Kunden em pfehlungen
Rezensionen von begine:
Ganz nett
Mitfahrer gesucht - Traummann gefunden von Kyra Groh
Ganz nett
Die Autorin Kyra Groh hat den Roman „Mitfahrer gesucht – Traummann gefunden“ geschrieben.
Der Roman fängt leicht und lustig an, so richtig für Zwischendurch.
Die 28jährige Romy fährt oft von Hamburg nach Frankfurt und zurück. Weil sie nicht gerne allein fährt, bietet sie eine Mitfahrgelegenheit an.
Ihre Mutter macht sich Sorgen, wie Mütter eben sind. Romys Mutter ist aber etwas speziell, aber sonst in Ordnung.
Dann fährt Leon mit seinem Hund mit. Die Gespräche sind ganz gut und dann hat sie auch noch beruflich mit ihm zu tun.
Bis dahin war ich mit der Geschichte ganz zufrieden. Später gibt es ein bisschen zu oft Wiederholungen in den Rückblicken.
Das hin und her in der Liebesgeschichte und der Beziehung mit Romys Freund ist ziemlich langatmig und einfach zu lang. Weniger ist manchmal mehr.
Unsichtbar
Mitfahrer gesucht - Traummann gefunden von Kyra Groh
Alles wird unsichtbar ist Gerry Haddens Debütroman. Er beschreibt ergreifend, unsentimental und realistisch die Lebensgeschichte des Milano. Der ist als blondes weißes Kind von afrokubanischen Eltern adoptiert worden. Er wächst in den siebziger Jahren in der Bronx auf. Bis er fünf Jahre alt wird ist er ein glückliches Kind.
Dann verliert er bei einem Unfall einen Arm und bald darauf stirbt seine Mutter. Jetzt fängt es an, das er sich unsichtbar fühlt.
Dann entwickelt er sich langsam zum Randalierer.
Der Autor lässt Milano sein Leben erzählen und man wird in die Handlung hineingezogen. Da ist er achtzehn Jahre alt und er redet inner mal wieder von seiner frühen Kindheit. Die Sprache ist manchmal etwas vulgär, wie sie in dem Milieu oft ist und zeigt den Bildungsstand der Mitwirkenden.
Dann geht es etwas ruhiger weiter. Am Ende gibt es endlich etwas Hoffnung.
Mir hat der Roman gut gefallen, ich war von dem Schicksal gefesselt und kann ihn nur empfehlen.
Bayrisch
Die schwarze Jagd von Dinesh Bauer
Dinesh Bauer ist ein Urbayer und sein neuer Roman „Die schwarze Jagd“ ist es auch, typisch bayerisch.
Im Anfang lernen wir die Gedanken des Braunbären Bruno kennen, der vor einigen Jahren tatsächlich in der Gegend unterwegs war.
Dann geht es mit dem Dorfbullen Schorsch Wammetsberger und dem Kripo-Kommissar Korbinian Eyrainer, dem Ermittlerteam weiter.
Die Personen in dem Roman sind alles derbe Dickschädel und die Sprache ist meist deftig und leger. Die Handlung ist teils witzig, teils rustikal.
Da geht es um Mörder, Menschenhandel und Wilderer.
Witzigerweise sind die Überschriften der Kapitel
immer Speisenamen, ganz schön fies, da bekommt man ja Appetit. Dann gibt es am Ende noch ein prima Rezept, sogar mit Vorspeise und Dessert. Hm köstlich, Fantastisch, außer der Deko!
Ein hintergründiger humorvoller Alpenkrimi mit wunderbaren Landschaftsbildern.
Ernstes Thema
Die Mädchen aus meiner Klasse von Christine Brückner
Die Mädchen aus meiner Klasse ist ein interessanter Roman von Christine Brückner. Die Autorin kannte ich schon von „Jauche und Levkojen“ und „Die Quints“. Dieser kurze Roman liest sich flüssig.
Es geht um fünf Mädchen, die 1933 geboren wurden und gemeinsam in der Kriegszeit die Grundschule besuchen.
Als junge Frauen treffen sie sich abwechselnd bei einer von ihnen zum Kaffee. Dann kommt die Journalistin Carla einmal dazu und sie attackiert die Freundinnen gleich mit Ausdrücken, über deren Schmuck, das wäre Jagdbeute der Frauen. Sie bringt sie dazu, das jede ihre Geschichte erzählt. Wie sie sich den Schmuck verdient haben.
Dadurch verändert sich jetzt alles.
Die Autorin lässt jede Frau zu Wort kommen. Glaubhaft werden die Erniedrigungen, Demütigungen, Heimlichkeiten und Lebenslügen erzählt.
Trotz allem ist auch Liebe und Zufriedenheit dabei.
Für mich war es wieder ein gut lesbarer Roman, über den ich mir noch Gedanken machen kann.
