Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gertie G.:
Eine klare Leseempfehlung!
Feindbild Frau von Ingrid Brodnig
„Wie Politikerinnen im Netz bedroht, beleidigt und verdrängt werden und was wir alle dagegen tun können“
Wie schon in ihrem Buch „Hass im Netz“ zeigt Autorin und Expertin für digitale Gesellschaft auf, wie sehr die Anonymität im Netz Menschen ihre Hemmungen nicht, weshalb sie immer und überall ungefragt ihre Meinung kundzutun und das vor allem Frauen gegenüber, in einer menschenverachtenden Weise.
„Beleidigungen sind wirkungsvoll, weil sie uns Menschen signalisieren, welchen Stellenwert wir in der Gesellschaft haben“ (S. 39).
Ingrid Brodnig analysiert in 13 Kapiteln die digitale Gewalt die Frauen in Führungspositionen entgegen schlägt. Darüber hat sie mit Politikerinnen in Österreich und Deutschland gesprochen, die, weil sie in der Öffentlichkeit sichtbar sind, einer besonderen Aggression ausgesetzt sind. Vor allem die sexualisierte Gewalt der Hetze im Netz ist für Frauen besonders verletzend. Das Beispiel eines Mannes, der zunächst eine Politikerin sexistisch beleidigt, den Prozess leider gewinnt, anschließend die Frau, die sich gewehrt hat wegen Rufschädigung klagt, und letztlich eine Frau, nämlich seine eigene Lebensgefährtin ermordet, zeigt auch, dass vermeintlich harmlose Übergriffe im Netz recht schnell an anderen Stelle eskalieren können.
Das Ergebnis der Analyse überrascht nicht: Es ist vor allem Männer, die sich die Anonymität des Netzes zu Nutze machen, Frauen werden bedroht, beleidigt und diffamiert, um sie mundtot zu machen und in Schranken zu weisen.
Die Autorin weist auf die Motive und die Mechanismen dieser Bedrohungsszenarien hin und entwirft gleichzeitig zahlreiche Strategien der Gegenwehr und zeigt, was jede Einzelne tun kann, gegen Gewalt im Netz aufzutreten. „Denn die Gewalt im Netz ist kein individuelles Problem, sondern ein Angriff auf demokratische Teilhabe.“
Im Anhang gibt Ingrid Brodnig zahlreiche Tipps, von rechtsicheren Screenshots über Buddy-Systeme bis hin zu strategischem Blockieren, die das Buch auch praktisch nutzbar machen.
Fazit:
Auch dieses Buch von Ingrid Brodnig zeichnet sich durch klare Struktur und fundierte Sachkenntnis aus. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Hat mich gut unterhalten
Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo
Maxim Leo bietet in seinem neuen Roman Einblick in Seele seiner Protagonisten. Da ist zum einem die erfolgreiche Managerin Marlene, die vor einem weiteren Karriereschritt steht, dafür aber an ihren Social Skills arbeiten muss, und zum anderen Alex, der eine exklusive Coaching-Schmiede führt, in der Alex Marlene coachen soll.
Doch auch Alex hat so seine Probleme und Ängste. Eines davon sind Bankkredite, die bedient werden sollen und ein anderes ist Johanna.
Daneben bekommen wir es noch mit Hausmeister Matthissen, der seine Mutter pflegt und der 14-jährigen Ausreißerin Connie zu tun. Jede und jeder dieser vier Hauptpersonen hat sein bzw. ihr Schicksalspäckchen, das weit in die Familiengeschichte hineinragt, zu tragen. Wie weit, wird für Marlene gleich in den ersten Tagen ihres Aufenthalts klar, als eine Familienaufstellung unter Alex‘ Anleitung, das Schicksal ihrer Großmutter offenlegt.
Wie wird Marlene damit umgehen? Kann sie diese Erkenntnisse annehmen?
Meine Meinung:
Ich kenne fast alle Werke von Maxim Leo, weshalb ich diesen Roman sehr gerne gelesen habe.
Schmunzeln musste ich, wie genau Maxim Leo die Klischees, die so einem Coaching-Tempel oft vorauseilen, beschrieben hat: Klangschalen, vegane Mahlzeiten Yoga sowie das Kommando „Einatmen - Ausatmen“, das Marlene gehörig auf die Nerven geht. Ich finde mich in Marlenes Gedankenwelt wieder. Also nicht, dass ich CEO eines Unternehmens sein wollte, sondern dass ich dem einen oder anderem Angebot nichts abgewinnen kann. Wobei, an einer Familienaufstellung teilzunehmen, sehr interessant ist.
Der Roman lässt sich leicht lesen und trifft immer wieder den richtigen Ton. Mir haben die unterschiedlichen Protagonisten sehr gut gefallen. Jede, jeder darf zweifeln und hoffen, Fehler machen und bleibt dabei durchwegs liebenswert.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem kurzweiligen Buch, das mich sehr gut unterhalten hat, weil es auch ein Körnchen Wahrheit enthält, 5 Sterne.
