Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von liesmal:

Mach das, was sich gut anfühlt

Zweite Chance verpasst von Wieser Alexander

„Zweite Chance verpasst“ von Alexander Wieser. Das Cover zieht meinen Blick an. Ein Mann in einer Gefängniszelle? Er sieht kräftig aus. Das zeigt seine starke Hand, die eine Gitterstange umklammert. Doch die Augen sprechen etwas anderes. Ich bin neugierig, lasse mich auf die Geschichte von Alexander Wieser ein und bin gespannt darauf, was er zu sagen hat.

Schonungslos offen erzählt Alexander, warum er hinter Gittern gelandet ist. Es beginnt in der Kindheit. Er berichtet von seinem Vater, aus der Schule, von Erlebnissen aus seiner Jugend, von falschen Freunden. Sein Leben war nicht einfach. Doch nach allem, was er erlebt hat, ist irgendwann der Zeitpunkt da, wo ihm etwas Wichtiges klar wird: Kein anderer Mensch ist verantwortlich für das, worauf man sich einlässt, wie man sein eigenes Leben gestaltet, was man tut und was man besser lässt.
Ich freue mich, dass es in Alexanders Leben auch Menschen gab, die ihm gut getan haben: sein Opa, die Psychologin – und Roland, der die Pellkartoffeln genossen hat.
Ein Satz in der Buchbeschreibung hat mich besonders berührt: „Im Leben kann man hinfallen, wichtig ist nur, einmal mehr aufzustehen.“
Alexander Wieser ist es gelungen – und er hat dafür meinen vollen Respekt. Sehr gern empfehle ich dieses Buch weiter und wünsche mir, dass es viele Leser findet, deren Leben ähnlich verlaufen ist wie das von Alexander.
„Lebe dein Leben heute, nicht morgen und nicht sonst irgendwann. Mach das, was sich gut anfühlt...“ Das sind die ersten Worte von dem, was Alexander seinem Leser mitgeben möchte. Ich hätte gern den ganzen Abschnitt hier wiedergegeben, aber: Lest selbst. Es lohnt sich!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal

Jesus Christus ist der Weg

Großstadtmond von Rüdiger Marmulla

In „Großstadtmond“ erzählt Rüdiger Marmulla die Geschichte zweier Pastoren, die lange Zeit ihren Dienst verrichtet haben, doch plötzlich an ihre Grenzen stoßen.
Andreas Metzler ist Pastor einer Nürnberger Kirchengemeinde. Er merkt selbst, dass sich etwas ändern muss, nachdem er nicht nur Glaubenszweifel, sondern auch das Gefühl hat, in ein tiefes Loch zu fallen.

Er sucht sich professionelle Hilfe bei einem Psychologen.
Gordon Baker ist ein bekannter Evangelist, der auf großen Bühnen unterwegs ist, um seine Mission zu erfüllen. Davon ist er wie berauscht und merkt nicht, wie er sich langsam in eine falsche Richtung bewegt.
Rüdiger Marmulla spricht sehr offen über die Wege der beiden Pastoren. Durch den Therapeuten, der Pastor Metzler in den Sitzungen die Geschichte von Gordon Baker erzählt, hören wir wechselweise, wie unterschiedlich die Wege sein können, die Menschen gehen, obwohl sie denselben Auftrag erfüllen wollen.
Was haben Ostern und Passah gemeinsam? Welche Bedeutung hat der Vollmond? Die Gedanken und Erklärungen zu diesen Fragen haben mich sehr beeindruckt.
In die Geschichte von Pastor Metzler konnte ich mich gut hineinversetzen. Doch in den Menschenmassen, die Gordon Baker gefolgt sind, habe ich mich zunächst unwohl und daher fehl am Platz gefühlt, denn mir kamen negative Gedanken zum Begriff Guru in den Sinn. Allerdings änderte sich das bald im weiteren Verlauf.
Mir hat das Buch gezeigt, dass Pastoren eben „auch nur Menschen“ sind. Und ich habe wieder einmal festgestellt, wie wichtig es ist, dass wir bei allem, was wir tun, Jesus Christus nicht aus den Augen verlieren dürfen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal

Bezaubernde Comics

In tiefen Wäldern Träumen lauschen. Bd.4.Bd.4 von Jing Zhang

Bilder, die auch ohne Worte sprechen, begeistern mich auch im vierten Band der Geschichte von der Prinzessin und dem stummen Jüngling. Zeigten die Abbildungen der Cover der bisherigen Bände die Prinzessin oder den Jüngling, so sehen wir diesmal die Zuhörende und den Erzählenden der Geschichte, den Mann mit der Affenmaske, hier allerdings zum ersten mal ohne Maske – allerdings ist er nur von hinten zu sehen.

Eine schöne Zeichnung, aber auch die Rückseite ist mit den filigranen Blüten und dem Schmetterling ein wunderschöner Hingucker.
Die Geschichte selbst nimmt jetzt ordentlich an Fahrt auf. Sie lässt mich staunen und hoffen, macht mich aber auch traurig und lässt mich erschrecken.
Mir fällt es schwer, auf Einzelheiten einzugehen, weil ich einfach nichts verraten möchte. Nur so viel: Ich habe mich sehr gut unterhalten, war der Meinung, dass die Geschichte mit dem vierten Band ihr Ende findet, war zunächst enttäuscht und freue mich jetzt auf den nächsten Band.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal

Spaß und Spannung für die ganze Familie

Schnapp den Dieb! Spannende Rätselkrimis zum Mitraten von Steffen Gumpert

„Schnapp den Dieb! Spannende Rätselkrimis zum Mitraten“ – Diese Einladung habe ich gern angenommen und bin zusammen mit den vier Hobbydetektiven vom Knobelklub Kieselklein auf Spurensuche gegangen. Neben dem pensionierten Polizeiinspektor Kurt Kieselklein gehören seine Enkelkinder Lilo und Tilo dazu, und – nicht zu vergessen – Gurke, Lilos giftgrüner Gecko.

Insgesamt sind es fünf knifflige Fälle, die der Autor Steffen Gumpert, seines Zeichens Illustrator, Comiczeichner und Cartoonist, in diesem Rätselbuch aus dem Verlag Ravensburger in Szene gesetzt hat. Bereits auf dem Cover sieht man die aufmerksamen Detektive, wie sie einem Dieb auf den Fersen sind.
Aufmerksamkeit ist beim Lesen der Geschichten und beim Betrachten der Bilder ebenfalls gefragt, damit die gestellten Aufgaben, die manches Mal wirklich sehr knifflig sind, gelöst werden können. Es gibt Rätsel in vielen verschiedenen Variationen, die viel Abwechslung in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bieten. Ganz viele Wimmelbilder sorgen für großen Spaß beim Suchen oder einfach beim Betrachten und Entdecken vieler kleiner Besonderheiten und Details.
Das Buch hat ein handliches Format und findet auch Platz in einer kleinen Handtasche. Gerade wenn man mit Kindern unterwegs ist, sorgen die Geschichten mit ihren lustigen Bildern und Rätseln dafür, dass niemals Langeweile aufkommt.
Sehr gern empfehle ich das Buch, das Unterhaltung bietet für Groß und Klein, für Jung und Alt!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal

Viele Erinnerungen werden geweckt

Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens von Barbash Tom

Die Geschichte „Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens“ von Tom Barbash führt zurück in das Jahr 1979 und spielt in New York City. Das Buch ist erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.

Ein Nervenzusammenbruch des berühmten Late-Night-Show-Moderators Buddy Winter führt dazu, dass er fluchtartig die Bühne verlässt und für einige Zeit einfach verschwindet.

Sein Sohn Anton, zu dem er immer ein besonders gutes Verhältnis hatte, soll ihm helfen, den Weg zurück auf die Bühne zu finden.

„Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens“ – Das sagt Anton und Tom Barbash lässt ihn die Geschichte erzählen, in der Realität und Fiktion sehr gekonnt miteinander verwoben werden.

