Kunden em pfehlungen
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Freiheit?
The Freedom Clause von Hannah Sloane
Die grundlegende Idee dieses Buches finde ich sehr spannend: die etwas eingeschlafene Ehe durch eine "Freiheitsklausel" aufpeppen - aber klappt das wirklich? In diesem Buch begleiten die Leser:innen das Ehepaar Dominic und Daphne. Beide haben sich jung gefunden und früh geheiratet, die Idee dem Sexleben mit einer Freiheitsklausel auf die Sprünge zu helfen kam von Dominic (dass dieser Daphne dazu überredet hat und diese das zunächst so gar nicht toll fand, wird im weiteren Buch nicht weitre thematisiert).
In den folgenden fünf Jahren werden immer wieder bruchstückenhaft einige Kernmomente aus beiden Perspektiven geschrieben. Dabei liegt der Fokus in der Erzählung gar nicht so sehr in ausschweifenden sexuellen Abendteuern, sondern eher in der damit einhergehenden Charakterentwicklung - insbesondere bei Daphne. Dabei geht es schon schnell nicht mehr um die sexuelle Ebene.
Schnell wird deutlich, dass Daphne sich selbst kennen lernt, selbstbewusster wird und für sich einsteht. Und Ehemann Dominic bei dieser Entwicklung nicht hinterher kommt. Die Entwicklung fand ich nachvollziehbar und authentisch dargestellt, wobei ein deutlicher (feministischer) Fokus auf Protagonistin Daphne liegt. Dominic wurde von Jahr zu Jahr blasser, bis er nur noch eine Randfigur darstellte. Das kann stilistisches Mittel sein, um die Entwicklung von Daphne noch mehr zu betonen - mir pserönlich hat es jedoch nicht so gut gefallen. Ich glaube es hätte viel Potenzial mit der Auseinandersetzung dieser unterschiedlichen Entwicklung gegeben... Stattdessen entwickelt er sich scheinbar zum kompletten Arsch, der nicht gut auf seine Gefühle zugreifen kann und sich nicht sonderlich mit diesen auseinander setzt. Das war mir etwas zu klischeehaft und platt.
Insgesamt hat mir das Buch jedoch gut gefallen - es hat mich an einigen Stellen überraschen können, an anderen (sehr wenigen) Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe und Ausführlichkeit gewünscht. Ein solides Debut, dass mich neugierig auf weitere Bücher der Autorin macht.
schonungslos
Strong Female Character von Fern Brady
Fern Brady war mir als Stand-Up Comedienne bereits ein vager Begriff, dass sie Autismus hat wusste ich jedoch noch nicht. Da ich mich (auch beruflich) viel mit Autismus beschäftige, war klar, dass ich dieses Buch lesen muss.
Es fällt schwer autobiografische Texte zu bewerten, da der Inhalt nun einmal der ist, den die verfassende Person 1) bereit ist zu teilen und 2) in ihrem Leben erlebt hat.
Das kann und möchte ich auch gar nicht bewerten. Dabei ist Fern Brady in diesem Buch sehr offen und ehrlich, zum Teil für mein Gefühl zu sehr. Andererseits gibt sie damit einen schonungslosen und tiefen Einblick in ihr persönliches Erleben als Kind und junge Erwachsene ohne diagnostizierte Autismus-Diagnose. Sie beschreibt Schwierigkeiten, Fehldiagnosen und eine ganz persönliche Vulnerabilität, sich selbst nicht richtig zu verstehen.
