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Rezensionen von Lesestern:

Der geheimnisvolle Schiffsbrüchige

Gestrandet in Cornwall von Julie Klassen

„Gestrandet in Cornwall“ von Julia Klassen ist im Januar 2022 bei SCM-Hänssler erschienen.
Der historische Roman spielt im 19.Jahrhundert und führt uns an die raue Felsenküste Cornwalls, für deren Bewohner Schiffsunglücke zum Alltag ihres Lebens gehören.
Wir lernen die junge Laura Callaway kennen, deren Leidenschaft es ist, angespültes Treib- und Strandgut zu sammeln, dessen Identität zu recherchieren, um persönliche Erinnerungsstücke an die jeweiligen Angehörigen der Schiffsbrüchigen zurückzugeben.

Gleichzeitig gedeiht der Handel mit Schmugglerware und Strandräuber treiben ihr Unwesen.
Als eines Tages ein Überlebender eines Schiffswracks an Land gespült wird, ist Lauras Helfersyndrom erwacht und zusammen mit einem Arzt und einer alten Krankenschwester kümmert sie sich um die Pflege des schwer Verletzten.
Doch wer ist der Fremde? Und welches Geheimnis umgibt ihn?...
Mein Leseeindruck:
In Anlehnung an die wunderbaren „Ivy- Hill“ Bände der Autorin war dieses Buch für mich eine ganz andere und neue Julia Klassen.
Nachdem ich mich von meiner Erwartung diesbezüglich gelöst hatte, habe ich diesen historischen Roman als etwas ganz Eigenes gelesen und wahrgenommen.
Auch hier ist der Schreibstil der Autorin hervorzuheben, der bewirkt, dass man diese Lektüre trotz vieler Hintergrundinformationen flüssig lesen kann.
Die Handlung ist abenteuerlich und geheimnisvoll und die hier beschriebenen Charaktere entwickeln sich während des Geschehens weiter.
Laura, die Hauptprotagonistin, die sich ebenso als „Schiffsbrüchige“ wahrnimmt und sich als Fremde fernab ihrer ursprünglichen Heimat, jetzt an der Küste Cornwalls gestrandet fühlt, steht im Fokus des Geschehens. Sie lebt nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Onkel und seiner Familie. Ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Heimatgefühl begleitet den Leser durch viele Passagen des Romans und lässt manche ungewöhnliche Denk- und Handlungsweise in einem neuen Licht erscheinen.
Ihr persönlicher Kampf, ihre Vergangenheit zu verstehen und hinter sich zu lassen, birgt so manche Gefahr…
Der Glaube an einen Gott, der die Welt letztendlich in seinen Händen hält, wird wie ein fein gesponnener Faden durch die Seiten des Romans gewebt und schenkt Hoffnung auch für die Krisen und Katastrophen unserer Zeit.
Mein Fazit:
Ein tiefgründiger, gut recherchierter historischer Roman um eine außergewöhnliche junge Frau und ihre Sehnsucht nach Heimat und Liebe.

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Sehnsucht nach einem Zuhause

Kein Weg zu weit von Carrie Turansky

„Kein Weg zu weit“ ist der Fortsetzungsroman von Carrie Turansky über das Schicksal britischer Heimkinder am Anfang des 20.Jahrhunderts und ist im Januar 2022 bei Gerth Medien erschienen.
Es geht um die Geschichte der Kinderemigration, verbunden mit den Erlebnissen einer über viele Jahre getrennten Familie.

