Kunden em pfehlungen
Rezensionen von AngiF:
Pear Nolan, die Erste
Pearl Nolan und der tote Fischer von Wassmer Julie
Pearl Nolan, Mutter eines Sohnes, Charlie, führt, unterstützt von ihrer Mutter Dolly, das Seafood-Restaurant ?Pearl's? in der kleinen Hafenstadt Whitstables an der Südost-Küste Englands. Mit dem in Kürze startenden örtlichen und jährlich stattfindenden Oyster Festival sollte Pearl ausgelastet sein, so könnte man zumindest denken.
Doch da es seit jeher ihr Traum ist, Kommissarin zu sein ? hat sie doch einmal als Polizistin gearbeitet, hat sie sich ihrem Traumberuf derzeit etwas näher gebracht, denn Pearl hat gerade neu eine Privatdetektei eröffnet. Als sie eines Abends auf die Leiche des Austern-Fischers Vincent ?Vinnie? Rowe stößt, weist zunächst zwar alles auf einen tragischen Unfall hin, wäre da nicht just am selben Tag ein Klient, Mr. Stroud, bei Pearl erschienen, mit dem Auftrag, Erkundigungen über Vinnies Vermögensverhältnisse einzuziehen. Diesen Auftrag hatte Pearl zwar dankend abgelehnt, doch nun beginnt sie im Fall des toten Fischers zu ermitteln, denn der Londoner Detective Chief Inspektor Mike McGuire scheint sie als Hauptverdächtige auserkoren zu haben.
Die Autorin Julie Wassmer legt mit ihrem Debütkriminalroman, dem Auftakt einer Reihe, ein kleines Meisterwerk vor. Ihrem Schreibstil ist deutlich anzumerken, dass sie bereits seit Jahren für den BBC schreibt ? professionell und wohlproportioniert erzählt sie uns Lesern von der Privatdetektivin und Köchin Pearl Nolan in ihrem ersten Fall. Sie tut dies in schöner Sprache, gutem Tempo und flüssig. Die Charaktere sind ausgeprägt, intensiv und versprühen Leben. Zudem schildert Julie Wassmer die einzigartige Schönheit und das Leben an Englands Küste. Genial finde ich die Idee der Autorin, Pearl zwei Berufe gleichzeitig ausüben zu lassen, das macht das Lesen interessant und abwechslungsreich.
Sehr gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Punkten und empfehle es unbedingt weiter. Julie Wassmer konnte bei mir in den Kategorien Gefühl, Sapnnung, Überraschung und Pageturner voll punkten. Diese Art von Kriminalroman habe ich zuletzt bei Diane Mott Davidson und Rita Mae Brown gelesen und geschätzt, mit Julie Wassmer habe ich nun eine ebenbürtige Nachfolgerin für mich entdeckt.
Reise ins Ungewisse
Metro 2035 von Dmitry Glukhovsky
Von den 200 Überlebenden seiner Metrostation WDNCh ist Artjom der einzige, der nach wie vor nicht aufgegeben hat, daran zu glauben, dass es irgendwo auf der Welt noch andere lebende Menschen geben muss. Täglich zieht er los und begibt sich auf eines der Hochhäuser, natürlich zu Fuß, denn die Fahrstühle funktionieren nicht mehr, und sendet seine Radiosignale aus.
Seine Bemühungen werden allerdings nicht gerne gesehen. Im Gegenteil, Suchoj, sein Stiefvater versucht ihn von seinen Ausflügen abzuhalten, ohne Erfolg. Auch seine große Liebe Anja hat sich von ihm abgewandt und zeigt ihren Hass ihm gegenüber, sie glaubt sogar, dass er trotz Dekontaminierung restliche Strahlen auf sie alle samt der Tiere und Pflanzen übertragen kann. So ist Artjom auch alles andere als erfreut, als plötzlich Homer, von der Sewastopolkaja Station, in der WDNCh auftaucht und ihm eröffnet, dass er ein Geschichtsbuch für die Nachfahren schreiben möchte und Artjom ihm dafür seine Geschichte erzählen soll. Da dies auf Empfehlung von Melnik, Anjas Vaters geschieht, ist Artjom aufgebracht über Homers Ansinnen. Artjom zieht es hinaus, zu viele Konflikte häufen sich in der Metrostation, er möchte erforschen, ob ein Leben an der Oberfläche nicht doch wieder möglich sein könnte, nach all den Jahren, so begibt er sich erneut auf eine Reise.
