Kunden em pfehlungen
Rezensionen von AngiF:
Von Bodensteins Vergangenheit holt ihn ein
Im Wald von Neuhaus Nele
Innerhalb kürzester Zeit hat es die K11 gleich mit zwei Mordfällen zu tun. Auf einem Campingplatz wird ein Mann durch Brandlegung ermordet und in einem Hospiz wird eine alte Dame, die bereits dem Tode geweiht war, brutal erstickt. Für das Team steht schnell fest, dass die beiden Taten zusammen hängen müssen.
Bald gibt es Hinweise zu einem 40 Jahre zurück liegenden Fall... KHK von Bodenstein erlebt eine so noch nie für ihn dagewesene Mordermittlung, handelt es sich bei den toten sowie den Verdächtigen um Menschen, die er bereits sein Leben lang kennt. Kann er objektiv genug urteilen oder kann er sein Wissen um die Personen sogar für die Aufklärung des Falles nutzen? Klar ist zumindest, dass ihm die Fälle sehr nahe gehen. Pia Sander hat es in dieser Zeit nicht leicht mit ihrem Chef. Doch es soll noch weitere Tote geben ?
Nele Neuhaus schreibt mit großer Authentizität und atmosphärischer Dichte. Ihre Charaktere sind alle glaubwürdig und lebendig, zudem spielen sie hervorragend miteinander. Die Autorin baut einen enormen Spannungsbogen auf, verwebt gekonnt die Geschehnisse und überrascht mit nicht vorhersehbaren Wendungen. Gerade die persönliche Betroffenheit ihres Chefermittlers von Bodenstein schafft Nele Neuhaus brillant darzustellen, ebenso wie das Dorfleben mit seinen charakterstarken Einwohnern. Ein Pageturner, der mich fesseln und bei der Stange halten konnte und von dem ich mich ausgezeichnet unterhalten gefühlt habe. Nele Neuhaus hat einen schönen Schreibstil, der das Lesen leicht macht, mit ihren ausdrucksstarken Dialogen in lebendiger Sprache haucht sie ihren Figuren Leben und damit Blut ein.
Sehr gerne vergebe ich diesem Kriminalroman seine verdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle ihn unbedingt weiter. Krimi-Liebhaber werden dieses Buch sicherlich genauso schnell und mit Freude verschlingen, wie ich es getan habe. Es ist bereits der achte Band der Taunus-Krimi-Serie, aber auch wenn man die Reihe um Bodenstein und Kirchhoff/Sander noch nicht kennt, kommt man mit dem Lesen gut klar, da der Fall in sich abgeschlossen ist und keine Vorkenntnisse voraussetzt.
Kaiserin Elisabeths Enkelin
Die letzte Prinzessin von Martin Prinz
Im Alter von sechs Jahren sollte sich das Leben der kleinen Prinzessin Elisabeth entscheidend verändern, als ihr Vater der Kronprinz Rudolf von Österreich angeblich Selbstmord beging. Mit seinem Vater verlor das Kind eine wichtige Bezugsperson, beide liebten sich abgöttisch. Die Mutter hat das Mädchen immer auf Distanz gehalten, daran sollte auch der Tod des Vaters nichts bessern.
Rudolf hatte testamentarisch festgelegt, dass sein Vater der Kaiser Franz Josef I. Die Vormundschaft für seine Tochter Elisabeth übernehmen solle. Elisabeth selbst hat dies erst Jahre später erfahren. Unter dem Schutz ihres Großvaters wächst Elisabeth zu einer willensstarken, stolzen, kämpferischen Frau heran, die mit ihrer Sturheit nicht immer die richtigen Entscheidungen für sich selbst trifft und die durchaus von Wutausbrüchen und Launen getrieben ist. Nichtsdestotrotz erstreitet sie sich ihr eigenes Leben und konnte nach einer unglücklichen, gescheiterten Ehe noch einmal neu starten, dieses Mal als überzeugte Sozialdemokratin.
Für den ergebenen Bediensteten Elisabeths, Mesli, Portier und Gärtner von Schloss Schönau, dem Wohnsitz Elisabeths bis zu ihrem Tode 1963, endet eine Ära mit deren Tod. Ist er doch einer der wenigen, die sich an die Zeiten erinnern, als Österreich ein Kaiserreich war und welche Stellung die Mitglieder des Herrscherhauses im Land innehatten. Bis zuletzt hat er versucht, ihre Würde und ihre Geheimnisse zu wahren.
