Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Mondtaube:
Der Schein trügt
Most Hated Girl von Kirsty Lockwood
“Sie war dabei, ihr Leben zu zerschlagen, und es war zu früh, um zu beurteilen, ob sich aus den Einzelteilen etwas Neues ergeben würde.”
Odette versucht, sich nach dem Tod ihrer Mutter ein neues Leben aufzubauen. In einer Wohnung, in welcher sie nicht gewollt wird, und ganz ohne Job und Freunde ist das alles andere als einfach.
Jedoch trifft sie kurz darauf Amos, einen netten älteren Mann. Könnte er sein, was ihr hilft, ihr Leben zu verändern? Und falls ja, in welche Richtung?
Bei “Most Hated Girl” handelt es sich um das Debüt von Kristy Lockwood. Man merkt keinesfalls, dass es ihr erster Roman ist. Das Buch ist durchweg spannend geschrieben.
Ein großer Teil, der zur Spannung beiträgt, ist der Wechsel zwischen Kapiteln, die in der Vergangenheit und in der Zukunft spielen. Dadurch ist man als Leser durchweg am Rätseln, wie es überhaupt zu den Geschehnissen in der Zukunft kommen konnte.
Denn die Protagonistin Odette mag zwar sozial unbeholfen sein, wirkt jedoch so gar nicht wie eine Mörderin. Gleichzeitig wirkt ihre doch etwas ungewöhnliche Freundschaft zu Amos wirklich schön.
Jedoch ist das auch die Stärke des Buches.
Wie viel ist wahr, und wie gut kennen wir die Personen in dem Buch wirklich?
Das Einzige, was ich in dem Buch etwas unrealistisch fand, war die Social Media Präsenz von Odette und Amms. Beide gingen unglaublich schnell viral, ohne viel dafür zu tun. Jedoch kann ich darüber hinwegsehen, da ich denke, dass ein größerer Fokus darauf dem Spannungsaufbau hätte schaden können. Das, was davon da ist, reicht dennoch aus, um die Thematik anzusprechen und sich zu fragen, wie es wohl im echten Leben hinter den Kulissen vieler Influencer aussieht.
Nachdem das Buch mich anfangs doch sehr in eine Wohlfühlatmosphäre bringen konnte, hatte es mich gegen Ende immer mehr erschüttert und die eigentliche Thematik kam unerwartet für mich. Aber genau das macht das Buch auch so stark.
Fazit:
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es beginnt sehr ruhig, baut jedoch langsam mehr und mehr Spannung auf. Das Thema war in dieser Art etwas Neues für mich und hat mich sehr zum Nachdenken anregen können.
Bekannte Insekten so nah wie noch nie
Von Angesicht zu Angesicht von Dominik Eulberg; Thomas Hörren; Thorben Danke
Wer sich für Insekten interessiert, liegt mit diesem Buch genau richtig!
Schon als Kind ging es mir so, dass ich sehr wissbegierig war, mehr über unsere heimischen Insekten zu lernen und sie immer im Garten beobachtet hatte.
Auch wenn ich in den Jahren schon einige Bücher über Insekten gelesen hatte, ist dieses etwas ganz besonderes.
Einerseits besticht es durch seine unglaublich hochauflösenden Nachaufnahmen, auf welchen man jedes noch so kleinste Detail erkennen kann. Dabei gibt es nicht nur Nahaufnahmen des kompletten Insekts, sondern auch noch Nachaufnahmen von Details der einzelnen Insekten.
Selbst Details, welche zum Beispiel nur 0,03 Millimeter groß sind, sieht man hier hochauflösend auf einem großen Bild. Auf eine solche Art hatte ich Insekten zuvor noch nie in einem Buch gesehen.
Jedoch bietet dieses Buch nicht einfach nur einen Bildband. Nein, es gibt auch allerhand Informationen über die einzelnen Insekten und somit sehr viel zu lernen.
Die Aufteilung des Wissens wurde auch gut gewählt. So wird zum Beispiel in verschiedene Familien unterteilt. Es gibt Seiten, auf denen man Insekten der gleichen Gattung gemeinsam abgebildet findet, und welche man so besser miteinander vergleichen kann. Auch die verschiedenen vorkommenden Arten der Flügel werden aufgelistet und beschrieben.
