Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PMelittaM:
Etwas ruhigerer vierter Band
The Boys: Gnadenlos-Edition von Garth Ennis; Darick Robertson; Russ Braun; Keith Burns; John McCera; Richard P. Clark
Butcher entdeckt, dass Hughie ein Verhältnis mit Starlight hat, und wird sofort misstrauisch. Ist Hugie etwa ein Spion von Vought? Das führt letztlich dazu, dass Hughie und Annie, von der Hughie bisher nicht wusste, dass sie Starlight ist, sich trennen und Hughis in seine schottische Heimat flüchtet.
Ob er jemals in die USA zurückkommen wird, weiß er nicht.
Der vierte Band der Reihe ist weniger blutig als die Vorgängerbände, wir erfahren hier nicht nur mehr über Hughie, sondern auch über Annie. Wir lernen Hughies Heimat, seine Eltern und seine Freunde kennen, und erfahren einiges über den kleinen Hughie. Wen wundert es, dass es auch hier einige Geheimnisse gibt, und Hughies beste Freunde etwas skurril sind?
Ich habe diesen ruhigeren Band, sehr gerne gelesen. Er kommt nicht ganz ohne Supermenschen aus, doch man lernt hier auch einmal ein paar richtig nette kennen. Natürlich gibt es trotzdem auch Spannung und man erfährt weitere Hintergründe über Vought und den Wirkstoff V.
Der vierte Band ist etwas ruhiger und weniger blutig, ich habe ihn sehr gerne gelesen, auch, weil man wieder einige Hintergrundinformationen bekommt. Ich bin nun gespannt, wie es weitergehen wird.
Spannend und aktuell
Dunkelmann von Lars Findsen; Jacob Weinreich
Maja Birk, Agentin des dänischen Geheimdienstes, ist mit einem Auftrag in der Türkei unterwegs. Durch einen möglichen Anschlag werden sie und ihr Informant Ramin Pahlavi verletzt. Während Maja im Krankenhaus landet und schließlich heimlich nach Hause geholt wird, landet Ramin im Gefängnis und muss selbst dafür sorgen, in Sicherheit zu kommen.
Kaum ist Maja zurück in Dänemark, wird sie in den nächsten Fall verwickelt. Manche der Mitglieder einer chinesischen Delegation, die sich besonders für Grönland interessiert, scheinen verdächtig, wie der Analyst Daniel Hartmann feststellen muss. Außerdem ist ein chinesischer Killer unterwegs.
Schon in der Oxen-Reihe war ich mit dem dänischen Geheimdienst bekannt geworden, dort war es der PET, der auch hier eine Rolle spielt, jedoch ist es hier vorrangig der FE, der Auslands-Nachrichtendienst, dem Maja und Daniel angehören. Anders als bei Oxen ist hier weniger Action im Spiel, obwohl es natürlich auch lebensgefährliche Situationen gibt, hier erleben wir auch die diplomatische Seite und hier wie dort erfahren wir auch manches über das Privatleben der Protagonist:innen, denn Geheimhaltung ist nicht immer gut für das Familienleben.
Spannend ist „Dunkelmann“ natürlich trotzdem, am meisten habe ich tatsächlich mit Ramin gezittert, der alleine auf sich gestellt klar kommen muss, aber auch Daniel und Maja kamen mir nahe. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, nicht nur aus denen der drei gerade erwähnten. Auch eine chinesische Studentin spielt zum Beispiel eine größere Rolle und lässt die Lesenden einen Blick auf das Denken in China werfen. Die chinesischen Antagonisten erhalten, außer im Prolog, keine eigene Perspektive.
Der Roman ist nicht nur sehr aktuell, einer der Autoren ist als ehemaliger Geheimdienstchef Kenner der Materie. „Dunkelmann“ könnte der Beginn einer Reihe sein, ich würde gerne weitere Romane um Maja und Daniel lesen.
Mir hat dieser politische Thriller sehr gut gefallen, er ist aktuell und spannend, die Charaktere kamen mir nahe und ich hätte Lust die Protagonist:innen in weiteren Bänden wiederzutreffen. Wer gerne politische Thriller liest, sollte zugreifen.
