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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Alais:

Ein in vielen Farben schillernder Indienroman

Der Geheimnishüter von Jaipur von Alka Joshi

Ein berührender Roman über Familien, biologische und solche, die das Leben zusammenführt. Und über die Suche junger Menschen nach ihrem Platz in der Gesellschaft und nach dem besten Weg im Leben. Und etwas Krimispannung wird auch geboten ...
Dieser Roman unterscheidet sich deutlich von den meisten Indienromanen, die ich bisher gelesen habe und die in der Regel grausame Armut und schreckliche Schicksale mit einer Intensität zeigen, die ich für angebracht hielt, aber zugleich schier unerträglich fand.

Er handelt allerdings auch nicht in der Gegenwart, sondern in den 1960er Jahren (wobei ich aus irgendeinem Grund jedes Mal, wenn ich mich wieder in die Geschichte verlor, das Gefühl hatte, über eine weiter zurück liegende Zeit zu lesen, und deshalb immer wieder erstaunt war, wenn plötzlich moderne Geräte erwähnt werden). Das hier vermittelte Bild von Indien ist farbenfroher, hoffnungsvoller - und spannt einen weiten Bogen von der rauen Wildnis einer gefährlichen Bergwelt bis hin zu den prunkvollen Gebäuden der Reichen und Mächtigen in der Stadt.
Neben der Vielschichtigkeit der verschiedenen Charaktere gefiel mir, wie es der Autorin gelang, verschiedene Blickwinkel und die Schwierigkeiten, andere zu verstehen, darzustellen.
Erwähnenswert ist im Übrigen auch die großzügige Ausstattung mit Extras im hinteren Teil des Buches: mit einer Nachricht der Autorin, einem Glossar, Rezepten und landeskundlichen Infos.
Was mir fehlte, um mich restlos in dieses Buch zu verlieben, kann ich selbst nicht ganz verstehen, vielleicht fühlte ich mich der Protagonistin Lakshmi nicht nahe genug. Vielleicht wäre es hierfür doch wichtig gewesen, den ersten Roman der Autorin, "Die Hennakünstlerin", gelesen zu haben, auch wenn ich nicht das Gefühl gehabt habe, dass mir zum Verständnis dieser Erzählung Wissen aus dem ersten Roman fehlt. Dennoch war es für mich ein schönes Leseerlebnis!

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Über Zusammenhalt und Hoffnung in schweren Zeiten

Die Bibliothek der Hoffnung von Kate Thompson

Während der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg bietet die stillgelegte Londoner U-Bahn-Station Bethnal Green vielen Menschen ein Zuhause. Auch eine kleine unterirdische Bibliothek findet dort Zuflucht …
Was bereits für sich genommen wie ein spannender Roman klingt, ist die reale, historische Grundlage dieses wunderbaren Romans, der von Zusammenhalt und Resilienz in schweren Zeiten handelt - Themen, die gerade wieder sehr aktuell sind.

Und sicher geht es nicht nur mir so, dass ich dieses Buch jetzt, 2023, mit anderen Augen las, als ich es vor all den Krisen der aktuellen Zeit getan hätte. Und natürlich schweifen die Gedanken automatisch auch zu den Menschen in den Kellern der Ukraine ...
Erstaunlich viele Details rund die Geschichte der realen unterirdischen Bibliothek hat die Autorin Kate Thompson übernommen (im hinteren Teil des Buches berichtet sie darüber), dazu aber auch eine Reihe beeindruckender fiktiver Charaktere erschaffen, vor allem: Clara und Ruby, zwei junge Bibliothekarinnen, die im Zentrum dieses Romans stehen. Wie viele ihrer Zeitgenossen und Zeitgenossinnen kämpfen auch sie mit den Traumata jener Zeiten. Die Dramatik des Krieges und die bedrohliche Lage in der Stadt, der Schmerz, wenn Zukunftspläne ein vorzeitiges Ende nehmen, auseinandergerissene Familien, die Gewalt, der sich Frauen damals in noch stärkerem Maße ganz kriegsunabhängig ausgesetzt sahen - all dies wird beim Lesen fühlbar. Die Autorin beschönigt die Kriegszeiten und die körperlichen und seelischen Verwundungen in keiner Weise und dennoch gelingt es ihr, eine beschwingte Leichtigkeit in ihren Roman einfließen zu lassen, all der Finsternis auch sehr viel Licht, sehr viel Liebe (und natürlich viele Bücher) entgegenzustellen. Manches wirkt ein wenig konstruiert, aber Kriegszeiten sind eben genau jene Zeiten, in denen es von verrückten Zufällen und Wendungen nur so wimmelt.
Ich empfand das Lesen dieses Buches als sehr wohltuend und freute mich besonders auch über die kleinen Zitate von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren, Lesern und Leserinnen, die den einzelnen Kapiteln vorangestellt sind. Eine schöne Liebeserklärung an das Lesen und an Bibliotheken, die zu allen Zeiten einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten.

