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Rezensionen von Bibliomarie:

Ein Highlight

Träume und Kulissen von Alida Bremer


Bibliomariein ein paar Sekunden
Sommer 1936 in Split. In der Stadt brodelt es. Ein Vielvölkergemisch hat sich an der Adria eingefunden. Juden versuchen von hier die Flucht aus Europa. Es wimmelt von revolutionären Splittergruppen. Die einen halten zum Duce, die anderen trauern der Habsburger Monarchie nach und Kommunisten wollen einen Staat nach russischem Vorbild bilden.

Es tummeln sich auch eine Menge deutscher „Filmani“ in der Stadt, die die Adriakulisse für deutsche Filme nutzen.

In dieser aufgeheizten Atmosphäre findet ein Fischer einen gut gekleideten Toten inmitten seiner Netze liegen. Als er bei der Polizei den Fund melden will, wird er gleich wegen Mordes verhaftet. Kommissar Bulat hält nichts von diesen voreiligen Schlüssen, steckt aber inmitten der diversen Machtkämpfe. So sucht er auf seine eigene, stille Art nach dem Täter. Bulats Ermittlungen scheinen sich im Kreis zu bewegen, er geht vielen Spuren nach und endet doch immer ein Sackgasse.

Die Handlung ist in einer Sommerwoche angesiedelt, aber ich hatte beim Lesen das Gefühl, Zeuge einer Zeitenwende zu sein. Die leichte, mediterrane Atmosphäre wandelt sich merklich. Man spürt die instabile politische Lage in Europa und vielleicht schon die ersten Vorahnungen eines neuen Kriegs.

Die Autorin, eine gebürtige Kroatin, ist Literaturwissenschaftlerin und ihr Roman ist die perfekte Mischung aus Landes- und Geschichtskenntnis und einer farbigen, bildreichen Sprache. Man muss schon sehr genau lesen, um alle Zwischentöne des komplexen Kriminalromans zu erfassen und die Vielzahl an Personal erfordert ebenfalls Aufmerksamkeit.

Dabei ist der Krimi – der eigentlich mehr Gesellschaftsroman ist, mit einer mediterranen Leichtigkeit geschrieben und sehr atmosphärisch. Man fühlt sich in die heißen Sommernächte versetzt, kann sich Gerüche und Geräusche geradezu ausmalen.

Ein wirklich ausgezeichneter Roman, der mich überrascht und überzeugt hat.

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Es ist nie zu spät

Das geheime Leben des Albert Entwistle von Matt Cain

Wenn man sich sein halbes Leben lang verstecken muss, kann das nicht ohne Auswirkungen auf die Seele bleiben. Der Postbote Albert spürt das in den Monaten vor seiner Pensionierung immer stärker. Andere Menschen hat er immer gemieden, er ist ein Einzelgänger, unnahbar und wortkarg.

Aber das war nicht immer so.

Als junger Mann begegnete Albert seiner großen Liebe. Aber das war zu einer Zeit, als Homosexualität als abartig und schmutzig galt. Alberts Vater machte in seinen Beruf als Polizist besonders gern Jagd auf Schwule und als er seinen Sohn mit George ertappte, stellte er ihn vor eine grausame Wahl. Albert bleibt nur die Erinnerung an George.

Als Alberts Katze Gracie stirbt und damit das einzige Wesen, das ihm nahe steht, beginnt er seine Situation mit anderen Augen zu sehen und er macht zum ersten Mal einen Schritt aus seiner Isolation. Er merkt erstaunt, dass er seinen Mitmenschen nicht gleichgültig ist und wie einfach es sein kann, am Leben teilzunehmen.

Die englische Kleinstadt-Atmosphäre fand ich sehr gut getroffen, überhaupt hatte ich bei vielen Beschreibungen gleich das Kopfkino parat, weil mich der Roman von Matt Caine an die britischen Sozialkomödien erinnert. Warmherzig wird die Welt der kleinen Leute dargestellt, die sich nicht unterkriegen lassen. Der Ton ist leise und anrührend und natürlich wächst Albert dem Leser ans Herz. Wenn es gar zu märchenhaft wird – im realen Leben geht es natürlich rauer zu – findet der Autor immer wieder eine Wendung, die verhindert, dass es kitschig wird.

