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Rezensionen von PMelittaM:

Buffys Probleme sind nicht ohne

Nach dem positiven Test am Ende des vorherigen Bandes ist Buffy schockiert. Wie soll sie damit umgehen? Spike, wie kann es anders sein, ist bereit, ihr zu helfen, egal, wie sie sich entscheidet – und dann entdecken die beiden etwas fast noch schockierenderes, das aber auch eine gewisse Erleichterung mit sich bringt.

Außerdem ist Andrew wieder da, sowie eine nicht ganz so alte Feindin und ein alter Bekannten, an den Buffy sich um Rat wendet. Wir lernen Spikes Raumschiff und dessen „Personal“ besser kennen – und in meinem Fall mögen.

In einem zweiten Handlungsstrang steht Detective Dowling, den man bereits im Vorgängerband kennenlernte, im Fokus, ebenfalls von Spike unterstützt. Dowling muss schon wieder Erfahrungen mit Vampiren bzw., wie sie jetzt genannt werden, Zompiren machen.

Die Bonusgeschichte „Im Weltraum hört dich keiner schreien“ ist eine nette Hommage.

Der zweite Band der neunten Staffel ist ziemlich abgedreht, schon wegen Spikes Crew, aber auch wegen Andrews einsamer Entscheidung. Und ich war tatsächlich ein bisschen enttäuscht, was den positiven Test angeht, dafür aber ziemlich angetan von den Käfern ...

Wie immer hat mir auch die Covergalerie gut gefallen.

Mich hat dieser Band wieder gut unterhalten, obwohl, oder auch weil er so abgedreht ist. Ich freue mich schon auf den nächsten.

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Eine besondere Frau

Ich bin Frida von Caroline Bernard

„Weißt du, ihr seid gesund, euer Leben ist lang, und ihr habt Zeit. Bei mir ist das anders. Ich muss doppelt so schnell leben wie ihr“ (Seite 142)

Mexiko 1938: Frida Rivera will sich endlich von ihrem Ehemann Diego Rivera emanzipieren. Eine Chance erhält sie, als sie die Möglichkeit bekommt, ihre Werke zuerst in New York, und danach in Paris auszustellen, wodurch sie sich womöglich auch auch als anerkannte Malerin, und zwar unter ihrem Mädchennamen Frida Kahlo, etablieren kann.

Bei Frida Kahlo denke ich an farbenfrohe Bilder und viele Selbstporträts der Malerin, zu der ich zudem eine besondere Nähe verspüre, weil wir etwas Persönliches teilen. Mit diesem Roman bin ich aber noch einmal ganz anders in die Betrachtung ihrer Bilder und ihres Lebens eingestiegen.

Es ist bereits der zweite Roman, den Caroline Bernard über Frida Kahlo schreibt, sie betrachtet ihn aber nicht als Fortsetzung, sondern als die Darstellung einer anderen Seite Fridas. Ich habe den anderen Roman noch nicht gelesen, werde das aber noch nachholen, doch habe ich auch hier einen guten Einblick in Fridas Leben vor den „aktuellen“ Ereignissen bekommen, wie z. B. ihren Unfall.

Frida Kahlo malte ihr Leben, und da sie sie gesundheitlich bereits seit ihrer Kindheit angeschlagen war, sind die Themen nicht immer fröhlich, sie malte z. B. auch ein Bild einer Fehlgeburt, sie selbst hatte mehr als eine, und leider, obwohl sie es sich sehr wünschte, nie Kinder bekommen. Sehr gut hat mir gefallen, dass die Autorin viele Bilder Fridas erwähnt, und zwar ausführlich, teilweise sogar den Schaffensprozess beschreibt, bei anderen ausführlich das Bild. Mich hat das dazu gebracht, mir die Bilder, zumindest im Internet, genauer ansehen zu wollen.

