Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Christina P.:
Fantastische Abenteuer in der Welt hinter dem Spiegel – es bleibt magisch!
Die Suche nach dem Schattendorf von Annina Safran
Nachdem Ludmilla im ersten Band herausgefunden hat, dass Godal, der selbständig gewordene Schatten ihrer Oma, mitverantwortlich ist für die drohende Dunkelheit über Eldrid, macht sie sich gemeinsam mit Formwandler Lando und dem Unsichtbaren Eneas auf, um herauszufinden, wie sie Godal an sich binden und zu ihrer Oma Mina zurück bringen kann.
Währenddessen versucht der böse Spiegelwächter Zamir, erneut zu alter Macht zu gelangen. Zusätzlich droht unter den Naturgeistern ein Aufstand. Und in unserer Welt macht nicht nur Ludmillas aufmüpfiges Spiegelbild der armen Mina Sorgen, denn Edmund Taranee, ein Mitglied einer weiteren Spiegelfamilie, drängt Mina, ihm zu helfen, seinen Familienspiegel erneut zu aktivieren.
Der zweite Band knüpft nahtlos an Band eins an. Bereits die nun erweiterte Karte Eldrids im Buch lässt erahnen, dass man als Leser weitere Bereiche der Welt hinter dem Spiegel kennenlernen wird. Das zusätzliche Verzeichnis über Personen und Wesen ist zudem hilfreich, sich in Eldrid zurecht zu finden.
Sehr schön gefiel mir, wie Ludmilla im Vergleich zu Band eins eine charakterliche Entwicklung vollzogen hat und aktiv helfen möchte, Eldrid vor der drohenden Dunkelheit zu retten. Denn im Gegensatz zu den Menschen benötigen die Bewohner Eldrids das Licht als Lebenselixier. Pixi, Uris kleine Fee, hat nun deutlich mehr Auftritte und überrascht mit erstaunlichen Fähigkeiten. Verglichen mit dem ersten Band geht es hier ein wenig ruhiger zu, der Schwerpunkt liegt auf Informationen über die Spiegelwächter und -familien, deren Vergangenheit sowie eine alte Legende, welche noch wichtig werden könnte. Neben weiteren Spiegelfamilien, wie z. B. Familie Taranee, deren Spiegel auf dem Cover abgebildet ist, kommt nun sogar Ludmillas Schatten zu Wort. Positiv möchte ich erwähnen, dass man als Leser von ausschweifenden Wiederholungen verschont bleibt, wenn Figuren von bisherigen Erlebnissen berichten, welche man als Leser bereits erlebt hat. Da die spannenden Momente, wie sie in Band eins vorkamen, hier zugunsten vieler neuer Informationen und weiterer Charaktere etwas in den Hintergrund treten, wirkt Band zwei ein wenig wie ein vorbereitender Band zu neuen Abenteuern, welche uns in Band 3 erwarten.
Auch wenn dieser Band ein wenig ruhiger ist als sein Vorgänger, fasziniert das Buch durch die vielen fantastischen Ideen und Informationen sowie vielseitige Charaktere.
Eine wunderschöne Zusammenstellug von Frauen, die Stärke zeig(t)en
Hamburgs starke Frauen von Tanja Breukelchen
Die Autorin portraitiert in ihrem Buch sehr anschaulich 30 Hamburgerinnen, welche in ihrem Leben Beachtliches leisteten. Die Zeitspanne reicht von 1645 bis in die Gegenwart und bietet eine angenehme Mischung gebürtiger Hamburgerinnen sowie einiger Wahlhamburgerinnen, welche in unterschiedlichen Bereichen Stärke zeigten oder noch immer zeigen.