Im Jahr 1909 gelangt die damals siebenjährige Grace Mc Alister zusammen mit ihren beiden Geschwistern nach Kanada. Während ihr Bruder Garth als Farmarbeiter und ihre Schwester Katie als Hausangestellte ein schweres Los trifft, hat Grace das große Glück von einer wohlhabenden Familie adoptiert zu werden und ein sorgloses Leben zu genießen. Doch aller Reichtum hilft ihr nicht, ihr Gefühl an ein anderes Zuhause zu verdrängen.
Bei einem zufälligen Fund auf dem Dachboden entdeckt sie Bruchstücke ihrer Vergangenheit und begibt sich auf Spuren ihrer wahren Identität…
Zeitgleich beschließt Garth Mc Alister, der nach vollendeten Dienst- und Kriegsjahren wieder in England bei seiner Familie angekommen ist, sich erneut auf die weite Reise nach Kanada zu begeben, um seine noch immer vermisste kleine Schwester und auch seine Verlobte Emma, von der er durch den Krieg getrennt wurde in den Weiten des Landes wieder zu finden.
Mein Leseeindruck:
Direkt im Anschluss an den Vorgängerband „Weiter als der Ozean“ bin ich in die Fortführung der Geschichte eingetaucht, um mich mit Garth und Rob (Garth bester Freund seit der Zeit im Kinderheim) erneut auf die lange und weite Schiffsreise nach Kanada zu begeben.
Jedem Leser oder Leserin, die nicht den ersten Teil gelesen haben, empfehle ich es unbedingt noch nachzuholen, um sich den doppelten Lesegenuss nicht entgehen zu lassen und mit einem erweiterten Hintergrundwissen die Handlung in ihrer ganzen Tiefe besser zu verstehen.
Entgegen den großen Schwierigkeiten, vielen Hindernissen und der langen Zeit, die Familienmitglieder, die irrtümlich als Waisen verschifft wurden, wieder in ihrer Ursprungsfamilie zusammen zu führen, scheint der zweite Band fast ein unrealistisches Tempo bei der Auffindung der noch fehlenden Familienteile aufzuweisen. Allerdings darf man hier nicht die Tatsache vergessen, dass inzwischen zehn Jahre vergangen sind, und man nur wenige Details im Rückblick erfährt.
Was aber immer wieder auftaucht, ist der Glaube der Protagonisten an einen Gott, der durch Liebe, Verlust, Hoffnung und Wiedervereinigung am Wirken ist und seine Fäden gespannt hat, um durch alles Leid und alle Entbehrungen seinen großen Segen sichtbar werden zu lassen.
Carrie Turanskys wunderbar ausgeführte Charaktere sind eindrücklich und berührend. Während dem Fortgang der Erzählung werden sie zu liebenswerten Begleitern, denen man nur das Beste wünscht. Deshalb ist es entspannend bei aller vergangenen Tragik nun hoffungsvolle Lichtpunkte beim weiteren Lesen zu entdecken…
Mein Fazit:
Eine Hommage an die Geschichte der Kinderemigration, damit dieses wichtige Kapitel und in der Öffentlichkeit weniger bekannte Thema nicht vergessen wird.

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Die Karlsbrücke - ein Jahrhundert-Werk, erbaut auf den Pfeilern der Macht und Leidenschaft

Die Brücke der Ewigkeit von Wolf Hector

„Die Brücke der Ewigkeit“ von „Wolf Hector“ ist Ende November 2021 im Ullstein Verlag erschienen.
Es geht um die Entstehung der berühmten Moldaubrücke, die in Prag im 14.Jahrhundert gebaut wurde.
Hintergrund ist eine Hochwasser-Flut im Jahr 1342, bei der der damals noch kleine Jan Otlin direkter Zeuge des Einsturzes der damaligen alten Holzbrücke, bekannt auch als die Judithbrücke, wurde.

Inmitten des Unglücks, umgeben von peitschenden Wasserwellen gibt Otlin das Gelübde, eine neue Brücke zu bauen, wenn Gott seine Mutter und ihn aus den Fluten der Moldau rettet. Das Wunder geschieht und die beiden überleben die Katastrophe.
Jahre später bekommt Otlin die Möglichkeit sein Gelübde zu erfüllen, doch Rivalitäten, Intrigen und böse Machenschaften kreuzen seinen Weg und stellen sich ihm entgegen…
Mein Leseeindruck:
Ein vielschichtiger Roman, der die Lebensverhältnisse, Denkweisen und Strukturen von Staat und Kirche zeitgemäß spiegelt.
Auch in dieser Geschichte tritt der fesselnd-atmosphärische Schreibstil des Autors, hinter dessen Pseudonym ein bekannter Kriminal- Historien- und Fantasy- Schriftsteller sich verbirgt, zu Tage. Seine Charaktere sind gut ausgearbeitet, authentisch beschrieben und teilweise historisch fundiert.
Man taucht ein ins Mittelalter, begibt sich mit den Protagonisten ins historische Prag, durchlebt mit ihnen die Geschehnisse und leidet mit ihnen an der Ungerechtigkeit und der Brutalität von Macht und Gier.
Der sechshundert Seiten starke Historien-Plot zieht den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in Bann und man kann gar nicht anders als lesend auf das Ende zu zusteuern.
Auf die derben Gewaltszenen hätte ich gut verzichten können, auch wenn sie für das beschriebene Zeitalter passend sind. Gerade bei Figuren, die einem besonders eindrücklich sind, fühlt man bei solchen Passagen besonders mit.
Das Ende hat mich überrascht und versöhnt.
Mein Fazit:
Ein emotional packender, historisch sehr gut recherchierter Roman über den Bau der berühmten Karlsbrücke deren Baumeister und ihr persönliches Umfeld von Liebe, Macht und Intrigen.