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Ein schöner Wohlfühlkrimi mit britischem Charme und Biss

Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel von Richard Osman

Für mich war dies der erste Band aus der Donnerstagsmordclub-Reihe und ich fühlte mich sofort zuhause. Wie das Cover hat die Erzählung sehr viel Charme, der nur auf den ersten Blick altmodisch wirkt, und ist auch ein klein wenig verrückt. Man gewinnt sie einfach lieb, die so unterschiedlichen Mitglieder dieses außergewöhnlichen Senioren-Clubs und ihren Freundeskreis mit all ihren Besonderheiten, Schrullen und einander ergänzenden Talenten.

Wenn verschiedene Menschen zusammenkommen, einander so akzeptieren, wie sie sind, entsteht manchmal aus ihrer Vielfalt heraus etwas Kraftvolles, Magisches und genau von dieser Kraft und Energie lebt der Donnerstagsmordclub, das gefiel mir sehr.
Ermittelt wird in einem lange zurückliegenden Mordfall, doch bald kommt es auch zu einer hochaktuellen Bedrohungslage ... Allgemein empfand ich die Geschichte, obwohl sehr viel passiert, als eher gemütlich, dabei aber stets unterhaltsam und bisweilen sogar zum Brüllen komisch. Der Autor Osman hat ein Talent für Situationskomik und Wortwitz. Nur einige der Teile mit den jüngeren Handlungsfiguren empfand ich als Längen, was vielleicht daran lag, dass mir die Figuren nicht aus den bisherigen Bänden vertraut sind.
Besonders gefiel mir, dass es kein verbissenes Verharren in diversen Schubladen gibt, sondern sowohl die Erzählung als auch die Figuren mit einigen erstaunlichen Entwicklungen verblüffen. Eine schöne Lektüre und sie wird sicher nicht meine einzige Begegnung mit dem Donnerstagsmordclub bleiben!

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Ein wunderbares Leseerlebnis

Das Haus an der Herengracht - Roman (Herengracht-Saga 2) von Jessie Burton

Schon das originelle Cover zog mich magisch an und ich freute mich beim Lesen sehr, viele seiner hübschen Details in der Erzählung wiederzuentdecken (so die Ananas, vor allem aber die Katze!). Wie das Cover gleicht der Inhalt dieses Buches einem Kaleidoskop, voller bunter Details, die liebevoll zusammengesetzt wurden.

Die Erzählung entführt in die Stadt Amsterdam einer vergangenen Zeit und erscheint zugleich frisch und modern im Umgang mit den Handlungsfiguren. Die Autorin schreibt ganz wunderbare Sätze, die im Kopf lebendige Bilder entstehen lassen, und sie erschafft eine gefühlvolle Atmosphäre, die einen leichten Zugang zu den Handlungsfiguren bietet.
Alles wirkt beschaulich und dabei auch etwas wundersam. Man erhält Einblick in drei kleine Welten: in die der durch das Schicksal zusammengewürfelten, aber innig miteinander verbundenen Familie der jungen Thea, in die unterkühlte Welt der feinen Gesellschaft Amsterdams und schließlich in die Künstlerwelt des Theaters, aber auch die einer mysteriösen Person, die Thea winzige Geschenke voller Symbolik hinterlässt ... Theas Familie in ihrem großen, schönen Haus, das sie sich eigentlich nicht mehr leisten kann, bildet eine bedrohte Idylle, wie eine kleine Insel, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Aus Sorge um Theas Zukunft werden Hochzeitspläne geschmiedet, doch sowohl ihre finanzielle Situation als auch ihre Hautfarbe erschweren diese Aufgabe ...
Dass dieser Roman der zweite Band einer zweiteiligen Reihe ist (und zwar der Nachfolger von „Die Magie der kleinen Dinge“), merkte ich tatsächlich erst, als ich nach dem Lesen nach Informationen über die Autorin im Internet suchte. Ich habe nicht das Gefühl, dass mir beim Lesen Hintergrundinformationen aus dem ersten Band gefehlt hätten. Nur vermute ich, dass ich Nelly etwas schneller liebgewonnen hätte, wenn ich sie bereits als junges Mädchen, unüberschattet von den Sorgen um Theas Zukunft, kennengelernt hätte - und ich möchte auf jeden Fall noch den ersten Band lesen, um die Vorgeschichte zu erfahren.
Verlauf und Entwicklung der verschiedenen Charaktere haben mich im Übrigen (größtenteils, nicht jeder Figur gelingt es, über sich hinauszuwachsen) angenehm überrascht. Ein wunderbares Buch, das ohne große Dramatik und Klischees, aber mit sehr viel Liebe zu den Menschen und der Schönheit der Welt eine Geschichte erzählt, die Hoffnung und Mut schenkt.

