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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Harakiri:

er kann es nicht lassen

Finstere Provence von Pierre Lagrange

Albin Leclerc kann es nicht lassen.
Er kann ja aber nun wirklich nichts dafür, dass er immer wieder in die Mordermittlung seiner ehemaligen Kollegen hineingezogen wird.
Aber er hilft ja gerne. Vor allem, weil der neue Fall ein sehr persönlicher ist. Leclerc bekommt Drohbriefe – und stellt fest, dass jemand noch eine Rechnung mit ihm offen hat.

Aber wer ist es? Und was hat Leclerc getan?
Zugegeben: auch wenn Lagrange jede Menge Verdächtige präsentiert, ich hatte schnell einen Verdacht. Das tat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch und ich habe mit Leclerc, seiner Familie und seinen Kollegen mitgefiebert.
Bereits zum 11. Mal begleite ich Leclerc bei seinen Ermittlungen – und wurde wieder angenehm überrascht. Lagranges Schreibstil ist mitreißend, humorvoll (Stichwort Matteo) und emotional. Man kann sich gut in die Charaktere hineinversetzen, vor allem in die Kollegen, die so langsam ob Leclercs Art resignieren.
Und dann ist da natürlich noch Mops Tyson und die Gespräche zwischen ihm und seinem Herrchen, die schon oft die eine oder andere Erleuchtung in einem Fall gebracht haben.
Fazit: wieder viel zu schnell vorbei – und ich freue mich schon auf den nächsten Band.

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Zefix und Kasspatzn

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13) von Volker Klüpfel; Michael Kobr

Zefix - ja, das ist gleich wie nach Hause kommen zum liebsten Polizisten auf Erden: Kluftinger. Und dieses Mal geht es sehr turbulent zu: eine Hundertschaft Polizisten sammelt sich im Wald zu einem Einsatz und auf einmal geht alles schief und es gibt einen Toten. Klufti beginnt fieberhaft zu ermitteln und engagiert sich auch noch politisch.

Gewohnt humorig ist der neue Krimi des Autorenduos. Die Dialoge sind klasse und alles ist wieder sehr anschaulich und flüssig geschrieben. Von der ersten Seite an war ich in der Handlung gefangen und das Tüpfelchen auf dem I war dieses Mal ganz sicher der Wahlkampf. Klufti kommt besser an als sein F(r)ei(u)nd Langhammer? Die Ermittlungen und das Privatleben halten sich ungefähr die Waage und das fand ich sehr gut. Und dass am Ende der Zufall den Fall löst fand ich auch sehr gut gemacht.
Einen Mehrwert bietet das Buch wie immer durch das Lokalkolorit. Den Schriftzug „Sieg“ habe ich bisher noch nie wahrgenommen. Und von der Burg wusste ich bislang auch nichts.
Nachdem Klufti in den letzten Büchern etwas stiefmütterlich behandelt wurde und nicht so gut wegkam, habe ich mich gefreut, meinem Lieblingskommissar wieder in bester Verfassung zu begegnen.
Fazit: Kobr und Klüpfl sind immer wieder ein Garant für tolle Lesestunden. Ihre humorvolle Art macht die Klufti-Krimis zu etwas ganz Besonderem.

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muss nur noch kurz die Welt retten

Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig

Muss nur noch kurz die Welt retten
Ein Buch, das nachdenklich macht. Das sich um das Leben, die Natur und Tiere dreht und Fragen nachgeht wie: warum sollte ich mich für meinen Körper schämen, wenn er älter wird?
Selten habe ich in einem Buch so viele bemerkenswerte Zitate für mich mitgenommen.

Wir sind in jedem Moment so alt wie nie zuvor, andererseits aber auch jünger, als wir es je wieder sein werden.
Fast alles ist interessant, wenn wir uns nur tief genug darin versenken
Wir sollten uns, während wir in der Gegenwart leben immer schon mit dem Blick aus der Zukunft sehen.
Und das ist nur ein kleiner Auszug aus den vielen schönen Zeilen, die dieses Buch ausmachen.
Grace ist ein bemerkenswerter Charakter, den man einfach mögen muss. Auch Antonio hat mir imponiert. Haig schildert seine Protagonisten mit allen Ecken und Kanten – und macht Lesern Mut.
Die Geschichte ist schnell zusammengefasst – Grace wird durch paranormale Kräfte dazu auserwählt, die Natur auf Ibiza zu retten – aber nicht schnell gelesen. Und vor allem auch nicht schnell vergessen. Normalerweise mag ich paranormale Phänomene in Büchern nicht so gerne, aber hier hat es einfach gepasst.
Fazit: ein richtiges Wohlfühlbuch, das sich mit vielen Themen auseinandersetzt und in dem man Kraft findet, wenn man welche nötig hat.

