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Rezensionen von dorli:

Neuleben

Neuleben von Fuchs Katharina

In „Neuleben“ gewährt Katharina Fuchs dem Leser wieder tiefe Einblicke in ihre Familiengeschichte - nachdem in „Zwei Handvoll Leben“ die Erlebnisse ihrer Großmütter das Geschehen bestimmt haben, stehen diesmal mit Gisela und Therese die Mutter und die Tante der Autorin im Mittelpunkt der Handlung.

Aber auch wie es Anna, Charlotte und den anderen Familienmitgliedern in den 1950er Jahren ergangen ist, spielt natürlich eine Rolle.

Auch wenn es für das Verständnis der Handlung dieses Romans nicht unbedingt vonnöten ist, den ersten Teil gelesen zu haben, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser spannenden Fortsetzung noch erhöht.

Die Handlung beginnt im Jahr 1953. Wirtschaftswunder und beginnender Wohlstand prägen den Alltag, das vom Krieg gezeichnete Berlin blüht wieder auf – zumindest im Westteil der Stadt. Sowohl Therese wie auch Gisela haben eine klare Vorstellung davon, wie ihre Leben und ganz besonders ihre beruflichen Laufbahnen aussehen sollen. Beiden wird es allerdings nicht leicht gemacht, ihre Träume und Ziele zu verwirklichen, denn die Emanzipation steckt noch in den Kinderschuhen und eine berufstätige Frau mit Ambitionen stößt fast überall auf Ablehnung.

Da Therese in der DDR ein Studium verwehrt wurde, ist sie zu ihrem leiblichen Vater nach West-Berlin gezogen und studiert als eine von zwei Frauen Jura an der Freien Universität Berlin. Für ihr Ziel, Vorsitzende Richterin zu werden, arbeitet sie hart. Doch ihr werden viele Steine in den Weg gelegt, besonders die Diskriminierung durch frauenfeindliche Professoren und konservativ eingestellte Mitstudenten macht ihr das Leben schwer. Aber Therese hat einen starken Willen und kämpft…

Gisela wird in Kürze Thereses Bruder Felix heiraten. Von Felix’ Plänen, dass sie sich nur noch um den Haushalt kümmert, wenn er sein Diplom hat, hält die gelernte Schneiderin gar nichts. Sie möchte in einem großen Modehaus arbeiten, die aktuelle Mode mitgestalten und extravagante Schnitte entwerfen. Um ein Einkommen zu haben, während Felix studiert, nimmt Gisela eine Stelle im alteingesessenen Konfektionshaus Engelmann an, obwohl dessen Kollektion in Giselas Augen viel zu langweilig und hausbacken ist…

Katharina Fuchs hat einen wunderbaren Schreibstil. Die Geschichte wird mitreißend erzählt und besticht vor allen Dingen durch die stimmige Atmosphäre. Alles wirkt so echt und wie aus dem Leben gegriffen. Neben dem abwechslungsreichen Miteinander der Akteure sorgen unzählige Details aus allen Lebensbereichen für Authentizität und lassen ein vielschichtiges Bild von Ort und Zeit vor den Augen des Lesers entstehen.

„Neuleben“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert - die reale Familiengeschichte hat mir nicht nur kurzweilige Lesestunden beschert, sondern mich auch lebensnah an einem Stückchen deutscher Geschichte teilhaben lassen. Absolute Leseempfehlung!

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Mordseeluft von Emmi Johannsen

Borkum. So hat Caro Falk sich ihren Kuraufenthalt ganz sicher nicht vorgestellt – gleich am zweiten Tag entdeckt sie in der Strandsauna die gut durchgegarte Leiche des Klinikleiters. Im Gegensatz zur Polizei sieht Caro einige Ungereimtheiten und ist deshalb fest davon überzeugt, dass es sich nicht um einen Unfall handelt.

Caro beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und wird dabei von Jan Akkermann unterstützt, einem auf den ersten Blick etwas unsympathisch wirkenden Türsteher, der sich nebenbei als Privatdetektiv betätigt…

„Mordseeluft“ ist ein humorvoller Krimi, der spannende Unterhaltung bietet und zum Mitraten und Miträtseln einlädt. Eine Vielzahl an Verdächtigen macht es dabei weder Caro noch dem Leser leicht, dem Täter auf die Spur zu kommen.