Hat mich sehr gut unterhalten
Zwei Leichen zum Prosecco von Eva Reichl
Um ihre Außendiensttauglichkeit nach der schweren Verletzung, die sie im Dienst erlitten hat, zu beweisen, muss Chefinspektorin Lotta Meinich ein Training absolvieren. Als sie Bruchteile von Sekunden, da es den Anschein hat, ein Kind erschießen zu müssen, erklärt Klaus Waggler, der Ausbildungsleiter, die Nachschulung für nicht bestanden.
Für Lotta heißt das weiterhin Innendienst, während ihr Kollege Daniel Prischko auf Fortbildung beim BKA in Wien ist.
Nur wenig später, Lotta und ihr Vater Gustav, pensionierter Kriminalbeamter, drehen auf dem Kürnbergwald eine ausgedehnte Hunderunde, findet der Labdrador Johann Strauss die Leiche des Juweliers Martin Froschberger. Obwohl formell nicht einsatzbereit, wird Lotta, bis Prischko aus Wien zurück ist, die Ermittlungsarbeit übertragen. Gustav, mit Leib und Seele Polizist, reißt dessen Rolle als Lottas Partner an sich. Nun befragen Vater und Tochter die Witwe. Trauer sieht ein wenig anders aus. Als Prischko und Lotta das Alibi der Witwe überprüfen, platzen sie in ein Party mehrerer Frauen, die, so scheint es, mit Prosecco auf den Tod des Juweliers anstoßen, hinein. Wird hier das unfreiwillige Ableben eines fremdgehenden Ehemanns gefeiert?
Die Tauglichkeitsprüfung, die Waggler am Sonntag angesetzt hat, fällt ins Wasser, weil Lotta abermals zum Kürnbergwald gerufen wird, wieder eine männliche Leiche. Auch diese Witwe scheint nicht wirklich um ihren Mann zu trauern ...
Handelt hier ein Rächer gedemütigter, misshandelter und betrogener Ehefrauen? Oder ist alles ganz anders? Es gibt kaum Erkenntnisse, ob und wie die Morde zusammenhängen könnten. Zudem hat Lotta den ehrgeizigen Polizeischüler Tim Waggler (ja, den Sohn des Ausbildungsleiters) am Hals und ihr alleinstehender Vater scheint Interesse an Elke Froschberger zu haben.
Meine Meinung:
Eva Reichl ist mit ihrem zweiten Krimi rund um Lotta Meinich einen spannenden Krimi geschaffen, der die Arbeit der Kriminalpolizei von mehreren Seiten zeigt. Zum einem stellt sie den Alltag der Ermittler vor, der nicht immer so glamourös ist, wie sich der kleine Waggler das so vorstellt und zum anderen zeigt sie an Hand der Gerichtsmedizinerin Ilse die Probleme von arbeitenden Müttern auf, wenn die Betreuung von Kindern nicht immer klappt. Dass Gustav auf Ilses Kinder aufpasst, eröffnet möglicherweise ein neues Betätigungsfeld als Leihopa. Ich denke, nach dem Showdown mit Elke hat er wenig Lust, abermals auf eine lustige Witwe zu treffen.
Lotta muss neben ihrer Dienstfähigkeitsüberprüfung noch die eine oder andere spitze Bemerkung in der Dienststelle über sich ergehen lassen. Zudem scheint es gleich drei Männer zu geben, die Interesse an ihr haben: Da ist zunächst der Ex-Ehemann, dem sie als Anwalt eines Verdächtigen wieder begegnet sowie die Kollegen Prischko und Gsteinhauer, der immer wieder versucht Lotta ans Bein zu pinkeln.
Schmunzeln musste ich über die Gespräche, die Lotta und ihrem Vorgesetzten, dem Landespolizeidirektor Jusuf Schmettenthaler führen. Ein Beispiel gefällig:
„Ich rede mit meiner Frau beim Abendessen auch über die Erlebnisse im Dienst, aber meine Frau ist noch nicht auf die Idee gekommen, dem Landespolizeidirektor zu sagen, was er tun soll und warum. Ich hoffe, das bleibt auch so.“
Der Schreibstil ist erfrischend natürlich. Die Charaktere sind authentisch beschrieben.
Mir hat dieser Krimi wieder sehr gut gefallen, zeigt er doch verschiedene Facetten des Polizeialltags auf. Wir treffen gemeinsam mit den Ermittlern auf mehrere Personen, die etwas zu verbergen haben wie zum Beispiel die Beschäftigung von Schwarzarbeitern oder eine Indoor-Hanfplantage. Auch die lästige Büroarbeit wie Berichte schreiben oder elendslange Telefonlisten vergleichen, bleibt nicht unerwähnt.
