Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
Die letzten Kriegsjahre
Vielleicht können wir glücklich sein von Alexa Hennig von Lange
Isabell ist inzwischen auch Mutter und hat kaum Zeit, ihr Buch über das Leben ihrer Großmutter zu schreiben, die sie durch die 130 Kassetten von einer ganz anderen Seite kennenlernen durfte. Klaras Mann ist an der Front und Klara muss sich und ihre 4 Kinder heil durch den Krieg bekommen, was verständlicherweise nicht einfach ist.
Aber Klara ist eine starke Frau und wächst mit ihren Aufgaben.
Leider ist die Trilogie mit diesem Band zu Ende. Die Charaktere sind mir bereits im 1. Band ans Herz gewachsen und haben mittlerweile einen festen Platz darin gefunden. Da ist es egal, ob Vergangenheit oder Gegenwart. Allerdings habe ich dieses Mal fast mehr in der Gegenwart gebangt als bei den letzten beiden Bänden. Denn irgendwie habe ich das ganze Buch gehofft, dass Tolla gefunden wird.
Klaras Geschichte war dieses Mal zwar auch wieder interessant, aber durch das nahe Kriegsende und da man wusste, dass alle überleben, nicht ganz so dramatisch. Und das dramatischste Erlebnis wurde leider am Ende mit einem kurzen Satz abgehandelt.
Das Ende ist zudem etwas abrupt, hier hätte ich gerne noch mehr gelesen. Für mich hätte das Leben von Klara eh noch Potential für mehrere weitere Bände gehabt.
Fazit: ein würdiger Abschluss der Trilogie, die auch das Zeug für eine Tetralogie gehabt hätte.
ein neues Gesicht
Eulenschrei von Max Bentow
Ein neues Gesicht
Ermittler Nils Trojan bekommt mit Carlotta Weiss eine neue Kollegin zur Seite gestellt. Carlotta ist Profilerin und hat teilweise sehr eigenwillige Ermittlungswege. Doch das ist genau das, was Trojan für seinen neuen Fall braucht. Was haben die vier Toten gemeinsam, denen jeweils ein Körperteil fehlt? Und wie sollen Trojan und Weiss dem Täter auf die Spur kommen, der seinen Opfern vor der Tat immer einen Lebkuchenmann zukommen lässt?
Der neue Thriller von Max Bentow hat wieder alles, was man für spannende Lesestunden braucht: einen schwierigen Fall, einen Täter, der sehr schlau ist und sympathische Charaktere.
Besonders gefesselt hat mich Carlottas Gabe der Mikroexpression: kleinste Regungen in der menschlichen Mimik zu erkennen und so Lügen zu entlarven.
Die kurzen Kapitel verleiten dazu, dass man immer noch schnell eins liest, bis man sich jäh vor dem Ende des Buches befindet. Einblicke in die Psyche des Täters und seine Motive lassen das ganze Buch noch interessanter wirken.
Bentows Schreibstil ist schnell und teilweise sehr brutal – für Menschen mit starkem Magen.
Man muss die Vorgängerbände nicht kennen, um „Eulenschrei“ zu verstehen, schöner ist es dennoch, weil vor allem die privaten Ereignisse von Trojan aufeinander aufbauen.
Fazit: Eulenschrei ist der Auftakt zu einer neuen Reihe, in der Nils Trojan und Carlotta Weiss zusammen auf Tätersuche gehen. Ich freue mich bereits auf den nächsten Band.
locked-in-Krimi
Letzte Lügen von Karin Slaughter
Es ist Saras und Wills Hochzeitsreise. Alles hätte so romantisch sein können in der abgelegenen Lodge, wenn da nicht dieser Mord passiert wäre. Die Managerin der Lodge stirbt in Wills Armen und dann verschwindet auch noch deren Sohn. Die Zahl der Verdächtigen ist übersichtlich – aber keiner sagt die Wahrheit.
