Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
Pirohl 6
Bornholmer Spur von Katharina Peters
Mit Bornholmer Spur gelingt Katharina Peters erneut ein spannender Krimi, der im Norden Deutschlands und im Süden Dänemarks spielt. Die Handlung überzeugt durch einen komplexen Fall, der der Ermittlerin, Sarah Pirol, so einiges abverlangt. Ein lange zurückliegender Mord an mehreren Personen und ein schrecklicher Verdacht sorgen für Spannung.
Im Mittelpunkt steht die Ermittlungsarbeit, die Sarah und ihr Team ganz schön fordern. Denn die Beteiligten schweigen, lügen und versuchen alle, ihre Haut zu retten. Durch unerwartete Hilfe gelingt endlich ein Durchbruch. Aber dann gerät Sarah selbst in Gefahr und sie weiß noch nicht, dass sich ihr komplettes Leben dadurch ändern wird.
Peters überzeugt wieder durch ihren flüssigen und mitreißenden Sprachstil und ihre authentisch wirkenden Personen und einer Handlung, die es in sich hat und einiges Wendungen bietet, mit denen man nicht gerechnet hätte.
Fazit: Bornholmer Spur ist ein kurzweiliger und fesselnder Krimi, der allerdings durch viele Charaktere anfangs etwas schwierig zu lesen ist.
Podcast-Ermittlungen
Hörst du den Schrei? von Jørn Lier Horst; Jan-Erik Fjell
Matilde hört zufällig den Podcast von Markus Heger über das Verschwinden der kleinen Leah. Dass das 15 Jahre her ist, stört sie nicht. Sie ist neugierig und beginnt, auf eigene Faust nachzuforschen. Als Matilde verschwindet, sieht sich Markus dazu gezwungen, dem Rätsel auf die Sprünge zu kommen.
Er bekommt dazu etwas unkonventionelle Hilfe.
Tolle Charaktere und eine solide aufgebaute Handlung zeichnen diesen Krimi aus. Kurze Kapitel und viel wörtliche Rede sorgen für ein kurzweiliges Lesevergnügen und ich habe das Buch an einem Stück durchgesuchtet. Das Ende ist sehr überraschend, was mir sehr gut gefallen hat.
Dadurch, dass Heger an vielen Stellen seinen Podcast einspricht, wird die Handlung sehr transparent und anschaulich und ich war beim Lesen quasi live dabei. Auch die Ausflüge in die Vergangenheit bringen ein wenig Licht ins Dunkle der Handlung.
„Hörst du den Schrei“ ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe, die ich gerne weiterverfolgen werde.
Fazit: Wenn zwei megaerfolgreiche Schriftsteller sich zusammentun, um ein gemeinsames Werk zu schaffen, dann kann das ja nur großartig werden.
Wow
Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten von Anna Schneider
Seit Beginn an bin ich ein Fan der Grenzfall-Reihe und wurde auch bei diesem neuen Fall nicht enttäuscht.
Ein großes Unwetter über den Deutschen Alpen sorgt für Panik. Und nicht nur bei den von der Überflutung Betroffenen. Dann findet Alexa einen Toten, der nicht dem Unwetter geschuldet ist. Und tritt eine Lawine an Ereignissen los.
Gleichzeitig wird auf der österreichischen Alpenseite Bernhard Krammer zu einem Fall gerufen, bei dem ein Geschwisterpaar vermisst wird. Und er sorgt sich um Alexa…
Bereits zum 6. Mal ermitteln Krammer und Jahn parallel, bzw. gemeinsam. Der Band ist, wie alle Bände dieser Reihe, in sich abgeschlossen. Mehr Spaß macht es, wegen der Familienzusammenhänge, aber, wenn man die Vorgängerbände auch kennt.
Anna Schneider baut ihren neuen Band nach bewährtem Muster auf: Die Erzählung wechselt zwischen beiden Ermittlern ab und einige Kapitel in kursiver Schrift lassen den Leser noch tiefer in die Vorgeschichte eintauchen. Diese Vorgehensweise erhöht die Spannung noch zusätzlich. Zusätzlich sorgt Schneiders flüssige und anschauliche Schreibweise dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
In „Ihr Grab in den Fluten“ verarbeitet Schneider die Flutkatastrophe im Ahrtal vor einigen Jahren. Ihr Roman ist fiktiv, enthält dennoch prägende Erlebnisse. Zudem hat mich ein weiteres Element zutiefst schockiert. Schneiders neuer Fall ist nichts für schwache Nerven.
Fazit: wieder ein 5-Sterne-Buch und ich freue mich auf den nächsten Fall, der bereits fürs Frühjahr 2027 angekündigt ist.
Mehr Geduld
Oxen. Interregnum von Jens Henrik Jensen
„Mehr Geduld“
Mit diesem kleinen Zitat beginne ich meine Rezension zu Oxen – Interregnum. Geduld braucht es aber in diesem Band auf keinen Fall. Denn die Handlung startet dramatisch, bleibt dramatisch und endet dramatisch. Und spannend.
