Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lesestern:
Die Faszination eines Weihnachtskataloges und der wahre Sinn von Weihnachten
Die anderen Weihnachtswünsche von Lynn Austin
„Die anderen Weihnachtswünsche“ von Lynn Austin ist eine eigenständige Novelle, in der wir den beiden jungen Frauen Eve und Audrey aus dem Vorgängerband „ in den Schuhen der anderen“ wieder begegnen.
Es ist eine kleine Geschichte, in deren Mittelpunkt die beiden Freunde Harry und Bobby und ihre Faszination über einen Spielzeugkatalog stehen.
Eve und Audrey, die Mütter der beiden fünfjährigen Jungs beobachten mit Unbehagen, wie ihre Söhne das bevorstehende Weihnachtsfest auf die Erfüllung ihrer Wünsche reduzieren. Ein Weihnachtsspiel ihrer Kindergruppe, bei dem die Jungs in die Rolle der heiligen drei Könige schlüpfen, öffnet ihnen die Augen und so langsam beginnen sie den wahren Sinn von Weihnachten zu entdecken.
Mein Leseeindruck:
Auch hier kann man wieder Austins unnachahmlichen Schreibstil wahrnehmen, der auch diese kleine Erzählung zu einem sehr angenehmen, humorvollen und zugleich nachdenklichen Leseerlebnis macht.
Ihre Charaktere und Protagonisten sind authentisch gezeichnet und deren Entwicklung im Lauf der Geschichte eindrucksvoll dargestellt. Das große Thema der Vergebung durchzieht das hier erzählte weihnachtliche Geschehen, in das die Lebensgeschichten von Audrey und Eve verwoben sind.
Mein Fazit:
Eine wunderbare Lektüre, um ganz neu wieder den Sinn von Weihnachten zu entdecken und Neuanfänge zu wagen.
Neuland - Aufbruch in ein neues Leben
Unverschleiert in Katar von Marianne Müller
„Unverschleiert in Katar“ von Marianne Müller ist ein authentisch-spannende Geschichte aus einem fernen Land, das uns aktuell durch die dort stattgefundene Fussball-WM und die damit verbundene Medien-Präsenz nähergekommen ist. Das Buch ist im September 2022 im fontis Verlag erschienen.
Mein Leseeindruck:
Die Autorin nimmt uns mit hinein in ihre persönlich erlebte Familiengeschichte und in die Licht- und Schattenseiten ihrer Auswanderung und den Erlebnissen in der arabischen Welt.
Sehr eindrücklich wird die Sehnsucht nach Aufbruch und die damit für Marianne und Matthias Müller verbundene Frage nach Gottes Willen gestellt. Dabei werden auch die Beweggründe neu anzufangen offen zur Sprache gebracht. Während die beiden älteren Söhne der Müllers durch Schule und Freundschaften bedingt dem großen Schritt eines Umzugs in ein fremdes Land zunächst noch skeptisch gegenüberstehen, sind es insbesondere der berufliche Stress, die permanente Überforderung sowie die familiäre und gemeindliche Situation, die den Wunsch nach Veränderung bei Marianne und Matthias verstärken.
Als sich für den gelernten Automechaniker in seinem Arbeitsalltag ein Jobangebot für Katar auftut, ergreifen sie trotz vieler Unsicherheiten ihre Chance.
Marianne Müllers Schreibstil ist flüssig – fesselnd und so folgt man gebannt dem Auf- und Ab der anfangs achtköpfigen Großfamilie Müller in eine neue Welt.
Aufgelockert durch bewegende Fotos von faszinierenden Landschaften, Begegnungen und Menschen wird die Lektüre zu einem kurzweiligen Leseerlebnis. Bei vielen Themen gibt es auch immer wieder persönliche Statements der einzelnen Familienmitglieder, sodass man als Leser und Leserin ein vielfältiges Spektrum und einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse der Familie bekommt.
Im Mittelpunkt aller Beschreibungen und Erfahrungen steht Gottes Wille und Plan, der die Familie in all ihren Entscheidungen stets begleitet und leitet.
