Kunden em pfehlungen
Rezensionen von AngiF:
Drei Schwestern
Das Leben ist kein Punschkonzert von Wanner Heike
Die drei Schwestern Melanie (Melly), Carolin (Caro) und Julia (Julchen) könnten unterschiedlicher nicht sein, so ist es nicht verwunderlich, dass sie sich nur einmal im Monat treffen. Cara und Melly beide 10 bzw. 13 Jahre älter als Julchen bemuttern ihre kleine Schwester seit ihrer Geburt, denn Julchen war schon immer das Sorgenkind der Familie.
Erst kam sie zwei Monate zu früh zur Welt, dann stellte sich heraus, dass das Mädchen stottert. So hieß es von Anfang an in der Familie, „wir müssen uns um Julchen kümmern“. Nun, kurz vorm Advent haben die Schwestern eines ihrer Treffen und spät abends gehen sie noch spazieren, um sich etwas abzukühlen, nach dem Genuss von Julchens Apfelweinpunsch. Sie sehen eine Sternschnuppe – alle Drei wünschen sich heimlich etwas. Und Julchens Wunsch scheint auch gleich erfüllt zu werden, wenn auch zunächst anders als von ihr erhofft. Sie bricht sich das Handgelenk, als sie im Schnee ausrutscht. Nun heißt es schnell Pläne schmieden und in die Tat umzusetzen, denn Julchen betreibt einen Kartoffelpufferstand auf dem Weihnachtsmarkt. Das kann sie alleine nicht bewerkstelligen, mit ihrer Gipshand. Trotz aller Differenzen springen Melly und Caro sofort ein. Aber auch im Leben der großen Schwestern läuft nicht alles so, wie es den Anschein hat. Werden die Drei sich zusammen raufen können und Julchens Geschäft somit retten können und erfüllen sich die Träume aller Schwestern? Eine stressige Weihnachtszeit kommt auf alle zu …
Mit viel Gefühl und großer Detailliebe erzählt die Autorin Heike Wanner die Geschichte der drei Sandmann-Schwestern. Jede Szene ist unglaublich fein gezeichnet und fügt sich zu einem prachtvollen Bild zusammen, das Liebe und auch ein klein wenig Melancholie in sich vereint. Die Charaktere sind hervorragend angelegt, alle haben Tiefe und ich kann gut mit ihnen mitfühlen. Die verwendete Sprache ist natürlich und aufgeschlossen, das Lesen ist dadurch angenehm. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausgesprochen gut, sie schwenkt zwischen den Schwestern hin und her, so dass ich die Sicht auf alle Drei bekomme und sie und ihre Handlungen besser verstehen kann. Die weihnachtliche Atmosphäre kommt wunderschön zur Geltung und ich persönlich bin jetzt gut gerüstet und sehen den ersten Advent herbei. Im Anschluss der Geschichte finden sich noch tolle Rezepte im Buch, die ich unbedingt ausprobieren möchte.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es natürlich weiter. Leser von beeindruckenden Familiengeschichten in weihnachtlicher Stimmung kommen bei der Lektüre des Buches voll auf ihre Kosten und werden prächtig unterhalten werden. Ein Weihnachtsroman, den es sich zu lesen lohnt!
Ein Masterpiece
Origin von Brown Dan
Professor Robert Langdon ist der Einladung seines ehemaligen Studenten und inzwischen guten Freundes Edmond Kirsch, einem Futurologen, nach Bilbao ins dortige Guggenheim Museum gefolgt. Edmond möchte speziellen geladenen Gästen und in einem zugeschalteten Livestream der ganzen Welt seine bahnbrechende, alles verändernde Entdeckung vorstellen, die Beantwortung Der Fragen woher wir kommen und wohin wir gehen.
Die Entdeckung soll die Wissenschaft in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen, aber auch das Ende der Religionen vorhersagen. Ein paar Tage zuvor hatte Edmond seine Präsentation bereits Vertretern der großen Weltreligionen gezeigt und große Verunsicherung bei den Dreien ausgelöst. Als Schreckliches bei der Präsentation geschieht, ist es an Robert, das Geheimnis zu lüften. Unterstützt wird er dabei von Ambra Vidal, der Direktorin des Museums und nebenbei Verlobten des spanischen Kronprinzen. Eine unglaublich aufregende und ereignisreiche Nacht, die alles verändern soll.
