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Rezensionen von liesmal:

Moses und Rebecca - Freunde fürs Leben

Ruben Laurin erzählt in „Das weiße Gold der Hanse“ aus dem Verlag Bastei Lübbe in zwei Zeitebenen die Geschichte eines Jungen, der bereits als Fünfjähriger mit seinem Vater zur See gefahren ist. Als er acht Jahre alt ist – es ist zu Beginn der 1230er-Jahre – wird die Kogge von Piraten überfallen und das Leben des Jungen ändert sich dramatisch… Überschrieben ist das erste Kapitel mit „Das Ende“.

Es ist im Jahr 1275, als ein Lübecker Ratsherr beginnt, die Geschichte des kleinen Jungen zu erzählen, um einem jungen Maler damit neue Hoffnung für dessen Leben zu schenken. „Vom Leben nach dem Tod“ heißt es im Ersten Buch.
Etwas verwirrend und ungewöhnlich erscheint die Geschichte, die mit dem Ende beginnt. Doch schon bald wird Licht in das Dunkel gebracht. Spannend und mit einem packenden Schreibstil versteht es Ruben Laurin, den Leser mit hineinzunehmen in das Leben in der Hansezeit. Sklaverei, Schreckensherrschaft, Gräueltaten machten es für viele Menschen nicht leicht. Doch in allem Unglück gab es auch damals immer Menschen, die Gutes tun und immer wieder Hoffnung schenken. So auch für den kleinen Jungen, der in Rebecca eine mütterliche Freundin fürs Leben gewinnt. Viele unterschiedliche Charaktere, mal liebenswert, mal grausam und böse, mal undurchsichtig und mal ganz klar, tragen zu einer spannenden und unterhaltsamen Geschichte bei.
Das einzige, was sich mir nicht erschlossen hat, ist der Titel. „Das weiße Gold der Hanse“ habe ich vergeblich gesucht.
Am Anfang des Buches gibt es ein Personenverzeichnis, das Aufschluss gibt über historische und erfundene Personen. Dem Autor ist es gut gelungen, Realität und Fiktion miteinander zu verbinden. Ebenfalls zu Beginn informiert eine Zeittafel (von 1226 bis 1312) über wichtige geschichtliche Daten. Interessant sind auch die Landkarten aus dem Jahr 1300 n. Chr., die die nördlichen Länder mit den Orten zeigen, in denen der Handel stattfand. Ein Glossar auf den letzten Seiten des Buches erklärt mit kurzen, einfachen Worten viele Begriffe der Hansezeit. Das gefällt mir gut, weil es das Nachschlagen an anderer Stelle überflüssig macht.

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Jeden Tag ein bisschen Adventszauber

„Skandinavischer Advent“, ein Audiobuch-Adventskalender aus dem Audiobuch Verlag, lässt mich schon durch den äußeren Eindruck in das weihnachtliche Treiben in die skandinavischen Länder versetzen. Rot und Grün sind die vorherrschenden Farben der CD-Hülle und 24 kleine Türchen warten darauf, in der Vorweihnachtszeit geöffnet zu werden.

Dänische, norwegische und schwedische Autoren bringen mit ihren Geschichten und Gedichten aus alter Zeit – viele Erzähler haben bereits vor 200 Jahren gelebt – jeden Tag ein paar Minuten besondere Adventsstimmung ins Haus. „Besondere“ Stimmung nicht zuletzt durch die Sprecher Beate Rysopp und Frank Stieren, denen es gelingt, die sicherlich nicht einfachen Texte dem Zuhörenden nahe zu bringen und zu einem Genuss werden zu lassen.

„Bei dem Schein vom klarsten Sterne“ von Carl Michael Bellmann und „Der Weihnachtsabend“ von Johann Ludvig Runeberg sind die Gedichte, die mir ganz besonders gefallen. Bei den Geschichten sind es „Die Mutter im weißen Haus“ von Hermann Bang, „Weihnachtseinkäufe“ von Henrik Ibsen und „Die heilige Nacht“ von Selma Lagerlöf, die mich am meisten berührt haben.

Gern empfehle ich das Audiobuch allen, die sich eine heimelige Adventszeit wünschen.