Den Schreibstil, in Übersetzung durch Doreen Reeck, habe ich als angenehm zu lesen empfunden. Brady verzichtet auf ausschweifendes Drum-Herum-Erzählen, sondern kommt direkt zum Punkt. Einige wenige Punkte wiederholen sich durch die verschiedenen Kapitel hindurch, was jedoch nicht sonderlich störend ist oder repetitiv wirkt. Das Buch liest sich sehr locker und flüssig, wobei der angenehme und lockere Schreibstil durchaus im Kontrast zu den mitunter traumatischen geschilderten Erlebnissen steht. Ein Kontrast, der für viele Menschen im autistischen Spektrum typisch ist. Ein Punkt, der mir aus fachlicher Sicht nicht so gut gefallen hat, ist die Verallgemeinerung persönlicher Erfahrungen auf alle anderen Menschen im autistischen Spektrum, denn auch hier gibt es Menschen, die andere Erfahrungen / Verhaltrensweisen haben.
Im Großen und Ganzen habe ich dieses Buch jedoch sehr gern gelesen. Ich habe es als sehr autentischen und schonungslos ehrlichen Erlebnisbericht einer autistischen Person wahrgenommen, der im besten Fall etwas mehr Verständnis bei neurotypischen/allistischen Personen hervorrufen kann.
Drachenwandler
Burning Crown Die Dragonbound-Trilogie von Marie Niehoff
"Burning Crown" von Marie Niehoff ist in der Hörbuchfassung von Leonie Landa und Sven Macht gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin und des Sprechers kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit waren diese noch sehr angenehm zu hören.
Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Gut gelungen fand ich den Einsatz zweiter Sprecher:innen, um die beidenen Charaktere Yessa und Cassim noc individueller und besser unterscheidbar zu machen.
Nachdem ich die Vampire-Royals-Reihe der Sutorin bereits sehr gemocht habe, war ich sehr gespannt auf den Auftakt der Dragonbound-Reihe. Geschichten rund um Drachen lese ich besondrs gern, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Bereits der Klappentext hat mich super neugierig gemacht, allein schon mit folgendem Satz: "Eine Drachenreiterin liebt nicht – erst recht nicht ihren Drachen." Da sind Liebswirrungen und Spannung doch eigentlich schon vorprogrammiert.
Sprache und Schreibstil der Autorin haben mich von Anfang an abholen können und ich war schon nach kurzer Zeit mitten in der Handlung drin. Gefallen haben mir die unterschiedlichen Perspektiven der beiden Protagonist:innen Yessa (Reiterin) und Cassim (Drachen-Wandler). Das hat eine gute Dynamik in die Handlungsfolge und auch die Beziehung zwischen den beiden gebracht. Insbesondere, weil eine Person mehr zu verstekcne hat, als die andere...
Der Storybau und der Spannungsbogen waren meiner Meinung nach gut gelungen. Ich habe mit beiden mitgefiebert, es gab für mein Empfinden keine unnötigen Längen oder Ausschweifungen. Einzig die Charaktergestaltungen sind mir bisher ein wenig zu eindimensional, ich wünsche ich mir für die kommendenn Bücher ein wenig mehr Facettenreichtum.
Insgesamt habe ich das Hörbuch aber kaum ausschalten wollen und bin voll und ganz in die von Marie Niehoff erschaffene Welt eingetaucht. Ich freue mich auf den kommenden Band, der voraussichtlich im April 2025 erscheinen wird.
Wohnverwandtschaften
Wohnverwandtschaften von Isabel Bogdan
Mit "Der Pfau" konnte Autorin Isabel Bogdan mich von ihrem feinen Humor und angenehmen Schreibstil überzeugen. Daher habe ich mich sehr auf das neue Buch, das einen interessanten und vielversprechenden Klappentext bereit hält, gefreut.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, er hat sich leicht und flüssig lesen lassen.
Zur Kurzweiligkeit des Buches tragen auch die kurzen Kapitel aus den unterschiedlichen Perspektiven der WG-Bewohner:innen bei. Auch die Zwischensequenzen in Dialogform haben mir gut gefallen und haben das Buch aufgelockert. Und eine Auflockerung braucht das Buch in der Tat, denn die Thematik rund um Zukunftsängste und Krankheit ist an sich eine recht schwere. Bogdan schafft es aber hervorragend diese schweren Themen in ein heiteres Gewand zu legen und für mich als Leserin gut zugänglich zu machen.
