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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Alais:

Wunderbar schräg, very british und erfrischend anders

This Charming Man von C. K. McDonnell

Ganz schön uncharmante Vampire treiben in dieser Fortsetzung von „The Stranger Times“ ihr Unwesen – und das, obwohl es sie gar nicht gibt ...
Ich lese Bücher aus Reihen gerne wild durcheinander, aber in diesem Fall rate ich ausnahmsweise dazu, vorher den (ebenfalls wunderbaren) ersten Band zu lesen, um sich mit dem etwas seltsamen Team dieser etwas seltsamen Zeitung vertraut zu machen.

Und dann kann man sich einfach nur noch freuen! Denn der Autor bietet wieder pures Lesevergnügen mit Schwarzhumor vom Feinsten und herrlicher Situationskomik.
Seine Erzählung staffiert McDonnell mit einer Reihe teils skurriler, teils völlig unmöglicher, teils abstoßender und zugleich liebenswerter Gestalten aus. Wer Vampire als unwiderstehliche Charmeure liebt, wird allerdings enttäuscht sein, denn hier kommen sie etwas schlecht weg … Dafür leuchten die sympathischeren Seiten des ansonsten als völlig unerträglich dargestellten Zeitungschefs Banecroft wieder herzerwärmend hell auf. Überhaupt habe ich diesen zweiten Band als sehr emotional empfunden – geschrieben mit ganz viel Herz und einer bewundernswerten Fülle verrückter Einfälle.
Edel und wunderbar gruselig präsentiert sich „This charming man“ auch von außen: mit schwarzem Buchschnitt, einem Cover in Schwarz und Lila, auf dem es wieder einige winzige schräge Details wie eine fallende Toilette zu entdecken gibt, und einem praktischen, schwarzen Lesebändchen.
Eine gelungene Fortsetzung – das Warten auf den dritten Band wird schwer, sehr schwer …

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Viele leckere Rezepte aus der Kindheit in einer tierleidfreien Variante, von herzhaft bis süß

Omi, ich bin jetzt vegan! von Angelique Vochezer

Wie viele andere vegane Kochbücher auf diesem Markt wirkt dieses frisch, bunt und sympathisch - zeichnet sich von den anderen jedoch durch eine ganz persönliche Note aus: der liebevollen Beziehung zwischen nicht-veganer Großmutter, die ihre Lieben gerne bekocht, und der Enkelin, die einen neuen, veganen Weg einschlägt, um ihre Migräne zu bekämpfen.

Zusammen entwickelten sie vegane Varianten vertrauter Familiengerichte, wobei die Großmutter Kochwissen aus ihrer Jugend einfließen ließ, als Gerichte aus Tieren noch viel zu teuer waren, um bei jeder Mahlzeit auf den Tisch zu kommen.
Die Darstellung der Rezepte und Zutatenlisten ist sehr gelungen und übersichtlich - jeweils mit einem motivierenden, weil appetitanregenden Foto des jeweiligen Gerichts auf der gegenüberliegenden Seite. In den allermeisten Fällen wird auch sorgfältig erklärt und das Kochbuch bietet neben komplizierteren Gerichten erfreulicherweise eine Reihe von Rezepten, die sich auch von unerfahreneren Köchen und Köchinnen (also sogar von mir) leicht nachkochen lassen. Nur an ganz wenigen Stellen hätte ich mir noch idiotensicherere Informationen gewünscht, beispielsweise ob bei dem Gefüllte-Tomaten-Rezept auf S. 78 der Reis vorher gekocht werden sollte. Gewünscht hätte ich mir auch noch ein Zutatenverzeichnis mit Verweis auf die einzelnen Rezepte, so etwas finde ich immer sehr praktisch, wenn man Reste verwerten will und auf der Suche nach einer passenden Rezeptidee ist.
Dafür gefiel mir der einleitende Teil sehr - er ist berührend (persönliche Geschichte), informativ (zum Thema Nährstoffe) und äußerst hilfreich (mit Anleitungen, wie man beispielsweise Löwenzahnhonig oder veganen Parmesan selbst herstellen kann).
Ein wunderbares Kochbuch mit vielen leckeren herzhaften und süßen Rezepten!

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Eine schön zu lesende Hommage an das Leben und die Liebe zu den Menschen

Kerl aus Koks von Michael Brandner

Paul, dessen fiktive Lebensgeschichte Michael Brandner in diesem Roman erzählt, ist so ganz anders als ich - viel mutiger, anderen Menschen gegenüber weitaus aufgeschlossener und vertrauensvoller - und dennoch fühlte ich mich ihm gleich von Anfang an unglaublich nahe. Ein bisschen hatte ich das Gefühl, Brandner würde von dem freundlicheren Ich erzählen, das in den meisten von uns schlummert, aber leider häufig im Laufe des Lebens zunehmend aufgrund von Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit und Zynismus in dauerhaften Tiefschlaf verfällt.

