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Rezensionen von CanYouSeeMe:

Das Vorkommnis

Das Vorkommnis von Julia Schoch

„Das Vorkommnis“ ist der Auftakt zur Trilogie ‚Biographie einer Frau‘ der Autorin Julia Schoch. Das Cover dieses Buches hat mich ab dem ersten Moment angesprochen, die Zeichnung wirkt eindringlich und zugleich abstrakt, auch die Farben scheinen eher kühl. Der Klappentext hat mich neugierig auf die Story gemacht.

Die Kapitel des Buches sind allesamt sehr kurz, einige umfassen nur eine Seite. Damit wirkt das Buch durchaus schnelllebig, die Szenen springen, es gibt keine kohärente Handlungsabfolge. Erzählt wird die Handlung aus der Ich-Perspektive, wobei ich als Leserin nur wenig über die Erzählerin an sich in Erfahrung bringen konnte. Die Ausführungen lassen an ihrer Gedanken- und Erlebenswelt teilhaben, springen dabei zwischen oberflächlicher Betrachtung und tiefgehenden Analysen hin und her. Eine interessante Mischung, die mir zu Teilen sehr gut gefallen hat und mich zu anderen Teilen stark ermüdet hat.
Ich kann nicht sagen, dass mich die Handlung in den Bann gezogen hätte und ich das Buch nur schwer aus der Hand legen konnte. Es eignet sich jedoch auch nicht als seichte Lektüre für zwischendurch. Vieles versteckt sich hinter den klaren und auf den Punkt gebrachten Ausführungen, das Buch sollte unbedingt sehr aufmerksam gelesen werden. Dennoch hat mich vieles nicht so erreicht. Die Erzählerin blieb mir fremd, ich habe keine Bindung zu ihr aufgebaut und dadurch war mir ihr persönliches Erleben schlicht egal. Einige Auseinandersetzungen, z.B. über das zufällig entstandene Gerüst einer Familie und der gelebten Selbstverständlichkeit hat mich zum Nachdenken angeregt, wieder anderes blieb mir sehr fern.
Die Handlung springt zwischen Erinnerungsfragenten, Auseinandersetzungen mit Vergangenem und Aktuellem hin und her, hat mich insgesamt neutral zurückgelassen. Der Schreibstil hat mir gefallen, die klare Sprache liest sich angenehm, die kürze der Kapitel macht Lesepausen leichter (und verdeutlicht die Sprunghaftigkeit der Erlebnisse). Ich weiß nicht, ob ich die folgenden Teile der Trilogie lesen werde.

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Morde in Marlow

Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar von Robert Thorogood

Das Cover strahlt eine Idylle aus, die zum Handlungsort der Story nicht reecht passen mag. Denn diese spielt direkt an der Themse, in der Kleinstadt Marlow. Judith Potts ist eine herrlich britische Protagonistin, die mich mit ihrem Charme, Humor und ihrer Gerissenheit völlig mitgenommen hat. Sie ist sehr angenehm dargestellt, ich konnte mir ein guts Bild vor meinem inneren Auge machen.

Auch die weiteren Charaktere haben mir gut gefallen, dabei war allen eine klare Rolle zugewiesen, zum Teil überspitzt aber immer mit einer gehörigen Portion britischen Humors. Die Dialoge sind zum Teil so absurd, dass ich für einen Krimi verhältnismäßig viel gelacht habe.
Der Schreibstil des Autors, übersetzt von Ingo Herzke, hat mir zugesagt, ich habe das Buch in wenigen Tagen beendet und konnte es kaum aus der Hand legen. Es war eine angenehme Mischung aus Kurzweiligkeit, Spannung und Humor.
Die Handlung hatte einen angenehmen Spannungsaufbau, ich habe mitgefiebert, wer die Morde begangen haben könnte und bin von allein nicht auf die letztendliche Auflösung gekommen.
Ich bin gespannt auf weitere Fälle rund um Mrs. Potts' Mordclub.