Alberts schüchtern verhaltenes Coming Out hat mich sehr berührt und als er erkennt, dass er kein Außenseiter mehr ist, dass sich die Welt in den letzten 50 Jahren doch verändert hat, musste ich tatsächlich ein-zweimal schniefen.

Eine sehr schöne Geschichte, die viel Warmherzigkeit ausstrahlt.

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Die Tote von Isdal

Das letzte Bild von Anja Jonuleit

Als die Schriftstellerin Eva in der Zeitung auf einen Artikel über einen nie gelösten Kriminalfall von 1970 in Norwegen stößt und das Phantombild des Opfers sieht, ist sie geschockt. Die Ähnlichkeit mit ihr und auch ihrer Mutter als junger Frau ist zu deutlich. Allerdings reagiert ihre Mutter auf diesen Artikel ganz anders, als erwartet.

Das lässt Eva nicht ruhen und ein DNA Abgleich beweist, die nahe Verwandtschaft von Eva und der geheimnisvollen Toten. Natürlich reist sie nach Norwegen um diesem Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen.
Rückblenden führen in die Kriegs- und Nachkriegszeit. Hauptfigur ist hier die junge Marguerite, die in einem Waisenhaus aufwuchs und sich nichts sehnlicher wünscht, als ihre Familie – die in den Kriegswirren getrennt wurde – wiederzufinden.
Ein packendes Stück Geschichte und gleichzeitig Familiendrama entfaltet die Autorin. Es bewahrheitet sich wieder, dass selbst die dritte Generation noch unter Ereignissen leidet, über die zwar nie gesprochen wurde und dennoch einen Schatten werfen.
Außerdem werden immer wieder kurze Abschnitte aus einem Artikel der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ abgedruckt, die dokumentieren, dass sich Anja Jonuleit einen realen, nie geklärten Mordfall zum Hintergrund für ihren Roman genommen hat. Gerade das verleiht diesem Buch eine besondere Intensität. Sie baut auf dem Gerüst der damaligen Ermittlungen auf, entfaltet mit ihren erdachten Personen und ihrer Geschichte aber einen ganz eigenständigen Roman, bei dem man aber immer wieder denkt: so könnte es gewesen sein.
Das liegt sicher an der intensiven, aber empfindsamen Art zu erzählen, die Anja Jonuleit schon mehrfach unter Beweis stellte. Mich hat diese Geschichte von der ersten Seite an gefesselt, der Wechsel der Erzählperspektiven macht das Buch sehr spannend. Auch die Figurenzeichnung ist der Autorin außerordentlich gelungen.
Evas Spurensuche und wie sie Stück für Stück ein uraltes Puzzle versucht zusammenzusetzen ist spannend wie ein Krimi.
Eine wirklich bewegende Geschichte, die mich in Bann zog.

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Afrika-Fieber

Löwenherzen von Gesa Neitzel

Wer schon einmal im südlichen Afrika reiste, kann nachvollziehen wie sehr das Land seine Besucher in Bann schlägt. So ging es auch der Autorin Gesa Neitzel, die sich dann zur Rangerin und Safari-Guide ausbilden ließ und nun zusammen mit ihrem Partner die einzigartige Tier-und Pflanzenwelt den Besuchern näher bringen möchte.

Ihre Berichte von wunderbaren Erfahrungen, abenteuerlichen Erlebnissen und kleinen Anekdoten macht schon beim Lesen unglaublich Lust auf die Länder des südlichen Afrika.

Ich bin vielleicht ein wenig voreingenommen, denn ich habe selbst über 20 Jahre das Land bereist, ähnlich wie Gesa mit Camper und abseits der Touristenpfade. So habe ich wie sie in den Hot Springs in Sambia gebadet und über Tage den Weg der Wüstenelefanten gefolgt. Das Damaraland gehört dabei zu meinen Lieblingsregionen in Namibia.