Sowohl in New York als auch in Paris trifft Frida auf viele berühmte Zeitgenoss:innen, andere werden erwähnt (wobei die Erwähnung Marilyn Monroes 1938 nicht passt). Das alles erzählt die Autorin sehr anschaulich, ich hatte, da ich auch viele der Namen bzw. die Personen dahinter kenne, das Gefühl, fast selbst dabei zu sein. Auch Fridas Entwicklung und ihre Gedankenwelt kann man gut nachvollziehen. Am Ende hat sie sich tatsächlich auf gewisse Weise emanzipiert.

Diego Rivera war kein treuer Ehemann, aber auch Frida hat Affären. In diesem Roman spielt so auch ihre Beziehung zu dem Fotografen Nicholas Muray eine große Rolle. Das bereits oben genannte Zitat wird in diesem Zusammenhang erwähnt, denn Frida will weder auf Diego noch auf Nicholas verzichten. Im Roman gibt es Briefe, die an tatsächliche Briefwechsel angelehnt sind (eine Auflistung findet sich im Anhang des Romans). Ob das oben genannte Zitat authentisch ist? Frida hatte tatsächlich ein relativ kurzes Leben, 1907 geboren verstarb sie bereits 1954, kurz nach ihrem Geburtstag. Ihr Leben war nicht immer einfach, aber sie ist heute nicht nur eine anerkannte sondern auch eine berühmte Malerin.

Caroline Bernards zweiter Roman über die mexikanische Malerin Frida Kahlo hat mir gut gefallen, ich habe die Künstlerin und ihr Werk gut kennengelernt. Erzählt wird anschaulich und nachvollziehbar. Ich vergebe 4,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.

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Die Reihe werde ich weiterlesen

Taubenschlag von Dennis Jürgensen

In Berlin finden Mitarbeiter von Berlin Bunker Protocol in einem gerade wieder entdeckten Bunker drei Leichen. Eine dänische Kommissarin wird von ihrem Ex-Ehemann darüber informiert, dass er den Mörder der gemeinsamen Tochter gesehen hat. In der Nähe von Lübeck findet sich ein Mann an einen Stuhl gefesselt vor.

In Flensburg wird die Leiche einer alten, offensichtlich ermordeten, Frau gefunden.

Diese vier Szenen eröffnen den Roman. Was sie miteinander zu tun haben, wird man im Laufe des Romans erfahren. Mich haben sie jedenfalls direkt neugierig gemacht, auch, weil der Autor mich direkt in das Geschehen hineinzuziehen konnte. Nicht nur die Situation im Bunker wirkt sehr bedrückend, auch die Gedanken des gefesselten Mannes, die Reaktionen der Kommissarin sowie die Eindrücke der Ermittler in Flensburg werden so gut geschildert, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Das habe ich bei Kriminalromanen nicht mehr allzu oft, weswegen ich meinen Konsum dieses Genres außerhalb des historischen Bereichs auch deutlich verringert habe.

Interessant und mir schnell sympathisch sind auch die beiden Protagonist:innen. Für mich war das der erste Band der Reihe, tatsächlich ist es bereits der zweite, ich hatte deswegen keine Verständnisprobleme, wurde aber natürlich neugierig auf den Vorgängerband. Es handelt sich um ein länderübergreifendes Ermittlerduo. Lykke Teit, die bereits oben erwähnte dänische Kommissarin wird zu dem Fall im Rahmen des CEPOL, eines Programms zur europäischen Zusammenarbeit, hinzugezogen, nachdem sie bereits einmal mit dem leitenden Ermittler in Flensburg, Rudi Lehmann, erfolgreich zusammengearbeitet hat, nämlich in „Gezeitenmord“, dem ersten Band der Reihe. Lykke und Rudi sind einerseits recht verschieden, andererseits passen sie sehr gut zueinander, harmonieren perfekt, was ich erfrischend finde.