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Butter

Butter von Asako Yuzuki

"Butter" ist das erste Buch, das ich von derjapanischen Autorin Asako Yuzuki gelesen habe und auch insgesamt mein erstes Buch aus japanischer Feder. Es ist auf jeden Fall hilfreich, wenn einem zumindest die Grundsteine der japanischen Kultur bekannt sind, denn einige, unter anderem das Frauenbild und die Rolle von Essen/ Genuss und der allgemeine Lebensstil werden in diesem Buch stark kommentiert.

Ich selbst habe nach einigen Kapiteln nochmal extra recherchiert, da einige der sich ergebenden Problematiken für meine westliche Sozialisierung nicht sehr nachvollziehbar waren.
Der Schreibstil der Autorin, übersetzt von Ursula Gräfe, liest sich sehr angenehm. Protagonistin Riko war mir zunächst nicht sehr nah, je mehr ich gelesen habe, desto besser konnte ich sie verstehen. Die mutmaßliche Mörderin Manako Kajii ist eine ebenso spannende wie undurchdringliche Person, die einen angemessenen Gegenpart bildet.
Dieses Buch konnte mich durch die Vielschichtigkeit und die kritische Reflexion der Rolle der Frau im Privaten und Beruflichen, aber auch den Stellenwert von Essen und Gewicht fand ich sehr spannend. Die Persönlichkeitsentwicklung der Haupt- und Nebencharaktere habe ich als sehr gelungen erlebt. Insgesamt ist "Butter" ein überraschendes, gut gelungenes und reflektiertes Buch, das ist sehr gern gelesen habe.

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Die Unzertrennlichen

Gala und Dalí – Die Unzertrennlichen von Sylvia Frank

Mit Dalí hatte ich mich bisher nur rudimentär befasst. Ich kannte einige seiner Werke, wusste ungefähr, welcher Stilrichtung man seine Kunst zuordnet und damit war mein Wissen über ihn auch schon erschöpft. Ich hatte mir keinerlei Gedanken über seine Art oder sein Privatleben gemacht. Das hat sich mit diesem Buch geändert.

Die Story hat ihren Fokus mehr auf der entwickelnden Beziehung zwischen Gala und Dalí, greift aber immer auch den Entwicklungsstand des aufstrebenden Künstlers mit auf. Zeitlich umfasst der Roman die Jahre 1929 bis 1931, also eine recht kurze aber sicherlich prägende Spanne um Dalís Anfangszeit. Besonders gut finde ich, dass der Roman auf umfangreichen biographischen Recherchen beruht, auch wenn einige Details für einen glatteren Handlungsablauf vom Autorenduo Sylvia Frank geändert wurden.
Sowohl Dalí als auch Gala haben mich in diesem Buch sofort begeistert, ab der ersten Seite war ich mitten in der Story und wollte begierig wissen, wie es weiter geht. Der Schreibstil ist eingängig und flüssig zu lesen, ohne dabei anspruchslos zu sein. Die Sprache passt gut zu Charakteren und Setting. Besonders gut haben mir die Beschreibungen von Cadaqués gefallen, ich habe das katalanische Dorf an der Küste sehr gut vorstellen können. Die Verbindung zwischen Gala und Dalí war schnell symbiotisch, dies wurde gut dargestellt. Mich hätte noch interessiert, wie die Beziehung der beiden weiterging, aufgrund des zeitlichen Rahmens, in dem die Handlung spielt, wurde dies nicht weiter beleuchtet.

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Manifesto

Manifesto. Warum ich niemals aufgebe. Ein inspirierendes Buch über den Lebensweg der ersten Schwarzen Booker-Prize-Gewinnerin und Bestseller-Autorin von »Mädchen, Frau etc.« von Bernardine Evaristo

Ich bin durch das Buch "Mädchen, Frau etc." und die darum entstandene mediale Aufmerksamkeit auf die Autorin Bernardine Evaristo aufmerksam geworden. Dass sie bereits seit den 90er Jahren Bücher veröffentlicht war mir nicht bewusst - wie so einiges aus ihrem Leben, dass sie in "Manifesto.