Mit „Origin“ liefert der Autor Dan Brown den fünften Teil seiner Reihe um den Professor Robert Langdon ab. Und wieder ist es Dan Brown gelungen, mich diesen Teil lesen zu lassen, als sei es der erste in der Serie. Von der Spannung her nimmt die Serie so gar noch zu, dieser Teil ist ein wahres Meisterstück. Der Autor lässt die Handlung an verschiedenen Schauplätzen spielen, er verlässt eine Szene nicht ohne einen Cliffhanger zu hinterlassen. Das nächste Kapitel fesselt dann erneut um ein mehrfaches. Dan Brown lässt mich als Leserin Dinge vermuten, die dann am Ende doch ganz anders sind. Gekonnt hält er die Fäden locker, lässt sie verweben um sie am Ende gekonnt zusammen zu fügen. Die Handlung von „Origin“ ist brisant, aktuell und ungeheuerlich faszinierend. Das Buch beinhaltet alles, was ein perfekter Thriller benötigt. Hochspannend und mit dem gehörigen Schuss an Wissenschaft, den wir Leser bei Dan Brown so lieben, erzählt der Autor in schöner Sprache seinen Plot. Die Figuren sind allesamt hervorragend angelegt. Manche lassen ein falsches Urteil meinerseits zu, einige bringen mich dazu, ein paar Tränen zu vergießen, andere wieder lassen mich erschauern.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem Thriller fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle in unbedingt weiter. Leser, die Geheimnisse und Codes lieben und gerne auch in die Wissenschaft eintauchen, werden das Buch mit seinen immerhin 666 Seiten verschlingen. Mich hat es auf beispiellose Art und Weise unterhalten und ich mochte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Auf jeden Fall ein Pageturner, ein Thriller eines Autoren mit unverkennbar, erstklassigem Schreibstil.
Ein Dorf in den Bergen
Kind ohne Namen von Poschenrieder Christoph
Nach einem Jahr Studium kehrt Xenia in ihr kleines Heimatdorf zurück, bei Nachfragen gibt sie als Grund den Ausfall eines Professors an, oder sie beteuert, eine kleine Auszeit einzulegen. In Wahrheit ist sie jedoch schwanger und möchte dies so lange wie möglich für sich behalten. Das kleine Dorf verwaist immer mehr, viele sind fortgezogen, in die Stadt, weil es dort Arbeit für sie gibt.
Die meisten Unternehmen im kleinen Ort liegen brach. Die Menschen, die geblieben sind, sind wortkarg und eigentümlich. Beherrscht werden alle vom Burgherrn, dem Besitzer der Burg am Berg, wobei selbst die Burg dem Dorf lediglich den Rücken zukehrt. Der trügerische Frieden, der im Dorf herrscht, wird jäh unterbrochen, als die Gemeinde zwölf Flüchtlinge einquartieren muss. Hier zeigen sich schnell Missgunst, Fremdenfeindlichkeit und Misstrauen. Xenia, weltoffener als ihre Mitbewohner, nimmt die kleine Gruppe aus dem Nahen Osten unter ihre Fittiche und stößt prompt auf Widerstände. Xenias Mutter, die als ehrenamtliche Bürgermeisterin tätig ist, versucht zu schlichten. Das bringt Probleme mit sich, besonders für Xenia ...
In wunderbarer, poetisch angehauchter Sprache erzählt der Autor Christoph Poschenrieder die Geschichte seiner Protagonistin Xenia und die ihres Dorfes. Sein Sprachstil ist einzigartig und unverwechselbar. Jedes Kapitel ist ein fein detailliertes, literarisches Kleinod für sich, das im Gesamten das Leben eines kleinen Dorfes in den Bergen widerspiegelt. Lokalkolorit vom Feinsten! Nicht nur der Alltag sondern auch die Menschen mit ihren Ecken und Kanten sind hervorragend dargestellt. Die Figuren sind allesamt eindringlich und authentisch beschrieben, sie runden die Geschichte in Perfektion ab.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. In brillanter Weise malt der Autor ein Gesellschaftsbild, wie es stimmiger nicht sein könnte. Leser von modernen, zeitgeschichtlichen Romanen sind hier genau richtig.
Millenium, die Fünfte
Verfolgung von Lagercrantz David
Lisbeth Salander, die eine zweimonatige Haftstrafe absitzen muss, da sie die Polizeiarbeit beeinträchtigt hatte, indem sie einen Jungen versteckt hielt. Dass sie dem Kind dadurch das Leben rettete, bewahrt sie nicht vor der Strafe. Angeblich um sie zu schützen, wird Lisbeth in das Frauengefängnis Flodberga gebracht, das einzige Frauengefängnis mit einem Sicherheitstrakt.
