Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Mag. Karin Pfeiffer:
Skurile Busfahrt von Hershey nach Coffeeville
Letzter Bus nach Coffeeville von Henderson J. Paul
Der ehemalige Arzt Eugene Chaney, Gene, genannt Doc, sein Freund aus Jugendtagen, der Schwarze Bob, der ein paar Male seinen Namen ändern musste, ein verwaister Junge auf der Suche nach seiner ?Cousine? und Nancy, die Jugendliebe von Doc reisen in einem alten Bus von Hershey nach Coffeeville.
Gene hatte seiner Jugendliebe versprochen, sich um sie zu kümmern, wenn sich ihre Erbkrankheit Alzheimer bemerkbar machen würde.
Also organisiert er ihrem Wunsch entsprechend die Fahrt nach Coffeeville, dem Ziel ihres Begehrens.
Ganz unterschiedliche Menschen erleben auf der gemeinsamen Fahrt Abenteuer, helfen einander und erzählen ihre Geschichten.
Ein amüsantes, kurzweiliges Buch mit Einblicken in die Gefühlswelt von Menschen unterschiedlichen Alters, Glaubens und Hautfarbe.
Piemont-Krimi mit Aurelio Zen
Schwarzer Trüffel von Michael Dibdin
Aurelio Zen wird aus Rom ins Piemont geschickt, um einen Mord an einem Weinbauern aufzuklären. Die Gegend rund um Alba ist in erster Linie wegen ihrer weißen Trüffeln bekannt. Die Verhältnisse zwischen den Familien sind verzwickt und geben Anlass zu Feindseligkeiten, die aber nicht offen ausgetragen werden und schon gar nicht der Polizei verraten.
Alles hat mit Trüffeln, Wein und Frauen zu tun und Aurelio Zen spielt die einzelnen Verdächtigen geschickt gegeneiander aus, um letztendlich an die Wahrheit zu gelangen und die Klärung der weiteren Verbrechen, die sich im Zusammenhang mit dem ersten ereignen.
Interessant und spannend zu lesen, wenn auch für Kenner mit kleinen Fehlern seitens des Übersetzers behaftet (es heißt: die Trüffel und bei Pilzen gibt es keine weiblichen und männlichen. Das hat der Übersetzer falsch verstanden.)
Wer sich interessiert, es gibt noch mehrere Bände mit dem Protagonisten Aurelio Zen.
Brel-Biographie
Brel von Jens Rosteck
Eine im Mare-Verlag erschienene Biographie des belgischen Chansoniers, in der Rosteck objektiv und vorsichtig die Ambivalenz des großen Künstlers beschreibt, seine Affären, seinen mühsamen Weg zum Ruhm, seine Weggefährten und Freunde, seine Familie.
Das kurze Leben des Jacques Brel war bewegt, er selbst gezeichnet von seiner Lungenkrankheit, die der Kettenraucher ignorierte.
Bei seinen Liveauftritten verausgabte er sich jedesmal und identifizierte sich jeweils mit allen seinen Liedern.
Eine große, schwierige Persönlichkeit, der die Biographie gerecht wird und interessant zu lesen ist, nicht nur für Brel-Fans.
Ein ungewöhnliches Haustier
Die Eule, die gern aus dem Wasserhahn trank von Martin Windrow
Mit britischem Humor und Liebenswürdigkeit beschreibt Windrow seine Erfahrungen während der Zeit, die er mit einer kleinen Eule als Haustier verbrachte. Er scheute keine Mühen, entsprechende Volieren zu bauen und immer genügend Futter vorrätig zu haben. Er genießt die Schmusestunden mit dem auf ihn geprägten Tier, das auf seine Freunde nicht so freundlich reagiert.
Nach seinem Umzug aus einem Londoner Appartement nach Sussex in ein Häuschen mit Garten, genießen beide sichtlich die größere Bewegungsfreiheit.
Zwischen den Tagebucheintragungen lässt uns Windrow ein bisschen Wissen über das Aussehen und Verhalten von Eulen und Käuzen angedeihen, was interessant und nicht langweilig herüberkommt.
Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch so faszinieren könnte.
Der Fernsehkommissar als Ermittler
Die Toten von der Falkneralm von Nemec Miroslav
Der Tatortkommissar Miroslav Nemec, alias Ivo Batic, ist an einem Wochenende für eine Lesung in einem abgelegenen Hotel in Berchtesgaden gebucht. Er muss mit einer kleinen Seilbahn auf den Berg fahren, ein unangenehmes Unterfangen, weil sich ein Unwetter zusammenbraut.
Oben angekommen, wird er von der Hoteliersfamilie herzlich begrüßt.
Er beschließt, die verbleibende Zeit bis zum Abendessen das Schwimmbad zu besuchen, will dann doch in die Sauna, weil ihm das Wasser zu kalt ist. Drei Damen verschrecken ihn jedoch und er entschließt sich für einen Drink in der Bar des Hotels.
Noch sind nicht alle erwarteten Gäste angekommen. Das bereits tobende Unwetter verhindert das Fahren der Gondelbahn.
Nemec macht sich mit einigen Gästen bekannt, plaudert und macht sich ein Bild von seinen Zuhörern des nächsten Vormittags.
Da erscheint eine verstörte Frau in der Bar und meldet einen Toten im Schwimmbad. Ein pensionierter Kriminalkommissar bittet Nemec, ihm zu helfen, die Umstände des Todes festzustellen. Der Sturm hat das Telefonnetz lahmgelegt. Also muss man ohne Polizei und Gerichtsmediziner auskommen.
War es ein Unfall oder doch Mord?
