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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Marie aus E.:

Das soll eine moderne Mädchenbande sein?

Mädchenmeuterei von Kirsten Fuchs

Bei dem Buch hat mich das Cover total angesprochen. Dann war auch noch der Klappentext vielversprechend, Mädchenfreundschaft, Reise mit einem Containerschiff, wow, genau mein Ding.

Tja, so kann man sich täuschen.
Das Buch startet mit Bea, die unkommentierte Videos an ihre Freundin Charlotte schickt.

Ein Hilferuf, ganz klar. So startet ein Trip mit einem Containerschiff über das Meer.

Ich konnte mit der Handlung nichts anfangen. Wirre Videosequenzen, die seitens Bea ohne weitere Erläuterung gesendet werden (sind die heutigen Jugendlichen so drauf? Ich dachte, sie chatten ununterbrochen?), viel zu viele Storys in der Story auf dem Schiff, die auch noch völlig absurd waren und dazu noch ein Schreibstil, den ich anstrengend fand.

Insgesamt fand ich das Ganze auch unglaubwürdig. Ob das Verhalten der Besatzung, der Mädchen, der mitreisenden Begleitung und der Eltern, die...nein, tiefer kann ich hier nicht einsteigen ohne zu spoilern. Jedenfalls konnte ich keine der Handlungen nachvollziehen.

Gut beschrieben war jedoch die Monotonie einer Containerschiffsreise, fernab von jeglichem Kreuzfahrtglamour. Ich bin schon mal mit einem Frachtschiff gereist, hier hat mich das Buch tatsächlich abgeholt.

Vielleicht bin ich auch einfach zu alt für das Buch, die meuternden Mädchen sind 15 und 16 Jahre alt - ich hoffe mal, dass diese Zielgruppe das Buch mag.

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Britischer Humor für Klein & Groß

Merdyns magische Missgeschicke - Zaubern will gelernt sein! von Simon Farnaby

Schockschwerenot! Was für ein Buch!
Es beginnt schon damit, dass wir direkt angesprochen werden. Gleich zum Start, aber auch immer wieder im Buch. Das beamt einen sofort hinein und macht einen fast zum Teil der Geschichte, man ist ganz nah dran.

Kurz zur Handlung: Rosie ist ein kleines Mädchen und möchte eine berühmte Sängerin werden.

Dumm nur, dass sie gar nicht gut singen kann. Außerdem lebt sie mit ihrer Mutter und ihrem Teenie-Bruder zusammen und die kleine Familie ist immer noch schwer getroffen vom Tod des Vaters. Ziemlich traurige Ausganglage.
Rosie hat dann noch Pupsie, ihr Meerschweinchen, das aber gar keine so tragende Rolle im Buch hat. Vielmehr beschränkt es sich größtenteils auf...naja, der Name verrät es schon & weitergehende Körperausscheidungen.

Doch dann tritt Merdyn, ein ehemals großer Hexenmeister in ihr Leben. Jetzt aber dummerweise verbannt, vom Mittelalter in unsere Zeit und alleine das bringt sehr viele, sehr lustige Turbulenzen.

Das Buch ist so richtig schön schräg. Witzig-schräg, nicht sinnlos schräg, wohlgemerkt. Echter britischer Humor, kindgerecht (und erwachsenengerecht). Besonders witzig fand ich die mittelalterlichen Flüche und sonstigen Wörter samt Übersetzung. Ob Hahnepampel, Tranfunzel oder Maulmacher, hier kann man seinen Wortschatz vortrefflich erweitern.
Das Lesen ist ein Vergnügen, der Fließtext wird immer wieder mit unterschiedlichen Schrifttypen und Größen unterbrochen, sehr gelungen.

Und dann ist das natürlich die Story, die zunehmend spannender und sehr aufregend wird! Und zum Schluss auch noch rührend, hach.

Ein rundum gelungenes Buch, kaum zu glauben, dass es das Kinderbuchdebut des Autors ist. Hoffentlich folgen da noch ganz, ganz viele weitere Bücher.

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Nur für ausdauernde Lesende

Zum Paradies von Yanagihara, Hanya

900 Seiten, richtig tief eintauchen in ein Buch, darauf habe ich mich sehr gefreut.
Über die Autorin habe ich schon viel gehört, aber bislang noch kein Buch von ihr gelesen.
Vorab: das war wohl für mich das erste und zugleich auch das letzte Buch.