Ob Tim Waggler Teil des Teams wird? Bei seinem Vater hat Lotta von nun an mindestens einen Stein im Brett. Das Warum, müsst ihr schon selbst lesen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem 2. Fall für Lotta Meinich & Team, der mich sehr gut unterhalten hat, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Penibel recherchiert und gekonnt erzählt
Der Schrein der Könige von Sabine Weiß
Sabine Weiß entführt uns in ihrem historischen Roman „Der Schrein der Könige“ in das mittelalterliche Köln, das sich damals noch Cölln schreibt.
Bevor wir uns gemeinsam mit dem Verduner Goldschmied Nicolaus in Köln niederlassen dürfen, machen wir noch einen Abstecher nach Mailand, wo Kaiser Friedrich Barbarossa seinem Heerführer und Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel, die (angeblichen) Gebeine der Heiligen Drei Könige zum Geschenk macht.
1164 kommen die als Reliquien verehrten Knochen in Köln an. Nun gilt es, einen Goldschmied zu finden, der würdigen Schrein zu gestalten vermag.
Nicolaus von Verdun, der Schöpfer des Verduner Altars in der Stiftskirche von Klosterneuburg (Niederösterreich) verlässt nach tragischen familiären Verlusten Verdun, um in Köln den Auftrag für den Dreikönigsschrein zu gestalten. Dass er von den alteingesessenen Goldschmieden nicht mit offenen Armen empfangen wird, ist leicht erklärbar und einsichtig: Sie fürchten um ihre Aufträge. Da tritt Bruder Ägidius, den alle Welt Jilles nennt, auf den Plan: Er verschafft Nicolaus, trotz zahlreicher Widerstände und Intrigen, den Auftrag, der Nicolaus bis zu seinem Lebensende beschäftigen wird. Bei jedem Wechsel der Herrschaft, sei es im Deutschen Kaiserreich oder im Bistum ist Nicolaus zu seinem Ärger gezwungen, Änderungen am Schrein vorzunehmen. So verlangt Kaiser Otto auf dem Schrein abgebildet zu werden. Das nachträgliche Einfügen der Figur Ottos bringt die ausgeklügelten Proportionen in Unordnung und Nicolaus zur Verzweiflung.
Gleichzeitig erfahren wir einiges über das Leben in Köln. Die Durchlässigkeit der Stände ist kaum gegeben. Ein Tagelöhner bleibt (fast) immer ein Tagelöhner. Die Handwerker sind in Gilden zusammengeschlossen und man heiratet untereinander, um Kunden und Reichtum zu mehren, weshalb es Nicolaus von Verdun schwer hat, in Köln Fuß zu fassen. Nur dem grenzenlosen Ehrgeiz des (realen) Rainald von Dassel und dem fiktiven Jilles ist es zu verdanken, dass Nicolaus den Schrein entwerfen darf.
Neben dem Hauptstrang um Nicolaus und den Schrein, erfahren wir einiges über die politische Lage dieser Zeit. So gibt es immer wieder Hinweise zu den weltlichen Herrschern und zu den geistlichen Führern, die allerdings ihr eigenes Süppchen kochen, und ihren Kämpfen. Es ist die Zeit der Kreuzzüge, die Hunderttausenden das Leben kosten, nur um den Wahn, „Jerusalem von den Heiden zu befreien“, zu erfüllen. Einer dieser Kreuzzüge beschert uns den Bericht über Richard Löwenherz, der vom Babenberger Herzog Leopold auf der Rückkehr vom Heiligen Land gefangengenommen wird und nach der Zahlung eines exorbitanten Lösegeldes frei gelassen wird. Die Sage um Richard und seinem Sänger Blondel, der seinen König in der Burg Dürnstein ausfindig gemacht hat, ist wohl bekannt.
Die Verquickung von Fakten und Fiktion rund um die Erschaffung des Dreikönigsschreins ist sehr gut gelungen, obwohl die Seitenblicke auf das Weltgeschehen außerhalb Kölns das eine oder andere Mal für einige Leserinnen und Leser vielleicht zu üppig ausgefallen sein mögen. Ich persönlich mag das, wenn das Rundherum in einem historischen Roman einbezogen wird. So kann ich mir ein umfassendes Bild der Zeit und der Umstände, in denen ein historischer Roman spielt, machen.
Über Nicolaus von Verdun (geboren zwischen 1130-1140 und gestorben nach 1205) ist nicht allzu viel bekannt, weshalb die Autorin ihrer Fantasie ziemlich freien Lauf lassen kann.
Die Charaktere sind sehr fein ausgearbeitet und wirken authentisch. So werden die innerfamiliären Konflikte zwischen dem realen Nicolaus, seinem fiktiven Sohn Louis und Nicolaus Bruder Charles gekonnt dargestellt.