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Zauberhafte Advents- und Weihnachtszeit

Die schönsten Weihnachtsmärchen von Brüder Grimm; Hans Christian Andersen

Ich liebe die Adventszeit, ich liebe Weihnachten und vor allem liebe ich Geschichten, die in diese Zeit passen. Mit „Die schönsten Weihnachtsmärchen“ konnte ich in diesem Jahr einen ganz besonderen Glückstreffer landen. Die Illustratorin Anne Bernhardi hat eine Auswahl alter Märchen in diesem Buch vereint und mit wunderschönen Bildern zu einem ganz besonderen Schmuckstück werden lassen.

Mich haben Märchen immer verzaubert und der alte Schreibstil hat mich weit in die Vergangenheit zurückversetzt. Da gibt es neben bekannten Märchen wie das von dem Mädchen mit den Schwefelhölzchen auch mehrere, die für mich neu sind – zum Beispiel das „Von der Königin, die keine Pfeffernüsse backen, und dem König, der nicht das Brummeisen spielen konnte“. Eine bunte Mischung verschiedener Märchen, mal kurz, mal lang, mal fröhlich und mal traurig, die jedoch alle etwas gemeinsam haben: Sie werden lebendig durch die Illustrationen, von Anne Bernhardi mit viel Herz und Liebe zum Detail gestaltet.
Zu Beginn gibt ein Inhaltsverzeichnis eine Übersicht aller enthaltenen Märchen. Besonders interessant ist am Ende des Buches der Abschnitt „Über die Märchen“, in dem es kurze, aber sehr interessante Informationen zu den Autoren und Märchensammlern gibt.
Für mich ist mit diesem Märchenbuch eine zauberhafte Advents- und Weihnachtszeit garantiert. Und ich bin auf jeden Fall derselben Meinung, wie sie in der Buchbeschreibung zu lesen ist: „Wunderschön illustriert, bringen diese Weihnachtsmärchen den magischen Zauber der Weihnacht in jedes Haus.“

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Vergiss nie deinen Weg ...

Handbuch der Alchemie von Armgard Schörle

Auf den ersten Blick wirkt das Buch rein, irgendwie „verletzlich“, besonders.
Der Einband ist broschiert, weiß, das Cover zeigt nur den Titel „Handbuch der Alchemie“ – weiße Buchstaben auf weißem Grund, nur erkennbar daran, dass es Prägebuchstaben sind.
Dass das Buch von Armgard Schörle aus dem Buch & Bild Verlag www.

schoerle.de tatsächlich besonders ist, zeigt sich bereits nach den ersten Seiten. Gedanken zur Alchemie und eine märchenhafte Geschichte, in der ein trauriges, Hilfe suchendes Kind einer Königin – nicht irgendeiner, sondern Alchymia, der Königin der Wandlung – begegnet, bilden den Auftakt. Dann folgen neun Bücher mit wunderbaren lyrischen Gedanken und Gedichten zu Themen wie Aufbruch, Zugehörigkeit, Segnungen, Werden, um nur einige zu nennen.
Mich hat das Buch von Beginn an gefangen genommen, mir Wege aufgezeigt und viele wertvolle Momente geschenkt, mich zum Träumen, zum Nachdenken, zum Lachen und zum Weinen gebracht. „Dein Weg“ sagt aufbauende Worte und rät mir, nie zu vergessen, wofür ich meinen Weg gehe. Diese Gedanken und Worte zu „Abschied“, in denen ich danke sagen darf, Abschied nehmen und dem anderen wünschen darf, dass er frei ist. …, geben mir in meiner jetzigen Situation Hilfe und Zuversicht.
Beim Lesen bin ich an vielen Stellen einfach „hängen“ geblieben und habe mich fortgeträumt. Es gibt sicherlich viele Situationen im Leben, in denen Teile dieses Buches eine willkommene Ablenkung, aber auch Möglichkeit für eine neue Blickrichtung sein können. Das Buch wird bei mir einen Platz in greifbarer Nähe behalten, schon deshalb, weil es auch Texte enthält, über die ich gern in einer Gruppe sprechen und nachdenken werde.
Wenn ich mir noch etwas wünschen dürfte: Nicht nur die Texte, sondern auch die Gesamtgestaltung des Buches sind so wertvoll, dass es bei einer neuen Auflage ein Hardcover verdient hätte.
Sehr gern empfehle ich dieses Buch allen, die Spaß daran haben, ab und zu über das Leben nachzudenken und sich inspirieren zu lassen. – Und für alle, die auf der Suche nach einem besonderen Geschenk sind: Hier ist es!