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Antonie - eine junge Frau findet ihren Weg

Die Dorflehrerin von Bettina Seidl

„Die Dorflehrerin - zwischen Liebe und Berufung“ von Bettina Seidl ist im Dezember 2021 im dtv Verlag erschienen.
Bettina Seidls Debütroman versetzt uns ins Jahr 1911 in das Bergdorf Tannau in den Berchtesgadener Alpen. Wir begegnen der jungen kraftvoll-engagierten Lehrerin Antonie Weber und werden mitgenommen in Sitten und Bräuche einer für uns Frauen heute fremden Welt.

Antonie hatte es nicht leicht in ihrem Leben und als Waisenmädchen war ihre Kinder- und Jugendzeit mit vielen Steinen gepflastert, bevor sie das große Glück erlebte und bei den „Englischen Fräulein“ in München von Ordensschwestern aufgenommen und als Lehrerin ausgebildet zu werden.
Ihre erste Stelle ist nun im Kontrast zur Großstadt München ein kleines rückständiges Bergdorf, dessen Einwohner, bis auf wenige Ausnahmen ihr nicht wohl gesonnen sind und ihr mit Vorurteilen, Distanz und Feindseligkeit entgegentreten.
So wird ihr Berufsbeginn ein erneuter Stolperstein auf ihrem Lebensweg…
Mein Leseeindruck:
Ein gut lesbar-unterhaltsam- historischer Roman, der sowohl die Vorurteile gegenüber Frauen in Berufen wie auch das Lehrerinnen- Zölibat am Anfang des 20.Jahrhunderts darstellt.
Bettina Seidls Schreibstil ist atmosphärisch bildhaft und man gewinnt beim Lesen den Eindruck inmitten dieser Bergwelt dabei zu sein und ihre im Roman beschriebenen Charaktere in den verschiedensten Situationen zu begleiten.
Viele der sympathisch dargestellten Protagonisten wachsen einem ans Herz und es stimmt fast etwas wehmütig, wenn man das Buch am Ende der Geschichte zuklappt.
Besonders die Kinder bleiben im Gedächtnis, die durch Antonies neue Lehrmethoden eine wunderbare Entwicklung erleben und sich gemäß ihren Gaben entfalten können.
Aber auch die freundschaftlichen Beziehungen von Antonie zu vorurteilsfreien Personen wie Pfarrer Bichler, seiner Haushaltshilfe Magda, der Familie Huber, Helena und Anton und nicht zuletzt der ihren Gefühlen gefährlich werdende Revierförster Sebastian bleiben nachhaltig im Gedächtnis.
Sehr feinfühlig und wertschätzend habe ich die empathische Beschreibung der jungen und geistig zurückgebliebenen Magda in dieser Geschichte wahrgenommen.
Mein Fazit:
Eine wunderbare Wohlfühllektüre mit historischem Hintergrund und faszinierenden Landschafts- und Charakterbeschreibungen.

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Mama Bär erzählt himmlische Geschichten

Ein Geschenk des Himmels - Meine Kinderbibel von Lisa T. Bergren

„Ein Geschenk des Himmels – Meine Kinderbibel“ von Lisa T. Bergren mt Illustrationen von David Hohn ist im Januar 2021 bei Francke Verlag erschienen.
Diese wunderschön bebilderte im handlichen Format designte und sehr ansprechende Kinderbibel vermittelt kleinen Kindern auf sehr liebevolle Weise, Gottes Geschichte mit den Menschen.

Die hier verwendete Perspektive einer Rahmenhandlung ist für das Vorlesen eine ideale Methode, die es den Kindern erleichtert sich mit den hier dargestellten Tierfiguren leicht zu identifizieren und die hier beschriebene Sichtweise vom kleinen Eisbären und seinen Freunden einzunehmen, die die biblischen Geschichten umrahmen.
Die neugierigen und interessierten Fragen sind wissbegierigen Kindern aus dem Herzen gesprochen und helfen ihnen die von Mama Bär erzählten Begebenheiten leichter zu erfassen und zu begreifen. Der warmherzige und liebevolle Erzählstil unterstützt dies auf wunderbare Weise. Auch die bunten in harmonischem Farbton gehaltenen Illustrationen bestärken diesen Eindruck und transportieren eine angenehme Lese-Atmosphäre.
Mit all diesen gut miteinander verwobenen Elementen ist eine besonders schöne Kinderbibel entstanden, die kleinen Kindern einen anschaulichen und gut verständlichen Zugang zum christlichen Glauben bietet.
Fazit:
Eine Kinderbibel, die alles beinhaltet, was ein gutes Kinderbuch ausmacht und dabei große Vorleser wie kleine Zuhörer begeistert.

