Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Fast alles
Einfach alles! von Lloyd Christopher
Christopher Lloyd legt ein dickes, schweres Buch, welches verheißungsvoll ankündigt, einfach alles zu erklären, vor. Wo und wie begann das Leben, was wurde wann/ wo/ warum erfunden, welche Entdeckungen wurden gemacht und vieles mehr. Eine Menge Dinge, die wissbegierige junge Menschen interessieren können, werden gezeigt und erklärt.
Egal, ob Planeten, Tiere, Bauwerke oder Politik- man erfährt viel. Schön, dass der Leser oft direkt angesprochen wird.
In der Natur der Sache liegt eine große Textlastigkeit, aufgelockert durch übersichtliche Skizzen, Karten, Fotos. Ein Register hilft, bestimmte Begriffe gezielt auffinden zu können.
„Einfach alles“ ähnelt stark einem Geschichtslehrbuch. Wem solche gefallen, wird dieses Buch lieben.
Der etwas andere Buchladen
Happy Ever After - Wo das Glück zu Hause ist von Jenny Colgan
Nina Redmond, verhuscht, schüchtern, mehr der Typ Bücherwurm, ist Bibliothekarin. Gern sogar. Allerdings geht auch in ihrer kleinen Stadt das Bibliothekensterben voran und neue Jobs sind rar. Als in Schottland ein ausrangierter Bus zum Verkauf steht, ergreift sie ihre Chance und möchte einen fahrenden Bücherladen eröffnen.
Jetzt aber fangen die Schwierigkeiten erst an: Genehmigungen, Stellplätze, Logistik, mürrische Einheimische, Geldsorgen....
Jenny Colgan hat eine romantische und humorvolle Geschichte geschrieben, ihre Protagonisten durchaus sympathisch, wenn auch mit kleinen Schwächen dargestellt, lässt sie in Fettnäpfchen tappen und großherzig sein, vergisst auch kleingeistige Charaktere nicht und - natürlich- spielt auch die Liebe eine Rolle. Sieh mal an, auch das Dorfleben bietet so Einiges, schottische Männer sind einfach toll!
Anfänglich ein wenig langweilig, wird diese Geschichte fluffig, unterhaltsam und liest sich gut.
Feuerwehr, Rettungswagen und Co.
Einsatzfahrzeuge von Kreimeyer-Visse Marion
„Einsatzfahrzeuge“ faszinieren nicht nur kleine Menschen. Dieses Junior-Hörbuch ist sehr anschaulich gemacht, die Soundeffekte von Feuerwehr, Polizeiauto und Krankentransport sowie die Darstellung des Rettungshubschraubers begeistern. Zunächst alltäglich erscheinende Situationen sind übersichtlich dargestellt, der Clou ist, dass mit Klappen verdeutlicht wird, wie die Situation voranschreitet und somit der Handlungsablauf Augenblicke später nachvollziehbar ist.
Schön erklärt, kindgerecht einfach gezeichnet und neugierig machend hat Ravensburger ein spannendes und tolles Buch für Zwei- bis Vierjährige verlegt. Die Seiten wirken stabil. Mögliches Manko: die Klappen könnten bei häufigem Gebrauch reißen.
Ein erfolgreicher Gauner
Priest of Bones von Peter McLean
Eine wahrhafte Hau-drauf -Truppe treibt ihr (Un)-wesen im fiktiven Ellinburg. Tomas Piety, der Anführer der Ex-Söldner, kommt mit eben diesen nach brutalen Schlachten im Namen der Königin schwer traumatisiert nach Hause und muss feststellen, dass sein Gaunerimperium von der Konkurrenz übernommen wurde.
Mit viel Blutvergießen, geschickten Strategien, etwas Magie und der Hilfe seiner Kumpane macht er sich daran, seinen Besitz zurückzuerobern. Und das, obwohl er inzwischen Priester geworden ist.
Peter McLean hat eine absolut spannende Fantasygeschichte verfasst. Mannigfaltige Charaktere gehören zu Tomas‘ Trupp. Stark, dumm, raffiniert, clever, bauernschlau, loyal, geldgierig, treu, kämpferisch - alle Eigenschaften sind vertreten, McLean lässt sie durch seinen Helden perfekt nutzen. Dadurch gewinnt der eine Menge. Dennoch gibt es eine Figur, die sogar diesen Tomas streng steuert. Weitreichende Ziele werden angestrebt.
So wird Politik gemacht!
Gaunerehre, Korruption, Kämpfe, Rücksichtslosigkeit und Intrigen bestimmen die Handlung. Spannung, Unterhaltung und das schöne Gefühl, nicht in Ellinburg zu leben, machen dieses Buch zu einem phantastischenLesevergnügen.
Deutsch von J. Schwarzer, Hobbit Presse bei Klett-Cotta.
Starke Frauen
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
Solène ist erfolgreich, gut situiert und attraktiv. Beneidenswert? Nein, der Erfolg fordert einen hohen Preis, sie erleidet einen Burn-Out. Alles ist zu viel, alles nervt, jede Motivation ist dahin, Tabletten sind unerlässlich. Der Rat sich sozial zu engagieren, scheint dumm. Und dann auch noch in einem Frauenhaus? Nein!
Ein Versuch soll es sein, etwas Lohnendes entwickelt sich.
Solène lernt im Palast der Frauen unterschiedlichste Schicksale kennen, alle Bewohnerinnen haben Schweres erlebt, jede Biographie ist erschütternd. Die „Strickerin“, die Serbin, eine von den Tatas, die Dame mit den Taschen, Salma, Iris; alle sind Frauen mit eigener Geschichte.
Aber: lohnt sich der Kampf um zwei Euro, um ein Autogramm der Queen, um die Liebe eines weit entfernten Kindes? Kann Solène mit ihrem Geschreibsel etwas bewirken?
Auf zweiter Ebene wird Blanche gewürdigt. Ihr Kampf um soziale Gerechtigkeit, um Anerkennung der Arbeit der Heilsarmee, von der hier wenig bekannt ist, wird emotional beschrieben. Welch eine bewunderungswürdige Frau! Selbstlos, engagiert, hartnäckig gelingt es ihr, aus einem ehemaligen Heim für alleinstehende Männer, einem prächtigen Gebäude mit 743 Zimmern, einen Palast für Frauen zu erschaffen. Zimmer mit 3x4 Metern, aber für jede Frau eines plus Gemeinschaftsräumen und Betreuung, welch eine Errungenschaft für Obdachlose, Verfolgte , Geprügelte!
Wunderschön geschrieben, faszinierend, beeindruckend hat sich Laetitia Colombani der Geschichte eines besonderen Hauses, einer Kämpferin für die Grundrechte der Unterdrückten und einiger Frauen, die symbolisch für viele von ihnen stehen, angenommen.
Sehr lesenswert, ausserdem schön gestaltet, aus dem Fischer Verlag, aus dem Französischen von C. Marquardt.
Das Stofflädchen an der Nordsee
Oma kriegt die Kurve von Regine Kölpin
Cara plagt sich mit den Wechseljahren herum, aber sonst geht es ihr gut. Hübsche Wohnung an der Nordsee, geliebter Mann, selbständige erwachsene Kinder, ein netter Teilzeitjob. Aber sie will mehr: Rückkehr in ihren lukrativen Bürojob. Schön gedacht, aber plötzlich kommt es knüppeldick. Die Tochter steht nach Eheende mit zwei Kleinkindern vor der Tür, der Sohn hat eine schwangere Freundin, aber keine Bleibe, der Gatte ist komisch geworden und im Laden gibt es einen Wasserschaden.
Caras schönes ruhiges Leben ist Geschichte.
Regine Kölpin lädt ihrer Protagonistin eine Menge Probleme, die viele Frauen haben könnten, auf. Vielleicht nicht so viele auf einmal, aber dass eigene Probleme aus Rücksicht auf andere nicht realisiert werden können - wer kennt das nicht? Es folgen turbulente Zeiten und unglückliche Zufälle in rascher Folge, Cara kommt an ihre Grenzen.
Leicht überspitzt, aber durchaus humorvoll erfährt man einiges über ein turbulentes Familienleben, ein nettes Nordseestädtchen, ein Schneiderlädchen und die Tücken des Alltags.
Leichte Unterhaltung aus dem Hause Knaur.
Allisons Welt
180 Seconds - Und meine Welt ist deine von Jessica Park
Allison mag keine Menschen. Oft enttäuscht, von vielen Pflegeeltern weitergereicht, traut sie Niemandem. Doch halt - eine Ausnahme gibt es: Steffi, ihre einzige Freundin. Beide verbindet viel.
Fast aus Versehen stolpert sie in ein Experiment, soll 180 Sekunden Augenkontakt zu einem Fremden halten.
Dieser Fremde ist Esben, ein Student, der zu perfekt ist, um echt zu sein. Oder? Was macht dieses Erlebnis mit Allison?
Genau das schildert Jessica Park. Sehr ausführlich wird Allisons Leben mit all ihren Zweifeln, Entwicklungen, Dramen und Erlebnissen beschrieben. Esben ist genial, alle lieben ihn ( ausser einigen boshaften Neidern), seine Aktionen sind einfach fantastisch. Allein die Sache mit den Hunden! Das ist schön zu lesen, sehr ansprechend. Dann gibt es noch Simon, ebenfalls perfekt. Solche Menschen hätte man gern um sich. Natürlich nehmen Gefühle einen großen Raum ein, sie sind groß, leidenschaftlich, aber auch von Bestand?
Ein gefühlvoller Liebesroman aus dem Lyx Verlag, ins Deutsche übertragen von Hannah Brosch.
Die Hebammen- Saga geht weiter
Jahre der Veränderung von Linda Winterberg
Berlin, 1929. Margot, Edith und Luise arbeiten nun schon einige Jahre als Hebammen. Ihr Leben ist abwechslungsreich, nicht nur Entbindungen, auch Pflege, Beratungen und Hausbesuche prägen den Berufsalltag. Ein meistens wunderbarer Beruf. Der Leser begleitet die Frauen und nimmt teil an privaten Sorgen, Problemen, aber auch an Glücksmomenten.
Außerdem erfährt man viel Interessantes über die gar nicht so goldenen 20-er Jahre in Berlin, den „Tanz auf dem Vulkan“ und erkennt die Vorboten des drohenden Faschismus.
So unterschiedlich die drei Frauen sind, alle sind sympathisch, haben ein erfülltes und abwechslungsreiches Leben. Anschaulich geschildert, gut zu lesen. Ein schöner Roman aus dem Aufbau Verlag, unterhaltsam geschrieben von Linda Winterberg.
Fremdbestimmt
Gefürchtet von Dean Koontz
Jane Hawk war FBI- Agentin, jetzt ist sie Staatsfeind Nummer 1 und wird gejagt. Warum nur? Ihr Mann wurde in den Selbstmord getrieben, ausgelöst durch willenlos machende injizierte Nanos. Das Prozedere ist logischerweise ein gut gehütetes Geheimnis, sollen doch alle potenziellen Gefährder der bestehenden Macht zu willenlosen Arbeitssklaven oder in den Selbstmord getrieben werden.
Jane findet Verbündete in ihrem Kampf. Wie und warum genau, wird spannend beschrieben. Sie ist eine geschickte Planerin, verfügt über Insiderwissen und entdeckt Unglaubliches. Aber: die sogenannten Arkadier oder Agenten Utopias sind skrupellos und eiskalt, besitzen Ressourcen in allen Bereichen des Lebens, egal ob Überwachungskameras, Zugang zu Datennetzen, Fahrzeugen und Waffen.
Hat Jane überhaupt irgendeine Chance?
Dean Koontz entwickelt ein verstörendes Szenario, umso erschreckender, weil alles möglich scheint. Spannende Verfolgungsjagden, erschreckende Methoden von Regierungsmitgliedern, aber auch Hilfsbereitschaft und Cleverness ergeben einen packenden Thriller.
Beste Unterhaltung aus dem Hause Harper Collins, Fortsetzung möglich und erwünscht.
Der Zauber der ersten Liebe
Sweet Sorrow von David Nicholls
Das Teeniealter ist eine unglaubliche Zeit. Auflehnung, Rebellion, Probleme mit den Eltern und in der Schule, aber auch die Zeit der ersten Liebe.
Charlies Jugend ist nicht schön, die Eltern haben sich getrennt, er lebt beim depressiven Vater. Seine Freunde sind Rüpel, Geld ist kaum vorhanden, die Abschlussprüfungen sind vermutlich vergeigt.
Da begegnet ihm Fran. Charlie ist fasziniert. Fran schafft es, ihn zur Mitarbeit in einer Theatergruppe zu überreden. Ein Shakespeare-Stück, antiquierte Sprache. Eine völlig andere Welt. Entsteht aus dieser Beziehung Liebe, wird sie seinen Lebensweg beeinflussen?
David Nicholls erzählt detailgenau, wie ab jetzt Charlies Leben verläuft. Gedanken, Gefühle, Situationen nehmen breiten Raum ein. Wer schon immer wissen wollte, wie es im Kopf eines 16-jährigen aussieht, erfährt es hier. Wie chaotisch, albern und ernsthaft Verliebte sein können, erfährt auch das. Der Autor selbst lässt seinen Helden äußern, das Verliebte auf die Welt langweilig wirken. Recht hat er.
Ein etwas wehmütiger Rückblick auf die zurückliegende unwiederbringliche Zeit der ersten Liebe. Süße Sorgen, fürwahr.
Roman aus dem Ullstein Verlag.