Sehr gut hat mir auch der Einblick in die Arbeit der Goldschmiede gefallen. Da ich selbst einige Kurse im Goldschmieden absolviert habe, sind mir die Schilderungen sehr vertraut: Altgold, Altsilber einschmelzen, Draht ziehen oder Bleche hämmern - lauter Aufgaben, die der Meister seinen Lehrlingen anvertraut. Die eigentliche Arbeit, die das wirkliche Können des Nicolaus beweist, ist ja der Entwurf der Figuren und deren Herstellung. So wird dann an den Figuren deutlich zu sehen sein, dass nicht nur Nicolaus an dem Schrein gearbeitet hat, sondern andere Kölner Goldschmiede. Jene von Nicolaus wirken lebendig.
Wie wir es von Sabine Weiß gewöhnt sind, verbraucht sie viel „Personal“, das in einem Personenverzeichnis gelistet ist. Historische Persönlichkeiten werden als solche gekennzeichnet. Am Ende des historischen gibt es ein Glossar sowie Anmerkungen der Autorin.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem penibel recherchierten und gekonnt erzählten historischen Roman rund um die Entstehung des Dreikönigsschreins im Dom zu Köln, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Fesselnd bis zur letzten Seite
Die schlafenden Hunde von Dublin von Ellen Dunne
Dunkle Schatten der Vergangenheit
Wenige Tage bevor Patsy Logan, nach ihrer Auszeit wieder ihren Dienst bei der Kriminalpolizei in München antreten, erfährt sie, dass Fergal Massey, ein Freund ihres Vaters Arthur und Pub-Besitzer in Bayerns Hauptstadt, während eines Besuchs in Dublin ermordet worden ist.
Warum hat Fergal bei seinem Tod ein Foto in seiner Brieftasche, das am St, Patrick‘s Day im Jahr 1989 aufgenommen worden ist und neben den drei Freunden Fergal, Mannix und ihrem Vater auch sie selbst zeigt? Ist das ein versteckter Hinweis auf den Täter?
Und wie kommt es, dass ausgerechnet Patsy Fergals Testamentvollstreckerin sein soll und damit auf die Liste der Verdächtigen wandert, und das gleich ganz weit oben? Und was hat es mit dem Sack Pillen auf sich, die man in seiner Münchener Wohnung gefunden hat?
Fragen über Fragen, auf die Patsy nur in Dublin Antworten finden wird. Gemeinsam mit DS Ben Ferguson geht Patsy abermals zahlreichen Spuren nach, die sie (und uns Leser) in die Vergangenheit Irlands und die Zeiten der IRA verschlägt. Kurz entschlossen reist sie zur Beerdigung nach Irland und muss sich einer schmerzhaften Wahrheit über Fergal, der ihr nach dem Selbstmord ihres Vaters ein väterlicher Freund gewesen ist, stellen. Recht schnell gerät sie in einen Strudel aus ungebrochener Loyalität, ungesühnten Verbrechen und persönlichen Abgründen, der sie, die seit langem Zweifel am Selbstmord ihres Vaters hat, abermals in ihren persönlichen Albtraum führt. Soll sie die schlafenden Hunde wecken?
Wird Patsy die Geheimnisse um das Triumvirat entschlüsseln können? Ist Mannix als dritter auch in Gefahr oder hat er etwas zu verbergen?
Meine Meinung:
Dieser 5. Krimi für die irisch-deutsche KHK Patrizia Logan enthüllt einige Geheimnisse, die vielleicht besser unentdeckt geblieben wären. Je tiefer sie in das Leben von Fergal Massey eindringt, desto mehr kommt ihr zu Bewusstsein, dass sie weder Fergal noch ihren Vater oder Mannix besonders gut gekannt hat.
Autorin Ellen Dunne macht es wieder ganz spannend. Während Patsy mühsam Ermittlungen anstellt, tauchen wir Leser in die Vergangenheit ein und sind ihr daher ein wenig voraus. Immer wieder pendeln wir zwischen den beiden Zeitebenen hin und her. Keine Angst, die Überschriften weisen immer darauf wo wir uns wann befinden. Ich hatte recht schnell eine Hypothese, warum Fergal sterben musste. Trotzdem hat mich dieser 5. Fall so fesseln können, dass ich den Krimi ohne nennenswerte Unterbrechung gelesen habe.
Sehr gut haben mir die Einblicke in den Nordirlandkonflikt und die Kämpfe der IRA gefallen. Der Schmuggel von Drogen und Waffen wird detailliert geschildert. Was antwortet Ben Ferguson auf Patsys Frage, ob er gewusst hätte welchen Berufen die Väter seiner Schulkollegen nachgegangen sind? „Sie waren entweder arbeitslos oder Terroristen.“ - wie sein eigener Vater.