Für mich lässt das Buch viele Erinnerungen lebendig werden und hat mich wieder ganz in das Afrika-Feeling versetzt, das mich nach der ersten Reise gepackt und nie wieder losgelassen hat.

Ihre Beschreibung der Natur und ihrer Gefährdung ist eine Mahnung, mit den Paradiesen auf unsere Welt sorgsam umzugehen und nicht jeder Tourist, der einen Allrad fährt, muss neue Spuren in die fragile Landschaft setzen. Übrigens – den letzten Landrover – Witz kannte ich auch noch nicht.

Mit Gesa Neitzels Erlebnissen kann man sich in Safari-Stimmung versetzen lassen und ein wenig Abenteuer schnuppern. Vielleicht kommt ja wieder eine Zeit, in der man unbeschwert reisen kann.

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Gipfeltreffen

Letzter Knödel von Herbert Dutzler

Polit-Gipfel in Altaussee! Da wird Postenkommandant Gasperlmaier schnell zum Statisten auf der eigenen Dienststelle. Überall wimmelt es von russischen Geschäftsleuten, Security, Beamten aus Wien und anderen Wichtigtuern. Aber auch im trauten Heim gibt es Aufregung: Tochter Katharina stellt ihre Lebensgefährtin vor und Gasperlmaier fällt erstmal aus allen Wolken.

Freundin Stefanie will ein paar Tage bleiben und einige Storys von Prominenten für ihr Magazin schreiben.

Doch dann wird im Cateringzelt die Leiche einer jungen Hilfsköchin gefunden und Gasperlmaier ermittelt zusammen mit Frau Dr. Kohlross. Wer war die junge Frau? Hat ihr Tod etwas mit krummen Machenschaften im Gastronomiebereich zu tun oder hat sie Verbindungen zum Gipfeltreffen? Jedenfalls hat sie einen falschen Namen und gefälschte Referenzen benutzt und Gasperlmaier sieht sich wieder einmal mit einem komplizierten Fall konfrontiert.

Wer einmal von Gasperlmaier gehört hat, der wird ihn lieben. Der gestandene Beamte ist urig, manchmal ein wenig zu gemütlich und wirkt auf den ersten Blick eher von schlichtem Gemüt. Aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen, er denkt zwar manchmal etwas langsamer, dafür gründlich. Ein in seiner Heimat verwurzelter Polizist, der menschliche Schwächen kennt und sich nichts vormachen lässt. Dafür lässt er dann auch schon mal die Behördenoberen alt aussehen.

Für mich ist der Altaussee-Krimi von Herbert Dutzler ein besonders gelungener Regionalkrimi. Er ist spannend aufgebaut mit einem verzwickten, aber sehr logischem Plot und vielen überraschenden Wendungen. Ich finde die Protagonisten lebendig gezeichnet, Gasperlmaier zum Beispiel hat Schmunzel-Potential, aber er wird nie zur Karikatur. Es gelingt dem Autor ganz aktuelle Themen in seinen Krimi einzubauen. So die Machenschaften einer neuen, rechtsnationalen Partei, deren Parolen Gasperlmaier sehr schnell entlarvt.

Natürlich darf bei einem Regionalkrimi der landschaftliche Bezug nicht fehlen und die kenntnisreiche und heimatverbundene Beschreibung der Gegend rund um den Altaussee gefiel mir genauso gut, wie der besondere österreichische Charme, den Herbert Dutzler seinen Krimis verleiht.

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Familienbande

Das Nest von Katrine Engberg

Als der 15jährige Oscar nicht nach Hause kommt, sieht es eher nach freiwilligem Verschwinden, als nach einem Verbrechen aus. Doch eine seltsame Nachricht, die im Elternhaus gefunden wird, macht Jeppe Kørner und Kollegin Anette Werner misstrauisch. Auch scheinen Oscars Eltern ein besonderes Familienleben zu führen.

