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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Christina P.:

Sehr gefühlvoller Roman mit konstruiert wirkendem Ende.

Ein geschenkter Anfang von Lorraine Fouchet

Lou und Jo waren ein glückliches Paar, verliebt bis zum Schluss lebten sie auf der bretonischen Insel Ile de Groix in ihrem kleinen Paradies. Doch Lou ist gestorben, mit knapp 60 Jahren. Bei der Testamentseröffnung wirft sie ihrem Ehemann vor, sie betrogen zu haben - und stellt ihm die Aufgabe, ihre erwachsenen Kinder glücklich zu machen und die Familie somit wieder zusammen zu führen.

Keine leichte Aufgabe für den ehemaligen Arzt, der sich stets aus den Familienangelegenheiten raushielt. Und so muss er erstmal lernen, hinter die Kulissen der anderen Menschen zu blicken, bevor er seine Aufgabe erfüllen kann.
Die Sprache des Romans ist sehr gefühlvoll, wodurch schnell eine emotionale Tiefe entsteht. Gelungen ist auch die Idee, die verschiedenen Personen in Gedanken zur verstorbenen Lou sprechen zu lassen, ihr Erinnerungen, Emotionen und Beobachtungen mitzuteilen. Und als Clou kommt sogar Lou selbst nach ihrem Tod zu Wort, das verleiht dem Buch etwas Mystisches. Nicht gefallen hat mir, dass Jo und seine Enkelin Pomme ein wenig zu detailliert "denken". Dinge, welche sie der verstorbenen Lou nicht erklären müssten, werden trotzdem im Stile der "Forth Wall" erläutert. Dadurch fühle ich mich plötzlich als Leser angesprochen, die Gedanken wirken weniger authentisch, was doch sehr schade ist.
Beim Lesen erlebt man die Entwicklung der unterschiedlichen Personen mit. Dabei stellt sich heraus, dass man als LeserIn nicht vorschnell urteilen sollte, manchmal scheinen die Dinge anders, als sie in Wirklichkeit sind. So hat mich der Roman stellenweise doch zum Nachdenken angeregt, was ich als sehr schönen Nebeneffekt empfinde. Einige Gegebenheiten waren jedoch zu überzogen und zu passend konstruiert, das Verhalten der Enkelkinder wirkte nicht immer altersgerecht. Ebenso lief mir zum Schluss alles zu glatt bei einigen Personen, um den Roman gekonnt abzurunden, so dass ich ein wenig enttäuscht nur 4 von 5 Sternen vergebe.

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Die Geschichte büßte unterwegs an Charme ein

Die Töchter von Ilian von Jenny-Mai Nuyen

In der Welt Ilians gab es einst vier magische Artefakte, mit denen die Völker beherrscht wurden: Eine Flöte, ein Becher, ein Spiegel und eine Sternenscheibe. Davon berichtet Fayanú, ein Waldelf und reisender Erzähler, der jungen Magierin Walgreta vom Kleinen Volk. Entgegen der Pläne der Waldelfen, die mit Hilfe der vier Artefakte die Regentschaft über den gesamten Kontinent und somit über alle Völker gewinnen wollen, schmieden die beiden den Plan, die Artefakte zu sammeln und sie den Weisen Frauen, den Wyken, zu schenken, auf dass sie die Völker im ewigen Frieden einen mögen.

