Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Christina P.:
Gelungener Auftakt einer abenteuerlichen Fantasy-Tetralogie
Zwischen unserer Welt und der Welt der Schatten und Dämonen existiert eine weitere Welt: Interria, erschaffen von Cayaniel, dem Engel des Lichts. In Interria haben all die Lebewesen ein Zuhause gefunden, welche uns als Fabelwesen bekannt sind: Zwerge, Drachen, Feen, Nymphen und einige andere mehr. Doch die Barriere zum Schattenreich droht zu brechen, ein Angriff der Schattenwelt sowohl auf Interria wie auch die Menschenwelt steht bevor.
Einzig Cayaniels Engelslicht kann den Wall wieder stärken. Doch hierzu müssen vier Auserwählte die magischen Lichtsteine der vier Elemente bergen und ins Kloster von Burgedal bringen. Die Auserwählten tragen das Zeichen des Lichtengels als Mal in ihrer Handfläche. Liv trägt ebensolch ein Mal – doch Liv wuchs in der Menschenwelt auf und hat noch nie von Interria gehört. Bis sie eines Tages dort erwacht…
„Aquilas“ ist der erste Band einer vierteiligen Serie und nach dem Stein des Wassers benannt, welcher als erster geborgen werden muss. Das Buch beginnt mit Liv, welche ebenso wenig Ahnung von Interria hat wie der Leser. Und das empfand ich als sehr geschickten Schachzug, denn so konnte ich Interria sowie die Geheimnisse der Lichtsteine aus Livs Sicht erfahren. Neben Liv gibt es noch weitere Auserwählte sowie deren Freunde und Familien, welche recht schnell vorgestellt werden. Da hatte ich zunächst etwas Schwierigkeiten, weil es so viele Personen auf einmal waren, doch sobald das Team sich zum ersten Lichtstein aufmacht, wird es wieder sehr übersichtlich.
Nadine Erdmann hat ein wunderschönes Abenteuer erschaffen, welches wirklich Spaß macht zu lesen. Ihre Charaktere haben alle ihre Ecken und Kanten abbekommen, hinter denen sich nicht immer angenehme Schicksale verbergen, welche aber nach und nach erklären, warum jemand so ist, wie er ist. Das hat mir sehr gut gefallen, die Charaktere haben dadurch bereits im ersten Band deutlich an Tiefe gewinnen können und sind mir jeder auf seine Art sympathisch. Natürlich gibt es auch einen Widersacher, welcher den Auserwählten in die Quere kommt, um seine eigenen Ziele zu verfolgen. Und auch hier fasst die Autorin ihre Protagonisten nicht mit Samthandschuhen an, wie ich beim Lesen erfahren durfte.
Wer sich das Hardcover der Serie gönnt, findet hinten eine Karte Interrias, auf welcher sich das erste Abenteuer nachverfolgen lässt. Loben möchte ich auch das Cover, welches den ersten Lichtstein zeigt und somit hervorragend zum ersten Band der Serie passt. Wer mag, kann sich auf der Homepage der Autorin u. a. noch die Lichtsteine sowie deren Runen und Bedeutung ansehen. Ebenso gibt es dort Zusatzstories zur Serie.
Die Lichtsteinsaga ist eine wunderbare Abenteuer-Fantasy mit gut ausgearbeiteten Charakteren, welche nicht langweilig wird und die ich jedem wärmstens empfehlen kann.
Magische Erzählungen aus Morgenland und Abendland
Von Fuchsgeistern und Wunderlampen von Ava Reed; Laura Labas; Julianna Grohe
Aller guten Dinge sind drei: „Von Fuchsgeistern und Wunderlampen“ ist bereits die dritte Anthologie des Drachenmond Verlags, vollgepackt mit märchenhaften Kurzgeschichten namhafter Autoren wie Akram El-Bahay, Ava Reed, Trudi Canavan, Janna Ruth, Christian Handel, Laura Labas u.a . . Diesmal ist die Anthologie in drei Bereiche unterteilt: Märchen aus dem Morgenland (orientalische Märchen), dem Reich der Mitte (Ferner Osten) sowie dem Abendland.