Caro ist eine Protagonistin, der man gerne folgt. Sie agiert furchtlos und legt dabei diese besondere Neugierde an den Tag, die nur Hobbyermittler innehaben. Sie hört sich um und fragt sich durch, sammelt Hinweise und kombiniert messerscharf. Ihre Ermittlungen wirken dabei durchweg echt und natürlich, weil sie stets im Rahmen ihrer Möglichkeiten bleibt.

Auch wenn der Kriminalfall nicht mit atemloser Höchstspannung daherkommt, sorgen Wortwitz und Situationskomik für eine schwungvolle Handlung und lassen die Mordermittlungen zu einem kurzweiligen Lesevergnügen werden.

„Mordseeluft“ hat mir sehr gut gefallen - ein Insel-Krimi, der mit genau der richtigen Dosis Humor und viel Lokalkolorit punkten kann.

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Der Leuchtturm von Hope Harbor

Der Leuchtturm von Hope Harbor von Irene Hannon

Ben Garrison hat überraschend den Leuchtturm von Hope Harbor geerbt. Da der ehemalige Militärarzt weder die Zeit noch die finanziellen Mittel für die dringend nötige Instandsetzung hat, möchte er das baufällige Gebäude an einen Investor verkaufen, der den Leuchtturm abreißen will. Als die Redakteurin Marci Weber von den Plänen hört, setzt sie alles daran, das Wahrzeichen der Stadt zu retten…

Marcis Mitarbeiterin Rachel hat derweil ganz andere Schwierigkeiten – ihre Ehe wird gerade auf eine harte Probe gestellt.

Ihr Mann Greg hat während eines Militäreinsatzes ein Bein verloren und kämpft seit dem mit großen psychischen Problemen…

„Der Leuchtturm von Hope Harbor“ ist der vierte Teil aus Irene Hannons „Hope Harbor“-Reihe, der Roman ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

Irene Hannon hat einen frischen, angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Dank der lebendigen Schilderungen habe ich mich direkt in den malerischen Küstenort katapultiert gefühlt und gespannt das Geschehen verfolgt.

Es gelingt der Autorin ausgesprochen gut, dem Leser die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonisten zu vermitteln. Man wird mitgerissen von den Höhen und Tiefen, die die Akteure durchstehen müssen und fiebert genauso mit Marci und Ben wie auch mit Rachel und Greg mit. Neben der Erhaltung des Leuchtturms geht es im Verlauf der Handlung für alle vier darum, Ereignisse aus ihrer jeweiligen Vergangenheit aufzuarbeiten und damit abzuschließen.

„Der Leuchtturm von Hope Harbor“ hat mir sehr gut gefallen. Es war bewegend und amüsant zugleich, die Wege der Akteure zu verfolgen und ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten.

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Wenn die Alpen Trauer tragen

Wenn die Alpen Trauer tragen von Isabella Archan

Krems. Das Haus von Therese Valbilda brennt lichterloh, die alte Frau kommt in den Flammen ums Leben. Draußen vor dem Haus inmitten der Schaulustigen steht die Hex und beobachtet die Löscharbeiten. Die Hex ist nicht nur eine Brandstifterin, sie ist jetzt auch eine Mörderin…

Maria „Mitzi“ Schlager sieht es als Teil ihrer Therapie an, durch die Lande zu reisen und Helden des Alltags zu ihrer guten Tat zu gratulieren.

Ihr Weg führt sie auch nach Melk, um Hilda Valbilda, die einen Enkeltrickbetrüger überführt hat, zu ihrem Erfolg zu beglückwünschen. In Melk angekommen erfährt sie, dass Hildas Schwester einem Brandanschlag zum Opfer gefallen ist und der Täter noch nicht gefasst wurde. Hilda erzählt Mitzi von einer weißen Frau; einer Hex, die vielleicht etwas mit der Tat zu tun hat. Mitzis Neugierde ist geweckt. Sie alarmiert ganz aufgeregt ihre Freundin, die Inspektorin Agnes Kirschnagel, und bittet sie, die Ermittlungen in dem Fall aufzunehmen…

„Wenn die Alpen Trauer tragen“ ist bereits der zweite Fall für Mitzi und Agnes, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis des ersten Bandes bestens verständlich.