Die Nachricht, was mit ihrem Vater tatsächlich passiert ist, schlagt wie die sprichwörtliche Bombe ein und verheißt einen weiteren Fall für Patsy Logan. Hoffentlich müssen wir nicht allzu lange auch auf die Fortsetzung warten. Ich bin schon sehr neugierig, was aus Bens vagen Hinweis sich versetzen zu lassen wird. Wird er zu Europol gehen? Die hätten sicher auch einen Job für Patsy oder übernimmt sie doch die frei gewordene Leitung des K11 in München. Nun ja, wir werden sehen ....
Fazit:
Diesem Krimi, der mit zahlreichen Wendungen bis zur letzten Seite fesselt, gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Nackte Tatsachen
Strandgut von Alexander Oetker
Schwer lastet sie sommerliche Hitze über Grayan an der Côte d'Argent am Atlantik. Die Bewohner von Euronat, dem größten FFK-Camp Europas freuen sich über ein textilfreies Leben, viele davon leben ganzjährig hier. Noch, denn der Idylle droht große Gefahr. Denn der erzkonservativen Bürgermeisterin sind die vielen Nackten, die sich vor rund 50 Jahren in einem abgeschirmten Bereich niedergelassen haben, ein Dorn im Auge.
Kurzerhand kündigt sie den Pachtvertrag unter fadenscheinigen Gründen.
„Wir haben es hier mit einer Sekte zu tun – einer Sekte, die für Nacktheit und Eskapismus steht. Das Gegenteil von Moral, die pure Sünde.“ (S. 55)
Doch damit nicht genug, die Eigentümer der Häuser sollen entschädigungslos enteignet werden und der Grund an eine finanzkräftige Investorengruppe, die Luxushotels errichten will, verhökert werden. Bei der Pressekonfernz erhält sie Unterstützung vom ehrgeizigen Staatssekretär Guy Martinez, der politisch hoch hinaus will. Am nächsten Morgen liegt Guy splitterfasernackt und tot am Strand.
Luc Verlain und sein Team, dem nun auch Rose Schillinger, die wir im letzten Band „Wolfstal“ kennengelernt haben, angehört, beginnen mit den Ermittlungen.
Hat einer der Campingplatzbewohner zur Selbsthilfe gegriffen? Ist der Politiker, der Staatssekretär im Verteidigungsministerium war, ein Zufallsopfer oder wurde der moralische Hardliner gezielt an den Strand gelockt? Und welche Rolle spielt das muslimische Brüderpaar, von dem einer Wasser predigt und selbst den sprichwörtlichen Wein trinkt?
Fragen über Fragen, die beantwortet werden müssen. Doch bevor es dazu kommt, ist schon der Inlandsgeheimdienst zur Stelle und versucht die Ermittlungen an sich zu reißen.
Meine Meinung:
Alexander Oetker hat mit diesem Krimi einen sehr komplexen und spannenden geschrieben, bei dem wenig so ist, wie es zunächst den Anschein hat. Fix ist, dass sich in Frankreich (rechts)konservative Politik breitmacht, die ihr eigene trübe Suppe kocht. Die moralinsaure Bürgermeisterin will die Camper vertreiben, koste es was es wolle. Dass letztendlich sie selbst auf der Strecke bleiben wird, hat sie nicht einkalkuliert. Wie das passieren wird, das ist paradoxerweise das Vermächtnis von Guy Martinez, der den Campern einen juristischen Tipp gegeben hat. Guy Martinez selbst ist eine ziemlich ambivalente Figur.
Während Luc Verlain sich unter den Nackten ziemlich unwohl fühlt, ist Rose Schillinger recht entspannt. Ihre elsässische Familie hat vor Jahren selbst hier Urlaub gemacht. Sie kennt daher den Hausbrauch und ihre Zweisprachigkeit hilft bei den Ermittlungen, ist doch die Mehrheit der Urlauber aus Deutschland. Die Deutschen sind im Angesicht, der von der deutschen Wehrmacht errichteten Bunker des AtIantikwalls, nicht immer gerne gesehen, verhelfen aber den französischen Geschäftsleuten zu hohen Einnahmen.
Wie gut Luc mit seinem Team umgeht, zeigt sich, als Yacine einen folgenschweren Fehler begeht, der ihn vermutlich seine Karriere bei der Polizei kosten könnte. Ich denke, das wird im nächsten Band Thema sein.
Wie immer hat Autor Alexander Oetker politische und gesellschaftliche Themen, den Konflikt zwischen den verschiedenen Diensten Frankreichs sowie Lokalkolorit und einer Portion Humor zu einen fesselnden Krimi verquickt.
Fazit:
Auch der 10. Fall für Luc Verlain überzeugt, weshalb er von mir mit 5 Sternen bewertet wird.
Eine klare Leseempfehlung!
Patriot von Alexei Nawalny
Diese Autobiografie, die Alexej Nawalny (1976-2024) ab 2020 bis zu seinem Tod verfasst hat, ist kein leichter Lesestoff, aber es lohnt, sich darauf einzulassen.