Nach außen hin ein Vorzeige-Objekt, sieht es drinnen ganz anders aus. Gewalt bestimmt das Leben der Insassen. Lisbeth selbst wurde bisher noch nicht angegriffen, doch eine junge Frau aus Bangladesch wird regelmäßig Opfer von Gewalt, die von der Insassin Beatrice Andersson genannt Benito angestachelt wird. Benito beherrscht den gesamten Trakt samt Vollzugsbeamten. Lisbeth versucht zu helfen … Währenddessen hat Mikael Blomkvist samt seines Magazins Millenium zurückgefunden in die Normalität und erhielt die Akzeptanz seiner Leser zurück. Wöchentlich besucht er Lisbeth im Gefängnis, sieht er sich doch für ihre Haftstrafe verantwortlich. In einer persönlichen Angelegenheit bittet Lisbeth ihn, für sie zu recherchieren und prompt landen beide in einem Sumpf aus Desinformationskampagnen als moderne Kriegsführung, Bandenkriminalität, Korruption und den Dämonen aus der Vergangenheit.
Temporeich in der Handlung wie in der Erzählform mit schnell wechselnden Schauplätzen erzählt uns der Autor David Lagercrantz, wie es mit Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist weiter geht. Der Spannungsbogen wurde hoch gespannt vom Autoren und kann stets gehalten werden. Fast schon atemlos lese ich das Buch und bin gefesselt und gebannt. David Lagercrantz schafft es erneut, im Sinne Stieg Larssons, die beiden Protagonisten weiter leben zu lassen. Lisbeth und Mikael sind einzigartige Charaktere von ungeheurer Tiefe. Die Nebenfiguren ergänzen das Bild zur brillanten Perfektion. Der Schreibstil ist großartig und mitreißend, die verwendete Sprache samt der Dialoge hervorragend inszeniert. Die Handlung selbst könnte nicht brisanter und zeitgemäßer sein.
Mein Urteil: fünf von fünf möglichen Sternen und eine absolute Leseempfehlung meinerseits. David Lagercrantz kann mit seinem zweiten Teil in der Fortsetzung der Millenium Reihe überzeugen und voll punkten. Für Fans der Serie ein Must-Read, aber Liebhaber der skandinavischen Krimikunst werden bei der Lektüre voll auf ihre Kosten kommen.
Nachlassverwalterin Kristina Mahlo auf neuen Spuren
Das böse Kind von Sabine Kornbichler
Die Nachlassverwalterin Kristina, genannt Kris, Mahlo versucht eventuelle Erben in ihrem neuesten Fall ausfindig zu machen. Doch die Umstände des Todes der jungen Frau, die panikartig ihre Wohnung verlassen hat und dann geradezu vor ein Auto rennt, geben Kris Rätsel auf. Um sicher zu sein, dass es sich hier nicht um ein Verbrechen handelt, beginnt sie auf eigene Faust nachzuforschen.
Schnell gerät sie immer tiefer hinein und wird ebenfalls bedroht. Aber sie braucht Beweise, bevor sie zur Polizei gehen kann … Unterstützung bekommt sie von ihrem Freund, Privatdetektiv Martin.
Die Angst liegt beim Lesen stets in der Luft, geradezu atemlos macht mich das neueste Buch der Autorin Sabine Kornbichler. Für mich handelt sich hierbei um einen Krimi mit Thriller-Elementen. Der Spannungsbogen ist konstant hoch und fest gehalten, eine enorme Anspannung hält sich das gesamte Buch hindurch. Die möglichen Täter geraten in den Fokus, nur um dann wieder zu entschwinden und der Nächste rückt in den Mittelpunkt der Ermittlungen, schön und eindrucksvoll gelöst von der Autorin. Der wahre Täter bleibt lange im Verborgenen, auch wenn er ständig agiert. Die Charaktere sind allesamt eindrucksvoll und tief, die Figuren um Kristina Mahlo herum und natürlich sie selbst sind durch die Bank liebenswert und ich kann gut mit ihnen mitfiebern. Während
die Figuren um den Fall selbst undurchsichtig sind, dennoch stark gezeichnet und zuweilen recht unsympathisch, jedoch alle zusammen bilden das perfekte Gebilde. Mein heimlicher Held ist allerdings Alfred, um wen es sich bei ihm handelt – findet es selbst heraus!