Bereits das 12. Buch der Georgia-Reihe und die Autorin hat sich ihren Wunsch erfüllt und einmal einen Locked-Room-Thriller geschrieben. Die Lodge bietet Platz für eine Handvoll Gäste, die Inhaber-Familie und das Personal. Und so gibt es nicht so viele Verdächtige. Allerdings zieht sich die Handlung so auch ein bisschen, weil ja jeder lügt und die Aufklärung auf der Stelle tritt.
Sehr gut fand ich die Übersichtskarte am Anfang des Buches, da habe ich oft drauf geschaut, wenn Wege erklärt wurden.
Schräg gedruckt sind immer wieder Briefe der Toten eingefügt, was das ganze Buch noch emotionaler werden lässt.
Das Buch besteht aus vielen Wendungen und beim Lesen ertappt man sich selbst dabei, dass man immer wieder andere Personen verdächtigt, es lädt richtig zum Miträtseln ein. Und das Ende ist schon ein wenig Agatha-Christie-like.
Fazit: sehr flott zu lesen, mit einigen Längen, aber sehr empfehlenswert.
Hegels schwierigster Fall
Tödlicher Schall von Vincent Kliesch
Hegels schwierigster Fall
Hegels ehemals bester Freund sinnt auf Rache und fordert Hegel zu einem Katz- und Maus-Spiel, das er unmöglich gewinnen kann. Doch für Hegel steht viel auf dem Spiel und so nimmt er die Herausforderung an.
Kliesch packt seine eigene Erkrankung und die Erfahrungen seines Krankenhausaufenthaltes mit in das Buch, was es sehr persönlich macht.
Außerdem schreibt er im Nachwort, dass er dieses Buch ganz ohne Hilfe von Sebastian Fitzek geschrieben und deshalb ganz viel eigene Ideen eingebracht hat. Und das merkt man auch. Dabei ist das nicht negativ gemeint, im Gegenteil. Kliesch haut dem Leser Dinge um die Ohren, die sehr unglaubwürdig klingen, aber wissenschaftlich belegbar sind. Teilweise waren die Erklärungen etwas lang, aber man brauchte sie, um die Handlung zu verstehen.
Hegel und Jula kommen nicht zur Ruhe, was mir persönlich langsam etwas zu viel des Guten wird. So viele massive Feinde kann doch keiner haben. Allerdings war mir die Art des Gegners sehr lieb: schlau und Hegel absolut ebenbürtig.
Die Schreibweise des Autors ist gewohnt packend und man merkt ihm an, wie sehr er seine Charaktere ins Herz geschlossen hat.
Das Ende wartet mit einem Cliffhanger auf, der Vorfreude auf das nächste Buch macht, das sicher noch einige offene Enden der Reihe verknüpfen wird. Ich bin schon sehr gespannt auf den neuen Band.
Fazit: Der Titel „Tödlicher Schall“ trifft den Nagel auf den Kopf. Allerdings ist hier nichts Schall und Rauch, sondern Spannung bis zum Schluss.
stark geht es weiter
Signum von John Ajvide Lindqvist
Stark geht es weiter. Auch der zweite Band der Trilogie überzeugt voll und ganz.
Kim Ribbing hat seinen früheren Peiniger entführt und im Keller gefangen gehalten. Er glaubt, er habe alle Spuren verwischt, doch die Polizei kommt ihm auf die Spur – und die Jagd beginnt.
Doch Ribbing ist der Polizei immer einen Schritt voraus.
Und das fand ich total gut gemacht. Gut gemacht ist auch, dass man Sympathie zu Kim aufbaut, der ja eigentlich eher auf der falschen Seite steht. Sehr gut gefallen hat mir wieder Astrid. Vor allem ihre besonderen Fähigkeiten waren Kim wieder sehr nützlich. Die Beziehung zwischen Julia und Kim entwickelt sich weiter, auch Johnny darf sich über eine Romanze freuen.
3 Handlungen, die parallel verlaufen: die Entführung, Julias Recherchen gegen die Wahren Schweden und die Ermittlungen der Polizei. Und alles wird schlüssig zusammengeführt. Überraschende Wendungen und kurze Kapitel sorgen zudem dafür, dass keine Langeweile aufkommt und man das Buch kaum zur Seite legen mag.