Mir hat die Reise in die Vergangenheit sehr gefallen, ich habe mich mitgenommen gefühlt in die Zeit vor vierzig Jahren, sehr viele Erinnerungen wurden geweckt. So habe ich es genossen, von vielen prominenten Persönlichkeiten – wie zum Beispiel Katherine Hepburn und „African Queen“ – zu lesen, mich an die Zeit der Discoroller erinnern zu lassen und an die Zeit, als Kassettenrecorder noch gefragt waren. Die Begegnung mit vielen Musikern und ihren Songs haben mich erkennen lassen, dass diese Zeit auch für mich besonders und gut war. Schön, dass John Lennon so stark eingebunden wird.

Allerdings waren die Rückblicke nicht nur positiv und schön, denn auch in der damaligen Zeit gab es politische und andere Ereignisse, die die Welt bewegten und die mich auch nach den vielen Jahren immer noch berühren.

Die Geschichte der Winters mit John Lennon in der Nachbarschaft war sehr abwechslungsreich und aufschlussreich. Ich habe es genossen, mit Anton „auf Tour“ zu gehen und dabei seine Freunde kennenzulernen, Kip beim Tennismatch zuzuschauen, Mrs Winter zu begleiten und immer wieder etwas aus Buddys Leben zu erfahren. Eine tolle Familie!

Eine einzigartige Geschichte, die Tom Barbash erzählt – besonders toll, spannend und dramatisch war für mich der Segeltörn.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal

Großartig und spannend im 3. Band

In tiefen Wäldern Träumen lauschen. Bd.3.Bd.3 von Jing Zhang

Die Begeisterung für die Bilder von Zhang Jing, Autorin und Malerin der Comic-Geschichte „In tiefen Wäldern Träumen lauschen“ – Die Geschichte von der Prinzessin und dem stummen Jüngling – lässt nicht nach. Bei diesem 3. Band hat mich die farbige Rückseite mit den herrlichen Blüten, Blättern und Libellen am meisten beeindruckt.

Die Libellen wirken sehr lebendig. Doch auch die Comic-Zeichnungen in der Geschichte in Schwarzweiß sind wunderschön.
Der stumme Prinz sieht immer noch sehr melancholisch aus und ich habe das Gefühl, dass es ihm nicht gut geht. Zhang Jing schreibt: „Äußerlich widersetzte sich A Jiu zwar nicht … aber seine immer trübsinnigere Miene verriet, dass er einer Blume glich, die man aus der Erde gerissen hat…“ Aber er sorgt auch für einige Überraschungen. Mein Empfinden ist es, dass die Geschichte ordentlich an Fahrt aufgenommen hat.
Mir gefallen auch Erzähler und Zuhörerin dieser Geschichte, der Mann mit der
Affenmaske und die junge Malerin. Ich bin gespannt, wer hinter der Maske steckt und freue mich auf den vierten und letzten Teil der Geschichte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal

Welches ist das zweitbeste Leben?

Das zweitbeste Leben von Jones Tayari

„Das zweitbeste Leben“ von Tayari Jones ist erschienen im Verlag Arche und erzählt die Geschichte von James Witherspoon, der in Atlanta lebt und nicht nur mit zwei Frauen verheiratet ist, sondern mit beiden Frauen eine fast gleichaltrige Tochter hat. Zur „offiziellen“ Familie gehören Laverne und Tochter Chaurisse, die „geheime“ Familie sind Gwendolyn und Tochter Dana.

Als sie mit James eine Beziehung eingegangen ist, wusste Gwen, dass er bereits verheiratet ist, dennoch hat sie sich ganz auf ihn eingelassen. Dana hingegen konnte sich nicht frei entscheiden, sondern hat schon als kleines Mädchen erfahren müssen, dass sie ein „Geheimnis“ ist, und sie musste damit leben, auch damit, keinen wirklichen Vater zu haben. Jetzt, wo ich meine Rezension zu diesem Buch schreibe, spüre ich noch einmal ganz intensiv den seelischen Schmerz, den Dana ertragen musste.