Insgesamt enthält das Buch 17 Erzählungen, welche größtenteils auf ein oder mehreren Märchen basieren oder zumindest daran angelehnt sind. Sehr gefallen hat mir die Vielseitigkeit dieser Anthologie: Einige Erzählungen sind eher klassisch gehalten, während andere Autoren sich in Bereiche wie Abenteuer, Dystopie, Steampunk oder Humor vorwagten. Und auch der Schreibstil an sich wechselt natürlich je nach Autor, so dass die Geschichten jede für sich etwas Besonderes sind. Wie es bei Anthologien unterschiedlicher Autoren zumeist der Fall ist habe auch ich hier wieder meine Lesehighlights ebenso gefunden wie mir einige Erzählungen weniger zusagten. Aber genau das macht einen guten Mix aus: Dass jeder für sich seine Lieblinge findet.
Besonders die Einteilung in die drei Bereiche hat mir sehr gut gefallen. Leider ist das Morgenland nur mit vier Erzählungen vertreten, der Ferne Osten sogar nur mit zwei Märchen. Das hat mich etwas enttäuscht, da ich mich grad auf die exotischeren Märchen besonders freute, diese aber nur ca. ein Drittel der Kurzgeschichten ausmachen. Dennoch möchte ich aus diesen Bereichen vor allem die Erzählungen von Akram El-Bahay (Morgenland) sowie Janna Ruth (Reich der Mitte) loben, diese haben mir wirklich sehr gefallen.
Alles in allem eine märchenhafte und abwechslungsreiche Anthologie über freche Fuchsgeister, Zaubersprüche, Prophezeiungen, Waldhexen und andere magische Wesen, die Spaß macht zu lesen, bei welcher allerdings die Bereiche Morgenland und Reich der Mitte leider viel zu kurz kamen.
Unterhaltsam und spannend
Bluthaus von Fölck Romy
In der holsteinischen Elbmarsch wird eine ermordete Frau gefunden – in Verdacht steht Detektivin Johanna Arndt, eine Freundin von Frida Paulsen aus Schulzeiten, welche die Frau blutüberströmt vorfand. Ihre Aussage weist jedoch Ungereimtheiten auf, und als Johanna kurz darauf spurlos verschwindet, macht sich Frida, die grad auf dem Obsthof ihrer Eltern neue Energie tanken wollte, auf die Suche nach ihrer Freundin.
Ihre Recherchen führen sie zu einem alten Haus an der Ostseeküste, welches von den Anwohnern nur „dat Bluthus“ genannt wird. Gleichzeitig begibt sich Bjarne Haverkorn für die Mordkommission auf Spurensuche nach seiner Hauptverdächtigen…
„Bluthaus“ ist nach „Totenweg“ der zweite Krimi aus der Feder von Romy Fölck um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, kann allerdings auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden. In „Bluthaus“ ermitteln Frida und Bjarne zunächst unabhängig voneinander, wobei sich ihre Ermittlungen schon früh überschneiden. Hierbei fand ich es interessant, wie die Ermittler über völlig unterschiedliche Wege – einmal dem offiziellen bei Bjarne, einmal dem privaten bei der beurlaubten Frida – letztlich zum selben Ergebnis gelangten. Mir machte es Spaß, bei den Ermittlungen selbst zu spekulieren, was es mit dem Bluthaus und Johannas Verschwinden auf sich haben könnte. Ebenso gab es den ein oder anderen Einblick in das Privatleben der Ermittler, wobei mir Bjarnes Part stellenweise zu überzogen und unnötig erschien. Schade. Auch ist das Handeln der beiden manchmal etwas fragwürdig, wenn es um gefährliche Alleingänge geht. Davon abgesehen handelt es sich jedoch um einen spannenden und angenehm undurchschaubaren Krimi, den ich gerne empfehle.
Wenn das Leben nach dem Tod erst so richtig spannend wird
Banshee Livie (Band 1): Dämonenjagd für Anfänger von Miriam Rademacher
Das Leben meinte es nicht gut mit ihr – der Tod auch nicht: Bei einem Ausflug mit ihrer vom Übernatürlichen faszinierten Patentante wird Olivia „Livie“ vom Blitz getroffen – natürlich unter einer Druideneiche. Aus der vom Leben gelangweilten Bürokraft wird fortan eine Banshee, die für das Anwesen der Harrowmores zuständig ist.
