Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tweedledee:
packender Roman
Tiefer Fjord von Ruth Lillegraven
Schauplatz Oslo: Haavard ist der diensthabende Arzt in einer Klinik in Oslo, als ein Ehepaar mit ihrem bewusstlosen Jungen erscheint. Angeblich ist er vom Baum gefallen, doch die Verletzungen sprechen eine andere Sprache, alles deutet auf Kindesmisshandlung hin. Der kleine Junge stirbt kurze Zeit darauf, doch bevor die Situation mit den Eltern geklärt werden kann, wird der Vater des kleinen Jungen im Gebetsraum der Klinik ermordet.
Da die Familie pakistanische Wurzeln hat wird schnell die Vermutung aufgestellt, dass das Motiv Fremdenhass ist. Ein zweiter Mord geschieht, auch hier wird Fremdenhass vermutet. Doch ist das wirklich das Motiv des Täters?
Die Geschichte hat mich gefesselt, sie wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven geschildert, zumeist aus der Sicht von Haavard und seiner Frau Clara. Clara und Haavard führen eine problematische Ehe, nach der Geburt der Zwillinge hat sich das Verhältnis der beiden abgekühlt, Haavard hat immer wieder Affären. Clara hingegen arbeitet an ihrer Karriere und wechselt in die Politik, dass Haavard ins Visier der polizeilichen Ermittlungen nach den Todesfällen kommt ist für ihre Karriere nicht unbedingt förderlich.
In Rückblicken erfährt man Details zu Claras Kindheit und das Verhältnis zu ihren Eltern. Haavard und Clara sind gut gezeichnet, auch wenn Clara sehr unterkühlt rüberkommt konnte ich sie, nachdem Einzelheiten aus ihrer Vergangenheit bekannt wurden, irgendwie verstehen.
Das Ende des ersten Teils hat mir gefallen, definitiv nicht wie erwartet. Ich bin gespannt, wie es im nächsten Teil der Trilogie weiter geht.
skurriler Wettstreit um ein Millionenerbe
Der Nachlass von Winner Jonas
"Der Nachlass" ist ein weiterer spannender Thriller aus der Feder von Jonas Winner, von dem ich schon "Murder Park" und "Die Party" gelesen habe. In diesem Thriller geht es um das Erbe von Hedda Laurent. Besitzerin mehrerer hochkarätiger Immobilien in Berlin, ein Vermögen, das mehrere Millionen umfasst.
Doch der Erbe muss es sich verdienen. Der von Hedda beauftragte Notar übergibt an drei Tagen jeweils 9 Aufgaben an die Hinterbliebenen, Aufgaben die es in sich haben. Mit einem Wettrennen und Wettsingen geht es harmlos los, doch die Aufgaben steigern sich, sind teils unappetitlich bis brutal und die Motivation sinkt. Bald kommen bei den potentiellen Erben Zweifel auf, ob die Aufgaben wirklich von Hedda gestellt wurden...
Das Setting ist perfekt für diese fesselnde Story, sie spielt auf der Insel Sandwerder im Tegeler See. Die Villa der Laurents steht als einziges Haus auf der Insel, sie ist nur mit dem Boot erreichbar, von der Außenwelt abgeschnitten. Dazu das kalte Winterwetter mit Schnee, der See gefriert. Die Hinterbliebenen sind auf sich allein gestellt und müssen die Aufgaben bewältigen, dann gibt es einen ersten Toten.
Neben der Handlung in der Gegenwart gibt es immer wieder Rückblicke in die Kindheit der Geschwister Laurent, nach und nach werden dunkle Geheimnisse enthüllt. Man kann spekulieren, was damals passiert ist, aber die Auflösung gibt es erst am Schluss. Die Aufgaben sind wirklich heftig, man fragt sich unwillkürlich, wie man in so einer Situation reagieren würde, wie weit man gehen würde. Und ob das zu verdienende Erbe das alles wert ist.
Fazit: Fesselnder und spannender Thriller mit immer wieder neuen Wendungen. Ich bin begeistert.
ein Pageturner
Die Karte von Andreas Winkelmann
Schauplatz Hamburg: Eine Joggerin wird nahe den Landungsbrücken brutal erdrosselt, ihren Todeskampf filmt der Killer mit ihrem Handy. Sie hatte sich einer Laufgruppe angeschlossen und ihre Laufstrecken mittels Fitness-Tracker für jeden sichtbar ins Netz gestellt. Das wurde ihr nun zum Verhängnis.
Jens Kerner und Rebecca Oswald ermitteln in dem Mordfall, doch bald überschlagen sich die Ereignisse und es gibt weitere Opfer.
