Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Mag. Karin Pfeiffer:
Ein Pensionist findet eine sinnvolle Beschäftigung
Herr Kato spielt Familie von Milena Michiko Flasar
Herr Katō ist Pensionist. Seine Frau beginnt einen Tanzkurs. Er begegnet einer jungen Frau, die bei Familienfesten als Verwandte einspringt, um den Familenfrieden zu retten. Sie überredet Katō ebenfalls in dieser Branche zu arbeiten.
Seine Frau hat ihm den Wunsch nach einem kleinen Hund abgeschlagen.
Er langweilt sich und weiß nichts mit der Zeit anzufangen, die ihm jetzt ungewohnt zur Verfügung steht. Also lässt er sich auf das Abenteuer ein und entdeckt neue Seiten an sich.
Seine Frau bemerkt nichts davon. Sie ist mit der eigenen neuen Situation zu beschäftigt.
Liebenswerte Erzählung über das Problem mit dem Ruhestand.
Schwarzer Camilleri-Humor
Die Verlockung von Andrea Camilleri
Mauro Assante führt das unscheinbare, fast langweilige Leben eines Wirtschaftsprüfers. Als eine junge hübsche Frau auftaucht, beginnt sich sein Leben dramatisch zu verwirren.
Seine Frau und sein Sohn verbringen die Sommerferien weit weg im Norden von Rom.
Als Mauro den Zusammenhang erfasst zwischen seiner Prüfung einer Bank und den verfänglichen Situationen, in die ihn die anscheinend harmlose Fremde bringt, ist es zu spät für ihn, den Intrigen zu entkommen.
Zu perfide und dicht ist das Netz gesponnen.
Camilleri beschreibt eine Situation, in die jeder von uns kommen könnte. Seine Logik und sein scharfer Verstand entwickeln eine Geschichte, die neugierig macht und fesselt.
Jüdische Familiengeschichte mit viel Humor
Mischpoke! von Marcia Zuckermann
In der Rahmenhandlung erzählt eine Frau ihrer Anwältin ihre Familiengeschichte, die der Familie Kohanim. Die männlichen Nachkommen von Mindel und Samuel sterben. Über bleiben sieben Mädchen, von den Nachbarn ?Die sieben Plagen? genannt. Alle sieben sind völlig verschieden, vom Aussehen, Charakter und Werdegang.
Zur protestantischen, ebenfalls westpreußischen, Familie Hanke besteht Kontakt über beide Weltkriege.
Mit Mutterwitz und Humor erzählt Zuckermann die teilweise autobiographische Familiengeschichte und das Zusammenleben von Kommunisten, Protestanten, Juden, Adeligen und Nationalisten in den turbulenten Zeiten zwischen 1902 und 1945.
Bretonischer Krimi
Bretonische Flut von Jean-Luc Bannalec
Im fünften Fall von Commissaire Dupin muss er Morde klären, die sich an der Küste und auf den vorgelagerten Inseln der Bretagne ereignen.
Die Einwohner sind mürrische, abergläubige Menschen, die nicht gerne reden und Menschen von auswärts nicht trauen und versuchen zu ignorieren. Es ist also schwierig, Zusammenhänge und Motive für die Verbrechen zu finden.
Doch Dupin lässt nicht locker und löst letztendlich mit Hilfe seiner fähigen Mitarbeiter und den Aussagen eines kleinen aufmerksamen Jungen die Fälle, nicht jedoch ohne Gefahr für ihn selbst.
Interessant sind die geschichtlichen Details der Gegend, die ja bis zu den Kelten und Römern zurückführen, ihre Sagen und Mythen, sowie die verschiedenen Praktiken des Fischfangs, sowohl der einzelnen Fischer und ihrer großen Konkurrenz, den schwimmenden Fabriken.
Bekannte Autoren über das Thema Ferien
Gefährliche Ferien - Südfrankreich von Anna von Planta
Von Coelho über Scott Fitzgerald, Maupassant und Simenon bis Martin Walker schreiben 9 Autoren Kurzgeschichten zum Thema ?Ferien in Südfrankreich?.
Eine amüsante Lektüre, besonders für Provence-Fans, verfasst von hochkarätigen Autoren.
Philosophieren über Liebe und Sex
Sozusagen Paris von Navid Kermani
Nach der Lesung aus seinem neuen Roman, in dem die Protagonistin die große Jugendliebe des Autors ist, erkennt er sie nach 30 Jahren nicht, als sie um eine Widmung bittet.
