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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Marie aus E.:

Alkoholfrei und raffiniert - nur Supermarktsirup, dafür voller Genuss

Alkoholfreie Drinks von Eva Derndorfer; Elisabeth Fischer

Ich war sehr gespannt auf das Buch. Wir mixen gerne Cocktails und mit Kindern darf natürlich kein Alkohol rein. Aber braucht man da wirklich ein Buch? Es gibt ja unzählige Rezepte im Internet?

Einfache Antwort: ja, unbedingt, wenn man etwas anderes als die üblichen Saft/bunter Sirup-Variationen möchte.

Das Buch arbeitet mit Kräutern, Obst, Tee, Früchten - und man macht sich beispielsweise sein Ginger Ale selbst! Keine Bange, das ist weder aufwändig noch schwierig.


Besonders fasziniert hat mich die breite Rezeptauswahl, unter der ich viele Überraschungen gefunden habe. Es sind eben nicht nur die Varianten der bekannten alkoholischen Drinks, sondern auch Drinks wie Quitten"likör" mit Piment, Aprikosen-Lassi mit Rosenwasser oder ein Maiwipfelcaipirinha. Letzerer mit jungen Fichten- oder Tannentrieben - und sollte das zu exotisch sein, dann gibt es Alternativempfehlung.
Und Moscow Mule, Caipi und Aperol gibt es natürlich auch, falls man aber nur die überall bekannten und erhältlichen Cocktails sucht, wird man evtl. enttäuscht sein.

Schön auch, dass es immer eine Glasempfehlung gibt und oft auch Snackempfehlungen.

Das Buchlayout gefällt mir ebenfalls, schön klar und übersichtlich, Fotos gehen über die ganze Seite. Es gibt aber nicht zu jedem Getränk ein Foto, das ist mein einziger Mini-Klagepunkt.

Mein Fazit: die Drink sind tausendmal hochwertiger als die bisherigen alkoholhaltigen Cocktails - und allein das Aussuchen des nächsten Rezeptes macht uns total viel Spaß. Definit kein Regalsteher, sondern ein Lieblingsbuch, das immer wieder verwendet wird.

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Spannend wie immer, zum Ende hin aber abflachend

Violas Versteck von Marc Raabe

Endlich geht es weiter mit Tom Babylon, hier also Band vier der Serie.
Tom hat im Keller seines Elternhauses ein Foto seiner Schwester - als Erwachsene - gefunden. Zumindest glaubt er das.
Dann stirbt Toms Vater und die Ereignisse überschlagen sich.

Hochspannend wie gewohnt, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Und doch habe ich leichte Ermüdungserscheinungen beim Lesen bemerkt.
Toms ständige innerliche Zwiesprache mit Vi begann mir immer immer mehr auf die Nerven zu gehen und auch sonst habe ich den Eindruck, dass die Story nun auserzählt ist, auch wenn es evtl. noch weitere Bände geben wird.

Dazu war es anstrengend, der Handlung zu folgen, weil es ständige zeitliche Sprünge gab. Es gibt sehr viele Rücksprünge - aber nicht in die ferne Vergangenheit, was beim Einordnen ja kein Problem wäre, sondern eher im Tage oder Wochen-Bereich.
Dazu viel kursiv geschriebenes - fand ich alles mühsam.

Das klingt jetzt sehr negativ - aber trotz allem ist es ein völlig fesselnder, spannender Thriller, bei dem man nie so genau weiß, wer nun auf welcher Seite welches Spiel spielt. Dazu die vertrauten Charaktere aus den Vorgängerbänden - insgesamt auf jeden Fall lesenswert.

Den Stern Abzug zur ruhmreichen fünf Sterne Bewertung hat der Abschluss von Band vier gebracht. Da haben wir nun vier Bände atemlos die Geschehnisse verfolgt - und dann ein für mich enttäuschendes Ende. Die ganze Zeit Turbospeed und dann ein Ende mit angezogener Handbremse. Ich kann es nicht näher ausführen, da ich sonst übel spoilern würde. Dazu gab es dann auch Stränge im Buch, die für mich völlig unplausibel waren, für die Handlung aber elementar.

Trotzdem: gute Unterhaltung mit o.g. Einschränkungen.

