Persönliche Lese- tipps
Michael Stavarič: Fremdes Licht
Fremdes Licht von Stavaric Michael
Elaine erinnert sich an Kindheitsbesuche in Grönland, an die zauberhaften Worte ihres Großvaters in der Inuitsprache, ihren Jugendfreund Dallas. Jahre später ist sie scheinbar als einzige Überlebende im Eis gefangen. Ihre Erinnerung und ihre langjährigen Erfahrungen mit der Kälte helfen ihr dabei, am Leben zu bleiben.
Die packende, filmische Erzählweise birgt absoluten Suchtfaktor. Was manche schon wissen, bewahrheitet sich hier erneut: Michael Stavarič gehört zu den großen Erzählern unserer Zeit.
Eric-Emmanuel Schmitt: Felix und die Quelle des Lebens
Felix und die Quelle des Lebens von Schmitt Eric-Emmanuel
Der 12-jährige Felix lebt mit seiner Mutter Fatou in Paris. Das kleine Café seiner Mutter ist seine heile Welt, prall gefüllt mit eigenwilligen Stammgästen und ihren Schrullen. Als die lebensfrohe Fatou plötzlich depressiv wird, gerät diese Welt aus den Fugen. Nur im Senegal, dort, wo Fatous Wurzeln sind, kann sie geheilt werden.
Eine kleine, feine Nachtlektüre von Eric-Emmanuel Schmitt – über Freundschaft, Zusammenhalt, Familie, und Heimat. Psychologisch, dialogisch und flott geschrieben.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Martha Hall Kelly: Und am Ende werden wir frei sein
Und am Ende werden wir frei sein von Hall Kelly Martha
Dieser Roman basiert auf wahren Begebenheiten des zweiten. Es geht um drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aus drei Ländern, deren Wege sich an einem der dunkelsten Orte kreuzen. Von Fliegerangriffen, Deportationen und Ängsten wird nichts beschönigt. Über die „Kaninchen“, deren medizinische Versuche wirklich an Frauen gemacht wurden.
Die Geschichte ist geprägt von Leid, aber auch Hoffnung. Schonungsloser, gut recherchierter, erschreckender Kriegsroman.
Friedrich Hölderlin: Bald sind wir aber Gesang. Eine Auswahl von Navid Kermani
Bald sind wir aber Gesang von Friedrich Hölderlin
2020 jährt sich der 250. Geburtstag des bekannt-unbekannten Dichters: Oh ihr Musen, singt mir … Die Poesie spricht leise, darin gleicht sie der Liebe. Und nur Liebe und Poesie helfen gegen das Klirren der Fahnen, egal ob politische, existenzielle oder religiöse. In Hölderlins Dichtung zählt der Moment, jede einzelne Wunde des Seins: Wahrlich ein Rätsel diese Texte, das Leben, der ganze Rest.
Im Irrgarten der Wörter liegt die Welt, manchmal gar Heil, immer aber Abgrund und Licht. Nehmt und lest!
Robert Renk empfiehlt:
Markus Thiele: Echo des Schweigens
Echo des Schweigens von Markus Thiele
Ein packender Justizkrimi, der diverse Grauzonen gut auslotet. Recht oder Gerechtigkeit, Gesetz oder Moral, und wie viel Berufsskandal verträgt eine Beziehung. Inspiriert von einem der großen Justizskandale Deutschlands, dem Fall Oury Jalloh in Dessau, breitet Markus Thiele seinen Fall rund um den Strafverteidiger Jansen aus, der einen Polizisten vertritt, der des Mordes an einem Asylbewerber angeklagt ist.
Für Leser von Schirach oder Schlink!
Robert Renk empfiehlt:
Kathrin Hartmann: Grüner wird’s nicht
Grüner wird's nicht von Kathrin Hartmann
Hartmann geht in ihrem Apell von bekannten Problemen der ökologischen Krise aus, setzt sie aber in interessante neue Kontexte und macht daher die Problematik anschaulich. Wohlhabende haben das höchste Umweltbewusstsein – und gleichzeitig den größten ökologischen Fußabdruck. Man nennt das „Klimabesorgte Klimasünder“.
Und das sind wir. Mal mehr, mal weniger. Es braucht noch mehr Bewusstsein dafür, das zeigt uns Kathrin Hartmann eindringlich.
Lisz Hirn: Wer braucht Superhelden? Was wirklich nötig ist, um unsere Welt zu retten
Wer braucht Superhelden von Lisz Hirn
Was für ein kluges Buch, und hochaktuell! Lisz Hirn erklärt nicht nur den vielgebrauchten Begriff der „toxischen Männlichkeit“, den neurechte Autokraten wie Trump, Orban oder Putin für sich nutzen, um mit den Stimmen der abgehängten, weißen, männlichen Mittelschicht Wahlen zu gewinnen. Sie zeigt auch, dass praktische Philosophie unser Denken ändern kann; ein Lob der Vernunft und eine zum Teil erschreckende Analyse eines Kulturkampfs um hegemoniale Männlichkeit, der auch in Österreich tobt.
Gerhard Zallinger: Die Macht in dir. Wie der Körper sich selbst heilt
Die Macht in dir von Gerhard Zallinger
Wie schön wäre es, sich einfach selbst heilen zu können … Gerhard Zallingers Methode des „vegetativen Trainings“ zielt genau auf das ab, dabei muss man nur auf einer Matte liegen und Atemübungen machen. Ein Scherz? Nein. Zallinger verhilft unter anderem der österreichischen Fußballnationalmannschaft dazu, besser zu werden.
Unterfüttert wird das Buch mit Erfahrungsberichten und Ausflügen in die abendländische Geistesgeschichte von Galilei bis Descartes. Für alle Schmerzverbrämten einen Versuch wert!
Robert Renk empfiehlt:
Grit Landau: Die sardische Hochzeit
Die sardische Hochzeit von Grit Landau
Ein mitreißender, zeithistorisch interessanter Roman, mit einem Schuss Sardinienflair. Leo muss nach Sassari auf Sardinien flüchten, da er im Streit einen Faschisten getötet hat. Und das ist nicht gut im Jahre 1922, kurz vor der Machtergreifung Mussolinis.
Auch nicht gut ist, dass er sich dort in die eigenwillige Tochter eines Mussolini-Anhängers verliebt.
Die soll nämlich schon bald den Spross eines sardischen Pferdezuchtclans heiraten – und die Traditionen dieser Familie sind mörderisch!
Maria Leitner empfiehlt:
Cornelia Achenbach: Darüber reden wir später
Darüber reden wir später von Cornelia Achenbach
Als ihr Mann ins Koma fällt, beginnt Margret, ihr ruhiges Leben zu hinterfragen. Durch die Tagebücher ihrer Mutter und das plötzliche Auftauchen ihrer Schwester bekommt sie neue Einsichten in ihre Familie und die Liebe. Einfühlsam und emotional erzählt Cornelia Achenbach die Geschichte einer Frau, die sich plötzlich mit ihren Entscheidungen, ihren Beziehungen und ihrem ganzen Leben auseinandersetzen muss.
Ein trauriges, aber auch wunderschönes Buch.