Dazu gibt es noch einen anderen Fall zu lösen, Kerners Bauchgefühl sagt ihm, dass beide zusammenhängen. Doch wo sind die Zusammenhänge? Als auch noch ein Kollege ermordet wird, spitzt sich die Handlung zu, ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Für mich war es der erste Fall der Reihe um Jens Kerner und Rebecca Oswald und ich bin so begeistert, dass ich die vorigen Teile auf jeden Fall noch lesen werde.
Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, der Autor erzeugt Bilder. Ich hatte die Szenerie wie bei einem Film vor Augen, die Spannung war greifbar und ich habe das Buch fast am Stück gelesen. Kerner und Rebecca wirken sympathisch, sie sind sehr gut skizziert, Typen wie aus dem Leben gegriffen mit denen ich mitfiebern konnte.
Der Plot ist dicht, das Thema am Puls der Zeit. Die Spannung ist durchweg vorhanden und auf einem hohen Niveau, genau wie ich es mag.
Fazit: Ich habe für mich eine neue Reihe entdeckt, der Thriller hat mich begeistert. Verdiente 5 Sterne.
Serikenkiller in Deutschland
Der Blutkünstler von Chris Meyer
Klappentext und Leseprobe hatte mich neugierig gemacht auf diesen Thriller, doch meine Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt.
Gefühlt ein Thriller nach Schema Eff: Wir haben einen blutrünstigen, kranken Killer und einen Profiler, der selbst eine dunkle Vergangenheit hat. Tom Bachmann ist ein Einzelgänger, der den Killer lesen kann, Schauplatz ist Deutschland.
So weit so gut.
Der Schreibstil ist eher einfach gehalten, lässt sich flott lesen, aber der Funke ist bei mir leider nicht über gesprungen. Die Protagonisten sind etwas lieblos gezeichnet, keiner der wirklich sympathisch rüberkommt. Über Tom erfährt man zwar viel, vor allem über seine Kindheit und von seinen früheren Fällen beim FBI, wobei ich diese Infos über alte Fälle nicht gebraucht hätte. Trotzdem blieb er mir fremd, ich bin mit ihm nicht warm geworden. Die anderen aus dem Team bleiben leider zu blass, um eine genaue Vorstellung von ihnen zu bekommen.
Die Taten des Blutkünstlers waren für meinen Geschmack etwas zu detailliert beschrieben, wirklich sehr blutig und eklig. Irgendwie verorte ich so einen brutalen Thriller eher in die USA, in Deutschland ist es schwer vorstellbar und wirkt zu konstruiert.
Das Ende hat mich nicht überzeugt, aber das ist wie immer Geschmacksache.
Insgesamt ein solider Thriller mit kleinen Schwächen, ich vergebe 3 Sterne.
Cold Case in SPO
Nordwestzorn von Svea Jensen
Schauplatz SPO 2004: Während einer Klassenfahrt nach St. Peter-Ording verschwindet der neunjährige Florian spurlos, die Suche nach ihm bleibt ergebnislos, der Fall wird zu den Akten gelegt.
Anna Wagner, die die neu gegründete Vermisstenstelle leitet, nimmt den alten Fall wieder auf und merkt recht schnell, dass die Polizei damals nicht einwandfrei ermittelte und sich auf einen einzigen Verdächtigen fokussierte.
Die Beiweise waren nicht ausreichend, es kam zu einem Freispruch. Sie und ihr Team sprechen mit den damaligen Kollegen, doch diese schweigen oder begegnen ihnen mit offener Feindschaft. Was ist damals mit Florian passiert?
Der zweite Fall für Hendrik Norberg und Anna Wagner gibt Rätsel auf, die Ermittlungen sind schwierig, dazu kommen noch die privaten Probleme bei Norberg und ein ehemaliger Kollege, der der Polizei Konkurrenz macht.
Die Ermittlungsarbeit ist detailliert beschrieben, der Krimi ist eher ruhig und kommt ohne Gewaltszenen aus. Dafür punktet er mit viel Atmosphäre und Urlaubsfeeling.
Themen sind Missbrauch, sexuelle Belästigung und Seilschaften innerhalb der Polizei. Themen, die zum nachdenken anregen.
Die Protagonisten sind gut gezeichnet, man lernt sie und ihr Privatleben immer besser kennen, das macht sie greifbar. Anna und Hendrik sind sympathische, bodenständige Typen, ich bin auf den nächsten Fall schon sehr gespannt.
Fazit: Viel Atmosphäre auf SPO, ich habe mich gefreut das bekannte Team wiederzutreffen, der zweite Fall hat mir genauso gut gefallen wie der erste.
ganz großes Kino
Der gekaufte Tod von Stephen Mack Jones
Schauplatz Detroit: Der Ex-Cop August Snow kehrt nach mehr als einem Jahr Abwesenheit in sein Elternhaus in Mexicantown, Detroit, zurück. Nachdem ihm in einem Korruptionsprozess gegen die Polizei der Stadt Detroit zwölf Millionen Dollar zugesprochen wurden, ist Snow alles andere als beliebt in der Stadt.