Isabella Archan hat einen angenehm zu lesenden, sehr unterhaltsamen Schreibstil. Schon nach wenigen Seiten ist man mittendrin im Geschehen und kann prima mit Mitzi und Agnes mitfiebern.

Die Autorin hat ihre Hauptfigur mit besonderen Eigenschaften ausgestattet und lässt sie damit zu einer etwas eigenartigen, aber sehr liebenswürdigen Person werden. Seit einem tragischen Unglück in ihrer Kindheit hat Mitzis Seele einen Knacks. Mitzi wirkt auf den ersten Blick verträumt und naiv. Sie hat eine blühende Fantasie und plappert viel. Die Geschichte von der weißen Frau fasziniert sie, lässt sie einfach nicht mehr los. Und so schliddert die fast 30-jährige in ihr nächstes Abenteuer und bringt sich selbst einmal mehr in höchste Gefahr.

Es macht Spaß, das Miteinander und Gegeneinander der Akteure zu beobachten, die spannenden Ermittlungen zu verfolgen und der wahren Identität der Hex nach und nach auf die Spur zu kommen.

„Wenn die Alpen Trauer tragen“ hat mir sehr gut gefallen - ein genauso spannender wie amüsanter Krimi, in dem eine liebenswerte, etwas verschrobene Protagonistin dafür sorgt, dass keine Langeweile aufkommt.

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Die Maske der Schuld

Die Maske der Schuld von Jennifer B. Wind

Jennifer B. Wind beginnt diesen Thriller mit einem neugierig machenden Prolog – die Beschaulichkeit eines idyllischen Fleckchens an der Alten Donau findet durch das Auftauchen einer Wasserleiche ein jähes Ende.

Richard Schwarz und Paul Marek vom LKA Wien übernehmen die Ermittlungen und stellen schon nach kurzer Zeit fest, dass es sich bei dem Toten um einen schwer erkrankten ehemaligen Kollegen handelt.

Jan Dorns Leichnam weist eine seltsame Schädelverletzung auf. Außerdem ergibt die Obduktion, dass er bereits tot war, bevor er in der Donau gelandet ist…

Gleichzeitig bittet Theres Lend Richard um Hilfe. Die von einer unheilbaren Augenkrankheit gebeutelte Gerichtspsychiaterin hat sich auf ihrer verzweifelten Suche nach Heilung einem Schamanen und seinen Anhängern angeschlossen und hat den Eindruck, dass es in der Gruppe nicht mit rechten Dingen zugeht. Nicht nur, dass sie sich täglich schlechter fühlt, sie macht sich auch Sorgen um Gruppenmitglied Maik Schlögels, der seit einigen Tagen spurlos verschwunden ist…

Neben dem gegenwärtigen Fall ist Richard immer noch auf der Suche nach dem Mörder seiner Mutter – er kommt diesem Ziel näher, denn der 28 Jahre zurückliegende Fall wird Dank der Bemühungen eines Kollegen neu aufgerollt…

„Die Maske der Schuld“ ist bereits der zweite Fall für Richard Schwarz. Auch wenn es für das Verständnis der Handlung nicht unbedingt vonnöten ist, den ersten Teil gelesen zu haben, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser spannenden Fortsetzung noch erhöht.

Jennifer B. Wind hat einen sehr fesselnden Schreibstil. Der Thriller wird spannend erzählt und entwickelt schon nach wenigen Seiten einen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.