Anfangs war ich noch sehr angetan. Der Plot ist gut.

New York 1893. Nicht das New York, das wir kennen, ein Freistaat, in dem Homosexualität frei gelebt werden kann, während sie im Rest von Amerika unter Strafe steht.
Klassengesellschaft gibt es jedoch sehr ausgeprägt, reich und arm ist unüberbrückbar getrennt und die Liebesgeschichte wird im Verlauf immer weniger interessant.
Hier fand ich das Grundkonstrukt, das andere Gesellschaftsbild, wenn auch nur liberaler bezüglich der Sexualität, spannend. Die Figuren hingegen blieben mir fremd, ich konnte sie weder verstehen noch eine Nähe aufbauen.
Leider war das rückblickend noch mein Favorit unter den drei unterschiedlichen Teilen.

Die Verknüpfung der drei Geschichten sollte wohl durch das Haus in New York und die gleiche Namensgebung erfolgen. Das fand ich sehr verwirrend, weil völlig andere Personen immer die gleichen Namen tragen und mein Hirn anfangs immer Verknüpfungen suchte, die nicht da waren.

Ansonsten fallen mir leider nur die Schlagworte: langweilig, zäh, Wiederholungen ein.
Durchhalten wird hier nicht belohnt - aber das ist natürlich höchst subjektiv.

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WELTALLerschönstes Weltallbuch

Das Weltall von Simona Gallerani; Maria C. Orofino; Edwige Pezzulli; Tullia Sbarrato; Raffaella Schneider; Rosa Valiante; Silvia Vecchini

Richtig schwer ist es, das Buch und ganz schön dick . Dazu sehr hochwertig aufgemacht, dickes, schönes, glattes Papier und auch noch mit einem Geruch nach Buch. Einfach wunderbar!

Aber natürlich kommt es letztendlich auf den Inhalt an.
Und der hat mich regelrecht überwältigt.
Es wird ganz viel Wissen vermittelt - und auch durchaus anspruchsvoll.

Kernfusion, Rotverschiebung, schwarze Löcher. Nichts bleibt unangesprochen, ein
richtiger Wissens-Schatz.
Mir gefällt hier auch sehr gut, dass Kinder ernstgenommen werden und die komplexe Thematik nicht auf Baby-Niveau heruntergebrochen wird.

Die kunterbunte Mischung macht es für mich so besonders. Neben der Wissensvermittlung gibt es Zitate, Gedichte, Sagen und zwischendrin immer wieder sogenannte "Selbermachen" Seiten.
Ob Experimente wie zur Raumkrümmung oder Newtons Farbscheibe, ob Tipps für eine Sternenbeobachtungsnacht, auch die gebundene Rotation kann man ausprobieren.
Das alles optisch wunderschön gestaltet.

Es gibt noch ein weiteres Highlight, das mir aber erst ganz am Ende so richtig bewusst wurde.
Das Buch beinhaltet die geballte Ladung Frauenpower.
Astrophysikerinnen, Dichterin, Illustratorin, Expertin, Übersetzerin und auch die Zitate im Buch stammen von berühmten Frauen.
Dazu zwei Schwestern im Buch, die die das Weltall entdecken.
Es wird nicht thematisiert, ist mir auch nicht sofort aufgefallen, aber die Frauen-Power-Botschaft an Mädchen ist gerade deshalb so grandios.
Das Buch ist natürlich völlig geschlechteroffen und für Jungs und Mädchen gleichermaßen spannend.

Für alle wissenshungrigen Kinder und Erwachsene ein echtes Must-have im Bücherschrank - oder wie es auf der Buchrückseite viel schöner beschrieben wurde: "Für Menschen ab 10 Jahren bis unendlich".

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Ich hatte mir mehr erwartet

nICHt genug (nICHt genug-Reihe - Band 1) von Maria Scrivan

Beworben wird das Buch als Tagebuchroman für Fans von Lotta Leben.
Tatsächlich ist es aber ein Comic, also schon ein etwas anderer Stil, streng angeordnet in den üblichen Comic-Kästchen.
Vielleicht bin ich deshalb nicht ganz warm geworden mit dem Buch. Ich mag den Comic-Roman-Stil, aber keine klassischen Comics.

Das große Thema des Buches ist Ausgrenzung, die verzweifelte Suche nach Anerkennung und das Thema Selbstwertgefühl.
Man möchte Natalie manchmal wachrütteln, so wie es ihre Freunde versuchen, weil so so wenig Vertrauen in sich hat.

