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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Ein Leben im Extrem

Wie ein wilder Gott von Gianfranco Calligarich

Zwar ist dieser neue Roman von Gianfranco Galligarich ganz anders als sein Erfolgsroman "Der letzte Sommer in der Stadt", aber das schriftstellerische Geschick und ein gewisser Ton sind vorhanden.
Thema ist der Afrikaforschers Vittorio Bottego (1860 bis 1897).
Um die Geschichte Bottegos zu erzählen, nutzt der Autor die Reflexionen eines 70jährigen im Jahr 1933.

Der bedenkt nicht nur sein eigenes Leben sondern auch das Bottegos.
Der Erzähler stützt sich auf dessen Tagebücher. Direkt characterdriven ist der Roman nicht.

Galligarichs erzählerischer Einfallsreichtum erinnert mich latent an den portugiesischen Literaturnobelpreisträger Jose Saramago, stilistisch ist er aber zugänglicher. Der Text ist gut lesbar, hat aber auch immer wieder ausdrucksstarke Beschreibungen mit ausgezeichneten Formulierungen. dabei ist neben dem Weg der Karawanen in Afrika der Schauplatz Italien genauso wichtig.

Ein bemerkenswertes Buch!

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Eine Serie von Giftmorden

Das Dorf der acht Gräber von Seishi Yokomizo

Der dritte Band der Kosuke Kindaichi-Reihe beginnt mit einem Prolog, der das besagte Dorf vorstellt.
In der Vergangenheit gab es hier ein Massaker durch die Dorfbewohner an 8 Samurais. Dadurch wurde das Dorf verflucht.
Ein weiteres Blutbad folgt 1920. Der Mörder Yozu, der 32 Menschen tötete, floh in die Berge.

Dann sind wir im Jahr 1946 und die eigentliche Geschichte beginnt.
Der Icherzähler Tatsuya ist ein ehemaliger Bewohner des Dorfe, der verlorene Sohn sozusagen. Er ist mit dem Detektiv Kosuke Kindaichi bekannt. Gleichzeitig ist Tatsuya auch das Bindeglied zu den Mordfällen, denn der Täter war angeblich sein Vater.
Der Großteil der Handlung zeigt die Geschehnisse während seiner Heimkehr.
Mehrere Männer starben, nachdem Tatsuya sie kennen gelernt hat, ist er beunruhigt. Sie wurden vergiftet.
Es ist ein dialoglastiger Roman, der ein Nachkriegsjapan zeigt.
Übersetzt wurde das überaus gelungene Buch durch die bewährte Übersetzerin Ursula Gräfe. Es ist meiner Meinung nach das bisher beste der Reihe.

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Drei Frauen

Das Wohlbefinden von Ulla Lenze

Ulla Lenze ist eine Autorin, die einen eleganten Stil hat und weiß, einen Plot geschickt zu gestalten. Sie nutzt 3 Zeitebenen. 1908 mit der Schriftstellerin Johanna und der hellsichtigen Anna, die als Medium wirkt. Dann 1967, die Zeit der Studentenunruhen und der jetzt alten Johanna, die sich mit ihrer Autobiografie beschäftigt.

Zuletzt 2020 mit ihrer Urenkelin Vanessa, die begonnen hat, sich mit ihrer Ahnin zu beschäftigen. Das greift alles mühelos ineinander.Der Autorin gelingt es die Stimmungen der Zeiten zu vermitteln.
Ein Buch, das man empfehlen kann!

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Die Familie Haynes

Bevor es geschah von Céline Spierer

Bevor es geschah vom Celine Spierer ist ein Roman um eine Familie in der Krise und hat interessante Ansätze. Doch leider kann der Roman die erweckten Erwartungen dann nicht erfüllen. Die komplexen Familienbeziehungen erschließen sich nicht. Die einzelne Mitglieder der Familie Haynes (zum Beispiel Elizabeth, Rose, Winston, Sean, Jacqueline) bleiben konturlos und gewinnen eigentlich die ganze Handlung durch nicht an Substanz.

Da helfen auch die motivationslosen Zeitenwechseln nicht. Der Text erscheint mir nicht schlüssig.

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Humor in der Literatur

Zwischen Depression und Witzelsucht von Sven Regener

Das Buch hat den Untertitel Humor in der Literatur und es ist ein Text abgeleitet von einer Poetikdozentur von Sven Regener in Kassel.
Ich denke, dass so ein Text in einer vorgetragenen Form am besten funktioniert. Aber auch so kann Regener überzeugen. Wie von seinen Büchern gewohnt, hat auch der Vortrag seinen Witz, aber auch Tiefgang.