1962, ein spannendes Jahr für die Protagonist:innen und für die Welt
Schwarzer Samstag von Ralf Langroth
1962 ist Philipp Gerber Kriminalrat beim BKA und frisch mit Eva Herden verheiratet. Auf der Hochzeitsreise haben sie eine unangenehme Begegnung, in die sich der Stewart Freder Guthmann einmischt. Zurück zu Hause gibt es direkt wieder Arbeit, Philipp und sein Team muss sich in Hamburg um Waffenschmggel kümmern, während Eva, die nun für den Spiegel arbeitet, möglicherweise die Chance bekommt, ein Interview mit Fidel Castro, dem kubanischen Präsidenten, zu führen.
1962 – war da nicht? Ja, es ist ganz typisch für die Reihe, deren fünfter Band dies ist, dass sie wichtige historische Momente der Bundesrepublik aufgreift. Hier sind die Stichwörter schon gefallen, Kuba und Spiegel, und es ist wieder interessant zu lesen, wie der Autor seine Protagonist:innen in die historischen Ereignisse verwickelt.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, vor allem die Philipps und Evas, aber auch zum Beispiel aus Freders Sicht und die McGeorge Bundys aus Präsident J. F. Kennedys Stab. So wird die Geschichte rundum beleuchtet und es berührt mehr als eine sachliche Erzählung. Auch wenn man das damalige Geschehen kennt, ist die Geschichte spannend, denn sie erzählt persönliche Verstrickungen fiktiver Personen, mit denen man trotzdem mitfiebern und mitleiden kann. Am Ende blieb für mich zwar eine Frage offen, aber so ist das Leben manchmal, und auch hier haben die, wenn auch fiktiven, Ereignisse dafür gesorgt, dass es keine Antwort mehr gegeben hat.
Der Band enthält einen Stadtplan des Hamburg von 1962, eine Zeittafel und ein interessantes Nachwort des Autors, das man unbedingt lesen sollte.
Auch Band 5 der Reihe hat mir wieder sehr gut gefallen, ich hoffe sehr, es wird nicht der letzte gewesen sein. Wer gerne gute historische Romane, auch aus der näheren Vergangenheit liest, sollte zugreifen, ich empfehle aber, die Reihenfolge einzuhalten.
Ein Roman, der gut tut
Pina fällt aus von Vera Zischke
Pina Luxen lebt mit ihrem erwachsenen autistischen Sohn Leo alleine, während sie arbeitet, besucht er eine Werkstatt für behinderte Menschen. Einmal in der Woche geht sie für sich und ihre Nachbarin Inge einkaufen, so lange bleibt Leo bei Inge, viel länger als eine Stunde ist das aber nicht möglich, denn dann bekommt Leo Panik.
Eines Tages bricht Pina auf dem Nachhauseweg vom Einkaufen zusammen und landet im Koma auf der Intensivstation. Nun ist es an der Hausgemeinschaft, mit Leo klar zu kommen und sich um ihn zu kümmern.
Ich kann mir die Situation Pinas gut vorstellen, ich war auch einmal pflegende Angehörige, und wäre mir dasselbe wie Pina passiert, wäre mein Pflegling hilflos zu Hause gewesen. Auch hier weiß zunächst niemand, was überhaupt los ist, wo Pina bleibt, zum Glück ist Leo gerade nicht alleine. Aber Inge ist schon 86, Witwe und hat sich schon länger nicht wegen der Treppen aus dem Haus getraut. Auch die beiden anderen Hausbewohner, die das Problem nach und nach mitbekommen, haben ihre ganz eigenen Sorgen. Und dennoch rauft man sich irgendwie zusammen. Das war wirklich schön zu lesen.
Vera Zischke hat Erfahrung mit diesem Thema, sie hat aber nicht nur Leo und Pina authentisch dargestellt, sondern auch alle anderen Charaktere des Romans, manche Entwicklungen habe ich nicht kommen sehen, alles wirkte aber immer echt, wenn auch vielleicht manchmal ein bisschen überspitzt.