Der Autor Martin Prinz hat mit ?Die letzte Prinzessin? einen Roman über das Leben der Erzherzogin Elisabeth von Österreich, der Enkelin Kaisers Franz Josef I und der Kaiserin Elisabeth verfasst. Dabei hat er sich größtenteils an die Überlieferungen gehalten, doch dadurch, dass er einmal aus der Sicht Elisabeths und dann aus der Sicht des Gärtners Mesli schreibt, bringt er eine größere Nähe zu den Protagonisten zustande, als dies in einer Biographie möglich gewesen wäre. Der Autor wechselt nicht nur die Erzählstränge sondern auch in den Zeiten, das macht das Lesen noch spannender und interessanter. Die Charaktere der einzelnen Personen sind für meine Begriffe hervorragend herausgearbeitet und die Geschichte selbst ist wunderbar geheimnisvoll und fesselnd erzählt. Die Sprache und der Schreibstil Marin Prinz' gefällt mir ausnehmend gut.
Nur zu gerne vergebe ich diesem besonderen Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Für mich als ?Sissi? Fan, die ich noch immer jedes Jahr zu Weihnachten die Filme schaue war es besonders interessant über die Enkelin und ihr Leben, ihren Weg zu lesen. Eine herrliche Lektüre für alle historisch Interessierten.
Fantasy vom Feinsten
Die Zwerge von Markus Heitz
Die Zwerge leben im Geborgenen Land, es ist von Bergen umgeben. Ihre Gebirgspässe bewacht das Volk vor Eindringlingen, Schreckensgestalten wie Orks und Trolle versuchen immer wieder das Reich zu erobern. Tatsächlich schaffen diese es, den Nordpass zu erobern. Die Zwerge benötigen dringend Hilfe, sie naht durch Tungdil, der als Findelkind bei Menschen aufwuchs und bisher nichts über sein eigenes Volk weiß und nicht einmal damit gerechnet hatte, je auf Artverwandte zu stoßen.
Tungdil trifft auf einer Reise auf Zwergen-Zwillinge, die ihn einweihen in die Geschehnisse um ihr Volk. Tungdil wird klar, dass er sein Volk unterstützen muss, nun beginnt seine eigentliche Reise, die in ein neues Leben.
Der Autor Markus Heitz hat mit den Zwergen eine eigene Welt oder besser ein Imperium erschaffen. Herrliche Charaktere mit Wiedererkennungswert verbunden mit einem unverwechselbaren Schreibstil, schöner Sprache und noch dazu in einem angenehmen Tempo verfasst. Die Zwerge beinhalten alles, was man sich als Fantasyleser erhofft, nämlich einen brillanten Plot, skurrile Figuren, einen stark ausgeprägten Spannungsbogen, der sich über das ganze Buch erstreckt, unvorhersehbare Wendungen in der Geschichte ? kurz gesagt das Buch ?Die Zwerge? ist ein Pageturner.
Nun hat es mich also auch erfasst, das Zwerge-Fieber. Lange habe ich überlegt, ob diese Saga das richtige Lesematerial für mich ist. Doch da ich bereits andere Bücher vom Autoren gelesen und lieben gelernt habe, konnte ich mich nun durchringen. Zur Hilfe kam mir der Piper Verlag, der gerade alle Bände noch einmal neu aufgelegt hat und dies mit wunderbaren Covern und sogar in einem Geschenke-Schuber verfügbar. So habe ich also endlich auch mit der Lektüre gestartet, nachdem alle über diese Reihe reden ? und wurde nicht enttäuscht!
Nur zu gerne vergebe ich diesem ersten Band der bisher 5teiligen Zwerge Reihe fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es unbedingt weiter, an alle Fantasy Leser, die bisher noch nicht auf die Zwerge getroffen sind. Sie werden spannende und abenteuerliche Lesestunden genießen und nicht genug bekommen können. Nicht umsonst fragen Fans immer wieder nach einer Fortsetzung!
Briefwechsel 3.0
Ich will nicht schuld sein an deinem Niedergang von Grissemann Christoph; Schamoni Rocko
Moderner kann man sich einen Briefwechsel in Buchform zwischen zwei guten Freunden wohl nicht vorstellen. Denn die beiden Autoren Christoph Grissemann und Rocko Schamoni haben ihren regen SMS-Wechsel nun als Buch veröffentlicht, geordnet wurden die zahlreichen SMS von ihrem Herausgeber Thomas Edlinger.
Die beiden schenken sich in ihren Dialogen nichts und diskutieren dabei über Gott und die Welt, Politik und Kultur. Der Ton ist rau, wie er nur bei wirklich guten Freunden erlaubt ist, wird nur hin und wieder durch den charmanten österreichischen Dialekt abgeschwächt. Humorvoll, sarkastisch oder ironisch sind die Texte jedoch immer zu verstehen. Eine völlig neue Art ein Buch zu schreiben und ebenso eine neue Art des Bücherlesens.
Christoph Grissemann und Rocko Schamoni können mich einfangen, festhalten und mitnehmen auf ihrer wilden Fahrt durch alle Bereiche des Lebens, am Ende bleibt ihnen wie mir festzustellen ? es ist alles gesagt, es wurde über alles geredet. Aufgefrischt wird die Unterhaltung der beiden durch eingefügte lustige MMS, wir bleiben also treu im neuen Zeitalter. Die Dialoge entstanden in einem knapp 3 ½ jährigen Zeitraum.
Christoph Grissemann ist ein 1966 in Innsbruck geborener österreichischer Kabarettist und Radio-Moderator. Rocko Schamoni ist ebenfalls in 1966 jedoch in Lütjenburg geboren, er ist ein deutscher Entertainer, Musiker, Autor, Schauspieler, Clubbetreiber, festes Mitglied des Komik-Ensembles Studio Braun. Beide Männer verbindet ein gewisser Kultstatus, den sie beide in ihrem jeweiligen Heimatland innehaben.
Dieses Buch hat mir unbeschwerte Unterhaltung bei der Lektüre geboten, hat mir viele Denkanstöße gebracht und mich oft zum Schmunzeln bringen können, von daher verdient es eine Bewertung meinerseits mit fünf von fünf möglichen Sternen und ich empfehle es absolut weiter. Leser werden sich sicher wie ich fühlen, nämlich als ob man einen geheimen Briefwechsel ausspioniert und dabei noch sehr viel Spaß hat. Die beiden Autoren haben auf jeden Fall eine neue Erzählart erschaffen, die ich mir gut als eine Alternative vorstellen kann und die sich gerne auch andere zum Vorbild nehmen könnten.
Angst in Berlin
Spinner von Benedict Wells
Der Roman ?Spinner? ist ursprünglich Benedict Wells Erstlingswerk, er schrieb ihn mit 19 Jahren, das jetzt noch einmal in einer neuen Edition vom Diogenes Verlag herausgebracht wurde. Der Autor erzählt darin die Geschichte von dem 20-jährigen Jesper Lier. Jesper hat große Probleme mit sich selbst und seiner Umwelt, er bezeichnet sich selbst gar als Spinner, kurz er hat seinen Weg durch diese Welt noch nicht gefunden und lebt mehr oder weniger von der Unterstützung seiner Familie und vom Schreiben, denn das ist Jespers Traum, er möchte ein Schriftsteller werden.
Seine Lebensumstände und ebenso die Großstadt an sich beginnen ihn zu zerfressen, er entwickelt Ängste und lässt sich fallen. Wird er Unterstützung erfahren oder muss sich Jesper allein daran machen, erwachsen zu werden? Kann er den Kampf mit der Welt aufnehmen?
Schon in diesem Buch ist Benedict Wells charakteristischer Schreibstil klar erkennbar, er schreibt in schöner, neuer Sprache, die ein wenig poetisch angehaucht ist. Der Autor verwendet ein gutes Tempo, er kann seinen Spannungsbogen das gesamte Buch über aufrecht erhalten. Dies alles trägt dazu bei, dass das Lesen flüssig möglich und angenehm ist. Die Charaktere Benedicts Wells sind tief, authentisch und kommen gut rüber. Die Entwicklung, die sein Protagonist durchlebt ist deutlich erkennbar und der Autor schafft es, dass wir mit Jesper Lier mitfiebern.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem brillanten Debütroman seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es selbstverständlich weiter. Ich fühle mich bei der Lektüre des Buches wunderbar unterhalten und kann schöne Lesestunden mit ihm und der hervorragenden Geschichte verbringen. Fans des Autoren werden es sowieso lesen und lieben, aber auch Leser, die gerne ihre Nase in Coming of Age Romane stecken, kommen hier voll auf ihre Kosten.