Der Haken an der Sache: Die Artefakte gewinnen ihre Magie dadurch, dass sie in Liebe verschenkt werden. Ein Diebstahl raubt ihnen hingegen ihre Kräfte.
Zuallererst möchte ich die wunderbare Idee loben, welche die Autorin mit Ilian verwirklicht hat. Sie hat eine Welt geschaffen, in welcher aus dem Bereich der Fantasy bereits bekannte Völker wie Elfen, Zwerge und Menschen leben. Neu ist jedoch die Religion, die Schöpfungsgeschichte, an welche die Völker glauben und welche man beim Lesen des Romans kennen lernt. Zudem wird ihre Liebe zum Detail beim Lesen deutlich und lässt einen hervorragend in die Welt Ilians eintauchen.
Walgreta ist eine junge Magierin aus dem Kleinen Volk, wie die Zwerge sich selbst bezeichnen. Als Hochgewachsene ging sie jahrelang bei den Weisen Frauen, den Wyken, in die Lehre und ist enttäuscht darüber, von keiner Wyka zur Nachfolgerin ernannt worden zu sein. Ich empfand Walgreta leider als eine Frau, der es wichtiger war, vor anderen mit Erfolg zu glänzen statt wirklich Gutes zu tun. Falscher Stolz und eine gewisse Naivität prägten zudem ihren Charakter, wodurch sie mir bis zum Schluss des Romans unsympathisch blieb.
Fayanú, ein Waldelf, ist ein ganz spezieller Charakter, der bereits viel Leid hinter sich hat und von dem sein Volk aufgrund einer Prohpezeiung viel erwartet. Hier empfand ich die Idee des Charakters als sehr aussergewöhnlich und hätte mir stellenweise mehr Tiefgang erhofft, da ausreichend Potential vorhanden war.
Ansonsten kommen noch viele unzählige weitere Charaktere vor wie Händler Mauskin, der seine eigenen Rachepläne verfolgt oder Rianon, Fürst eines Urierstammes, eine Art Nomadenvolk, dessen Status auf einer Lüge beruht.
Zu Beginn gefiel mir die Geschichte noch sehr gut, jeder hatte seine eigenen Pläne und Walgreta wurde unfreiwillig zum Spielball der Politik. Mit der Zeit wurde es jedoch sehr wechselhaft, das Persönliche der Geschichte wich immer mehr dem Charakter eines Berichtes, Ereignisse wurden einfach hintereinander gereiht und die Emotionen blieben wiederholt auf der Strecke . Ebenfalls gingen mir Walgretas Naivität und falscher Stolz immer mehr auf die Nerven, und ich konnte ihr Handeln oftmals nicht nachvollziehen, welches wiederholt einen egoistischen Beigeschmack aufwies. Wobei Fayanú im Punkt falscher Stolz ihr leider irgendwann in nichts mehr nachstand, was für mein Empfinden nicht zu seinem ursprünglichen Charakter passte. So schön, wie alles begann, so unstimmig und oberflächlich fühlte es sich für mich zum Ende hin immer mehr an, vieles wirkte wie aneinandergereiht statt fließend ineinander übergehend, so dass ich stellenweise die Lust an der Geschichte verlor und nach dem Lesen der letzten Seite enttäuscht war.

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Abwechslungsreiche Sammlung – mir noch zu brav

éclair blanche von Diverse

Mit „éclair blanche“ bringt der Verlag die zweite Sammlung mit 15 Kurzgeschichten von 15 Mangaka zum Thema Girls Love heraus. Auch diesmal unterscheiden sich die Geschichten wieder sowohl stilistisch wie auch inhaltlich, was die Anthologie sehr abwechslungsreich macht. Meistens geht es wieder um Mädchen im Schulalter oder junge Frauen, aber auch eine Superheldin ist diesmal mit dabei.

In den meisten Fällen geht es um Schwärmerei oder erste Annäherungsversuche, erotische Szenen kommen kaum vor, was ich persönlich schade finde. Durch das größere Format kommen die Panels recht gut zur Geltung, ebenso die drei ganzseitigen,farbigen Bilder zu Beginn.
Die Mangas gefielen mir unterschiedlich gut, wie es bei Anthologien meist der Fall ist. Auch diesmal hätt ich mir etwas mutigere Szenen zum Thema Girls Love gewünscht, das meiste war für eine Alterempfehlung 15+ zu brav gehalten.

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Action und aussergewöhnliche Superkräfte

The Isolator - Realization of Absolute Solitude.Bd.1 von Koshimizu; Kawahara; Shimeji

Eine neue Serie des Autors von "Sword Art Online" und "Accel World"! Einzelgänger Minoru Utsugi läuft, um zu vergessen. Seit drei Monaten haben sich seine Leistungen deutlich verbessert - und das ist nicht das Einzige, was sich änderte, als diese schwarze Sphäre in seine Brust eindrang und seinen innigsten Wunsch auf aussergewöhnliche Weise umsetzte: Einsamkeit.

Seitdem kann er eine undurchdringliche Hülle um sich herum errichten. Sich seiner neuen Kräfte noch nicht komplett bewusst muss er feststellen, dass weitere Personen von ausserirdischen Sphären verändert wurden, welche deren tiefsten Wünsche in Superkräfte wandelten. Einige zum Guten, einige zum Bösen. Und die Guten haben sich zusammengetan, um die Bösen zu jagen und zu vernichten.
Ein sehr gut aufgebaute Story mit viel Potential sowie hervorragend gezeichnete und angeordnete Panels machen das Buch zu einem neuen Highlight am Mangahimmel.