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Einzigartige Freunde

Die Eulenflüsterin von Brandt Tanja

„Eulen und Mensch ganz nah beieinander – das kann es doch nicht geben. Dabei sieht es aus, als ob sich die Eulen auf der Schulter der Frau recht wohl fühlen.“ Das waren meine Gedanken, als ich das Cover betrachtete. Inzwischen weiß ich es genau: Tanja Brandt ist „Die Eulenflüsterin“.
Schonungslos offen berichtet Tanja Brandt in ihrem Buch über ihr Leben.

Nicht nur, dass sie das ungeliebte Kind ihrer Eltern war, sondern auch darüber, wie sie gelernt hat, mit ihren schmerzhaften Erinnerungen zu leben. Diese Offenheit imponiert mir und ist Grund dafür, dass ich mich ganz mit hineingenommen fühle in ihre Geschichte. Bereits als Kind übten Tiere eine große Faszination aus auf die Autorin und schon früh hat sie herausgefunden, dass Tiere im Gegensatz zu vielen Menschen ehrlich, fürsorglich und verlässlich sind. So hat sie durch ihre Liebe zu Tieren Glück und Geborgenheit kennengelernt. Auch „ihre“ Tiere untereinander begegnen sich mit Freundschaft und Respekt. So ist es nicht verwunderlich, dass bei einem Spaziergang eine Eule auf dem Rücken des Schäferhundes Ingo sitzt und beide die Nähe genießen.
Es macht sehr viel Spaß, den unterhaltsamen Geschichten zu folgen, deren Charme darin liegt, dass sie keiner chronologischen Folge unterliegen, sondern ganz bunt durcheinander gewürfelt sind und dennoch wohl sortiert erscheinen. Ein lebendiger und herzlicher Schreibstil lässt mich in einem Moment traurig sein und im nächsten Augenblick herzhaft lachen.
Im zweiten Teil des Buches erfährt der Leser Vieles über die verschiedenen Eulenarten, die zu Tanjas Leben gehören, aber auch über Phönix, ihren Wüstenbussard, gibt es wunderbare Geschichten. Und Berichte darüber, wie sie sich unermüdlich verletzten Tieren widmet, finden Platz in diesem außergewöhnlichen Buch. Tanja hat einen wunderbaren Lebensinhalt gefunden und sie ist eine bewundernswerte Frau mit einem großen Herzen, die ich hoch achte.
Natürlich möchte ich nicht vergessen zu erwähnen, dass Tanja Brandt eine großartige Tierfotografin ist. Der Beweis dafür sind viele wunderschöne Fotos, die ebenfalls im Buch abgebildet sind.

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Hand aufs Herz

Im Herzen berührt von Schumacher Isabelle

„Finde Deinen Herzrhythmus, der so einzigartig ist, wie Du es bist. Kein anderes Herz auf dieser Welt schlägt in Deinem Takt.“ Das sagt Isabelle Schumacher, die Autorin des Buches „Im Herzen berührt“.

Genau das ist ihr gelungen. Ich bin im Herzen berührt. Mit Isabelle Schumachers Hilfe habe ich mich auf den Weg gemacht, „Durch Wertschätzung und Selbstliebe“ – wie es im Untertitel heißt – zum eigenen Herzen zu finden.

Bereits der Beginn der Einleitung mit einer von drei Fragen hat mich hellhörig werden lassen. „Wann haben Sie sich bewusst gemacht, dass es in Ihnen ein Wunderwerk gibt, das hochsensibel auf all das, was Sie tun, reagiert?“ Tatsächlich ist das bei mir schon lange her und allerhöchste Zeit, mich auf das Thema ganz einzulassen.