Sie lädt ihn zu sich nach Hause auf ein Glas Wein ein, nach einer missglückten Afterwork-Party.
Der Ehemann im Nebenzimmer, diskutieren beide über vergangene Zeiten, über französische Romanciers, deren Einstellung zur Liebe und schließlich über ihre eigene Entwicklung.
Aus dem schüchternen, hübschen Mädchen ist eine selbstbewusste, erfolgreiche Frau, Ehefrau und Mutter von drei halbwüchsigen Kindern geworden. Er malt sich aus, wie es zwischen ihm und ihr weitergehen könnte und wie er sie in einem neuen Roman darstellen würde.
Eine philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema Liebe und Sex, deren Spielarten und Entwicklung im Laufe des Älterwerdens.
Am Anfang war der Pfiff
Sozusagen Paris von Navid Kermani
Isidoro Raggiola wird in Süditalien geboren, in dem kleinen Dorf Mattinella, als Sohn von Stella, der besten Pastaherstellerin weit und breit und von Quirino, einem liebenden Vater und Ehemann.
Das Erste Geräusch, das der kleine Isidoro von sich gibt, ist ein Pfeifen. Er perfektioniert diese Kunst, jedoch ohne seine Lippen dafür zu verwenden.
Er versteht die Sprache der Vögel, besonders die seines besten Freundes, eines Beos. Er erfindet eine sogenanntes Pfiffibular und tritt vor Publikum auf.
Als Isidoro nach einer Katastrophe seine Sprache verliert, kann er sich nur mehr durch Pfeifen verständigen und trifft auf einen Blinden, der ihn aufnimmt und dem er dessen Augen ersetzt.
Quirino war klug und hat Isidoro wichtige Lebensweisheiten mit auf seinen Weg gegeben. So meistert dieser alle Schwierigkeiten und trifft sogar seine Kinderliebe.
Wolfgang Berger spricht den schwierigen Text mit Pfiffibular bewunderns- und liebenswert.
Geigen aus Konzentrationslagern
Geigen der Hoffnung von Titus Müller
Amnon Weinstein hat eine Sammlung von über 60 Geigen, die einst KZ-Insassen gehörten. Er restauriert sie liebevoll und kennt eine Menge Geschichten, die im Zusammenhang mit den sogenannten ?Violins of Hope? untrennbar verbunden sind. Sie werden heute in großen Konzertsälen gespielt im Andenken an die Schreckenszeit um den Zweiten Weltkrieg.
Christa Roth hat Gespräche mit Amnon Weinstein geführt und Titus Müller hat aus einem Schicksal eine Geschichte geschrieben, die symbolhaft ist für so viele andere, zum Teil unbekannten.
Jagd auf Osma bin Laden
Geronimo von Winter Leon de
?Geronimo? lautete das Codewort des Amerikanischen Seals Team 6, wenn es geschafft hatte, Osama bin Laden zu finden. Der Auftrag lautete: Gefangen nehmen oder töten, wobei eigentlich das Zweite bevorzugt wurde. Im Laufe des Lesens erfahren wir, warum. Anscheinend besitzt Osama bin Laden einen USB-Stick mit brisanten Informationen über einen hochrangigen Politiker der USA.
Was ist damals wirklich geschehen? Leon de Winter rollt das Geschehen nochmals auf. Nach seinen Vorstellungen, auf seine spezielle Art, spannend und packend. Er flicht das Geschick eines hübschen, musikalischen, afghanischen Mädchens ein, das eine wichtige Rolle spielt, bei der Aufklärung der Vorgänge rund um das Ausschalten eines der größten Feinde der USA und der ganzen Welt.
Großartig aufgebaut und fesselnd bis zum Schluß.
Wienkrimi
Schön tot von Edith Kneifl
In Wien im Bezirk Margareten werden schöne junge Frauen ermordet.
Die Hobbyermittlerin Katharina Kafka versucht mit einem Freund, dem Transvestiten Orlando, dem Täter und seinen Motiven für die Mordserie auf die Spur zu kommen, im Milieu von Gaunern, Prostituierten, aber auch honorigen Bewohnern des sogenannten Schloßquadrats.
Die Kapitel sind mit Gaunerzinken gekennzeichnet, die Sprache dem Milieu angepasst, flapsig und manchmal vulgär, wie man es von Kneifl gewöhnt ist.