An ihrer Seite Todesbote und Kapuzenmann Walt. Leider stellt sich ihr neuer Job als stressiger heraus, als erwartet, denn die Harrowmores sind die reinste Katastrophenfamilie. Und was, bitteschön, ist ein Mummel? Als dann auch noch ein Dämon auftaucht, der eine uralte Rechnung mit der Familie begleichen will, hat Livie alle Hände voll zu tun…
Banshee Livie ist eine lustige Fantasygeschichte über eine Banshee, die sich mal nicht an uralte Traditionen hält. Natürlich gibt es Banshee-Regeln, mit welchen Livie erstmal zurecht kommen muss. Immerhin wird sie völlig unvorbereitet – und ungefragt - in ihren neuen Job geworfen. Todesbote Walt steht ihr zwar zur Seite, aber dem muss sie anfangs auch erstmal die Informationen aus der nicht sichtbaren Nase ziehen. Denn leider kann sie von Walt überhaupt nichts sehen unter der Kutte, dabei hat er so eine sexy Stimme. Aber wenn Livie sich etwas in den Kopf gesetzt hat… Allerdings hat sie mit der Familie Harrowmore erstmal ordentlich was um die Ohren. Und als ein uralter Dämon auftaucht, kann Livie beweisen, was in ihr steckt.
Der Roman ist recht lustig und unterhaltsam geschrieben. Anfangs ist Livie noch unzufrieden mit sich und ihrem Leben, entsprechend sarkastisch fallen ihre Kommentare zunächst aus. Das ändert sich zum Glück jedoch schnell und Livie wächst einem einfach ans Herz. Und auch der wortkarge Walt taut so langsam auf. Ihn fand ich von der Person her ganz interessant, da er eine bewegende Vergangenheit hinter sich hat. Für weitere unterhaltsame Momente sorgen ein Druide, Mummel, ein Magier sowie ein echt böser Dämon. Es wird also nicht langweilig.
Ich fand Banshee Livie erfrischend unterhaltsam. Großartige Action enthält der Roman zwar nicht, dafür hat er mir recht viele Schmunzler entlockt und macht einfach Spaß. Ein gelungener Start in einer humorvoll-fantastische Banshee-Serie.
Ein neuer, gefährlicher Gegner naht auf leisen Sohlen...
Das Erbe der Macht - Band 13: Onyxquader von Andreas Suchanek
Nachdem die Serie den Skoutz-Award 2018 in der Kategorie "Fantasy" gewonnen hat, geht es rasant weiter mit der ersten Folge der zweiten Staffel. Die mächtige Schattenfrau der ersten Staffel ist zwar besiegt, doch wartet bereits der nächste Gegner auf die Lichtmagier, welche noch an den Folgen des vergangenen Kampfes zu knabbern haben.
Ein Gegner, welcher noch mächtiger scheint und bereits vor langer Zeit erste Vorbereitungen für seinen Sieg startete. Derweil kämpfen Alex' Freunde um den in ihren Augen unverzeihlichen Verrat in den eigenen Reihen: Johanna belegte Alex mit einem starken Vergessenszauber - warum, darüber schweigt sie sich aus. Doch nicht nur seine Freunde interessieren für Johannas Tat...
Der 13. Band schließt nahtlos an den zwölften Band sowie das Spin off "Die Chronik der Archivarin: Der verschollene Mentiglobus" an und geht auch gleich in die Vollen. Sowohl bei den Lichtmagiern wie auch bei den Schattenkämpfern herrscht ein Drunter und Drüber, was sich der neue, mächtige Gegner geschickt zunutze macht. Doch ist er nicht der einzige Magier, welcher mit starken Kräften aufwartet. Schnell wird es spannend und gefährlich, neue Protagonisten treten auf den Plan und bringen weitere Geheimnisse mit sich. Zudem werden endlich erste Hintergründe offenbart, was an Alex so Besonderes ist - von seinen flotten Sprüchen mal abgesehen.
Mir hat der Einstig in die zweite Staffel sehr gefallen, ich war regelrecht überrascht, wie schnell die Story wieder an Fahrt aufnahm. Ein gelungener Mix aus Spannung, Action, Rätseln, Gefahr und natürlich der gewohnten Portion Humor. Einfach hervorragend!