Warum ich niemals aufgebe" beschreibt.
In insgesamt zehn Kapiteln erzählt sie ihre Geschichte unter verschiedenen Aspekten. Die Aufteilung in die unterschiedlichen thematischen Schwerpunkte gefiel mir gut und ist für eine biografische Darstellung wohl auch nicht sehr üblich. Dadurch kam es zwar immer wieder zu Zeitsprüngen, daran habe ich mich jedoch schnell gewöhnt. Der Schreibstil von Bernardine Evaristo gefiel mir gut, er hat sich flüssig gelesen und war eingängig, hedoch nicht flach, sondern vielmehr humorvoll. Eine angenehme Mischung.
Das Resümee ihres bisherigen Lebensweges und auch die Auseinandersetzung mit ihrer Herkunft fand ich sehr interessant, zu Teilen bewegend, zu Teilen spannend, zu Teilen aber auch für meine Lebenswirklichkeit befremdlich.
Bernardine Evaristo ist sicherlich eine starke Persönlichkeit, die viel erlebt und mindestens ebenso viel bewegt hat. Abschnittsweise haben sich ihre Ausführungen jedoch eher wie ein Ratgeber gelesen, was für mich nicht so gut ins Gesamtbild passte.

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Ein Grab für zwei

Ein Grab für zwei von Anne Holt

Ich lese eher selten Krimis, aber wenn ich welche lese, sollten es skandinavische Krimis sein. Die Autorin Anne Holt hat mit "Ein Grab für zwei" einen ersten Krimi um Selma Falck veröffentlicht, der mich überrascht und neugierig auf weitere Bücher mit Selma als Protagonistin gemacht hat.

Das Hörbuch von USM Audio wurde von Katja Bürkle eingsprochen, die eine angenehme Stimme hat, der ich gern zugehört habe. Ich habe das Hörbuch allerdings auf 1,5-facher Geschwindigkeit gehört. Damit gehen besondere Betonungen für verschiedene Charaktere zuweilen unter, auch wenn noch deutlich zu hören war, dass jeder Charakter eigene Merkmale gesprochen bekommen hat.
Die Story um den Dopingvorfall und den sich weiter entwickelnden Vorfällen hat mir gut gefallen, sie war nicht zu vorhersehbar und in ihrer Entwicklung realistisch genug. Der Spannungsbogen war für mich genau richtig und mir wurde die Story zu keiner Zeit langweilig - ich wollte imer wissen wie es weiter geht und wie die Einzelheiten miteinander zusammenhängen. Der Epilog war die Kirsche auf dem Sahnehäubchen und hat die Geschichte passend angerundet.
Die Charaktere waren allesamt mit Ecken und Kanten behaftet, es gibt Laster, Geheimnisse und Dinge die lieber verschwiegen werden. Selma konnte mir dennoch sympathisch werden. Die weiteren Charaktere waren ausreichend dargestellt, so dass ich mir von allen ein gutes Bild machen konnte, wenn auch zu Teilen nur verschwommen.

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Unser wirkliches Leben

Ein Grab für zwei von Anne Holt

Das Cover dieses Buches finde ich eher wenig aussagekräftig, auch wenn die Figuren sicherlich eine gute Repräsentation für Protagonistin Anna und für Max sind. Neugierig hat mich das Cover jedoch nicht gemacht - der Klappentext dafür umso mehr.
"Unser wirkliches Leben" ist das Roman-Debut der Autorin Imogen Crimp.

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen. Ich habe dieses Buch in der Hörbuchfassung gehört, gelesen von Sandra Voss. Mir persönlich war es ein wenig zu langsam gelesen, daher habe ich es in höherer Geschwindigkeit gehört - zur Stimmfarbe lässt sich sagen, dass es sich in doppelter Geschwindigkeit für mich noch gut und angenehm angehört hat - in der Originaltonalität kann ich es daher aber nicht einschätzen.
Inhaltlich hat mich das Buch überrascht. Nachdem der Beginn für mich nicht sonderlich packend war und mein Einstieg in das Buch eher schleppend, war ich nach einigen Kapiteln doch in der Story angekommen. Anna ist eine Protagonistin, die mir nicht sonderlich sympathisch, aber auch nicht unsympathisch ist. Besonders spannend fand ich die Beschreibungen rund um das Konservatorium, die für mich sehr authentisch klangen, insbesondere unter der Berücksichtigung, dass die Autorin selbst an einem solchen war. Der Fokus auf Stimme und das Singen auf
Die Darstellungen der Beziehungen in dem Buch haben mich an Sally Rooney erinnert, auch die damit einhergehenden Problematiken und die Art und Weise, wie sich die Charaktere samit auseinandersetzen. Nicht ganz mein Stil und mir fehlt da häufig das Verständnis. Dennoch hat mich die Unaufgeregtheit und die Ernsthaftigkeit mitgenommen.
Das Ende hat mir gut gefallen in seiner Uneindeutigkeit, es passt zu den Charakteren.