Ein wichtiges Thema, mir hat bei der Bearbeitung hier ein Funken Humor gefehlt. Vielleicht ist das auch fehl am Platz, weil es Natalie wirklich nicht gut geht und vielleicht ist es nur nicht meine Art von Humor, denn Ansätze waren schon auch enthalten.

Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, aber der Funke ist nicht übergesprungen. Der Funke, der aus einem "ja, ganz nett" Buch ein "immer-wieder-lesen" Buch macht.

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Was ist nun die Wahrheit? Wem kann man trauen?

Das Loft von Linus Geschke

Eine Dreierkonstellation.
Sarah und Marc, ein Pärchen in den Dreißigern und Henning, bester Freund von Marc und gleichaltrig.
Sie bewohnen zusammen ein traumhaftes Loft in Hamburg, bis eines Tages eine riesige Blutlache im Loft aufgefunden wird und von Henning jede Spur fehlt.

Der Thriller wird immer abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Sarah und Marc erzählt, dazwischen gibt es immer noch Einschübe aus der Perspektive des Polizeipräsidiums.

Das ist unglaublich spannend, weil man immer die jeweilige Perspektive einnimmt und da natürlich überzeugt ist, dass diese jeweils der Wahrheit entspricht.
Je mehr man zum Ende hin kommt, desto auffälliger werden aber auch Abweichungen in der Wahrnehmung. Gleiche Situation, aber die Schilderung von Sarah ist anders als die von Marc.
Tja- was stimmt nun? Und vor allem: was geschah wirklich?

Dieser Thriller war voll nach meinem Geschmack. Temporeich und keine Sekunde langweilig.
Leicht zu lesen und sehr spannend.
Nicht vorhersehbar und mit dumpfen Ahnungen, was geschehen sein könnte (dem dann nicht so war! Super!).

Rundum gelungen!

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Kommt nicht an die anderen Bücher der Autorin ran

606 von Candice Fox

Candice Fox habe ich über die Crimson Lake Reihe kennengelernt und die Bücher hatten für mich Suchtpotenial. Ich konnte sie nicht weglegen und musste die Nacht durchlesen. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an das neue Stand-Alone-Buch.

Ja, es war auch lesenswert, kann aber mit den Vorgängern nicht mithalten.

Ungefähr 70 Prozent des Buches geht es eher gemächlich für einen Thriller zu. Ich hatte kein Problem, das Buch für eine Pause aus der Hand zu legen, der Spannungsbogen war nicht sehr hoch.
Gegen Ende hin hat sich das geändert, da war ich dann doch sehr auf die Auflösung gespannt.

Allerdings ist das Buch auch nicht so raffiniert, es gibt keine sensationellen Wendungen, keine extrem undurchsichtigen Schachzüge.
Auch die Charaktere fand ich jetzt - mit Ausnahme von John Kradle - keine Sympathieträger. So richtig Bezug konnte ich hier zu den Figuren auch nicht aufbauen.

Mein Fazit: war o.k., ich habe es gern gelesen, aber kein Thriller-Highlight, leider.

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Diese Reihe macht süchtig

Keeper of the Lost Cities – Das Feuer (Keeper of the Lost Cities 3) von Shannon Messenger

Welch Glück, dass die Bände der bislang achtbändigen Reihe so nah nacheinander erscheinen. Die Erinnerungen sind noch frisch und man kann annähernd nahtlos weiterlesen. Danke, arsEdition, das ist super.

In Band drei überschlagen sich die Ereignisse. Sophie ist endlich angekommen in der Elfenwelt, hat Freunde und liebevolle Adoptiveltern, doch das war es dann auch schon mit der Harmonie.

Die Elfenwelt steht unserer Menschenwelt in nichts nach, wenn es um Intrigen, Macht und Krieg geht, ganz im Gegenteil.
Sophie und ihre Freunde werden hier ganz tief mit hineingezogen und stellenweise war es wirklich hart, das alles zu lesen.
Ich fand den Band so düster und grausam wie bislang noch keinen. Gleichzeitig unfassbar spannend und auch wenn ich Teilstränge als Lesende schon erahnen konnte, war ich doch tief in die Geschichte versunken und bin kaum zum Luft holen gekommen.