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Grimms Möhrchen: macht nudelsuppenwarmes Gefühl im Bauch

Grimm und Möhrchen - Ein Zesel zieht ein von Stephanie Schneider

Grimm ist Buchhändler und ein total Netter. Wenn er nicht gerade in seiner Bücherkiste Bücher verkauft, schreibt er heimlich Gedichte und Geschichten. Nur einsam ist er schon ein klein wenig.
Bis eines Tages Möhrchen zu ihm zieht, ein entzückender kleiner Zesel.
Ab dem Tag ist jeder Tag ein kleines Abenteuer und einsam ist Grimm nun gar nicht mehr.

Ich liebe das Buch! Es hat so das ganz besondere Etwas, man liest und es wird ganz wohlig und warm im Bauch, ganz genauso wie es mit der Buchstabensuppe aus dem Buch in Zeselchens Bauch wird.

Man erlebt mit den Beiden die Jahreszeiten und kindgerechte Abenteuer. Der kleine Zesel hat immer tausend Ideen, in denen sich Kinder sofort wiederfinden. Die Kartons an der Straße sollen Müll sein? Niemals! Das ist doch eine Rakete! So sieht es Möhrchen und begeistert auch Grimm jeden Tag aufs Neue.

Dazu gibt es Wortspiele - das macht großen Spaß und lädt dazu ein, sich auch neue Wörter auszudenken oder über alte, etwas vergessene Wörter wie Kokolores, Anstandswauwau oder Hackepeter zu philosophieren.

Und erst die Illustrationen! Es gibt viel zu entdecken und sie passen perfekt zum Buch. Das etwas chaotische, aber so gemütliche Haus, der kleine Zesel, ach, einfach wunderschön. Zudem habe ich keinen Fehler gefunden, wenn beispielsweise im Text gelbe Blumen vor dem Zaun erwähnt waren, dann waren sie auch auf dem Bild gelb, perfekt.

Und das I-Tüpfelchen, das mich vollends zum Dahinschmelzen gebracht hat:
Im Buch schenkt der Zesel dem Buchhändler ein Buch (Grimms Möhrchen) und das hat "ein schwarzes und ein weißes Lesebändchen, fast wie zwei kleine Zeselschwänze". Und ratet mal, was unser Buch auch hat? So, so schön.

Das Buch wird für Kinder ab fünf Jahren empfohlen und es ist prima zum Vorlesen geeignet. Die Kapitellängen sind genau richtig, nicht zu kurz, damit man richtig schön eintauchen kann, aber auch nicht elends lang. Dazu die gelungenen Illustrationen - das werden richtig schöne Vorlesestunden.
Aber auch für Grundschüler ist es zum eigenständigen Lesen gut geeignet, schön großer Zeilenabstand und viele Bilder.

So, jetzt höre ich auf zu schwärmen und koche einen Topf Buchstabensuppe.

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Simply wonderful

Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar von Robert Thorogood

Cosy crimes, die in England spielen und bei denen "ältere Herrschaften" zum Detektiv mutieren, haben gerade wohl Konjunktur.
Das finde ich gewagt, denn die gute, alte Miss Marple ist da als Überfigur einfach unerreichbar.
Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und Judith Potts, unsere Protagonistin hier, hat mein Herz tatsächlich gewonnen!
Sie ist schon auch schrullig, aber keine Miss Marple-Kopie.

Mrs. Potts lebt in einem feudalen Herrenhaus, das allerdings nur von außen so herrschaftlich wirkt.
Innendrin sind leichte Messie-Züge nicht zu verleugnen. Und auch sonst entspricht Judith Potts so gar nicht meiner Vorstellung einer älteren englischen Dame.
Sie mag Scotch, trägt ungewöhnliche Badekleidung und findet das Alleine-Leben ganz vortrefflich. Ihr Leben ist recht geruhsam.
Bis sie Zeugin eines Mordes wird! Da die Polizei untätig ist, nimmt sie kurzentschlossen die Ermittlungen selbst in die Hand...

Das Buch überzeugt nicht durch seinen spannenden Kriminalfall.
Der plätschert so vor sich hin. Erstaunlicherweise machte mir das aber rein gar nichts aus, denn die drei Frauen, die den Fall wuppen, sind so schön schräg und liebenswürdig geschildert, dass das Lesen einfach nur Freude gemacht hat.
Dazu die einladende britische Umgebung, hach, auch wenn ich Scotch nicht mag, eine Fruchtbonbondose mit Bonbons, die in Puderzucker aufbewahrt werden, werde ich mir für den hoffentlich bald folgenden nächsten Band der neuen Krimireihe auf jeden Fall bereit legen. Warum? Dazu muss man das Buch lesen...