Ich hätte mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefe, insbesondere bei den Charakterzeichnungen gewünscht, andererseits können bei vier Perspektiven selbstverständlich nicht alle Protagonist:innen gleichwertig charaktersiert werden. Daher bleibt es bei einer angenehmen Kurzweiligkeit, die zum Nachdenken anregt und gleichzeitig für tiefere Themen sensibilisiert.
Ich hatte Freude mit dem Buch, so ganz konnte es meine Erwartungen jedoch nicht erfüllen.
Das Erwachen
Dirty Diana: Das Erwachen von Jen Besser; Shana Feste
"Dirty Diana: Das Erwachen" von Jen Besser und Shana Feste ist in der Hörbuchfassung von Nora Schulte gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören.
Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt.
Dies ist der erste Teil einer Trilogie um Protagonistin Diana, ob ich die kommenden Teile der Trilogie lesen werde, weiß ich noch nicht.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Protagonistin Diana. Dabei wechselt der zeitliche Strang zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hin und her. An einigen Stellen war es für mich im Hörbuch nicht immer klar nachvollziehbar in welcher zeitlichen Ebene sich die Handlung aufhielt, nach einigen Momenten im Kapitel wurde es dann jedoch klar. Als Leserin habe ich einiges über Dianas Vergangenheit, ihre Lieblei mit Künstler Jasper und ihre aktuelle Situation mit Eheman Oliver erfahren. Dabei blieb mir Diana immer etwas fern und ich konnte nie so ganz eine Bindung zu ihr als Protagonistin entwickeln. Das ist schade, denn dadurch konnte mich auch der Verlauf der Handlung nur mäßig begeistern. Ich hätte mir hier eine vielschichtigere Charakterdarstellung gewünscht.
Vermutlich konnte mich die Handlung auch deswegen nicht so recht mit sich ziehen. Ich habe viele Pausen eingelegt, weil ich abgeschweift bin.
Ich hatte mir mehr von diesem Buch erhofft - vorgefunden habe ich ein sehr amerikanisches Setting (mir wurden ein paar Mal zu oft Cowboyhüte erwähnt) mit Kleinstadtflair und einer Frau, die mit der Zeit scheinbar zu bieder für ihren eigenen Geschmack geworden ist.
Die Wächter von Knightsbridge
Jewel & Blade, Band 1 - Die Wächter von Knightsbridge von Anne Lück
"Jewel & Blade, Band 1: Die Wächter von Knightsbridge" ist mein erstes Buch von Autorin Anne Lück. Nachdem ich schon viel Gutes über ihre Bücher gehört habe, war ich schon sehr gespannt. In diesem Buch wird die Artus-Sage in einer packenden Urban-Fantasy neu erzählt. Dabei schafft Lück eine spannende Welt, die der realen sehr nah ist, durch die Magie der Wächterfamilien jedoch einen eigenen Twist bekommt.
Das World-Building hat mir gut gefallen. Durch die Perspektive von Protagonistin Harper habe ich als Leserin alle relevanten Informationen erhalten und mich mit ihr gemeinsam in die Welt der Wächter und die Suche nach Excalibur gemacht.
Ab der ersten Seite konnte mich der Schreibstil der Autorin begeistern, das Erzähltempo hatte für mein Empfinden die genau richtige Geschwindigkeit und auch die Charakterdarstellungen haben mir gut gefallen. Harper war mir ab der ersten Seite an sympathisch und auch alle weiteren Charaktere sind lebendig und divers dargestellt.
Das Buch hat mich insgesamt hervorragend unterhalten und war ein echter Pageturner - bis zum Ende der Geschichte... diese endet mit einem Plottwist, der meinem Empfinden nach nicht so gut in die bisherige Storyline passt. Das finde ich ein wenig schade, und bin mir darüber auch unsicher, ob sich den folgenden Band lesen werde.
Sturm und Stille
A Study in Drowning von Ava Reid
"A Study in Drowning" von Ava Reid ist in der Hörbuchfassung von Martha Kindermann gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören.
Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt.
Im Hörbuch wird vorab auf die Triggerwarnung am Ende des Buches hingewiesen. Für Hörbuch-Hörende wäre es sicherlich einfacher, diese (sehr, sehr umfangreiche Liste) direkt vor der Lektüre zu hören, da es sich nicht so leicht dorthin skippen lässt.
Sprache und Schreibstil in Übersetzung durch Nadine Mannchen haben mir gut gefallen und ließen sich zügig und einfach lesen. Die Handlung konnte mich nicht immer überzeugen - an mehreren Stellen habe ich die Schilderungen als sehr langatmig und unnötig in die Länge gezogen erlebt. An anderen Stellen hingegen war der Spannungsbogen so hoch, dass ich das Buch nicht zur Seite legen wollte.
Ich finde die geschilderte Welt sehr spannend - voller Magie und Geheimnisse. Gern hätte ich noch viel mehr über diese Welt erfahren: Wer oder was genau sind die Schläfer? Warum hegen Llyrier und Arganthier einen Groll gegeneinander? Was steckt hinter der Magie des Elfenkönigs? Im Worldbuilding ist hier auf jeden Fall noch Raum nach oben, für ein gelungenes Fantasy-Buch war es mir zu platt und undurchsichtig - vermutlich ist das der Kompromiss, wenn es sich gleichermaßen und eine Romance handelt. Die Beziehung zwischen Preston und Effy hat für mich erst im letzten Kapitel (Prestons Perspektive) richtig Feuer bekommen, diese geschilderte Intensität hätte ich mir vorab auch gewünscht.
Die Grundstimmung des Buches ist düster, das Setting wird durch Autorin Ava Reid sehr gelungen konstruiert. Für mich war zu viel los, wodurch sich die einzelnen Stränge ein wenig verlaufen haben und sich die letztendliche Geschichte halbgar anfühlt. Das ist schade, denn diese Story hat ganz viel Potenzial, das sich hier meinem Empfinden nach nicht voll entfalten konnte.
Ich weiß noch nicht, ob ich den folgenden Teil lesen werde.
Glück
Glück von Jackie Thomae
"Glück" von Autorin Jackie Thomae versucht sich an einem emotional aufgeladenen und extrem vielschichtigen Thema: die tickende biologische Uhr der Mutterschaft. Dabei erzählt das Buch von verschiedenen Frauen an verschiedenen Stellen ihres Lebens. Die Perspektiven wechseln, einige kommen öfter, andere nur ein einziges Mal zu Wort.
Alle Personen bleiben mehr oder weniger miteinander verwoben, so dass der rote Faden durch alle Perspektiven hindurch zu erkennen ist. Hauptcharaktere sind Moderatiorin MC und Politikerin Anahita.
Sprache und Schreibstil haben mir gut gefallen, haben sich meist lesen lassen, waren jedoch auch durch andere Charaktere und Perspektiven recht ähnlich, so dass eine schnelle Unterscheidung nicht immer gelungen ist. Einige Kapitel haben mich komplett in den Bann ziehen können, andere hingegen haben mich das Buch gelangweilt aus der Hand legen lassen. Das ist schade, denn grundlegend hat das Buch ganz viel Potenzial sich mit verschiedenen Lebenswegen und Entscheidungen auseinander zu setzen.
Dabei wird jedoch klar: jede Frau entscheidet selbst, wie ihr Lebensweg aussieht, was sie glücklich macht und ob dazu ein Kind gehört oder nicht.
Insgesamt war "Glück" nett zu lesen, hat bei mir jedoch keinen nennenswerten NAchklang erzeugen können.
gewöhnlich wie ein Terrier
Die Sache mit Rachel von Caroline O'Donoghue
"Die Sache mit Rachel" von Caroline O'Donoghue ist in der Hörbuchfassung von Nora Schulte gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören.
Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Die Stimmfarbe habe ich zu Beginn als nicht ganz sp angenehm zum Hören empfunden, konnte mich im Verlauf des Buches jedoch gut daran gewöhnen.
Dieses Buch word als "Eine außergewöhnliche Geschichte über Freundschaft, die Suche nach sich selbst und den Rausch der ersten Beziehungen." beworben - das schürt hohe Erwartungen - für mich zu hohe Erwartungen, die sich nicht erfüllen konnten. Zu Beginn des Buches hatte ich einige Schwierigkeiten in die Handlung hinen zu kommen, im ersten Drittel des Buches ist es mir dann jedoch gut gelungen. Mehrmals war ich beim Lesen der Meinung, dass das Buch gleich zu Ende sein müsste, dann zog sich die Handlung jedoch erneut - für mich ein Gefühl beinahe so, als wolle man einen festgetretenen Kaugummi von der Schuhsohle entfernen. Sehr schade, denn grundsätzlich hat mir die Story sehr gut gefallen, für mich waren zu viele Längen und uninteressante Passagen eingearbeitet. Die Berichte über das Leben und die Gesellschaft in Irland fand ich wiederum interessant.
Protagonistin Rachel war mir selten sympathisch, häufig schien sie mir zu egozentrisch und passiv. Nicht nur einmal hätte ich sie am liebsten durchgeschüttelt. Immerhin wurde ein wenig Charakterentwicklung deutlich, was mich etwas versöhnen konnte. Dennoch hätte ich mir im Verlauf etwas mehr Reflexionsvermögen gewünscht.
Schreibstil und Sprache der Autorin, übersetzt durch Christian Lux haben mir insgesamt jedoch gut gefallen - nicht klar erkennbare Zeitsprünge haben mir das Lesen dann wiederum erschwert.
"Die Sache mit Rachel" ist ein nettes Buch, das mich nach der Lektüre aber leider nicht weiter beschäftigen wird und sicherlich nicht nachhallen wird.
Mein Mann
Mein Mann von Maud Ventura
"Mein Mann" von Maud Ventura ist in der Hörbuchfassung von Stefanie Wittgenstein gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören.
Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Die Stimmfarbe habe ich zu Beginn als nicht ganz sp angenehm zum Hören empfunden, konnte mich im Verlauf des Buches jedoch gut daran gewöhnen.
Den Einstieg in das Buch habe ich als recht unspektakulär empfunden, die Protagonistin ist vollkommen auf ihren Mann fixiert, zu Beginn scheint dies jedoch noch in annehmbarem Maß zu sein. Nach den ersten Seiten war ich etwas gelangweilt, bin schlussendlich jedoch froh am Ball geblieben zu sein und weiter gelesen zu haben.
Die Fixierung der Frau auf IHREN Mann nimmt schnell ungeahnte Ausmaße an. Als Leser/in des Buches begleitet man die immer abwegigeren Gedanken der Protagonistin und kann vollkommen in ihrer Obsession aufgehen. Dabei gelingt es nicht immer einen gesunden Abstand zu der Gedankenwelt einzunehmen - eine wahrlich ungewöhnliche Erzählperspektive. Dabei ist die Handlung nicht unbedingt schockierend oder zu spannungsgeladen, jedoch sehr subtil unangenehm und von Tag zu Tag ein wenig unangenehmer. Eine ganz eigene Atmosphäre, gezeichnet von totaler Bessesenheit und emotionaler Abhängigkeit wird gezeichnet. Dabei ist die Protagonistin durch ihr manipulatives Handeln an keiner Stelle sonderlich sympathisch - zieht mich als Leserin jedoch trotzdem in den Bann, auch aus Faszination über die Boshaftigkeit und Abgebrühtheit.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, insbesondere auch, weil es durch das interessante Ende noch einmal einen ganz anderen Spin bekommen hat.