Was mir an dem Buch besonders gut gefällt, ist zudem, dass es sich nicht mit Insekten allgemein, sondern mit den bei uns heimischen beschäftigt. Das lässt mich noch einmal so wie mein jüngeres Ich fühlen, welches wissbegierig durch den Garten gelaufen ist, um Insekten zu beobachten.
Man merkt, dass sehr viel Zeitaufwand und Liebe in dieses Buch gesteckt wurden.
Übrigens ist auch die Verarbeitung des Buchs hochwertig.
Allgemein empfinde ich das Buch als eine perfekte Mischung zwischen einem Bildband und gut beschriebenem Wissen. Wer sich für Insekten interessiert, vor allem die bei uns vorkommenden Insekten, wird hiermit definitiv seine Freude haben!
Wo bleibt Freundschaft und Magie?
WITCH - Das Herz der Freundschaft von Disney
Schon als Kind war ich ein großer W.I.T.C.H. Fan und auch als Erwachsene lese ich immer noch begierig die Neudrucke der alten Comics. Dementsprechend war ich besonders gespannt darauf, was man in einer kompletten Neuinterpretation mit der Geschichte und den Charakteren machen wird.
Diesmal wurden die W.
I.T.C.H. in unsere Zeit gebracht. Jedoch ist dies nicht alles, was sich an der Geschichte verändert hat. Auch charakterlich wurden manche der Mädchen hier komplett anders dargestellt und an der Handlung hat sich auch einiges verändert. Dies ist jedoch nichts, was die Geschichte schlechter oder besser als das Original machen würde. Besonders für neue Leser, die hiermit angesprochen werden sollen, sollte das keine Rolle spielen. Alte Leser könnten davon eher abgeschreckt werden, jedoch sind diese auch nicht die Zielgruppe.
Was von größerer Wichtigkeit ist, ist jedoch die Freundschaft der Mädchen. Denn genau diese stand schon immer im Fokus der W.I.T.C.H..
Leider fehlt dem Comic jedoch die Zeit, diese Freundschaft richtig aufzubauen. Es geht alles sehr schnell, da man auf wenigen Seiten sehr viel Handlung unterbringen musste. Dadurch fällt es einem schwer, den Mädchen, diese Freundschaft und den Zusammenhalt wirklich zu glauben. Abgesehen davon kommen auch die Beweggründe der Charaktere etwas zu kurz, beziehungsweise wirkt alles sehr oberflächlich. Das merkt man alleine schon daran, dass als eine der Charaktereigenschaften der Protagonistin aufgezählt wird, dass sie gerne den Sprachassistenten ihres Smartphones verwendet, als ob einem keine wichtigeren Eigenschaften von Will eingefallen wären. Etwas mehr Charaktertiefe und mehr Zeit für den Aufbau der Freundschaft der Mädchen wäre hier schön gewesen.
Abgesehen davon bleibt auch die Magie, was neben der Freundschaft wohl der wichtigste Aspekt der W.I.T.C.H. ist, viel zu sehr auf der Strecke. Dieser Aspekt wird erst sehr spät in die Geschichte eingeführt und auch das Entdecken der Kräfte passiert wieder viel zu schnell. Insgesamt fühlt sich alles einfach so viel weniger magisch an, als es im Original der Fall ist.
Ich denke, mit der doppelten Anzahl der Seiten hätte genau die gleiche Geschichte viel besser erzählt werden können. So bleibt sie leider nur mittelmäßig.
Was im Gegensatz sehr gut gelungen ist, sind die Zeichnungen. Diese passen hervorragend zu der Geschichte und sind wunderschön anzusehen. Auch die Emotionen der Charaktere werden auf den einzelnen Panels gut dargestellt. Die Zeichnungen alleine retten sehr viel von der eher flachen Geschichte. Bedauerlicherweise reicht das alleine jedoch auch nicht dafür aus, die Geschichte gutzumachen.
Abgesehen davon finde ich, dass ein Hardcover für die eigentliche Zielgruppe, welche sehr jung ist, eventuell die falsche Wahl war. Denn die bald erscheinenden Taschenbücher der alten W.I.T.C.H. sind für junge Leser sicherlich mehr erschwinglich.
Ein Vorteil an diesem Band ist, die Geschichte ist in sich abgeschlossen. Zudem sind die Zeichnungen wirklich sehr schön. Leider reicht das alleine jedoch nicht aus, um an alte Qualität anzuknüpfen, deshalb bleibt es bei einem eher kurzem und mittelmäßigem Lesevergnügen.