Volle Punktzahl für den Marlow Murder Club!

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Ballett - wunderschön und knüppelhart

Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar von Robert Thorogood

April hat mit Ballett nichts am Hut, bis sie eine Wette verliert und ihre beste Freundin zu einer Stunde begleiten muss. Dort ist es dann um sie geschehen, es ist Liebe auf den ersten Blick, April will unbedingt auch tanzen.

Mir hat gerade der Start total gut gefallen, April, die beste Freundin und neue Freundschaften.

Harte Übung und so viel Freude am Tanzen. Das kam so überzeugend herüber - ich habe nie Ballett getanzt, aber ich konnte das Gefühl spüren.

Dann wollte April mehr und ein Vortanzen bei der berühmten Royal Ballet School in London steht auf der Tagesordnung. Und hier wurde es für mich dann leider zu unrealistisch. April tanzt noch nicht lange und auch wenn man bestimmt Talent braucht, um es weit zu bringen, es ist doch genauso jahrelang harte Arbeit notwendig. Hier hat sich der Plot für mich zu weit fern der Realität entwickelt, das ging mir alles viel zu schnell und hat bei mir auch einen Stern Abzug in der Rezension gebracht

Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen, die Mühen und Intrigen, aber auch die große Freude und das Glück, das wurde so schön beschrieben.
Schön fand ich auch, dass nicht nur ein Weg, der ins Profi-Ballett-Geschäft, beschrieben wird, sondern dass die Freunde ganz unterschiedlich für sich entscheiden und ihr Glück in verschiedenen Lebensentwürfen finden.
Dazu Freundschaft, aber auch Missgunst, das volle Programm eben.

Nicht nur für Tänzerinnen und Tänzer ein schönes Buch!

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Witzig und tiefgründig

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße von Maxim Leo

Michael Hartung, im Buch meist nur Hartung genannt, ist nicht gerade auf der Überholspur des Lebens. Als Videothekbesitzer sind die Jahre mit guten Geschäften längst vorbei und auch sonst fällt mir zu ihm das Wort lethargisch ein.
Bis eines Tages im Herbst 2019 eine Journalist eine Geschichte auskramt: Hartung hat einst einen Bahnzug in den Westen umgeleitet und zu einer Massenflucht verholfen.

Zumindest steht es so in den alten Akten.

Darüber schreibt der Journalist, geringfügig (ähem...) ausgeschmückt und diese Story bekommt dann eine unerwartete Eigendynamik.

Maxim Leo beschreibt das sehr witzig, das Buch liest sich dadurch weg wie nichts. Gleichzeitig hat die Handlung aber einen Tiefgang, den ich so nicht erwartet habe. Gedanken über Geschichtsschreibung, herabwürdigender Umgang mit Bürgerrechtlern und wie man zum Spielball verschiedenster Interessen werden kann.

Ein Ausschnitt aus einem Stück Zeitgeschichte humorvoll aufbereitet - aber mit durchaus nachdenklichen Momenten.

Stil und Inhalt hat mir gut gefallen, ich fand es lediglich etwas zu lang. Das Buch hat 304 Seiten, ist jetzt also kein dicker Wälzer, aber eine leichte Straffung hätte ihm aus meiner Sicht noch gut getan.
Ansonsten großes Lesevergnügen.

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Zäher Auftakt, aber dann wird es richtig spannend

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße von Maxim Leo

Nilla lebt auf der Insel Manolis. Dort hat jeder Mensch bereits seit Geburt ein Seelenpferd. Nicht einfach ein Pferd (wobei – ist nicht jedes Pferd ein Seelenpferd?), nein, es gibt eine ganz tiefe und besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier.
Es wird nicht klar, in welcher Zeit die Geschichte spielt, die Inselbewohner leben sehr einfach.

Es macht den Eindruck, dass es in einer längst vergangene Zeit spielt.

Den Anfang fand ich zäh. Sehr zäh sogar, das Buch hat mich auch ein wenig gelangweilt. Allerdings wird hier durchhalten belohnt, denn ungefähr ab der Mitte hat es auf einmal eine Sogkraft, die mich richtig in die Geschichte gesaugt hat.