Als dann in einer Müllverbrennungsanlage die Leiche eines jungen Mannes gefunden wird, rollen die Ermittlungen an.

Jeppes gute Freundin Esther di Laurentis arbeitet an einer Biografie über eine bekannte Anthropologin und deren Forschung über Trauerrituale. Als sie nach Bildern für ihre Arbeit im Netz sucht, stößt sie auf eine verstörende Fotografie.

Der neue Krimi von Katrine Engberg ist wieder ein faszinierendes Buch. Der Plot ist unglaublich spannend, vielschichtig und raffiniert. Sie seziert sehr gekonnt die Fassade der Familie Dreyer-Hoff und zu sehen, wie sie bröckelt, die Risse in der Wohlanständigkeit immer breiter werden, habe ich mit großem Vergnügen gelesen.

„Das Nest“ mochte ich nicht mehr aus der Hand legen, genau wie es mir mit den früheren Büchern der Autorin ging. Engberg ist eine Meisterin, wenn es darum geht, die Spannung sehr subtil aufzubauen und den Leser in ihre Geschichte zu ziehen. Zwischendurch blitzt immer wieder ihr Humor auf und auch das trägt sehr zur Unterhaltung bei.

Ich habe es auch sehr genossen, mit Esther und Gregor zwei Figuren aus früheren Geschichten wieder zu treffen, wobei es Esther sogar gelingt, der Ermittlung eine entscheidende Wendung zu geben.

Bis zum hochdramatischen Finale hat mich das Buch in Atem gehalten und das ergibt eine 5 Sterne-Empfehlung.

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Fortsetzung der Saga um Artur, Carl und Isi

Revolution der Träume von Andreas Izquierdo

In „Revolution der Träume“ setzt der Autor die Geschichte der Jugendfreunde Artur, Carl und Isi fort.

Alle drei hat der Krieg gezeichnet, Artur am schwersten, aber sie haben überlebt und finden in Berlin wieder zusammen. Artur, der Macher, ist ein erfolgreicher Geschäftsmann in der Halbwelt geworden, betreibt Bars und Clubs und schafft es immer wieder seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Carl ist inzwischen Kameramann und arbeitet unter Ernst Lubitsch. Isi, Revolutionärin wie eh und je hat sich dem Spartakusbund angeschlossen.

Berlin in den Zwanziger Jahren – hier liegen Elend und Hunger, Vergnügungs- und Verschwendungssucht nah beieinander. Die politische Lage ist mehr als instabil, Aufstände sind an der Tagesordnung, genau wie die blutige Niederschlagung der Hoffnungen.

In diesem Spannungsfeld lässt der Andreas Izquierdo den Leser wieder an den Schicksalen seiner Protagonisten teilhaben. Man wird einfach in die Geschichte hinein gezogen, fiebert, leidet und freut sich mit den Dreien. Die Historie, penibel recherchiert, ergibt den lebhaften Hintergrund dazu. Dieses Zeitbild hat mir gut gefallen und auch wie der Autor seine Figuren darin einbettet. An Schicksalen von Einzelpersonen werden geschichtliche Ereignisse immer gleich viel greifbarer. Gelungen und schlüssig war für mich auch der Reifeprozess von Artur, Carl und Isi. Waren die Grundzüge ihrer Charaktere schon im ersten Band angelegt, haben die Ereignisse während des 1. Weltkriegs alle drei reifen lassen. Aber ihre Freundschaft ist fest und unverbrüchlich geblieben.

Aber es ist vor allem der lebendige und spannende Schreibstil, der das Buch für mich wieder zu einem echten Leseerlebnis werden ließ. Nachdem ich schon den ersten Band verschlungen hatte, war ich neugierig, ob mich die Fortsetzung wieder so begeistern kann. Sie konnte!!

Ich denke aber, dass man auch gut mit diesem Buch beginnen kann, die Vorgeschichte erschließt sich in Rückblenden, aber es schade, wenn man sich die Jugendjahre von Artur, Carl und Isi entgehen lassen würde.