Ein gelungener Genre-Mix für jung und alt
Der Spurenfinder von Marc-Uwe Kling; Johanna Kling; Luise Kling
Ada und Naru lieben das Abenteuer. Doch warum musste sich ihr Vater ausgerechnet dazu entscheiden, mit Ihnen nach Friedhofen zu ziehen? Friedhofen, dem wohl langweiligsten Ort, den sich die Zwillinge nur vorstellen können? Wäre da nicht eines Tages plötzlich eine Leiche aufgetaucht.
Bei “Der Spurenfinder” handelt es sich um eine gelungene Mischung aus einem Krimi und einem Fantasy-Roman.
Das Buch würde ich, auch wenn es nicht so ausgeschrieben wurde, als Kinder- und Jugendbuch bezeichnen. Die beiden Protagonisten in der Geschichte sind zwölf Jahre alt und auch Leser ab zwölf Jahren finden hieran sicherlich gefallen. Jedoch kann man auch als älterer Leser noch viel Spaß an der Geschichte haben.
Die Charaktere wirken durchweg sehr sympathisch und authentisch. Die Geschichte ist fantasievoll, kann jedoch auch gut Spannung aufbauen und kommt mit ein paar überraschenden Wendungen daher. Der Humor kommt dabei auch nicht zu kurz.
Was mir sehr gut gefallen hatte, waren die Zeichnungen, welche sich immer wieder durch die Geschichte ziehen. Diese unterstreichen den Text perfekt und erzeugen eine märchenhafte Stimmung.
Allgemein empfand ich, dass das Buch durch seine sowohl märchenhafte, als auch mysteriöse und gelegentlich leicht unheimliche Stimmung, sehr gut in die kältere Jahreszeit passt. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass Leser, die bisher kein Interesse an dem Krimi-Genre hatten oder einen leichten Einstieg in dieses suchen, mit dem Buch gut bedient sind. Es bietet einfach eine perfekte Mischung aus verschiedenen Genres und macht dies auch noch sehr gut.
Acht Leben
Miss Kim weiß Bescheid von Nam-joo Cho
Acht Geschichten, acht unterschiedliche Leben und acht Erfahrungen mit Diskriminierung im Alltag. Jede der Frauen ist unterschiedlich und dennoch könnte jede eine von uns sein.
Nachdem ich im letzten Jahr bereits von „Kim Jiyoung, geboren 1982“ begeistert war, war ich dementsprechend sehr auf Cho Nam-Joo’s zweiten Roman gespannt.
Im Gegensatz zu ihrem Debütroman handelt es sich hierbei nicht um eine einzelne Geschichte, sondern um 8 Kurzgeschichten.
In jeder der Geschichten tauchen wir in das Leben einer koreanischen Frau ein. Diese Frauen führen komplett unterschiedliche Leben, befinden sich in unterschiedlichen Altersgruppen, Gesellschaftsformen und Lebensphasen. Dennoch sind all diese Frauen darin vereint, negative Erfahrungen mit Alltagsdiskriminierung, -sexualisierung, so wie mit vorgeschriebenen Ansprüchen an sich selbst gemacht zu haben. Eine der Geschichten zeigt sogar autobiografische Züge.
Auch in diesem Buch spielt der Name „Kim“ wieder eine große Rolle, denn es gibt sehr viele Charaktere mit diesem Namen in den Geschichten. Jener Name ist sehr verbreitet in Südkorea und verdeutlicht dadurch noch einmal, dass solche Schicksale jede Frau betreffen können.
Obwohl alle Geschichten sehr unterschiedlich sind und in Südkorea spielen, fällt es als Leser einfach, sich in Situationen der verschiedenen Geschichten wiederzufinden. Zudem regen die Geschichten auch dazu an, über Situationen nachzudenken, über die man zuvor eventuell nicht viel nachgedacht hatte.
Darin, den Leser zum Nachdenken anzuregen, sehe ich auch die größte Stärke von dem Buch. Denn, wenn man die Geschichten für sich alleine betrachtet, so sind diese von sehr durchwachsener Qualität. Manche empfand ich durchweg sehr gut, anderen hatte jedoch einfach ein Höhepunkt gefehlt. Dadurch wirken manche Geschichten insgesamt doch etwas langweilig oder man bekam am Ende einer Erzählung das Gefühl, ganz plötzlich aus einer unvollendeten Geschichte rausgeschmissen zu werden.