Es ist ein schönes Kinder-Fantasy-Buch mit ganz viel Pferdeliebe und Freundschaft – und natürlich gibt es auch einen Fiesling und einige große Rätseln sowie magische Momente.

Pferde sollte man schon mögen, denn sie nehmen einen wichtigen Part ein. Dazu muss man auch ein paar gruselige und spannende Momente aushalten können, die Altersempfehlung von „ab neun Jahren“ teile ich.
Die Einteilung in die Mädchen-Schublade hätte es nicht gebraucht: „Die perfekte Pferde Fantasy Reihe für Mädchen ab neun Jahre“ schließt Jungs aus. Auch wenn Pferdebücher bestimmt deutlich mehr von Mädchen gelesen werden, ist das m. E. ein Buch für alle Pferdefans . Zwei Mädchen sind die Hauptdarstellerinnen, das schon, aber es gibt einen besten Freund und auch überhaupt keinen „Zickenalarm“ oder Rosa-Glitzer-Alarm.

Es ist Band eins eines Reihenauftakts und deshalb bleiben natürlich einige Fragen offen. Es ist aber kein so übler Cliffhanger am Buchende, der einen quasi fassungslos zurücklässt (hatte ich jetzt schon mehrmals und finde ich insgesamt, aber gerade bei Kinderbüchern ein „No Go“), es gibt eine Etappenauflösung und naja, man muss natürlich weiterlesen. Gut finde ich, dass der Abstand zum zweiten Band relativ kurz ist, so bleibt man schön im Lesefluss. Als Stand-Alone kann man es aber eigentlich nicht lesen.

Fazit: der für mich zäher Auftakt hat den einen Stern Abzug gebracht, insgesamt fand ich das Buch aber sehr spannend und die magischen Elemente auch sehr gelungen.
Ich werde die Reihe weiterverfolgen.
Das Kind fand den lahmen Start übrigens nicht so tragisch, „es wurde dann ja noch richtig spannend“. Die Kinder-Bewertung liegt bei 4,5 Sternen. Im Mittel sind es dann die vier Sterne geworden.

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Übler Cliffhanger inklusive

#London Whisper - Als Zofe ist man selten online von Aniela Ley

Zoe ist überglücklich. Sie darf auf ein berühmtes Internat in England gehen. Dort wird gleich die wohl in allen englischen Internaten seit Hanni und Nanni übliche Mitternachtsparty gefeiert und bäng - findet sich Zoe in der Zeit zurückversetzt.
Sie ist nunmehr Zofe bei Miss Lucie, der sie aus dem Zimmer zurück ins Leben helfen will.

Und welch Glück - Zoe war in der Gegenwart natürlich schwer auf Instagram unterwegs und deshalb erfindet sie die Whisper-Kettebriefe, quasi den altmodischen Vorläufer...

Die Idee ist gut, die Umsetzung gefiel mir allerdings nicht ganz so.
Beginnen wir mal bei den Whisper-Briefen. Eigentlich wollte Zoe hier Dinge auf den Punkt bringen, über die die jungen Damen damals nicht sprechen konnten, wie beispielsweise Menstruation. Tatsächlich sind die Briefe aber völlig seicht und bedeutungslos, wenn auch optisch eine hübsche Auflockerung.

Dann Zoe als Figur. Einfach unfreiwillig aus der Gegenwart in eine andere Epoche gereist ohne Rückfahrticket. Das scheint sie allerdings gar nicht groß zu bekümmern, für sie ist alles ein Abenteuer.
Auch an Anpassungsschwierigkeiten leidet sie nicht, wie ein Fisch im Wasser findet sie sich in der Vergangenheit und schwimmt munter darauf los. Nie droht sie aufzufliegen oder verhält sich seltsam, das war mir dann doch zu glatt.

Der Love-Story-Anteil war angenehm zurückhaltend und auch die "gestelzte" Sprache fand ich gelungen.

Aber was mich richtig, richtig gestört hat: das Buch ist wohl Auftakt einer Reihe oder zumindest eines Zweiteilers, denn es endet mittendrin. Ein ganz übler Cliffhanger - es gibt keine Auflösung.
Das macht mich sauer, zumal nicht zu erkennen war, dass das Buch Bestandteil einer Reihe ist.
Das geht gar nicht! Deshalb kommt #London Whisper bei mir nicht über drei Sterne hinaus.