Dabei ist Paul zwar für mich sehr inspirierend, aber zum Glück auch nicht die ärgerliche personifizierte Perfektion.
Für die Schilderung von Pauls Abenteuern schöpft Brandner sicherlich auch aus dem Erfahrungsschatz seines eigenen Lebens als Schauspieler, bietet Einblicke in die Schauspielerwelt und lässt zwei Regionen, die auch Brandners Leben prägen - Bayern und NRW - lebendig werden. Besonders beeindruckten mich aber die begeisterten Schilderungen verschiedener kulinarischer Geschmackserlebnisse im ersten Teil. So etwas interessiert mich normalerweise nicht, hier aber wurde so voller Enthusiasmus und alle Sinne ansprechend geschildert, dass ich mich mit Paul als kleinem Jungen mitfreuen konnte und das sogar bei kulinarischen Genüssen, die für mich „im echten Leben“ als Tierfreundin allenfalls Anlass zum Gruseln bieten.
Der Autor präsentiert eine rundum authentisch wirkende Erzählung, die ohne nervenzerfetzende Spannung auskommt, sondern stattdessen angenehm unterhält und mit einem wunderbaren Schreibstil brilliert - eine positiv gestimmte Lektüre, die mir große Freude bereitete.

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Ein mitreißender, sehr emotionaler Roman

Denk ich an Kiew von Erin Litteken

In zwei Handlungssträngen (der eine beginnt 2004 in den USA, der andere 1929 in der Ukraine) erzählt die Autorin eine packende Familiengeschichte, in der es um die ganz großen Themen im Leben wie Liebe und Verlust, Gewalt, Trauer, Neuanfang, Elternschaft, Resilienz und Hoffnung, vor allem aber um ein besonders düsteres Kapitel in der Geschichte Europas geht: den Holodomor, eine Massenhungersnot, die mit voller und in schlimmster Absicht von Stalin in der Ukraine ausgelöst wurde .

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Dieses Buch mit seinen zwei sehr unterschiedlichen und doch miteinander verflochtenen Handlungssträngen hat mich von der ersten Zeile an mitgerissen und es immer wieder geschafft, mich mitten ins Herz zu treffen.
Dabei war es vor allem der Handlungsstrang in der Vergangenheit, der mich tief berührte und einen (wenn auch bitteren) Erkenntnisgewinn bot. Von der Darstellung einer ersten Liebe bis zur Mutterschaft gelingen der Autorin immer wieder packende Schilderungen, die sehr authentisch und lebensnah wirken. Ich muss leider zugeben, dass ich zuvor nichts über den Holodomor (eine absichtlich ausgelöste Massenhungersnot) wusste, so traf mich das volle Ausmaß des Grauens der weiteren Entwicklung der Ereignisse vollkommen unvorbereitet. Und da die Autorin nicht nur Schriftstellerin ist, sondern auch Historikerin, ist wohl davon auszugehen, dass sie den historischen Hintergrund gut recherchiert hat ... Dabei wirft sie keinen kühlen, geschichtswissenschaftlichen Blick auf die Geschichte, sondern verarbeitet die Thematik in einer sehr emotionalen und oft sehr persönlich wirkenden Erzählung – auch wenn es sich um eine fiktive Erzählung und keineswegs um ihre Familiengeschichte handelt, hat sich die Autorin doch unter anderem von den Erzählungen und Erlebnissen ihrer aus der Ukraine stammenden Großmutter inspirieren lassen.
Der drastischen, einprägsamen Schilderung des Holodomors stellt die Autorin den helleren Handlungsstrang der "Gegenwart" (2004) entgegen, der unter anderem eine fürchterlich kitschige, sich munter Klischees bedienende Liebesgeschichte enthält, auf die ich gut hätte verzichten können, die mich aber auch nicht weiter störte. Auch die Themen Traumatisierung und Neuanfang finden hier wieder ihren Platz, besonders spannend aber war für mich die Zusammenführung beider Handlungsstränge ...
Ein Buch, das mich tief berührt und vieles gelehrt hat.

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Ein freundlicher Begleiter durch eine kritische Lebensphase

Mein Kompass durch die Wechseljahre von Heide Fischer

Das sympathische Cover passt perfekt zum Inhalt dieses freundlichen Begleiters durch eine Zeit im Leben, die sicherlich für die meisten Frauen mit starken Emotionen, vielfältigen Problemen und manchmal auch Ängsten verbunden ist. Die Autorin schreibt sachlich und warmherzig zugleich, sodass ich mich von ihr kompetent begleitet und sanft an die Hand genommen fühlte.