Nawalny erzählt seine Geschichte in vier großen Abschnitten, von denen die ersten drei noch in zahlreich Kapitel unterteilt sind. Im vierten Abschnitt, der die Jahre 2021 bis zu seinem Tod im Jahr 2024 enthält, ändert er seine Aufzeichnungen in eine Art Tagebuch.
Teil I - Dem Tod nahe
Teil II - Heranwachsen
Teil III - Die Arbeit
Teil IV - Gefängnis
Nawalny beschreibt seine politische Arbeit ohne sich selbst zu beweihräuchern, prangert die Korruption in Russland an und ist sich nicht zu schade zuzugeben, dass er sich in Boris Jelzin und auch Wladimir Putin getäuscht hat. Seine Kindheit und Jugend sind vom Reaktorunfall in Tschernobyl sowie von Michael Gorbatschows Glasnost geprägt. Anders als wir im Westen, empfindet Nawalny Gorbatschow als Zauderer. Er beschreibt ihn allerdings als unbestechlich und als einen der wenigen, der sich nicht bereichert hat.
Es ist sehr interessant zu lesen, wie sehr Putin einen einzelnen Mann fürchten muss, wenn er alles daran setzt, ihn zunächst durch zahlreiche Prozesse, mit fadenscheinigen Anklagen, nur mundtot machen will und als Nawalny nicht aufgibt, ihn schließlich töten lässt. Ganz ist Putins Plan nicht aufgegangen, denn für viele ist Alexej Nawalny eine Art Märtyrer, der bewundert wird. Die Opposition hingegen ist leider ohne ihre Galionsfigur zerstritten, obwohl seine Frau Yulija Nawalnaja ihren Kampf gegen Putin fortsetzt.
Der Schreibstil ist klar und zugänglich, ohne unnötig kompliziert zu sein. An manchen Stellen verliert sich Nawalny ein wenig in kleine Detail, was vielleicht nicht jede Leserin, jeden Leser spannend findet.
Beeindruckend zu lesen ist, dass Nawalny weiß, dass er diesen Kampf David gegen Goliath nicht gewinnen kann, und trotzdem weitermacht. Als Patriot im wahrsten Sinne des Wortes zahlt er den höchsten Preis und kämpft bis zum unausweichlichen Ende.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser beeindruckenden Autobiografie 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Hat mich gut unterhalten
Giovanni, du stinkst! von Christian Klinger
Dieser Krimi spielt an einem künstlichen See im Burgenland. Der See ist gilt jenen Menschen, die in den 1970er-Jahren mit ihrer eigenen Hände Arbeit kleine Häuser auf dem Pachtgrund errichtet haben, als Paradies. Doch nun ist das Paradies aus mehreren Gründen in Gefahr. Erstens hebt der Grundeigentümer zum wiederholten Male den Pachtzins an, zweitens gibt es unter den Paradiesvögeln, wie die Einheimischen die Siedlungsbewohner nennen, die eine oder andere Liaison dangereux, also ein Gspusi und drittens liegt Herbert Wolk tot am Strand.
Für die Gründe eins und zwei ist Abteilungsinspektor Giovanni Sinovats nicht zuständig, für den toten Wolk schon. Auf Grund der sommerlichen Hitze wirkt alles ein wenig retardiert, ausgenommen Traudl Sinovats, die mit ihrem Italien-Fimmel sowohl ihrem Sohn als auch ihrer Umgebung schwer auf die Nerven geht. Doch aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, ist auch keine Option. Also beißt er die Zähne zusammen und lässt sich, von ihren Worten „Giovanni, du stinkst. Geh duschen“ mehrmals täglich ins Badezimmer scheuchen.
Wenig später muss Sinovats abermals zum See ausrücken, weil man dort ein Brodeln im See und Gasgeruch wahrgenommen hat. Die Feuerwehr, Rettung und das Bundesheer mit einer Kompanie von der ABC-Abwehr-Truppe sind schon vor Ort.
Das Gerücht, auf ein Erdgasvorkommen gestoßen zu sein, ruft nicht nur einen Mitarbeiter der Landesregierung auf den Plan sondern auch den Eigentümer des Sees sowie dir Pächter der Seegrundstücke...
Meine Meinung:
Dieser Krimi ist das neueste Buch des österreichischen Autors Christian Klinger, der sowohl für seine Krimis rund um den Privatdetektiv Marco Martin als auf für seine historischen Triest-Krimis rund um Ispettore Gaetano Lamprecht bekannt ist.
Gleich vorweg, in diesem Krimi werden Insider in dem einen oder anderen Charakter reale Personen erkennen. Daher finden vielleicht nicht-österreichische bzw. nicht-burgenländische Leserinnen und Leser nicht ganz so interessant, spielen doch Landespolitik und herrschaftliche Attitüden eine große Rolle.