Selbstverständlich vergebe ich hier die volle Punktzahl, nämlich fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle das Buch absolut weiter. Ein brillant verfasster Kriminalroman, der mir schlaflose Nächte bereitet hat, denn die Dramatik ist rekordverdächtig hoch. Gerade der anspruchsvolle Krimi-Leser wird begeistert sein! Der vorliegende Band ist bereits der dritte in der Kristina-Mahlo-Reihe, kann aber auch von Neueinsteigern in die Serie gut verstanden werden.
Unruhen
Scherbennacht von Nicole Neubauer
Ein Polizistenmord erschüttert München. Auf einem ehemaligen Sportplatz, nun Schuttabladeplatz einer Baufirma, wird Kriminalhauptkommissar Leo Thalhammer aufgefunden, hingerichtet mit einem Kopfschuss. Die Zeugin, die den Toten findet, ist ausgerechnet Sandra Benkow genannt Sunny, Polizeiobermeisterin bei der Eliteeinheit Unterstützungskommando Bayern.
Sie verschweigt den ermittelnden Beamten jedoch, dass sie dort mit einem ihrer Kollegen verabredet war. Keine leichte Aufgabe für das Team rund um den Ersten Hauptkommissar Michael Waechter. Nicht genug, dass Kriminaldirektor Zöller wegen des Drucks aus Öffentlichkeit, Presse und Politik den noch immer krankgeschriebenen Hannes Brandl in den Dienst zurück beordert, nein, sie stoßen während ihrer Ermittlungen immer wieder auf Blockaden von Seiten der Zeugen und auch die anderen Polizeibeamten geben nicht gerade bereitwillig Auskunft. Besonders schwer hat es jedoch Hannes, der schwer traumatisiert ist seit seinem letzten Einsatz vor einem halben Jahr; Panikattacken erschüttern ihn immer wieder, diese versucht er jedoch vor allen sogar vor seiner schwangeren Frau Jonna zu verheimlichen.
Auch in diesem dritten Band der Serie um das Team von KHK Waechter faszinieren mich die Charaktere, wirklich jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und doch arbeiten sie alle höchst professionell und unerbittlich. Meine Lieblinge sind ganz klar Waechter und Hannes. Aber auch die Nebenfiguren fügen sich hervorragend in die Geschichte ein und perfektionieren sie zu einem brillanten Gesamtbild. Die Sprache der Autorin ist bestechend frisch und real und die Dialoge sind kurzweilig und voller Leben geschrieben. Die Story selbst um Gentrifizierung, autonome Gruppen und Rauschgift könnte brisanter und aktueller nicht sein. Hier hat Nicole Neubauer ihren Finger am Puls der Zeit.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Krimifans werden es lieben und verschlingen, wie ich es getan habe und für Fans des Teams Waechter ist die Lektüre sowieso ein „Must read“! Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den dritten Band in der Serie, doch auch für Neueinsteiger ist es gut zu lesen und sie werden schnell in die Story hineinfinden.
Wenn die Liebe geht
Scheidung nie nur Mord! von Hauptmann Gaby
Das Ehepaar Martina und Stefan Wolff hält nur noch nach außen hin die Fassade von Glück und Erfolg aufrecht. Die Firma steht kurz vor dem Ruin und während Stefan großartige Wiesn-Parties veranstaltet, um Kunden positiv gestimmt zu halten, rechnet er Martina jeden Einkauf vor. Martina hatte ihre eigene Karriere der Familie zuliebe aufgegeben und war jahrelang nur Hausfrau und Mutter und Frau an seiner Seite.