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Tiefer Einblick in ein bewegtes Leben - die Briefe von C.S. Lewis

C.S. Lewis - Ein Leben in Briefen von C. S. Lewis

„C.S. Lewis Ein Leben in Briefen“ herausgegeben von Titus Müller ist im Juni 2021 im adeo Verlag erschienen.
Titus Müller, bekannt vor allem durch seine historischen Romane bekennt sich in dieser von ihm persönlich getroffenen Auswahl von Lewis Briefen als ein großer Verehrer des berühmten Autors.

Die hier von ihm zusammengestellte Korrespondenz beinhaltet Briefe von „Jack“, wie Lewis sich selbst gerne genannt hat, an Freunde, Familie, Verwandte und Bekannte und gewährt dem Leser einen tiefen Einblick in dessen Gedanken- und Lebenswelt.
Das Buch gliedert sich in drei Hauptbereiche. Im ersten Teil werden die Lebensstationen von Lewis kurz skizziert, um einen biographischen Überblick zu geben, der es dann erleichtert die darauffolgenden Briefe im zeitlichen Kontext einzuordnen.
Der zweite Teil und damit der umfangreichste enthält die beeindruckende handverlesene Sammlung der Briefe, die aufschlussreiche Einsichten in unterschiedliche Themen und Sichtweisen beinhalten.
Und der dritte Teil bietet wertvolle Informationen zu den in den Briefen genannten Adressaten
Mein Leseeindruck:
Eine beeindruckende Lektüre, für die es hilfreich ist, wenn man schon ein paar Werke von C.S. Lewis gelesen hat.
Und trotzdem stelle ich immer wieder fest, dass es bei jedem weiteren Buch über Lewis noch vieles Unergründliche gibt.
Die hier von Titus Müller präsentierte Korrespondenz schließt einige Lücken und regt gleichzeitig an weiteres zu lesen. Deutlich wird dies an den zahlreichen Fußnoten, die zwar den Lesefluss durch ständiges Vorblättern zum Anhang unterbrechen, gleichzeitig aber das Interesse wecken an weiterführender Literatur.
Die Auswahl der Briefe offenbart eine Persönlichkeit, die bereits im Teenageralter begonnen hat, sich erstaunlich niveauvoll schriftlich zu artikulieren und dabei faszinierende Gedankengänge zeigt. Auch seine frühe Leidenschaft für Bücher wird hier sehr ausführlich und mit viel Begeisterung wiedergegeben.
Besonders eindrücklich empfand ich die Korrespondenz mit seinem Freund und Wegbegleiter J.R.R. Tolkien. Die intensive Kommunikation mit ihm, sowie die Gespräche mit den „Inklings“, einer außergewöhnlichen Freundes- und Autorengruppe, zu dem er und Tolkien gehörten, hat seine Hinwendung vom Agnostiker zum Christen geprägt und begleitet. Überrascht hat mich auch der sehr offene und über Jahre andauernde Briefkontakt zu seinem seit Kindertagen währende „Nachbarfreund“ Arthur Greeves aus seiner Heimatstadt Belfast, der den damals noch „ungläubigen“ Lewis immer wieder mit seinem eigenen von Jugend an bestehenden christlichen Glauben herausgefordert hat.
Lewis war ein passionierter Briefeschreiber und seine vielfältigen und facettenreichen Kontakte stehen hier für ein weitreichendes, Kontinente übergreifendes Spektrum an Themen und Lebenseinstellungen, die sein Wirkungsfeld beleuchten.
An seiner Bekehrung und christlichen Glaubenseinstellung hat Lewis trotz vieler Krisen zeitlebens festgehalten. Seine Briefe geben Einsichten über Kriegserfahrungen, Beschäftigung mit anderen Religionen, Auseinandersetzung mit theologischen Dogmen und biblische Erkenntnisse wieder. Seine Standpunkte sind herausfordernd und bewegen zum Nachdenken..
Mein Fazit:
Anspruchsvoll, teilweise philosophisch, stets tiefgründig und auf jeden Fall lesenswert.