Überraschenderweise taucht auch der Täter bereits frühzeitig auf, sogar namentlich, wobei lange nicht sicher ist, ob es sich um seinen echten Namen handelt. Sein Motiv wird dadurch auch relativ schnell klar, allerdings nicht die Hintergründe, die gilt es auch für die Leser:innen noch zu klären. So bleibt es weiterhin spannend, zumal auch nicht alles so glatt läuft, wie es geplant wurde.

Am Ende habe ich den Roman zufrieden zugeklappt, er hat für mich gehalten, was er mir versprochen hat, Band 1 habe ich mir mittlerweile bereits gekauft.

Die dänisch-deutsche Zusammenarbeit des Ermittlerduos hat mir gut gefallen, ebenso wie die beiden selbst, der Fall ist interessant und spannend, und wird zufriedenstellend aufgelöst. Ich freue mich auf weitere Bände der Reihe.

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Lesenswerter dritter Anthologieband

Sternenglut - Ein Raum voller Welten von Szosha Kramer; Katharina Maier; Aybiline I. Dahlson; Mary Stormhouse; Alexander Lenz; Matilda Best; O. E. Wendt; R. M. Amerein; Bob Blanton

Der dritte Band der Anthologienreihe enthält neun Geschichten von ebenso vielen Autor:innen. Diese kennt man zum größten Teil bereits aus den Vorgängerbänden, Bob Blanton ist neu dabei. Alle Geschichten haben wieder einen SF-Hintergrund.

Die Geschichten sind wie gewohnt vielfältiger Natur. Nicht jede hat mir gefallen, doch viele haben mir Lust auf weitere Werke der entsprechenden Autor:innen gemacht, wobei ich von einigen bereits andere Werke kenne und mag.

Gefallen haben mir in diesem Band vor allem die Geschichten, bei denen die Charaktere im Mittelpunkt stehen und auch Wert auf Charakterzeichnung und Emotionen gelegt wurden: Mary Stormhouses „Das Raumschiff, das von Liebe träumte“ hat die Emotion bereits im Titel und macht ihr alle Ehre, allerdings auf andere Weise als man das denken könnte. Szosha Kramers „Die Zeitenblase“ enthält einige interessante Charaktere, die ich gerne wiedertreffen würde. Katharina Maiers „Die Entdeckung von Guang Yu“ ist ein Kammerspiel zweier Charaktere, die erst nach und nach zeigen, was in ihnen steckt, während R. M. Amereins „Das Schicksal steht auf keiner Ladeliste“ vor Emotionen nur so strotzt.

Wie bei fast allen Anthologien gibt es auch hier Geschichten, die mir weniger gefallen haben, benennen werde ich diese aber natürlich nicht, sie waren deutlich in der Unterzahl.

Die meisten Geschichten dieser Anthologie haben mir gut bis sehr gut gefallen und Lust auf weitere Werke der jeweiligen Autor:innen gemacht, so dass ich sie wieder Genrefans und jenen, die einmal ins Genre hineinschnuppern möchten, empfehlen kann.

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Hat mich gut unterhalten

Ein Ring aus Raum und Zeit von Maximilian Fiegen

Alexander Rauch ist Arkanist des Ministeriums zum Schutz vor Anderswesen (MSA) und hat die Aufgabe, Anderswesen daran zu hindern, durch Risse, sogenannte Erscheinungen, in die Realität der Menschen zu kommen. Dazu dient ihm die Magie der Alten Sprache.

Doch nun sollen die Arkanisten verdrängt werden, die ArcTech will mit modernen magischen Waffen gegen die Wesen vorgehen, zumal es an geeignetem magischen Nachwuchs mangelt.

Schauplatz der Handlung ist Essen, und ich finde es großartig, einmal eine kleine, weniger bekannte Stadt in dem Mittelpunkt zu stellen. Essen scheint in der Welt, die der Autor hier kreiert hat, eines der magischen Zentren zu sein. Natürlich wissen die „normalen“ Menschen nichts davon, aber in Essen ist nicht nur der örtliche Standort des Ministeriums beheimatet, sondern auch die Zentrale selbst, außerdem gibt es hier eine interessante „Unterwelt“.