Als dann in der Folge noch zwei tote Männer aufgefunden werden, erhärtet sich die Tatsache, dass es sich um Morde handelt, was aber erst zu beweisen ist.
Die Lesung am nächsten Tag fällt natürlich aus. Nemec kehrt zurück zu Frau und Kind. Doch die Ungewissheit über die Tathergänge lässt ihm keine Ruhe. Wird er zur Lösung des Falls beitragen können?-
Lassen Sie sich überraschen und lesen Sie das Erstlingswerk des sympathischen Tatortkommissars.
Ich finde die Idee des Buchs amüsant und gut umgesetzt.
Ein alternder Privatdetektiv
Alte Schule von Hodges Charles
Tom Knight lebt in Eastbourne, England, ist jenseits der Siebzig und liebt es, als Ermittler tätig zu sein. Und vielleicht seine Chancen bei der Damenwelt zu loten.
Ein Spruch sagt, der Unterschied zwischen Dover und Eastbourne ist, Dover liegt Richtung Kontinent, Eastbourne Richtung inkontinent, was darauf beruht, dass sich viele Senioren an ihrem Lebensabend in diesem kleinen Ort aufhalten.
Knight lernt eine attraktive Kraft eines Seniorenheims kennen und versucht ihr beizustehen, als sie in Verdacht gerät, an Morden an einigen Insassen beteiligt zu sein.
Er versucht, sein kaputtes Knie und sein wirkliches Alter zu überspielen und begibt sich in heikle Situationen. Aber was tut ? Mann? nicht, um der Angebeteten zu beweisen, wie sehr er sie schätzt.
Das Debut als Krimiautor und der erste Band des arrivierten Drehbuchautors, dem weitere folgen sollen. Der Protagonist ist liebenswert mit seinen Schwächen und Gebrechen . Amüsant geschrieben, lebensnah, witzig ohne platt zu wirken.
Suche nach der Schatzinsel
Reisen im Licht der Sterne von Alex Capus
Eine lyrische Biographie über Robert Louis Stevenson, der sich als junger, kränklicher Mann in eine ältere, verheiratete Frau verliebt und mit ihr auf Samoa eine neue Heimat findet.
Die Suche nach legendären Schätzen lässt unzählige Abenteurer Cocos Island umgraben, jedoch vergeblich. Es gibt zu viele unterschiedliche Schatzkarten und Theorien.
Ist eine andere Insel gemeint, vielleicht das zweite, wenig bekannte Cocos Eylandt, einer stillen Vulkaninsel?
Stevenson gelang mit seiner ?Schatzinsel? ein Bestseller. Anleihen für den Ort und die handelnden Personen hatte er aus mehreren Quellen bezogen und mit seiner Phantasie ergänzt. Hat er den großen Schatz gefunden? Einiges spricht dafür, aber es gibt keine Beweise.
Nach der komplizierten Scheidung folgt die Heirat mit seiner Geliebten, die ihn bis zu seinem frühen Tod liebevoll betreut, ihm zur Seite steht und alle Hochs und Tiefs miterlebt.
Eine interessante Biographie über einen interessanten Mann.
Max Broll Krimi
Interview mit einem Mörder von Bernhard Aichner
Max Broll muss tatenlos zusehen, wie sein bester Freund Johann Baroni bei der Eröffnung seines ersten Würstelstandes niedergeschossen wird. Baroni liegt im Koma und kämpft um sein Leben.
Niemand glaubt, dass Max den Attentäter gesehen hat. Doch Max ist sich sicher und beschließt, nicht eher Ruhe zu geben, bis er ihn gefunden hat.
Die Identität des Vermeintlichen Verbrechers ist schnell festgestellt. Jedoch gibt es kein Motiv und keine Beweise, die den anscheinend harmlosen Touristen Fink überführen können.
Max verfolgt ihn, kommt mit ihm ins Gespräch, glaubt weitere Morde zu beobachten, lernt eine hübsche Journalistin kennen und beschattet Fink bis er selbst in Gefahr gerät.
Aichner schreibt spannend, seine Personen leben und man fiebert mit, wie es weiter und zu Ende geht. Ein absolut empfehlenswerter Krimi.
Kränkungen als Auslöser für Gewalttaten
Die Macht der Kränkung von Reinhard Haller
Prof. Haller, Vorstand einer psychiatrischen Klinik in Vorarlberg, beschreibt in diesem Buch anschaulich, wie sich Kränkungen bei den Betroffenen auswirken können, wie man sie vermeiden kann und wie man sich selbst schützen sollte.
Die Auswirkungen von gekränkten Personen mit wenig Selbstwertgefühl können unvorhersehbare Folgen haben, wie einen Amoklauf, gesundheitliche Beeinträchtigungen, Depressionen und Isolation.
Ein wichtiges Buch in unserer heutigen Zeit, in der die Selbstüberschätzung, der Narzismus und die Intoleranz zunehmen.
Verwirrspiel à la Camilleri
Das Labyrinth der Spiegel von Camilleri Andrea
Commissario Montalbano schlägt sich in diesem Fall mit mysteriösen Bombenanschlägen herum, unter anderem auf eine leer stehende Lagerhalle. Die verführerische Liliana scheint immer wieder in Beziehung zu den Verbrechen zu stehen. Doch Montalbano kann sich ihren Verführungskünsten nicht entziehen bis er merkt, dass das zu einem Plan gehört, den er nur aufdecken kann, wenn er kühlen Kopf bewahrt uns Herr der Situation bleibt.
Schlussendlich entwirrt der Commissario die Zusammenhänge und kommt auf die Spur, die ihn zum Ziel führt, zur Lösung seines 18. Falls.