Es ist das erste Buch, das ich zum Thema Bigamie gelesen habe. Tayari Jones hat darin sehr eindrücklich, berührend und ausdrucksstark geschildert, mit welchen Lügen, Ängsten, seelischen Grausamkeiten und auch Verzichten Kinder wie Dana klarkommen müssen. Man denke beispielsweise nur daran, dass sie nicht einmal ihre Großeltern kennenlernen durfte.

Im ersten Teil erzählt Dana von ihren Gefühlen und davon, wie es sich anfühlt, wenn man immer und bei jeder Gelegenheit nur die Nummer zwei ist, ein Geheimnis, minderwertig und weniger geliebt als die andere. Wie der Fußballspieler, der ein Spiel nur auf der Ersatzbank verbringen darf ... - nur schlimmer.

Dana weiß, dass ihr Vater James, den sie mit „Sir“ anspricht, eine „echte“ Familie hat, Chaurisse und ihre Mutter hingegen haben von seinem Zweitleben keine Ahnung. Wie der Alltag in ihrer Familie aussieht, erfahren wir im zweiten Teil des Buches von Chaurisse. Es ist interessant und spannend, dieselbe „Sache“ aus zwei verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Dabei kommen sowohl im ersten als auch im zweiten Teil Hintergründe aus der Vergangenheit ans Licht, die mich manches besser verstehen lassen, so auch die Beweggründe, die zur „Zweitfamilie“ geführt haben. Dennoch kann ich James‘ Tun auf keinen Fall gutheißen.

Egal wie die Geschichte ausgeht: Ich bin mir nicht sicher, ob es am Ende jemanden gibt, der „Das zweitbeste Leben“ hat, sondern denke, dass keiner wirklich glücklich sein kann. Vielleicht ist es für alle dasselbe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal

Es bleibt geheimnisvoll im 2. Band

In tiefen Wäldern Träumen lauschen. Bd.2.Bd.2 von Jing Zhang

Zhang Jing, Autorin und Malerin der Comic-Geschichte „In tiefen Wäldern Träumen lauschen“ – Die Geschichte von der Prinzessin und dem stummen Jüngling – hat auch für den 2. Band ein farbenfrohes Cover gezaubert, diesmal in rosaroten Farbtönen.

Draußen herrscht immer noch das Unwetter.

So lauscht die junge Malerin in dem verlassenen Tempel weiterhin gebannt dem Märchen, das der Mann mit der Affenmaske ihr erzählt. Wer ist er? Warum trägt er die Maske? Meine Fragen finden (noch) keine Antwort. Die junge Frau scheint sich daran aber nicht zu stören.

In der Geschichte um die Prinzessin, die mit dem stummen Jüngling verheiratet ist, geht es nicht wirklich voran. Für meinen Geschmack nimmt das Entzücken der Prinzessin, auch der Hofdamen und anderer Frauen, über die Schönheit des stummen Jünglings, der durch die Heirat zum Prinzen wurde, einen zu großen Raum ein. Dabei wundert mich, dass zwar alle immer wieder sehen, wie schön er ist, aber niemand erkennt scheinbar seinen traurigen und in sich gekehrten Blick. Viel Neues erfährt man nicht zu ihm und seinem doch sehr eigenartigen Verhalten.

Ein Halbbruder der Prinzessin Yuji rückt in den Fokus. In diesem Teil der Geschichte geht es um Missgunst und Neid. Kangtai benimmt sich grausam und gemein und ich musste an das Sprichwort denken: „Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz.“ Bei dieser Szene kochte es in mir, aber ich weiß, dass auch in einem Märchen nicht alles nur schön ist. Auf jeden Fall hat Zhang Jing die Bilder wieder in ihrer gewohnten Art zum Leben erweckt und alle Gefühle – hier vor allem auch Traurigkeit und Entsetzen - sichtbar gemacht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal

Bilder erzählen eine Geschichte in der Geschichte

In tiefen Bergen Träumen lauschen von Yin Zhang

Mich haben der Titel „In tiefen Wäldern Träumen lauschen“, die Farben des Covers und das Bild des jungen Mannes angezogen. Es wirkt melancholisch, geheimnisvoll. Der Mann scheint ruhig und zurückhaltend zu sein. Seine Hände sind sehr schön und wirken wie Künstlerhände.