Abenteuer mit Ben, dem Drachenreiter 2.0
Drachenreiter 2. Die Feder eines Greifs von Cornelia Funke
Der inzwischen 14-jährige Ben Wiesengrund lebt mit seinen adoptierten Eltern, Barnabas und Vita, sowie seiner adoptierten Schwester Guinever an einem geheimen Ort in Norwegen. Die Familie betreibt dort sozusagen eine Auffangstation für die fabelhaften Geschöpfe dieser Welt. Ihre Aufgabe sehen sie darin, diese Wesen zu erforschen und zu schützen.
Einige wenige Eingeweihte unterstützen die Wiesengrunds bei ihrer zum Teil sehr schwierigen Arbeit. Ein Anruf von Vita und Guineva aus Griechenland schreckt Ben und Barnabas auf. Das Pegasuspaar, eine Spezies, die eigentlich als ausgestorben galt, ist in fast ausweglosen Schwierigkeiten geraten. Die Stute kam zu Tode. Nun sind auch ihre drei ungeschlüpften Fohlen in großer Gefahr. Denn nur der Speichel der Mutter kann das Wachstum der Eier bewirken. Der Homunkulus Fliegenbein findet jedoch in der Bibliothek einen Hinweis darauf, was in dieser schlimmen Situation helfen könnte: die Feder eines Greifs. Wird es Ben und Barnabas gelingen, eine solche Feder aufzutreiben? Haben doch die Greife einen äußerst schlechten Ruf in der Fabelwelt. Erschwerend kommt hinzu, dass sie Drachen als ihre allergrößten Feinde betrachten. So muss Ben ihre Suche auch vor Lung, seinem Silberdrachen, dessen Reiter er ist, verheimlichen ?
Cornelia Funke schreibt erneut in wunderbarer Sprache und entführt uns Leser mit Leichtigkeit in ihre Fabelwelt rund um die Familie Wiesengrund und derer Schützlinge. Gleich mit den ersten Zeilen kann mich die Autorin fesseln und mitnehmen durch ihre wunderbare Geschichte. Zudem hat Cornelia Funke das Buch selbst mit einzigartigen, herrlichen Illustrationen versehen, die wirklich allerliebst anzuschauen sind. Ihre Charaktere hat die Autorin brillant angelegt, die menschlichen wie die vielen Fabelwesen aus aller Herren Länder. Das Tempo und der Schreibstil Cornelia Funkes sind bemerkenswert gut.
Von Herzen gern vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Das Buch ist das zweite in der Drachenreiter Reihe, kann aber auch gut allein gelesen werden, ohne Kenntnisse des ersten Bandes. Das empfohlene Lesealter ist mit 10 ? 12 Jahren angegeben, doch auch ich hatte großen Spaß bei der Lektüre des Buches und fühle mich erstklassig unterhalten.
Kurzgeschichten für Herz und Verstand
... und ganz, ganz viele Doofe! von Ninia LaGrande
In diesem Buch veröffentlicht Ninia LaGrande Kurzgeschichten und Texte, die sie über 10 Jahre angesammelt hat. Erzählt werden Geschichten, die das Leben schreiben könnte, Fiktives und Erlebtes. Z.B. wie die Großstadtpflanze Ninia einen Ausflug ins Landleben unternimmt und welche Unterschiede sie selbst zwischen ihrem und dem dortigen Leben sieht ? köstlich! Meine Lieblingsgeschichte ist allerdings ?Ma Petite? - warum? Das wird verstehen, wer die Geschichte selber liest.
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Ninia LaGrande ist Autorin, Moderatorin und Slam Poetin aus Hannover. Sie bloggt über Girlpower, Poesie, Hochhausfassaden und Mode. Seit 2015 moderiert sie auch ihre eigenen Fernsehformate und ist regelmäßiger Gast bei Kabarett - und Comedysendungen. 2015 wurde sie mit ihrer Lesebühne ?Nachtbarden? mit dem Kabarettpreis ?Fohlen von Niedersachsen? ausgezeichnet. (Quelle: Homepage der Autorin)
Ninia LaGrande fängt mich sofort beim Lesen der ersten Zeilen ihres Buches ?... und ganz, ganz viele Doofe!? ein und nimmt mich mit zu herrlichen Lektürestunden. Endlich einmal wieder aus vollem Herzen lachen können, zum Nachdenken angeregt werden, mit wunderbaren Charakteren mitfühlen können ? das alles gibt mir dieses Buch. Die Autorin schreibt in einem guten Stil und in herrlicher Sprache und tollem Tempo. Wie schon einige Male zuvor, ergeht es mir auch hier, ich kenne Ninia LaGrande bereits aus Lesungen bzw. Poetry Slamaufführungen, zwar leider nur aus Videos und nicht persönlich, kenne aber ihre Stimme und ihren Stil zu betonen und höre beim Lesen sofort ihre Stimme in meinem Kopf. Ich habe also das Gefühl, dass sie mir vorliest und kann die Texte noch mehr genießen. Es ist ein Buch, das ich hinauszögern möchte, das ich immer wieder aus der Hand lege, um längere Zeit etwas davon zu haben. Kurz gesagt, ich nehme es in die Liste meiner absoluten Herzensbücher auf!
Aus vollem Herzen vergebe ich deshalb diesem zauberhaften Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter, an Leser, die schöne und entspannende Lese-Stunden verbringen möchten ? mit Herz und Verstand.
Was macht uns glücklich?
Das Leben ist gut von Alex Capus
Max, ein Barbesitzer in einem schweizerischen Städtchen ist Strohwitwer und das für ein ganzes Jahr, da seine Frau, mit der er bereits seit 25 Jahren glücklich zusammen ist, eine Gastprofessur in Paris angenommen hat. Sie, die als junge Frau in den Ort kam und blieb ? der Liebe zu ihm wegen, musste einfach mal wieder raus aus dem Trott, hinein in die Großstadt.
Schon am Morgen nach der Abreise bereut Max seinen Entschluss, seine Frau nicht begleitet zu haben. Nicht, dass er es nicht aushalten könnte in dem kleinen Städtchen, er kennt es ja schon sein ganzes Leben lang, nein, er vermisst sie bereits jetzt. Nun ist Max allein mit seinen drei Jungen und bezwingt den Alltag ohne seine Liebe.
Der Autor Alex Capus beschreibt in seinem neuesten Werk ?Das Leben ist gut? das Leben des Strohwitwers Max, seinen Beruf als Barbesitzer und seine Aufgaben als Vater der drei Söhne. Dies tut er in einer wunderbaren Sprache und einem herrlichen Schreibstil. Alex Capus bedient sich dabei eines hervorragenden feinsinnigen Humors abgeschmeckt mit einem Spritzer Ironie. Alle Charaktere sind dem Autoren außerordentlich geglückt. Da ich bereits die Livelesung des Autors bei Lovelybooks verfolgt hatte, habe ich noch immer seine Stimme und seinen herrlichen Akzent im Ohr, so dass ich das Buch nicht nur gelesen habe, sondern sich in meinem Kopf auch die Stimme Alex Capus' fand. Der Autor wies übrigens bei eben dieser Lesung auch darauf hin, dass es sich in seinem Buch um eine fiktive Geschichte handele und keine Biografie sei. Irritiert sei er darüber, dass er bei seinen früheren Werken immer betont habe, die Geschichten seien genauso passiert und dass man ihm weder bei den anderen Büchern noch jetzt Glauben schenken würde.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem zauberhaften und amüsanten Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Gerade im aufkommenden Herbst kann man mit dem Buch entspannende und vergnügliche Lesestunden auf dem Sofa verbringen. Leser mit einer Vorliebe für humoristische Erzählungen werden das Buch lieben und verschlingen.
Kleinstadtleben
Liebe, Zimt und Zucker von Julia Hanel
Marit hat es aus Hamburg kommend in eine Kleinstadt verschlagen ? der Liebe wegen. Unglücklicherweise ist ihr Objekt der Begierde nun seiner Liebe zu ihr nicht mehr so sicher und verlässt sie. Notgedrungen nimmt sie den erstbesten Job an und kellnert von nun an in dem Coffeeshop ihrer Vermieterin.