Mit dem dritten und leider letzten Band seiner Reihe ist dem Autoren Dmitry Glukhovsky erneut ein episches Meisterwerk gelungen. In moderner und frischer Sprache erzählt der Autor Artjoms Geschichte weiter. Der Schreibstil Dmitry Glukhovskys ist ausgewogen und in flüssigem Tempo. Das Lesen ist somit angenehm und unterhaltend. Dies war mein erster dystopischer Roman und er hat mich gleich zutiefst begeistert. In einem Interview hat der Autor gesagt, Leser finden dann zu Dystopien, wenn sie mit der politischen Lage ihres Landes oder der Welt nicht mehr zufrieden sind und ich denke, darin liegt ein Kern der Wahrheit.
Nur zu gerne vergebe ich dem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Als Leser kommen Dystopie-Fans sowie Neulinge wie mich in Frage, auch ist es nicht zwingend erforderlich, die ersten beide Teile gelesen zu haben, ich selbst werde dies jedoch schnellst möglichst nachholen.
John Wayne 2.0
Regengötter von James Lee Burke
Der aufgrund einer Kriegsverletzung zum Frührentner und Gelegenheitsjobber gewordene Alkoholiker Pete Flores ist in derben Schwierigkeiten. Bei seinem letzten Job als Fahrer wird er Zeuge von einem Massenmord an asiatischen Prostituierten, die als Mulis Drogen in ihren Körpern transportierten. Voller Panik macht Pete sich vom Tatort aus dem Staub.
Von nun an werden er und seine Freundin, die Kellnerin und Folksängerin Vikki Gaddis gejagt. Und dies nicht nur von diversen Auftragskillern und deren Bossen sondern auch von der Polizei. Sheriff Hackberry ?Hack? Holland tut zusammen mit seiner Partnerin Chief Deputy Pam Tibbs alles, um die beiden vor den Killern zu finden und somit zu schützen. Mehr oder weniger erhalten Hack und Pam Unterstützung vom FBI sowie ICE, doch auch die verfolgen eigentlich ihre eigenen Ziele, nämlich der großen Bosse hinter der ganzen Sache habhaft zu werden. Wer wird diese Jagd roadmoviegleich quer durch Texas gewinnen und wer muss schlussendlich dran glauben?
Wer sich für den Thriller ?Regengötter? von James Lee Burke entscheidet, wird ein wahres Meisterwerk in den Händen halten. Jede einzelne Szene ist eine perfekte Darbietung, bis ins kleinste Detail durchdacht und einzigartig geschrieben. James Lee Burke schreibt in einem guten Tempo und in unverwechselbarer Sprache. Das Lesen ist angenehm, natürlich hochspannend und zu jeder Zeit Unterhaltung auf höchstem Niveau. Die Charaktere hat der Autor ausgezeichnet herausgearbeitet und vollendet gezeichnet. Besonders Sheriff Holland sticht hervor, der einsame Wolf, der nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau und dem Wegzug seiner Kinder ein Einsiedlerleben führt und seinem Job geradezu verbissen nachgeht; diese Figur ist äußerst realitätsnah, selbst sein John-Wayne-gleiches Aussehen kaufe ich dem Autoren ab. Sehr gekonnt hat der Autor immer wieder überraschende Abläufe und unerwartete Reaktionen seiner Charaktere eingebaut, die ich als Leserin so nicht erwartet hatte.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem brillanten Thriller seine wohlverdienten fünf Sterne von fünf möglichen Sternen und empfehle ihn unbedingt weiter an Leser, die anspruchsvolle Lektüre bevorzugen und sich von der Dicke des Buches nicht abschrecken lassen, die 672 Seiten sind die investierte Lesezeit mehr als wert. Wer ein Buch des Autoren gelesen hat, will seine anderen Werke gleich im Anschluss verschlingen ? ein wahrer Pageturner ist dieses Buch.
Was passierte mit dem Sussita?
Der Duft des Sussita. von Scheer Robert
Als die Familie 1986 ihren funkelnagelneuen Sussita bekam, hatte sie zuvor lange darauf warten müssen. Nun war er hier, ihr ganzer Stolz und auch der Stolz eines ganzes Landes, ein israelisches Auto, kein amerikanischen, kein japanisches oder europäisches. Voller Vorfreude auf den neuen Fahrspaß nahm die gesamte Familie im Wagen Platz und los ging die erste Spritztour.