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Ein Mutmacher-Malbuch mit vielen inspirierenden Malprojekten (und jeder Menge Katzen)

Malen macht glücklich von Terry Runyan

Dieses Buch ist ein kleiner Schatz: ein Malkurs im Buchformat oder eigentlich eher ein freundliches Mutmacher-Buch, das zum Mitmalen einlädt. Und es ist so herrlich farbenfroh, voller Lebensfreude und prallgefüllt mit Katzen, dass ich mich gleich beim ersten Blättern in dieses Buch verliebte und es immer wieder gerne in die Hand nehme.

Neben wertvollen Tipps zur Technik und Ausstattung laden verschiedene Malprojekte zu einer kreativen Reise ein, die einen hervorragenden Rahmen bietet, aber der eigenen Fantasie dabei noch viel Raum zur Entfaltung lässt. Die Autorin erklärt überzeugend, warum sie ein tägliches Üben für wichtig hält, und legt ihre Gedanken und Theorien zum Malen, zur Kreativität im Allgemeinen, zu dem oft wenig hilfreichen inneren Kritiker und zur Perfektion dar. Ihre Meinung zu Letzterer fand ich besonders bemerkenswert:

"Die Vollkommenheit der Unvollkommenheit können wir [...] in der Explosion unserer Kreativität erfahren." (S. 36)

Und tatsächlich wirken viele der Malereien, die sich fröhlich und wild über die Seiten verteilen und dabei mehr Platz beanspruchen als der Text, auf den ersten Blick nicht perfekt und zugleich doch auch wunderhübsch, einzigartig oder einfach nur lustig - das macht natürlich Mut, den inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen und sich selbst einfach mal malend auszutoben. Mit den von der Autorin gegebenen Tipps können auch, davon bin ich überzeugt, alle Menschen kreativ etwas Schönes erschaffen.
Mein Fazit: ein Buch, das auf freundschaftliche Weise lehrt, vor allem aber große Freude bereitet und Mut schenkt! Bunte Farben und Katzen sollte man allerdings schon mögen.

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Hochspannender Thriller mit einem genial gewählten Setting

The Dark von Emma Haughton

So ungewöhnlich wie das Cover, das einen tollen haptischen Effekt bietet, ist auch das Setting dieses Thrillers: eine Forschungsstation in der Antarktis, in der die britische Ärztin Kate North ihren Dienst antritt. Für Kate, der ich mich gleich sehr nahe fühlte, ist diese Umgebung ganz offensichtlich genauso spannend neu wie für mich als Leserin.

In diesem Thriller wird sehr anschaulich beschrieben, wie das Leben und die Gefühlswelt der Mitarbeitenden in dieser eiseskalten, unwirtlichen Umgebung im Winter aussieht – fast ständig in einem Gebäude, das rund um die Uhr von tiefster Finsternis umgeben ist … Vielleicht hat mich das auch deshalb so fasziniert, weil es meine im Vergleich dazu kleineren Sorgen bezüglich Dunkelheit und Kälte des vor uns liegenden Energiesparwinters deutlich relativiert, vor allem aber ist dies der perfekte Ort für gruselig-spannende Geschichten ...
Das Team der Forschungsstation stammt aus verschiedenen Ländern und umfasst eine Reihe ziemlich unterschiedlicher, starker Persönlichkeiten - und schnell stellt sich heraus, dass nicht nur Kate etwas zu verbergen hat ... Leider entfremdete ich mich gerade ihr über viele Seiten hinweg aufgrund ihrer haarsträubenden Naivität und ihres manchmal sehr nervigen und nicht nachvollziehbaren Verhaltens anderen gegenüber - was sich dann jedoch, als sie ihre Stärke fand und sogar über sich hinauswuchs, zum Glück wieder änderte.
Neben dem sich schnell und immer stärker herauskristallisierenden Gefühl eines Bedrohungsszenarios, in dem scheinbar jeder zum Opfer werden, aber auch jeder der Täter sein kann, erzählt der Thriller auch von großen Gefühlen, von Neuanfängen, von Teamgeist in Notsituationen und von einer trotz all der Lebensfeindlichkeit faszinierenden Region - dies alles verfasst in einem sehr ansprechenden Schreibstil.
Atemberaubend spannend und sehr lesenswert!