Aus diesem Grund hatte mir „Kim Jiyoung, geboren 1982“ wesentlich besser gefallen, als die Sammlung der Kurzgeschichten. Trotzdem empfand ich das Buch insgesamt als lesenswert.
Fazit:
Die einzelnen Geschichten lassen den Leser sehr über die Diskriminierung von Frauen im Alltag nachdenken. Wer sich dafür interessiert, wird definitiv Gefallen an diesem Buch finden. Jedoch würde ich das Lesen von „Kim Jiyoung, geboren 1982“ eher empfehlen, falls man von der Autorin noch nichts gelesen haben sollte.
Wer glaubt noch an deine Wahrheit?
Fake - Wer soll dir jetzt noch glauben?,1 Audio-CD, 1 MP3 von Arno Strobel
Was passiert, wenn sich dein perfektes Leben von einem Tag auf den anderen in einen Albtraum verwandelt? Menschen, deren Vertrauen du dir sicher warst, sich gegen dich stellen und du nicht mehr weißt, wie du alle von der Wahrheit überzeugen kannst?
Genau in dieser Situation befindet sich Patrick Dostert wieder, in einer Situation, in welcher er verzweifelt für seine Zukunft kämpfen muss.
„Fake“ war mein erster Roman von Arno Strobel. Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Tatsächlich schafft es das Buch, direkt schon im Prolog Spannung aufzubauen und Fragen aufzuwerfen, für mich ein perfekter Einstieg in eine Geschichte.
Die einzelnen Figuren in der Geschichte wurden gut beschrieben und man bekommt direkt ein klares Bild von ihnen vermittelt. In manchen Fällen fand ich dieses Bild jedoch zu eindimensional. So bekam zum Beispiel Julia, abgesehen von der blonden, sportlichen, schönen und perfekten Ehefrau, keine weitere Persönlichkeit zugeschrieben. Mit anderen Nebencharakteren sieht es sehr ähnlich aus. Man hat zwar direkt eine Vorstellung von den einzelnen Charakteren, aber auf eine tiefer gehende Persönlichkeit darf man nicht hoffen.
Anders sieht es mit dem Protagonisten aus. Patrick wurde von Anfang an sehr detailliert und auch sympathisch beschrieben, was auch wichtig ist, da er selbst als Erzähler seiner Geschichte dargestellt wird.
Das Buch schafft es sehr gut, Spannung aufzubauen. Nach ruhigeren Momenten folgt immer wieder ein kleiner Schockmoment. Dadurch hatte ich während des Lesens schon fast das Gefühl, einen guten Film zu sehen.
Zudem regen die Vorkommnisse in der Geschichte zum Nachdenken an. Man fragt sich, wie das eigene Umfeld reagieren würde, wenn man plötzlich in einer Situation wäre, in welcher die eigene Glaubwürdigkeit viel Raum für Zweifel lässt.
Durch die vielen Wendungen bekommt man auch immer genügend Anreiz, um direkt weiterhören zu wollen, was dafür sorgt, dass man das Buch schnell beenden wird.
Auch das Ende konnte mich persönlich überraschen.
Fazit:
Insgesamt ein sehr interessanter und spannender Thriller, welcher aufgrund seiner Erzählweise das Gefühl, einen guten Kinofilm zu sehen, vermittelt. Auch wenn die Nebencharaktere etwas mehr Individualität hätten vertragen können, konnte mich die Geschichte insgesamt begeistern. Wer gerne Thriller liest und kurzzeitige Unterhaltung sucht, ist hier genau richtig.
Ein Neuanfang
Golden Hill Touches von Nicole Böhm
Als sich Parker dafür entscheidet, die alte Ranch seiner Großeltern zurück zu erwerben, ist ihm klar, dass es im abgelegenen Boulder Creek alles andere als einfach werden wird, einen Neuanfang zu starten. Immerhin hatte es ihn bereits einmal vor vielen Jahren in dieses Dorf gezogen, als ein Mensch, der das Dorfleben nicht schätzen konnte und einige Fehler begangen hatte.
Werden ihn die Fehler seiner Vergangenheit einholen, oder wird er doch eine Zukunft auf der Ranch, Golden Hill, finden können?