Hanseatisch in blau gehalten überzeugte mich die Sammlung bereits von der ersten Seite an: Die Kapitelübersicht bietet zu jeder Frau ein Portraitbild, welches sich im jeweilgen Kapitel wiederholt. Ebenfalls gibt es zu jeder Person, soweit möglich, eine Übersicht zu Name, Lebenszeit, Wohnort und Beruf. Die Portraits sind chronologisch sortiert und bieten in entsprechender Reihenfolge gelesen eine spannende Zeitreise durch Hamburg, da die Autorin es sich nicht hat nehmen lassen, ein wenig geschichtlichen Hintergrund mit einfließen zu lassen, um dem Leser den Zeitgeist näher zu bringen. Und auch die portraitierten Frauen selbst bieten eine wunderschöne Vielfalt quer durch Kunst, Bildung, Politik, Wirtschaft und Sport. Wobei die Autorin mit vielen der noch lebenden Frauen persönliche Interviews führte, was deren Kapitel noch umso interessanter macht. Die Kapitel sind angenehm kurz gehalten, bieten dabei jedoch viel Wissenswertes, welches mit einer wohldosierten Portion Emotionalität geschrieben wurde. Zusätzliche Zitate ergänzen die Kapitel zudem perfekt.
Eine wunderschöne und sehr zu empfehlende Zeitreise durch die Leben starker Hamburger Frauen, von denen einige mehr, einige weniger bekannt sein dürften. Und vielleicht auch ein kleines Mutmachbuch für Frauen, Stärke zu zeigen. Diese 30 Frauen haben es uns bereits vorgemacht.
Macht euch auf ein paar Überraschungen gefasst
Die vergiftete Königin von Laura Labas
Im dritten Band der Tetralogie „Von Göttern und Hexen“ kommen neben den Hexen endlich auch die Götter zu Wort und nehmen an der Erzählung teil. Nahtlos an Band 2 anschließend erleben wir mit, wie Cáel seine Pläne verfolgt, die Alten Götter zu erwecken, während die Neuen Götter versuchen, ihre Stellung zu halten.
An dieser Stelle darf mit spannenden Überraschungen gerechnet werden. Gleichzeitig versucht Morgan weiterhin, mehr über ihre Vergangenheit herauszufinden, was sich als schwieriger und gefährlicher gestaltet, als erwartet. Da wird ihr mehr als einmal übel mitgespielt – dafür wird sie jedoch mit interessanten Informationen belohnt, welche für so einige Überraschungen sorgen. Und auch Aithan ist fleißig dabei, seine Pläne der Machtübernahme Atheiras zu perfektionieren. Und wem das noch nicht reicht, der darf sich über einen Auftritt von Blaubart freuen.
Ich empfand den dritten Band als nicht ganz so actionlastig wie Band zwei, dafür geht die Handlung in sich mit großen Schritten voran, sowohl auf der göttlichen Ebene wie auch auf dem politischen Spielfeld. Es gibt einige überraschende Wendungen, wobei teilweise auf Details der vorherigen Bände zurück gegriffen wird. Die ganze Geschichte wird in sich stimmiger, die verschiedenen Handlungsstränge laufen stark zusammen und ergeben ein spannendes Gesamtbild.
Weiterhin tu ich mich mit Morgan etwas schwer, da sie oftmals sehr trotzig und unüberlegt handelt und sich vor fairen Aussprachen drückt. Damit ging sie mir mehr als einmal auf den Keks. Ebenfalls gefiel mir nicht, dass sich diesmal einige Frauen von Schmeicheleien der Männer einlullen lassen und ihr Verstand aussetzt, obwohl sie vorher noch als starke Charaktere beschrieben wurden. Da war ich jedesmal enttäuscht.
Alles in allem würd ich sagen, Band drei ist von starken Veränderungen und Überraschungen geprägt und macht regelrecht neugierig auf den letzten Band.
Erlebnisurlaub der etwas anderen Art – Opfer inklusive
Offline - Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle. von Arno Strobel
Eine Gruppe bricht zu einer organisierten Digital-Detox-Tour auf. Das Ziel ist ein einsames Hotel in den Bergen, welches wegen Renovierungsarbeiten momentan leer steht und nur von zwei Hausmeistern betreut wird. Gleich die erste Nacht fordert jedoch ihr erstes Opfer - und starker Schneefall verhindert eine Rückkehr ins Tal.