Im ersten Teil des Buches geht es darum, den Schlüssel zum Herzen zu finden, und der zweite Teil zeigt auf, wie das Herz die Glücksfaktoren steuert. Am Ende der insgesamt elf Kapitel steht jeweils eine hilfreiche Übung. Mit der Übung 1 führen die ersten Schritte in den Herzraum. Eine richtige Sitzposition ist ebenso wichtig wie die Aufmerksamkeit, die man dem eigenen Körper schenkt. Die Aufmerksamkeit geht weiter zum Atem und mit der aufs Herz gelegten Hand und geschlossenen Augen spürt man wohlige Wärme und die bewusste Verbindung mit dem Herzen.

Für mich ist dieses Buch keines, das ich einmal lesen und dann im Bücherregal ablegen kann. Es ist ein wunderbarer Ratgeber, in dem ich immer wieder blättern und nachlesen kann. Er hilft mir durch die vielfältigen Übungen, meinen Weg zu finden, um mit meinem Herzen im Einklang leben zu können.

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Ins Netz gegangen

Die kleine Spinne Widerlich sagt Gute Nacht von Diana Amft

Die kleine Spinne Widerlich macht ihrem Namen wirklich keine Ehre. Im Gegensatz, denn sie ist niedlich und wohlerzogen. Wenn es am Abend Zeit wird zum Schlafengehen, dann macht sich die kleine Spinne erst einmal auf den Weg, um all ihren Lieben eine gute Nacht zu wünschen, bevor sie selbst ganz müde in ihr kleines Netzchen krabbelt.

Es ist ein Pappbilderbuch mit einer Gutenachtgeschichte für die Kleinsten mit kurzen Texten in Reimform und wunderschönen detailreichen Bildern, die Tante Igitte, Onkel Langbein, Oma Erna, Mucki und Niesi in ihren gemütlichen Netzen zeigen. Jede der Spinnen hat so ihre Eigenarten, aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind sehr liebenswert – und wenn man sich beim Lesen und Betrachten der Bilder fragt, warum man bloß Angst und Ekel empfindet beim Anblick von Spinnen, dann ist der Weg nicht mehr weit, die kleinen Tiere zu mögen. Ganz bestimmt! :-)

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Der Wald erwacht

Die Waldmeisterinnen von Schütze Andrea

Auf der Suche nach einer neuen Bleibe landen die beiden Waldmeisterinnen Holly und Lia in einemtotal verwilderten Wald, der wie verwaist erscheint. Holly und Lia sind Zwillinge und die sind ja häufig in ihren Wesensarten sehr unterschiedlich. Darum verwundert es nicht, dass die quirlige Holly zuständig ist für Erfindungen aller Art und die eher ruhige Lia die Sorgenloswerdestelle betreuen will.

Beide verbreiten Fröhlichkeit und ihre Kreativität kennt keine Grenzen. Doch vorher müssen sie sich natürlich Gedanken darüber machen, wo denn die Waldbewohner alle stecken und wie sie alle einladen können. Dank ihres Ideeenreichtums ist das kein Problem und bald tummeln sich viele Tiere um das Baumhaus der Waldmeisterinnen herum. Schon bald werden die ersten Geschäfte mit der Kundschaft geschlossen.
Das Cover ist wunderschön. Es ist sofort zu erkennen, wo die beiden Waldmeisterinnen wohnen und woran sie Spaß haben. Holly mit ihrem großen Hut und dem tollen Gürtel mit den Werkzeugen und Lia mit Schürze und den selbstgebackenen Muffins. Auch im Buch gibt es viele liebevoll gestaltete Illustrationen.
Empfehlen würde ich das Buch für Kinder ab 8 Jahre. Allerdings gerät man beim Lesen an einigen Stellen leicht ins Stocken, weil die Begriffe von Hollys Erfindungen doch teilweise sehr lang und „erfundene zusammengesetzte Wörter“ sind. Dennoch macht das Lesen großen Spaß. Auch zum Vorlesen von ausgesuchten Stellen bietet das Buch einige Möglichkeiten für eine bunte Lese- und Unterhaltungsrunde.

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Wo die Sonne aufgeht ...

Der lange Weg zu dir von Widmark Martin

Das Mädchen Sonia steht mit der Katze Miezi auf einem Felsen und beobachtet den Sonnenaufgang. Sonia ist glücklich und gerät ins Träumen, denn sie wünscht sich nichts sehnlicher, als einmal dort zu stehen, wo die Sonne aus dem Meer steigt.
Dort, auf der anderen Seite des Meeres, die Sonne ist gerade untergegangen, sitzt Adam mit seinem Hund Rufus.