Doch nun, da die Tochter in Heidelberg studiert, bleibt nicht mehr viel für sie zu tun. Die Stimmung zwischen den Eheleuten wird immer bizarrer, wann schlägt Liebe in Hass um? Stefan verheimlicht Martina geschäftliche Dinge, sogar, dass sie Anteile an der Firma besitzt, erfährt sie erst heute. Durch das seltsame Verhalten Stefans alarmiert, beginnt Martina zu ermitteln. Hat er eine Affäre? Plant er gar, sie um die Ecke zu bringen? Und dann taucht da dieser wahnsinnig gutaussehende Typ auf, der tatsächlich an Martina interessiert zu sein scheint …
Gaby Hauptmann hat sich wieder einmal selbst übertroffen. In frischer, junger und frecher Sprache und in ihrem unverwechselbaren Schreibstil erzählt sie die Geschichte einer endenden Liebe, die aber vielleicht schon immer nur Fassade war. Sie tut dies spritzig und in gewohnter Leichtigkeit, immer mit der gewissen Prise an Komik und Humor. Die Charaktere sind unglaublich lebensnah, mit Marina fiebere ich mit und Stefan möchte ich am liebsten an seinen eigenen Machenschaften scheitern sehen. Das Buch trägt einen Aufkleber „Reihe: Kopfkino“ und genau das startet sofort beim Lesen, ich sehe die Handlung wie einen Film vor meinen Augen abspielen. Ein wahrer Pageturner, denn die Geschichte fesselt mich und fliege nur so durch das Buch, um schnellstmöglich das Ende zu erfahren.
Von Herzen gerne vergebe ich hier fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle das Buch selbstverständlich weiter. Wer Gaby Hauptmann liebt, wird das Buch durchsuchten und wer starke Frauen in ungewöhnlichen Lebens-Situationen erleben möchte, ist hier genau richtig. Gaby Hauptmann erfindet immer wieder neue Geschichten, deren Ausgang ich als Leserin nie so kommen sehe, wie es schlussendlich kommt – genial!
Reif für die Insel
Hund aufs Herz von Mirjam Müntefering
Lara bekommt aus völlig heiterem Himmel von ihrem Ehemann Marcel die Nachricht, dass er nach fast 20 Jahren Ehe die Scheidung wünscht, er habe eine andere, die noch dazu in der gemeinsamen Firma tätig ist, uns sie sei schwanger. Er habe sich immer Kinder gewünscht und sie, Lara, habe das ignoriert.
Natürlich fühlt Lara sich, als ob jemand ihr den Boden unter den Füßen wegzieht. Zunächst ist Lara völlig aufgeschmissen und versucht, bei gemeinsamen Freunden für ein paar Tage unterzukommen. Aber die Freunde schlagen sich allesamt auf Marcels Seite und Lara verbringt die erste Nacht in ihrem neuen Leben bei ihren Eltern. Sicher herzensgute Menschen, aber eben auch Eltern, das bleiben sie ein Leben lang. Da bekommt Lara also noch zusätzlich zu ihrem Schmerz gewisse Vorhaltungen über die eigenen gemachten Fehler. Glücklicherweise fällt ihr dabei schnell ihre wirklich beste Freundin ein: Wiebke. Die lebt allerdings auf Usedom. So beginnt für Lara eine Reise vom Ruhrgebiet und ab auf die Insel. Hier warten ganz neue Aufgaben und Abenteuer auf eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.
Mit der Protagonistin Lara kann ich sofort mitfiebern und mitfühlen, eine starke Frau, die ihren eigenen Weg gehen muss. Gerade dieser Charakter ist der Autorin fantastisch geglückt. Völlig real geht sie durch Höhen und Tiefen, nach einer Nachricht, mit der sie nie gerechnet hätte. Der Schreibstil ist, wie immer bei der Autorin, frisch, fließend und harmonisch. Das Lesen ist angenehm, das verwendete Tempo unterstützt die Atmosphäre des Romans. Die Sprache natürlich, die eingearbeiteten Dialekte sind äußerst liebenswert.
Von Herzen gerne vergebe ich fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle das Buch selbstverständlich weiter. Leser, die ganz, ganz viel Herz und Humor serviert bekommen möchten und einfach mal wieder in ein Buch eintauchen und genießen möchten, kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.
Simon Snow und die Magie
Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow Roman von Rowell Rainbow
Der 16jährige Simon Snow verbringt seine Sommerferien im Waisenhaus. Wie jedes Jahr seht er das Ende der Ferien herbei, damit er endlich zurückkehren kann an die Zauberschule Watford. Watford ist für Normalsterbliche ein Elite-Internat, jedoch für Eingeweihte ist es der Lehrplatz für junge Magier.
Simons Sehnsuchtsliste ist lang, er vermisst seine Freunde, die Lehrstunden, das Essen, das Leben an der Schule. Eigentlich haben die Schüler die Aufgabe, in den Sommermonaten das Anwenden der Magie zu üben. Aber Simon kann seine Zauberkräfte nicht haushalten, die Magie kommt einfach über ihn, das Steuern hat er noch nicht erlernt. Aus diesem Grund hält er sich lieber zurück. Dabei soll er doch die Welt der Magie retten!