Fazit: ich bin schon total gespannt auf den finalen Teil.
nimm dir Zeit für dieses Buch
Hast du Zeit? von Andreas Winkelmann
Zeit ist das wichtigste, das Menschen haben können.
So sieht das auch ein Serientäter, der seine Opfer mit den Worten „hast du Zeit?“ entführt.
Das Buch ist mal etwas Anderes: nicht die Polizei ermittelt, sondern ein Kommissar im Ruhestand.
Für mich zog sich die Handlung dieses Mal ein wenig, weil es so gar keine Anhaltspunkte gab, die das Buch voranbrachten und auch nicht so viel Spannung aufkam.
Für mich waren die Szenen mit den Opfern am aufregendsten, hiervon hätte ich gerne mehr gelesen, was dann aber vielleicht die Überraschung geschmälert hätte. Denn überraschend ist die Handlung allemal. Und sie wirft viele Fragezeichen auf.
Ich mochte vor allem Grotheer, den ehemaligen Polizisten sehr gerne und Lily, die Freundin eines der Opfer. Wie Grotheer ermittelt hat mir sehr gut gefallen.
Nicht gefallen haben mir die Kapitel des Täters – die waren sehr unverständlich. Wahrscheinlich hat man sie aber gebraucht, um sich in die Psyche des Täters hineinversetzen zu können. Und die hat es in sich. Denn was er mit den Opfern anstellt sorgt allemal wieder für wohlige Schauer.
Fazit: Hast du Zeit für dieses Buch? Wenn nicht, dann nimm sie dir
Step by step zur Lösung des Rätsels
COLD CASE - Das letzte Bild von Tina Frennstedt
Auf einer Internetseite taucht ein Foto eines vor längerer Zeit verschwundenen Mädchens auf. Das Mädchen hat Ähnlichkeit mit dem Verschwinden einer jungen Frau, deren Fall Tess Hjalmarsson seit Jahren beschäftigt. Als ein weiteres Foto auftaucht, das dem ersten ähnelt gewinnt die Ermittlung an Brisanz.
Aber so alte Fälle haben es ja immer in sich.
Und genau das reizt mich an Büchern mit Cold Cases: scheinbar unlösbare Fälle werden nach längerer Zeit wieder aufgegriffen und durch minimale neue Hinweise doch noch gelöst. Der vorliegende Fall ist aber auch zu mysteriös und bis zum Schluss hatte ich keine Ahnung, wer denn nun der Täter sein könnte.
Teilweise fand ich das Buch auch sehr heftig geschrieben. Die Szene mit der Frau im Zelt – Gänsehaut pur. So bleibt das Buch nahbar und spannend bis zum Ende. Frennstedt versteht es meisterhaft, die Spannung hoch zu halten, indem sie Rückblicke einstreut, die die Opfer etwas näher beleuchten und die Handlung näher beleuchten. Auch die Szenen mit Kate, die scheinbar erst einmal nichts mit der eigentlichen Story zu tun haben, sind wohldurchdacht platziert und machen beim Lesen neugierig.
Fazit: Frennstedts Krimis sind immer toll, flüssig und anschaulich geschrieben und mitreißend. Der neue Fall hat auf jeden Fall auch Suchtpotential.
atemberaubend
Nachtwasser von Camilla Läckberg; Henrik Fexeus
Zwei Drohungen, ein makabrer Fund und ein geplatzter Drogendeal sind die Grundlage des abschließenden Bandes der Dabiri-Walder-Trilogie.
Läckberg versteht es meisterhaft, eine düstere und bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen. Der Schauplatz in den Tunneln und Dabiris Tick tragen dazu bei, dass ein regelrechter Lesesog entsteht.