So entschließen sie sich auch gemäß ihrer christlichen Überzeugung zusammen mit anderen Christen in Katar gegen die unwürdigen Wohnverhältnisse ausländischer Arbeiterfamilien vorzugehen, indem sie praktische Hilfe leisten und das Evangelium verkünden. Damit geraten sie immer mehr in den Blickwinkel der Polizei und das Netz beginnt sich langsam zuzuziehen.
Mein Fazit:
Faszinierend fesselnde und abenteuerlich erzählte Erlebnisse aus der arabischen Welt, die angesichts der dort stattgefundenen Medienpräsenz von Katar, hochaktuell sind.
Sehr empfehlenswerte Lektüre, auf deren Fortsetzung ich gespannt bin…
Entdecke die Schönheit der Weihnachtsbotschaft
Weihnachten. Schlicht und ergreifend von Tama Fortner
Weihnachten – schlicht und ergreifend von Tama Fortner ist ein wunderschönes Büchlein, das mit seinen 31 Impulsen die Weihnachtsbotschaft in den Mittelpunkt stellt und im SCM Verlag erschienen ist.
Das ansprechend in klassischem Stil gehaltene Cover lädt den Leser ein, sich den weihnachtlichen Gedanken der Autorin zu öffnen.
Mein Leseeindruck:
Die Tagestexte werden mit einem Bibelvers, der ganzseitig und kontrastreich auf rotem Hintergrund gestaltet ist, eingeleitet. Tama Fortner versteht es die ausgewählten Verse weiter auszuführen und dabei direkt in unseren Alltag zu übertragen. So fühlt man sich persönlich angesprochen und wird wunderbar auf die Weihnachtszeit eingestimmt. Den Impulsen folgt dann immer „der Gedanke zum Mitnehmen“ der kurz, einprägsam und ermutigend ist. Den Abschluss bilden dann die praktischen Tipps, die jeweils unter der Überschrift „wie du Weihnachten wiederfindest“ zu entdecken sind. Sie runden das Gelesene ab und laden zur Vereinfachung und Entschleunigung ein, um der üblichen Hektik und dem Stress in der Vorweihnachtszeit entgegenzuwirken.
Mein Fazit:
Ein besonderer kleiner Bildband, der stimmungsvolle Fotos, ansprechende Bibelverse mit eindrücklichen Andachten und praktische Ideen enthält, um die Vorweihnachtszeit mit Ruhe, Gelassenheit und einer großen Portion Freude zu genießen.
Jesus kommt wieder - eine biblische Wahrheit mit königlichen Konsequenzen
Wenn der König wiederkommt von Miriam Speckmann
„Wenn der König wiederkommt – 24 Adventsmomente voller Erwartung“ von Miriam Speckmann ist im August 2022 bei SCM Brockhaus erschienen.
Das Cover ziert eine goldene Krone in harmonisch abgestimmtem Schrift- und Farbbild. Ein feines Lesebändchen unterstützt den edlen Charakter dieses außergewöhnlichen Andachtsbuches.
Mein Leseeindruck:
Erwartet hatte ich schöne Geschichten und Gedanken, die ich als Einstimmung auf die bevorstehende Weihnachtszeit in Form eines Adventskalenders lesen wollte- bekommen habe ich eine intensive Lektüre mit geistlichem Tiefgang, die weit über Weihnachten hinausgeht. Die Themen fokussieren sich alle auf die Kernaussage, dass Jesus wiederkommt. Sie reichen von „Wohnung vorbereiten, stets wachsam sein, über Apokalypse, durchhalten bis “ wir warten weiter…“. Jedes dieser 24 Kapitel ist als Adventsmoment benannt, was mir aufgrund der Textintensität zu kurz gefasst erscheint. Es sei denn, man geht von göttlicher Zeitrechnung aus. Deshalb gehört beim Lesen dieses etwas anderen Adventskalenderbuches die Bereitschaft dazu, sich auf mehr als nur eine stimmungsvolle Geschichte für die Vorweihnachtszeit einzulassen.