Spannend und mitreißend erzählte Geschichte, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

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Die Haushaltsgöttin

Juno Browne und der Tote im Antiquitätenladen von Stephanie Austin

Juno Browne hat ein kleines Unternehmen auf die Beine gestellt, Putzarbeiten, Hundeausführen und was sonst noch als Dienstleistungen anfällt. So lernt sie den alten Mr. Nickolai kennen, einen eigenbrötlerischen Antiquitätenhändler und Trödler, der Hilfe beim Polieren seiner besseren Möbelstücke braucht.

Old Nick, wie er genannt wird, ist keine ganz honorige Figur, manche seiner Stücke haben eine obskure Herkunft.

Nach einigen Monaten, der alte Grantler ist Juno irgendwie ans Herz gewachsen, findet sie ihn erschlagen in seiner Wohnung. Sie erinnert sich an zwei dubiose Gestalten, die ihn kürzlich bedrängten und über ihr Erscheinen nicht glücklich waren. Als sie der Polizei einen entsprechenden Hinweis gibt, gerät sie selbst in Gefahr. Doch Juno ist unerschrocken, die Materie macht ihr Spaß und so beginnt sie sich in Antiquitäten-Kreisen umzuhören und auf eigene Faust zu ermitteln.

Das ist ein gelungener Cosy-Crime, bei dem alle Zutaten passen. Eine schöne englische Landschaft, eine junge, hübsche und unerschrockene Ermittlerin wider Willen und ein interessantes Thema. Denn es ist ja bekannt, dass kaum in einer Branche so viel gelogen und betrogen wird, wie auf dem Kunst- und Antiquitätenmarkt.

Die Autorin hat einen unterhaltsamen Stil, schreibt frisch und originell. So ist ihr Krimi wirklich eine amüsante und lockere Unterhaltung. Die Spannung kommt ebenfalls nicht zu kurz, denn Juno gerät bei ihren Unternehmungen mitunter in brisante Situationen, die sie nur mit Hilfe ihrer Freunde meistern kann.

Die Nebenfiguren sind mit Liebe zum Detail ausgedacht. Morris und Ricky, ein älteres Paar aus der Theaterszene, sind immer für ein Schmunzeln gut. Verbena, eine der unangenehmeren Kundinnen, ist die typische englische Society-Lady und viele mehr. Das gibt der Geschichte viel Farbe und Flair.

Juno hat Potential für weitere Fälle.

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Toller Krimi

Zuagroast von Martina Parker

In Buchschachen im südlichen Burgenland will der erfolgreiche Stararchitekt Paul – allerdings teilt kaum jemand seine eigene Einschätzung – einen Neuanfang machen. Pläne für ein Ferienhausprojekt hat er schon und mit finanziellen Anreizen sind die Lokalpolitiker immer gern dabei, egal ob der Grund Naturschutzgebiet ist oder nicht.

Jedenfalls hat Paul für sich und seine Frau schon eine entsprechende Villa mit viel Glas und Beton in den Ort gesetzt. Nur Eva fühlt sich dort überhaupt nicht wohl. Aber mit Paul, der sie gern „Würmchen“ nennt und auch so behandelt, gäbe es wohl kaum einen Wohlfühlort.

Vera ist freischaffende Journalistin mit sehr kleinem Einkommen und da ist sie froh, dass sie das Haus der Uroma geerbt hat, wo sie und ihre Tochter wenigstens günstig wohnen. Probleme macht nur der Garten, denn die Schnecken fressen die Gemüsesetzlinge schneller ab, als sie sie pflanzen kann.

Aber es gibt ja den Gartenclub in Buchschachen und Johanna hat für jedes Problem das passende Kraut. Das spürt auch Paul, denn seit Eva dort Freunde und Hobby gefunden hat, spurt sie nicht mehr so, wie der Obermacho das erwartet.

Das Krimidebüt von Martina Parker hat mich begeistert. Witzig, hintergründig und bitterböse war das Buch das reinste Lesevergnügen. Die Autorin hat sich eine Frauenriege ausgedacht, die sich gewaschen hat, da ist keine ganz so harmlos, wie es auf den ersten Blick scheint. Diese Charaktere haben mir viel Spaß gemacht und dass die männlichen Protagonisten dagegen kaum ankommen, noch mehr.

Nicht nur mit dem schönen Cover fällt dieser Burgenland-Krimi aus dem Rahmen, die Verbindung Gartenglück und Krimi und der ewige Kampf einheimisch gegen „zuagroast“ bietet jede Menge spannender und witziger Szenen, sondern auch frische und lebendige Dialoge.

Ja, das ist ein Buch, das man nicht aus der Hand legen möchte. Die Spannung wird durch einen geheimnisvollen Prolog und „Trauerarbeit“ genannte Gedanken einer unbekannten Person verstärkt.

Und dann gibt es noch einen ganz besonderen Bonus: Jedes Kapitel beginnt mit einem Wissenshäppchen aus der Tier- oder Pflanzenwelt. Manchmal so skurril, dass ich sogar mit dem Lexikon das nachgelesen und vertieft habe.

Chapeau Martina Parker!

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Mitzis Gespür für Mord

Drei Morde für die MörderMitzi von Isabella Archan

Maria Schlager, von allen nur Mitzi genannt, hat ein geringes Selbstwertgefühl und ein großes Herz. Das bringt sie immer wieder in Schwierigkeiten, aber so schlimm wie diesmal war so nie. Mitzi wird beschuldigt Kasimir Wollatschek erschlagen zu haben. Auf dem Stein sind ihre Fingerabdrücke. Wie soll sie den Revierinspektoren, die da streng und lauernd vor sitzen, erklären, wie es dazu kam, dass der Kasi ein Freund war, der auf die schiefe Bahn geraten ist und dem sie doch nur helfen wollte auf den rechten Weg zurückzufinden.

Gut, dass sie Inspektorin Agnes Kirschnagel benachrichtigen kann, die glaubt Mitzi und versucht ihr zu helfen.

Schon zum dritten Mal gerät Mitzi in eine gefährliche Lage. Man kann schon sagen, dass sie ein Gespür für Mord hat und ihre Naivität verleitet sie immer wieder dazu, sich einzumischen. Die Alpenkrimis von Isabella Archan stellen keine taffe Ermittlerin in den Vordergrund, sondern eine junge naive Frau mit kompliziertem Innenleben, die nie ein Fettnäpfchen auslässt. Das macht die Krimis nicht nur sehr sympathisch, sondern auch schräg und witzig. Dabei sind es keine lustigen Fälle, es sind handfeste Verbrechen und unsere Protagonistin gerät dabei selbst in Lebensgefahr.

Ich mag Archans Schreibstil unglaublich gern. Sie verbindet Krimispannung mit viel österreichischen Schmäh und Charme. Wenn Mitzi zur Erholung eine Melange und Mehlspeis braucht, möchte ich mich gleich zu ihr an den Tisch setzen. Die Inspektorin Agnes Kirschnagel ist ebenso gut charakterisiert, mit Leib und Seele Polizistin, aber nicht festgefahren und so versteht sich, dass sie auch immer auf eigene Faust ermittelt, wenn es gilt Mitzi zu entlasten.

Mit Pflichtverteidiger Jakob Sparroder kommt noch eine sehr gelungene Figur ins Spiel. Die Charakterzeichnung ist eine der Stärken der Autorin. Sie schafft einen Figurenkosmos, der farbig und lebendig wirkt. Der neue Fall ist raffiniert komponiert und schafft mit einigen überraschenden Wendungen einen hohen Spannungsbogen.

Alpenkrimi, der Untertitel ist nicht von ungefähr gewählt. Die Landschaft, die Menschen spielen eine große Rolle und auch das verbindet die Autorin sehr gekonnt mit ihrem Plot.

Mördermitzi war für mich der beste und spannendste Band bisher.

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