Nachdem ich in den letzten zwei Jahren schon sehr begeistert von der “One Last” Reihe von Nicole Böhm war, wollte ich nun auch ihrer neuen Reihe eine Chance geben. Tatsächlich war ich anfangs etwas skeptisch, da Pferde ein Thema sind, mit welchem ich mich kein bisschen auskenne und das Leben in einem kleinen Dorf für mich, die ebenfalls in einem kleinen Dorf wohnt, auch nicht besonders aufregendes oder neu wirkt.
Jedoch konnten mich der Schreibstil und die Protagonisten der Geschichte schon in den ersten Kapiteln von sich überzeugen.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von zwei Protagonisten.
Parker, welcher die alte Ranch seiner Großeltern kauft und damit einen Neuanfang starten möchte, wirkt sehr sehr ehrgeizig, jedoch gleichzeitig locker, offen und aufgeweckt.
Clayanne, welche von allen nur Clay genannt wird, wirkt sehr selbstbewusst, stark und unabhängig. Hinter dieser selbstbewusste Ausstrahlung verbirgt sich jedoch eine Person, welche sich ebenfalls mit Unsicherheit und Zukunftsängsten herumschlagen muss.
Persönlich konnte ich mich besonders mit Clas sehr gut identifizieren.
Auch die Nebencharaktere wurden interessant in Szene gesetzt, wodurch sich alles wunderbar zusammen gefügt hat und man Lust darauf bekommt, auch die Folgebände zu lesen.
Eine Besonderheit der Geschichte ist, dass es immer wieder kleine Einblicke aus der Vergangenheit gibt. Dadurch wird man zum selbst miträtseln angeregt, was zusätzlich noch etwas die Spannung hebt.
Wer jedoch besonders viel Spannung erwartet, ist bei diesem Buch falsch. “Golden Hill - Touches” ist vor allem ein sehr stimmungsvolles Buch zum Wohlfühlen und abschalten, aus welchem man jedoch auch etwas für sich selbst mitnehmen kann.
Fazit:
Der erste Band der “Golden Hill” Reihe ist ein absolutes Wohlfühlbuch, mit realistisch dargestellten Charakteren und ohne toxisch dargestellte Beziehungen. Die komplette Kulisse des Buchs und die Darstellung des Lebens in einem kleinen Dorf wirken sehr Stimmungsvoll. Abgesehen von schönen Kulissen und sympathischen Charakteren darf man sich jedoch auch darauf einstellen, selbst noch das ein oder andere aus der Geschichte der Protagonisten lernen zu dürfen.
Wer sich davon angesprochen fühlt, wird definitiv Freude mit der Geschichte haben!
Nicht ganz sauber im Hotel
The Maid von Nita Prose
Molly liebt ihre Arbeit als Zimmermädchen im Regency Grand Hotel. Die routinierten Aufgaben und das Einhalten von Ordnung vermitteln ihr Sicherheit. Auch wenn der Beruf eines Zimmermädchens nicht von jedem gut angesehen wird, ist er die Erfüllung ihres Lebens. Dieses Leben wird jedoch von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt, als Molly bei der alltäglichen Reinigung eines Zimmers eine Leiche entdeckt.
Nicht, als ob dies schon schlimm genug wäre, gerät auch noch sie selbst in den Mittelpunkt der Ermittlungen.
Molly ist eine sehr sympathische Protagonistin, welche durch ihre stets hilfsbereite und charmante Art zu überzeugen weiß.
Dadurch, dass sie Probleme damit hat, Gesichtsausdrücke zu lesen, Mehrdeutigkeit zu verstehen, Smalltalk zu führen und ihr Routinen für die Bewältigung ihres Alltags sehr wichtig sind, hebt sie sich von den meisten Protagonisten ab. Als Autist konnte ich mich sehr gut in Molly hineinversetzen und vermute auch bei ihr, obwohl es nicht in der Geschichte erwähnt wird, eine Form von Autismus.
Obwohl Molly oft etwas unbeholfen wirkt, sollte man sie durchaus nicht unterschätzen, denn sie hält einige Überraschungen bereit.
Die Geschichte selbst würde ich als eine Mischung aus einer Kriminalgeschichte und einer Lebensgeschichte einer sehr interessanten jungen Frau beschreiben.
Denn obwohl das Buch durchaus der Bezeichnung “cosy Crime” gerecht wird, befasst es sich zum gleichen Anteil auch mit dem Leben der Protagonistin. Aus diesem Grund wirkt die gesamte Geschichte, trotz Verbrechen und Intrigen, sehr ruhig. Dadurch, dass die Geschichte jedoch sehr humorvoll erzählt wird und der Alltag eines Hotels in London sehr atmosphärisch beschrieben wird, entsteht eine gelungene Mischung. Zudem macht es Spaß, selbst miträtseln zu können und an manchen Stellen, obwohl alles fast offensichtlich wirkt, vollkommen überrascht zu werden.