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kuriose rechtsmedizinische Fälle

Mit kaltem Kalkül von Michael Tsokos

Sabine Yao ist wieder da
Ich mochte die Rechtsmedizinerin schon in ihrem ersten Buch sehr gerne, jetzt hat sich meine Meinung gefestigt.
Wie hängen das Verschwinden eines 8-jährigen Jungen und die ungewöhnlichen Todesfälle, die das Team für Extremdelikte in der Rechtsmedizin klären müssen, zusammen? Ich konnte es mir nicht vorstellen, war aber von der ersten Seite an wieder gleich in der Handlung gefangen.

Die Handlung verläuft auf zwei Ebenen, eben jener mit dem verschwundenen Jungen und den Fällen in der Rechtsmedizin. Beide Stränge haben es in sich und wechseln miteinander ab. Kurze Kapitel sorgen dafür, dass man immer noch schnell eins weiterlesen möchte, damit die Cliffhanger weitergehen.
Dass die ganzen Fälle Bezüge zu echten Kriminalfällen haben, macht das Ganze noch prickelnder. Und da diese teilweise so knifflig sind, dass man mit dem Team mitfiebert, ist zudem ein Bonbon. Am Ende werden auch die mysteriösten Fälle gelöst.
Ein wenig zu kurz kommt das Privatleben von Sabine. Man weiß quasi nur, dass sie eine Schwester hat, die es nicht einfach hatte im Leben. Hier erhoffe ich mir im nächsten Band noch etwas mehr Persönliches.
Fazit: Schon immer mal wissen wollen, was es für kuriose Rechtsmedizinfälle in Deutschland oder anderswo gibt? Dann auf jeden Fall diesen Thriller lesen und voll auf seine Kosten kommen.

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Wandern macht glücklich?!

Zwei in einem Leben von David Nicholls

Eine Wanderung quer durchs Großbritannien.
Marnie und Michael sind beide Singles. Eine gemeinsame Freundin überredet sie zu einer Wanderung. Die beiden kommen sich näher, haben aber beide noch mit ihren Altlasten zu kämpfen. Werden sie es schaffen, sich dennoch aufeinander einzulassen?
Spritzige Dialoge und eine mitreißende Schreibweise machen diesen Roman aus.

Die Kapitel wechseln zwischen Marnie und Michael ab und nehmen den Leser mit in ihre Gedanken und Gefühle. Mit jeder Etappe des Wanderweges kommen sie sich näher und es war schön, hier dabei sein zu können.
Marnie und Michael waren mir gleich sympathisch und ich konnte mich gut in beide einfühlen. Michael, der insgesheim noch an seiner Ehefrau hängt und Marnie, die in ihrer Ehe auch mehr als unglücklich war. Keine perfekte Grundlage für neue Beziehungen, aber die Gespräche, die die beiden führen, helfen bei der Verarbeitung.
Fazit: Ein wunderbarer Roman, den ich kaum aus der Hand legen konnte.

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Ein Buch, das man nicht mehr vergisst

Die Frauen jenseits des Flusses von Kristin Hannah

Frances Mc Grath ist Krankenschwester. Als ihr Bruder im Vietnam-Krieg fällt, beschließt sie, sich freiwillig für den Sanitätsdienst zu melden. Was sie hier erlebt, ist alles andere als einfach. Dennoch lernt sie, zu überleben und zu funktionieren.
Ein klasse Buch! Ich war von Anfang an in der Handlung gefangen und finde, dass die Autorin die Schrecken und Gräuel der Zeit sehr gut eingefangen und geschildert hat.

Kaum jemand weiß, wie es den Schwestern damals ging und Hannah gibt diesen Frauen eine Stimme.
Der Autorin gelingt es sehr gut, die inneren Konflikte und die unerschütterliche Stärke der Frauen darzustellen. Die Figuren sind vielschichtig und authentisch, und ihre Entwicklungen sind sowohl glaubwürdig als auch inspirierend. Frances Entwicklung mitzuerleben hat mir viel Spaß gemacht. Von der fast schüchternen Jugendlichen zur reifen Frau.
Auch Liebe gab es in den Lagern und die braucht Frances auch dringend. Auch hier schildert Hannah sehr eindrücklich was der Krieg und der Schrecken mit den Menschen machen.
Sehr gut fand ich auch die historische Recherche und die Darstellung des täglichen Lebens während des Krieges. Sie sind eindrucksvoll und lassen die Leser die Qualen und den Mut der Protagonisten hautnah miterleben.
Fazit: was Hannah hier wieder abliefert ist ganz groß. Sehr beeindruckend und packend. Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.

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Tick Tack

Stalker – Er will dein Leben. von Arno Strobel

Als Eric Sanders eine Rolle im Tatort bekommt, scheint sein Berufsleben in die richtige Spur zu geraten. Doch sein Erfolg lockt auch Neider auf den Plan und was relativ harmlos beginnt steigert sich bald zu einem Fall von Gewalt.

Arno Strobel ist immer ein Garant für spannende Lesestunden. So auch in seinem neuen Psychothriller, der keiner Reihe angehört.