Besonders beeindruckte mich an dem Schreibstil, dass sich das Buch so leicht liest, obwohl es prallgefüllt mit Informationen ist und oft sehr in die Tiefe geht. Man merkt einfach, dass es Heide Fischer als Ärztin gewohnt ist, Informationen laiengerecht zu verpacken und sich dabei auf die für die Betroffenen besonders wichtigen und somit besonders interessanten Punkte zu konzentrieren.
Die Themenvielfalt von Osteoporose über neue Gefühlswelten bis hin zum Beckenboden und vielem mehr spiegelt die Komplexität der Wechseljahre gut wider und, auch wenn am Anfang dieser Phase (bzw. eigentlich ja: Phasen) noch nicht alle Themen für mich relevant sind, war das Buch für mich sehr spannend zu lesen. Präsentiert werden verschiedenste Behandlungsmethoden (und dabei durchaus nicht nur Heilmittel der Natur, wie das Cover suggeriert), vor allem aber auch viele wertvolle Tipps von Frau zu Frau, was man jenseits der Arztpraxen tun kann, um sich diese Zeit zu erleichtern und Problemen gegenzusteuern.
Ein tolles Buch!

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Zeichenschule mit Witz und Fantasie

Kreaturenkritzelbuch - Wilde Waldwesen von Thomas Hussung

An der Seite Gretels aus dem Märchen von Hänsel und Gretel kann man sich mit dieser fantasievollen Zeichenschule in ein spannendes Abenteuer stürzen, das von seinen kleinen und großen Leserinnen und Lesern fordert, selbst aktiv zu werden. Ein Punkt, der mir besonders gut gefiel: Es geht nicht nur darum, sich im Zeichnen fantasievoller Wesen zu üben (wobei das allein auch schon toll gewesen wäre), sondern auch darum, aktiv mitzuhelfen, etwas Gutes zu bewirken, positiv auf den Verlauf der Geschichte einzuwirken.

Die Rahmengeschichte dazu ist mit einem Augenzwinkern geschrieben und einige lustige Einfälle machen aus den Zeichenübungen manchmal regelrechte Events. Mir machte das einen Riesenspaß und ich kann mir vorstellen, dass viele Kinder dabei nicht nicht nur viel lachen und Zeichnen üben, sondern auch an Selbstvertrauen gewinnen können.
Die Übungen können allein gelöst werden, eignen sich aber auch dazu, sie im Freundeskreis durchzuführen, und können natürlich eine gute Ausgangsbasis für eigene Kreationen sein. Zur Unterstützung werden für die einzelnen Wesen Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit hilfreichen Linien geboten. Unter den fantastischen Waldwesen befinden sich vertrautere und weniger vertraute Wesen, einfacher und weniger einfach zu zeichnende Figuren. Raum für eigene Ideen wird ebenfalls immer wieder gegeben.
Ein geniales, liebevoll gestaltetes Buch, das mir viel Freude bereitet hat!

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Erstklassiger Pageturner

Das Haus der stummen Toten von Camilla Sten

Als Eleanor ihre Großmutter besuchen möchte, begegnet sie der Person, die gerade ihre Großmutter getötet hat - doch sie kann die Person nicht beschreiben, denn sie leidet unter Prosopagnosie. Dass Eleanor Gesichter nicht voneinander unterscheiden kann, ist natürlich ein besonders interessantes Element in einer Kriminalerzählung, in der ein Mörder oder ein Mörderin frei herumläuft.

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Auch den Ort, der bald zum Haupthandlungsort wird, fand ich gut gewählt – ein altes Gutshaus mit einer geheimnisvollen Vergangenheit. Eleanor begibt sich dorthin zusammen mit ihrem Freund und einem Notar, auf der Spur des geheimnisvollen Vermächtnisses ihrer Großmutter und unheilvoller Familiengeheimnisse... So erhält die Erzählung einen gruseligen Touch - man kann förmlich spüren, wie die Geister der Vergangenheit durch das Haus spuken - ohne dass sie in einen anderen Genrebereich abgleitet. Dafür wird durch einen Schneesturm, der die Personen von der Außenwelt abschirmt, ein klassisches, aber immer wieder gut funktionierendes Krimielement eingeführt.
Ich war von diesem Thriller begeistert, nur das Ende hätte ich mir noch etwas ausgeschmückter gewünscht. Auch wenn die wesentlichen Fragen beantwortet werden, hätte ich mir gewünscht, zu erfahren, wie es für die eine oder andere Person weitergeht.
Ein erstaunlich versöhnliches, für Thriller ungewöhnlich tiefblickendes Buch, das daran erinnert, dass ein Mensch viele verschiedene Facetten hat...