Mir hat es gut getan, diesen Roman zu lesen, und ich hoffe, dass er viele Leser:innen findet, von mit gibt es auf jeden Fall eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Heftiger dritter Band
The Boys: Gnadenlos-Edition.Bd.3 von Garth Ennis; Darick Robertson; Keith Burns; John McCrea; Carlos Ezquerra
Homelander verkündet, dass er und die anderen Supies einige Tage ins Weltall müssen, um eine außerirdische Bedrohung abzuwehren. Tatsächlich ist aber der regelmäßig stattfindende Herogasm angesagt, bei dem die Supies es sich in einem exklusiven Resort gutgehen lassen. Dieses Jahr geht es besonders hoch her …
Im Anschluss daran entscheiden sich die Boys Hughie und damit auch den Leser:innen endlich ihre Geschichten zu erzählen, und die sind allesamt ziemlich heftig.
Dieser Band macht besonders deutlich, dass die Reihe ausschließlich für Erwachsene gedacht ist, was ich mir während des Herogasm, und ja, wenn du dir nun etwas sehr explizites vorstellst, hast du wahrscheinlich recht, ansehen musste, toppte wirklich vieles. Gut, dass ich die Serie schon kannte, und auf viel eingestellt war.
Dennoch war auch dieser Band lesenswert man erfährt viel, und besonders die Geschichten der einzelnen Mitglieder der Boys berühren. Auch die Zeichnungen sind wieder erstklassig.
Der dritte Band der Reihe ist in vielerlei Hinsicht heftig, doch etwas anderes darf man wohl von dieser Reihe nicht erwarten. Wer die Reihe bis hierher gelesen hat, wird sich davon aber nicht abschrecken lassen.
Ein japanischer Thriller
Tokyo von Tokuro Nukui
Im Januar 1990 wird die Leiche eines kleinen Mädchens, das einigen Wochen vorher verschwunden war, gefunden. Der Fall ist nicht einfach zu lösen, die Ermittler geben alles, kommen aber kaum voran. Dann ist ein weiteres Kind verschwunden.
Ich lese sehr gerne Romane, die in für uns eher exotischen Ländern spielen, denn in der Regel erfährt man auch immer einiges über das Land an sich, seine Gesellschaft, seine Kultur, das ist auch hier der Fall.
Dieser Roman ist im Original bereits 1993 erschienen und das Debüt des Autors.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, Hauptkommissar Saeki ist der Leiter des Dezernat I für Tötungsdelikte und schweren Raub, während Shigo Okamoto ein ihm unterstellter Kriminalanwärter ist. Während Saeki, dessen Vornamen man nicht erfährt, mehr für die Einsatzplanung zuständig ist, aber auch seinen Kopf hinhalten muss, wenn etwas schiefgeht, gehört Okamoto zur Fußtruppe, die zum Beispiel Befragungen macht.
Einen weiteren Erzählstrang nimmt Matsumoto ein, der kürzlich einen schweren Verlust erfahren hat, der ihm das Gefühl eines Loches in der Brust beschert, und der sein Glück in einer Religionsgemeinschaft sucht, von denen es in Japan unzählige gibt, die zum Teil sektenartig organisiert sind. Dieser Handlungsstrang löst sich mit dem der Ermittlungen abwechselnd ab.
Auf dem Cover wird ein Thriller versprochen, und auf gewisse Weise ist das der Roman auch, auch wenn er langsamer und mit weniger Spannung erzählt wird, als man es erwarten könnte. Dennoch, gerade der Matsumoto-Strang hat für mich schon etwas thrillerhaftes, er hat bei mir einige Emotionen ausgelöst. Zeitweise treten die Ermittlungen hinter seinen Erlebnissen sogar zurück. Ich glaube, man darf japanische Thriller nicht mit westlichen gleichsetzen, hier zumindest wird die Spannung subtiler erzeugt, mehr auf der psychologischen Ebene. Für mich war diese Form des Thrillers interessant zu lesen und mit einer eigenen Spannung behaftet. Ich konnte kaum aufhören zu lesen und habe viel spekuliert und gegoogelt.