Während des Lesens konnte ich mich gut in Eric hineinversetzen und habe gebannt seine Jagd nach seiner Vergangenheit verfolgt.

Strobel hält den Leser mit vielen Wendungen und überraschenden Einfällen auf Trab. Allein die Idee, dass sein Protagonist einen Mord gestehen soll, von dem dieser nichts weiß, ist erfrischend anders als alles was es sonst so auf dem Thriller-Markt gibt.

Mit dem Ende war ich nicht ganz zufrieden, aber es passt sehr gut zu Strobel.

Fazit: Ein Buch, das sich liest wie eine Achterbahnfahrt.

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Lupus = Der Wolf

Lupus von Tibor Rode

Spannende Zeiten für Jenny. Erst verschwindet ihr Vater, dann richtet ein Wolf ein riesiges Blutbad an und zuguterletzt tauchen auch noch Schatten aus ihrer Vergangenheit auf.

Tief taucht Rode in die Welt der Wölfe und deren Forschung ein und spinnt dabei einen Bogen von Nazideutschland bis heute.

Nichts ist, wie es schien und auch Jenny muss einige herbe Schicksalsschläge hinnehmen.

Rodes Schreibstil ist flüssig und einladend, was das Lesen zu einem wahren Vergnügen macht. Die bildhaften Beschreibungen und die sorgfältig ausgearbeiteten Dialoge tragen dazu bei, dass man sich in die Welt von „Lupus“ hineinversetzen kann. Einzig die Charaktere fand ich, inkl. Protagonistin Jenny, etwas oberflächlich und flach und teilweise hat sich die Handlung auch etwas gezogen.

Rode sorgt aber für einige überraschende Wendungen, was dazu beiträgt, dass man am Ende das Buch nicht mehr zur Seite legen mag.

Fazit: Rodes Story ist vielschichtig und komplex, berührt jedoch auch die emotionale Seite und regt zum Nachdenken an.

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mietreißend und tiefgründig

Tode, die wir sterben von Roman Voosen; Kerstin Signe Danielsson

Der Roman spielt in Malmö, Schweden und folgt dem Ermittlerteam um die Hauptfiguren Svea Karhuu und Jon Nordh. Die Geschichte beginnt mit einer Schießerei, die zunächst nach einem typischen Bandenverbrechen aussieht, sich aber schnell als vielschichtiger herausstellt. Karhuu und Nordh ermitteln und fügen Stück für Stück das Puzzle zusammen.

Bereits die Reihe um Nyström und Forss des Autors begeistert mich. So war ich auch sehr neugierig auf seine neuen Ermittler.
Voosen zeichnet die Ermittlungen mit großer Detailgenauigkeit aus und schafft es, den Leser in die Gedankenwelt des Ermittlers eintauchen zu lassen. Zudem haben beide Ermittler ihre Probleme, die es anfangs nicht einfach macht, miteinander auszukommen. Besonders beeindruckend ist die Charakterentwicklung. Die Protagonisten sind keine stereotypischen Personen, sondern tiefgründige Persönlichkeiten mit eigenen Konflikten und Herausforderungen. Vor allem Nordh, der vor kurzem seine Frau verloren hat und sich dem Fall auch aus eigennützigen Gründen annimmt, konnte hier überzeugen. Voosen zeigt hier ein feines Gespür für menschliche Schwächen und Stärken, was die Erzählung authentisch und emotional berührend macht.
Malmö als Schauplatz ist neu, aber sehr überzeugend. Die teilweise recht düstere Stimmung und der Umkreis in der Bandenkriminalität tragen sehr zur lebendigen Kulisse, die das Kopfkino anschaltet, bei.
Fazit: ein sehr mitreißender und tiefgründiger Krimi und ich freue mich schon auf den nächsten Band.

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nur nicht lügen

Scandor von Ursula Poznanski

Aus einem Spiel wird bitterer Ernst
Ein paar Tage nicht lügen? Klingt einfach, doch ganz so easy ist es dann doch nicht für Philipp und Tessa. Denn das Spiel hört immer mit und verzeiht keinen Fehler.
Ein weiteres Suspense-Abenteuer, das aber längst nicht so gefährlich ist, wie z.B. in Tribute von Panem.

Aber deshalb nicht weniger fesselnd. Denn von der ersten Seite an, zieht einen das Buch in seinen Bann. Kurze Einschübe, wie schnell man als Kandidat verliert, sorgen für kleine Schmunzler oder AHA-Effekte. Denn man macht sich selbst nie bewusst, wie oft am Tag man selbst lügt. Allein die Antwort auf die Frage, „wie geht es dir?“ birgt schon Konfliktpotential.
Poznanski entwickelt ihr neues Buch für Jugendliche, aber auch Erwachsene kommen voll auf ihre Kosten. Aus 100 Kandidaten werden schnell immer weniger und je weiter man liest, desto undurchsichtiger wird alles. Denn das Spiel verbirgt ein bitteres Geheimnis.
Fazit: sehr gute Unterhaltung für Jung und Alt

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