Mina, eine überzeugende und kompetente Ermittlerin, und Vincent, ein brillanter, aber auch eigenwilliger Mentalist, ergänzen sich hervorragend und sorgen für interessante Dynamik und Spannung. Die Handlung selbst ist geschickt konstruiert und voller überraschender Wendungen. Die Autoren führen die Leser in die Irre und halten die Spannung konstant hoch. Jeder Hinweis und jede Entdeckung führen zu neuen Rätseln und Geheimnissen, die erst nach und nach entschlüsselt werden. Hierbei ist wieder besonders Vincents analytisches Denken zu loben, der den Ermittlern oft den entscheidenden Hinweis liefert.
Auch dieser Band hat fast 700 Seiten. Was mit reiner Ermittlungsarbeit vielleicht etwas anstrengend zu lesen wäre. Und so flechten die beiden Autoren noch viel Menschliches in ihre Handlung ein, das das ganze Buch zu einem runden Erlebnis macht.
Das Ende hat mich umgehauen!
Fazit: atemberaubende Spannung und tolle Charaktere zeichnen dieses Buch aus.
Das Dream-Team ermittelt wieder
Totholz von Andreas Föhr
Das Dream-Team Kreuthner und Wallner ermittelt wieder.
Das Ermittler-Duo ist wirklich vom Feinsten: Kreuthner, der etwas schrullige Polizist mit dem Talent, sich in Schwierigkeiten zu bringen und Wallner, der überkorrekte Kommissar, dessen Vater ein guter Freund von Kreuthner ist.
Föhrs Krimis liest man immer mit einem Schmunzeln auf den Lippen.
So ganz ernst kann man die Bücher ja nicht nehmen, aber die Handlung fesselt dann doch wieder:
Eine Bekannte von Kreuthner wird entführt, kurz nachdem sie der Polizei den Liegeplatz einer bisher nicht vermissten Leiche gezeigt hat. Mit seiner unnachahmlichen Art macht sich Kreuthner daran, seine Bekannte wieder zu befreien. Und gerät dabei natürlich wieder in allerlei Fettnäpfchen.
Ziemlich viel, das Föhr dieses Mal in seinen Krimi packt und man muss ihn dafür bewundern, wie er die Fäden verflicht und sich dabei nicht verliert. Am Ende laufen alle Fäden auch wieder passend zusammen.
Ich finde es klasse, wie Föhr seinen Protagonisten aufgebaut hat. Kreuthner ist kein „normaler“ Polizist und seine Eskapaden sind einfach köstlich.
Fazit: wieder ein Riesenspaß, man muss nur aufpassen, dass man den Faden nicht verliert, weil mehrere Handlungen und Verbrechen nebeneinanderher ablaufen.
4,5 *
Schwiecker und Tsokos am Puls der Zeit
Der 1. Patient von Florian Schwiecker; Michael Tsokos
Schwiecker und Tsokos am Puls der Zeit
Eine KI, die Leben rettet – davon ist Chirurgin Sasha Müller fest überzeugt. Doch was, wenn es einmal nicht so ist? Wenn ein Patient stirbt, wer hat Schuld daran?
Dieser Frage gehen die beiden Autoren in ihrem neuen Justizthriller nach und haben damit eine wichtige Frage aufgeworfen.
Auch die Charaktere im Buch sind sich bewusst, dass man über dieses Thema stundenlang diskutieren könnte und doch zu keinem Ergebnis käme, das allen gerecht wird.
Ich fand diesen Ansatz total interessant und habe das Buch an einem Nachmittag durchgesuchtet.
Das Buch ist in 3 Teile gegliedert. „Tod im OP“, „Der Prozess“ und „Showdown“.
Die Schreibweise ist wieder sehr überzeugend. Man merkt, dass die beiden Autoren vom Fach sind. So bietet das Buch auch Blicke hinter die Kulissen der Rechtsmedizin, sowie der Rechtsprechung und ist überaus authentisch dargestellt.
Der Twist am Ende ist ein wenig vorhersehbar. Allerdings erst ab der zweiten Hälfte des Buches und deshalb dennoch überraschend.
Fazit: wieder ein toller Justizthriller aus der Feder der beiden Autoren, wobei mir Jarmer dieses Mal etwas zu kurz kam.