Jedenfalls, zeigt Autor Christian Klinger seine Protagonisten nicht immer von ihrer besten Seite. Da dürfen sich schon mal lang gehegte Rachegefühle ihren Weg bahnen. Dass davor auch der Abteilungsinspektor nicht gefeit ist, gibt dem Ganzen ein ziemlich humorvolle, wenn auch tragische Note, denn letzten Endes gehört auch Giovanni Sinovats nicht mehr zu den Guten.
Der Autor lässt seine Leserinnen und Leser hinter die Kulissen eines vermeintlichen Paradieses blicken, in dem sich Ehepaare auseinandergelebt haben, sich langweilen und der eine oder andere wenig Sinn im Leben findet.
Der Schreibstil ist fein, immer wieder mit Hinweisen auf burgenländische Eigenheiten gespickt. Es herrscht keine Hochspannung, sondern ein besonderes Flair, auf das man sich einlassen muss.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi, der ich gut unterhalten 5 Sterne.
Eine neue Sicht auf Herbert von Karajan
Genie und Gewissen von Michael Wolffsohn
Michael Wolffsohn, Historiker und Nachfahre von aus NS-Deutschland geflüchtete Juden, begibt sich mit diesem Buch auf ein gefährliches Terrain. Denn er stellt die allgemeine Frage, ob Künstler und Künstlerinnen, die in der NS-Zeit Erfolge hatten, unbelastet sein können? Im konkreten Fall, geht es um Herbert von Karajan (1908-1989), den man viel Jahre hoch leben lässt, um ihn wenig später fast fallen zu lassen und ihn der Nähe zur NSDAP zeiht.
Muss Person und Werk getrennt betrachtet werden? Geht das überhaupt? Was tun mit historischen Fehleinschätzungen?
Bei seinen Recherchen hat Wolffsohn bislang unbekannte (oder vielleicht nur übersehene) Fakten ausgegraben. Zudem hat er entdeckt, dass zahlreiche Journalisten, Autoren und auch Historiker die eine oder andere Information ohne weitere Nachfrage übernommen haben.
Das Ergebnis seiner Recherche und der Neubewertung Karajans liegt nun mit diesem Buch vor. Wolffsohn weiß, dass er sich damit nicht nur Freunde macht, wenn er der verbreiteten Annahme, Karajan sei durch seine Nähe zum Regime, ein Nutznießer desselben gewesen, widerspricht.
In drei großen Abschnitten erklärt er, wie er sich der Person Karajan und dem Künstler Karajan genähert hat. Er eröffnet der interessierten Leserschaft ein Bild des Künstlers, das ihn als politisch eher desinteressierten Menschen bezeichnet, der im Elfenbeinturm mit und für seine Musik lebt, und sich neben der Partitur sich für Engagements in berühmten Konzertsälen und Opernhäuser interessiert, aber die Ereignisse rundherum völlig ignoriert. Details der Politik? Interessieren Karajan nicht. Anders als so manch anderen Dirigenten ist es ihm auch völlig egal, ob die Musiker im Orchester Juden oder eben nicht Juden sind. Die Qualität der Musiker des Spiels ist für ihn entscheidend.
Die Aufgabe, die sich Michael Wolffsohn gestellt hat, nämlich ein differenziertes Bild von Herbert von Karajan zu zeichnen, halte ich für durchaus gelungen, wenn es auch immer Menschen geben wird, die von ihrer Meinung nicht abrücken werden.
Der Schreibstil ist trotz der vielen Zahlen, Daten und Fakten niemals trocken. Im Gegenteil an zahlreichen Stellen flicht der Autor ironische Bemerkungen ein, die sogar als solche gekennzeichnet sind. Manche Aussagen oder Bemerkungen werden wiederholt. Es scheint Wolffsohn sichtlich wichtig, diesem Input ordentlich Gehör zu schenken. Gleichzeitig mokiert er sich darüber, dass durch die oftmaligen Wiederholungen von Un- oder Halbwahrheiten durch Journalisten und Autoren diese nicht richtiger werden.
Zahlreiche Briefe und/oder Interviews mit Zeitgenossen und Karajans Töchtern ergänzen diese Biografie, die im Verlag Herder erschienen ist.
Letzten Ende ist es schwierig als jemand, der die Zeit des NS-Unrechtsregime nicht miterlebt hat, sich ein Urteil anzumaßen. Wie hätten Vertreter meiner Generation in dieser Situation gehandelt?