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Geheimnisvoll, künstlerisch und faszinierend

Unsterblich sind nur die anderen von Simone Buchholz

Dieser Roman sprengt die Genreschubladen und nimmt seine Leserinnen und Leser mit auf eine faszinierende Schiffsreise, an der absolut nichts normal zu sein scheint. Die Autorin wagt viel und verknüpft ihre Reise- und Liebesgeschichte mit mythischen, fantastischen Elementen. Ein magisches Buddelschiff, ein Hotel, das scheinbar nur bei Bedarf existiert und dann wieder im Nichts verschwindet, eine mehr als merkwürdige Besatzung … Gleich auf den ersten Seiten zeigt sich, dass die Geschichte von der Suche zweier Frauen nach drei Männern, die auf eben jenem Schiff, auf dem nun auch die Frauen reisen, verschwunden sind, in eine ziemlich ungewohnte und spannende Richtung führen wird …
Dazu kommt die an einigen Stellen spielerisch-experimentelle oder auch geradezu künstlerisch-anspruchsvolle Form – Kapitel, die zum Ende hin entgleiten, in Satzfetzen münden und schließlich ganz verschwinden, Zeitsprünge und Poesieeinlagen … Und gleichzeitig bewegt sich der Roman sprachlich manchmal im Bereich der Umgangssprache, ganz nah dran am Menschen.

Immer gefiel mir das nicht, aber es berührte und bewegte mich, wozu sicherlich auch der Sound der Musik meiner Kindheit, der 80/90er, beitrug, der die Geschichte begleitet. Die Schilderung der Atmosphäre auf dem Schiff, das Rätselhafte und diese Musik trugen dazu bei, dass ich mich beim Lesen ganz entspannt fühlte und gleichzeitig fasziniert, wie in einem Traum – der allerdings auch ein paar sanfte Horrorelemente zu bieten hat.
Ein außergewöhnliches Leseerlebnis!

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Wunderbar schräg, very british und erfrischend anders

This Charming Man von C. K. McDonnell

Ganz schön uncharmante Vampire treiben in dieser Fortsetzung von „The Stranger Times“ ihr Unwesen – und das, obwohl es sie gar nicht gibt ...
Ich lese Bücher aus Reihen gerne wild durcheinander, aber in diesem Fall rate ich ausnahmsweise dazu, vorher den (ebenfalls wunderbaren) ersten Band zu lesen, um sich mit dem etwas seltsamen Team dieser etwas seltsamen Zeitung vertraut zu machen.

Und dann kann man sich einfach nur noch freuen! Denn der Autor bietet wieder pures Lesevergnügen mit Schwarzhumor vom Feinsten und herrlicher Situationskomik.
Seine Erzählung staffiert McDonnell mit einer Reihe teils skurriler, teils völlig unmöglicher, teils abstoßender und zugleich liebenswerter Gestalten aus. Wer Vampire als unwiderstehliche Charmeure liebt, wird allerdings enttäuscht sein, denn hier kommen sie etwas schlecht weg … Dafür leuchten die sympathischeren Seiten des ansonsten als völlig unerträglich dargestellten Zeitungschefs Banecroft wieder herzerwärmend hell auf. Überhaupt habe ich diesen zweiten Band als sehr emotional empfunden – geschrieben mit ganz viel Herz und einer bewundernswerten Fülle verrückter Einfälle.
Edel und wunderbar gruselig präsentiert sich „This charming man“ auch von außen: mit schwarzem Buchschnitt, einem Cover in Schwarz und Lila, auf dem es wieder einige winzige schräge Details wie eine fallende Toilette zu entdecken gibt, und einem praktischen, schwarzen Lesebändchen.
Eine gelungene Fortsetzung – das Warten auf den dritten Band wird schwer, sehr schwer …