Wegen seiner Anschuldigungen wurden Karrieren beendet, Männer verurteilt, er hat unter den Cops und Politikern viele Feinde.
Eigentlich möchte Snow nur das heruntergekommene Viertel, in dem sein Elternhaus steht, wieder aufbauen. Doch ein Anruf von Eleanore Padget durchkreuzt diese Pläne. Ihre Bitte, merkwürdige Vorgänge in ihrer Bank zu untersuchen lehnt er ab, wenig später ist Eleonore tot. Snow fühlt sich verantwortlich, an die Selbstmordtheorie glaubt er nicht. Er beginnt, Nachforschungen anzustellen und bringt damit sich und andere in Lebensgefahr.
Mit Octavio Snow hat Stephen Mack einen interessanten und sympathischen Protagonisten geschaffen. Snow hat afroamerikanische und mexikanische Wurzeln, er ist ein aufrechter und mutiger Typ, der sich nicht scheut, sich mit den Reichen und Mächtigen anzulegen. Er hilft wo er kann und kommt sehr sympathisch rüber. Ein Typ mit Ecken und Kanten, der das Zeug zum Serienhelden hat.
Die Handlung ist dicht, die Szenerie Detroits kommt beim lesen plastisch rüber, ich hatte Kopfkino. Dazu trägt auch der authentische Schreibstil bei. Locker-ironisch geschrieben, kommt zu keiner Zeit Langeweile auf. Dazu noch eine große Portion Spannung und Action, die den Thriller zu einem Pageturner machen.
Fazit: Ganz großes Kino, für mich ein Lesehighlight 2021. Ich hoffe dass es noch eine Fortsetzung geben wird.
gelungener Auftakt
Trauma - Kein Entkommen von Christoph Wortberg
Katja Sand, alleinerziehende Mutter einer 15jährigen Tochter und Ermittlerin bei der Kripo München ermittelt in gleich zwei Todesfällen. Zwei Männer kamen unter merkwürdigen Umständen ums Leben. Beide Fälle deuten auf Selbstmord hin, doch Katjas Bauchgefühl sagt etwas anderes. Sie ermittelt mit ihrem Team und findet heraus, dass beide Männer unter einem Trauma litten, das frappierend an die Art ihrer Selbstmorde erinnert.
Mord oder Selbstmord, das ist die Frage.
Die Story beginnt mit der Geschichte eines kleinen Jungen, sofort ist klar,´dass es sich um den Täter handeln muss. Ein Täter, der als Kleinkind schwer traumatisiert wurde. Im hier und jetzt lernen wir Katja kennen, die mir von Anfang an sympathisch war. Eine Mutter, die versucht ihre Tochter zu schützen und dabei ihren Status als Polizistin benutzt. Nicht wirklich ok, aber nur allzu verständlich. Katja ist Ermittlerin mit Leidenschaft, sie stellt ihren Beruf über ihre Familie, für ihre Tochter bleibt wenig Zeit, Spannungen sind vorprogrammiert.
Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, der Autor schafft Atmosphäre, die Handlung ist spannend. Der Plot ist gut durchdacht, auch wenn die Idee mit einem Täter, der ein Kindheitstrauma erlitten hat, nicht neu ist. Aber das Gesamtpaket hat mich überzeugt. Eine sympathische Ermittlerin mit der ich mitfiebern konnte, die selbst ein Trauma erlitten hat, über das aber noch nichts verraten wird. Gegen Ende gibt es Andeutungen, die neugierig auf den nächsten Teil machen. Mir hat der Thriller gut gefallen, ich bin auf die Fortsetzung schon gespannt. 4 Sterne.
Justiz-Krimi aus Berlin
Die siebte Zeugin von Florian Schwiecker; Michael Tsokos
Schauplatz Berlin, Sonntagmorgen: Der Verwaltungsbeamte Nicolas Nölting verlässt sein Haus um zur Bäckerei zu fahren. Dort angekommen veranstaltet er ein Blutbad, erschießt einen Menschen, zwei weitere werden verletzt. Danach lässt er sich ohne Widerstand festnehmen. Der Anwalt Rocco Eberhardt vertritt Nölting, doch dieser schweigt.
Wo ist das Motiv zu suchen, was führte dazu, dass Nöltig anscheinend wahllos um sich schoss? Rocco Eberhardt bittet seinen besten Freund, einen Privatdetektiv um Hilfe, die Ermittlungen führen ins Clan-Milieu.