Die aktuelle Handlung mit den Ermittlungen im Mordfall Dorn und den persönlichen Angelegenheiten der Akteure wird immer wieder von kurzen Einschüben unterbrochen: Eine Reha-Patientin erzählt ihre Leidensgeschichte. Ein Monster, das sich selbst für eine Koryphäe hält, will Kranke mittels Gehirnoperation heilen. Außerdem gibt es einige Rückblenden in Richards Kindheit. Jennifer B. Wind beherrscht es ausgezeichnet, all diese unterschiedlichen Fäden miteinander zu verknüpfen und dem Leser so ein vielschichtiges und reichhaltiges Geschehen zu präsentieren, dem man trotz häufiger Perspektivwechsel, unterschiedlicher Schauplätze und diverser Nebenhandlungen problemlos folgen kann.

„Die Maske der Schuld“ hat mir sehr gut gefallen – ein abwechslungsreicher Thriller, der mit ausdrucksstarken Figuren und einer fesselnden Handlung punkten kann. Eine Geschichte, die aufzeigt, wie Scharlatane und auch die Pharmaindustrie Hoffnung schüren und sich die Todesangst erkrankter Menschen zunutze machen.

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Krabbenkuss mit Schuss

Krabbenkuss mit Schuss von Christiane Franke; Cornelia Kuhnert

Neuharlingersiel. Lehrerin Rosa möchte mit ihrer Klasse einen Ausflug zur Alpakafarm der Ewenbergs machen. Als sie einen Termin dafür vereinbaren will, entdecken sie und Edda Ewenberg deren Mann Fritjoff am Fuß der Treppe liegend – tot! Ermordet, wie schnell feststeht. Für Oberkommissar Schnepel ist der Fall sonnenklar, als Täter kommt nur die Ehefrau infrage…

Und auch eine Erpressung hält die Kripo Wittmund in Atem: Dreiste Diebe haben das vergoldete Nasenschild von Olsens Teemuseum abmontiert und fordern als Lösegeld einen kostenlosen Jahresvorrat Tee für sämtliche Seniorenheime im Umkreis.

Da Fritjoff als Teetester bei Olsen gearbeitet hat, stellt sich den Ermittlern die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Teekannenklau und dem Mord gibt…

Auch die Liebe nimmt in diesem Krimi einen größeren Part ein, genauer gesagt, die Suche nach der großen Liebe. Dafür haben Rosa und Dörte sich bei der Partnervermittlung „Krabbenkuss“ angemeldet. Erste Kontakte lassen nicht lange auf sich warten…

„Krabbenkuss mit Schuss“ ist bereits der siebente Fall für das Neuharlingersieler Ermittlertrio, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

Es ist den Autorinnen Christiane Franke und Cornelia Kuhnert wieder einmal ganz hervorragend gelungen, Humor und Spannung miteinander zu verknüpfen. Situationskomik, lockere Sprüche und eine abwechslungsreiche Krimihandlung sorgen durchweg für kurzweiliges Lesevergnügen und bieten zudem viel Platz zum Mitgrübeln und Miträtseln. Es macht einfach Spaß, Henner, Rudi, Rosa und alle anderen mittlerweile zum Stammpersonal gehörenden Neuharlingersieler zu begleiten und ihnen bei ihren Nachforschungen wie auch bei ihren privaten Angelegenheiten über die Schultern zu schauen.

Punkten können die Autorinnen auch wieder mit einer großen Portion Lokalkolorit – der Landstrich wird mit all seinen Eigenarten, Besonderheiten und Spezialitäten interessant dargestellt, so dass man schnell von der Nordseeküsten-Atmosphäre eingefangen wird.

„Krabbenkuss mit Schuss“ hat mir sehr gut gefallen – ein Ostfriesen-Krimi, der von der ersten bis zur letzten Seite vergnügliche Unterhaltung bietet.

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Echo des Schweigens

Echo des Schweigens von Markus Thiele

Strafverteidiger Hannes Jansen ist nur noch zwei Stunden von seinem größten Karrieresprung entfernt - die Partnerschaft in seiner Kanzlei. Nur noch das Plädoyer. Der Freispruch seines Mandanten ist sicher; obwohl die Indizien gegen den Polizisten Maik Winkler, der den Senegalesen Abba Okeke in seiner Zelle ermordet haben soll, erdrückend sind, reichen sie für eine Verurteilung nicht aus.