Die Story beginnt mit dem Mord an einem Politiker und fast zeitgleich werden zwei IT-Studenten ermordet.
Diese beiden Stränge laufen parallel ab und sorgen durch den Wechsel zusätzlich für Spannung. Irgendwann laufen diese beiden Stränge zusammen und führen unweigerlich zum Showdown.
Jensens Charaktere sind wieder überaus klug gezeichnet. Hier sticht vor allem Dajana Djovic hervor – die hat mir persönlich sehr gut gefallen. Und auch Oxens persönlichen Kampf fand ich mehr als klasse gemacht. Mossmann, Franck und Oxen sind einfach ein unschlagbares Team. Und das müssen sie auch sein, wenn sie die Neubildung des Danehofs verhindern wollen. Schwierig nur, wenn einem ein scheinbar übermächtiger Gegner gegenübersteht. Und gerade das macht die Spannung und die Dramatik der Handlung aus. Auch wenn die Handlung teilweise auf der Stelle trat und minimale Längen hatte, konnte sie mich voll überzeugen und mitreißen.
115 Kapitel, fast 600 Seiten und ein Schreibstil, der das Wort „Hut ab“ mehr als verdient.
Fazit: Interregnum ist ein Buch, das man nicht zur Seite legen kann. Mit jeder Seite hofft man, bald das Ende zu erreichen, um zu erfahren, wie es ausgeht, ist aber dennoch mit jeder Seite traurig, dass das Buch bald endet.
Kein Ackerman wie gewohnt
Im Labyrinth der Furcht von Ethan Cross
Der Band beginnt direkt im Anschluss an den Vorgänger „Im Labyrinth der Rache“ und man sollte diesen gelesen haben, damit man die Zusammenhänge versteht.
Ackerman und seine Familie befinden sich in den Händen des Hüters. Gleichzeitig verfolgt Nadja Shirazi ein Täter-Duo, das sich „Der Präparator“ nennt.
So weit, so gut. Und eigentlich bietet dieses Szenario viel Raum für einen tollen, aufregenden Krimi. Den ich leider nicht fand. Ich mag Ackerman und seine Schläue, die ging hier aber völlig unter. Die Handlung driftete in weiten Teilen zu dem – für mich unwichtigen – Teil mit Willard und Leon ab. Zudem sorgte das Geschwafel des Hüters für zusätzliche Gähn-Faktoren.
Dabei startete das Buch durchaus spannend und ich war gespannt, wie sich Ackerman wohl aus dieser Situation befreien kann. Denn hey, das hier ist Ackerman, der sich überall herauswindet. Und das passende Werkzeug hatte er ja auch schon bald im Mund. Was sich dann aber abspielte konnte mich nicht überzeugen.
Dabei ist Cross‘ Schreibstil wie gewohnt mitreißend und locker. Er kombiniert tolle Ideen mit spannenden Momenten und in zwei getrennten Büchern (die Konservatoren als eigenständiges Buch) hätte es auch für mich wunderbar funktioniert.
Fazit: Für mich ist dieser Teil ein Übergangsteil zum dritten Band, den man nicht gebraucht hätte.
tolle Dystopie
To Cage a Wild Bird von Brooke Fast
Endlich mal wieder eine gute Dystopie lesen – und ich wurde bei „To cage a wild bird“ fündig.
Tolle Charaktere, eine rasante Handlung und eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Diese Dinge machen den Debutroman der Autorin aus. Bereits auf den ersten Seiten ist man gefangen und mag das Buch nicht aus der Hand legen.
Kleinere Logikfehler (wie können sich die Charaktere immer so unbeobachtet im Gefängnis aufhalten? – und wie schafft es jemand, gewisse Gegenstände in selbiges zu bringen?) stören nicht weiter beim Genuss der Lektüre. Ich habe mich sehr wohlgefühlt und fiebere jetzt dem zweiten Band entgegen.
Fazit: eine tolle Handlung, sehr gut geschrieben. Weiter so!
Sophie oder Josephine?
Sophie L. von Matthew Blake
Sophie oder Josephine?
In den Wirren der Nachkriegstage kommt es zu einem verhängnisvollen Todesfall in einem Hotel in Paris.
Viele Jahre später taucht eine verwirrte Frau in dem Hotel auf und behauptet, sie sei nicht Josephine, sondern Sophie und sie habe Josephine getötet. Was stimmt noch? Die Enkelin der Frau begibt sich nach Paris und versucht, das Geheimnis zu lösen.
Anna O fand ich ganz stark und ich hatte gehofft, dass der Autor an seinen Erfolg anknüpft. Leider ist ihm das – für mich – nicht so ganz gelungen. Über weite Strecken fand ich die Handlung etwas langatmig. Und der Aufbau war auch nicht meins. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit war noch ok, aber dann wird in der Gegenwart noch ein Jahr zurückgeschaut und zusätzlich erscheint noch ein Auftragsmörder in neuen Kapiteln, das war mir dann zu viel hin und her. Olivias Geheimnis wurde groß aufgebauscht und dann lapidar kurz aufgeklärt. Auch die Story mit dem Museum klang irgendwie hölzern und konstruiert.