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Vollwertiges Kopfkino in Spielfilmlänge

Der Fall Collini,2 Audio-CDs von Ferdinand von Schirach

Das Hörspiel zur aktuellen Romanverfilmung „Der Fall Collini“ von Ferdinand von Schirach ist eine gelungene Kombination aus Erzähler und akustischen Einspielungen des Films. Thematisch behandelt der Roman den Mord von Fabrizio Collini, einem seit Jahrzehnten in Deutschland lebenden Italiener, an dem Industriellen Jean-Baptiste Meyer.

Collinis Verteidigung übernimmt der junge Anwalt Caspar Leinen. Brisant ist, dass der Ermordete der Großvater von Caspars Jugendliebe war und diesen während seiner Kindheit wie einen Sohn behandelte. Und obwohl der erfolgreiche Strafverteidiger Professor Richard Mattinger ihm einen Deal vorschlägt, falls Collini sich für schuldig erklärt, geht Caspar Leinen seinen eigenen Weg und versucht, Collinis Tat zu verstehen. Dabei deckt er im Rahmen des Mordprozesses Fakten auf, welche einst geschickt unter den Tisch gekehrt wurden.
Nicht nur die Story selbst ist sehr gut erdacht, auch das Hörspiel zum Film konnte mich überzeugen. Der Erzähler Stephan Schad macht seine Rolle sehr gut und verbindet gekonnt die Originaleinspielungen aus dem Film zu einer stimmigen Erzählung. Zudem nutzt er die Möglichkeit, die Story um Wissen und Gedanken der Protagonisten zu ergänzen. Das Hörspiel liegt mit 140 Minuten Spielzeit nahe der Spielfilmlänge , was bei Hörspielen selten ist. Und dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass Wichtiges fehlen würde. Meiner Meinung nach ist dieses Hörspiel zum Film ein gelungenes, vollwertiges Kopfkino!

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Vier Beispiele, wie das Wissen um sein Todesdatum das Leben beeinflussen kann

Die Unsterblichen von Benjamin Chloe

In der Hitze des Sommer von 1969 machen die vier jüdischen Geschwister Varya, Daniel, Klara und Simon eine Art Wahrsagerin ausfindig, von der gemunkelt wird, sie könne einem sein Todesdatum vorhersagen. Die folgenden Abschnitte handeln jeweils von einem der Geschwister in der Reihenfolge, wie ihnen das Todesdatum vorhergesagt wurde, angefangen beim Jüngsten der Kinder, Simon.

Das Buch begleitet je Abschnitt primär die jeweilige Person, dessen vorhergesagtes Todesdatum am nächsten liegt. Die Abschnitte liegen somit chronologisch hintereinander und greifen locker ineinander über. Schnell wird klar, dass den Kindern selbst als Erwachsene noch mulmig ist, je näher ihr Todesdatum rückt, obwohl sie doch eigentlich nicht daran glauben wollen. Dabei geht jeder anders mit dem Datum um, welches die Wahrsagerin ihnen in ihrer Kindheit voraussagte. Geprägt sind die Abschnitte vor allem durch den jeweiligen Charakter der betreffenden Person, entsprechend unterschiedlich gefielen mir die Abschnitte.
Vor allem den ersten Abschnitt mochte ich nicht. Hier hat die Autorin für meinen Geschmack zu tief in die Klischeekiste gegriffen. Nicht nur, dass mir Simons Egoismus und Rücksichtslosigkeit zuwider waren, hinzu gesellte sich eine Obszönität, welche es mir unmöglich machen, Zugang zum Charakter zu finden und welche auch sehr schnell erkennen ließ, welchem Schicksal Simon erliegen wird, einfach, weil es zur damaligen Zeit das Schicksal vieler war. Vieler, denen man das Klischee anlastete, welchem Simon im Roman entspricht. Sein Handeln entsprach von vornherein einer self fulfilling Prophecy, war frühzeitig absehbar und somit einfach nicht mehr spannend.
Die Abschnitte der anderen Geschwister gefielen mir von Mal zu Mal besser, wobei es mich störte, dass jeder der vier Geschwister eine charakterliche Auffälligkeit abbekommen hatte. Das war mir fast schon zuviel. Am besten gefielen mir die letzten beiden Abschnitte, da diese Charaktere trotz ihrer Macken noch am „normalsten“ und somit mir am zugänglichsten wirkten.
Vermisst habe ich in diesem Roman eine gewisse Leidenschaft, welche dem Buch mehr Spannung verliehen hätte. Alles wurde trocken runtererzählt wie ein Bericht und wirkte zu distanziert. Der Sprecher des Hörbuchs machte dies mit seiner monotonen Art leider noch schlimmer und ist in meinen Augen keine gute Wahl gewesen.

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Wunderbar ausgearbeiteter Einstieg in eine High Fantasy Quest

Gerwod I von Salvatore Treccarichi

Die Schlacht im Alten Wald vor 321 Jahren beendete den damaligen großen Krieg. Eine neue Ära begann auf dem Kontinent Heliadan. Kaum einer weiß mehr, was damals wirklich geschah, zu einer Zeit, als noch magische Artefakte ihren Einsatz fanden. An jener vergessenen Stelle, zwischen den verrottenden Rüstungen der damaligen Krieger, entdeckt Waldkehr Gerold einen Kasten, der ihn wie magisch anzuziehen scheint.

Doch durch das Öffnen wird nicht nur ein lange verschollenes magisches Artefakt befreit, sondern der einstige Kampf zwischen Gut und Böse erneut entfacht, diesmal auf grausame Weise…
Gerwod 1 ist der Auftakt einer mehrbändigen High Fantasy Saga. Der Autor hat hierfür eine wundervolle, neue Welt erdacht mit Alten Völkern und Kreaturen, welche gemeinsam mit den Menschen auf Heliadan leben. Im Gegensatz zu anderen Autoren hat er sich nicht den gängigen Wesen wie Elfen und Zwergen bedient, sondern sich komplett neue Wesen erschaffen wie den Waldkehren, Nachtalpen, Zähhäuter, Sandläufern und Nachtgreifen, nur um einige zu nennen. Dies macht die Gerwod-Saga auf jeden Fall zu etwas ganz Besonderem!
Inhaltlich erfährt man in Band 1, wie das Böse langsam erwacht, wie ein uralter Bund sich neu formiert und erste Schritte unternommen werden, um das Böse zu bekämpfen. Die Welt ist mittelalterlich orientiert und wunderbar ausgearbeitet. Es gibt mehrere Karten im Buch, anhand derer man sich wunderbar orientieren kann. Zudem hat der Autor es sich nicht nehmen lassen, seine Welt so zu beschreiben, als wäre man mitten drin. Mehrfach hatte ich beim Lesen das Gefühl, ich könne die Atmosphäre spüren, den Duft des Waldes riechen, dem Knistern und Knacken des Kaminfeuers lauschen und Seite an Seite mit den Charakteren die Welt bereisen. Und auch die Handlung ist wunderbar erdacht, es bilden sich mehrere Handlungsstränge, welche sich treffen und wieder trennen und dadurch eine angenehme Komplexität erzeugen, wie ich es von guter High Fantasy erwarte. Unvorhersehbare Wendungen sorgen für zusätzliche Spannung.
Der Erzählstil ist angenehm ruhig und beschreibend, man wird nicht von Seite zu Seite gehetzt sondern kann die Story richtig genießen. Einziges Manko ist, dass es leider in Band 1 noch mehrfach zu Wiederholungen von Aussagen und Details kommt. Das störte mich schon, wenn ich zum wiederholten Mal etwas las, was ich doch bereits längst wusste. Diese Kritik ist allerdings lediglich stilistisch und ändert nichts an dem wunderbar erdachten Abenteuer selbst.
„Gerwod 1 – Das Artefakt“ ist ein gelungener Einstieg in eine mehrbändige High Fantasy Quest mit aussergewöhnlichen Wesen und einer beim Lesen spürbaren, fantastischen Atmosphäre.

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Spannung, Action und jede Menge Thrill!

Lazarus von Kepler Lars

Jurek Walter ist zurück! Davon ist Kommissar Joona Linna überzeugt. Als er bei einem Fall Parallelen zu Jureks früheren Morden entdeckt, schrillen bei ihm die Alarmglocken und er versucht, seine Lieben in Sicherheit zu bringen. Hat der psychopathische Serienmörder der vergangenen Bände wirklich die Schüsse auf sich überlebt oder ist es vielleicht nur ein Nachahmungstäter? Keiner glaubt Joona zunächst – ein fataler Fehler…
„Lazarus“ ist der siebte Teil der Reihe um Kommissar Joona Linna des Autoren-Ehepaares Lars Kepler.