In diesem Moment bringt Jansens Referendarin ihm ein weiteres Beweisstück und alles gerät ins Wanken…

Mit dieser Szene beginnt Markus Thiele seinen Roman „Echo des Schweigens“. Danach springt er einige Monate zurück und lässt den Leser an den Ereignissen teilhaben, die vor diesem Tag am Magdeburger Schwurgericht geschehen sind.

Neben den Fall Winkler gibt es drei weitere Handlungsstränge. So lernt Hannes die Ärztin Sophie Tauber kennen und lieben. Die aufkeimende Beziehung bekommt einen mächtigen Dämpfer, als die beiden feststellen, dass sie in dem Fall Winkler auf gegensätzlichen Seiten kämpfen, denn Sophie ist diejenige, die ein äußerst belastendes Gutachten vorgelegt hat.
Das ist nicht der einzige Grund, der Sophies Leben derzeit kopfstehen lässt. Ihre Mutter ist kürzlich verstorben und hat ihr unter anderem einen Brief ihres vor ihrer Geburt verschwundenen Vaters sowie einige Fotos hinterlassen, die Sophie zu einer Spurensuche animieren.
Außerdem gibt es noch einen historischen Part, der in den 1940er Jahren spielt und die Liebe zwischen dem Unternehmersohn Carl und der Jüdin Lea Rosenbaum zum Inhalt hat.

Der Roman beruht sowohl auf der zeitgenössischen wie auch auf der historischen Ebene auf wahren Begebenheiten. Die Ereignisse rund um den Fall des Sierra-Leoners Oury Jalloh, der am 7. Januar 2005 in einer Zelle des Polizeireviers Dessau-Roßlau aus bis heute nicht gänzlich geklärten Umständen ums Leben kam, spielen in der Handlung genauso eine Rolle, wie die nach wie vor unklaren Verflechtungen eines Wolfenbütteler Kräuterlikörherstellers mit dem NS-Regime.

Die Geschichte wird spannend erzählt und übt einen ungeheueren Sog aus. Stets ist man begierig darauf zu erfahren, wie es in den einzelnen Handlungssträngen weitergeht und ist gleichzeitig neugierig, wie am Ende alles zusammenpassen wird. Dass es gleich mehrere Zufälle sind, die die einzelnen Fäden schließlich zu einem Ganzen verknüpfen, hat mich dabei nicht gestört; manchmal schlägt das Schicksal eben seltsame Kapriolen.

Der Autor wirft im Verlauf der Handlung viele interessante Fragen auf. Besonders die Zwickmühle zwischen Gesetz und Moral hat mich beschäftigt. Wie schafft es ein Strafverteidiger, der von der Schuld seines Mandanten überzeugt ist, auf Freispruch zu plädieren? Wie kann er es mit seinem Gewissen vereinbaren, dass ein Mörder ungeschoren davonkommt? Ein Dilemma, das intensiv von den Protagonisten diskutiert wird.

„Echo des Schweigens“ hat mir sehr gut gefallen – ein tiefgründiger Roman, der kurzweilig erzählt wird und zum Nachdenken über Recht und Gerechtigkeit einlädt.

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Das Lächeln des Drachen

Das Lächeln des Drachen von Elisabeth Büchle

Lynmouth/Devonshire im Januar 1859. Nur wenige Wochen nach dem Tod ihres Vaters hat die mittellose Olivia Kramer ihrer Heimat Schlesien den Rücken gekehrt, um bei ihrer Patentante Olivia Matthews ein neues Zuhause zu finden. Auf Broomglade Manor angekommen, muss die 20-Jährige allerdings erfahren, dass Lady Matthews bereits vor einigen Jahren verstorben ist.