Den Ängsten stellen
Die Mädchen aus meiner Klasse von Christine Brückner
Die Stille zwischen Himmel und Meer ist ein berührender Roman der Autorin Kati Seck.
Im Prolog wird ein 17jähriges Mädchen, das 12 Jahre in einem Keller gefangen war, befreit. Was für eine gruselige Vorstellung.
Dann geht es 7 Jahre später weiter.
Edda fährt allein in ihren ersten Urlaub an die Nordsee, um sich ihren Ängsten zu stellen.
Langsam erzählt sie uns von ihrer Kindheit und den Jahren nach ihrer Gefangenschaft. Sie konnte sich schwer an dieses neue Leben in Freiheit gewöhnen.
Mit ihrer Mutter hat sie immer noch Problem. Die s hat Bedenken gegen diese Reise, kann ich verstehen, wenn man sein Kind einmal schon verloren hatte. Edda sieht immer noch ihre Kidnapperin Isolde als ihre Mutter an, obwohl sie unter deren Gewalttätigkeiten ganz schön leiden musste. Die langjährigen Drohungen greifen immer noch nach. Das muss für die richtige Mutter schlimm sein, nach jahrelanger Ungewissheit können sie nicht an das Leben von damals anknüpfen. Eigentlich wächst man als Mutter mit den Kindern, da fehlen die Jahre.
Die Autorin hat das alles besonders intensiv beschrieben. Ich fühlte mich in dem Roman so gefangen, das ich ihn zu schnell lesen musste. Aber so ein Thema und die Art des Schreibstils fesselt mich.
Kati Seck schreibt in der Danksagung, es gibt Romane die e mit Herzblut geschrieben werden und dieser gehört dazu. Das merkt man beim Lesen, denn die Sprache ist stimmig. Der Roman gibt uns doch Mut und Zuversicht, man kann seine Ängste überwinden.
Ein beeindruckender Roman.
Ostpreußensaga
Die Jahre der Schwalben von Ulrike Renk
Ulrike Renk hat mit „Die Jahre der Schwalben“ den zweiten Band der Ostpreußen Saga geschrieben. Der erste Band ist „Das Jahr der Störche“ Den habe ich nicht gelesen, aber das stört nicht, man kommt gut in die Geschehnisse hinein.
Die Protagonistin Frederike wird meist Freddy genant.
Kurz nach ihrer Hochzeit mit Ax erfährt Frederike, dass ihr Mann Tuberkulose hat.
Er geht in ein Sanatorium, und sie muss sich plötzlich allein um das Gut und Gestüt Sobotka im polnischen Gebiet kümmern. Ihr Stiefvater aus Ostpreußen hilf ihr mit Ratschlägen und so meistert sie das bald. Nach dem 1. Weltkrieg ist Ostpreußen von Deutschland abgeschnitten.
Man fährt mit dem Zug mit zugezogenen Vorhängen durch den polnischen Korridor.
Frederike macht viel mit, bis sie auf Mansfeld glücklich wird
Die Geschichte umfasst die Ereignisse von 1930 bis 1944. Interessant wie sich alles ändert, wer hat schon etwas von einem Torfklo gehört, ich nicht. Auch die Motorisierung in der Landwirtschaft nimmt immer mehr zu.
Besonders problematisch ist die politische Situation.
Die Autorin hat alles sehr gut recherchiert, vieles habe ich von den Erzählungen meiner Eltern und Großeltern wiedererkannt.
Ulrike Renk hat einen großangelegten Roman geschrieben und wie sie sagt, ist das ein Roman, aber dicht an der Wahrheit.
Ein fesselndes Leseerlebnis.
Ich werde gerne weiteres von der Autorin lesen.
Agentenerunnerungen
Das Vermächtnis der Spione von le Carré John
Ich habe das Hörbuch von John Le Carres neuem Agentenroman „Das Vermächtnis der Spione“ gehört. Der Sprecher Walter Kreye gibt dem Roman eine gute Stimme.
Der Roman spielt in der Zeit des Kalten Krieges, der Hochzeit der Agententhriller.
Peter Guilliams, ehemaliger Agent im Ruhestand und früherer Assistent des Agenten George Smiley wird im Innenministerium befragt.
Es geht um den Todes des Spitzenagenten Alec Lameas und seiner Freundin Elizabeth Gold im Jahre 1961 an der Mauer in Berlin. Deren Kinder wollen die britische Regierung verklagen, sie meinen, die Beiden wären von den Vorgesetzten geopfert worden. Peter und Alec waren Kollegen und Freunde gewesen.
Das Ganze wird aus der Sicht des Icherzählers Peter Guilliam in einer Rückschau erzählt. Die Geschichte hat einen ruhigen und nüchternen Klang, teils hört es sich wie bei einer Anklage an, dann aus Erlebnissen des Agenten.
Dieser Roman ist der neunte Teil der George- Smiley Serie. Der erste war „Schatten von Gestern“ und der wohl bekannteste „Der Spion, der aus der Kälte kam“.