Der Krimi besticht durch kurze Kapitel mit Ort- und Zeitangaben, was mir sehr gut gefallen hat. Allerdings verleitet es auch dazu, immer noch ein Kapitel mehr zu lesen. Verschiedenen Sichtweisen bringen Abwechslung, so rollt sich die Story aus Roccos und Nöltings Sicht aus, immer wieder gibt es auch Kapitel zum Clan-Milieu. Leider haben mich diese Kapitel viel zu früh auf die richtige Spur geführt, so dass es kein Rätselraten gab, von Anfang an war ziemlich klar worum es ging. Was ich schade finde, denn das Miträtseln gehört für mich bei einem Krimi einfach dazu.
Rocco Eberhardt lernt man ganz gut kennen, Dr. Justus Jarmer bleibt im Hintergrund, über ihn hätte ich gerne mehr erfahren. Die Figuren sind gut angelegt, von Rocco und seinem Freund Tobias Baumann hatte ich ein gutes Bild, die Nebencharaktere bleiben blasser.
Am interessantesten waren für mich die Szenen im Gerichtssaal, die ich sehr gern gelesen habe.
Fazit: Insgesamt hat mich der Krimi gut unterhalten, allerdings gab es keine großen Überraschungen und eher wenig Spannung. Ich vergebe 3 Sterne für einen soliden Krimi, der noch Luft nach oben hat.
fesselnder Thriller
Die Frau vom Strand von Petra Johann
"Die Frau vom Strand" ist ein solider Thriller, der immer wieder für neue Überraschungen sorgt. Doch worum geht es? Rebecca ist mit Lucy verheiratet, die beiden haben eine wenige Monate alte Tochter. Während Lucy in Hamburg arbeitet, ist Rebecca zu Hause in ihrem Haus an der Ostsee und kümmert sich ganz um die gemeinsame Tochter.
Ein beschauliches Leben, das Rebecca genießt. Täglich geht sie am nur wenige Meter entfernten Strand spazieren, oft trifft sie ihren älteren Nachbarn, mit dem sie dann einen Plausch hält. Alles ändert sich, als sie eines Tages von einer unbekannten, splitternackten Frau angesprochen wird, deren Kleidung am Strand gestohlen wurde. Rebecca hilft ihr aus, freundet sich mit ihr an. Die beiden sehen sich eine Woche lang jeden Tag, bis Julia auf einmal spurlos verschwunden ist. Rebecca sucht nach ihr, ohne Erfolg. Was ist passiert? Am Ende gibt es eine Leiche...
In diesem Thriller ist nichts wie es scheint, Rebecca stochert mit ihrer Suche nach Julia in ein Wespennest aus Lügen. In Rückblenden erhält der Leser neue Informationen, immer wieder gibt es unerwartete Wendungen. Der Schreibstil ist angenehm leicht, der Plot fesselnd. Ich fand die Protagonisten, vor allem Rebecca sehr gut angelegt, an ihren Gefühlen und Gedanken war ich hautnah dran.
Fazit: Ein Thriller der mich überrascht hat und den ich auf jeden Fall weiter empfehlen kann.
spannender Start einer neuen Reihe
Leichenblume von Anne Mette Hancock
Schauplatz Dänemark: Die Journalistin Heloise Kaldan bekommt Briefe von der untergetauchten Mörderin Anna Kiel. Anna hat vor Jahren einen erfolgreichen, jungen Anwalt brutal ermordet, das Motiv ist unklar. Heloise hat keine Ahnung, wieso sich Anna ausgerechnet mit ihr in Verbindung setzt, wieso Anna so viele Details über ihr Leben kennt.
Aber sie wittert eine Story. Doch nicht nur Heloise, auch der Ermittler Erik Schäfer ist auf der Suche nach Anna. Die beiden haben ein gemeinsames Ziel und teilen ihr Wissen, eine Zusammenarbeit zwischen Polizei und Journalistin.
Ich konnte problemlos in die Story eintauchen, der Schreibstil ist flüssig und meine Neugier war geweckt. Der Mordfall von damals gibt Rätsel auf. Wieso ermordet eine junge Frau, anscheinend ohne Motiv, einen erfolgreichen Anwalt? Man verfolgt zum einen Heloise Recherche, zum anderen die Ermittlungen der Polizei und in einigen Kapiteln auch den Strang von Anna.
Das Motiv für den Mord bleibt lange Zeit im dunkeln, ebenso, wieso Anna ausgerechnet Heloise kontaktiert hat. Die Auflösung ist stimmig, der Fall gut konstruiert. Die Figuren sind gut gezeichnet und der Krimi fesselnd. Ein gelungenes Debüt, ich werde die Fortsetzung auf jeden Fall lesen.