Er nimmt seine eigenen Romane als Beispiel, trifft aber auch einige allgemeingültige Formulierungen, zum Beispiel das Fehlen von Humor in der Musik. Als Musiker kann er das beurteilen.
Das Sven Regeners Bücher Humor haben, merkt jeder Leser sofort. Aber es liegt viel unter der Oberfläche, was der Leser vielleicht nicht sofort erkennt, aber spüren kann.

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eleganter Stil

Fast wie ein Bruder von Alain Claude Sulzer

Alain Claude Sulzer ist ein Autor, den ich wegen seinem eleganten Stil bewundere, der auch in diesem Roman zu finden ist. Er erzählt von der Freundschaft zweier Männer, die zusammen aufgewachsen sind und fast wie Brüder waren.
Mit 17 Jahren wurden sie getrennt. Frank ging in die USA. Es ist aber die Zeit von Aids, und Frank erkrankte.

Den Erzähler lässt das nicht los und er reflektiert die Situation.
Ein lesenswertes Buch!

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Die Länge der Primzahlen

Pi mal Daumen von Alina Bronsky

Alina Bronskys Romane sind immer sehr unterhaltsam, amüsant, aber stets auch mit einem kleinen, ernsten Hintergrund. Da bildet auch Pi mal Daumen keine Ausnahme.
Die Handlung spielt im Bereich der Universität und dem Studienfach Mathematik. Der junge Oscar ist sehr begabt und entsprechend von sich selbst überzeugt.

Außer Mathematik interessiert ihn nicht. Kein Wunder das er ein wenig isoliert ist. Das ändert sich als er auf eine neue Studentin trifft. Moni Kosinsky, 53 Jahre alt und mit nebenbei mit drei Jobs unterwegs. Sie ist ein Original und immer direkt und geradeheraus. Schnell bildet sie mit Oscar ein Team, indem Studieren und Privatleben miteinander verschwimmen.
Oscar ist schon sehr an Young Sheldon angelehnt, aber man kann nicht von Plagiat sprechen. Die Vorstellungen von wunderlichen Wunderkindern gab es auch schon früher.
Das Buch ist vielleicht nicht das originellste, aber routiniert geschrieben. Es funktioniert und bietet großartige Unterhaltung. Das Lesen war fast wie einen amüsanten Film sehen.

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Louisas Geschichte

Brennende Felder von Reinhard Kaiser-Mühlecker

Luisa stammt aus dem ländlichen Österreich, führt aber ein unstetes Lebein verschiedenen Ländern. Von ihrem Sohn Eric lebt sie getrennt.
Ihre Beziehung zu Bob, der einmal ihr Stiefvater gewesen ist, endet fatal.
In der Heimat kommt sie Ferdinand und dessen Sohn Anton näher. Aber kann die Beziehung von Dauer sein?

Schwerer fassbar  als die früheren Romane von Reinhard Kaiser Mühlecker.

Stilistisch aber wieder stark. Der Roman lebt mehr von Stimmungen als von der Handlung.

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Erzählerisch schwach

Gute Politik von Peter Kurz

Ich halte nichts von Populismus, aber viel von Realpolitiker, die den Laden schmeißen. Der ehemalige Oberbürgermeister Peter Kurz ist sicherlich so jemand. Seine Erfahrungen möchte er mitteilen.
Aber so leid es mir tut, dieses Buch überzeugt mich nicht.
These folgt auf These, und keine von ihnen klingt falsch, aber es fehlen die erzählerischen Mittel, um den Inhalt zu transportieren.

Schade.
Es bleibt der Eindruck: gut gemeint!

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Am Ende gilt doch nur das Erzählen

Die Welt zwischen den Nachrichten von Judith Kuckart

Die 1959 geborene Judith Kuckart schreibt an den Stationen ihres Lebens entlang, gekennzeichnet durch die gesellschaftspolitischen Ereignisse der Zeit.
Natürlich auch verbunden mit dem Familiären. Die Eltern wie Freundinnen ihrer Kindheit sind prägend.
Ihr Stil dabei ist geprägt von dem, was sie ausmacht: Sprache, Theater, Tanz.

Dem Stil und dem geschilderten wird dadurch eine spielerisch wirkende Leichtigkeit verliehen.
Ein faszinierendes Buch.

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