Die Auflösung finde ich dennoch sehr überraschend, mir scheint aber alles logisch zu sein. Auch wenn ich mir vielleicht eine andere gewünscht hätte, gefällt mir diese Auflösung gut, auch, weil sie im Nachhinein passend ist und dem Roman einen interessanten Twist gibt.
Mich hat der Raman schnell packen können. Man muss sich auf ihn einlassen, weil er anders gestrickt ist, als man vielleicht erwartet, aber gerade das macht ihn für mich interessant. Ich war schnell emotional beteiligt und habe auch viel spekuliert. Gerne empfehle ich ihn allen, die nicht allzu fest an der westlichen Definition von Thriller hängen.
Manches ändert sich in Fabletown
Fables, Band 6 - Finstere Jahreszeiten von Bill Willingham
Bevor die Hauptstory weitergeführt wird, erleben wir mit Bigby Wolf ein Abenteuer im Zweiten Weltkrieg. Danach erfahren wir dann das Ergebnis der Bürgermeisterwahlen von Fabletown, was zu einigen Änderungen führt. Snow White kommt mit mehr Kindern nieder als erwartet, und das ist nicht die einzige Überraschung.
Hier ändert sich tatsächlich einiges, und wir lernen auch neue Charaktere kennen, vor allem den sehr beeindruckenden Vater Bigbys. Gespannt bin ich darauf, wie sich Snows Kinder weiterentwickeln und, ob wir demnächst wieder in die Heimat der Fables gehen werden, denn ein Protagonist hat sich in diese Richtung aufgemacht.
Band 6 der Reihe führt die Geschichte interessant weiter und man darf gespannt sein, wie es weitergeht.
Krimi mit berührender Hintergrundgeschichte
Was zum Tode führt von Nicole Eick
Im Bamberger Hauptsmoorwald wird ein Skelett gefunden. Zuerst muss die Identität festgestellt werden, bevor man ermitteln kann, wie es zum Tod kam. Auf Kriminalhauptkommissar Alfred Meister und sein Team wartet keine leichte Aufgabe.
Es handelt sich hier um den dritten Band einer Reihe, für mich war es allerdings der erste Band, den ich gelesen habe.
Das Setting spricht mich als gebürtige Bambergerin natürlich sofort an und im Laufe der Handlung gibt es auch einiges Lokalkolorit. Tatsächlich ergeben sich aber auch Verknüpfungen in die ehemalige DDR, und zwar eher ungute, man erfährt einiges über deren dunkle Seiten, Dinge, die sicher nicht jedem bekannt sind, und die auch mich betroffen gemacht haben.
In der Regel macht es mir wenig aus, mitten in eine Reihe zu springen, auch hier fand ich mich bald zurecht. Allerdings hatte ich ein bisschen Probleme mit dem Ermittlungsteam, keine:r von ihnen kam mir wirklich nahe. Alfred Meister zeigt zudem einen Charakterzug, der ihn mir nicht gerade sympathisch machte. Das fand ich ein bisschen schade, den ich fühle gerne mit den Protagonist:innen, und hier wurde mir das, zumindest bei diesem Team, eher verwehrt.
Dafür gab es einen anderen Erzählstrang, betitelt mit „Die Familie“, der mich mehr berührte. Man fragt sich beim Lesen schnell, was es mit dieser Familie auf sich haben könnte. Die Familie hat eine ganze Reihe von Problemen.
Am berührendsten aber fand ich das Tagebuch des Opfers. Was diese Person bis zu ihrem Ende erleben musste, hat mich regelrecht mitgenommen, zudem hat der Inhalt des Tagebuchs nicht nur die Ermittlungen sondern auch meine Überlegungen zum Hintergrund weiter vorangebracht.
Die Auflösung hatte ich schon ein bisschen vorausgeahnt, und ich kann sie auch nachvollziehen, dennoch hätte ich mir eine andere erhofft. Am Ende passt sie aber zur Geschichte, ein paar Dinge kamen mir aber nicht ganz logisch vor..