Von der Aussenwelt abgeschnitten muss die Gruppe nun im Hotel ausharren mit einer Person unter ihnen, die vor skrupelloser Brutalität nicht zurückschreckt. Doch wer könnte der Täter sein?
Das Buch gleicht ein wenig einem Kammerspiel: Sobald die Gruppe im Hotel angekommen ist, findet sämtliche Handlung in diesen Räumlichkeiten statt. Ebenso ist die Personenzahl übersichtlich und stressbedingte Auseinandersetzungen sowie gegenseitige Verdächtigungen schnell vorprogrammiert. Die Idee an sich ist natürlich nicht neu, und dennoch möchte man als Leser natürlich wissen, wer der oder die Täter sind und mit welchem Motiv.
Ein Großteil des Buches wird aus der Sicht der Teilnehmerin Jenny König geschildert, welche als Teamleiterin der IT-Branche mit ein paar Mitarbeitern an der Tour teilnimmt. Stellenweise ging mir ihre subjektive Sicht der Dinge etwas auf den Keks, da sie gerne mal zu Vorurteilen neigt. Zum Glück hielt sich das jedoch noch in Grenzen, etwas spezieller waren da eher ein paar andere Anwesende im Hotel, wobei ebensolche Personen natürlich einen Roman umso unterhaltsamer machen.
Es blieb sehr lange undurchsichtig, wer für die brutale Tat verantwortlich ist. Ebenso ist der Stil des Autors recht leichtgängig und lässt sich ganz bequem lesen. Für gute Unterhaltung sorgt das Buch somit auf jeden Fall.
Spielball zwischen den magischen Fronten
Die 12 Häuser der Magie - Schicksalswächter von Andreas Suchanek
Ich schlug das Buch auf - und die Welt verging. Erneut hat Autor Andreas Suchanek eine Welt erschaffen, in welche ich wie durch Magie hineingezogen wurde und alles um mich herum völlig vergaß. In dieser Urban Fantasy Trilogie muss Nicholas "Nic" Ashton, wie alle anderen Magier mit 21 auch, seinen vierjährigen Dienst in einem der 12 Häuser der Magie antreten.
Natürlich hoffen er und seine Freunde Jane und Matt auf so coole Häuser wie die Schattenspringer, Heiler oder Pflanzensprecher. Doch Nic wird den Schicksalswächtern zugeteilt. Schicksalswächter - was machen die? Völlig unbekannt. Als Nic kurz nach seiner Zuteilung bereits auf seinen ersten magischen Einsatz geschickt wird, überschlagen sich die Ereignisse und Nic und seine Freunde geraten in ein gefährliches Abenteuer voller Intrigen und uralter magischer Geheimnisse...
Ich bin begeistert! Gleich zu Beginn lernt man Nic und seine Freunde kennen und ich hatte sofort das Gefühl, ein Teil dieser Clique zu sein. Es gibt magische Steine, welche die Energie verstärken, sowie viele weitere magische Details, welche es beim Lesen zu entdecken gilt. Schnell wird es spannend und der Autor ließ es sich nicht nehmen, Nic von einem gefährlichen Moment in den nächsten zu schicken. Schnell wird klar, dass im Hintergrund etwas ganz Großes am Laufen ist - und Nic zu einem Spielball mächtiger Gegner wurde.
Neben Spannung und Action lebt der Roman von frechen Sprüchen, welche einen daran erinnern, durchs Lachen auch mal wieder Luft zu holen (zu lange den Atem vor Spannung anzuhalten soll angeblich ungesund sein). Die ein oder Anspielung auf die Popkultur gilt es ebenfalls zu entdecken. Und das Beste: Neben raffiniert versteckten Details sind es die überraschenden Wendungen, welche das Buch zu einem Pageturner machen und sowohl Nic wie auch den Leser rätseln lassen, wem Nic überhaupt noch trauen kann.
Das Buch ist aus Nics Sicht geschrieben, so dass der Leser nicht mehr weiß als er und genauso im Dunkeln tappt wie Nic und seine Freunde. Wer auf spannende Urban Fantasy mit frechen Sprüchen und überraschenden Wendungen steht, ist hier goldrichtig!