Der Start ins Buch liest sich wie ein Exposé eines Autoren zu seinem eigenen Buch, so voll gepackt hat Rainbow Rowell die ersten Seiten mit Fakten und Informationen. Gerne hätte ich all das peau à peau gelernt, beim Lesen des Buches, allerdings verstehe ich natürlich, dass sie den Einstieg für Leser erleichtern möchte, die das Buch ?Fangirl? von ihr nicht kennen. Darin ist Simon Snow samt seiner Freunde das Werk einer fiktiven Autorin, das von dem Mädchen Cath als Fanfiction weiter gesponnen wird. Nachdem ich mich durch all die Daten gelesen habe wurde ich belohnt, denn die eigentliche Geschichte ist dann wirklich wunderbar sowie zauberhaft. Gut kann ich nachvollziehen, dass die Autorin nach Beenden von ?Fangirl? diese Figuren nicht hat ziehen lassen wollen, so hat sie ihnen mit der Story um Simon Snow und seiner Welt ein eigenes literarisches Denkmal gesetzt. In herrlicher Sprache erzählt Rainbow Rowell und versteht es, ihre Leser mit Spannung und gutem Tempo zu fesseln.
Da der Einstieg ins Buch einige Längen aufweist, würde ich einen halben Stern von der B-Note abziehen. Dennoch bekommt das Buch von mir fünf von fünf möglichen Sternen, da ich generell keine halben Sterne vergebe und somit wieder auf die volle Punktzahl aufrunde. Natürlich empfehle ich das Buch sehr gerne weiter, Leser, die Magier und Zauberwelten lieben, werden es verschlingen. Fans der Autorin werden es ohnehin lesen ? und das zu Recht!
Dr. August Burke 01
Spectrum von Ethan Cross
Constable Isabel Price von der südafrikanischen Polizei wird an einem Tatort von ihren Gefühlen überwältigt, in einem Camp illegaler Siedler, dem Squatter-Camp, wurden nahezu 300 Slumbewohner in einem Massaker ermordet. - Krüger mit eigentlichem Namen Idris Madeira fällt es immer schwerer, seinen Beruf auszuüben.
Er lässt Gefühle hochkommen, das ist unakzeptabel für einen Auftragskiller. Zur Vorbereitung seines hoffentlich letzten Auftrages muss er nun aus der Zielperson einen Zahlencode heraus foltern und ihm dann die Zeigefinger abtrennen sowie die Augen aushöhlen. Er darf Gewissensbisse nicht zulassen! - Officer Dominic ?Nic? Juliano ist beim SWAT tätig, trägt die Fürsorge für seine 13jährige, gehörlose Nichte LJ und fährt einen Maserati. Zu seiner Mafia-Familie vermeidet er jeglichen Kontakt. Bei der Aufklärung eines Entführungsfalles kann er in letzter Sekunde seinen Kollegen retten und wird selbst verletzt. - Special Agent Samuel Carter ist von seinen neuen Chefposten mehr als gelangweilt, da ergreift er die Chance, als ein Notruf hereinkommt. Zusammen mit Dr. August Burke will er sich der Sache annehmen. - Und hier laufen die Fäden zusammen, denn bei dem Notruf handelt es sich um Krügers letzten Auftrag vor seinem Rückzug aus dem Geschäft. Wird es Burke schaffen, die Hintergründe zu sehen, die den anderen verborgen sind?
Ethan Cross' neuester Thriller ist keine Lektüre für nebenbei, er möchte konzentriert gelesen werden, um die verschiedensten Crime-Scenes und die Figuren sowie deren Handeln zu verstehen. Die kurzen Kapitel schüren die Spannung ebenso wie der Wechsel der Tatorte. Das Tempo ist durch diesen Stil extrem hoch und brisant. Die Sprache ist erlesen, die Übersetzung hervorragend gelungen. Mit dem Charakter Dr. August Burke ist dem Autor ein neuer Adrian Monk geglückt, der eben an dem Aspergers Syndrom leidet. Doch der dafür nahezu perfekt ist, um kriminelle Muster und Strukturen zu erkennen.
Meine Bewertung: klare fünf bei fünf möglichen Sternen. Eine absolute Leseempfehlung für den gehobenen Lesegeschmack. Ein ausgezeichneter Thriller, geschaffen für lange Leseabende. Ein absolut anspruchsvolles Buch, die Handlung spielt auf höchstem Niveau.