Angegeben ist, dass das Buch ohne Vorkenntnisse der Reihe gelesen werden kann, und das kann ich bestätigen. Wobei natürlich an der ein oder anderen Stelle Anspielungen auf frühere Geschehnisse vorkommen, bei denen ich dachte, schade, dass ich nicht mehr darüber weiß. Dadurch, dass kleine Rück- und Einblicke zu den Personen eingebaut sind, ist aber alles gut verständlich.
Der Roman liest sich erstaunlich gut und ist frei von gängigen Klischees eines sozial inkompetenten, launischen Ermittlers mit Alkoholproblem. Im Gegenteil, Joona war mir recht sympathisch. Schwierigkeiten hatte ich hingegen mit seiner Kollegin Saga, welche in meinen Augen zu oft inkompetent agiert, so dass ich mich wiederholt fragte, wie sie zu ihrem Job gekommen ist.
Inhaltlich ist die Story durchweg spannend von Anfang bis Ende. Keine unnötig lange Einleitung, keine Durststrecken und kein ewig langes Ausfaden. Ein eindeutiger Pluspunkt! Stellenweise wird es diesmal ziemlich brutal, ohne, dass groß ins Detail gegangen wird. Wer jedoch beim Lesen sein Kopfkino mitlaufen lässt wird da um ein paar blutige Szenen nicht drum herum kommen. Gestört haben mich einige Szenen, welche für den Fortgang der Handlung wie konstruiert wirken, ebenso wie Joonas Alleingang zum Schluss, bei welchem er eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. Das wird aber zum Glück durch ein paar sehr gute Ideen und viele spannende Szenen wieder wettgemacht.
Alles in allem ein hervorragend zu lesender Schwedenkrimi mit brutalen sowie emotional bewegenden Szenen, der durch Spannung und Action schon fast als Thriller durchgeht.

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Wenig überzeugende Story, magere Ausstattung des Hörbuchs

Das Lied der Krähen,2 Audio-CD, 2 MP3 von Leigh Bardugo

Nachdem bereits soviele von Bardugos Grischaversum und diesem Roman schwärmten war ich natürlich neugierig auf Kaz Brekker und seine Krähen. Man startet in Ketterdam, einer Handelsstadt, welche unter mehreren Banden aufgeteilt ist. Kaz gehört hierbei zu den Krähen und ist, wie oftmals zu lesen, nicht der Anführer der Krähen sondern nur ein erfolgreiches Mitglied, welcher den gutbezahlten Auftrag annimmt, einen mächtigen Mann aus dem Eistribunal, eine Art Hochsicherheitsgefängnis, zu befreien.

Dafür schart er fünf Leute um sich, welche jeweils durch ihre Fähigkeiten zum Erfolg der Mission beitragen sollen. Neben Kaz, der so eine Art Mastermind ist, wären da sein Freund Jesper (spielsüchtiger Waffenexperte), Inej („das Phantom“, eine Kletterkünstlerin), Matthias (ehemaliger Hexenjäger), Nina (eine Grischa, was im Grischaversum einer Hexe entspricht) und Wylan (Kaufmannssohn mit so einigen Talenten).
Das Buch beginnt leider sehr verwirrend, ich habe zu Beginn kaum verstanden, worum es ging und wunderte mich, was das mit den Krähen zu tun haben sollte. Leider wurde auch nur wenig erklärt, was es mit den Grischa auf sich hat. Als später die Hauptcharaktere ins Spiel kamen wurde es langsam interessanter. Hier gefiel mir, dass jeder Charakter seine eigene, gut ausgearbeitete Vergangenheit hat, welche zwischendurch in Rückblicken beleuchtet wird. Eindeutig ein Pluspunkt der Story. Weniger gefiel mir, dass die Gruppe um Kaz, mit Ausnahme des 15-jährigen Wylan, altersmäßig so um die 17 Jahre alt ist, jedes Mitglied aber bereits Erfahrungen gesammelt haben soll wie eine Person mitte/ende 20. Das passte einfach nicht. Dafür macht sich das junge Alter wiederholt bemerkbar, wenn die Charaktere sich unnötig bockig oder aufbrausend wie Teenager verhalten, welche sie eben auch sind. Am meisten störte mich beim Hörbuch zusätzlich, dass Kaz sprach wie der „Pate“, was einfach nicht zu einem Teenager passt. Zumal mir seine Genialität sowie seine vielfältigen Beziehungen in Ketterdam auch zu übertrieben ausfielen für seine junge Bandenkarriere.
Die Ausstattung der Hörbuchs lässt leider sehr zu wünschen übrig, es gibt weder Kartenmaterial, um die vielen örtlichen Gegebenheiten nachvollziehen zu können, noch ein Personenregister. Beides musste ich mir mühsam im Netz zusammensuchen. Besonders die Karten wären eine Hilfe gewesen, da die Personen aus unterschiedlichen Gebieten mit anderen Gegebenheiten stammen und auch der Einsatz im Eistribunal besser nachvollziehbar gewesen wäre.
Mein Fazit: Die Story hält nicht, was sie verspricht, die Charaktere sind mir zu jung und die Handlung zu vorhersehbar. Wer sich darauf einlassen will, sollte lieber die Printversion nehmen, da sind wenigstens Karten mit dabei.