Zwischen Wirklichkeit und Fantasie
Arthur und der schreckliche Scheuch von McLachlan Jenny
Früher spielten die Zwillinge Arthur und Rose viel in "Arro", einer von ihnen erdachten Fantasiewelt, in der sie viele Abenteuer bestanden und wie Pech und Schwefel zueinander hielten. Doch die Zeiten ändern sich, und die elfjährige Rose orientiert sich nun lieber an der jugendlichen Nachbarstochter, statt sich mit früherem Kinderkram abzugeben.
Immerhin kommen sie jetzt auf eine neue Schule, da wäre sowas einfach nur peinlich. Als Arthur beim Entrümpeln von Opas Dachboden eine alte Landkarte von Arro entdeckt, ermutigt ihn sein Opa, der Welt nochmal einen Besuch abzustatten. Arthur zweifelt, ob Arro wirklich existiert oder lediglich ein Fantasiegespinst war. Doch da wird sein Opa plötzlich vor Arthurs Augen entführt. Zurück bleiben etwas Stroh und ein paar Krähenfedern - die Zeichen von Kreuch, dem Scheuch, ihrem Erzrivalen in Arro. Arthur bleib nichts anderes übrig, als sich erneut in das magische Land zu begeben, um seinen Opa zu retten...
Ein wirklich wunderschönes Buch, welches voller Wortkreationen und ausgefallener fantastischer Ideen steckt. Ein wenig erinnert das Buch an Fantasien, welches nur besteht, solange jemand daran glaubt. Oder an Peter Pan, wenn der Min der Minja, halb Magier halb Ninja, die Welt mit Kinderaugen sieht und davon überzeugt ist, niemand könne ihn sehen, sobald er sich zu Augen zuhält.
Arro ist eine Welt mit einer Liebe zum Detail, welche mich beim Lesen vollauf überzeugen konnte. Arthur und seine Schwester erleben ein spannendes Abenteuer und müssen allen Mut aufbringen, um ihren Opa zu retten, welcher mir mit seiner leicht verrückten Art auch sehr gefiel. Lustige Momente, gefährliche Drachen sowie eine Geheimsprache runden dieses fantastische Abenteuer perfekt ab.
Eine spannendes Abenteuer in einer wunderschön erdachten Welt. Für Kinder ebenso wie für Erwachsene, die noch die Fantasie im Herzen tragen.
Spannende Abenteuer in der Märchenwelt mit neu interpretierten bekannten Märchenfiguren
Land of Stories: Das magische Land 2 – Die Rückkehr der Zauberin von Chris Colfer
Ein Jahr ist es nun her, dass die Zwillinge Alex und Conner ihre ersten Abenteuer im magischen Land erlebten. Ihre Großmutter, die gute Fee, lässt sich in letzter Zeit kaum blicken und das magische Märchenbuch haben sie auch nicht mehr, um in die Märchenwelt zu reisen. Da wird überraschend die Mutter der Zwillinge entführt.
Schnell finden die beiden heraus, dass die böse Zauberin zurück gekehrt ist und ihre Mutter in ihrer Gewalt hat. Also reisen die beiden heimlich zurück ins magische Land. Die Rettung der Mutter entwickelt sich allerdings schnell zur Rettung der gesamten Märchenwelt, bei der sie mit ihren Freunden gefährliche Orte besuchen müssen, um einen mächtigen Zauber zu generieren. Und die Zeit läuft…
Auch der zweite Band der Reihe rund ums Magische Land ist ein wunderbares Abenteuer voller Spannung und Humor. Endlich lernen wir Mutter Gans kennen, die mich doch ziemlich überraschte. Und viele Figuren aus dem ersten Band sind auch wieder mit dabei, allen voran Froggy und Rotkäppchen, welche dem Ganzen einen märchenhaften Charme sowie Humor verleihen. Zu Beginn erfährt man allerdings erstmal ein wenig aus der Anderswelt und lernt die Mutter der Zwillinge besser kennen, bevor man auf die böse Zauberin trifft. Weitere Märchenfiguren wurden ebenfalls wieder auf ihre ganz besondere Art in die Abenteuer eingearbeitet.