Wo liegt die Wahrheit in den Märchen?
Die Grimm-Chroniken - Der goldene Apfel von Maya Shepherd
In "Der goldene Apfel" geht es in die fünfte Runde der Grimm Chroniken, in welchen die Wahrheit über Schneewittchen ans Licht gebracht werden soll. Wem die Story bisher nicht komplex genug erschien wird nun seine helle Freude haben: Während die Vergangenheit von Mary und Dorian ebenso beleuchtet wird wie die der Grimm-Brüder, geht in der Gegenwart der Kampf zwischen Königin Mary und Schneewittchen weiter.
Vampirmagie kommt ebenso zum Einsatz wie Hexenkräfte, die Zahl "7" spielt immer mehr eine wichtige Rolle und neue Märchenelemente werden in den Verlauf eingebracht.
Wie auch bei den vorherigen Bänden wird zu Beginn kurz in einem "Was bisher geschah" das Wichtigste zusammen gefasst, was mir den Einstig in den fünften Band sehr erleichterte. Die Vorgängerbände sollte man jedoch bereits gelesen haben, um das Geschehen zu verstehen. Der Schwerpunkt liegt diesmal sehr auf Mary, sowohl in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart. Das fand ich sehr schade, doch denke ich, dass sich das mit dem nächsten Band wieder relativieren wird. Leider wurde mir Mary mit dieser Folge auch nach und nach unsympathischer, was dazu führte, dass ich ihre Version im Nachhinein auch etwas in Zweifel zog. Das hat mir etwas den Spaß genommen, da mir ein Ausgleich mit den anderen Protagonisten fehlte. Alles in allem passt es jedoch sehr gut in das Konzept der Serie und liest sich auch weiterhin sehr unterhaltsam.
Spannend-rasante Urban Fantasy
Soulcatcher von Lena Knodt
Was machst du, wenn dein Freund plötzlich ein seelenloses Wesen ist, der keine Gefühle mehr hat? Vor diesem Problem steht Maisie, als ihr Freund Luke seine Seele an den Dämonenkönig verkauft, um das Leben seiner kleinen Schwester zu retten. Für Maisie ist sofort klar: Diese Seele holt sie sich zurück! Leider stellt sich dies alles andere als einfach heraus, der Dämonenkönig hat nämlich keine Lust, Lukes Seele wieder herauszurücken.
Im Gegenteil, ehe sich Maisie versieht, hat sie den Dämonenkönig gegen sich aufgebracht - und plötzlich einen unerwarteten Helfer an der Seite. Denn der neue Mitschüler Nicolo hat so einiges auf dem Kasten. Und Lukes Schwester Vivienne ist seit seinem Deal mit dem Dämonengott auch fitter als je zuvor...
Soulcatcher ist ein spannender und rasanter Urban Fantasy Roman mit einigen guten Ideen, welche mir sehr gefielen. Die drei müssen sich recht schnell als Team zusammen raufen und gegen mächtige Gegner kämpfen, während ihnen der Dämonenkönig schlechtgelaunt auf den Fersen ist. Spannung und Action geben sich die Hand mit magischen Geheimnissen, ich mochte das Buch beim Lesen gar nicht mehr aus der Hand legen. Ebenso kommt der Humor nicht zu kurz und verleiht dem Buch eine angenehme Lebendigkeit. Die drei Protagonisten waren mir sympathisch und vor allem bei Nicolo war es spannend zu erfahren, was sich hinter seiner Figur verbirgt. Was mich etwas störte war, dass einige Situationen wie erzwungen wirkten, Maisie übernatürliche Phänomäne nicht so hinterfragte, wie man es doch normalerweise machen würde. Dies hatte andererseits wiederum den Vorteil, dass die Story dadurch rasanter weiterging, statt durch Grübeleien und Skepsis in die Länge gezogen zu werden.
Ein spannend-rasant-humorvoller Urban Fantasy Actionroman, der einfach Spaß macht!
Spannendes Fantasyabenteuer mit wunderschönen Details
Soulcatcher von Lena Knodt
Es gibt eine Welt hinter dem Spiegel: Eldrid. Erreichbar über fünf besondere Spiegel, welche unter dem Schutz der magischen Spiegelwächter stehen. Getrieben von ihrer Neugier findet Ludmilla im verbotenen Zimmer ihrer Großmutter Mina den uralten Familienspiegel, Tor in eine fremde Welt – und reist nach Eldrid.
