Persönliche Lese- tipps
Peter Kemper: Eric Clapton – Ein Leben für den Blues
Eric Clapton von Peter Kemper
„Dann wurde Eric Gott. Bis heute versucht er, sich davon zu erholen.“ – Keith Richards
Eric Clapton, der am 30. März seinen 75. Geburtstag feiert, ist untrennbar mit dem Blues verbunden. Peter Kempers Biographie lässt seinen beeindruckenden Werdegang Revue passieren und zeigt auch viele Hintergründe.
Ein spezielles Augenmerk richtet der Autor auf das große musikalische Vorbild Claptons, den sagenumwobenen Gitarristen Robert Johnson. Bewegend nicht nur für Gitarristen und Musiker …
Téa Obreht: Herzland
Herzland von Téa Obreht
In Arizona Ende des 19. Jahrhunderts kämpft Nora inmitten von Dürre und Einsamkeit ums Überleben ihrer Familie. Und doch ist „Herzland“ kein Siedlerroman. Der Outlaw Lurie verdingt sich auf der Flucht als Kamelführer für die U.S. Army. Und doch ist der Roman kein Western. Beide Figuren verbindet ihre enge Beziehung zu Toten, die wunderbare Landschaft und die Geschichte des amerikanischen Südwestens nach dem Krieg mit Mexiko.
Spannend vermischt Téa Obreht Fakten und Fiktion, Magisches und Realität.
Robert Renk empfiehlt:
Elizabeth Macneal „The Doll Factory“
The Doll Factory von Macneal Elizabeth
Ein Mann präpariert tote Tiere, eine Frau bricht aus, ein Künstler entdeckt die Liebe und die Lust. Aus diesen Zutaten hat die britische Schriftstellerin Elizabeth Macneal ihren Debutroman „The Doll Factory“ gemixt. Ihre Bühne ist das viktorianische London um 1850, als die erste Weltausstellung entsteht.
Eine Szenerie, die sich „am Schwellenstadium zwischen Schönheit und Grauen“ (S.29) befindet. Eine Welt, von der man als Leser nicht mehr lassen will. Macneals morbid-sinnlicher Sog ist unwiderstehlich.
Robert Renk empfiehlt:
María Cecilia Barbetta „Nachtleuchten“
Nachtleuchten von María Cecilia Barbetta
María C. Barbetta hat sich in die deutsche Sprache verliebt und das kann man lesen. Das alleine spricht schon für den neuen Roman. In ihren Geschichten entführt sie uns dennoch in ihre Heimat Argentinien. Genauer nach Buenos Aires, in das Einwanderungsviertel Ballester. Wie sich die Rückkehr von Peron darauf auswirkt, wie sein überraschender Tod und wie politische Spannungen das Land schier zerreißen, davon erzählt sie mit feinem Gespür für die Poesie des Alltags.
Eine Hommage an Argentinien als Einwanderungsland!
Robert Renk empfiehlt:
Ta-Nehisi Coates „Der Wassertänzer“
Der Wassertänzer von Coates Ta-Nehisi
Ein Leben in Ketten, das kennt Hiram Walker, genannt Hi, und das hat er vor sich. Er ist zwar belesen und gebildet, da der Plantagenbesitzer sein Vater ist, dennoch wurde seine Mutter verkauft und er bleibt Sklave. Doch sie hat ihm eine besondere Gabe vererbt, die ihm vor dem Ertrinken rettet und Hi beschließt endlich zu fliehen.
Ein sprachlich wuchtiger Roman über Selbstermächtigung und das – noch immer währende – dunkle Kapitel der USA.
Ein Leseerlebnis zwischen Colson Whitehead & James Baldwin. Nicht versäumen!
Robert Renk empfiehlt:
Karin Peschka „Putzt euch, tanzt, lacht“
Putzt euch, tanzt, lacht von Karin Peschka
Es beginnt mit einem stillen Ausbruch. Fanni, die wir schon aus einem früheren Roman von Karin Peschka kennen, lässt mit 57 ihr altes Leben zurück. Das Gefühl, in einem normalen, festgefahrenen Leben einbetoniert zu sein, lässt sie ausreisen. Sie trifft ihre Jugendliebe, schließt neue Freundschaften und landet in einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft auf einer Pinzgauer Alm.
Ein intensiver, lebensechter Roman mit untergründigem Humor und gekonntem Sprachwitz! Unbedingte Leseempfehlung!
Robert Renk empfiehlt:
Ernst Hofacker „Die 70er – der Sound eines Jahrzehnts“
Die 70er von Ernst Hofacker
Der Reclam-Verlag und Ernst Hofacker legen hier ein wunderschön gestaltetes Buch über die 1970er vor. Vorwiegend geht es auf wunderbar subjektiven Wegen straight durch das Jahrzehnt, mit viel Wissen und Charme, ohne je besserwisserisch rüber zu kommen. Deutschland, England und die U.S.A. stehen im Mittelpunkt und feine Überraschungen begleiten den Leser, die Leserin.
Wer weiß noch wie Mitte der 1970er Jahre von München aus die Clubmusik revolutioniert wurde (Stichwort Donna Summer & Giorgio Moroder)?
Robert Renk empfiehlt:
Sibylle Berg „Nerds retten die Welt“
Nerds retten die Welt von Sibylle Berg
Im Zuge ihres Romanprojektes „GRM - Brainfuck“ hat Sibylle Berg zahlreiche Gespräche geführt. 17 Interviews mit renommierten internationalen Wissenschaftler*innen sind nun als neues Buch erschienen. Und dabei ist es wesentlich mehr, als nur ein Zusatzband zu „GRM“. Alle Themen des radikalen No-Futur-Romans werden hier wissenschaftlich abgeklopf, fundiert erläutert und mit scharfen Witz erhellend beschrieben.
Und das auf die unnachahmliche Art und Weise, in der eben nur
Robert Renk empfiehlt:
Deepa Anappara „Die Detektive vom Bhoot-Basar“
Die Detektive vom Bhoot-Basar von Deepa Anappara
In eine fremde, exotische, bitterarme und dennoch so bunte Welt entführt uns dieser Romanerstling von Deepa Anappara, der auf einer wahren Begebenheit beruht. Eine Gruppe von indischen Slumkindern, rund um den neunjährigen Jai, der zu viele Polizei-Dokus schaut, machen sich selbst auf den Weg, um das Rätsel von verschwunden Kindern zu klären.
Denn in der Welt von Jai, interessiert sich niemand für verschwundene Kinder. Die Figuren sind herzzerreißend geschildert, das Leben am Bhoot-Basar schonungslos. Grandios!
Mariam Kühsel-Hussaini , „Tschudi“
Tschudi von Mariam Kühsel-Hussaini
1896 wird Hugo von Tschudi Direktor Der Berliner Nationalgalerie. Er geht bei zeitgenössischen Künstlern aus- und ein und sorgt mit seinen modernen Ausstellungen für Aufregung in der Szene. Das Leben könnte wunderbar sein, wäre da nicht noch eine Hautkrankheit, die Tschudi quält. Milderung erfährt der Direktor nur im völligen Aufgehen in der Kunst.
Die farbenreiche Sprache, in der Mariam Kühsel-Hussaini erzählt, ist selbst wie ein Gemälde, das sich im Lauf des Romans facettenreich fortmalt.