Jede Themen-Andacht ist mehrere Seiten lang und weist immer die gleiche Struktur und Gliederung auf. Die letzte Seite bietet jeweils eine Idee zur Umsetzung des Gelesenen und führt durch die Angabe der dazugehörigen Textstelle direkt ins Bibelstudium.
Mein Fazit:
Eine intensive geistliche Reise in 24 Sequenzen, die das Wiederkommen von Jesus in den Mittelpunkt aller hier aufgeführten Themenbereiche stellt und den Blick weit über Weihnachten hinauslenkt.
Guineveres Erbe und das Geheimnis der Klippen
Träume im Wind von Noa C. Walker
Guineveres Erbe und das Geheimnis der Klippen
„Träume im Wind“ ist der Auftakt zu der neuen Roman Reihe „die Frauen an der Alabasterküste“ von Noa C. Walker und ist im Juni 2022 bei Tinte und Feder erschienen.
Noa C. Walker entführt ihre Leser diesmal an einen atemberaubend faszinierenden Schauplatz in der Normandie.
Drei unterschiedliche und sich bis dahin unbekannte junge Frauen treffen an diesem Ort zusammen und ahnen nicht, was auf sie zukommt. Aufgrund eines rätselhaften Testaments sind sie hier an der Küste von Veules- les- Roses gestrandet, um ihr Erbe das alte Schloss ähnliche Herrenhaus Manoir in Augenschein zu nehmen. Joscelin, die toughe Geschäftsfrau aus Paris, Marly, die warmherzige Lehrerin aus Deutschland und Lucienne, die sensible unsichere, aber sehr begabte Köchin aus Kanada. Jede der Frauen bringt ein Paket der Vergangenheit mit sich, dass zugleich von tiefer Sehnsucht nach Neuanfang und Lebensträumen begleitet wird.
Mein Leseeindruck:
Ein atmosphärisch-fesselnder und mit vielen Metaphern besetzter Schreibstil bewirkt, dass man sich als Leser an die hier malerisch beschriebene Landschaft versetzt fühlt. Während man liest, hört man die Brandung der Klippen und spürt ein leises Fernweh nach Meer, Sonne und Wind.
Die Frauenfiguren Joscelin, Mary und Lucienne begegnen sich in ihrer Verschiedenheit, ihrer Fremdheit, ihren Sehnsüchten und ihren Begabungen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach ihrer Verbindung zu Guinevere und deren geheimnisvollem Vermächtnis.
Begleitet werden sie von eindrucksvollen Nebencharakteren, die wie vorbereitete Spielfiguren ins Geschehen eingreifen und die Vergangenheit beleuchten.
Dabei lernen sie sich gegenseitig kennen und schätzen und stellen sich den Schatten ihrer Familiengeschichten.
Die Seiten fliegen in Windes Eile an einem vorbei, während man den Geheimnissen auf die Spur kommt. Gespickt mit der richtigen Prise Humor und Romantik wird das Lesen zu einem spannungsreichen Vergnügen.
Mein Fazit:
Ein toller Auftakt zu einer neuen emotional – spannenden Reihe um wunderbare Frauen und alte Geheimnisse
Weniger ist mehr - von der Enge in die Weite
Weniger. von Kerstin Wendel
„Weniger – was wir brauchen, um mehr vom Leben zu haben“ von Kerstin Wendel ist im Juli 2022 bei SCM-Brockhaus erschienen.
Sie greift in ihrem neuen Buch ein hochaktuelles Thema auf, das vielen aus dem Herzen spricht und gesellschaftsrelevant ist.
„Anforderungen, Erwartungen, volle Terminkalender und Schränke“, so sieht bei vielen der Alltag aus.
Ein überfülltes Leben, das die Luft zum Atmen nimmt und moderne Gefängnismauern errichtet.
Der erste Teil dieses Ratgebers setzt den Fokus auf das „Weniger“ , auf die Konzentration des Wesentlichen und die Entsorgung von unnötigem Ballast mit dem Ziel, mit leichtem Gepäck durchs Leben zu gehen.
Dabei werden die unterschiedlichsten Lebensbereiche angesprochen und Kerstin Wendel holt die Leser direkt in ihrem Alltag ab, in dem sie immer wieder persönliche Fragen stellt und damit zum Reflektieren und Nachdenken anregt.