Fazit:
Es macht Spaß, Molly in ihrem Alltag zu begleiten und immer mehr über das Verbrechen in Erfahrung zu bringen. Falls man jedoch einen durchweg spannenden Roman erwartet, wird man eventuell enttäuscht werden.
Wer hingegen Lust auf eine ruhige und humorvolle Mischung aus einer Kriminalgeschichte und einer interessanten Lebensgeschichte hat, wird sicherlich viel Freude mit dem Buch haben.
Anders, als erwartet
Layla von Colleen Hoover
Als Leeds Layla kennenlernt, weiß er, dies ist die Frau, mit welcher er sein Leben verbringen möchte.
Nachdem das Glück der beiden aufgrund eines Unfalls jedoch auf die Probe gestellt wurde und Layla sich immer mehr zu verändern scheint, fängt Leeds an zu zweifeln. Dennoch möchte er mit einem Urlaub in dem Haus, in welchem sich beide einst kennenlernten, um ihre gemeinsame Zukunft kämpfen.
Nachdem ich im letzten Jahr Verity von Colleen Hoover gelesen hatte und davon sehr begeistert war, wollte ich unbedingt auch Layla eine Chance geben.
Genau wie bei Verity verbirgt sich auch hinter Layla keine klassische Liebesgeschichte, dem sollte man sich vor dem Kauf bewusst sein. Dennoch würde ich empfehlen, sich vor dem Lesen nicht über das genaue Thema des Buchs zu informieren, falls man dieses noch nicht weiß. Denn das Buch bleibt lange sehr geheimnisvoll und spielt mit dem Unwissen des Lesers.
Zu den Charakteren muss ich sagen, dass keiner der Charaktere durchgehend sympathisch wirkt. Ganz im Gegenteil, der Protagonist, Leeds, hatte einige Momente gehabt, in welchen er regelrecht narzisstisch gewirkt hatte.
Dadurch, dass er mir nicht sehr sympathisch war, ist mir auch der Einstieg in das Buch etwas schwerer gefallen. Andererseits ist es natürlich aber auch sehr erfrischend, von einem Protagonisten zu lesen, welcher selbst auch seine Fehler hat.
Bei manchen der anderen Charaktere hätte ich mir eine etwas bessere Ausarbeitung gewünscht. Zum Beispiel bleibt Sable durchgehend sehr blass. Es werden zum Beispiel ihre Probleme erwähnt, aber warum sie diese hat oder wie sie sich fühlt ist für den Leser nicht ersichtlich.
Auch wenn „Layla“ durchgehend eine sehr ruhig erzählte Geschichte ist, empfand ich die erste Hälfte des Buchs als sehr spannend. Die Geschichte wird in dieser Hälfte in zwei Perspektiven erzählt, aus der Gegenwart und aus der Vergangenheit, einige Wochen zuvor.
Dementsprechend ist man ständig am Miträtseln, was zwischen diesen beiden, doch sehr dicht aneinander liegenden, Zeitpunkten geschehen ist.
Leider konnte mich jedoch die zweite Hälfte des Buchs weniger begeistern. In dieser Hälfte merkt man der Geschichte sehr deutlich ihre Längen an. Dadurch, dass man dennoch unbedingt das Ende der Geschichte erfahren möchte, fesselt die Geschichte einen jedoch trotzdem.
Gegen Ende kommt dann tatsächlich auch wieder mehr Spannung auf und zu diesem Zeitpunkt wollte ich das Buch auch einfach nicht mehr aus den Händen legen.
Fazit:
Bei „Layla“ handelt es sich um ein Buch mit sehr vielen kreativen Ideen, welches besonders in der ersten Hälfte zu überzeugen weiß. Obwohl es in der zweiten Hälfte einige Längen gibt, kann das Ende wieder vollkommen überzeugen. Für Fans von Colleen Hoover, welche auch gerne ihre ausgefallenen Romane mögen oder Personen, die gerne von einer Handlung überrascht werden, würde ich das Buch definitiv empfehlen.