Maximilian Fiegen lässt Alexander die Geschichte selbst in Ich-Form erzählen. So ist man als Leser:in nahe dabei. Alexander nimmt Leben und Beruf mit leicht sarkastischem Humor. So richtig nahe ist er mir allerdings nicht gekommen. Meine Lieblingscharaktere sind Glimm, Alexanders Hauskobold, und Rok, ein begabter zwergischer Schmied aus der Essener „Unterwelt“.

Gut gefallen hat mir der bildhafte Erzählstil, ich konnte mir alles nicht nur gut vorstellen, sondern hätte manches auch gerne selbst gesehen, wie die besonderen Fenster des Ministeriums oder das Restaurant in der „Unterwelt“, das Alexander mit einer Kollegin besucht. Auch die einzelnen Wesen, mit denen er es zu tun bekommt, werden regelrecht lebendig und liefern Alexander und seinen Kolleg:innen actionreiche Kämpfe.

Am Ende war allerdings nicht jjede meiner Fragen beantwortet, dennoch ist der Band ausreichend bgeschlosse. Ich könnte mir aber durchaus eine Fortsetzung vorstellen.

Der Roman hat mich gut unterhalten, der bildhafte, leicht humorvolle Erzählstil, das Setting und die verschiedenen Wesen. Wer Urban Fantasy mag, kann hier zugreifen.

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Spannender vierter Band

Codex Alera 4 von Jim Butcher

Tavi hat nicht nur mit einem Feind im eigenen Lager zu tun, sondern erfährt auch die Wahrheit über seine Herkunft. Seinen Mann im Kampf gegen die Canim muss er trotzdem stehen, auch, wenn er sich seine eigenen Gedanken dazu macht.

Tavis Onkel Bernard ist derweil mit seiner Frau Amara und dem Ersten Fürsten Gaius Sextus nach Kalare unterwegs, um dort zu retten, was zu retten ist, während Bernards Schwester Isana nun an Tavis Seite kämpft und all ihr Können als Wasserwirkerin einsetzen muss.

Der vierte Band steht den Vorgängern an Spannung in nichts nach und endlich erfährt auch Tavi die Wahrheit über seine Abstammung. Doch Tavi wäre nicht Tavi, wenn er nicht trotzdem das tun würde, was er für richtig hält. Auch wenn ich manchmal zunächst an seinen Entscheidungen zweifle, ergibt sich am Ende doch meistens, dass er richtig lag.

Ein schöne Überraschung ist, dass wir hier einen alten Feind, der aber auch irgendwie ein Freund ist, wiedertreffen. Dieses Wiedersehen kann allerdings erst nach vielen Gefahren und Spannung erfolgen, und auch danach geht es actionreich weiter.

Jim Butcher versteht es gut, die Spannung immer weiter zu steigern, oft kann man sich kaum vorstellen, wie die Charaktere der Gefahr entrinnen werden, und oft gelingt das nicht nur wegen ihrer Elementarkräfte, sondern auch durch Mut und kluges Taktieren.

Erzählt wird wieder in mehreren Perspektiven, Tavi, aber auch Isana und Amara stehen im Mittelpunkt. Vor allem Isana hat mir hier ein paar schöne Szenen beschert, z. B., als sie eine Gruppe durch gefahrvolle Gewässer bringen muss, aber trotzdem die Schönheit unter Wasser erkennt. Natürlich gibt es auch wieder viele Kämpfe, und auch dieses Mal hat es der Autor geschafft, mich mit ihnen zu fesseln.

Am Ende sind ein paar Erzählstränge beendet, und ein paar neue aufgetan, immerhin gibt es noch zwei weitere Bände, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Band 4 der Reihe ist ebenso spannend wie seine Vorgänger, und die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Ich mag es gerne, liebgewonnene Charakter wiederzutreffen, und konnte auch hier mit ihnen hoffen und bangen. Sehr gerne empfehle ich die gesamte Reihe an Genrefans.