Um nicht wieder in die stürmische Nacht hinaus zu müssen, nimmt Olivia das Angebot an, in einem der Gästezimmer zu übernachten, nicht ahnend, dass ihr Leben damit eine gänzlich unerwartete Wendung nehmen wird…

Sable Island im Sommer 2013. Falk Jäger wurde von seinen Eltern auf die Insel an der kanadischen Ostküste beordert. Magda und Hendrik Jäger sorgen sich um die Studentin Junia, die schon zweimal fast von Unbekannten entführt wurde. Als Hintergrund der Kidnappingversuche vermuten sie den nie aufgeklärten Mord an Junias Eltern vor einigen Jahren und möchten, dass Falk seinen detektivischen Spürsinn einsetzt und Licht in das Dunkel um die mysteriösen Vorkommnisse bringt…

In der ersten Hälfte des Romans nimmt Elisabeth Büchle den Leser mit auf ein beschauliches Landgut im englischen Devonshire. Neben der Liebesgeschichte zwischen Olivia und dem Gutsherrn Simon Matthews sowie den hinterhältigen Machenschaften des jüngsten Matthew-Sprosses Charles greift die Autorin ein interessantes Thema auf - es geht um Waisenkinder im England des 19. Jahrhunderts und die beeindruckende Arbeit des Evangelisten und Waisenhausleiters Georg Müller.

In der zweiten Hälfte wird die Handlung dann turbulenter und actionreicher. Falk und seine Freunde Emma und Daniel sowie Rahel und Duke - mit denen er schon in „Das Mädchen aus Herrnhut“ bzw. „Skarabäus und Schmetterling“ allerlei Abenteuer erlebt hat – versuchen, den Mördern von Junias Eltern auf die Spur zu kommen und die Hintergründe der Tat aufzudecken. Eine Spurensuche, die nicht nur gefährlich ist, sondern auch Stück für Stück eine Verbindung zu den Matthews und Broomglade Manor knüpft.

Elisabeth Büchle erzählt diese Geschichte sehr anschaulich und wartet mit einer Fülle von Details auf – die feine Charakterisierung der Figuren, die Beschreibungen der Schauplätze, die Schilderungen des abwechslungsreichen Geschehens oder auch Falks Faxen und freche Sprüche machen diesen Roman zu einem unterhaltsamen Leseerlebnis.

„Das Lächeln des Drachen“ hat mir sehr gut gefallen. Die gut ausbalancierte Mischung aus Historie und Romantik sowie Abenteuer und Humor hat mir ein paar kurzweilige Lesestunden beschert.

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Im Namen der Lüge

Im Namen der Lüge von Horst Eckert

Düsseldorf. Melia Khalid, Leiterin des Referats für Linksextremismus beim Inlandsgeheimdienst, bekommt ein Geheimpapier zugespielt, das die Terrorpläne einer neu gegründeten RAF offenbart. Melia hat bezüglich der Echtheit des Papiers Zweifel, doch die Bestätigung durch eine weitere Quelle, zeitgleiche Überfälle auf Geldtransporter durch RAF-Rentner und der Brandanschlag auf eine Geschäftsstelle der AfD zerstreuen ihre Bedenken und lassen sie entsprechend handeln.

Als sie erkennt, dass ein falsches Spiel mit ihr gespielt wird, ist es schon fast zu spät…

Auch Hauptkommissar Vincent Che Veih hat alle Hände voll zu tun. Ein Mord im Umfeld einer Gruppe Reichsbürger lässt auf den ersten Blick eine Beziehungstat vermuten. Doch es gibt ein paar Ungereimtheiten, die Vincent stutzig machen…

Horst Eckert hat mich mit „Im Namen der Lüge“ von der ersten Seite an fest im Griff gehabt. Der Thriller wird fesselnd erzählt und besticht vor allen Dingen durch die gekonnte Verknüpfung von Realität und Fiktion – einmal mehr stellt der Autor äußerst brisante politische Themen in den Mittelpunkt seines Romans und geht dabei der Frage nach, ob zur Eindämmung von Terror und Gewalt jedes Mittel recht ist. Dürfen Politik, Justiz und Verfassungsschutz die Grenzen der Legalität zur Vermeidung von Anschlägen überschreiten? Und was passiert eigentlich, wenn Beamte die ihnen verliehen Macht missbrauchen?

Mit Melia Khalid schickt der Autor eine Protagonistin ins Rennen, die ihren Job sehr ernst nimmt. Das Ziel der Tochter einer politisch Verfolgten aus Somalia und eines deutschen Spitzenpolitikers ist es, Terroranschläge zu verhindern; dafür schöpft sie alle ihr zur Verfügung stehenden Maßnahmen voll aus und schreckt auch nicht davor zurück, sich am Rande der Legalität zu bewegen.