Dort wird sie bereits erwartet, denn die Welt Eldrids wird vom mächtigen Zamir bedroht, der mit Hilfe des von ihm geschaffenen Schattenwesens Godal die Macht an sich reißen und Eldrid in ewigen Schatten stürzen will. Und Ludmilla könnte im Kampf gegen Zamir eine wichtige Rolle übernehmen…
Geschickt beginnt der Roman mit einem Einblick in die Welt Eldrids und dessen zauberhafte Wesen, welcher mich sofort faszinierte. Dorthin reist die 15-jährige Ludmilla, welche bei ihrer Großmutter Mila aufwächst. Im Grunde ihres Herzens ein lieber Mensch, ist der Teenager ein recht aufmüpfiger und frecher Einzelgänger, was die Geschichte aber an den richtigen Stellen rasch voran treibt. Natürlich weiß Mila von diesem Spiegel, doch verbirgt sie ein Geheimnis, welches sie ihrer Enkelin nur langsam offenbart und weshalb sie den Spiegel nicht ohne Grund unter Verschluss hält. Bis der Spiegel Ludmilla regelrecht zu rufen scheint und das Mädchen eine Welt der Feen, Elfen und Riesen betritt, welche sie natürlich sofort fasziniert, jedoch auch große Gefahren für sie birgt.
Neben mehr oder weniger mächtigen Schatten, aufmüpfigen Spiegelbildern, geheimnisvollen Gestaltwandlern und bedrohlichen Riesen spielt vor allem die Zahl 5 in dieser Geschichte eine magische Rolle. Nicht zuletzt, weil die Saga von Eldrid auf fünf Bände ausgelegt ist.
Mir hat die Idee um Eldrid, der Welt hinter dem Spiegel, sehr gefallen. Der Roman gestaltet sich erstaunlich komplex, birgt unvorhersehbare Gefahren, stellt die Protagonisten vor unlösbare Aufgaben und bringt sie in ausweglos scheinende Situationen. Auch die magischen Wesen Eldrids, von denen man im ersten Band bereits einige kennen lernt, sind faszinierend und manche auf eine gewisse Art einzigartig gestaltet.
Ein faszinierendes Fantasyabenteuer mit wunderschönen Details und einer unlösbar scheinenden, spannenden Aufgabe, welche nicht nur junge Leser ab 12, sondern auch Erwachsene noch vollauf begeistern kann.
Fantastisches Abenteuer mit mystischem Anklang
Soulcatcher von Lena Knodt
Linas altes Auto streikt. Natürlich spät abends und mitten im Wald. Handy? Geht auch nicht. Also macht sie sich zu Fuß auf den Weg, als sie plötzlich mitten im strömenden Regen beleuchtete Fenster entdeckt: Der Mitternachtsladen. Öffnungszeiten: Nach Sonnenuntergang. Wie es der Zufall will, wird kurz darauf eine Aushilfe für den Laden gesucht, was Lina gern annimmt.
Der Besitzer ist sehr freundlich, wenn auch seltsam altmodisch in einigen Dingen. Dafür ist sein junger Sohn Brendan umso interessanter für Lina. Doch warum muss sie immer pünktlich kurz vor Mitternacht den Laden verlassen? Und was sind das für rätselhafte Dinge, die es in dem Laden zu kaufen gibt? Als Lina zufällig hinter das Geheimnis kommt, gerät sie mit Brendan in ein nicht ungefährliches Abenteuer…
„Der Mitternachtsladen“ ist eine abenteuerliche Jugendfantasy, welche bereits optisch wunderschön aufgemacht ist: Das Cover leuchtet im Dunkeln. Entgegen meiner Erwartung spielt der Laden selbst jedoch nur zu Beginn eine Rolle, bevor Lina und Brendan ihre Abenteuerreise sowohl in der Menschenwelt wie auch in der Anderwelt starten. Für mich nahm der Roman dadurch eine überraschende Wendung, welche mir sehr gefiel und auch von der Autorin angenehm bildhaft beschrieben wurde. Eine wundervolle Reise durch alte Mythen und vergangene Welten, mit einem gefährlichen Antagonisten, der mir für meinen Geschmack jedoch etwas zu blass blieb. Dafür waren andere magische Momente wiederum sehr atmosphärisch beschrieben.