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Mehr als ein tadelloses Buch

The Maid von Nita Prose

Molly ist Zimmermädchen und ihr Antrieb ist es, jeden Tag auf´s Neue die Zimmer in einen tadellosen Zustand zurückzuversetzen. Dann findet sie aber eines Tages eine Leiche, der unsympathische, schwerreiche Mr. Back ist tot - und Molly gerät unter Verdacht.

Molly ist ein ganz besonderer Mensch.

Es wird nicht näher thematisiert, aber sie braucht feste Abläufe und nimmt alles sehr wörtlich. Ich vermute, sie ist Autistin bzw. hat das Asperger-Syndrom?
Anfangs erscheint sie auch etwas naiv, doch schnell wird klar, Molly ist eben besonders - und keineswegs naiv. Ich habe sie sehr schnell in mein Herz geschlossen.
Und Molly ist es auch, die das Buch zu etwas ganz Besonderem macht.
Ihr Glaube an das Gute im Menschen, ihre Zielstrebigkeit, die Sprüche der Oma als Leitweg und letztendlich ihre Konsequenz - einfach schön.

Ja, es ist ein Krimi, aber ein sog. Cosy Crime. Die menschlichen Begegnungen, Freundschaften und Bösartigkeiten sind das eigentliche Highlight.
Das Buch bekommt keine fünf Sterne für den herausragenden Spannungsbogen (wobei es nicht seicht und vorhersehbar ist!), aber mindestens fünf Sterne für das Gesamtpaket.

Allerfeinste Unterhaltung - und das Genre Cosy Crime ist nicht mein bevorzugtes, ich kann in den meisten Fällen nichts damit anfangen und langweile mich schnell. Hier hat Nita Prose gezeigt, dass es auch anders geht und dass es nicht immer große Gewalt, Brutalität und Hochspannung braucht.

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Sensibilisiert für das Thema Bodyshaming

The Sky in your Eyes von Kira Mohn

Das Cover ist so schön - eine Lovestory im magischen Island, ich habe mich gefreut.
Bekommen habe ich mehr als eine der typischen Liebesgeschichten.
Ich würde sogar sagen, dass das eigentliche Thema des Buches Bodyshaming ist und die Liebesgeschichte sogar nur die Ergänzung dazu ist.

Elín hat eine richtig schlimme Trennung hinter sich und wohnt wieder bei ihren Eltern.

Ihr Job ist auch nicht mehr das, was er mal war, ihre beste Freundin weit weg. Ihr täglicher Gang zum Strand und ihr wöchentlicher Kochkurs sind aktuell die einzigen Highlights in ihrem Leben. Und dann ist da nun Jón...

Die Autorin hat es geschafft, dass ich mich völlig mit Elín identifizieren konnte. Von klein auf wurde ihr vermittelt, dass sie "moppelig" ist und findet sich als Erwachsene einfach nur dick. Sie reduziert fast alles auf ihr Körpergewicht - und ja, wenn man eintaucht in ihr Leben, dann kann man das nicht nur nachvollziehen, sondern man ahnt wirklich, wie schlecht es ihr deshalb geht. Das fand ich sehr gut geschrieben, ich habe mir dazu bislang kaum einen Kopf gemacht und finde, dass das Buch hier auch Augen öffnet.
Neben den Fieslingen, die es überall gibt, haben auch die eigene Familie und Freunde - immer in bester Absicht - ihren Teil dazu beigetragen. Gut gemeint ist leider nicht immer gut gemacht.

Dazu das Island-Setting, die zarte und sehr schöne Lovestory plus zwei Rezeptvorschläge passend zum Thema. Ach ja, hungrig sollte man das Buch übrigens nicht lesen!

Lediglich Jón war mir als Figur etwas sehr dick aufgetragen. Sieht aus wie ein Modell, ist sensibel und zugwandt, hat alle Geduld der Welt und natürlich gibt es da auch noch verbindende Kindheitserlebnisse und Zukunftswünsche. Jaaaa...eine Spur realistischer hätte ich hier gut gefunden.

Insgesamt fand ich das Buch aber sehr gelungen, 4,5 Sterne, gerundet auf 5.

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