Thema, einfach nachschlagen. Und wie sollte es bei einem italienischen Krimi anders sein, hier gibt es natürlich auch immerzu leckeres Essen und wir können teilhaben, denn hinten stehen ein paar Rezepte die vorkommen drin. Auch besonders hilfreich ist eine Doppelseite mit italienischen Begriffen und Eigennamen die im Text vorkommen. Diese Hilfestellungen sprechen stark für das gedruckte Buch!
Fazit: Spannend, unterhaltsam thematisiert dieser Krimi die aktuelle Flüchtlingskrise im Zusammenhang mit der Mafia!

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