Erzählt wird der Roman von einem allwissenden Erzähler, welcher mich ein wenig an frühere Geschichten erinnerte. Geschickt nimmt er einige Anspielungen vorweg, um die Neugier des Lesers zu wecken, verrät auf der anderen Seite aber nur soviel, dass der Leser kaum mehr weiß als Lina. Kombiniert mit Mystik und alter Geschichte zauberte Tanja Karmann daraus einen spannenden Roman, welcher nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene begeistert. Eine aussergewöhnliche Geschichte, auf deren Fortsetzung ich gespannt bin.
Überzeugt durch realistische Ermittlerarbeit und fachliche Details
Rachgier von McDermid Val
Ein kniffliger Fall hält das ReMIT-Team um Detective Chief Inspector Carol Jordan und Profiler Tony Hill in Atem: Der „Wedding Killer“ sucht sich seine weiblichen Opfer auf Hochzeiten – und hinterlässt nichts, als eine verkohlte Leiche im ausgebrannten Auto. Sämtliche Spuren sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, selbst das Identifizieren der Leichen gestaltet sich als schwierig.
Ein schwer zu fassender Täter scheint hier am Werk zu sein. Doch lastet ein hoher Erfolgsdruck auf dem Spezialermittlungs-Team. Und auch privat geht es bei einigen Mitgliedern alles andere als ruhig zu…
Ich muss gestehen, für mich war „Rachegier“ der erste Roman von Val McDermid, entsprechend benötigte ich eine Weile, um mit den Ermittlern des ReMIT-Teams vertraut zu werden. Doch hat die Autorin es geschafft, auch für mich als Neuling die einzelnen Hauptprotagonisten ausreichend verständlich darzustellen. Der Fall gestaltete sich als gut durchdacht, zumal auch der Täter selbst seine eigenen Kapitel hat und man dadurch als Leser den Ermittlern einen Schritt voraus zu sein scheint. Naja, genau genommen nur einen halben Schritt, denn der Täter versteht es geschickt, keine verwertbaren Spuren bei seinen Taten zu hinterlassen. Sehr gefallen haben mir die Ideen des Profilers Tony Hill, sowohl den Fall wie auch sein Privatleben mit Carol Jordan betreffend. Carol hingegen hat in diesem Band stark mit den Geistern ihrer Vergangenheit zu kämpfen, ihr Verhalten war bisweilen recht anstrengend.
Die Nebenhandlungen waren ebenfalls unterhaltsam gestaltet und gaben dem Roman etwas Abwechslung. Weniger gefallen hat mir der Schluss, auch wenn dieser für mich recht überraschend kam. Da konnte ich die Handlung einiger Protagonisten nicht so ganz nachvollziehen. Aber das mag jeder Leser etwas anders sehen – genauer kann ich nicht darauf eingehen, ohne zu spoilern.
Val McDermid hat einen Schreibstil, der weniger auf Effekthascherei setzt sondern damit punktet, dass ihre Fälle fachlich sehr gut recherchiert sind, erkennbar an dem vielen Fachwissen, welches sie geschickt in ihrem Roman einbaut. Ebenso zeigt sie sehr realistisch, wie frustrierend die Ermittlerarbeit zuweilen sein kann, wenn entscheidende Beweise fehlen.
Das Hörbuch wird in der ungekürzten Fassung gelesen von Wolfgang Berger. Zu Beginn empfand ich sein Lesen des Romans als recht monoton, was sich jedoch zum Glück nach einigen Kapiteln besserte, fast, als hätte der Sprecher sich erst warmlesen müssen.
Ich denke, „Rachegier“ ist vor allem für Fans von Val McDermid hervorragend geeignet. Wer die Vorgängerbände nicht kennt, so wie in meinem Fall, könnte zunächst Schwierigkeiten haben, wenn es um das Private der einzelnen Ermittler geht. Auf jeden Fall überzeugt der Krimi durch realistisch gestaltete Ermittlerarbeit und geschickt platzierte fachliche Details.