Wer auf spannende und humorvolle Abenteuer in der Märchenwelt steht und wissen möchte, was ‚OMG‘ noch bedeutet, dem möchte ich Land of Stories gern ans Herz legen. Da dies der zweite Band ist, empfehle ich, zum besseren Verständnis vorher Band 1 (Die Suche nach dem Wunschzauber) zu lesen.
Wie das Buch ist auch das Hörbuch wieder mit einer Karte der verschiedenen Königreiche versehen. Das ungekürzte Hörbuch wird von Rufus Beck gesprochen, der wunderschön die verschiedenen Charaktere interpretiert und jedem seine ganz eigene Stimme verleiht und das Hörbuch somit zu einem magischen Hörerlebnis macht.
Willkommen in der abenteuerlichen Welt der Trolle
Alben und Trolle - Die schwarze Armee von Heubeck Max
Eine Invasion bedroht das Inselreich Snogaard: Fremde fallen über Menschen und Trolle her, welche sich einst zu einem Bündnis zusammenschlossen gegen den gemeinsamen Feind, die Alben im ewigen Eis des Nordens. Seit Jahrhunderten herrscht Waffenruhe zwischen den Alben und den Trollen und Menschen, erzwungen durch eine Geisel, der Albin Isinvi, Tochter des Albenkönigs.
Doch der neue Feind ist mächtig, nutzt fremde Magie und schlachtet die Bewohner Snogaards skrupellos ab. Als im Rat der Trolle beschlossen wird, Isinvi zurück zu ihrem Vater zu bringen, um sich die Hilfe der Alben gegen den gemeinsamen Feind zu erbitten, macht sich eine Gruppe Trolle auf den Weg in den eisigen Norden. Doch nicht jeder Clanführer der Trolle will, dass die Gruppe die Alben erreicht, so dass die Gefährten auch gegen Widerstände aus den eigenen Reihen kämpfen müssen. Eine gefährliche Reise nimmt ihren Lauf, mittendrin Sturmsänger Mjerelmyr…
Endlich mal ein Buch aus der Sicht der Trolle. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen spielen diese hier die Hauptrolle, geht es doch primär um ihre Mission, die Albenprinzessin zurück zu bringen und das Reich vor den Invasoren zu retten. Zwar sind die Trolle teilweise etwas derb, wurden mir jedoch beim Lesen nach und nach vertraut. Ungewohnt war für mich die geballte Ladung an Flüchen, Furzen sowie anderer, ich sag mal, unangenehmer Verhaltensweisen, welche ich bisher nur als beschreibend kannte, die hier aber zum gängigen Stil gehören. Daran sollte man sich beim Lesen nicht stören. Abwechslung bringen Abschnitte, welche aus Menschen- bzw. Albensicht geschrieben sind und einem andere Charaktere nahebringen. Und auch die Hintergründe des einstigen Krieges zwischen den Alben und den restlichen Bewohnern Snogaards hat der Autor in die Erzählung eingearbeitet.
Die Handlung selbst ist gut verpackt, die Invasoren undurchschaubar – und ob die Mission zu den Alben gelingt, verrate ich natürlich nicht. Eine Karte Snogaards ist ebenfalls dabei und erleichert, die Reiseroute der Gruppe zu verfolgen.
Ein wirklich gelungener und spannender Troll-Roman, der sich vom Mainstream abhebt und dadurch eine klare Lese-Empfehlung ist.
Schöne Idee mit langweiliger Umsetzung
Kingdoms of Smoke - Die Verschwörung von Brigant von Sally Green
Was haben ein Dieb, eine Prinzessin, ein Diener, eine Dämonenjägerin und ein Soldat gemeinsam? Zusammen werden sie das Schicksal der Menschen in der Trilogie „Kingdoms of Smoke“ maßgeblich beeinflussen. Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern, mit einer jeweils anderen Vergangenheit, jedoch mit einer gemeinsamen Zukunft.