Das Buch ist der 1.

Band von insgesamt 4 Teilen. Es erzählt „Die Geschichte von der Prinzessin und dem stummen Jüngling“. Das Besondere daran ist: Die Autorin Zhang Jing „erzählt“ nicht nur mit Worten, sondern vor allem mit ihren einzigartigen Zeichnungen. Sie ist eine sehr talentierte Comic-Künstlerin. In ihren Bildern kann ich lesen. Bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, werden nicht nur Äußerlichkeiten, sondern auch Gefühle und Emotionen in ihren Zeichnungen sichtbar.

Die Begeisterung, die ich empfinde, liegt darum auch nicht in dem Text, sondern in erster Linie in den Bildern.

In der Geschichte von Zhang Jing hat eine junge Frau einen alten Tempel für sich entdeckt, in den sie sich zurückgezogen hat um zu malen, bis plötzlich ein Mann mit einer Affenmaske auftaucht, um vor dem starken Regen Schutz zu suchen. Die beiden kommen ins Gespräch und die junge Malerin bittet den „Affenmann“, ihr eine Geschichte zu erzählen. So beginnt die Geschichte in der Geschichte und damit „Die Geschichte von der Prinzessin und dem stummen Jüngling“. Da taucht er wieder auf, der junge geheimnisvolle Mann, der auf dem Cover zu sehen ist.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal

Wenn aus Freunden Feinde werden...

Eine Liebe zwischen den Fronten von Peter Maria W.

„Eine Liebe zwischen den Fronten“ ist ein historischer Roman der Autorin Maria W. Peter, erschienen im Lübbe Verlag.
Niemand versteht es besser, historische Ereignisse so gut und gründlich recherchiert, mit unendlich vielen interessanten Informationen angereichert zu präsentieren, ohne dass auch nur ein Hauch von Langeweile beim Lesen aufkommt, als Maria W.

Peter. Gerade in diesem Roman spüre ich die Freude der Autorin am Schreiben und ihren Herzschlag, was dem Buch eine ganz besondere und persönliche Note gibt.
Gegenstand der Geschichte ist der Deutsch-Französische Krieg, der vor genau 150 Jahren begann. Es sollte der Verlobungsabend des deutschen Arztes Paul und der Französin Madeleine werden, als während der Feierlichkeiten in Berlin der Krieg zwischen Preußen und dem Französischen Kaiserreich ausbricht. So werden aus zwei sich liebenden Menschen plötzlich politische Feinde. Viel Zeit für einen Abschied bleibt nicht und so versuchen Madeleine und ihr Vater noch rechtzeitig wieder in ihre französische Heimat nach Metz zu gelangen, während Paul, der viel lieber als Arzt in seiner eigenen Praxis arbeiten würde, als Militärarzt zurück zu seinem Regiment nach Coblenz muss.
Djamila und Kalim sind Geschwister mit algerischen Wurzeln, die nach dem Tod ihrer Eltern nach Frankreich gekommen sind. Djamila arbeitet im Haus von Madeleines Eltern, Kalim gehört als Tirailleur zu einer Einheit des französischen Heeres.
Die Schicksale dieser drei Familien sind Gegenstand der Geschichte, die die Leser an verschiedene Schauplätze führt, vorwiegend in Frankreich.
Die Schrecken und Grausamkeiten des Krieges werden schonungslos, realistisch und in all seiner Grausamkeit dargestellt. Am Anfang des Buches gibt es eine Landkarte aus der damaligen Zeit, die es mir sehr erleichtert hat, auf einen Blick zu erkennen, auf welchen Wegen und an welchen Orten sich die Protagonisten gerade befinden, von denen abwechselnd berichtet wird.
Ein umfangreicher Epilog hat noch offene Fragen geklärt, das Nachwort bietet weitere ausführliche historische Informationen und das Glossar eine gute Übersicht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal