Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
People are People
Markus Kavka über Depeche Mode von Markus Kavka
Depeche Mode war Anfang der Achtziger eine kommerzielle Band, die viele als erste mit Synthesizerklängen der New Wave bekannt machten.
Musikjournalist Markus Kavka zeichnet die Songs der Band nach, mehr aber noch die Wirkung auf die Jugend damals. Kavka macht das so glaubwürdig, weil er selbst Fan war und ist.
Außerdem haben Depeche Mode und andere Band wie Ultravox, Soft Cell und andere auch die Mode dieser Zeit mitgeprägt. Manchmal führte das zu Peinlichkeiten.
Einiges was Markus Kavka aus seinen Erinnerungen an diese Zeit erzählt ist ziemlich witzig und nicht selten identifiziert man sich als Leser, wenn man ebenfalls in den Achtziger Jahren Jugendlicher war. Das Buch macht viel Spaß!
Depeche Mode führte auch zu anderen Bands wie The Cure bis hin zu Industrial.
Das Buch ist mehr als nur ein Bandpoträt, noch mehr zeigt es eine besondere Zeit und das Feeling damals.
Diese Musikbücher der KIWI-Reihe gefallen mir inzwischen so richtig gut. Man bekommt immer etwas anderes, aber nie etwas von der Stange.
You better lose yourself in the music, the moment
Antonia Baum über Eminem von Antonia Baum
Das Phänomen Eminem und seine Energie muss man erst einmal aushalten.
Antinio Baums Mut, über das krasse Phänomen Eminem zu schreiben ist bemerkenswert.
Als Buch über Eminem als Musiker und Mensch und seine Wirkung halte ich das Buch für gelungen
Eminems Song Stan zusammen mit Dido Stan, der bekannte Song, ist gut analysiert und bringt ihn dem Leser wirklich nahe.
Als weniger zwingend finde ich Antonio Baums eigene Probleme mit Eminems textliche Aussagen. Als Jugendliche fand sie ihn faszinierend, hat ihn aber nicht so ganz reflektiert. Heute kann sie mit dem aktuellen Musiker nichts mehr anfangen. Gut und schön, aber was sagt das schon aus. Eminem ist wie er ist und das ist überwiegend nicht schön. Ein paar seiner Raps sind aber bleibend.
Ich habe das Buch mit großen Interesse gelesen.
Die Eisernen
Wir werden ewig leben von Christoph Biermann
Ein normales Fußballbuch würde ich momentan nicht unbedingt lesen wollen, aber dieses Buch erzählt über Union Berlin und die sind als einziger Ost-Verein der Bundesliga etwas besonderes. Als Aufsteiger und Underdog haben sie sich im ihrem ersten Bundesligajahr gut geschlagen,
Der Untertitel des Buches lautet Mein unglaubliches Jahr mit dem 1.
FC Union Berlin.
Und genau das hat Christoph Biermann für sein Buch absolviert.
Dadurch wurde er für ein Jahr auch Teil des Teams. Einen Teil seiner journalistischen Distanz hat er dadurch abgelegt, seinen Spürsinn und Beobachtungsgabe hat er aber beibehalten. Dadurch sind Passagen dabei, die über den Fußball und einen Bundesligaverein mehr erzählt als nur das erwartbare.
Besonderheiten des Jahres waren unter anderen die Vorfälle mit den Protestplakatten gegen Hoffenheim-Mäzeen Dietmar Hopp und natürlich die erzwungene Corona-Pause.
Christoph Biermann lässt den Beteiligten beim erzählen ihre Kanten und Ecken. Das gilt besonders für den Union-Trainer Urs Fischer.
In der Summe kommt ein sehr unterhaltsames Buch heraus.
Einseitige Geschichten
Max Kersting. Einseitige Geschichten; . von Christoph Biermann
Das Schriftbild von Max Kersting einseitigen Geschichten ist grauenvoll und abschreckend und nicht die einzige Hürde zum Zugang zu den Texten. Um einen literarischen Stil bemüht sich der Künstler nicht.
Es gibt bemerkenswertes, zum Beispiel die Streichungen, durchgestrichene Wörter die noch ersichtlich, aber nicht lesbar sind.
Ein paar mal gibt es auch (recht primitive) Zeichnungen.
Ich muss zugebe, dass mir letztlich der Zugang zu den Geschichten fehlt. Aber ein paar Einfälle von Max Kersting haben mir am Ende schließlich doch gefallen.
Der Vorhang geht auf
Das ganze Leben ist Begegnung von Katja Ebstein
Katja Ebstein war in den siebziger und frühen Achtziger Jahren eine sehr bekannte Sängerin. In ihrer Autobiografie erzählt sie von der Flucht aus Schlesien als sie noch Baby war und ihren Bekanntschaften mit Benno Ohnesorg und Rudi Dutschke. Sie engagierte sich für Willy Brandt. Soziales Engagement ist für ie selbstverständlich.