Doch schon nach 10 Kilometern hatte das eine der Kinder Hunger. Die Familie bemerkte, dass sie alle Hunger hatten, denn sie hatten heute noch nichts gegessen, so aufgeregt hatten sie der Ankunft des Sussita entgegengefiebert. Kurz entschlossen wurde eine Pause in Nazareth eingelegt. Der Hunger aller Familienmitglieder wurde gestillt. Als die Vier jedoch zu ihrem Wagen zurückkehren wollten, war der nicht mehr an Ort und Stelle. Uns er sollte auch unauffindbar bleiben. Fazit eines Arabers in der Nähe: ein Kamel hätte das Auto gefressen, schließlich habe die Familie kein Anti-Kamel-Spray benützt.
Solche und ähnliche Geschichten bietet das Buch ?Der Duft des Sussita? vom Autoren Robert Scheer. Sie alle sind in einer Weise köstlich humorvoll und doch verbirgt sich in ihnen allen auch ein tieferer, wahrer Kern. Robert Scheers Geschichten bieten viel über die Lebensweise und Denkweise der im Nahes Osten lebenden Menschen, all seine Kurzgeschichten spielen in Israel und seinen Nachbarländern. Wladimir Kaminer schreibt im Klappentext: ?Robert Scheer hat sich eine literarische Heimat erschaffen, improvisiert mit großem Witz und melancholisch gelassenem Blick auf die Ewigkeit.? Klüger und offensichtlich nahe der Wahrheit hätte das niemand besser formulieren können. Robert Scheer nimmt uns in kurzen humorigen Episoden mit zu Stationen aus seinem Leben. Er schreibt in einem kurzweiligen Schreibstil und das in einem guten Tempo.
Sehr gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Dieses kleine Buch voller herrlicher Kurzgeschichten, die zusammen eine Einheit bilden, eignet sich hervorragend für laue Sommernächte.
Liebesbriefe
Das Leuchten meiner Welt von Khan Sophia
Als die 15jährige Irenie fünf Jahre nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer Mutter auf dem Dachboden ihres Hauses eine Schatzkiste mit Briefen findet, weiß sie, dass ihre Mutter tot sein muss, denn dieses Kästchen hat die Mutter wie ihren Augapfel behütet und sich niemals von ihm getrennt. Die enthaltenen Briefe sind Liebesbriefe ihrer Mutter an einen gewissen Ahmed Kakkezai in London.
Die Briefe sind über zwanzig Jahre alt. Irenie versucht zu begreifen, denn die Mutter hatte nie von jemandem in London lebend erzählt, auch niemals etwas über einen Ahmed. Das Finden des Kästchens verändert alles für Irenie, die zusammen mit ihrem Vater gehofft hatte, dass die Mutter eines Tages wieder auftauchen würde, genauso geheimnisvoll und plötzlich, wie sie verschwand. Da der Vater niemals mit Irenie über die Mutter sprach, hatte es sich das Mädchen angewöhnt, ihm kleine Symbole durch ein Loch in der Decke seines Arbeitszimmers zu hauchen, wie Zigarettenrauch der Marke ihrer Mutter oder ein Hauch ihres Parfums, nur damit der Vater sie nicht vergessen möge. Doch nun war Irenie klar, dass die Mutter nicht mehr am Leben sein kann und beginnt Nachforschungen zu betreiben, die sie schließlich sogar nach Pakistan führen. Irenie möchte das Geheimnis ihrer Mutter Yasmeen endlich lüften.
Mit ?Das Leuchten meiner Welt? ist der Autorin Sophia Khan ein fulminanter Debütroman geglückt. Ihre wunderschöne Geschichte erzählt sie uns Lesern in herrlicher Sprache, in gutem Tempo und beeindruckendem Schreibstil. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht Irenies und der ihres Vater, was das Lesen sehr abwechslungsreich macht. Die Story selbst ist unglaublich berührend - über die Liebe, Mutter-Tochter-Verhältnisse und das Zurückfinden ins Leben nach einem Schicksalsschlag und natürlich über verschiedene Kulturen und Lebensweisen.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wie ich finde wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es unbedingt weiter. Dieses Buch hat all das, was ein Lieblingsbuch mitbringen sollte und deshalb bin ich mir absolut sicher, wir werden in Zukunft noch viele Bücher mehr von dieser Autorin in den Händen halten.
Was kann die Liebe überwinden?
Vierundzwanzig Stunden von Musso Guillaume
Kurz vor seinem 25. Geburtstag bittet sein Vater Arthur Costello zu einem gemeinsamen Ausflug. Er, der immer ein zwiespältiges Verhältnis zu seinem Vater Frank hatte und von dem er, Arthur, weiß, dass er nicht sein leiblicher Vater ist, willigt ein. Zu seiner großen Überraschung eröffnet Frank ihm, dass er ihm zwar kein Geld hinterlassen wird, wohl aber den sich im Familienbesitz befindlichen 24 Winds Lighthouse, dem Leuchtturm der 24 Winde, am Ende des Cap Cod.
Diese Übertragung erfolgt sofort unter zwei Bedingungen: die erste ist, das Gebäude und Grundstück niemals zu verkaufen, die zweite ist, eine vermauerte Tür im Keller des Leuchtturmes niemals aufzubrechen und zu öffnen. Arthur unterschreibt den Vertrag. Als er sich dennoch dazu beschließt, die besagte Tür zu öffnen gerät sein Leben ins Wanken. Einziger erkennbarer Pluspunkt ist, dass er Elizabeth ?Lisa? Ames kennen und lieben lernt. Wird die Liebe beider zueinander das Schicksal bezwingen können?
Wieder einmal überrascht uns Leser der französische Erfolgs-Autor Guillaume Musso mit einer traumhaften Geschichte, die unvorhersehbare und unerwartete Wendungen in sich birgt. Gekonnt zeichnet er eine perfekte Illusion und lässt dabei viele Emotionen aufleben. Da gibt es die eine große Liebe, die alles besiegen könnte, aber auch die Frage über Vertrauen und Verrat, Zweifel und Selbstzweifel bis hin zur Aufgabe. Die Sprache des Autoren ist wunderschön, modern und lässt sich hervorragend lesen. Sein Tempo ist flüssig, das macht das Lesen sehr angenehm. Guillaume Musso löst die Schwenkungen in seinem Werk unglaublich gut auf und bietet ein phänomenales und passendes Ende.
Nur zu gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Bezugnehmend auf den Titel muss ich zugeben, dass ich das Buch in eben dieser Zeit verschlungen habe und mich mit jedem Satz und jeder Zeile wunderbar unterhalten gefühlt habe. Guillaume Musso erweist sich abermals als ein begnadeter Storyteller, der mit ?Vierundzwanzig Stunden? eine phantastischen Roman vorgelegt hat.
Wo ist Herr Müller?
Herr Müller, die verrückte Katze und Gott von Arenz Ewald
Kurt Müller fällt völlig unbeabsichtigt - nach einem lächerlichen Streit mit seiner Ex-Frau - aus dem Fenster des 14. Stockes eines Hochhauses und bringt damit, zusammen mit einem sich anschließenden himmlischen Versehens, dummerweise das Universum ins Wanken. Denn durch die Unaufmerksamkeit eines himmlischen Helfers verschwindet die Seele von Kurt Müller und ist zunächst unauffindbar.
Der Erzengel Jehudi ist besorgt, eigentlich müsste in diesem Fall das Jüngste Gericht zusammenkommen, doch nichts geschieht. Das kann nur heißen, dass Gott ruht oder schlimmeres ? Sollte Gott aufwachen und das Fehlen bemerken, würde alles Sein ins Nichts verpuffen. Das gilt es zu verhindern. Zusammen mit seinem Bruder Abaddon, einem gefallenen Engel und verbannten Dämonenfürsten und der 16jährigen Tochter Kurt Müllers, Helena, versucht Jehudi das Unheil zu verhindern.
Dem Autoren Ewald Arenz ist mit seinem neuesten Werk eine urkomische, bisweilen zynische Geschichte geglückt. Mir gefällt die Leichtigkeit der Sprache des Autoren sehr gut, sein feiner Humor. Zudem bin ich begeistert von seinem Schreibstil. Das Lesen ist angenehm durch den flüssigen Stil und dem guten Tempo. Die Handlung des Romans ist stimmig und schön, genial wie alles ineinander spielt und sich zum Ganzen fügt.
Sehr gerne vergebe ich diesem Buch seine wie ich finde wohlverdienten fünf Sterne von fünf möglichen Sternen und empfehle es unbedingt weiter, an Leser, die wieder einmal wundervolle Lesestunden mit einem köstlich humorvollen Buch verbringen wollen. ?Herr Müller die verrückte Katze und Gott? von Ewald Arenz ist ein Buch voller Poesie, das zudem tief philosophisch geprägt ist, eine unterhaltende wie zugleich anspruchsvolle Lektüre für aufmerksame Leser. Es ist übrigens völlig unerheblich welcher Religion man angehört oder ob man atheistisch lebt, den Witz des Buches wird jeder verstehen und es bietet sicherlich auch Stoff für angeregte Diskussionen.
Carlotta ermittelt wieder
Mörderische Wahrheiten von Prammer Theresa
In Wien treibt ein Serienkiller sein Unwesen, der anscheinend die Taten eines vor 30 Jahren verurteilten und inzwischen verstorbenen Mörders imitiert und sogar dessen DNA an den Opfern zurücklässt. Die Polizei steht vor einem aussichtslos erscheinenden Rätsel. Diese Tatsache veranlasst den Ermittler Krump Konrad Fürst in die Ermittlungen einzubeziehen, der die damaligen Ermittlungen geleitet hatte.
Konrad, der gerade erst aus einem 18-monatigen Koma erwacht ist und an Amnesie leidet. Unterstützt wird er von Lotta Fiore, die mit ihm vor seinem Unfall zusammen an den Opermorden gearbeitet hat und die möglicherweise seine Tochter ist. Lotta und ihre Lieben werden immer tiefer in die Ermittlungen verstrickt und geraten in höchste Gefahr.
?Mörderische Wahrheiten? ist der zweite Teil der Trilogie um die eigenwillige Ermittlerin Lotta Fiore von der Autorin Theresa Prammer. Es ist ein Band, der für sich steht, es ist nicht nötig, den ersten Band gelesen zu haben. Doch ich bin mir sicher, wer dieses neue Buch lieben wird, möchte danach gern genau wissen, wie die Geschichte um Lotta und Konrad begann. Theresa Prammer hat all ihre Figuren liebevoll und tiefgehend angelegt, die netten ebenso wie die unausstehlichen. Ihre Art zu schreiben sowie die Perfektheit ihrer Dialoge vermitteln mir als Leserin Authentizität und lassen die Geschichte regelrecht zum Leben erwecken und als Film vor meinen Augen ablaufen. Die Autorin verwendet eine schöne und runde Sprache, sie schreibt in einem hervorragenden Tempo, das mich oft atemlos zurückgelassen hat, sie kann den von ihr kreierten Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht erhalten.
Nur zu gerne vergebe ich dem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und vergebe ihm ein gedachtes Extra-Sternchen für die besonders starken Emotionen, die das Buch mir geschenkt hat, und die exzellent angelegten Figuren, mit denen ich im echten Leben befreundet sein möchte. Der Autorin Theresa Prammer kann ich nur gratulieren und meinen imaginären Hut vor ihrer Leistung ziehen; sie hat mit diesem neuen Band um Carlotta Fiore erneut ein Meisterwerk vorgelegt und anspruchsvolle Hochspannung abgeliefert. Absolut empfehlen möchte ich das Buch allen Lesern feinster Kriminalliteratur, die Tiefgang in den Charakteren bevorzugen und eine bis ins Detail stimmige Geschichte erwarten.
Faye schlaflos in Bluehaven 2
Monday Club - Der zweite Verrat von Kuhn Krystyna
Faye Mason leidet unter der mysteriösen Krankheit Idiopathische Insomnie. Dabei sieht und hört sie Dinge, die nicht wirklich existieren. Zudem begibt sie sich des nachts auf Wanderschaft durch ihr beschauliches Heimatstädtchen Bluehaven. Außerdem hat Faye schlimmes durchgemacht in letzter Zeit, sie hat ihre beste Freundin Amy bei einem Autounfall verloren.
Dieser Tod wirft noch immer einige Rätsel auf, die Faye zusammen mit Luke Salerno lösen möchte, schließlich sagte ihr die Ärztin Virginia Donnelly kurz vor deren Selbstmord, dass sie die nächste sei. Was hat der Monday Club, der die Hafenstadt quasi regiert, mit all dem zu tun? Und was sind das für Experimente, die der Club durchführt? Und vor allem, wem kann Faye noch trauen? Fakt ist, dass erneut eine Frau verschwunden ist ? Paige. Doch deren Tochter Lucy sucht bereits nach ihr.