Eine Arbeit, die sie bereits in Hamburg neben ihrem Studium ausgeführt hatte, die sie jedoch nicht ausfüllt. So gehen ihr manche der Kunden aber auch ihr anstrengender Kollege Moritz extrem auf die Nerven, doch angewiesen auf diese Arbeit hat sie sich ein Zahnpasta-Lächeln angewöhnt, mit dem sie missliche Kunden besänftigt. Eines Tages findet sie beim Aufräumen des Cafés einen USB-Stick. Sie nimmt ihn an sich und findet in detektivischer Kleinarbeit die E-Mail-Adresse des Besitzers heraus. Neugierig studiert sie zudem den Inhalt des Sticks und stöbert damit ganz ungeniert im Privatleben eines ihr völlig Unbekannten herum. Ein reger Austausch von E-Mails beginnt und in Marit entwickelt sich eine Sehnsucht ...
Bereits mit ihrem Prolog kann mich die Autorin Julia Hanel in ihrem neuen Buch ?Liebe, Zimt und Zucker? für sich gewinnen, zu schön finde ich den E-Mail-Dialog zwischen der Protagonistin und einem bis dahin unbekannten J.A. In einer wunderbaren Sprache, gutem Tempo und damit herrlichem und flüssigem Schreibstil ist dieses Wohlfühlbuch verfasst. Die Geschichte lässt sich unkompliziert lesen, ich bin als Leserin sofort drinnen und lasse mich gleiten durch einen guten Plot, mit authentischen Charakteren und viel Gefühl.
Diesem Buch vergebe ich seine wohlverdienten fünf Sterne von fünf möglichen Sternen und empfehle es von Herzen gerne weiter an Leser, die bei gemütlichen Lesestunden mit einer wunderbaren Geschichte entspannen möchten. Und nicht vergessen sollten wir alle dieses Motto: ?Wenn das Leben dir nur schwarzen Kaffee gibt, frag nach Zimt und Zucker!?
Brüder!?
Hool von Philipp Winkler
In seinem Buch ?Hool? beschreibt Philipp Winkler das Leben des Hooligans Heiko Kolbe. Die Story beginnt mit einem arrangierten Match zwischen den Hannoveranern und einer Kölner Gruppe. Es war ausgemacht, dass Heiko Kolbe dieses Mal die Organisation übernimmt, doch wie immer reißt sein Onkel diese Aufgabe an sich.
Heiko akzeptiert dies, ohne zu murren. Zur besseren Übersicht tragen die Hannoveraner rote T-Shirts, damit sie nicht aus Versehen auf ihre eigenen Leute einprügeln. Eine Regel ist dennoch klar, wer am Boden liegt, darf nicht weiter attackiert werden.
Mir gefällt der Schreibstil des Autoren sehr gut, schon nach den ersten Zeilen befinde ich mich mitten in der Geschichte, Philipp Winkler kann mich fesseln und mitnehmen. Die Dialoge unter den Jugendlichen sind größtenteils im hannöverschen Slang gehalten, was die Authentizität der Story noch einmal anhebt. Überhaupt wirkt alles an dem Roman ?echt? und lässt dadurch uns Leser oftmals atemlos verharren. Der Autor schafft es, dass ich mit seinem Protagonisten Heiko Kolbe empfinde und aus seiner Situation sogar den Ausspruch ?Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet.? durchaus verstehe. Auf der einen Seite bietet uns Philipp Winkler knallharte Kämpfe von den Hooligans ?Matches? genannt und auf der anderen Seite erfahren wir Leser, in welcher Ausweglosigkeit, fast schon möchte ich es verwahrlostes Hausen nennen, sich Heiko Kolbe befindet. Trotzdem sind da die brüderliche Unterstützung der Hools untereinander und die strikten Regeln bei den Matches, die mich als Leserin ein wenig versöhnlich stimmen soweit dies überhaupt möglich ist.
Keine Frage handelt es sich hier um ein meisterliches Erstlingswerk, das brillant ausgefeilt ist und in dem die Charaktere hervorragend durchdacht und besetzt sind. Meine Wertung, ganz klar fünf von fünf möglichen Sternen und eine absolute Leseempfehlung meinerseits.