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Originell und spannend

Codex Alera 4 von Jim Butcher

Der Sundown vor vielen Jahren zwang die Roboter dazu, ihre Energiezufuhr zu ändern. Mit Hilfe des Kooperationsvertrages mit den Menschen und den Biotopen ist diese gesichert – doch nun scheint es eine neue Fraktion zu geben, die die friedliche Koexistenz in Frage stellt.

Der Roboter Smoke nimmt als Söldner alle möglichen Aufträge an.

Als er das Menschenkind Kaia wiederfinden soll, gerät er in Schwierigkeiten, nicht nur sein „Leben“ ist in Gefahr, er hat auch ungewohnte Stimmungen zu verarbeiten.

Zum Auftakt ihrer neuen Trilogie hat R. M. Amerein eine interessante Welt erschaffen, in der die friedliche und gleichberechtigte Koexistenz zwischen Menschen und Robotern eine originelle und interessante Idee darstellt, und zwar so wohl in globaler Betrachtung, als auch in individueller, wie zwischen Smoke und Kaia.

Erzählt wird durchgehend aus Smokes Perspektive in Ich-Form. Wie schon bei ihrer Archenreihe sind der Autorin die Charakterzeichnungen gut gelungen, insbesondere natürlich die von Smoke, der einem sehr nahe kommt, aber auch die durch Smoke geprägten der anderen Charaktere. Die Roboter sind in verschiedenen Kasten organisiert, teilweise so wie sie seinerzeit von den Menschen erschaffen wurden, aber auch in individuelleren, teils liebevoll skurril gezeichneten Ausprägungen, so gibt es z. B. Heiler und Militärdroiden, Geschichtsbewahrer und Söldner – im Laufe des Romans lernt man einige davon kennen.

Sehr interessant ist auch Kaia, die einige Geheimnisse birgt, von denen wohl noch nicht alle im ersten Band enthüllt werden. Auch der Antagonist bleibt noch sehr geheimnisvoll, man darf gespannt sein auf die weiteren Romane der Trilogie. Und dann gibt es noch zwei andere Lebewesen, die man schnell ins Herz schließt.

Apropos Spannung: Davon gibt es reichlich, nicht nur einmal kommen Smoke oder auch Kaia in Gefahr, zudem sorgt auch die Frage nach dem Warum immer wieder für Nervenkitzel. Und dann, am Ende des Romans, gibt es einen gewaltigen Cliffhanger, der das Warten auf den nächsten Band schwer machen wird, der aber auch ein echter Knaller ist.

Das wunderbar zum Roman passende Cover – ich habe es mir während des Lesens immer wieder angeschaut – ist das Werk des von mir sehr geschätzten Timo Kümmel. Sehr gelungen und unbedingt lesenswert sind auch das Lexikon und das Nachwort der Autorin.

Die Autorin hat ein gutes Händchen für Charaktere, besondere Geschichten und für interessante Welten, das zeigt sie auch in diesem Roman wieder deutlich. Es hat mir viel Freude bereitet, den Roman zu lesen, ich wurde sehr gut unterhalten, habe die Charaktere lieb gewonnen und freue mich auf die weiteren Bänden. Ich denke, nicht nur Science fiction-Fans werden den Roman mögen, weswegen ich ihn uneingeschränkt empfehle und natürlich volle Punktzahl vergebe.

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Gelungener zweiter Band

Codex Alera 4 von Jim Butcher

Kaia leidet sehr unter dem Verlust Smokes, doch zum Glück ist nun der Roboter Tai an ihrer Seite. Die beiden versuchen so weit wie möglich vom zerstörten Biotop zu fliehen, doch bald zeigt sich ein neues Problem, Tai kann sich nicht mehr von Biomasse ernähren. Nach dem er ohne Energie ist, muss Kaia einen Plan fassen, und sie entschließt sich, zurück zu gehen, sich Soto zu stellen und hoffentlich eine Rettung für Tai zu finden.