Vincent Veih hat es als Sohn einer ehemaligen RAF-Terroristin selten leicht in seinem Leben gehabt – ein Umstand, der ihn stark gemacht hat. Er lässt sich von niemandem gängeln, sondern ermittelt, wie er es für richtig hält. Dass er dabei immer wieder aneckt, kümmert ihn nicht.

Neben dem fesselnden Schreibstil hat mir der vielschichtige Handlungsaufbau besonders gut gefallen. Mehrere Handlungsstränge, unterschiedliche Schauplätze und häufige Perspektivewechsel sorgen für ein lebhaftes und abwechslungsreiches Geschehen. Zudem sorgen unvorhersehbare Ereignisse und Wendungen dafür, dass die Sogwirkung des Thrillers bis zur letzten Seite nicht abreißt.

„Im Namen der Lüge“ hat mir sehr gut gefallen - ein rasanter Politthriller, der mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß.

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Die zweifelhafte Miss DeLancey

Die zweifelhafte Miss DeLancey von Carolyn Miller

Brighton, 1815. Eigentlich war es geplant, dass Clara DeLancey den Grafen von Hawkesbury heiraten sollte, doch dieser hat sich für eine andere Frau entschieden. Eine Demütigung, die die 25-Jährige auch nach Monaten noch nicht überwunden hat. Tief verwurzelte Selbstzweifel sorgen für schlaflose Nächte, die Clara auf den gefährlichen Klippen vor der Stadt verbringt.

Als sie in einer stürmischen Nacht in den Abgrund zu stürzen droht, wird sie von einem Fremden in letzter Sekunde gerettet. Clara rennt aus Angst davor, erkannt zu werden, eiligst davon…

Ein Schiffsunglück vor der afrikanischen Küste hat Benjamin Kemsley nicht nur eine hartnäckige Knieverletzung eingebracht, sondern ihn auch seine Karriere als Kapitän bei der Königlichen Marine gekostet. Obwohl er allgemein als Held gilt, hadert er mit seinem Schicksal und fühlt sich als mittelloser Krüppel…

„Die zweifelhafte Miss DeLancey“ ist der dritte Teil der Regency-Romantik-Reihe von Carolyn Miller, der Roman ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände gut verständlich. In diesem Buch stehen wichtige Themen wie Vertrauen, echte Freundschaft und Vergebung im Mittelpunkt.

Nach einem dramatischen Beginn lässt Carolyn Miller die Handlung zunächst einmal in sehr ruhigen Bahnen verlaufen. Die Autorin stellt ihre Protagonisten intensiv vor und schildert deren Umfeld, Alltag, Gefühlswelten und Leidensgeschichten ausgiebig.

Clara und Ben sind mit ihren jeweiligen Problemen fest verwachsen und sehen sich nicht in der Lage, mit vergangenen Ereignissen abzuschließen. Dass sie in einer Welt leben, in der jede kleine Abweichung von den gesellschaftlichen Konventionen als Verfehlung gilt und Getratsche und Ausgrenzung nach sich zieht, macht es beiden besonders schwer, Vergangenes hinter sich zu lassen und einfach nach vorn zu schauen.

Clara kann sich erst von ihren Selbstzweifeln befreien, nachdem sie dank ihrer Freundschaft zu Bens Schwestern Matilda und Tessa zum christlichen Glauben gefunden hat. Ihr Vertrauen auf die Güte Gottes stärkt die junge Frau und hilft ihr nicht nur, alte Fesseln zu lösen, sondern ermutigt sie auch, für eine Liebe zu kämpfen, die aufgrund unterschiedlicher Gesellschaftsschichten eigentlich nicht sein darf.

„Die zweifelhafte Miss DeLancey“ hat mir sehr gut gefallen. Eine bestens ausbalancierte Mischung aus Historie und Romantik, die aufzeigt, dass der christliche Glaube bei der Überwindung von Selbstzweifeln eine wertvolle Stütze sein kann.

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