Der Roman lässt mich ein bisschen zwiegespalten zurück. Die Geschichte hat mich schon auf ihre Art fesseln können, ich hätte mir aber gewünscht, den Ermittler.innen nähergekommen zu sein, in anderen Kriminalromanen oder -reihen spüre ich da meist mehr Verbindung. Ich finde es auch wichtig, Geschichten die solch traurige Vergangenheiten betreffen, zu erzählen, solche Dinge sollten nicht in Vergessenheit geraten, zumal sie viel zu viele Menschen betroffen haben beziehungsweise noch betreffen. Trotzdem hat mich der Roman nicht ganz so erreichen können, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.
Sammelband der originellen und spannenden Trilogie
Die Keld-Chroniken von R. M. Amerein
Der Sundown vor vielen Jahren zwang die Roboter dazu, ihre Energiezufuhr zu ändern. Mit Hilfe des Kooperationsvertrages mit den Menschen, und den Biotopen ist diese gesichert – doch nun scheint es eine neue Fraktion zu geben, die die friedliche Koexistenz in Frage stellt.
Der Roboter Smoke nimmt als Söldner alle möglichen Aufträge an.
Als er das Menschenkind Kaia wiederfinden soll, gerät er in Schwierigkeiten, nicht nur sein „Leben“ ist in Gefahr, er hat auch ungewohnte Stimmungen zu verarbeiten.
Der Sammelband enthält alle Teile der Trilogie. Ich kannte zwar die ersten beiden bereits, doch es hat mir große Freude bereitet, alle Teile am Stück zu lesen, und so noch tiefer einzutauchen in diese interessante Geschichte.
R. M. Amerein hat eine interessante Welt erschaffen, in der die friedliche und gleichberechtigte Koexistenz zwischen Menschen und Robotern eine originelle und interessante Idee darstellt, und zwar so wohl in globaler Betrachtung, als auch in individueller, wie zum Beispiel zwischen Smoke und Kaia.
Erzählt wird aus den Perspektiven Smokes und Kaias, wobei man Smokes sogar in Ich-Form erleben kann. Wie schon bei ihrer Archenreihe sind der Autorin die Charakterzeichnungen gut gelungen, insbesondere natürlich die von Smoke, der einem sehr nahe kommt. Die Roboter sind in verschiedenen Kasten organisiert, teilweise so wie sie seinerzeit von den Menschen erschaffen wurden, aber auch in individuelleren, teils liebevoll skurril gezeichneten Ausprägungen, so gibt es z. B. Heiler und Militärdroiden, Geschichtsbewahrer und Söldner – im Laufe des Romans lernt man einige davon kennen.
Sehr interessant ist auch Kaia, die einige Geheimnisse birgt, die nach und nach enthüllt werden. Neben ihr lernt man auch andere Menschen kennen. Nicht nur süß sind die beiden Kater, die man schon auf dem Cover bewundern kann, sie sind auch wichtige Wegbegleiter.
Neben Menschen und Robotern gibt es noch eine dritte, zunächst sehr geheimnisvolle Fraktion, zu der ich aus Spoilergründen wenig sagen möchte. Den Anführer Soto kann man auf dem Buchrücken bewundern.
Spannung gibt es reichlich, nicht nur einmal kommen Protagonist:innen in Gefahr, zudem sorgt auch die Frage nach dem Warum immer wieder für Nervenkitzel. Bei manch einem Cliffhanger war ich froh, dass ich gerade den Sammelband lese. Am Ende habe ich das Buch sehr zufrieden zugeklappt.
Das wunderbar zum Roman passende umlaufende Cover, ich habe es mir während des Lesens immer wieder angeschaut, ist das Werk des von mir sehr geschätzten Timo Kümmel. Sehr gelungen und unbedingt lesenswert sind auch das Lexikon und die Nachworte der Autorin.
Die Autorin hat ein gutes Händchen für Charaktere, besondere Geschichten und interessante Welten, das zeigt sie auch in dieser Trilogie wieder deutlich. Es hat mir viel Freude bereitet, den Sammelband zu lesen, ich wurde sehr gut unterhalten und habe die Charaktere lieb gewonnen. Ich denke, nicht nur Science fiction-Fans werden diese Trilogie mögen, weswegen ich sie uneingeschränkt empfehle und natürlich volle Punktzahl vergebe.