Das Ende war dann aber gut, hier habe ich mich gut aufgehoben gefühlt. Die Aufklärung war etwas überraschend, was ich immer sehr gerne mag.
Fazit: Sophie L ist ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.
Einmal begonnen, nicht wieder aufgehört
Rostiges Grab von Anders de la Motte
Selten gibt es Bücher, die man nicht aus der Hand legen kann. Rostiges Grab ist aber definitiv eins davon, ich habe es an einem Tag durchgesuchtet.
Rostiges Grab ist der dritte Fall für Leo Asker und ihre Spezialeinheit für verlorene Seelen. Bereits der Prolog vermag zu fesseln und diese Spannung zieht sich durch das ganze Buch bis zur letzten Seite.
Anders de la Motte gelingt es meisterhaft, Spannung zu erzeugen, indem er den Fall auf mehreren Ebenen entwickelt und in mehreren Perspektiven erzählt. So bleibt die Spannung hoch.
Der Schreibstil ist mitreißend und rasant und die Charaktere, vor allem Asker und Hill, sehr sympathisch. Aber auch das „Graumädchen“, das eigene Kapitel bekommt, konnte mich überzeugen. Vor allem die Auflösung dahinter fand ich sehr gut gemacht.
Man kann dieses Buch unabhängig von den Vorgängerbänden lesen, spätestens nach der Lektüre von „Rostiges Grab“ will man die ersten beiden Bände aber eh lesen. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der bereits auf einen Folgeband anspielt.
Fazit: Einmal begonnen, nicht wieder aufgehört. Rostiges Grab hat alles, was ein perfekter Thriller braucht.
Grandioses Lesevergnügen
Sturmschreie von Tina N. Martin
Sturmschreie 17.12.
Puh, ich bin noch immer atemlos. Das Buch entwickelt ein wahnsinniges Tempo und ich konnte es kaum zur Seite legen.
Ein toter Asylant wird am Fluss gefunden. Was anfangs wie ein Routinefall aussieht, entwickelt sich zu etwas ganz Großem. Idun und Calle finden keinen Anhaltspunkt, den Fall zu lösen.
Erst als sie einen verdeckten Ermittler in das Flüchtlingsheim einschmuggeln, gerät Bewegung in die Sache. Allerdings ganz anders, als sich Idun und Calle das vorgestellt haben.
Martins Schreibweise entwickelt eine düstere und packende Atmosphäre. Die Erzählweise ist direkt und oft hart, vor allem die Szenen in Syrien und der Türkei. Die Handlung spielt auf mehreren Ebenen und beleuchtet die Flüchtlingsdramatik 2015 auf ganz persönliche Weise.
Auch die Charaktere sind sehr vielschichtig und tiefgründig. Sei es Sebastian, der immer auf 5 zählt oder Nadira, die glücklich in Syrien aufwächst – mit allen Personen kann man sich gut identifizieren und in sie hineinfühlen. Man bangt mit ihnen mit und hofft nur das Beste für sie.
Der Fall ist logisch aufgebaut und der Spannungsbogen ist von Anfang bis Ende hoch. Dass die Handlung teilweise auf einer wahren Begebenheit beruht, macht das Buch noch authentischer und mitreißender. So viel Böses kann man sich gar nicht vorstellen.
Fazit: Ein Buch, das Herzklopfen verursacht.
Schach(matt)
Der Blutmacher von Elias Haller
Grausame Morde, die im Internet gezeigt werden – mit dem Blut der Opfer zeichnet der Täter Bilder, die er höchstbietend verkauft. Dabei ist er dem Ermittlerteam immer einen Schritt voraus und spielt Katz und Maus mit ihnen. Wird es Tara gelingen, den Spieß umzudrehen und den Täter mit den eigenen Waffen zu schlagen?
Was für ein kurioses Szenario!
Haller schreibt einen Hit nach dem anderen.
Ich werde es nicht müde, seine Bücher gleich nach Erscheinen zu lesen. Dabei vergesse ich schon einmal die Welt um mich herum. Dieses Mal fand ich vor allem die vielen Rätsel super, die Tara lösen musste. Miträtseln und mitfiebern wurden so zum Motto meines Lesens. Besonders erschüttert hat mich die Handlung um Taras Bruder.
Das Buch hat überaus grausame Szenen zu bieten und sollte nicht gelesen werden, wenn man sensibel ist. Der Blutmacher ist der zweite Band aus der Tara Kronberg-Reihe und kann unabhängig vom ersten Band gelesen werden.
Fazit: Spannung bis zum Ende. Man weiß, dass man dem Täter im Buch schon einmal begegnet sein muss – aber wer ist es? Haller gelingt es, dies bis zum Ende zu verheimlichen und den Leser bei der Stange zu halten.