Spontan fällt mir die Schlussszene in István Szabós Film „Mephisto“ ein, in der der fiktive Schauspieler Henrik Höfgen (der aber eine reale Entsprechung hat) mitten im Berliner Olympiastadion von Scheinwerfer verfolgt wird und ausruft: „Was wollen die von mir? Ich bin doch nur ein Schauspieler.“ Ähnliches kann ich mir von Karajan auch vorstellen. „Ich bin ja nur ein Dirigent.“ Wahrscheinlich mit dem Zusatz „aber der Beste“, denn wenn sich Karajan auch unpolitisch verstanden hat, bescheiden, war er nie.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser differenzierte Biografie, die zahlreiche zentrale Irrtümer richtigstellt und einen neuen Blick auf Maestro Herbert von Karajan ermöglicht, 5 Sterne.
Eine klare Leseempfehlung!
Tanzen im Kopf von Zdenka Becker
Mara Balcovà hat bis zu ihrer Pensionierung in einem slowakischen Krankenhaus als Krankenschwester gearbeitet. Ihre Kinder sind erwachsen, der Ehemann ein Alkoholiker und die Pension gering. Sie macht nun das, was viele Frauen ihres Alters machen: Sie nimmt eine Stelle als 24-Stunden-Pflegekraft in Österreich an.
Ihre neue Klientin ist Elvira, einst eine gefeierte Tänzerin und Choreografin, die vor drei Jahren die niederschmetternde Diagnos der tödlichen Nervenkrankheit ALS erhalten hat. Inzwischen ist ihr Körper vollständig gelähmt, dennoch nimmt sie rege an ihrer Umgebung teil. Sie kann nur mehr mit einen durch ihre Augenbewegungen gesteuerten Computer mit ihrer Umwelt kommunizieren, aber im Kopf tanzt sie noch immer.
„Ich habe einen Vogel im Kopf. Er flattert in meinem Schädel herum und bringt alles durcheinander. Und er frisst, was er findet. Er frisst mein Gehirn. Die Hände und Füße sind dann machtlos. Sie tun nicht das, was der Verstand will.“
Die Pflege von Elvira ist trotz aller technischer Hilfsmittel anspruchsvoll. Doch die beiden Frauen kommen einander näher, obwohl sie unter unterschiedlichen Vorraussetzungen aufgewachsen sind. Anders als ihre Kollegin Jolanka, mit der sich Mara alle zwei abwechselt, erzählt Mara Märchen, die sie aus ihrer Kindheit kennt. Für Jolanka ist der „Aufwand, den Mara mit Elvira treibt, völlig unnötig“. Vor allem, dass Elvira ihr Aussehen wichtig ist und es genießt, geschminkt zu werden, findet Jolanka unpassend. Daher freut sie sich immer, wenn Mara für die nächsten zwei Wochen die Pflege übernimmt.
Mara und Fred, Elviras Vater, schenken Elvira, die Vivi genannt, wird schöne Stunden. So wird mit dem Twin City Liner auf der Donau nach Bratislava gefahren oder ein Ausflug in die Wachau organisiert. Vivi hat eine Bucket-List, die sie gerne erledigen möchte, bevor sie sich dem Unvermeidlichen stellt. Ein Punkt ist der Besuch einer Freundin, die nach einem Bühnenunfall auf den Rollstuhl angewiesen ist und in London lebt. Doch Fliegen lässt Vivs Gesundheitszustand, der noch dazu durch die aktuelle Covid-Pandemie bedroht ist, nicht zu.
Allerdings machen wir auch regelmäßig Abstecher in Maras Leben in ihrem Heimatort Modrany. Während sie zusätzlich Geld verdient, ergibt sich ihr Ehemann dem Alkohol. Als sie zu Weihnachten wegen des Dienstes nicht nach Hause kann, eskaliert die ohnehin angespannte Atmosphäre. Als dann wegen der Covid-Pandemie der mehrwöchige Lockdown verhängt wird, und Mara nicht nach Modrany fahren kann, fasst sie einen Entschluss ...
Meine Meinung:
Zdenka Becker spricht in diesem Roman gleich mehrere Themen an: Da ist z.B. die tägliche Arbeit der slowakischen Pflegekräfte bei ihren Klienten und Klientinnen, bei der sie häufig auch ausgenützt werden und zu Arbeiten herangezogen werden, die nicht im Vertrag stehen, oder die Entfremdung ihrer Ehemänner und Kinder in der Heimat. Gleichzeitig zeigt die Autorin, wie liebevoller und empathischer Umgang den Klienten und Klientinnen auch in aussichtlosen Fällen, ein wenig Lebensfreude schenken kann. Die rapide Verschlechterung Elviras Gesundheitszustandes betrübt auch Mara. Nicht nur, weil sie ihre Arbeit verlieren wird, sondern weil sie eine zutiefst empathische Person ist.
Man kann sich nur wünschen, eine Mara als Pflegekraft zu bekommen, wenn es einmal notwendig sein sollte.
Fazit:
Diesem berührenden Roman, der für mindestens eine Person ein neuer Anfang bedeutet, gebe ich gerne 5 Sterne und ein Leseempfehlung.