Wertvolle geistliche Achtsamkeits- und Atemübungen ergänzen ihre hilfreichen Tipps und ihre hier weitergegebenen Erfahrungen.
Auch der zweite Teil des Buches ist ähnlich strukturiert und zeigt die konsequente Fortführung des „Weniger“ zum qualitativen Mehr.
Bei allen Themen wird der Blick immer wieder auf Jesus gelenkt, der mit seinem Leben für die hier angesprochenen Bereiche ein Vorbild ist. Sein Lebensstil war natürlich, dem Leben und den Menschen zugewandt und zugleich in gesunder Balance mit sich selbst und seinen Aufgaben.
So ist er auch zugleich unsere Quelle, aus der wir neue Lebenskraft schöpfen dürfen. „Kommt zu mir! Alle, die ihr am Ende seid, abgearbeitet und mutlos: Ich will euch Erholung und neue Kraft schenken.“ (Matthäus 11,28, Neues Leben. Die Bibel)
Mein Leseeindruck:
Diese Lektüre war für mich Balsam für meinen oft vollgestopften Alltag und die vielfältigen Anforderungen in der Gemeinde. Es war hilfreich, mir vieles Unbewusste vor Augen zu führen und neue Prioritäten festzulegen. Die geistlichen Übungen haben mir gutgetan, einiges kannte ich schon, war aber wieder in Vergessenheit geraten.
Der angenehm zu lesende Schreibstil und die authentische Sichtweise der Autorin mit vielen persönlich erfahrenen Beispielen war sehr hilfreich mich mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen und bewegt mich weiterhin beim Umsetzen…
Mein Fazit:
Ein Buch, das mich direkt angesprochen und getroffen hat und dem ich wünsche, dass es noch viele erreicht. Denn das Thema und sein Inhalt sind essenziell für ein gelingendes Leben.
Authentisch und lebensverändert- der steinige Weg einer jungen Frau zurück ins Leben
Der Moment, der alles verändert von Aline Schreiber
„Der Moment, der alles verändert“ von Aline Schreiber schildert den Weg der Autorin aus der Trauer zum Neuanfang und ist im Mai 2022 im Adeo Verlag erschienen.
Aline Schreibers Weg ist geprägt von einer besonderen Vaterliebe. Sie wächst als Kind und Teenager bei ihrem alleinerziehenden Elternteil, dem über alles geliebten Vater auf.
Die Beziehung ist von großer Intensität und Vertrauen, sodass die plötzlich auftretende Krebserkrankung des Vaters, die Welt der Sechzehnjährigen ins Wanken bringt.
Es findet ein unbewusster Rollentausch statt, sodass ein sorgloses Teenagerleben in eine über vier Jahre dauernde verantwortliche Fürsorge für den von der schweren Krankheit gezeichneten Vater mündet.
Mit zwanzig Jahren muss Aline der Endgültigkeit des Todes in die Augen sehen und sich von ihrer wichtigsten Bezugsperson verabschieden.
Sie verdrängt ihre Trauer und stürzt sich in ihr Studium und ihre anschließende Karriere. Nach vielen erfolgreichen Jahren als Führungsperson erleidet sie ein Burn-Out und alte Wunden klaffen auf. Am Nullpunkt angekommen, findet sich Aline plötzlich im Gespräch mit Gott, ihrem himmlischen Vater und es beginnt die Reise in ein neues Leben.
Mein Leseeindruck:
Ein sehr ehrlich- authentischer Lebensbericht einer jungen Frau, die ihre Taufe als Wendepunkt ihrer Vergangenheit erlebt.
Sie schildert sehr offen mit viel Humor ihre erste Glaubensbegegnungen, Kirchenbesuche und Erfahrungen in der christlichen Welt.
Die Taufe ist für sie die logische Konsequenz und das öffentliche Bekanntmachen ihres Bekenntnisses zu Jesus. Sie entscheidet sich als Erwachsene im Alter von 34 Jahren ganz bewusst und gut vorbereitet dafür. Der Moment, der alles für sie verändert ist, dieser sichtbare Schritt und das Geschenk des Heiligen Geistes, dass sie dabei erfährt.