Er ist traurig, denn in diesem Moment schließt sein geliebter Hund die Augen und stirbt.
Sonia und Miezi begeben sich auf eine abenteuerliche und oft nicht ungefährliche Reise. Es gibt viele Szenenwechsel, sodass man immer weiß, was gerade Sonia auf ihrem Weg erlebt und wie es Adam in seiner Traurigkeit ergeht.
Schon die Leseprobe hat mich verzaubert mit den anrührenden Texten von Martin Widmark und den wunderschönen Illustrationen von Emilia Dziubak. Doch das Gefühl, das Buch dann in der Hand zu halten, ist unbeschreiblich. Schon rein äußerlich ist es ein Schmuckstück, in dem sich Text und Bild wunderbar ergänzen und so eine Geschichte bilden, in der ich hautnah dabei sein kann.
Es ist ein Buch, in dem es nicht nur um Tod und Trauer geht, sondern auch um Liebe, um Verlust, Hoffnung und Vertrauen. Die Gefühle von Sonia und Adam werden sehr einfühlsam dargestellt.
Ein wertvolles Kinderbuch, dass auch Erwachsene mitnimmt.

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Hoffnung und Gottvertrauen

Wo die Hoffnung blüht von Kristy Cambron

Schauplatz der Geschichte ist das kleine Dorf es Trois-Moutiers im Loiretal. Ein Schloss in den Weinbergen ist der magische Ort für drei bemerkenswerte Frauen, deren Geschichte in drei verschiedenen Jahrhunderten spielt. Dennoch haben die drei Frauen außer ihrer Liebe zum Schloss noch Vieles gemeinsam.

Alle drei beweisen auf ihre eigene Art eine außergewöhnliche Stärke und haben einen eisernen Willen, mit dem sie ihre gesteckten Ziele erreichen.

Aveline lebt zur Zeit der Französischen Revolution, Viola im Zweiten Weltkrieg und deren Enkelin Ellie in der Gegenwart. Erst als Viola an Alzheimer erkrankt, erzählt sie Ellie etwas aus ihrem Leben, das sie lange in ihrem Herzen bewahrt hatte. Dadurch wird Ellies Neugier geweckt und sie macht sich auf den Weg ins Loiretal, um die Schlossruine, die kleine Kapelle, die eine wesentliche Rolle im Leben Violas gespielt hat, und vor allem den Platz, auf dem ihre Großmutter mit einem Mann zu sehen ist, zu finden. Sie hofft, der Lebensgeschichte auf die Spur zu kommen.

Ich liebe Geschichten, die in verschiedenen Zeitebenen spielen. Hier geschieht der Wechsel mit jedem Kapitel. Es der Autorin sehr gut gelungen, alle drei Erzählstränge gleich spannend zu beschreiben. Man könnte glauben, es sind drei Geschichten, die man parallel liest. Doch immer wieder gibt es Schnittpunkte, die alles ganz langsam miteinander verknüpfen, um es schließlich zu einem großen Ganzen werden zu lassen. Ein anschaulicher Schreibstil erzeugt Kopfbilder, die mir das Gefühl geben, das Schloss und seine Umgebung mit den Weinbergen und dem Fuchswald persönlich zu kennen. Dazu trägt natürlich auch das wunderschöne Cover bei, das mich mitnimmt ganz in die blühende Nähe des Schlosses.

Sehr beeindruckt hat mich die Anmerkung der Autorin. Es ist sehr berührend, dass Kristy Cambron schreibt, dass „einige kostbare Erinnerungen“ diesem Buch zugrunde liegen. Vielleicht ist es gerade das, was diese Geschichte zu einer ganz besonderen macht.

Ich möchte noch anmerken, dass die Geschichte von großem Gottvertrauen getragen ist. Einen passenderen Bibelvers zum Buch als den aus Jesaja 58,12, mit dem der Prolog beginnt, hätte man kaum finden können: „Euer Volk wird wieder aufbauen, was seit Langem in Trümmern liegt, und wird die alten Mauern neu errichten. Man nennt euch dann ,das Volk, das die Lücken in den Mauern schließt‘ und ,Volk, das die Straßen wieder bewohnbar macht‘.“

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