Die Altersempfehlung schwankt - je nachdem, wo man nachsieht, liegt sie bei zehn oder zwölf Jahren. Ich würde Band drei noch keinem Zehnjährigen bzw. keiner Zehnjährigen zu lesen geben, ab zwölf Jahre finde ich die bessere Empfehlung.
Aber auch für Erwachsene ist das Buch faszinierend - jedenfalls für mich.

In Band drei war die Freundschaft der Kinder (hm, hier färbte wohl auch schon die Ausdrucksweise im Buch auf mich ab) besonders schön zu begleiten, er schließt (natürlich) nicht wirklich ab, so dass ich jetzt auf Band Vier hinhibbel.

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Macht nachdenklich

Wenn ich wiederkomme von Marco Balzano

"Ich wollte die Geschichte einer Migrantin aus der heutigen Zeit erzählen, einer dieser Frauen, die so vielen von uns die Last der Pflege von Körper und Geist unserer Bedürftigen abnehmen und es uns ermöglichen, ein Leben nach unserem Gusto zu führen, ohne Verzicht".

So der Autor in seiner (sehr lesenswerten) Nachbetrachtung.

Damit ist eigentlich schon fast alles zum Inhalt gesagt, ein klein wenig hole ich doch noch aus.

Daniela und ihre Familie leben in Rumänien. Der Vater verliert seine Arbeit, die Familie hat Geldsorgen und so geht Daniela nach Italien, um alte Menschen zu pflegen und so eine gute Ausbildung für ihre Kinder sicherzustellen. Der Preis ist jedoch sehr groß.

Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt.
Danielas Sicht, einsam in der Fremde und mit keinerlei Beschränkung der Arbeitszeit. Genau genommen hat sie überhaupt kein Leben mehr, das sie auch nur ansatzweise selbst bestimmt führen kann.
Aber auch ihre Kinder, die größere Tochter, die sehr früh viel Verantwortung übernehmen muss und der kleine Sohn, für beide verändert sich das Leben ebenfalls entscheidend.

Diese Komplettsicht fand ich sehr wertvoll, wenn man sich etwas mehr damit auseinander setzt, werden die Ausmaße des Skandals, wie wir im mit Pflege umgehen, erst so richtig bewusst.

Ein wichtiges Thema gut umgesetzt. Einzig eines fand ich etwas schade: die Figuren haben mich emotional nicht komplett erreicht, ich habe sie eher aus der Distanz betrachtet. Ich kann nicht genau benennen, woran das lag, ihr Schicksal war ergreifend, aber doch blieben sie auf Distanz.

Insgesamt aber ein sehr lesenswertes Buch.

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Abgefahren

The Stranger Times von C. K. McDonnell

Das war ja mal ein abgefahrenes Buch!
Ich hatte es mir ja anhand der Buchbeschreibung schon erhofft, es kam dann auch wirklich so, hurra.

Um was geht es?
Die Zeitung "Stranger Times" widmet sich ausschließlich Übersinnlichen und Unerklärlichen Dingen. Und genauso seltsam wie die Artikel (es sind einige abgedruckt, so, so abgefahren und sehr lustig) ist das Verlagsgebäude in einer alten, heruntergekommenen Kirche und das Zeitungsteam.

Neu in der Runde ist Hannah und mal Schwamm darüber, dass sie "versehentlich" das Haus ihres Ex angezündet hat, sie ist nach allgemeinem Verständnis die einzig "Normale" in der Runde.
Als dann in Manchester merkwürdige Dinge geschehen, da ist es dann allerdings sehr, sehr gut, dass es Hannah und ihre Kolleg*innen gibt!

Das Buch ist wirklich strange, aber natürlich auf eine positive Art.
Eine Mischung aus abgefahrenem britischen Humor, Fantasy, Thriller, äußerst unterhaltsam verpackt. Das Buch ist sehr kurzweilig, die Seiten fliegen nur so dahin.
Auch wenn man mit Fantasy eigentlich nicht viel am Hut hat, kann man das Buch lesen. Klar sind viele Fantasy-Elemente enthalten, aber durch die Mischung ist es - finde ich - genauso gut für Liebhabende von britischem Humor geeignet.

Ich mochte besonders die schrägen Charaktere. Ungewöhnlich, aber sehr liebenswürdig.
Und natürlich die schöne Gestaltung des Buches, das Auge liest ja auch mit.

Nachdem das Buch ein Reihenauftakt war, müsste es eigentlich bald weitergehen mit Band 2.
Ich freue mich schon darauf!

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