Catherine ist die Tochter des brigantischen Königs und wird von ihrem despotischen Vater zu einer Heirat mit einem Prinzen eines anderes Königreiches verpflichtet. Damit ein Problem hat Ambrose, Gardist der Prinzessin und heimlich in sie verliebt. March ist Diener eines weiteren Herrschers, auf dessen Königreich wiederum Catherines Vater scharf ist. Tash jagt derweil gemeinsam mit ihrem Vormund Dämonen, um den verbotenen Dämonenrauch einzufangen und zu Geld zu machen. Und auf Dieb Edyon wartet eine ganz besondere Überraschung.
Die Idee der Trilogie ist gar nicht so übel: Politische Wirren und Intrigen sowie eine verbotene Substanz, der eine Kraft innewohnt, welche noch größtenteils unentdeckt ist. Ebenso gibt es mehrere Hauptcharaktere, aus deren Sicht jeweils erzählt wird und die erst im Laufe des Buches zueinander finden, was eine angenehme Abwechslung ermöglicht. Zudem ist das Buch mit einer Karte ausgestattet, auf der die Königreiche des Romans abgebildet sind sowie das verbotene Dämonen-Plateau, Jagdgebiet der Dämonenjäger.
Weniger gefiel mir dann leider die Umsetzung des Romans. Was als epische Welt beworben wird, entpuppte sich als recht vorhersehbare Handlung. Die Charaktere blieben farblos, verloren sich in sich wiederholenden Überlegungen, während die Handlung ins Hintertreffen geriet. Einige Klischees wie die stiefelvernarrte Dämonenjägerin oder die Prinzessin, die das Volk mit Blumen und schönen Kleidern zu überzeugen versucht, machten es nicht besser. Der Dieb, den ich anfangs noch für pfiffig hielt, entpuppte sich leider als unerträglich naiv und der gesamten Story fehlte eine gesunde Komplexität. Für mein Gefühl war alles zu sehr schwarz-weiß gezeichnet, Themen wurden in Kürze abgehandelt statt den Leser auf die lange Folter zu spannen. Das riss auch die ausgefallene Idee mit den Dämonen nicht mehr raus.
Eine tolle Idee mit einer leider sehr unglücklichen Umsetzung, der eine straffere Handlung, interessantere Charaktere, mehr Komplexität sowie ein paar überraschende Wendungen gut getan hätten. So blieb die Erzählung in meinen Augen leider sehr blutleer.
Mit Tinte und Feder dem Wert des Lebens auf der Spur
Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough von Rébecca Dautremer
Auf sehr poetische Art wird hier das Leben des Jacominus beschrieben, von der Geburt bis zum Tod. Ein Leben, welches so manch einer vielleicht als tragisch oder unerfüllt bezeichnen würde - immerhin hatte das Leben des Jacominus viele Schattenseiten. Und dennoch hat er nie die Hoffnung verloren, lernte, Details wahrzunehmen, geduldig zu sein und verlor sich als Kind gerne in seinen Träumen.
Eigenschaften, welche ihn am Ende seines Lebens behaupten lassen, sein Leben sei es auf jeden Fall wert gewesen, gelebt worden zu sein.
Das Buch besteht aus Textpassagen sowie Bildern, welche sehr detailliert gezeichnet sind. Die großen Bilder laden oftmals zum drin Verweilen ein, gleichen fast schon Wimmelbildern, wenn auch eher in gedeckter Farbgebung. Wunderschön ist, dass die Familien aus anthropomorphen Tieren bestehen, also aufrecht gehenden Hunden, Ziegen, Kühen, Kaninchen etc. Da kann man schon mal eine Weile damit zubringen, die einzelnen Figuren gemütlich einander zuzuordnen. Der Text beschreibt Jacominus' Leben oftmals eher indirekt, statt Genaueres zu erzählen. Da ist die Fantasie des Lesers gefragt, sich Weiteres beim Betrachten der Bilder zu denken.
Das Stundenbuch ist definitiv ein ruhigeres Buch, welches zum Verweilen einlädt, zum Versinken in Bild und Text.