Seit diesem Ereignis nimmt Aline sich anders wahr und lebt ihren Glauben als persönliche Beziehung mitten in ihrem Alltag.
Man spürt beim Lesen diese Begeisterung und dieses on Fire sein für Jesus, mit dem sie andere anstecken und ihr Tauferlebnis weitergeben möchte. Hierzu soll sowohl ihr Buch als auch ihre Internetseite auf Instagram dienen.
Dass sie der Taufe eine so hohe Gewichtung gibt, ist aus meiner Sicht nicht ganz nachvollziehbar. Vieles was sie schreibt, würde ich nicht dem Taufereignis explizit zuschreiben, sondern „der Moment, der alles veränderte“ beginnt für mich schon lange davor.
Mein Fazit:
Eine ungewöhnliche Taufgeschichte einer jungen erwachsenen Frau, die am Tiefpunkt die Liebe ihres Lebens findet und gestärkt durch den Heiligen Geist, verdrängte Trauer überwindet und zur Botschafterin des christlichen Glaubens wird.
Lichtvolle Inspirationen
Der Moment, der alles verändert von Aline Schreiber
Lichtvolle Inspirationen
„Leuchttage“ ist ein wunderschön gestalteter Adventskalender, der seit einigen Jahren seine Liebhaber gefunden hat und auch dieses Jahr wieder beim Adeo Verlag erschienen ist.
Es sind insgesamt 37 Impulse, die man durch die stabile Ringbindung der Seiten im Zeitraum vom 27.
November 2022 bis zum 6. Januar 2023 entdecken und genießen kann.
Drei wunderbare Künstlerinnen, Anne Weigel, Sarah Maria und Sophia Frey sind verantwortlich für die außergewöhnlichen Illustrationen, Texte und kreativ-praktische Ideen.
Die Themen Heimat und Zuhause- Sein charakterisieren die vielfältigen Elemente dieses faszinierenden Begleiters durch den oft turbulenten Advent und die stille Nach- Weihnachtszeit.
Für mich war es die erste Begegnung mit diesem gestalterisch-kreativen Produkt, das ich bisher nur aus der Ferne, dem Namen nach wahrgenommen habe.
Nun genieße ich beim Durchblättern und in der Hand halten, den auch im Format und der nachhaltigen Papierqualität angenehmen Kalender, dessen Facettenreichtum sehr inspirierend und ansprechend ist.
Für alle drei Bereiche: das Visuelle, das Lyrische und das Kreativ-Praktische habe ich bereits meine Favoriten in Augenschein genommen und freue mich auf die schon bald beginnende Advents- und Weihnachtszeit.
Mein Fazit:
Ein stimmungsvoll-ideenreicher Begleiter, der zum Verweilen, Genießen und Nachsinnen einlädt und das Thema Heimat und Zuhause sein von allen Seiten beleuchtet.
Mehr Schein als Sein - die Eulenberg-Affäre
Schloss Liebenberg. Hinter dem hellen Schein von Hanna Caspian
„Hinter dem hellen Schein“ ist der Start der neuen Trilogie um Schloss Liebenberg aus der Feder von Hanna Caspian, der beliebten Greifenstein Autorin und ist im September 2022 bei Droemer Knaur erschienen.
Schauplatz ist Schloss Liebenberg in Brandenburg mit der Fürstenfamilie von Eulenberg und seinen Dienstangestellten und allen Gästen.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht die achtzehnjährige Adelheid Schaaf, die wider Erwarten als Tochter eines Tagelöhners die Chance erhält, als Stubenmädchen dort anzufangen.
Doch ihr Glück währt nicht lange und ruft Missgunst hervor, sodass das unschuldig-naive Mädchen durch eine hinterhältige Intrige zum Hausmädchen degradiert wird. Ein schwerer finanzieller Verlust für ihre hungernde Familie, die in Abhängigkeit von Adelheids Lohn lebt.
Adelheid verliert ihre eigene Stube, gewinnt aber zugleich eine gute Freundin in Hedda Pietsch, die mit ihr nun das Zimmer teilt und aus deren langjährigen Erfahrungen profitiert.