Schön finde ich, dass der erste Band vorab des Buches auf sechs Seiten zusammengefasst wird, so komme ich auch schnell in die Geschichte hinein, wenn ich zu den neuen Lesern der Trilogie gehöre. Ich liebe den Schreibstil der Autorin Krystyna Kuhn, ihre Sprache ist wunderschön, sie kann mich sofort mitnehmen in ihre Phantasiewelt, sie läßt mich direkt eintauchen in Fayes Schicksal und die Geschehnisse in Bluehaven. Ihr verwendeter Spannungsbogen sowie das schnelle Tempo machen dieses Buch zu einem wahren Pageturner und ich bin geneigt, eine Nachtschicht einzulegen, so sehr interessiert es mich, das Ende zu erfahren. Anmerken möchte ich, dass mich zum einen das grandiose Cover des Buches, gestaltet von Carolin Liepins, beeindruckt hat und zum anderen, dass ich den Einband des Buches mit dem Stadtplan Bluehavens auf den Innenseiten als außerordentlich geschmackvoll empfinde.
Diesem Jugendbuch möchte ich wohlverdiente fünf Sterne von fünf möglichen Sternen vergeben und es sehr gerne weiter empfehlen an junge und junggebliebene Leser, die mystische Fantasy gepaart mit einer Spannungsgeschichte lieben, wie ich sie zuletzt in Teri Terrys Buch ?MindGames? lesen durfte. Nun heißt es hibbelig warten, dass der dritte und letzte Band der Reihe um Faye ?Monday Club. Die letzte Rache? im Oktober 2016 aus dem Verlagshaus Oetinger erscheint.
(Un)heilige Schlagerwelt
Elbsirenen: Morinos erster Fall von Jelka Dieckens
Kriminaloberkommissar Francesco Morino und Kriminalkommissarin Bea Hinrichs von der Polizei Hamburg ermitteln im Fall des tot aufgefundenen Schlagerstars Harald Menke AKA Harry. Schnell wird dem Ermittlerteam klar, dass lediglich die zahlreichen Fans um den Sänger trauern. Im Familien- und Bekanntenkreis sowie unter Kollegen wird unumwunden zugegeben, dass niemand wirklich in Trauer um Harry weint.
Einzig die Schwester der Ehefrau seines Bruders scheint die Ausnahme zu sein, denn sie ist völlig aufgelöst. Alle Befragten berichten von dem unangenehmen Zeitgenossen, der keinen Zwist ausgelassen hat und immer wieder anderen schaden wollte, solange er einen Nutzen für sich daraus ziehen konnte. Der Kreis der Verdächtigen ist somit groß und die Suche nach dem Täter nicht die leichteste. Zudem ist im Beginn der Recherchen noch unklar, ob Harry tatsächlich ermordet wurde, oder ob es sich um Totschlag handelt. Francesco und Bea müssen tiefer in die Schlagerwelt hinein tauchen und das Business verstehen lernen als es den beiden lieb ist.
Der Autorin Jelka Dieckens ist mit ihrem Krimidebüt ein hochspannendes Werk aus der gar nicht so heilen Schlagerwelt geglückt. Die erste Geschichte über das neue Kommissarduo enthält alles, was man von einem hervorragenden Kriminalroman erwartet: Dramatik, verschlungene Wege, viele Verdächtige, unklare Verhältnisse, der Mörder oder die Mörderin lange Zeit verborgen. Die Charaktere hat Jelka Dierckens allesamt auf unfassbare Weise lebhaft und glaubwürdig entworfen, ihr Zusammenspiel ist mustergültig. Die Schreibweise der Autorin, ihre Sprache und das Tempo im Roman sind bemerkenswert und mitreißend. Die Dialoge sind authentisch und leibhaftig. Besonders gut hat mir gefallen, dass dieses Ermittlerteam auch ein durchaus gesundes, erotisches Privatleben besitzt. Morino liebt es unverbindlich und hat so manches erotische Gastspiel. Während seine berufliche Partnerin Hinrichs in einer für sie aufreibenden Beziehung feststeckt. Schön ist hierbei der Konflikt der jungen Frau herausgearbeitet.
Nur zu gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es weiter an alle Krimileser. Eine Liebe zu Hamburg ist für das Lesen dieses Regiokrimis nicht erforderlich, doch könnte es durchaus sein, dass sie sich ungewollt entwickelt, denn Jelka Dieckens hat die Stadt wunderbar getroffen. Ich selbst erwarte nun hibbelig den zweiten Band um Francesco Morino und Bea Hinrichs.