John le Carre war selber kurze Zeit bei dem britischen Geheimdienst.
Er schreibt seine Romane fesselnd und spannend.
Am Anfang kam es mir etwas langsam vor, aber es wurde immer interessanter.
Ich gebe eine gute Lese- und Hörempfehlung
Ein Jahrhundertroman
Stadt aus Rauch von Kutschke Svealena
Stadt aus Rauch ist ein realistischer, mit mystischen Einlagen, geschichtsträchtiger Roman geschrieben von der Autorin Svealena Kutschke.
Mich hat die Geschichte gleich gefesselt.
Lucia wird in einer kalten Winternacht in der Trave in Lübeck geboren, als ihre Mutter ins Wasser ging. Der Junge Christoph Petersen sieht sie und ihre tote Mutter am Ufer.
Ihr Vater Michel ist ein armer Maler, Sie wohnen in einem Hinterhaus und Michel wird von einer Dame aus dem Vorderhaus gefördert und erbt von ihr die Wohnung. Dort
wohnen die nächsten Generationen.
Die Autorin lässt die Geschichte Deutschlands einfließen. Wir erleben die beiden Weltkriege.
Die Ansichten der Personen sind sehr unterschiedlich. Sie sind sehr natürliche und einfache Leute.
Ein guter groß angelegter Generationsroman, über mehr als ein Jahrhundert lang Mit mystischen Einlagen, mit einem fast sympathischem Teufel.
Vielleicht ist der Roman etwas lang, aber die Autorin hat die Stimmungen gut eingesetzt und der Roman wird nie langweilig. Allerdings geht es manchmal etwas viel in den Zeiten hin und her. Dann ist er oft auch etwas bedrückend aber ehrlich geschrieben.
Die Geschichte und die Lebensart ist nicht geschönt, aber gut lesbar. Ab und zu mit plattdeutschen Redensarten.
Ich habe ihn gerne gelesen.
Date mit einem Vampir
Durst von Nesbø Jo
Jo Nesbø ist für mich ein Problemautor.
Den Roman, den ich als ersten gelesen habe, fand ich gut. Den Nächsten habe ich nur angelesen und dann verschenkt. Jetzt wollte ich ihn noch mal probieren.
Jo Nesbo hat einen guten Schreibstil, der Roman ist total spannend, aber leider ist mir die genaue grausame Mordbeschreibung zu viel.
Da wird dieser Roman von ihm für mich der Letzte sein. Das soll aber keine Wertung sein.
Die Harry Hole Serie geht schon in die 11. Folge.
Harry Hole unterrichtet inzwischen an der Polizeihochschule, wird aber gezwungen an den neuen Mordermittlungen teil zu nehmen.
Ein Serientäter ist am Werk, durch eine Dating-App verabredet er sich mit jungen Frauen. Gruselig, wenn man das liest, er ist schon in der Wohnung, wenn die Frauen nach Hause kommen, es gibt kein Entrinnen.
Bis zur Hälfte des Romans war es mir zu gruselig und blutig, dann wurde es etwas besser. Harry Hole ist schon eine besondere Type.
Gut war es das ich das Hörbuch anhören konnte. Der Sprecher Uve Teschner ist grandios. Er kann seine Stimme so verschieden betonen, das ich nachgesehen habe ob es mehrere Sprecher gibt. Ein Könner seines Fachs.
Ein wirklich spannender, typischer Jo Nesbo Krimi der zu empfehlen ist und wie es aussieht gibt es wohl weitere Folgen mit Harry Hole.
offen und ehrlich
Nachtlichter von Liptrot Amy
Die Autorin Amy Liptrot beschreibt nüchtern und ehrlich vom ihrem Leben als Alkoholikerin. Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, wie das ist, wenn die Sucht so das Leben bestimmt. Leider gibt es so viele und die Familie muss auch darunter leiden.
Nach einem schlimmen Erlebnis geht sie endlich in die Suchtklinik.
Dann zieht sie nach Orkney, da ist sie aufgewachsen und leben ihre Eltern.
Ihre Beobachtungen der Insel ist interessant. Sie lenkt sich ab, denn immer wieder möchte sie am Liebsten wieder etwas trinken.
Ihre Arbeit mit den Schafen war witzig.
Und dann als Wachtelkönigsweib, eine prima Arbeit.
Als Abstinenzlerin ist es schwer sich mit anderen Leuten zu treffen, wenn die etwas trinken, ist Amys Willensstärke gefragt. Bei ihren anderen Aktivitäten wird sie abgelenkt. Immer wieder erzählt sie von ihren Abstürzen.
Eine immer weder große Herausforderung nüchtern zu bleiben.
Hoffentlich hält sie weiter durch, trocken zu bleiben, aber sie will es selber.
Ein Roman über den Kampf mit der Sucht. Daneben aber eine schöne Landschaftsbeschreibung.