Im zweiten Band der Roboter-Trilogie steht die zehnjährige Kaia im Mittelpunkt. Sie hat in ihrem kurzen Leben schon viel mitgemacht, und verliert nun innerhalb relativ kurzer Zeit ihre zwei Bezugspersonen. Dass sie zu Soto will, der offenbar wie sie von den Forschern gezüchtet wurde, und damit ihr Bruder wäre, ist verständlich, zumal dieser womöglich weitere Geschwister um sich gesammelt hat, und Kaia somit eine Familie bieten könnte. Doch, Soto hat auch schon gezeigt, wie skrupellos er handelt. Das weiß Kaia auch, sieht aber zunächst keine andere Chance.

Auch Soto tritt hier mehr in den Vordergrund, wir erfahren, wie er wurde, was er ist, was ihn antreibt, was er anstrebt.

Nicht nur Kaia, auch mir hat Smoke gefehlt, aber Tai mochte ich bereits im Vorgänger, und er erweist sich als kein schlechter Begleiter für das Mädchen. Im Laufe des Romans wird man noch weitere bekannte Charaktere des Vorgängerbandes treffen, aber auch einige neue und interessante. Mir gefällt das Charakterbuilding der Autorin gut, auch die zehnjährige Kaia, die ein besonderes Kind ist, ist ihr gut gelungen. Dass der Fokus und damit auch die Perspektive auf sie verschoben wurde, und natürlich auch wegen Smokes Fehlen, gibt dem Roman eine andere Atmosphäre, was aber nicht negativ zu sehen ist, im Gegenteil, zur Geschichte des zweiten Bandes passt es perfekt.

Nach wie vor finde ich das Konstrukt einer friedlichen und gleichberechtigten Koexistenz zwischen Menschen und Robotern faszinierend. Allerdings erweitert sich das Rätsel um das Energieproblem der Roboter in diesem Band dramatisch, es scheint sich aber auch eine mögliche Lösung zu ergeben, ob das nur Wunschdenken mancher, oder eine reele Chance ist, wird man im Abschlussband der Trilogie sehen. Dann wird sicher auch aufgeklärt werden, was zu diesem Problem geführt hat.

Auch Band 2 ist wieder sehr spannend, man muss um den einen oder anderen Charakter bangen, erlebt Überraschungen und immer wieder Szenen, die hoffen lassen.

Auch in diesem Band ist das wieder wunderbar zum Roman passende Cover das Werk des von mir sehr geschätzten Timo Kümmel. Sehr gelungen und unbedingt lesenswert sind auch das Lexikon und das Nachwort der Autorin. Gut gefällt mir übrigens auch die Kapitelzählung nach dem binären System, eine passende Idee.

Ein zweiter Band hat es nicht immer leicht, dieser ist der Autorin, wie ich finde, gut gelungen. Der Perspektivewechsel war aus verschiedenen Gründen notwenig, und passt perfekt zum Roman. Die Geschichte wird interessant und spannend weitergesponnen und macht mich neugierig auf den nächsten Band. Auch diesen Band empfehle ich, wie schon den ersten, uneingeschränkt weiter.

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Herrlich schräg und böse

Die Prinzessinnen – Holiday Special 2023 von Christian Endres

Die Prinzessinnen sind auf dem Weg, Gerechtigkeit zu üben, denn Narvila, die vor nicht allzu langer Zeit zu ihrer Gruppe gestoßen ist, hat nichts bekommen.

Ich halte mich extra vage, denn alles andere, was ich schreiben könnte, würde spoilern. Natürlich hat man beim Lesen vielleicht die eine oder andere Ahnung, aber ich denke, die, natürlich fiese, Pointe wird dennoch überraschen, ich jedenfalls musste sehr lachen.