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Ein außergewöhnliches Leseerlebnis in bibliophiler Gestaltung, das in die Welten der Psychologie und Horrorklassiker entführt

Monster auf der Couch von Mats Strandberg; Jenny Jägerfeld

Wenn sich ein Buch nicht in eine Schublade packen lässt, dann dieses! Lange rätselte ich, was ich da überhaupt vor mir habe, und war doch bzw. gerade deshalb gleich fasziniert. Worum es geht: Monster (oder drücken wir es freundlicher aus: therapiebedürftige Gestalten) aus alten Klassikern wie Stevensons „Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde“, Oscar Wildes „The Picture of Dorian Grey“ oder auch der Vampirgeschichte „Carmilla“ aus „In a Glass Darkly“ von Sheridan Le Fanu landen auf der Couch einer Psychologin aus unserer Zeit.

Die Therapiegespräche sind erstaunlich. Die Erzählungen der Patienten und Patientinnen folgen in Erzählweise und Inhalt eng den literarischen Vorlagen aus den klassischen Werken und passen doch hervorragend in die hier neugeschaffene Situation „auf der Couch“. Teilweise entsteht ein interessanter Kontrast zu den modernen Einstellungen der Psychologin, teilweise wird aber auch eine Brücke geschlagen und die Gemeinsamkeiten der Menschen der verschiedenen Zeiten treten zutage.
Gerade auch die moderne Rahmenhandlung mit der Psychologin gibt jede Menge Rätsel auf, die durch spannende Details der Buchgestaltung untermalt werden. Da finden sich von Hand geschriebene Briefe der Patienten und Patientinnen an die Psychologin, Zeichnungen, rätselhafte Flecken … Ich liebe diesen „authentischen“ Touch, der mir hilft, mich beim Lesen wie ein Teil der Welt des Romans zu fühlen. Ein wenig erscheint mir das auch eine Hommage an den irischen Klassiker „In a Glass Darkly“ von Sheridan Le Fanu zu sein, dessen Erzählungen als posthume Dokumente eines Arztes dargestellt werden. Auch die Psychologin ist zu dem Zeitpunkt, da wir uns durch die von ihr hinterlassenen aufgezeichneten Therapiegespräche lesen, nicht mehr da …
Letztendlich ließ mich „Monster auf der Couch“ ein wenig ratlos zurück. Einerseits hatte es mich begeistert und ich fand es ganz wunderbar, weil es ausgetretene Pfade verlässt und seinen ganz eigenen Weg geht. Es kam meiner Liebe zu Klassikern der (Horror-)Literatur, zur Psychologie, zur Geschichte und zu außergewöhnlichen Erzählungen, die mit einem Augenzwinkern erzählt werden, sehr entgegen.
Andererseits schwächelte es für mich im letzten Teil ein wenig, was vor allem an dem Patienten Dorian Grey lag, dessen fürchterlich flacher Charakter mich langweilte, sodass ich die Therapiegespräche mit ihm nicht so genoss wie mit den anderen Gestalten. Auch hätte ich mir das im Übrigen erfreulich überraschende Ende noch etwas ausgeschmückter gewünscht. Zumindest Letzteres ist aber Jammern auf hohem Niveau: unterm Strich ist „Monster auf der Couch“ für mich vor allem ein außergewöhnliches, humorvoll-skurriles Buch, das mich auf vielerlei Weisen fasziniert und ganz wunderbar unterhalten hat.

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Leicht verrücktes Fantasyabenteuer, mit cleverem Humor und grandioser Lässigkeit erzählt

Papier & Blut von Kevin Hearne

Dies ist bereits der zweite Band der Chronik des Siegelmagiers, aber wer (wie ich) den ersten Band nicht gelesen hat, kann ganz beruhigt sein: Am Anfang steht eine ausführliche Zusammenfassung der Ereignisse aus dem ersten Band. Ich fühlte mich dadurch ausreichend informiert und hatte keinerlei Mühe, in die Geschichte einzutauchen.