Ihr sind Begegnungen mit den Menschen wichtig. Obwohl christlich geprägt ist sie auch beeindruckt vom Dalai Lama. Sie traff auch Nelson Mandela.
Auf ihr eigenes musikalisches Werk geht sie in diesem Buch wenig ein, dafür schreibt sie einen langen Abschnitt über Hildegard von Bingen und ein Kapitel über Heinrich Heine sowie eins über Franz von Assisi.
Zwar ist der Stil eher ruhig und wenig beschwingt, aber dafür auch ohne Übertreibungen und Selbstbeweihräucherung.
außergewöhnlich
Autistic Disco von Katja Ebstein
Diesem Fotobuch ist ein Vorwort von Simon Strass vorangestellt, in deutscher und englischer Sprache. Strauß spricht vom Menschsein und von Emotionen. Er zitiert sogar Gottfried Benn (auf seinen Bildern „fällt einen die Leere an“), was mir in dem Zusammenhang gut gefällt und er zählt einiges an Eidingers Fotos auf, das bemerkenswert ist.
Eidingers Fotos sind ungewöhnlich, haben immer eine Merkwürdigkeit im Blick. Man ist als Betrachter verblüfft und benötigt oft ein zweites Anschauen, um zu verstehen.
Umfassende Analyse
Die Zerstörung Amerikas von Elmar Theveßen
ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen ist Experte für die USA und bekannt für seine klaren Feststellungen. Er fasst in seinem Buch das Treiben Donald Trumps zusammen. Er reist auch durch Länder mit vielen Trumpwählern, die Anhänger bleiben.
Der Untertitel „Wie Donald Trump sein Land und die Welt für immer verändert“ ist zweifellos zutreffend.
Es wird vermutlich nie mehr in der amerikanischen Politik wie vor Trump. Künftigen Populisten wird einfacher fallen ins gleiche Horn zu stoßen.
Die Stärke des Buches ist der umfassende Ansatz, was zu einem aussagefähigen Gesamteindruck führt!
Arm trifft reich
Super reich von Polly Horvath
Super reich ist ein Buch für Leser ab ca. 10 Jahren von der in Kanada lebenden Schriftstellerin Polly Horvath. Das Buch beeindruckt durch ein schön gezeichnetes Cover.
Der 10jährige Rupert lebt in einer sehr armen Familie.
Durch Zufall gerät er an Weihnachten an die wohlhabende Familie Rivers.
Rupert ist von deren Reichtum beeindruckt, aber wie diese exzentrische Familie ihn behandelt, war schon unangenehm zu lesen. Es hatte etwas übergriffiges und man war geradezu unangenehm berührt. Das spricht natürlich nicht direkt gegen das Buch, denn skurrile Figuren haben auch etwas reizvolles, aber etwas übertrieben fand ich das beschriebene Verhalten und die Dialoge schon.
An überraschenden Einfällen mangelt es nicht. Neben einer Zeitreise gibt es auch einen Banküberfall samt Entführung, dann sogar noch ein Geheimagent. Vielleicht ein wenig viel auf einmal, aber die Autorin gestaltet es einigermaßen ausgewogen.
Eine amerikanische Ikone
Sempre Susan von Sigrid Nunez
Ich mochte schon Sigrid Nunez Roman Der Freund sehr und das gilt auch für ihre Erinnerungen an Susan Sontag, die sie schon 2011 verfasste.
Von der 2004 verstorbenen Essayistin und Autorin Susan Sontag habe ich viel gehalten, daher ist dieses Buch für mich ein Geschenk.
Sigrid Nunez war Susan Sontags Assistentin und Freundin ihres Sohnes.
Sie ist selbst eine erfolgreiche Autorin, mit sehr individueller Note, also ganz ähnlich wie ihre Mentorin.
Nunez startet hier keine Verherrlichung von Susan Sontag sondern zeichnet ein sehr realistische Porträt der amerikanische Ikone Susan Sontag, die so klarsichtig über amerikanische Verhältnisse schrieb. Dabei benennt sie auch Schwächen, die Sontag umso menschlicher für den Leser machen.
Geschmeidiger Stil
Albas Sommer Roman von Claudia Casanova Sabine Giersberg
Albas Sommer (Originaltitel: Historia de una Flora)ist ein Roman der 1875 in Aragonien angesiedelt ist. Die Hauptfigur Alba ist an eine reale Figur angelehnt, der Botanikerin Blanca Catalan de Ozon y Gayola. Das Buch zeigt den den anfänglichen Werdegang der talentierten Alba, gefördert von ihrer Mutter.
Gepaart ist dieser Lebenslauf mit einer fiktiven Liebesgeschichte.
Die in Barcelona geborene Autorin Claudia Casanova verfügt über einen wunderbar flüssig zu lesenden Stil. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so vor sich hin.
Mit der Entwicklung des Buches geht auch eine Entwicklung der jungen Hauptfigur überein.