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Der besondere Sieg

Jori - Wettlauf mit Hindernissen von Damaris Schwarzrock

"Jori - Wettlauf mit Hindernissen", das zweite Bilderbuch über das sympathische Schweinchen ohne Ringelschwanz, aus der Feder von Damaris Schwarzrock und wunderschön illustriert von Esther Schmidt, ist im Dezember 2021 im SCM-Brockhaus Verlag erschienen.
Auch das neue Abenteuer von Jori spielt wieder auf dem Bauernhof.

Jori bereitet sich mit seinen Geschwistern und Freunden auf die große Bauernhof-Olympiade vor. Alle Tiere sind in großer Aufregung und die Vorbereitungen sind in vollem Gange.
Nachdem die ersten Disziplinen in Sackhüpfen und Eierlaufen beendet sind, startet das große Hindernisrennen, bei dem Jori und die anderen Schweinekinder teilnehmen.
Jeder gibt sein Bestes und alle flitzen los. Jori hat fleißig trainiert und will nun unbedingt gewinnen. Er rennt und rennt, überholt ein Schwein nach dem anderen, ist schnell an der Spitze und mit großer Freude stürmt er auf das Ziel zu. Doch plötzlich hört er hinter sich seinen Bruder Malte laut schreien; Jori dreht sich um und sieht, dass Malte gestürzt ist…
Mein Leseeindruck:
Das dynamisch-farbenfrohe Cover hat schon beim ersten Hinsehen meine volle Aufmerksamkeit bekommen und mich neugierig auf die Geschichte gemacht.
Die Innenseiten sind kompatibel und genauso eindrücklich gestaltet und setzen das von Damaris Schwarzrock wunderbar erzählte Jori-Abenteuer gekonnt in Szene.
Die knallbunten und teilweise großformatigen Illustrationen von Esther Schmidt in Augenschein zu nehmen und viele weitere Details auf den Seiten gemeinsam zu entdecken schenkt ein tolles Lese-Erlebnis.
Auch die kurzweiligen und altersgemäß verständlichen Texte unterstützen die Aufnahmebereitschaft der kleinen Leser.
Man hat Spaß dabei, das großartige Kinderbuch in die Hand zu nehmen, vorzulesen und zu sehen, wie Kinder zu aufmerksamen Zuhörern werden und die Geschichte miterleben.
Mein Fazit:
Eine tolle Geschichte mit vielen großformatig- ausdrucksstarken Illustrationen, die Klein und Groß begeistert und eine wertvolle Perspektive zum Thema Gewinnen vermittelt.

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Lebensträume und die Bedeutung eines Augenblicks

Der Junge, der auf einem Esel ritt von Nestor T. Kolee

„Der Junge, der auf einem Esel ritt – das Leben ist keine Reise“ von Nestor T. Kolee ist als illustrierte Geschenkausgabe im Oktober 2021 bei dtv erschienen.
Im Mittelpunkt steht Tom, der nach dem plötzlichen Tod seines Vaters am Boden zerstört ist, seine Heimat verlässt, um den Sinn des Lebens zu finden.

Seine Reise führt ihn nach Andalusien und er gelangt zunächst nach Nepanthé, dem Ort ohne Sorge, an dem er seit langer Zeit mal wieder träumt.
Traumbilder von einem Eselsritt, einem kleinen Jungen und einem Beduinen erscheinen ihm in der Nacht und werden von da an zu seinen Begleitern bei seinen nachfolgenden Träumen.
Auch die Begegnung mit einem Traumdeuter bleibt für ihn kein einmaliges Erlebnis.
Bis Tom versteht, was das Leben ausmacht, muss er sich Prüfungen stellen, die ihn an die Grenze seines Menschseins bringen.
Mein Leseeindruck:
Der Schreibstil von Nestor T. Kolee ist flüssig und angenehm lesbar. Er entführt uns mit seinen Gedanken und seiner Sprache in eine andere mystisch anmutende Welt. Viele Passagen sind Nachdenkens wert und bieten philosophische Anregungen.
Vom Ende allerdings war ich enttäuscht; nach vielen Stationen, Höhen und Tiefen war der Schluss zu abrupt. Da hätte ich mir mehr Intensität und Tiefgründigkeit gewünscht.
Mein Fazit:
Eine gut lesbare und inspirierende Lektüre, als Geschenkausgabe ausdrucksvoll illustriert mit einem für mein Empfinden zu schnell erzählten Ende.