Die beiden jungen Frauen halten zusammen und erleben gemeinsam einen Riesenskandal, der das deutsche Fürstentum erschüttert…
Mein Leseeindruck:
Hanna Caspian schreibt angenehm unterhaltsam-spannend und verwebt geschickt Geschichte mit Fiktion. Aus der Perspektive der Dienstangestellten wird das Schloss-Leben, seine Intrigen und politischen Skandale erzählt.
Der Unterschied zwischen arm und reich und das damit verbundene gesellschaftliche Denken sind anhand der dargestellten Lebensverhältnisse einzelner ProtagonistInnen sehr gut heraus gearbeitet. Man bekommt einen Blick hinter die Kulissen, lernt die Welt der Nichtprivilegierten kennen und entdeckt zugleich die Scheinwelt des Adels.
Mein Fazit:
Ein historisch-kurzweiliges Lesevergnügen, das beim Zuschlagen des Buches noch nicht zu Ende ist… Und ein Roman, der brisante Themen zusammen mit den Anfängen von Presse- Freiheit und Macht beleuchtet.
Der Apfelgarten der Datscha
Das Leben vor uns von Kristina Gorcheva-Newberry
Der Apfelgarten der Datscha
„Das Leben vor uns“ von Kristina Gorcheva-Newberry erzählt eine Familiengeschichte aus der Zeit vor dem Zerfall der Sowjetunion und ist erschienen im August 2022 im C.H. Beck Verlag, München.
Im Mittelpunkt des Romans steht die Ich-Erzählerin Anja Raneva und ihre Schilderung der Kindheit und Jugendzeit in der Sowjetunion in den 70er und 80er Jahren.
Sie berichtet von ihrer Freundin Milka, deren schwierigen Familienverhältnissen und tragischen Geschehnissen.
Viel Raum widmet sie ihrer Pubertätszeit, bei der sie sich und ihre Clique intensiv darstellt und dabei die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die sich in den Jugendlichen widerspiegeln, aufzeigt.
Bei aller Gesellschaftskritik und den hier beschriebenen Erfahrungen und Erlebnissen aus der Jugendzeit, tauchen zugleich die Gedanken von Anton Tschechows „Kirchgarten“ immer wieder in den Gesprächen der vier Freunde auf und bringen in den oft sehr vulgären Sprachstil kontrastreiche Poesie.
Mein Leseeindruck:
Ein Buch, das so ganz anders war, wie ich erwartet hatte und das mich mit seinem kontrastreichen Sprachstil zwischen Gosse und Pathos herausgefordert hat.
Während Anjas Eltern Akademiker sind, sich über Politik streiten aber letztendlich zusammenhalten und Anja eine unbeschwerte Kindheit ermöglichen, erlebt Milka katastrophale Familienverhältnisse, die ihre Lebenseinstellung und ihre Sehnsüchte prägen.
Ein wunderbarer Ruhepol auf dem Lande, bei dem Anja und Milkas Welten entspannen können bietet die Datscha von Anjas Familie, fernab der Großstadt. Dort wird das Leben gefeiert.
Doch Milka trägt eine große Last mit sich, die weder die Freundschaft mit Anja noch die Idylle der Datscha aufwiegen kann. So nimmt die Tragödie ihren Lauf.
Mein Fazit:
Der zweite Teil des Buches, der die Emigration in die USA auch wieder aus der Sicht der Hauptprotagonistin erzählt und bei dem die Verarbeitung der vorherigen Jahre im Rückblick beginnt, ist sprachlich ausgewogener dargestellt.
Eine Reise zurück in die Heimat im Jahre 2007 konfrontiert Anja mit der Vergangenheit und zugleich den veränderten Gesellschafts- und Besitzverhältnissen des neuen Russlands.
Eine sehr intensive Lektüre mit detailreichem und oft nicht gerade ästhetischem Sprachstil, die den Zerfall der Sowjetunion und die Politik des heutigen Russlands am Beispiel einer Familien- und Freundschaftsgeschichte thematisiert.