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Viele leckere Rezepte aus der Kindheit in einer tierleidfreien Variante, von herzhaft bis süß

Omi, ich bin jetzt vegan! von Angelique Vochezer

Wie viele andere vegane Kochbücher auf diesem Markt wirkt dieses frisch, bunt und sympathisch - zeichnet sich von den anderen jedoch durch eine ganz persönliche Note aus: der liebevollen Beziehung zwischen nicht-veganer Großmutter, die ihre Lieben gerne bekocht, und der Enkelin, die einen neuen, veganen Weg einschlägt, um ihre Migräne zu bekämpfen.

Zusammen entwickelten sie vegane Varianten vertrauter Familiengerichte, wobei die Großmutter Kochwissen aus ihrer Jugend einfließen ließ, als Gerichte aus Tieren noch viel zu teuer waren, um bei jeder Mahlzeit auf den Tisch zu kommen.
Die Darstellung der Rezepte und Zutatenlisten ist sehr gelungen und übersichtlich - jeweils mit einem motivierenden, weil appetitanregenden Foto des jeweiligen Gerichts auf der gegenüberliegenden Seite. In den allermeisten Fällen wird auch sorgfältig erklärt und das Kochbuch bietet neben komplizierteren Gerichten erfreulicherweise eine Reihe von Rezepten, die sich auch von unerfahreneren Köchen und Köchinnen (also sogar von mir) leicht nachkochen lassen. Nur an ganz wenigen Stellen hätte ich mir noch idiotensicherere Informationen gewünscht, beispielsweise ob bei dem Gefüllte-Tomaten-Rezept auf S. 78 der Reis vorher gekocht werden sollte. Gewünscht hätte ich mir auch noch ein Zutatenverzeichnis mit Verweis auf die einzelnen Rezepte, so etwas finde ich immer sehr praktisch, wenn man Reste verwerten will und auf der Suche nach einer passenden Rezeptidee ist.
Dafür gefiel mir der einleitende Teil sehr - er ist berührend (persönliche Geschichte), informativ (zum Thema Nährstoffe) und äußerst hilfreich (mit Anleitungen, wie man beispielsweise Löwenzahnhonig oder veganen Parmesan selbst herstellen kann).
Ein wunderbares Kochbuch mit vielen leckeren herzhaften und süßen Rezepten!

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Eine schön zu lesende Hommage an das Leben und die Liebe zu den Menschen

Kerl aus Koks von Michael Brandner

Paul, dessen fiktive Lebensgeschichte Michael Brandner in diesem Roman erzählt, ist so ganz anders als ich - viel mutiger, anderen Menschen gegenüber weitaus aufgeschlossener und vertrauensvoller - und dennoch fühlte ich mich ihm gleich von Anfang an unglaublich nahe. Ein bisschen hatte ich das Gefühl, Brandner würde von dem freundlicheren Ich erzählen, das in den meisten von uns schlummert, aber leider häufig im Laufe des Lebens zunehmend aufgrund von Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit und Zynismus in dauerhaften Tiefschlaf verfällt.

Dabei ist Paul zwar für mich sehr inspirierend, aber zum Glück auch nicht die ärgerliche personifizierte Perfektion.
Für die Schilderung von Pauls Abenteuern schöpft Brandner sicherlich auch aus dem Erfahrungsschatz seines eigenen Lebens als Schauspieler, bietet Einblicke in die Schauspielerwelt und lässt zwei Regionen, die auch Brandners Leben prägen - Bayern und NRW - lebendig werden. Besonders beeindruckten mich aber die begeisterten Schilderungen verschiedener kulinarischer Geschmackserlebnisse im ersten Teil. So etwas interessiert mich normalerweise nicht, hier aber wurde so voller Enthusiasmus und alle Sinne ansprechend geschildert, dass ich mich mit Paul als kleinem Jungen mitfreuen konnte und das sogar bei kulinarischen Genüssen, die für mich „im echten Leben“ als Tierfreundin allenfalls Anlass zum Gruseln bieten.
Der Autor präsentiert eine rundum authentisch wirkende Erzählung, die ohne nervenzerfetzende Spannung auskommt, sondern stattdessen angenehm unterhält und mit einem wunderbaren Schreibstil brilliert - eine positiv gestimmte Lektüre, die mir große Freude bereitete.

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