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Band zwei bleibt hinter seinem Vorgänger zurück

Die Helden von Midgard von Liza Grimm

Der Webstuhl der Nornen zeigt einen neuen Helden für Walhall an: Erik. Manchmal muss jedoch etwas nachgeholfen werden, damit ein Krieger auch wirklich den Heldentod stirbt, statt wie alle anderen in Hel zu landen, dem Reich der Totengöttin. Diesem Auftrag widmet sich momentan Tyr, der Gott des Kampfes, unterstützt von Walküre Kára, die ein ganz persönliches Auge auf Erik geworfen hat.

Bisher lief alles ganz aussichtsreich – bis Loki mitmischt und seine eigenen Pläne verfolgt.
Liza Grimms „Die Helden von Midgard“ spielt zeitlich eine ganze Weile vor ihrem Vorgängerroman „Die Götter von Asgard“. Die Idee des Romans ist an sich sehr schön gewählt: Eine Walküre verliebt sich in den Menschen, den sie im Auftrag Odins zum Heldentod führen soll, wodurch sie zusätzlich ein ganz persönliches Interesse hat, Erik nach Walhall zu bringen und ihn bis Ragnarök an ihrer Seite zu wissen. Zudem Loki, der mal wieder alles durcheinander bringt und sich nicht in die Karten schauen lässt. Weniger gefallen hat mir die Umsetzung. So fängt die Handlung mittendrin an, Kára und Erik kennen sich bereits und sind sich auch schon näher gekommen. Die Chance, die beiden aufeinander treffen zu lassen und sich kennen zu lernen, wurde somit vertan, obwohl hier meiner Meinung nach noch Potential zu unterhaltsamen Szenen gewesen wäre. Stattdessen plätscherte die Handlung anfangs etwas dahin, Kára verhielt sich weniger wie eine langjährige professionelle Walküre sondern eher wie ein verliebter Teenager, die mehr an ihre eigenen Bedürfnisse dachte statt an ihren Auftrag an Tyrs Seite. Und das wunderte mich, denn wozu die Eile, wenn Kára in Asgard alle Zeit der Welt mit Erik hätte? Sehr schön gefiel mir hingegen neben ein paar Einblicken in die Welt Asgards Káras Freundschaft zu ihrem Bruder Tyr. Wobei auch hier unglaubwürdig war, dass der Gott des Kampfes plötzlich wie ein Anfänger kämpfte.
Am meisten Pfiff brachte, wie bereits im ersten Band, wieder Loki in die Handlung, der bereits im Prolog einmal mitmischen darf und zu Spekulationen anregt, welches seine Ziele sein mögen.
Leider kommt Band zwei nicht so recht aus dem Schatten von Band eins heraus, welcher ebenfalls bereits einige Längen hatte, dafür zumindest etwas mehr Humor mit sich brachte. Beiden Bänden gemein ist, dass erst mit Lokis Intrigen der Roman interessanter wird. Die Handlung um Kára, Tyr und Erik blieb mir hingegen etwas zu leidenschaftslos und, wie bereits erwähnt, vor allem Káras Handeln zu unprofessionell. Gelungen fand ich wiederum den Schluss der Romans, der diesmal sehr gut passte.

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