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Das Leben keiner Frau

Das Leben keiner Frau von Caroline Rosales

"Das Leben keiner Frau" von der Autorin Caroline Rosales stellt sich der Frage "Was tun, wenn man fünfzig wird? Eine Frau am Wendepunkt ihres Lebens". Somit war von Beginn an klar, dass ich mit beinahe dreißig höchstwahrscheinlich wenig persönliche Bezugspunkte zu Protagonistin Melanie haben werde.

Das hat sich bestätigt, und war für mich insofern problematisch, als dass ich die Ausführungen und die Wertungen, die Melanie den Schwierigkeiten ihres Lebens gibt in keiner Weise nachvollziehen konnte. Der Charakter wirkte auf mich vor allem bitter und verdrossen.
Wenngleich ich mit der Protagonistin und damit unweigerlich der Erzählerin der Story nicht warm geworden bin, hat mich die klare, schonungslose und auf den Punkt gebrachte Sprache und Ausdrucksweise der Autorin fasziniert. Die sprachlichen Bilder sind intensiv und gut beobachtet. Die eingearbeiteten Beobachtungen sind ungeschönt, zu Teilen beinahe zynisch. Das hat mir sehr gefallen und daher habe ich den 240 Seiten umfassenden Roman auch beendet.

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Das Damengambit

Das Damengambit von Walter Tevis

Nachdem mich die auf dem Buch basierende Netflix-Serie restlos begeistert hat, konnte ich gar nicht anders, als dieses Buch zu lesen. Die Handlung war mir daher bekannt, ich konnte von den Entwicklungen und Wendungen nicht mehr überrascht werden. Das hat mich aber auf keiner Seite gestört.
Ich habe es zutiefst genossen in die Welt von Elisabeth Harmon einzutauchen und mit ihr vom Waisenhaus auf die großen Schachturniere der Welt zu reisen.

Der Schreibstil des Autors ist so eingängig und leichg zu lesen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Die Beschreibungen des Schachspiels konnten mich, die absolut gar keine Ahnung davon hat, fesseln und für das Spiel interessieren.
Dieses Buch wird absolut ein Highlight und ich werde es sicher noch häufiger lesen!

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Ende in Sicht

Ende in Sicht von Ronja von Rönne

An diesem Buch haben mich vor allem Cover und der vom Klappentext versprochene Inhalt interessiert. Die Autorin Ronja von Rönne kenne ich, "Ende in Sicht" war nicht mein erstes Werk von ihr.
Der Schreibstil ist modern, pendelt zwischen intensiven Situationsbeschreibungen und lapidaren Erwähnungen hin und her.

Dies hat es mir in diesem Fall schwer gemacht einen guten Zugang zu den Protagonistinnen Hella und Juli zu bekommen. Beide sind gut charakterisiert, als Leser:in und Hörer:in erfährt man vieles über die Hinter- und Beweggründe der beiden unterschiedlichen und doch ähnlichen Frauen. Dennoch habe ich es nicht geschafft eine emotionale Verbindung zu ihnen herzustellen, sie blieben mir über die gesamte Länge des Buches fern und unnahbar.
Die Handlung selbst hält das, was der Klappentext verspricht. Die Autorin schafft es hervorragend die Ernstheit der Themen zu achten, dabei jedoch auch immer ein klein wenig Humor aufblitzen zu lassen. Eine gute Mischung finde ich.
Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen, es hat mich aber auch nicht vollends begeistert. Vielleicht wäre dies anders gewesen, wenn ich einen besseren emotionalen Zugang zu Hella und/oder Juli gehabt hätte.

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