Kevin Hearne erzählt aber auch auf eine unnachahmlich lässige Weise, die mich gleich begeisterte. Sie wirkt auf positive Art wunderbar amerikanisch und umfasst herrlich lustige Dialoge (großes Lob an das Übersetzerteam für die gelungene Übertragung ins Deutsche!). Worum es eigentlich geht: Der schottische Siegelmagier Al MacBharrais ist beunruhigt – zwei befreundete Siegelagentinnen sind in Australien verschwunden. Zusammen mit dem Hobgoblin Buck, der in seinem Dienst steht, bricht er auf eine gefahrvolle Reise auf, um sie zu suchen …
Buck war für mich ganz eindeutig der Star dieses Fantasyromans. Der Hobgoblin sorgt mit seiner gnadenlosen Geschwätzigkeit und Respektlosigkeit für gute Laune und bildet einen guten Gegenpol zum ernsteren Siegelmagier Al, der aufgrund eines Fluches (alle, die sich länger mit ihm unterhalten, beginnen, ihn zu hassen) für die Kommunikation mit anderen auf eine Sprach-App angewiesen ist. Wer Fan des Eisernen Druiden aus Kevin Hearnes anderen Romanen ist, kann sich außerdem auf ihn und seine beiden Hunde Oberon und Starbuck freuen. Und dann gibt es noch einige weitere schillernde Figuren mit leicht schräger Persönlichkeit ...
Die Handlung erschien mir wild, skurril und ereignisreich – leider auch oft sehr blutig, wenn auch nicht mit der voyeuristischen Detailgenauigkeit beschrieben, die man von schlechteren Thrillern kennt. Die Monster, von denen es reichlich gibt, werden allerdings als ziemlich plump und primitiv dargestellt. Das fand ich ein bisschen schade. Sie ähneln völlig emotionslosen Tötungsmaschinen, sodass es innerhalb der Erzählung akzeptabel erscheint, sie mit der gleichen Emotionslosigkeit niederzumetzeln – ich weiß nicht ganz, was ich davon halten soll … Undifferenziertes Denken würde ich dem Autor nämlich dennoch nicht unterstellen, dafür stellt er die meisten Handlungsfiguren zu vielschichtig dar und auch Empathie kommt in der Erzählung immer wieder zum Tragen.
Ausgestattet ist das Buch im Übrigen im hinteren Teil mit einem kurzen Glossar mit Hinweisen zur Aussprache (insbesondere für die vorkommenden gälischen Namen von Sagenwesen und der einen oder anderen Gottheit sehr nützlich).
Eine schöne Lektüre für Fantasyfans, souverän und mit cleverem Humor erzählt!

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Ein brillanter Pageturner, der mit magischem Realismus und Tiefgründigkeit aufwartet

Ancora von Colin Hadler

Tiefe, urwüchsige Wälder, inmitten dieser Wildnis Ancora, eine Dorfgemeinschaft, die sich sorgfältig von der übrigen Welt entfernt hält, und ganz in der Nähe geheimnisvolle, verlassene Ruinen … Vor diesem Hintergrund entfaltet der Autor eine spannende Geschichte rund um Romy, die zusammen mit ihren Freunden Aurel und Jannis in Ancora einen Urlaub der besonderen Art, ohne Smartphone oder jegliche andere moderne Technik, erleben möchte und keine Ahnung hat, auf was für ein gefährliches Spiel sie sich dabei einlässt …
Ganz kurz hatte ich zu Beginn aufgrund der Naturverbundenheit der Dorfbewohner, die geradezu religiöse Züge zu tragen scheint, die Befürchtung, diese Geschichte könnte sich in Richtung des furchtbar blutigen Horrorfilms Midsommar entwickeln, aber da habe ich den Autor Colin Hadler zum Glück unterschätzt.

Auch wenn es ab und zu schön gruselig wird – er schlägt einen anderen, seinen ganz eigenen Weg ein und fesselte mich mit einer Erzählung, die mich immer wieder überraschte, mit magischem Realismus verzauberte und mit ihrer Tiefgründigkeit begeisterte.
Die Ancora umgebende Wildnis beschwört natürlich die Erinnerung an alte Legenden, aber auch die Handlungsfiguren wirken jede auf ihre Art besonders. Sie sind vielschichtig aufgebaut und werden so lebendig geschildert, dass es mir als Leserin leichtfiel, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Gleichzeitig hatte ich immer den Eindruck, dass sie etwas zu verbergen haben … Romy selbst ist mutig, warmherzig, zu Selbstkritik in der Lage und anderen Menschen offen begegnend – wie man es leider nur selten antrifft. Und auch in einem anderen Punkt ist sie alles andere als normal … aber ich will nicht zu viel verraten!
Ein Buch, das sich schnell und leicht liest, mich ganz in die besondere Atmosphäre des Dorfes und der umgebenden Wildnis eintauchen ließ und dabei immer wieder faszinierte und tief berührte.

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