Ein neues Abenteuer beginnt
Mädchenmeuterei von Kirsten Fuchs
Nachdem Charlotte, gemeinsam mit ihren Freundinnen vor einem Jahr ein unerwartetes Abenteuer erlebt hatte, hatte sich ihr Leben grundlegend verändert. Nun war sie nicht mehr einfach nur eine gewöhnliche 16-jährige, sondern die Abenteurerin und andere interessierten sich für das, was sie erlebt hatte.
Aber auch wenn sie versuchte, in ihren Alltag zurückzukehren, so erschien ihr das unmöglich. Immerhin war eine ihrer Freundinnen, Bea, seit damals spurlos verschwunden. Als sich Bea dann jedoch ausgerechnet bei Charlotte meldet, scheint ein neues Abenteuer zu beginnen.
Viele Jahre nach „Mädchenmeute“ erschien hiermit der zweite Teil der Reihe. Auch wenn beide Bücher Bezug aufeinander nehmen, ist es dennoch gut möglich, „Mädchenmeuterei“ zu lesen, ohne bereits den ersten Teil zu kennen.
Dennoch finde ich es bedenklich, dass bei diesem Buch überhaupt nicht offen kommuniziert wird, dass es sich um einen Teil einer Reihe handelt. Meiner Meinung nach hätte eine Erwähnung darüber definitiv in den Klappentext gehört.
Was bei dem Buch mit als Erstes auffällt, ist der eher ungewöhnliche Schreibstil.
Das Buch erzählt aus der Ich-Perspektive von der Protagonistin Charlotte. Dabei bemüht sich Kirsten Fuchs sehr dabei, die Gedanken der Protagonistin sehr ausführlich in einer jugendlichen Sprache zu schildern. Meistens gelingt das sehr gut, manchmal geraten unter diesen Jugend-Slang jedoch auch Begriffe, welche Jugendliche zur heutigen Zeit überhaupt nicht mehr nutzen.
Zwischen den einzelnen Kapiteln werden auch immer wieder Videoaufzeichnungen beschrieben. Diese haben wiederum einen komplett anderen Schreibstil. Hier wird in knappen Sätzen die Abfolge der Geschehnisse geschildert. Manchmal wird jedoch auch der Leser selbst in diesen Abschnitten angesprochen. Tatsächlich hatte mich das des Öfteren aus dem Lesefluss herausgerissen.
Leider wirken die aufeinanderfolgenden Abschnitte oft zu abgehackt, weshalb man immer wieder kurz aus der Geschichte gerissen wird.
Die Geschichte selbst lebt vor allem von den Charakteren und dem Thema Freundschaft.
In der Gruppe der Mädchen hat wirklich jede einzelne ihre ganz eigenen Charaktereigenschaften. Jedes Mädchen hat etwas, was sie ganz speziell ausmacht. Das wirkt einerseits sehr authentisch und sorgt gleichzeitig dafür, dass jeder ohne Probleme einen Lieblingscharakter finden wird.
Man merkt auch sehr gut den Zusammenhalt der verschiedenen Mädchen. Freundschaft ist mit das wichtigste Thema in der Geschichte und dieses wurde auch sehr gut umgesetzt. Obwohl man die Verbindung der Freundschaften spürt, lässt die Geschichte auch kleine Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten zu. Die Freundschaften wirken somit richtig real, als ob sie aus dem wahren Leben stammen könnten.
Leider empfand ich jedoch viele Handlungen in der Geschichte zu unrealistisch.
Bei den Lösungen manche Probleme wird mehr darauf geachtet, einen möglichst einfachen Lösungsweg zu finden, als einen möglichst realistischen. Egal ob es sich um die Reaktionen von Erziehungsberechtigten oder die Pläne der Mädchen handelt, ich hatte mir ständig beim Lesen gedacht, "so wäre das doch niemals möglich". Abgesehen davon schienen mir manche Handlungen auch, trotz des Alters der Mädchen, viel zu naiv und unüberlegt. Auch das hatte mich leider immer wieder aus der Geschichte gerissen.
Fazit:
Mädchenmeuterei schafft es sehr gut, eine spannende Geschichte über Zusammenhalt und Freundschaft zu erzählen.
Um das Buch wirklich genießen zu können, sollte man jedoch kein Problem mit ausgeschriebener Jugendsprache und teils unrealistischen, so wie naiven Handlungen haben. Wer darüber hinwegsehen kann, wird mit tollen Charakteren und einem ungewöhnlichen Abenteuer belohnt.