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Unvergessliche Feiertage und bezaubernde Begegnungen

Weihnachtsglück in Ivy Hill von Julie Klassen

„Weihnachtsglück in Ivy Hill“ von Julia Klaasen ist im September 2021 bei SCM Hänssler erschienen.
Richard Brockwell, bekannt als dandyhafter Tunichtgut, der auf Kosten seiner Familie sein Leben in einem noblen Londoner Stadthaus genießt, war seit Jahren nicht mehr zuhause in Ivy Hill.
Nun erzwingt seine Mutter, die verwitwete Lady Barbara seinen Besuch an Weihnachten.

Und Richard bleibt nichts anderes übrig, als sich zu fügen, um seine finanzielle Freiheit nicht zu verlieren. Gleichzeitig plant er direkt nach den Feierlichkeiten schnellstmöglich abzureisen, um wieder in sein Londoner Stadtleben zurückzukehren.
Doch es kommt anders als erwartet…
Mein Leseeindruck:
Diese Geschichte hat mich von Anfang an begeistert und bis zum Ende wunderbar unterhalten.
Ich habe selten einen Roman gelesen, der mir ein solches Lesevergnügen beschert und mich atmosphärisch eingenommen von Seite zu Seite begleitet hat.
Die Protagonisten allen voran Richard Brockwell, Susanna Evans und Arabella Awdry sind mir beim Lesen ans Herz gewachsen und ich habe deren Entwicklung mit großer Freude verfolgt.
Der Schreibstil von Julia Klaasen, die ich hier zum ersten Mal als Autorin kennengelernt habe, hat mich vollends überzeugt und mein Interesse an weiteren Werken beflügelt. So freue ich mich schon auf den nächsten Roman von ihr.
Fazit:
Eine wunderbare Lektüre, die zwar in der Weihnachtszeit spielt, aber auch noch nach Weihnachten ihren Lesezauber entfaltet und jeden Lese-Tag zum Festtag macht.
Ein Buch, das glücklich macht.

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Pontenilo - mehr als ein Bauwerk

Pontenilo von Irma Joubert

„Pontenilo“ von Irma Joubert ist der erste Band der Triologie über die südafrikanische Familie Fourie.
Der historische Roman spielt während des Zweiten Weltkriegs und umspannt länderübergreifend Italien und die südafrikanische Union. Dabei wird deutlich, welche weitgreifenden Auswirkungen der Krieg hat und wie dies auch politisch innerfamiliär zu Spaltungen führt.

Darunter leidet besonders der eng verbundene Clan der afrikaanischen Familie Fourie.
Klara, die älteste Tochter, die ihren besten Freund aus Kindertagen Gerbrand in der Schlacht von El Alamein verloren hat, ist am meisten betrübt darüber. Dem italienischen Architekturstudenten und Kriegsgefangenen Antonio gegenüber ist sie zunächst misstrauisch und feindselig gesinnt. Sie sieht ihn ihm die personifizierte Schuld für Gerbrands Tod. Mit Klaras älterem Bruder Boelie baut er eine Brücke über den Fluss nahe ihrem Anwesen, die zu einer Metapher wird für Klaras Beziehung zu ihm…
Mein Leseeindruck:
Irma Joubert ist eine afrikaanische Autorin und Historikerin, die das, was sie erzählt auch teilweise selbst erlebt hat. Ihr Schreibstil ist an manchen Stellen etwas holprig; nachdem man aber in die Geschichte eingetaucht ist, wird man von der Handlung gefangen genommen und man folgt faszinierend den hier beschriebenen Charakterfiguren und deren Entwicklung.
Den Zweiten Weltkrieg aus der Sicht eines weit abgelegenen Kontinents, der weitab vom eigentlichen Geschehen ist, aber zugleich durch politische Verbindungen involviert wird, war für mich eine neue nicht vertraute Perspektive.
Die Familienmitglieder der Fouries, ihre Nachbarn und Anwohner wachsen dem Leser in all ihrer Verschiedenheit ans Herz. Aber auch der andere Erzählstrang über die Familie Romanelli und deren Umgebung in einem kleinen italienischen Dorf nahe Turin übt mit seinen warmherzigen und anschaulichen Schilderungen eine besondere Atmosphäre beim Lesen aus.
Mein Fazit:
Ein historisch gut recherchierter Roman, der durch Handlung, Charaktere und Dramatik verbunden mit christlichen Werten überzeugt. Ich freue mich auf die weiteren Bände dieser Reihe…

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