Auch wenn man diese Kurzgeschichte lesen kann, ohne einen der beiden Bände der Reihe zu kennen, finde ich es doch besser, wenn man diese fünf Prinzessinnen schon kennt, alleine um die Geschichte besser einordnen zu können. Die ist nämlich sehr deftig und blutig, ganz so, wie man die Prinzessinnen halt kennt.

Andererseits ist diese kostenlose Kurzgeschichte vielleicht auch eine gute Möglichkeit zu sehen, ob man die Prinzessinnen überhaupt näher kennenlernen möchte. Ich finde ja, das sollte man unbedingt, doch wem diese Geschichte schon zu heftig ist, sollte es sich vielleicht noch einmal überlegen. Denn genauso blutig, deftig, böse und voller schwarzem Humor wie diese Kurzgeschichte ist auch der erste Band, und wird sicher auch der zweite sein, den ich bald lesen werde.

Wer die Prinzessinnen bisher mochte bzw. ihre Abenteuer gerne gelesen hat, sollte hier unbedingt zugreifen, wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, erhält hier einen guten. Ich finde diese Geschichte herrlich schräg und böse, inklusive der Pointe, und freue mich jetzt noch mehr auf den zweiten Band.

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Unterhaltsam und berührend

Menschen im Hotel von Vicki Baum

Berlin 1920er Jahre: Im Grand Hôtel treffen ganz verschiedene Gäste aufeinander: Preysing, ein Generaldirektor, der wegen einer Fusion nach Berlin kommt, Baron von Gaigern, Gentleman und Gangster, Otto Kienlein, sterbenskranker Buchhalter, die Grusinskaja, eine alternde Balletttänzerin und Doktor Otternschlag, kriegsversehrt.

Vicki Baum wirft in ihrem „Kolportage“Roman einen Blick auf eine Handvoll Gäste eines gehobenen Hotels und begleitet diese über mehrere Tage. Dabei findet im Gegensatz zu Otternschlags Ausspruch gegen Ende des Romans „Immer das Gleiche. Nichts geschieht“ (Pos.4461) eine ganze Menge statt, Liebe, Trauer, Tragik, Lebenslust - es ist alles vorhanden, der Roman wird so auch für die Lesenden zu einem Auf und Ab von Emotionen, wenn auch vielleicht nicht immer die der Protagonist:innen. Ich selbst habe vor allem mit Kienlein mitgefühlt, von Gaigern hat mich amüsiert, und die Grusinskaja eher genervt. Doch alle bieten sie auch ihre Überraschungen.

Neben den Charakteren wird auch das Berlin jener Zeit lebendig, denn wir verlassen mit manchen Charakteren zusammen das Hotel. Besonders der Baron ist sehr umtriebig. Insgesamt hat die Autorin die Atmosphäre im und außerhalb des Hotels perfekt eingefangen.

Besonders gut hat mir auch der Erzählstil der Autorin gefallen, er ist sehr anschaulich und atmosphärisch, und hat mich öfter zum Schmunzeln gebracht, ein Beispiel: „Vom Neubau her hopste die Musik aus dem Tea-Room in Synkopen an den Wandspiegeln entlang (Pos.34). Ihre Charaktere hat sie zudem wunderbar charakterisiert, man kann sich jede:n einzelne:n sehr gut vorstellen, das Kopfkino springt mit dem ersten Satz an. Auf gewisse Weise wirkt der Roman zeitlos. Tatsächlich ist dies der erste Roman, den ich von Vicki Baum gelesen habe, aber ich habe große Lust bekommen, mehr von ihr zu lesen.

Vicki Baums Roman hat mir sehr gefallen und mich gut unterhalten, lebendige Charaktere, viele Emotionen, Humor, Tragik, Liebe, Atmosphäre, es ist alles da und gelungen verknüpft. Unbedingte Leseempfehlung!

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