Sehr cozy, aber oft zu langatmig und mit eigenartigem Humor
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Finlay Ashowan, meist Fin genannt, der neue Koch des Königshauses von Daxaria kocht wundervoll, dass er auch eine Haushexe ist, sollte aber niemand wissen.
Dieser Roman ist sehr eigen, ja eigenartig. Öfter habe ich überlegt, ob er wirklich für Erwachsene gedacht ist, manches, auch sein Humor, ist oft sehr kindisch.
Dann aber gibt es Szenen, die doch wohl eher für Erwachsene gedacht sind, wenn zum Beispiel ständig Alkohol im Spiel ist, es gibt mehrere heftige Trinkgelage, betrunken, oder wohl eher sternhagelvoll, zu sein, und die Auswirkungen davon, sollen wohl lustig sein, was schon ein bisschen fragwürdig ist. Auch sonst konnte ich nicht immer alles nachvollziehen, manche Handlungen, manche Dialoge, manche Szenen, ob das der Übersetzung geschuldet ist, oder es schon im Original eigenartig ist, kann ich nicht sagen. Manche Motivation, wie zum Beispiel das Geschenk eines Haustieres, bleibt bis zum Ende offen, wird irgendwann nicht weiterverfolgt.
Abgesehen davon ist der Roman im Genre Cozy Fantasy einzuordnen, und er ist wirklich sehr cozy, oft fühlt man sich beim Lesen richtig wohl, da werden die leckersten Sachen gekocht, die diejenigen, die sie genießen dürfen, regelrecht glücklich machen, die Königsfamilie ist ausgesprochen nett und geht liebevoll miteinander um, Fin hat ein Händchen dafür, Freund:innen zu finden, obwohl er oft etwas griesgrämig ist, und einiges mehr trägt dazu bei..
Auch ich mochte Fin schnell, hätte ihm aber manchmal einen anderen Umgangston gewünscht, auch, wenn er oft damit durchkommt, und sogar manchmal Gutes dabei herauskommt. Man merkt aber auch schnell, dass er ein gutes Herz hat und wünscht ihm nur das beste. Andere Charaktere bleiben oft ein wenig blass, und nicht jede:r ist auf Anhieb sympathisch, bei manchen ergibt sich aber eine gewisse Entwicklung.
Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass man einfach verschiedene Ausschnitte aus Fins Leben erfährt, ein roter Faden oder ein Gefühl, wo die Geschichte hin will, fehlt oft. Gut, der Roman ist ein erster Band, aber eine gewisse Ahnung, worum es geht, sollte man schon bekommen. Hin und wieder rückt kurz in den Fokus, dass ein Krieg droht, ein recht unangenehm dargestelltes Land, in dem man übrigens gerne Sauerkraut isst, ob das eine Anspielung sein soll?, scheint angriffsbereit, doch so wirklich kommt diese Bedrohung noch nicht an. Auch nicht an kommt bei mir die Liebesgeschichte, die ich so gar nicht fühlen kann, und die in meinen Augen ziemlich aus dem Nichts kommt.
Unterm Strich bin ich zwiegespalten, einerseits hatte ich auch manche unterhaltsame Lesestunde, andererseits habe ich aber auch den Kopf schütteln müssen über die Geschichte. Spannend ist es selten, langatmig öfter, einiges erscheint auch eher unnötig, da hätte man doch hin und wieder die Schere ansetzen sollen.
Am Ende bleiben mir gute 3 Sterne zu vergeben. Der Roman hat gute und interessante Ansätze, ist streckenweise unterhaltsam zu lesen, es gibt aber auch vieles, über das ich den Kopf geschüttelt habe, der eigenartige Humor, der selten bei mir ankam, die unnötig erscheinenden und langatmigen Passagen, die Alkoholobsession, die Liebesgeschichte. Ob ich weitere Bände lesen werde, weiß ich noch nicht.











